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Sparkassen leiden stark unter Strafzinsen der EZB

Von dpa
Aktualisiert am 10.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Eine Sparkasse in Berlin: Die Kunden der öffentlich-rechtlichen Geldhäuser haben vergangenes Jahr mehr Geld gespart.
Eine Sparkasse in Berlin: Die Kunden der öffentlich-rechtlichen Geldhäuser haben vergangenes Jahr mehr Geld gespart. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank macht den Sparkassen zu schaffen. Weil die Deutschen im Corona-Jahr 2020 mehr gespart haben, mussten die öffentlich-rechtlichen Banken mehr für Strafzinsen ausgeben.

Die Sparkassen in Deutschland haben im Corona-Krisenjahr 2020 mehr Kundengeschäft gemacht, aber wegen des Zinstiefs weniger daran verdient. "Es war ein besonderes Jahr", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, am Mittwoch in Berlin. "Im Vordergrund stand nicht, Marktanteile oder Gewinne zu steigern; für die Sparkassen hatte es absolute Priorität, ihren Kunden durch die schwierige Zeit zu helfen."

Im vergangenen Jahr verbuchten die inzwischen 376 (Vorjahr: 378) öffentlich-rechtlichen Institute einen Einlagenzuwachs in Höhe von 79,1 Milliarden Euro – ein Rekordplus von 7,9 Prozent. "Diese liebevolle Umarmung der Kunden nimmt uns unter Negativzinsbedingungen aber zunehmend betriebswirtschaftlich die Luft zum Atmen", sagte Schleweis. "Deshalb müssen die Sparkassen gegensteuern."

Rund 120 Millionen Euro Strafzinsen mussten die Institute 2020 nach seinen Angaben trotz Freibeträgen für Geld zahlen, das sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parkten. Immer mehr Geldhäuser geben die Negativzinsen an Kunden weiter, in der Regel bei größeren Summen.

Jahresüberschuss leicht gesunken

Im vergangenen Jahr kamen die Sparkassen in Deutschland nach vorläufigen Zahlen zusammen auf einen Jahresüberschuss von 1,6 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor waren es 1,8 Milliarden Euro. Die Sparkassen seien angesichts von negativen Marktzinsen und Corona-Pandemie sind wirtschaftlich robust durch 2020 gekommen, sagte Schleweis.

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Sorgen bereitet den Instituten, dass sich die wirtschaftliche Situation gewerblicher Kunden seit Beginn des Jahres 2021 verschlechtert hat. "Nachdem die Einnahmesituation der Unternehmen bis Ende 2020 weitgehend stabil war, gehen seit Januar 2021 die Umsätze und die Finanzkraft teilweise stark zurück", sagte Schleweis.

Das gelte vor allem für den vom zweiten Lockdown betroffenen Einzelhandel jenseits von Lebensmitteln, für Dienstleistungsbereiche sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Schleweis forderte mehr Tempo bei der Auszahlung der staatlichen Überbrückungshilfen sowie mehr Öffnungsperspektiven für Einzelhandel und Hotellerie.

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