Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen >

Deutsche Bahn: Verbände fordern Aufspaltung des Staatskonzerns


Staatskonzern  

Verbände fordern Aufspaltung der Deutschen Bahn

02.08.2021, 14:24 Uhr | dpa

Deutsche Bahn: Verbände fordern Aufspaltung des Staatskonzerns. Ein Intercity-Express steht im Bahnhof Hamburg Dammtor (Symbolbild): Bislang ist die Bahn sowohl Herrin über die Züge als auch über das Schienennetz. (Quelle: imago images/Hanno Bode)

Ein Intercity-Express steht im Bahnhof Hamburg Dammtor (Symbolbild): Bislang ist die Bahn sowohl Herrin über die Züge als auch über das Schienennetz. (Quelle: Hanno Bode/imago images)

Bislang betreibt die Deutsche Bahn sowohl das Schienennetz als auch den Zugverkehr. Nun kursiert eine Idee, die beiden Geschäftsfelder voneinander zu trennen. Was steckt dahinter?

Verbrauchervertreter und Konkurrenten der Deutschen Bahn wollen das deutsche Schienennetz vom Staatskonzern abspalten, um mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Auch die Baubranche und die Lokführergewerkschaft GDL erhoben am Montag die Forderung in einem gemeinsamen Papier.

Es liefe darauf hinaus, dass die Deutsche Bahn zerschlagen würde: in ein Unternehmen für den Zugbetrieb und eins, das sich um Schienennetz, Bahnhöfe und das Bahnstromnetz kümmert.

"Hierfür ist ein eigenständiges, unabhängiges und am Gemeinwohl orientiertes Bundesinfrastrukturunternehmen notwendig", heißt es in dem Positionspapier. Um für den Klimaschutz mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, müsse das Netz gewinnfrei und ohne Kapazitätskonflikte betrieben werden. Ein milliardenschwerer "Schienenfonds" solle Ausbau und Instandhaltung dauerhaft sichern. Notwendig sei eine zweite Bahnreform.

Staatskonzern ist gegen Aufspaltung

Die Deutsche Bahn sprach sich gegen eine Trennung aus. Ein Sprecher argumentierte, erfolgreiche Eisenbahnen arbeiteten integriert – das heiße, mit Netz und Betrieb in einer Hand. "Wieso sollten wir in Deutschland einen schlechten Sonderweg gehen und das Bahnsystem zudem mit jahrelangen politischen Diskussionen lähmen, anstatt den Klimaschutz voranzutreiben?"

Anlass für den Aufruf waren Äußerungen von Verkehrsminister Andreas Scheuer, der kürzlich für eine Bahnreform geworben hatte. Statt Gewinnmaximierung müssten die Klimaziele an erster Stelle stehen. Von einer Abtrennung des Netzes sprach er aber nicht.

"Bei den Bereichen natürlicher Monopole (Gleisnetz, Stationen, Bahnstromnetz) gehören Holdingstrukturen sowie Gewinnabführungsverträge der Vergangenheit an", heißt es in dem Positionspapier. Unterzeichner sind die Verbände Mofair, Allrail und Netzwerk Europäischer Eisenbahnen sowie der Bundesverband der Verbraucherzentralen, der Fahrgastverband Pro Bahn, die GDL und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

Ähnlich hatten sich kürzlich die Verkehrsverbünde geäußert. Sie bestellen im Auftrag von Ländern und Kommunen den Regionalverkehr bei Eisenbahnunternehmen und sind damit Großkunden bei der Bahn.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Unternehmen & Verbraucher > Unternehmen

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: