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Barmer-Chef: Existenz mehrerer großer Krankenkassen bedroht

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15 Millionen Versicherte betroffen  

Barmer-Chef sieht Existenz mehrerer großer Kassen bedroht

13.12.2017, 14:54 Uhr | Reuters

Barmer-Chef: Existenz mehrerer großer Krankenkassen bedroht. Karten von gesetzlichen Krankenkassen: Barmer-Chef Strau geht davon aus, dass alle großen bundesweiten Kassen Probleme bekommen werden. (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)

Karten von gesetzlichen Krankenkassen: Barmer-Chef Strau geht davon aus, dass alle großen bundesweiten Kassen Probleme bekommen werden. (Quelle: Maurizio Gambarini/dpa)

Der Chef der Barmer schlägt Alarm. Er sieht sieht die Existenz vieler großer Krankenkassen bedroht. Als Grund nennt er die ungleiche Verteilung der Überschüssen.

Mehrere große gesetzliche Krankenkassen stehen nach den Worten von Barmer-Chef Christoph Straub vor existenziellen Problemen. "Ich gehe davon aus, dass ein halbes Dutzend Kassen im Laufe der Legislaturperiode nicht überlebensfähig sein werden, wenn sich die Konjunktur eintrübt", sagt Straub.

Kassen von 15 Millionen Versicherten sind von Schließung bedroht

Bei allen Kassenarten gebe es Anbieter, die bedroht seien. Rund 15 Millionen gesetzlich Versicherte seien von Schließung oder Insolvenz ihrer Kasse bedroht. "Die Folge wären höhere Beiträge", warnt der Chef von Deutschlands zweitgrößter Krankenkasse. Er gehe davon aus, dass alle großen bundesweiten Kassen Probleme bekommen werden.

Überschuss der Kassen sei ungleich verteilt

Zwar stehen die 112 gesetzlichen Krankenkassen mit einem Überschuss in den ersten drei Quartalen 2017 in Höhe von 2,52 Milliarden Euro und Rücklagen von 18,6 Milliarden Euro gut da. Allerdings seien die Überschüsse ungleich verteilt, sagt Straub. Beunruhigend sei vor allem die starke Spreizung bei den Vermögen. Während bei der Barmer das Vermögen pro Mitglied 135 Euro betrage und bei anderen Kassen sogar noch deutlich darunter liege, seien es bei einer AOK 1212 Euro. Diese Spreizung nehme beständig zu und destabilisiere das System.

Ein Grund sei, dass der Finanzausgleich zwischen den Kassen seine Ziele nicht mehr gut erfülle. Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds kämen nicht dort an, wo sie für die Versorgung notwendig seien. Der sogenannte Risikostrukturausgleich (RSA) soll ungleiche Belastungen der Kassen aufgrund der Versichertenstruktur ausgleichen. Die Zahlungen richten sich nach Alter, Geschlecht und den Krankheiten der Versicherten einer Kasse. Wenn das System so weiterlaufe, kämen immer mehr Krankenkassen in echte Schwierigkeiten. "Eine Handvoll größerer Kassen befindet sich schon jetzt in einer wirklich schwierigen Situation", sagt Straub.

Für die Barmer kündigt Straub an, dass sie den allein von den Arbeitnehmern zu zahlenden Zusatzbeitrag in 2018 bei 1,1 Prozent konstant halten wolle. Entscheiden muss darüber der Verwaltungsrat in der kommenden Woche. 

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