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Deutsche Bahn: Lokführer-Gewerkschaft kündigt Streik an


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Lokführer-Gewerkschaft kündigt Streik an

Von dpa, afp
Aktualisiert am 08.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Längere Wartezeit (Symbolbild): Zu Beginn der Urlaubszeit müssen sich Bahnreisende auf Streiks einstellen.
Längere Wartezeit (Symbolbild): Zu Beginn der Urlaubszeit müssen sich Bahnreisende auf Streiks einstellen. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago-images-bilder)
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Schlechte Nachrichten für Bahnreisende: Pünktlich zur Urlaubssaison kündigt die GDL Streiks bei der Deutschen Bahn an. Die Tarifverhandlungen seien gescheitert.

Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auf Streik einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer erklärte am Dienstag ihre Tarifverhandlungen mit dem Unternehmen für gescheitert und beschloss die Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen.

Einen Termin nannte die Gewerkschaft noch nicht. Sie ließ auch offen, welche Bereiche des Unternehmens zunächst betroffen sein könnten. Von einer Urabstimmung unter den Mitgliedern war in der Mitteilung am Dienstag keine Rede.

  • Gut zu wissen: So funktioniert eine Gewerkschaft

Auch die vierte Verhandlungsrunde hatte am Montag keine Einigung gebracht. "Wir wollten verhandeln und eine Einigung erzielen, doch die DB hat sich erneut verweigert", erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Dienstag. Er warf der Bahn vor, die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen und in anderslautenden Aussagen zu lügen.

Bahn: Gewerkschaft will Konfrontation um jeden Preis

Kommt es zum Warnstreik, wäre es der erste bei der Bahn seit Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Die letzte Streikwelle der GDL ist schon sechs Jahre her.

Die Bahn hatte die Eskalation nach dem ergebnislosen Gespräch in Berlin schon kommen sehen. Nach dem Treffen kritisierte Marin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn, die Gewerkschaft ziele auf Konfrontation um jeden Preis.

"Gerade jetzt den Bahnverkehr bestreiken zu wollen, ist daneben und völlig unnötig", sagte eine Bahn-Sprecherin zudem am Dienstag. "Die GDL streikt in Zeiten, in denen Millionen nach der langen Zeit in der Pandemie auf die Rückkehr in die Normalität setzen und sich wieder aufs Reisen freuen."

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Bahn verweist auf Jobsicherheit in Krisenzeiten

Zudem streike die GDL "in Zeiten, in denen es bei der DB Jobsicherheit gibt, während viele Menschen um ihre Existenz kämpfen müssen", fügte sie hinzu. "Das versteht niemand und zeigt, dass es der GDL-Spitze um die Ausweitung ihres Bereichs geht."

Zugleich rief die Bahn die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Bahn sei am Montag einen weiteren Schritt auf die Gewerkschaft zugegangen und habe einen Abschluss in Aussicht gestellt, der sich am Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes orientiere, sagte die Sprecherin.

"Damit ist klar: Die DB möchte Lösungen am Verhandlungstisch und hat diese auch angeboten", so die Sprecherin. Die GDL nehme bewusst Schaden für die Kundinnen und Kunden in Kauf. Der Konzern sei weiter gesprächsbereit.

Lokführer sollen solidarischen Beitrag leisten

Der Arbeitskampf trifft nicht nur die Kunden, sondern auch den finanziell schwer angeschlagenen Konzern in einem ungünstigen Moment. Nach der Lockerung der Corona-Regeln nimmt das Geschäft des bundeseigenen Unternehmens gerade wieder Fahrt auf.

Im Regionalverkehr fahre man das volle Angebot, im Fernverkehr nahezu 100 Prozent, sagte Seiler. "Die Buchungen ziehen wieder an, das ist schön." Umso wichtiger sei es, dass die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren solidarischen Beitrag leiste.

Die Vertragsparteien im Öffentlichen Dienst hatten sich im Herbst auf Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten geeinigt.

Bahn machte Milliardenverluste

Wegen des Verkehrseinbruchs gelten an Flughäfen jedoch Sonderregeln mit verzögerten Tarifsteigerungen, verringerter Arbeitszeit und einer Aussetzung leistungsorientierter Bezahlung.

Die Bahn macht Milliardenverluste. Im September schnürte sie deshalb ein Tarifpaket mit ihrer größten Gewerkschaft, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Bis Ende 2023 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

GDL ist nicht Teil des Tarifpakets

In vergangenen Tarifrunden konnten sich die knapp 215.000 Bahn-Mitarbeiter über teils deutlich höhere Einkommenssteigerungen freuen. Die GDL lehnte es ab, an den Verhandlungen teilzunehmen.

Eine Schlichtung im Herbst scheiterte. Nach dem Auslaufen des Tarifvertrags Ende Februar begann die neue Verhandlungsrunde.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa und afp
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Von Frederike Holewik
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