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Maischberger: Schockierende Details über Nawalny-Gefängnis


Russische Aktivistin bei "Maischberger"
Sie teilt erschütternde Details über Nawalnys Leben im Gefängnis


Aktualisiert am 21.02.2024Lesedauer: 4 Min.
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Irina Scherbakowa (Archivbild): Die russische Bürgerrechtlerin sprach bei "Maischberger" über Nawalnys Tod. (Quelle: IMAGO/ronaldbonss.com/imago-images-bilder)

Die russische Aktivistin Irina Scherbakowa sprach bei "Maischberger" eindrucksvoll über den Tod von Alexej Nawalny. Marie-Agnes Strack-Zimmermann legte sich in der Sendung indes mit einer Wagenknecht-Mitstreiterin an.

Während bei den anderen Gesprächsteilnehmern am Dienstagabend weitgehend Einigkeit zu der Notwendigkeit von Waffenlieferungen an die Ukraine und dem weiteren Umgang mit Russland herrschte, kam es zwischen Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Amira Mohamed Ali vom Bündnis Sahra Wagenknecht zum regelrechten Schlagabtausch. Wobei es in erster Linie Strack-Zimmermann war, die ihrem Gegenüber ins Gewissen redete – und deren Ausführungen mehrfach als befremdlich darstellte.

Die Gäste:

  • Irina Scherbakowa (russische Bürgerrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin)
  • Thomas Roth (ehemaliger Leiter des ARD-Studios in Moskau)
  • Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP (Verteidigungspolitikerin)
  • Amira Mohamed Ali, BSW (Co-Vorsitzende)
  • Christian Rach (Spitzenkoch und Moderator)
  • Paul Ronzheimer ("Bild")
  • Iris Sayram (ARD-Hauptstadtstudio)

Strack-Zimmermann: "Wo leben Sie eigentlich?"

"Sagen Sie mal, wo leben Sie eigentlich?" war eine der offensiven Fragen, die Strack-Zimmermann Mohamed Ali stellte. Der Grund: Mohamed Ali hatte die Notwendigkeit eines Waffenstillstands zwischen Russland und der Ukraine betont und Friedensverhandlungen gefordert.

Russland, so die BSW-Politikerin, sei nun mal die größte Atomkraft der Welt. "Wenn wir in die Situation kommen, dass der Krieg weiter eskaliert, dass die Nato eingreift, dann haben wir den 3. Weltkrieg", warnte sie. Strack-Zimmermann widersprach vehement. "Nach Ihrer Logik warten wir darauf, bis Putin nachgerüstet hat", attestierte sie etwa.

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Mohamed Ali sagte wiederum, dass man moralische Überlegungen hier außen vor lassen müsse. Es sei nun mal Realität, dass Russland von einem Diktator regiert werde und dass dieser fest im Sattel sitze. Erneut konterte Strack-Zimmermann: "Und jetzt macht die westliche Welt Männchen und nimmt das hin?"

Strack-Zimmermann: "Dann rufen Sie in Moskau an!"

"Butter bei die Fische", forderte die FDP-Politikerin und wollte von Mohamed Ali wissen: "Was wollen Sie eigentlich?" Deren Antwort: dass das Sterben der Menschen in der Ukraine aufhört. Daraufhin Strack-Zimmermann: "Dann rufen Sie in Moskau an und nicht in Kiew. Dort passiert es doch!" Während die ehemalige Linken-Politikerin auf Strack-Zimmermanns Frage, wo sie denn eigentlich lebe, mit einem lapidaren "Wow" reagierte, konterte sie an anderer Stelle: "Das sind immer so markige Sprüche, aber nicht die Realität."

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Strack-Zimmermann ließ derweil keinen Zweifel daran, dass sie die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine für unverzichtbar hält – und aus diesem Grund demnächst mit der CDU und gegen ihre eigene Regierung stimmen werde, die dies in einem eigenen Antrag nicht explizit erwähnte. "Ich bedaure, dass dieses Waffensystem ein Synonym geworden ist für die Frage: 'Wer setzt sich durch? Wer hat das größte Schäufelchen im Sandkasten?'", so die FDP-Politikerin. Es gehe nicht um sie oder den Kanzler. "Deswegen werde ich diesem CDU-Antrag zustimmen, weil ich möchte, dass das Kind beim Namen genannt wird: und das ist der Taurus-Marschflugkörper."

