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Die Angst vor dem Kopfgewitter: Welche Folgen Epilepsie fürs Leben hat

Die Angst vor dem Kopfgewitter  

Welche Folgen Epilepsie fürs Leben hat

06.03.2019, 04:36 Uhr | dpa

Die Angst vor dem Kopfgewitter: Welche Folgen Epilepsie fürs Leben hat. Langer Weg zur Diagnose: Alexander Walter war schon 23 Jahre alt, als bei ihm Epilepsie erkannt wurde.

Langer Weg zur Diagnose: Alexander Walter war schon 23 Jahre alt, als bei ihm Epilepsie erkannt wurde. Foto: Frank Rumpenhorst. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Plötzlich ist Alexander Walter einfach weg. "Es ist wie ein Vorhang, der sich am Kopf entlang zuzieht und alles verdunkelt", beschreibt der 37-Jährige einen seiner epileptischen Anfälle.

Drei bis fünf Minuten dauern diese. Und nach einer Viertelstunde ist wieder alles so, als sei nichts gewesen. Eine Lappalie ist ein epileptischer Anfall deswegen aber nicht: Im Job, im Straßenverkehr oder im Schwimmbad hat er womöglich fatale Folgen.

Eine leise Vorahnung

Walter gelingt es dank eines Vorgefühls meistens, sich gegen die Anfälle zu wappnen. Doch das Glück hat nicht jeder, der unter Epilepsie leidet. Treffen kann sie jeden, in jedem Alter - vom Kind bis zum Greis. Rund 500.000 Menschen sind nach Angaben der Deutschen Epilepsievereinigung betroffen. Dabei entfaltet das aus Milliarden von Nervenzellen bestehende Gehirn vorübergehend eine übermäßige Aktivität und sendet zu viele Signale. Es kommt zu einer Art Gewitter im Kopf.

Die Folge dieses Gewitters sind epileptische Anfälle. "Sie machen sich ganz unterschiedlich bemerkbar", sagt Stefan Conrad, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Epilepsievereinigung. Es gibt generalisierte und fokale Anfälle: Bei ersteren ist das gesamte Gehirn betroffen, bei letzteren nur ein Teil.

Verschiedene Ursachen

Epilepsie hat auch ganz unterschiedliche Ursachen. "Das können etwa Schlaganfälle, Kopfverletzungen durch Unfälle oder Entzündungen der Hirnhaut sein", erklärt Conrad. Das Problem: Nicht immer wird eine Epilepsie auch gleich als Epilepsie erkannt. So war es auch bei Walter: "Erst in meinem 24. Lebensjahr ist bei mir Epilepsie diagnostiziert worden", erzählt er.

Von Epilepsie ist die Rede, wenn epileptische Anfälle ohne erkennbaren Auslöser mehrfach aufgetreten sind. "Aufgrund eines einmaligen Anfalls liegt nicht unbedingt Epilepsie vor", sagt Conrad. Ein einzelner Anfall kann auch andere Ursachen haben - Schlafentzug etwa oder übermäßigen Alkoholkonsum. Walter hatte in seinem Leben schon unzählige epileptische Anfälle. Im Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main bekam er Medikamente verschrieben, mit deren Hilfe er die Erkrankung in den Griff bekam. Seit Juni 2017 hatte er keine Anfälle mehr.

Hilfe aus dem eigenen Umfeld

"Ich wollte nie, dass die Epilepsie mein Leben bestimmt", sagt Walter, der als Disponent im elterlichen Dienstleistungsbetrieb arbeitet und alleine in seiner Wohnung lebt. Er fühlt sich gut aufgehoben mit seiner Familie und mit seinen Freunden. "Für mich war es einfach, weil ich immer Hilfe hatte", sagt Walter, der sich unter anderem als Vorsitzender im Landesverband Hessen der Deutschen Epilepsievereinigung engagiert.

Aber es gibt auch Epilepsie-Betroffene, die sich nicht so gut im Leben zurechtfinden. Manche bekommen trotz der Medikamente immer noch regelmäßig Anfälle. "Gerade für sie ist es enorm wichtig, dass sie sich mit anderen Betroffenen zwanglos austauschen können", erklärt Björn Tittmann, Leiter einer Epilepsie-Selbsthilfegruppe im sächsischen Annaberg.

Was ihm auch ein Anliegen ist: "Es muss bekannter werden, wie Außenstehende sich im Fall eines Falles verhalten sollten." Gut zu wissen: Ein Anfall hört in der Regel von selbst wieder auf. Wichtig ist aber, Betroffene währenddessen zu schützen: Scharfkantiges sollte man ihnen abnehmen, eine Brille auch. Ansonsten sollten Umstehende dem Betroffenen ruhig und geduldig zur Seite stehen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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