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Wie Sie trotz finanzieller Sorgen zuversichtlich bleiben


Wie Sie trotz finanzieller Sorgen zuversichtlich bleiben

Eine Kolumne von Ulrike Scheuermann

Aktualisiert am 07.08.2022Lesedauer: 5 Min.
Meinung
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Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Zukunftsangst: Aufgrund der aktuellen Inflation haben viele Angst um ihre Finanzen.
Zukunftsangst: Aufgrund der aktuellen Inflation haben viele Angst um ihre Finanzen. (Quelle: LordHenriVoton/getty-images-bilder)
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Angst wegen der steigenden Lebenshaltungskosten und Inflation – kann man damit konstruktiv umgehen und trotz dieser Herausforderungen optimistisch bleiben?

"Wie soll ich das alles noch bezahlen?", fragt mich Maik, Vater von drei kleinen Kindern. Wie wir alle, bemerkt auch er die Verteuerung von Artikeln des täglichen Bedarfs: das Bratöl, die Tüte Milch, die kleine Autoreparatur, das Benzin – und was kommt eigentlich mit den Energiekosten noch auf uns zu? Maiks Frau hat zudem die Diagnose Long Covid. Es fehlt also auch noch ihr Einkommen und die Familie lebt in Hinblick auf die Kinderbetreuung im Ausnahmezustand.

Maik ist sonst ein Optimist, aber das fällt ihm momentan eher schwer. Er liegt immer öfter nachts wach und seine Gedanken kreisen, er hat Zukunftsangst.

Rekord-Inflation: Ruhe im Sturm bewahren

Steigt das allgemeine Preisniveau, bekommt man weniger Güter und Dienstleistungen für sein bisheriges Geld. Genug Geld zu haben bedeutet unter anderem, sich sicher zu fühlen, denn wir wissen dann, dass wir für uns und unsere Liebsten sorgen können.

Die steigenden Lebenshaltungskosten können uns ebenso beängstigen wie die Nachrichten über Inflation, Gas, Pandemie, Krieg oder Klimakrise. Dennoch: Wir können uns in die Angst hineinsteigern oder uns gelassener einstellen.

Hier gibt es ein großes Potenzial, wie jeder und jeder einzelne etwas für sich tun kann. Und diese Sorge für eine emotionale Stabilität ist keine Nebensache, sondern eine der wichtigsten Aufgaben für uns alle in diesen emotional belastenden Zeiten. Denn solche Emotionen binden viel Energie und kosten somit Kraft und sogar Ihre Gesundheit, denn all das bedeutet auf längere Zeit chronischen Stress.

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Öltanker mit Putins "Z" auf Ostsee gesichtet

Dieser Dauerstress wiederum schwächt das Immunsystem und die Psyche und kann in der Folge zu depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, körperlichen Symptomen und Krankheiten führen.

Wie können Sie also mit starken Emotionen wie Angst und Wut, Verbitterung oder Verzweiflung umgehen, sie mildern oder sogar lösen, indem Sie mit weniger Stress gelassener den aktuellen, auch finanziellen Herausforderungen begegnen?

Selbstwirksamkeit statt Reinsteigern in Panik

Wenn wir handeln, fühlen wir uns einer Situation weniger ausgeliefert. Diese so genannte Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung eines Menschen, schwierige Situationen mithilfe eigener Fähigkeiten bewältigen zu können. Sie hilft uns, stabiler und ohne – oder mit weniger – emotionalen und sozialen Problemen durch schwierige Situationen hindurchzukommen.

Ihre Selbstwirksamkeit stärken Sie durch eine realistische Einschätzung der eigenen Kompetenzen und Ziele. Dazu kommen der Fokus auf die eigenen Ressourcen sowie Ermutigungen und positives Feedback durch andere.

Selbstwirksamkeit beim Umgang mit den eigenen Finanzen stärken
Was Sie für Ihre Selbstwirksamkeit am besten tun können – und was zugleich dabei hilft, klug mit Ihren Finanzen umzugehen:

