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Corona-Lockdown: Adler-Sanierer warnt vor "Blutbad" in der Modebranche

Adler-Sanierer warnt  

"Wenn der Lockdown bis Ostern dauert, wird es ein Blutbad geben"

18.02.2021, 08:41 Uhr | cho, dpa

Corona-Lockdown: Adler-Sanierer warnt vor "Blutbad" in der Modebranche. Adler-Filiale (Archivbild): Das Unternehmen musste im Januar Insolvenz anmelden. (Quelle: imago images/Manfred Segerer)

Adler-Filiale (Archivbild): Das Unternehmen musste im Januar Insolvenz anmelden. (Quelle: Manfred Segerer/imago images)

Die Textilbranche ist am Limit: Wegen der Corona-Pandemie sind viele Modehändler in ihrer Existenz bedroht. Der Sanierer der insolventen Kette Adler findet nun drastische Worte für die Folgen des Lockdowns.

Die Corona-Krise stellt die Modebranche vor existenzielle Probleme. Viele Händler haben Insolvenz angemeldet, weitere dürften folgen. Denn noch ist unklar, wann der Lockdown endet und die Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Auch die Modekette Adler hat durch die Krise drastisch an Umsatz verloren. Im Januar beantragte das Unternehmen deshalb eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Zur Unterstützung bestellte der Vorstand den Restrukturierungsexperten Christian Gerloff zum Generalbevollmächtigten. Der warnt nun mit drastischen Worten vor den Folgen eines langen Lockdowns.

Adler-Sanierer hält Hilfspaket-Regeln für verfassungswidrig

"Die Lockdown-Verlängerungen haben verheerende Auswirkungen auf den gesamten Modehandel und jeder weitere Tag trifft die Branche ins Mark", sagte Gerloff der "Wirtschaftswoche". "Wenn der Lockdown bis Ostern dauert, wird es ein Blutbad in der Branche geben.“

Dass Unternehmen, die einen Insolvenzantrag gestellt haben, keine Hilfen aus dem dritten Überbrückungspaket des Bundes beantragen dürften, hält der Rechtsanwalt für verfassungswidrig. Denn: "Die Hilfe soll als Überbrückung über den Lockdown dienen."

Das sei bei einem insolventen Unternehmen, dessen Betrieb fortgeführt werde, genauso notwendig wie bei einem Unternehmen, das noch keine Insolvenz angemeldet habe. "Der Staat hat hier ein völlig überkommenes Denken zur Insolvenz", so Gerloff.

Adler-Chef: "Ohne Lockdown hätte es Insolvenz nicht gegeben"

Für Adler gebe es inzwischen mehrere Interessenten. Dem Bericht zufolge soll bis zum 1. Juni, wenn das Insolvenzverfahren formal eröffnet werden soll, ein Investment vereinbart worden sein. Danach soll das Unternehmen über einen Insolvenzplan neu aufgestellt werden.

Überzeugen sollen Investoren unter anderem die hohe Kundenloyalität und die vor der Corona-Krise soliden Finanzen. "Wir haben 2019 einen deutlichen Gewinn verbucht, es bestanden auch keine Bankschulden", sagte Adler-Chef Thomas Freude der "Wirtschaftswoche". "Das heißt, ohne die Lockdowns hätte es die Insolvenz nicht gegeben."

Die Adler-Modemärkte mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg gehören zu den größten Textileinzelhändlern in Deutschland. Die Gruppe setzte 495,4 Millionen Euro im Jahr 2019 um. Adler beschäftigte zuletzt 3.350 Mitarbeiter und betreibt 171 Modemärkte, davon 142 in Deutschland.

Verwendete Quellen:

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