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Inflation klettert im April auf 7,4 Prozent

Von dpa, fho

Aktualisiert am 28.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Eine Kundin im Supermarkt (Symbolbild): In fast allen Lebensbereichen sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen.
Eine Kundin im Supermarkt (Symbolbild): In fast allen Lebensbereichen sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. (Quelle: imago-images-bilder)
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Der Aufwärtstrend geht weiter: Auch im April stiegen die Verbraucherpreise deutlich. Die Inflationsrate lag laut erster Schätzung bei 7,4 Prozent – der höchste Stand seit über 40 Jahren.

Die Inflationsrate in Deutschland ist im April auf hohem Niveau weiter gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 7,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte.

Im März war die jährliche Teuerungsrate auf 7,3 Prozent geklettert. Vor allem stark gestiegene Energiepreise heizen die Inflation an, der Krieg in der Ukraine hat diesen Trend noch verstärkt. Von März auf April des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland den vorläufigen Zahlen zufolge um 0,8 Prozent.

Es ist der höchste Stand seit dem Herbst 1981. Nach Bundesländern aufgeteilt fällt die Teuerungsrate teils noch höher aus: Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen stieg sie im April auf 7,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1973, in Baden-Württemberg lag sie bei 7,0 Prozent und somit auf dem höchsten Niveau seit Anfang 1974.

Mehr zur Inflation lernen Sie in dieser Podcast-Folge, in der Moderatorin Lisa Fritsch mit t-online-Chefredakteur Florian Harms und dem Leiter des Ressorts für Wirtschaft und Finanzen, Florian Schmidt, diskutiert.

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Verbraucher können sich weniger leisten

Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können. Die Bundesregierung hat inzwischen zwei milliardenschwere Pakete geschnürt, um die Menschen in Deutschland zu entlasten.

In ihren jüngsten Prognosen geben Volkswirte mit Blick nach vorne keine Entwarnung: Sie rechnen für das Gesamtjahr 2022 mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von mehr als sechs Prozent in Europas größter Volkswirtschaft. Das wäre die höchste Inflation seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 3,1 Prozent.

Energiepreise treiben Inflation

Durch den Krieg in der Ukraine herrscht Unsicherheit an den Energiemärkten. Die Preise für Öl und Gas stiegen in den vergangenen Wochen besonders deutlich, aber auch Strom ist teurer geworden. Die hohen Energiepreise haben einen großen Anteil an der aktuellen Inflationsrate, aber auch Lebensmittel kosten spürbar mehr als im April 2021.

Fachleute rechnen daher damit, dass der Preisschub länger anhalten könnte als zunächst angenommen. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr bereits mit einer Inflation von durchschnittlich 6,1 Prozent – was der höchste Stand seit 1981 wäre. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die Rate bei 3,1 Prozent und 2020 nur bei 0,5 Prozent.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, sagt: "Die Inflation bleibt noch bis in den Herbst hinein in der jetzt erreichten Größenordnung." Steuersenkungen und andere Maßnahmen könnten dabei Verbraucher zwar kurzfristig entlasten, "aber am Ende muss die Europäische Zentralbank dafür sorgen, dass sich die Inflation nicht für Jahre verfestigt". Das könnte in Form einer Leitzinserhöhung im Sommer passieren. Am Mittwoch hatte EZB-Chefin Christine Lagarde angekündigt, dass auf der nächsten Ratssitzung darüber entschieden würde.

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