  • Sparpotenziale entdecken: Manches Mal kaufen wir Dinge und nutzen Konsum als Ersatz für etwas anderes. Man belohnt sich mit einem weiteren technischen Spielzeug, kauft sich noch eine Creme, greift bei einem Rabattangebot zu, das Sparen verspricht. Hier hilft die Frage: "Brauche ich das wirklich?"
  • Verzicht als Freiheit empfinden: Eng damit verbunden ist die Sicht auf Verzicht. Wenn man sich von Gedanken über Dinge freimacht, die man gerne haben will, kann dieses Verabschieden von Wünschen Erleichterung bringen. Die derzeitige Minimalismus-Bewegung betont diese Erleichterung, statt des Drucks und Zwangs, sich einschränken zu müssen.
    Selbst wenn Sie sehr sparsam sind: Haben Sie Wünsche, die eine Ersatzbefriedigung darstellen und deren Kauf langfristig mehr Stress statt die erhoffte Freude bringt? Man kann sich fragen: "Worauf kann ich verzichten und habe dadurch weniger Mühe, Zeitverlust und Stress?"
  • Geldanlagen überdenken: Immer noch kümmern sich zu viele Menschen nicht darum, ihr Geld vom Sparbuch und in renditefähige Geldanlagen zu transferieren. Fragen Sie sich und die Person, die Sie berät: "Wie finde ich sinnvolle Geldanlagen? Was kann ich auch mit kleinen Geldbeträgen tun?"
  • Zusammenhänge zwischen Geld und Sicherheit verstehen: Mit genug Geld, Einkommen und Vermögen sichern wir unsere Lebensgrundlage für die Zukunft, auch für unsere Kinder. Dieses Sicherheitsgefühl ist geschwächt, wenn wir eine hohe Inflationsrate haben. Wir können die Zukunft weder vorhersehen noch kontrollieren, aber ob wir das als Bedrohung oder als Herausforderung empfinden, ist eine eigene Entscheidung. Hier können Sie sich fragen: "Welche anderen Lebensbereiche neben Geld stärken mein Sicherheitsgefühl?"
  • Ist-Zustand akzeptieren: Wenn wir mal quasi von oben auf die Situation sehen, erkennen wir, dass ewiges Dauer-Wachstum eine Illusion ist. Es kann nicht immer nur aufwärts gehen. Jede Pflanze, jedes Tier, jeder Mensch – alles hat seine Zeit. Diese Erkenntnis kann dabei helfen zu akzeptieren, was wir nicht ändern können. Nicht, um zu resignieren, sondern um uns auf das auszurichten, was wir unter diesen Vorzeichen tun können.
  • Anpassungsfähigkeit mitdenken: Geld, vermeintliche Sicherheit und so weiter haben viel weniger Einfluss auf unsere Zufriedenheit, als wir denken, denn wir kehren nach einiger Zeit zu unserem ursprünglichen Zufriedenheitsniveau zurück. Es ist wissenschaftlich gut nachgewissen, dass wir Menschen uns an fast alles gewöhnen, wir haben eine Art psychologisches Immunsystem, mit dem wir unsere Sicht der Welt an die Gegebenheiten anpassen. Das ist eine sehr hilfreiche Leistung unseres Gehirns, wenn wir zum Beispiel an kritische Lebensereignisse denken. Dieses Wissen kann helfen, zuversichtlicher möglichen Lebensveränderungen entgegenzublicken.
  • Vertrauen und hoffen: Wir Menschen sind kreativer und erfindungsreicher, als wir uns das oft vorstellen können. Wer hätte im Jahr 1922 gedacht, dass heute 41,1 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen wird? Wer hätte 2019 damit gerechnet, dass es keine Plastiktüten mehr an der Kasse geben wird, ohne dass jemandem etwas fehlt?

Zusammenrücken in Krisen – soziale Kontakte sind wichtig

In Krisen rücken Menschen näher zusammen. Das ist gut und richtig so, denn wir wollen auch in einer solchen Zeit unsere Gesundheit, Gelassenheit und Zufriedenheit erhalten. Gesundheit ist der Zufriedenheitsfaktor Nummer eins, das zeigen große Langzeitstudien.

Unser soziales Netz und nahe, stabile Sozialkontakte wiederum sind die Einflussfaktoren Nummer eins und zwei für ein gesundes, langes Leben. Wenn wir gut in ein soziales Netz eingebunden sind, haben wir einen deutlich niedrigeren Dauerstresslevel – was unserer Gesundheit besonders nutzt. Unsere Sozialkontakte beruhigen, lassen den Stresslevel massiv abklingen und geben Sicherheitsgefühl jenseits von Geld und anderen materiellen Sicherheiten. Und damit machen sie uns auch besonders zufrieden.

Soziale Beziehungen haben übrigens noch einen weiteren Vorteil: Sie kosten kein Geld und sind vollkommen immun gegen die Inflation. Es lohnt sich also mehrfach, in Beziehungen zu investieren.

Ulrike Scheuermann ist Diplom-Psychologin und Bestsellerautorin. Seit 25 Jahren hilft sie Menschen dabei, ihr Leben mit modernsten Methoden der Psychologie innerlich frei und ohne Blockaden besser und gesünder zu gestalten. Ihre Self-Care- und Coaching-Programme finden in ihrer Akademie in Berlin und online statt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Ulrike Scheuermann
  • Ulrike Scheuermann: Freunde machen gesund – Die Nummer 1 für ein langes Leben: deine Sozialkontakte. Knaur Balance, 2021.
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