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Felix Baumgartner riskierte beim Stratosphären-Sprung große Belastungen


Baumgartners Blut hätte kochen können

dpa/dapd/vdb

Aktualisiert am 16.10.2012Lesedauer: 3 Min.
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Felix Baumgartner sprang durch die Stratosphäre.
Felix Baumgartner sprang durch die Stratosphäre. (Quelle: dpa-bilder)
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Der Moment vor dem Absprung aus 39 Kilometern Höhe war reiner Nervenkitzel: Felix Baumgartner ist die Anspannung kurz vor seinem äußerst waghalsigen Sprung deutlich anzumerken. Als er die anvisierte Höhe von rund 37 Kilometern erreicht hat, schließt er kurz die Augen. Die Belastung für Körper und Psyche ist extrem. So vieles könnte schiefgehen bei diesem Stunt, es ist ein Sprung um sein Leben - den der Salzburger erfolgreich absolviert. Doch sein Blut hätte kochen können, zwischendurch drohte der 43-Jährige ohnmächtig zu werden. Wir klären, über die körperlichen Gefahren und Belastungen beim Sprung durch die Schallmauer auf.

"Du merkst, hier oben ist der Mensch nicht zu Hause"

Schon bei den Testsprüngen vor dem Rekord aus über 39 Kilometern Höhe hatte der Österreicher eine Erfahrung gemacht: "Wenn du in der Kapsel im Raumanzug sitzt und in bestimmte Höhen kommst, fühlt sich der Körper unwohl. Du merkst, hier oben ist der Mensch nicht zu Hause", sagte er in einem Interview gegenüber dem Magazin "Fit fot Fun". Um genügend Ausdauer für den Sprung aus der Stratosphäre zu haben, trainierte er auf dem Rennrad und dem Ergometer. Da ließe sich, so Baumgartner, die Belastung am besten steuern.

Blut von Felix Baumgartner hätte tödliche Blasen bilden können

Während seines Sprungs aus der Stratosphäre am Sonntag war Felix Baumgartner durch einen Druckanzug, einen Helm und drei Fallschirme geschützt. Besonders der Druckanzug, in den warme Luft strömte, war überlebenswichtig und Baumgartners einziger Schutz bei Temperaturen von bis zu minus 70 Grad. Da sein Blut in der extremen Höhe keinen Stickstoff mehr enthalten durfte, inhalierte er zwei Stunden lang reinen Sauerstoff. Wäre der Anzug beim Absprung oder durch Überschall-Schockwellen beschädigt worden, hätten sich im Blut des Extremsportlers tödliche Blasen bilden können. In diesen Höhen ist der atmosphärische Druck so niedrig, dass Organe und Blut ohne den Anzug explodieren würden.

Bei Proben Platzangst und Panikattacken im Druckanzug

Zudem herrschte in dem Anzug auch eine große Enge, die bei den ersten Proben 2010 für den Salzburger zu einem echten Problem wurde. "Ich hatte Platzangst und Panikattacken in dem Anzug. Er engt mich ein, nimmt mir die Bewegungsfreiheit", so Baumgartner. Daraufhin konsultierte er den Psychologen Michael Gervais. "Ich lernte durch mentale Tricks, eine positive Einstellung zum Anzug zu gewinnen und negative Gedanken blitzschnell durch positive abzulösen. Schließlich ermöglicht mir erst der Raumanzug, dass ich dort überlebe."

Am Rande der Ohnmacht

Eine weitere große Gefahr nach dem Absprung war ein Trudeln um die eigene Achse, das tatsächlich einsetzte. Zum Glück konnte Baumgartner sich im freien Fall aber immer wieder stabilisieren. Zwischendurch dachte er jedoch, er würde das Bewusstsein verlieren, sagte Baumgartner im Interview mit n-tv nach seinem Rekordsprung. "Ich war immer bei vollem Bewusstsein, wusste aber nicht, ob es schlimmer oder besser wird. Es war sehr viel Probieren dabei." Noch gefährlicher wäre allerdings das so genannte Flachtrudeln gewesen.

Blutgerinnsel im Gehirn möglich

"Es besteht die Gefahr, dass ich ins Flachtrudeln komme - eine unkontrollierbare Rotation, die immer schneller wird. Da die dünne Luft in der extremen Höhe keinen Widerstand bietet, kann ich das nicht stoppen. Wenn ich durch Flachtrudeln länger als sechs Sekunden über 3,5 G (Beschleunigung im freien Fall) ausgesetzt bin, löst ein G-Sensor automatisch einen Bremsfallschirm aus", so Baumgartner. Hätte er sich während des Sprungs überschlagen oder wäre er ins Trudeln gekommen, hätten ihm schwerste Gesundheitsschäden wie Blutgerinnsel um die Augen bilden können, oder die Augäpfel hätten erblinden und sogar zerstört werden können. Auch ein gefährliches Blutgerinnsel im Gehirn wäre möglich gewesen.

"Das ist eine ganz andere Welt da oben"

Neben seinem Druckanzug diente eine Kapsel als einziger Schutz zwischen Sportler und Außenwelt. Diese ist von einem aus Chrom-Molybdän-Röhren zusammengeschweißten Käfig umschlossen. Das Material wird auch häufig im Rennsport eingesetzt. In der Kapsel herrschte für Baumgartner eine extreme Belastung. Er befand sich alleine in der engen Kapsel umgeben von einer menschenfeindlichen Umgebung. Dabei war die Anspannung groß: "Das ist eine ganz andere Welt da oben. Man ist dehydriert, man ist top of the world", sagte er im Interview nach seiner Landung. Auch Das Fehlen einer Toilette bereitete Baumgartner vor seinem Start gedankliche Probleme: "Das Projekt dauert knapp vier Stunden, eine Toilette gibt es nicht in der Kapsel. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Ich kann eine Art Kondom tragen, um notfalls pinkeln zu können. Oder Windeln. Ich habe mich für die erste Variante entschieden. Ich finde, Helden tragen keine Windeln", so Baumgartner gegenüber "Fit for Fun".

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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