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Sommerzeit: Diese Beschwerden bringt die Zeitumstellung mit sich

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Uhr vor oder zurück?  

Zeitumstellung: Diese Beschwerden bringt die Zeitumstellung mit sich

25.03.2018, 22:50 Uhr | dpa-AFX, jb, t-online.de

Wann wird die Uhr vor- und zurückgestellt?
Was Sie über die Zeitumstellung wissen müssen

Bald könnte sie hinfällig werden: Was Sie über die Zeitumstellung bei Sommer- und Winterzeit wissen müssen und welche Länder sie bereits abgeschafft haben. (Quelle: t-online.de)

Sommer- und Winterzeit in der jetzigen Form: Was Sie zum Thema Zeitumstellung wissen müssen. (Quelle: t-online.de)


Vor allem Frauen macht die Zeitumstellung zu schaffen. Welchen Sinn hat eigentlich die Sommer- und Winterzeit?

Seit Jahren wird hierzulande über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. Nicht zuletzt wegen der wiederkehrenden Verwirrung, ob die Uhr nun eine Stunde vor- oder zurückgedreht wird. Eine beliebte Eselsbrücke kann hierbei helfen: "Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen."

Zeitumstellung bringt Müdigkeit und Einschlafprobleme

Frauen haben im Vergleich zu Männern mehr Schwierigkeiten mit der Zeitumstellung (32 vs. 28 Prozent). Insgesamt hatte bereits mehr als jeder Dritte (27 Prozent) schon einmal körperliche oder psychische Probleme damit. Vor allem die Müdigkeit, das Einschlafen sowie die mangelnde Konzentration belastet viele. Auch depressive Verstimmungen können nach der Umstellung auftreten. Insgesamt melden sich an dem Montag nach der Zeitumstellung rund 15 Prozent mehr Beschäftigte krank, als an vergleichbaren Werktagen. Fast drei Viertel aller Befragten halten die Zeitumstellung für überflüssig und plädieren dafür, sie abzuschaffen. Das sind die Ergebnisse mehrerer Forsa-Umfrage der vergangenen Jahre im Auftrag der DAK-Gesundheit mit bundesweit 1.005 Befragten.

Die häufigsten Beschwerden durch die Umstellung

Drei Viertel aller Betroffenen fühlen sich müde und schlapp. 63 Prozent der befragten Frauen und 53 Prozent der Männer haben Einschlafprobleme und knapp ein Drittel kann sich schlechter konzentrieren. Zehn Prozent geben sogar an, depressive Verstimmungen zu haben. Jeder fünfte Berufstätige kam wegen der Umstellung schon einmal nicht pünktlich zur Arbeit.

"Der Biorhythmus stellt sich nicht von einem Tag auf den nächsten um – viele Menschen brauchen etwas Zeit, um wieder in den Takt zu kommen", sagt Ärztin Elisabeth Thomas. Wer sich aufgrund der Zeitumstellung schlecht fühlt, dem rät sie "Entspannung, frische Luft und ein bisschen Geduld."

Der Grund für die körperlichen Beschwerden liegt an der Störung der inneren biologischen Uhr, die durch die Zeitumstellung durcheinandergebracht wird. Es kann helfen, an den Tagen vor der Zeitumstellung jeweils eine Viertelstunde eher zu Bett zu gehen. Auch ein Spaziergang am späten Nachmittag – aber noch bei Tageslicht – hilft, die innere Uhr auf die Sommerzeit vorzubereiten.

Gesundheitsexperten zufolge sollten Sie trotz Schlafstörungen auf Schlafmittel verzichten. Besser seien beruhigende Tees oder zum Beispiel ein warmes Bad. Auch Entspannungsübungen können helfen.

Ursprung der Zeitumstellung in den USA

Wie kam es überhaupt zur Zeitumstellung? In den jetzigen Intervallen, also dass am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober die Uhr vor- bzw. zurückgestellt wird, gibt es die Zeitumstellung in Deutschland erst seit 1996. Die Zeitumstellung als solche besteht jedoch schon wesentlich länger.

Erfinder Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, erwähnte eine Zeitumstellung erstmalig 1784 in einem Brief. Franklin kritisierte auf humorvolle Weise den hohen Verbrauch an Kerzen und schlug vor, die Menschen bei Sonnenaufgang zu wecken, um das Sonnenlicht besser auszunutzen.

