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So abhängig ist Russland von deutschen Medikamenten

Von Frederike Holewik

18.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Aspirin-Tabletten von Bayer (Symbolbild): Viele Medizinprodukte in Russland stammen von Produzenten aus dem Westen.
Aspirin-Tabletten von Bayer (Symbolbild): Viele Medizinprodukte in Russland stammen von Produzenten aus dem Westen. (Quelle: MiS/imago-images-bilder)
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Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine haben viele westliche Konzerne ihr Geschäft mit Russland beendet. Notwendige Medizin soll dennoch weiter geliefert werden – doch es gibt Probleme.

Wer in Russland krank wird, zum Arzt geht und ein Rezept bekommt, nimmt wenig später häufig Medikamente ein, die aus dem Westen importiert wurden, oft auch aus Deutschland. Daran ändern die jüngst verhängten Sanktionen zwar zunächst nichts, da Arzneimittel von den Strafmaßnahmen ausgenommen sind.

Dennoch ziehen sich viele Pharmafirmen als Reaktion auf Putins Angriffskrieg derzeit aus Russland zurück, darunter auch der deutsche Konzern Bayer . Auf t-online-Anfrage teilte das Leverkusener Unternehmen mit: "Bayer hat als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine alle Ausgaben in Russland und Weißrussland eingestellt, die nicht mit der Bereitstellung unverzichtbarer Produkte in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft zusammenhängen." Dazu zählten sämtliche Werbung sowie der Stopp von Investitionsprojekten.

Eine solche Entscheidung hat Gewicht: Deutschland ist der zweitwichtigste Handelspartner Russlands, was importierte Waren insgesamt betrifft. Bei verpackten Medikamenten steht Deutschland sogar an erster Stelle. Insgesamt importiert Russland jährlich Medikamente für mehrere Milliarden Euro. Im Jahr 2019, also noch vor der Corona-Pandemie, machten diese Importe allein ein Volumen von 10,2 Milliarden US-Dollar (9,2 Milliarden Euro) aus.

Was wäre, wenn die Sanktionen ausgeweitet würden, so wie einst im Falle des Iran? Fest steht: Die Folgen für die russische Bevölkerung wären erheblich.

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Entsprechend lehnt Bayer Forderungen nach einem vollständigen Lieferstopp ab. Dabei beruft sich der Konzern auf "eine ethische Verpflichtung" gegenüber der Zivilbevölkerung. Das Einbehalten notwendiger Medikamente und Saatgut, "würde die Zahl der Menschenleben, die dieser Krieg fordert, nur vervielfachen". Lesen Sie hier, welche Unternehmen ihr Russlandgeschäft beendet haben.

Lieferstopp für Botox und Viagra

Ähnlich hatte sich zuvor der amerikanische Hersteller Eli Lilly and Company geäußert. Das Unternehmen teilte mit, dass dringende medizinische Produkte weiterhin geliefert würden, etwa zur Behandlung von Krebs oder Diabetes. Gewinne aus dem Russlandgeschäft wolle der Konzern für humanitäre Hilfe spenden.

"Nicht-essenzielle Medizin" hingegen werde ausgesetzt, genauso wie Investitionen, Werbung und klinische Studien. Als Beispiel für ein Medikament, das nun nicht mehr nach Russland geliefert werde, nannte der Konzern Cialis. Unter diesem Namen vertreibt das Unternehmen sein eigenes Viagra.

Ähnlich handhaben es Pfizer , Johnson & Johnson , Abbott Laboratories und das Schweizer Unternehmen Novartis. Sie wollen beispielsweise auf Investitionen, Marketing, die Ausrichtung von wissenschaftlichen Events oder klinische Studien verzichten. Und für Schönheitsbehandlungen könnte es ebenfalls schwierig werden: Der US-amerikanische Konzern Abbvie stellt seine Lieferungen mit Botox ein.

Logistikprobleme gefährden Lieferungen

Gesundheitsexperten fürchten, dass auch der Lieferstopp von derlei "nicht-essenziellen" Produkten zu Problemen für Patienten führen könnte. Unklar ist bisher zudem, was die Sanktionen etwa für die Versorgung mit Prothesen bedeutet, die oftmals aus westlichen Ländern importiert werden.

Doch selbst die Versorgung mit essenziellen Produkten und Material für die russische Medizinproduktion ist schwieriger geworden. Zum einen sind durch die Sanktionen mehrere russische Banken vom internationalen Finanzsystem abgeschnitten, zum anderen haben verschiedene Logistikunternehmen ihre Dienste in und nach Russland zumindest deutlich zurückgefahren, darunter auch Maersk und die Deutsche Post .

Das "Wall Street Journal" berichtet, dass der weltweit größte Hersteller für Diabetes-Medikamente, Novo Nordisk, aktuell Schwierigkeiten habe, seine Produkte auszuliefern, da es einen Mangel an Lkw-Fahrern gebe. Lesen Sie hier, warum der Ukraine-Krieg dies noch verschärft.

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Von Christine Holthoff
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