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KKH-Allianz sperrt sich gegen chronisch Kranke

KKH-Allianz sperrt sich gegen chronisch Kranke

07.11.2012, 12:50 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

KKH-Allianz sperrt sich gegen chronisch Kranke. Neue Vorwürfe gegen die KKH-Allianz: Vertriebsmitarbeiter packen im ZDF aus (Quelle: dpa)

Neue Vorwürfe gegen die KKH-Allianz: Vertriebsmitarbeiter packen im ZDF aus (Quelle: dpa)

Das ZDF hat neue Vorwürfe gegen die Gesetzliche Krankenkasse KKH-Allianz erhoben. Die Ersatzkasse will angeblich verhindern, dass Alte, chronisch Kranke und Geringverdiener bei ihr Mitglied werden. Das berichtete das ZDF-Magazin "Frontal 21" unter Berufung auf Vertriebsmitarbeiter. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die KKH-Allianz versucht hat, schwerkranke Mitglieder zur Kündigung zu bewegen.

Der Präsident des Bundesversicherungsamts, Maximilian Gaßner, bewerte die neuen Vorwürfe als "Verletzung des Kernbereichs der Pflichten einer Krankenkasse", so das Magazin. Die Krankenkasse äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.

Vertrieb: "Keine chronisch Kranken versichern"

Die KKH-Allianz habe jedoch "Frontal 21" bestätigt, dass die Aktivitäten des Vertriebs auf bestimmte Mitgliedergruppen konzentriert seien, um eine ausgewogene Versichertenstruktur zu sichern, hieß es. Ein Vertriebsmitarbeiter sagte laut ZDF: "Eindeutiges Geschäftsziel der KKH-Allianz ist: Wir wollen keine chronisch Kranken versichern."

Vertriebsmitarbeiter sollen den Angaben zufolge nur dann eine Provision bekommen, wenn die angeworbenen Neukunden mindesten 1000 Euro brutto im Monat als Arbeitnehmer verdienen. Außerdem gebe es nur dann eine sogenannte "Qualitätsprovision", wenn die Neukunden nicht zu viele Leistungen in Anspruch nähmen.

Kasse räumt Vorwürfe teilweise ein

Nach Angaben des ZDF hat die KKH-Allianz inzwischen eingeräumt, dass "in Einzelfällen Mitgliedern im Zusammenhang mit der Erhebung von rückständigen Beiträgen auf inakzeptable Art und Weise ein Wechsel der Krankenkasse angeboten worden ist". Der Eindruck, die Kasse würde systematisch einkommensschwache und kranke Versicherte ausgrenzen, treffe nicht zu. Die KKH-Allianz hat rund 1,8 Millionen Versicherte.

Wie das ZDF weiter berichtete, hat die KKH-Allianz bis zum 14. November Zeit, beim Bundesversicherungsamt zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Gesetzliche Krankenkassen müssen alle Interessenten aufnehmen, unabhängig von Vorerkrankungen, Alter und Einkommen, und ihnen die gleichen Leistungen anbieten wie allen anderen Versicherten. Für die unterschiedlichen Risiken werden sie über den Gesundheitsfonds entschädigt.

KKH-Allianz weist neue Anschuldigungen zurück

In einer Reaktion auf den ZDF-Bericht wies die Krankenkasse darauf hin, dass auch einkommensschwache, arbeitslose und kranke Menschen die Mitgliedschaft bei der KKH-Allianz mit Sitz in Hannover wählen können und unter Beachtung aller rechtlichen Vorgaben aufgenommen werden. Die Schließung der City-BKK und der BKK für Heilberufe hätten gezeigt, wie wichtig eine ausgewogene Versichertenstruktur sei, teilte eine Sprecherin der KKH-Allianz zugleich mit. Deshalb seien "zielgruppenspezifische Werbeaktivitäten" notwendig.

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