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Das sind Warnzeichen fĂŒr eine kranke Leber

dpa, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 24.04.2017Lesedauer: 4 Min.
Hepatitis: Die Krankheit verlÀuft zunÀchst oft unbemerkt.
Hepatitis: Die Krankheit verlÀuft zunÀchst oft unbemerkt. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Die Leber tut nicht weh, doch genau das ist gefĂ€hrlich, sobald das Organ entzĂŒndet ist. Hepatitis bleibt daher oft lange unentdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation ist alarmiert angesichts von Abermillionen Hepatitis-Kranken, die nicht von ihrer Infektion wissen. Wird sie chronisch, droht neben einer Schrumpfleber auch Leberkrebs. Doch es gibt Symptome, die auf eine kranke Leber hinweisen.

Bei einer Hepatitis handelt es sich um eine EntzĂŒndung der Leber. Am hĂ€ufigsten wird sie durch Viren ausgelöst. Mediziner unterscheiden bei der sogenannten Virushepatitis zwischen den Formen A, B, C, D und E. Doch auch Alkohol, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen sowie Medikamente können schuld an einer kranken Leber sein.


Leberzirrhose: So sieht die Erkrankung der Leber aus

Leberzirrhose: Abbildung A zeigt die SchnittflĂ€che einer gesunden, glatten Leber. B hingegen zeigt eine zirrhotisch verĂ€nderte Leber. Die OberflĂ€che ist höckerig und unregelmĂ€ĂŸig und zeigt kleine Knötchen.
Leberzirrhose: B zeigt eine mikroskopische Aufnahme einer zirrhotischen Leber. Das Bindegewebe ist rot gefÀrbt, die Leberzellen sind orange. Die gesunde Leber (A) zeigt diese Bildungen im Gewebe nicht.
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Rund 325 Millionen Menschen sind nach WHO-SchĂ€tzungen mit chronischer Hepatitis B oder Hepatitis C infiziert – aber nur ein Bruchteil von ihnen weiß das. Wenn die Menschen nicht behandelt wĂŒrden, seien sie in Lebensgefahr, sagte Gottfried Hirnschall, der Leiter des WHO-Hepatitis-Programms. Die LeberentzĂŒndung Hepatitis kann zu tödlichem Leberkrebs fĂŒhren.

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LeberentzĂŒndung: Hepatitis C kann chronisch werden

Wird eine Hepatitis nicht erkannt, kann die Leber Schaden nehmen. So fĂŒhrt etwa eine Infektion mit den Viren B und D in 70 bis 90 Prozent der FĂ€lle zu schweren chronischen VerlĂ€ufen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) warnt. Bei Hepatitis C sind es 50 bis 85 Prozent. Dann droht eine Leberzirrhose (Schrumpfleber), bei der das Gewebe vernarbt und sich verhĂ€rtet. Auch das Risiko fĂŒr Leberkrebs steigt.

Die Leber leidet leise

Doch welche Hinweise gibt es auf eine Hepatitis? Da die Leber keine Nerven fĂŒr das Schmerzempfinden hat, kann sie selbst nicht wehtun. Daher ist es schwer, spezifische Symptome auszumachen, die auf eine LeberentzĂŒndung hinweisen. Trotzdem gibt es einige Warnsignale, die der Körper aussendet.

Hepatitis-Anzeichen Àhneln hÀufig einer ErkÀltung

So klagen viele Patienten ĂŒber starke Erschöpfung. Sie fĂŒhlen sich dauerhaft matt und mĂŒde. Oft macht sich ein allgemeines KrankheitsgefĂŒhl bemerkbar, immer wieder kommt Fieber hinzu. Viele Betroffene leiden zudem unter Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Auch Kopfschmerzen zĂ€hlen zu den Symptomen. Viele vermuten dann eine Grippe oder eine Magen-Darm-Verstimmung. An eine Hepatitis denkt meist niemand.

Hepatitis B und C betreffen in Deutschland Hunderttausende, wie es bei der Deutschen Leberhilfe heißt. Allein fĂŒr diese beiden Viren wurden 2015 rund 8670 Neudiagnosen in Deutschland erfasst. Das Problem ist, dass es oft keine neuen Infektionen sind. Viele Patienten leben schon Jahre damit und wissen nichts davon – und können so andere anstecken.

Hepatitis-Symptome: Bei Druckschmerz im Oberbauch aufmerksam sein

Auch wenn die Leber selbst nicht schmerzt: Laut der Deutschen Leberstiftung befinden sich in der Leberkapsel, also in der aus Bindegewebe bestehenden AußenhĂŒlle der Leber, Nervenfasern, die auf VerĂ€nderungen des Organs reagieren. Aufmerksam sollte man sein, wenn sich immer wieder ein dumpfer Druckschmerz im rechten Oberbauch bemerkbar macht.

