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Schädel an Neujahr: Gibt es ein Heilmittel gegen den Kater?

Schädel an Neujahr  

Gibt es ein Heilmittel gegen den Kater?

31.12.2019, 04:24 Uhr | dpa

Schädel an Neujahr: Gibt es ein Heilmittel gegen den Kater?. Wer zu tief ins Glas schaut, wacht am nächsten Morgen meist mit einem dicken Schädel auf und fühlt sich krank.

Wer zu tief ins Glas schaut, wacht am nächsten Morgen meist mit einem dicken Schädel auf und fühlt sich krank. Hat die Wissenschaft mittlerweile ein Anti-Kater-Mittel gefunden?. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Wer mit einem Kater ins neue Jahr startet, ist krank - richtig krank. Das ist gerichtlich festgestellt.

Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerz lägen außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite des menschlichen Körpers, urteilten die Richter desFrankfurter Oberlandesgerichtes. Werbung mit dem Versprechen, diese alkoholbedingten Leiden zu lindern, sei deshalb für Lebensmittelprodukte nicht zulässig.

Der Katzenjammer nach einer durchzechten Nacht gehört zu den Krankheiten, die regelmäßig keiner ärztlichen Behandlung bedürfen. Dennoch nehmen sich immer wieder Wissenschaftler der Thematik an - etwa um die Wirksamkeit von Hausmitteln und Nahrungsmitteln, die die Symptome schnell lindern sollen, zu überprüfen.

Die Suche nach dem Anti-Kater-Mittel

So verabreichten koreanische Forscher einer Gruppe von 25-jährigen Männern erst 100 Milliliter Whiskey und dann eine Wasserlösung mit rotem Ginseng. Eine Kontrollgruppe bekam nach dem Whiskey ein wirkungsloses Placebo. Bei der Ginseng-Gruppe verringerte sich der Alkoholgehalt im Blut deutlich schneller - und damit auch das Risiko eines üblen Katers.

Indische Wissenschaftler führten jüngst Tests mit Dutzenden Lebensmitteln durch - allerdings spürten sie dem Abbau von Alkohol durch Enzyme im Reagenzglas nach. Ihr Ergebnis: Ein Mix aus Birne, Limettensaft und Kokosnusswasser kann möglicherweise helfen, den Kater zu überwinden. Eine Beimischung von Gurke und Tomate könnte den Effekt noch verstärken, heißt es in der Studie - schmecke aber nicht.

Schon seit Jahrtausenden suchen Heilkundler nach einem Mittel gegen die Folgen von Alkoholexzessen. Der britische Medizinhistoriker Vivian Nutton entdeckte bei der Entzifferung eines fast 2000 Jahre alten Papyrus, dass die altenÄgypterwohl auf einen Strauch, die Torfgränke (Chamaedaphne), setzten. Zum Kranz gewunden wurden die Zweige demnach um den Hals gelegt, um "trunkene Kopfschmerzen" zu bekämpfen. Etwaige Erfolge sind nicht überliefert.

Die Mischung macht's?

Wenn schon kein Allheilmittel gegen Kater gefunden ist - bestätigt die Forschung dann wenigstens die nicht so ganz geheimen Rezepte zur Prävention? Mitnichten.

"Bier auf Wein, das lass' sein. Wein auf Bier, das rat' ich dir" - Forscher der Universität Witten/Herdecke haben diesen prominenten Rat zur Katervermeidung mit einem feuchtfröhlichen Experiment als Mythos entlarvt. Ihre Erkenntnis: Für den Kater spielt es keine Rolle, in welcher Reihenfolge man Bier und Wein in sich hineinschüttet. Die Teilnehmer der Studie tranken an zwei verschiedenen Abenden zunächst nur Wein oder Bier und wechselten bei 0,5 Promille Alkohol im Blut auf das jeweils andere Getränk. Für den Morgen danach machte das keinen Unterschied. "Wir haben eindeutig gezeigt: Das Sprichwort stimmt nicht - zumindest für Weißwein und Lagerbier", sagt der Mediziner Kai Hensel, der das Experiment in Witten geleitet hat.

Alkoholsorte entscheidend

Wohl aber macht es einen Unterschied, was man trinkt. Ein Experiment von US-Forschern zeigte: Bourbon verursacht einen heftigeren Kater als Wodka. Die Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass Bourbon einen rund 37-fach höheren Anteil an sogenannten Kongeneren hat - das sind chemische Substanzen, die bei der Gewinnung von Alkohol entstehen.

Ob an Silvester oder bei anderen Feiern: Die Abwägung zwischen Genuss jetzt und Leiden später muss jeder für sich treffen. "Am Ende des Tages ist das Katerempfinden aber natürlich subjektiv, denn es ist ja eine Form von Schmerz", sagt Wissenschaftler Hensel dazu.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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