Geschichte der Sommerzeit und Winterzeit in Deutschland

Ähnliche Überlegungen gab es im Deutschen Reich, wo 1893 zunächst die einheitliche mitteleuropäische Zeit per Gesetz festgelegt wurde. Zuvor galt in jedem Ort eine andere Zeit, die sich nach dem Stand der Sonne richtete. Während des Ersten Weltkriegs wurde dann erstmals eine Sommerzeit eingeführt, um Kohlenenergie zu sparen – damals allerdings noch in anderen Intervallen.

Die Ölkrise von 1973 führte dazu, dass verschiedene Länder Europas die Zeitumstellung einführten. Deutschland zögerte zunächst noch, zog dann aber im Jahr 1980 nach. Zuletzt wurde die Regelung 1996 geändert. Sämtliche Sommerzeiten Europas wurden damals vereinheitlicht und als Gegenpol die Winterzeit eingeführt.

Aktuell überprüft das EU-Parlament den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit. Ob die Zeitumstellung anschließend abgeschafft wird, bleibt abzuwarten. So lange dieser Beschluss aber noch gilt, hilft gegen den Ärger der "gestohlenen Stunde" nur, an lauen Sommerabenden ganz bewusst die Sonne zu genießen.  

Sinn der Zeitumstellung: Natürliches Licht nutzen, Energie sparen

Die Zeitumstellung sollte dazu führen, dass die Menschen das Tageslicht länger nutzen können und sich dadurch der Stromverbrauch verringert.

Inzwischen ist bekannt, dass die Umstellung nur wenig bis gar keine Einsparung erbringt. So urteilte die Bundesregierung 2005: "Zwar knipsen die Bürger im Sommer abends weniger häufig das Licht an, allerdings heizen sie im Frühjahr und im Herbst in den Morgenstunden auch mehr – das hebt sich gegenseitig auf." Folglich scheint die Zeitumstellung ihren ursprünglichen Sinn verloren zu haben.

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass die Menschen die Sommerzeit entsprechend nutzen. Die Forscher fanden heraus, dass Erwachsene durch die Sommerzeit im Schnitt eine halbe Stunde länger draußen ihre Freizeit genießen – und neun Minuten weniger vor dem Fernseher hängen. Durch eine Verschiebung des Beginns der Sommerzeit konnte in den USA ein direkter Vergleich des Verhaltens am gleichen Tag über insgesamt vier Jahre stattfinden.

Umstellung der Zeit in der Technik und bei Funkuhren

Ab Sonntag jedenfalls wird es nun morgens wieder später hell und dafür nachmittags später dunkel. Technisch ist die Zeitumstellung unproblematisch. Taktgeber für die Zeit sind in Deutschland die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig.

Über Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Die PTB ist durch das Zeitgesetz von 1978 damit beauftragt, die für den "amtlichen und geschäftlichen Verkehr" in Deutschland maßgebende Uhrzeit anzugeben und zu verbreiten.

Die Probleme mit der Zeitumstellung bei der Bahn 

Auch für die Deutsche Bahn (DB) ist die Zeitumstellung längst Routine. Dennoch bringt vor allem die Umstellung auf die Sommerzeit einige Verspätungen mit sich – die Züge kommen eine Stunde später als geplant am Zugendbahnhof an. Behoben wird das Problem teilweise durch längere Aufenthalte an Bahnhöfen, die dann entsprechend verkürzt werden können. Bahnreisende sollten dies vor ihrer Buchung berücksichtigen.  

Die Umstellung auf die Winterzeit ist hingegen kein Problem für die Deutsche Bahn. Die DB-Nachtzüge halten in der Nacht zum Sonntag an einem Bahnhof entlang der Reisestrecke. Damit schließt die Bahn den ungewöhnlichen Fall aus, dass ihre Züge zu früh ankommen könnten – und das gleich um eine ganze Stunde. S-Bahnen, die in Ballungsgebieten am Wochenende bis spät in die Nacht verkehren, sind nicht betroffen und fahren ohne Unterbrechung.

Übrigens war die Bundesrepublik – neben Dänemark – 1980 das letzte Land der damaligen Europäischen Gemeinschaft, das sich der in Italien und Frankreich schon seit 1966 und 1967 geltenden Zeitumstellung anpasste. Die nun ab dem 25. März 2018 wieder einsetzende Sommerzeit (MESZ) gilt bis zum 28. Oktober 2018. Dann werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt und die Normalzeit (MEZ) ist wieder gültig.

Verwendete Quellen:
  • dpa, dpa-afx
  • DAK
  • bahn.de
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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