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Corona-Lockdown: Adler-Sanierer warnt vor "Blutbad" in der Modebranche


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"Wenn der Lockdown bis Ostern dauert, wird es ein Blutbad geben"

Von dpa, cho

18.02.2021Lesedauer: 2 Min.
Adler-Filiale (Archivbild): Das Unternehmen musste im Januar Insolvenz anmelden.
Adler-Filiale (Archivbild): Das Unternehmen musste im Januar Insolvenz anmelden. (Quelle: Manfred Segerer/imago-images-bilder)
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Die Textilbranche ist am Limit: Wegen der Corona-Pandemie sind viele Modehändler in ihrer Existenz bedroht. Der Sanierer der insolventen Kette Adler findet nun drastische Worte für die Folgen des Lockdowns.

Die Corona-Krise stellt die Modebranche vor existenzielle Probleme. Viele Händler haben Insolvenz angemeldet, weitere dürften folgen. Denn noch ist unklar, wann der Lockdown endet und die Geschäfte wieder öffnen dürfen.


Diese Firmen sind in der Corona-Krise in Schieflage geraten

Adler-Modemärkte: Die Textilkette hat ihr Insolvenzverfahren Ende August 2021 beendet. Bis zu 500 der insgesamt 3.100 Arbeitsplätze fallen weg, rund 30 Filialen sind von Schließungen betroffen, wie ein Sprecher des neuen Eigentümers Zeitfracht Gruppe am Dienstag sagte. Das Insolvenzverfahren war im Januar beantragt und am 1. Juli eröffnet worden.
Nobiskrug: Die insolvente Rendsburger Traditionswerft Nobiskrug wurde im Juli 2021 von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen – und ist damit gerettet. Nahezu alle 300 Arbeitsplätze blieben erhalten, hieß es. Nobiskrug hatte im April diesen Jahres einen Insolvenzantrag gestellt. Die Werft hat unter anderem die "SY A" gebaut (auf dem Bild), die als als einer der größten Luxusjachten der Welt gilt.
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Auch die Modekette Adler hat durch die Krise drastisch an Umsatz verloren. Im Januar beantragte das Unternehmen deshalb eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Zur Unterstützung bestellte der Vorstand den Restrukturierungsexperten Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten. Der warnt nun mit drastischen Worten vor den Folgen eines langen Lockdowns.

Adler-Sanierer hält Hilfspaket-Regeln für verfassungswidrig

"Die Lockdown-Verlängerungen haben verheerende Auswirkungen auf den gesamten Modehandel und jeder weitere Tag trifft die Branche ins Mark", sagte Gerloff der "Wirtschaftswoche". "Wenn der Lockdown bis Ostern dauert, wird es ein Blutbad in der Branche geben.“

Dass Unternehmen, die einen Insolvenzantrag gestellt haben, keine Hilfen aus dem dritten Überbrückungspaket des Bundes beantragen dürften, hält der Rechtsanwalt für verfassungswidrig. Denn: "Die Hilfe soll als Überbrückung über den Lockdown dienen."

Das sei bei einem insolventen Unternehmen, dessen Betrieb fortgeführt werde, genauso notwendig wie bei einem Unternehmen, das noch keine Insolvenz angemeldet habe. "Der Staat hat hier ein völlig überkommenes Denken zur Insolvenz", so Gerloff.

Adler-Chef: "Ohne Lockdown hätte es Insolvenz nicht gegeben"

Für Adler gebe es inzwischen mehrere Interessenten. Dem Bericht zufolge soll bis zum 1. Juni, wenn das Insolvenzverfahren formal eröffnet werden soll, ein Investment vereinbart worden sein. Danach soll das Unternehmen über einen Insolvenzplan neu aufgestellt werden.

Überzeugen sollen Investoren unter anderem die hohe Kundenloyalität und die vor der Corona-Krise soliden Finanzen. "Wir haben 2019 einen deutlichen Gewinn verbucht, es bestanden auch keine Bankschulden", sagte Adler-Chef Thomas Freude der "Wirtschaftswoche". "Das heißt, ohne die Lockdowns hätte es die Insolvenz nicht gegeben."

Die Adler-Modemärkte mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg gehören zu den größten Textileinzelhändlern in Deutschland. Die Gruppe setzte 495,4 Millionen Euro im Jahr 2019 um. Adler beschäftigte zuletzt 3.350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Wirtschaftswoche: "Wenn der Lockdown bis Ostern dauert, wird es ein Blutbad geben"
  • Nachrichtenagentur dpa
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