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Nach Havarie im Suezkanal: "Ever Given" festgesetzt – Streit um Schadenersatz


Streit um Schadenersatz  

Video zeigt: "Ever Given" darf Suezkanal nicht verlassen

03.04.2021, 12:55 Uhr | dpa

Suezkanal: "Ever Given" darf nicht weiter – Schadenersatz in Milliardenhöhe gefordert

Bei der tagelangen Freischleppung des 400 Meter langen Containerschiffs habe man auf tägliche Einnahmen in Höhe von 14 bis 15 Millionen Dollar verzichten müssen, teilte die Suezkanalbehörde mit.

Eindrückliche Aufnahmen vom Suezkanal: Die "Ever Given" durfte zwischendurch nicht weiter – nun ist der Rückstau aufgelöst. (Quelle: Reuters)


Nach der tagelangen Blockade des Suezkanals fordert die ägyptische Verwaltung Schadensersatz vom Betreiber des havarierten Schiffs "Ever Given". Bis zur Einigung darf das Containerschiff seine Fahrt nicht fortsetzen. Die aktuelle Lage zeigen Aufnahmen von vor Ort.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Wegen der Auseinandersetzung um Schadenersatz könnte sich die Weiterfahrt der "Ever Given" am Suezkanal noch längere Zeit hinziehen. Die Kanalbehörde fordert wegen der tagelangen Blockade Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar und will die Weiterfahrt erst bei einer Einigung erlauben.

"Wir haben viel Mühe und Arbeit in die Rettung des Schiffs gesteckt. Wir haben täglich Einnahmen verloren. Uns steht eine Entschädigung zu", sagte Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram zufolge. 

Derzeit liegt die "Ever Given" im Großen Bittersee zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Suezkanals. Bei ihrer Forderung bezieht sich die Behörde unter anderem auf Verlusten in Höhe von 14 bis 15 Millionen Dollar pro Tag sowie die tagelangen Arbeiten mit Baggern und Schleppern zur Freilegung des 400 Meter langen Schiffs. An dessen Bord sei Fracht im Wert von 3,5 Milliarden Dollar, sagte Rabi. "Wir haben das Schiff und ihre Fracht gerettet."

Wer kommt für den Schaden auf?

Für verspätet ankommende Fracht trage die taiwanesische Reederei Evergreen Marine, die das Schiff gechartert hat, nach Worten ihres Präsidenten Eric Hsieh keine Verantwortung. Mögliche Schäden würden durch Versicherungen gedeckt, sagte Hsieh dem Finanznachrichtendienst Bloomberg zufolge. Sie könnte aber haften für Verspätungen anderer Schiffe, die zu Hunderten tagelang auf Durchfahrt am Kanal warten mussten.

Mehrere Ermittlungen sollen klären, wie es zu dem Unfall kam: Ägypten will unter anderem den Schiffsdatenschreiber auswerten und mit den 25 Besatzungsmitgliedern sprechen. Auch die Seefahrtsbehörde Panamas, unter dessen Flagge das Schiff fährt, und das für die technische Leitung verantwortliche Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) haben eigene Ermittlungen angekündigt.

Wie lange herrscht noch Stau im Suezkanal? 

Der Stau von Schiffen nach der Havarie eines Containerschiffes im Suezkanal dürfte sich nach Angaben der Kanalbehörde in Kürze auflösen. An diesem Samstag würden die letzten 61 wartenden Schiffe die Wasserstraße von beiden Seiten her passieren, teilte Osama Rabie, der Chef der Kanalbehörde SCA, mit. Dann sei der Stau der 422 Schiffe aufgelöst, die seit dem Auflaufen der "Ever Given" den Kanal nicht hätten durchfahren können. Das 400 Meter lange Containerschiff hatte sich am Dienstag vergangener Woche bei starkem Wind verkeilt. Am Montag wurde die "Ever Given", die eines der größten Containerschiffe der Welt ist, wieder flottgemacht.

Die SCA untersucht, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Weil sich auch Öltanker gestaut hatten, war der Ölpreis zwischenzeitlich gestiegen. Der 193 Kilometer lange Suezkanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt auf dem kürzesten Schiffsweg zwischen Europa und Asien.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa 

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