Nur in einem waren sich Strack-Zimmermann und Mohamed Ali dann doch einig, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven: Eine Wehrpflicht in Deutschland sollte es nicht geben.

Ronzheimer: Lage in der Ukraine so dramatisch wie noch nie

"Bild"-Reporter Paul Ronzheimer erzählte von einem kürzlichen Besuch an der Front. Die Lage sei verheerend: "Ich bin noch nie mit so düsteren Gedanken zurückgekehrt von einem Frontbesuch", sagte er. Die ukrainischen Soldaten seien verzweifelt, da keine neue Mobilisierung stattfinde. Das lasteten sie der eigenen Regierung an, so Ronzheimer.

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Ob die Ukraine diesen Krieg gerade verliere, wollte Sandra Maischberger von ihm wissen. "Momentan verliert die Ukraine. Das heißt nicht, dass sie das ganze Land verliert", meinte Ronzheimer und ergänzte: "Ich habe das Gefühl, dass das in Deutschland noch nicht angekommen ist: Die Lage war noch nie so dramatisch seit dem Beginn des Krieges."

Dass gehandelt werden müsse, meinte auch Spitzenkoch Christian Rach. Er kritisierte Kanzler Scholz: "Der Kanzler ist so still in dieser Sache und sagt gar nichts."

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Journalistin Iris Sayram wollte daraufhin den "Advocatus Diaboli" spielen. Scholz' Argument, dass die Gefahr der Eskalation und der Kriegsparteiwerdung bestehe, sei "nicht ganz unschlüssig". Man könne es nicht als Quatsch abtun, weil man am Ende des Tages nicht wisse, was passieren könnte. "Man merkt auch, dass bei den Menschen in Deutschland das Verständnis für das Setzen auf 'Hard Power' fehlt und 'Soft Power' vermisst wird", so Sayram. Ronzheimer fügte hinzu: Die Einzigen, die kriegsmüde sein dürften, seien die Ukrainer.

Roth über Nawalny: "Es war ein Mord auf Raten"

Gemeinsam mit der Friedensnobelpreisträgerin und russischen Bürgerrechtlerin Irina Scherbakowa sprach der ehemalige Leiter des ARD-Studios in Moskau, Thomas Roth, über den Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny. Nawalnys Tod sei für ihn keine Überraschung gewesen. "Das Martyrium, das er antreten musste, erstreckte sich schon über Jahre", so Roth. Und: "Es war ein Mord auf Raten, dieses Martyrium so voranzutreiben, bis er irgendwann wegbricht. Er ist irgendwann weggebrochen. Putin wollte ihn weghaben." Schockiert sei er dennoch über den Mord.

Scherbakowa betonte indes Nawalnys Relevanz: "Er war vor allem für die jungen Menschen in Russland die überzeugendste politische Figur. Er war der Letzte und der Einzige, der wirklich Menschen auf die Straßen bringen konnte. Dies schaffte er aber auch nach seinem Tod."

Schockierende Details über Nawalnys Haft

Die Bedingungen, unter denen der Kremlgegner inhaftiert war, seien für den Westen unvorstellbar, sagte sie. "Es war Folterung. Man kann das nur mit schlimmsten stalinistischen Methoden vergleichen. In den drei Jahren war er fast 300 Tage in der Strafbaracke." Das sei eine ganz enge Zelle mit kleinem Fenster. "Entweder ist es dort unglaublich heiß, weil keine Luft hereinkommt, oder sehr kalt. Der Boden ist nass. Die Wände sind nass." Man könne nur auf einem Hocker sitzen, weil um 5 Uhr das Bett hochgeklappt werde. "Und du hungerst. Weil, was man dort als Essen bezeichnet, darüber hat sich Nawalny immer nur lustig gemacht. Es ist Folter mit dem Hunger", erzählt Scherbakowa. Der Oppositionelle habe nur heiß gekochtes Wasser bekommen, nie kaltes. "Er musste es schnell austrinken."

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Beeindruckt zeigten sich sowohl Roth als auch Scherbakowa von Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja, die den Kampf ihres Mannes dennoch fortsetzen möchte.

Zum Tod Nawalnys sagte Roth: "Das ist ein Zeichen der Schwäche des Regimes. Aber es ist auch ein Zeichen von Brutalität, von ethischer, moralischer Verkommenheit. Das ist, was das Regime Putins ausmacht. Putin ist tödlich." Putin sei ein Geheimdienstmann, dessen Strategie "Tarnen, Tricksen, Täuschen" sei – ehe er schließlich zuschlage.

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