Das deutet auf eine Schwellung hin, wie sie bei verschiedenen Lebererkrankungen auftritt. Allerdings können auch andere Erkrankungen, beispielsweise des Magen-Darm-Traktes, diesen Schmerz auslösen. Daher sollte man dieses Symptom immer von einem Arzt abklÀren lassen.

Hautjucken kann auf eine LeberentzĂŒndung hinweisen

Auch Hautjucken zĂ€hlt zu den möglichen Symptomen einer Hepatitis, wie das RKI mitteilt. Gelegentlich treten sogenannte scarlatiniforme Exantheme auf. Dabei handelt es sich um eine große Anzahl kleiner roter Pusteln auf der Haut. Außerdem können sich Gelenkschmerzen, Gliederschmerzen und Schmerzen in den Beinen bemerkbar machen.

Gelbsucht zeigt sich meist erst im fortgeschrittenen Stadium

Viele denken bei einer kranken Leber zuerst an die bekannte GelbfÀrbung der Haut. Diese tritt aber nur im Falle einer starken akuten Hepatitis oder im fortgeschrittenen Stadium einer Leberzirrhose auf. Ein sicheres Warnzeichen ist Gelbsucht daher nicht.

Impfung nur gegen Hepatitis A und B

Die Therapiemöglichkeiten einer chronischen Hepatitis sind begrenzt. Medikamente helfen ĂŒberwiegend nur gegen die Symptome. Die LeberentzĂŒndung kann sogar zum Tod fĂŒhren.

Um einer virusbedingten LeberentzĂŒndung vorzubeugen, gibt es die Möglichkeit einer Impfung – allerdings nur gegen die Viren A und B. Laut dem RKI ist die Hepatitis A Impfung vor allem fĂŒr Menschen sinnvoll, die in tropische LĂ€nder reisen. Auch wer im medizinischen Bereich oder in KindergĂ€rten arbeitet, sollte sich impfen lassen.

Hepatitis-Impfung: Wer zahlt?

Der Impfschutz ist auch fĂŒr KĂŒchenpersonal, Dialysepatienten, DrogenabhĂ€ngige, Homosexuelle und Personen mit hĂ€ufig wechselnden Sexualkontakten ratsam. Neugeborene sollten laut dem RKI ebenfalls geimpft werden. Viele Krankenkassen ĂŒbernehmen die Kosten – vor der Impfung fragt man dort am besten an.

Hepatitis C besonders tĂŒckisch

Bei den Hepatitis-Viren C, D und E hingegen können nur Vorsichtsmaßnahmen das Infektionsrisiko senken. Besonders Hepatitis C sei tĂŒckisch, weil sich das Virus immer wieder verĂ€ndere, erklĂ€rt Ruth Zimmermann, Infektionsepidemiologin beim RKI. Selbst eine durchgemachte Erkrankung biete keinen Immunschutz.

Hepatitis-Ansteckung vermeiden: So beugen Sie vor

Wer in Hepatitis-Gebiete reist, sollte sich oft die HĂ€nde waschen, Obst und GemĂŒse schĂ€len und Trinkwasser abkochen, um sich vor Hepatitis A zu schĂŒtzen. Hepatitis B wird ĂŒber Blut und andere KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen, Hepatitis C ebenfalls ĂŒber den Kontakt mit Blut und Sexualkontakte. GeschĂŒtzter Geschlechtsverkehr sowie Vorsicht bei direktem Blutkontakt beugen einer Ansteckung vor. Da Hepatitis D die HĂŒlle des Hepatitis-B-Virus benötigt, können sich nur Menschen infizieren, die bereits Hepatitis B haben - oder die Ansteckung erfolgt gleichzeitig mit beiden Typen.

Übertragungswege von Hepatitis E

Hepatitis E wird durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel, aber auch durch Tiere auf den Menschen ĂŒbertragen. Gegen Hepatitis E wĂŒrde in Deutschland schon helfen, Schweinefleisch sicherheitshalber gut durchzugaren, heißt es beim Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR). Bedeutsam ist das vor allem fĂŒr Leberkranke und Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel. FĂŒr sie kann das Hepatitis-E-Virus lebensgefĂ€hrlich sein.

Hepatitis kann zum Tod fĂŒhren

Die Todesursachen-Tabelle beim Statistischen Bundesamt fĂŒhrt in den Jahren 2010 bis 2014 jeweils zwischen 850 und 1000 SterbefĂ€lle durch Virushepatitis in Deutschland auf. "Die TodesfĂ€lle sind wie bei vielen chronischen Erkrankungen sicher untererfasst", sagt Zimmermann und ergĂ€nzt: Auch bei anderen auf dem Totenschein angegebenen Todesursachen könne eine Hepatitis eine große Rolle gespielt haben.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Geraldine Nagel
Von Christiane Braunsdorf
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