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Umfrage: So stehen Deutsche zur Organspende zu Lebzeiten

Exklusive Umfrage  

So stehen die Deutschen zur Organspende zu Lebzeiten

Von Henning Seelmeyer

30.01.2019, 15:21 Uhr
Umfrage: So stehen Deutsche zur Organspende zu Lebzeiten. Nierentransplantation: Wer zu Lebzeiten ein Organ spenden möchte, muss volljährig sein. (Quelle: imago images/China Foto Press)

Nierentransplantation: Wer zu Lebzeiten ein Organ spenden möchte, muss volljährig sein. (Quelle: China Foto Press/imago images)

Wer einer Organentnahme zustimmt, geht dabei ein Risiko für die eigene Gesundheit ein. Eine Umfrage von t-online.de zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist dennoch dazu bereit – unter gewissen Umständen.

Menschen in Deutschland würden mehrheitlich einer Organspende an eine nahestehende Person zustimmen, obwohl das für sie gesundheitliche Risiken birgt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für t-online.de.

Etwa ein Drittel (30 %) der Befragten würde die risikoreiche Spende "auf jeden Fall" durchführen, sogar noch mehr Deutsche (37,3 %) würden einer Transplantation "eher zustimmen". Damit sprechen sich 67,3 Prozent der Befragten – also mehr als die Hälfte – für die risikoreiche Organspende aus. 

In Deutschland gilt für Organspenden die Zustimmungslösung: Ohne Einwilligung des Spenders ist eine Transplantation nicht zulässig.  Das regelt das Transplantationsgesetz.

Nur 7,5 Prozent der Befragten würden dem Eingriff auf keinen Fall zustimmen. Eher ablehnend eingestellt sind 10,6 Prozent.

Kinder erhöhen Bereitschaft für risikoreiche Organspende

Die Spendebereitschaft erhöht sich, wenn die Befragten mit Kindern im Haushalt leben. Dann tendieren 76,3 Prozent und damit über zwei Drittel zu der risikoreichen Organspende, nur 2,8 von ihnen lehnen das rigoros ab. Bei Befragten ohne Kindern im Haushalt stimmen 66,6 Prozent zu und nur 7,3 Prozent antworten "Nein, auf keinen Fall".

Offenbar erhöht die Anwesenheit von Kindern die Bereitschaft der Bundesbürger zu einer Organspende, auch wenn sie mit einem Risiko für den Spender verbunden ist.

Im Gegensatz zu Kindern im Haushalt spielt der Familienstand keine große Rolle. Ob ledig (65,5 %), verheiratet oder verwitwet (67,9 %) oder geschieden (68,7 %) – die Zustimmungsrate für die Organspende ist etwa gleich hoch.

Spendebereitschaft bei AfD-Wählern geringer

Ein Blick auf die Wahlabsicht der Befragten zeigt, dass es zwischen den Wählern der einzelnen Bundesparteien deutliche Unterschiede in der Einstellung zu einer risikoreichen Organspende an eine nahestehende Person gibt.

Der Anteil der Befürworter ist bei der SPD (75,6 %) am größten. Auch die Wähler anderer Parteien haben hohe Zustimmungswerte (Grüne 69,5 %, Linke 68,5 %, FDP 66,1 %, CDU/CSU 66,7 %). Auffällig ist allerdings die relativ geringere Zustimmung bei Wählern der AfD (54,6 %), die auch am häufigsten eine Spende kategorisch ausschließen (15,6 %).

Unterschiede bei der Schulbildung

Den Civey-Daten zufolge spielt auch die Schulbildung eine Rolle bei der Spendebereitschaft. Zwar gibt es in allen Bildungsschichten hohe Zustimmungsraten, die Befürworter einer risikoreichen Spende an eine nahestehende Person sind bei Menschen mit Abitur aber am höchsten (70,1), gefolgt von Menschen mit Mittlerer Reife (65,7 %). 

Befragte mit einem Hauptschul- oder gar keinem Schulabschluss antworteten zu 55,8 Prozent "Ja, auf jeden Fall" oder "Eher ja". Diese Gruppe lehnt eine risikoreiche Organspende auch häufiger ab.

Zur Methodik

In die Umfrage flossen die Antworten von 7.256 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen 28. bis 30. Januar 2019 online gefragt wurden: "Wären Sie bereit, einer nahestehenden Person Organe oder Teile davon zu spenden, auch wenn die Spende für Sie mit gesundheitlichen Risiken verbunden wäre?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent; für Teilgruppen kann er davon abweichen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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