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Die Mitfl├╝ge von Lambrechts Sohn waren kein Einzelfall

  • Sonja Eichert
Von Sonja Eichert

Aktualisiert am 20.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Christine Lambrecht: "Ich habe in sehr kurzer Zeit sehr viel umgesetzt."
Christine Lambrecht: "Ich habe in sehr kurzer Zeit sehr viel umgesetzt." (Quelle: Sean Gallup/getty-images-bilder)
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Christine Lambrecht nahm ihren Sohn im Regierungshubschrauber mit ÔÇô seitdem rei├čen die Vorw├╝rfe nicht ab. Doch auch andere lie├čen ihre Familien mit der Bundeswehr fliegen, darunter auch Ex-Kanzlerin Merkel.

Die Aufregung um die deutsche Verteidigungsministerin rei├čt nicht ab: Am Donnerstag forderte der Chef der Opposition im Bundestag, Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler Olaf Scholz solle Christine Lambrecht (beide SPD) entlassen. "Trennen Sie sich von dieser Ministerin so schnell wie m├Âglich", so der Vorsitzende der Unionsfraktion.

Im Fokus der aktuellen Aufregung steht ein Mitflug von Lambrechts Sohn in einem Regierungshubschrauber Mitte April. Doch t-online-Recherchen zeigen: In der Debatte ist einiges schiefgelaufen ÔÇô und auch wenn derartige Familienmitnahmen durch Bundesminister nicht ├╝blich sind, ist Lambrecht kein Einzelfall.

Reisen rechtlich nicht zu beanstanden

Die Ministerin steht wegen verteidigungspolitischer Fragen schon l├Ąnger in der Kritik. Zu wenig interessiere sie sich f├╝r ihr Ressort, zu wenig wisse sie ├╝ber die Bundeswehr, lauten die Vorw├╝rfe. Nachdem der "Business Insider" ├╝ber den Mitflug ihres Sohnes berichtet hatte, ist die Kritik in den vergangenen Wochen jedoch pers├Ânlich geworden.


Zun├Ąchst wurde suggeriert, Lambrecht habe den 21-J├Ąhrigen mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr zu einem Sylt-Urlaub ├╝ber die Ostertage einfliegen lassen. Erst eine Stellungnahme des Verteidigungsministeriums sorgte f├╝r Aufkl├Ąrung: Die Ministerin und ihr Sohn waren gemeinsam nach Ladelund in Schleswig-Holstein geflogen, wie ein Sprecher gegen├╝ber t-online best├Ątigte: "Beide sa├čen zusammen im Luftfahrzeug." Dort besuchte Christine Lambrecht ÔÇô allerdings ohne ihren Sohn ÔÇô eine Bundeswehr-Truppe. Erst danach ging es f├╝r beide nach Sylt ÔÇô mit dem Auto.

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Rechtlich war das nicht zu beanstanden ÔÇô Bundesminister d├╝rfen f├╝r dienstliche Termine die Flugbereitschaft anfordern und auf diesen Fl├╝gen auch pers├Ânliche Begleitpersonen mitreisen lassen, wenn die Kosten daf├╝r getragen werden. Dennoch warf die Opposition ihr "mangelndes Fingerspitzengef├╝hl" vor, wie es der Erste Parlamentarische Gesch├Ąftsf├╝hrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), formulierte.

Achtmal mitgeflogen ÔÇô doch nur zweimal mit der Flugbereitschaft

Nach dem Bekanntwerden dieses Mitfluges erfuhr die "Bild"-Zeitung dann vom Justizministerium, an dessen Spitze Christine Lambrecht in der vorherigen Legislaturperiode stand, dass der Flug nach Schleswig-Holstein nicht die erste Reise von der Politikerin war, auf die sie ihren Sohn mitnahm. Auf sieben Auslandsreisen soll er sie begleitet haben: nach Slowenien, Helsinki, Liechtenstein, Lissabon, Luxemburg, Paris und Prag. Auch das war nicht verboten, da die Kosten stets privat beglichen worden seien. Dazu kommt der achte Flug nach Ladelund im April.

Doch der Bericht sorgte erneut f├╝r Aufsehen ÔÇô zumal aus den "Bild"-Angaben teils geschlossen wurde, der Sohn sei siebenmal in Regierungsfliegern gereist. Es folgte weitere Emp├Ârung.


Doch Anfragen von t-online best├Ątigen: In Maschinen der Bundeswehr-Flugbereitschaft reiste der Sohn von Lambrecht nur zweimal; am 13. April 2022 nach Schleswig-Holstein und am 7. Juni 2021 beim R├╝ckflug aus Luxemburg, als Lambrecht noch Justizministerin war. Das teilte eine Sprecherin des Justizministeriums t-online mit.

Die Erkl├Ąrung: Die weiteren Auslandsreisen erfolgten per Dienstwagen oder Linienflug ÔÇô zu diesen waren die Bundesminister nach einer Pannenserie bei der Flugbereitschaft im Jahr 2019 angehalten worden. Ob der Sohn der Ministerin die gleichen Fl├╝ge wie Christine Lambrecht genommen habe, sei aber nicht dokumentiert, hei├čt es aus dem Justizministerium.

Reisen mit Familienmitgliedern kein Einzelfall

Und noch etwas offenbaren die t-online-Recherchen: Die Begleitung von Spitzenpolitikern durch Familienmitglieder kam auch bei anderen Ministern in den vorherigen Legislaturperioden mehrfach vor. Bei den Bundesministerien liegen zu erfolgten Fl├╝gen und Mitfl├╝gen zwar teilweise nur noch begrenzt Daten vor. Dennoch l├Ąsst sich feststellen: Auch weitere Minister und selbst Kanzlerin Merkel haben Familienmitglieder in Maschinen der Flugbereitschaft mitgenommen.

Bereits bekannt war dies beim damaligen Entwicklungsminister Gerd M├╝ller (CSU). Das Entwicklungsministerium best├Ątigte t-online: 13-mal hat seine Ehefrau ihn zu Dienstreisen mit dem Flugzeug begleitet. Davon erfolgten acht Reisen ├╝ber Linienverbindungen, f├╝nfmal kam die Flugbereitschaft der Bundeswehr zum Einsatz ÔÇô einmal im Jahr 2018, zweimal 2019 und zweimal 2020. "S├Ąmtliche Rechnungen wurden privat beglichen", so ein Sprecher des Ministeriums. Die Kosten f├╝r die Flugbereitschaft seien zu 100 Prozent ├╝bernommen worden, die Linienfl├╝ge f├╝r M├╝llers Frau seien privat gebucht und bezahlt worden.

Auch Gerd M├╝ller wurde damals heftig f├╝r die Mitnahmen seiner Frau kritisiert. Von der Opposition wurde ihm vorgeworfen, er habe dadurch Delegationspl├Ątze f├╝r Fachpolitiker blockiert. Mit der Bundestagswahl 2021 zog er sich aus der Bundespolitik zur├╝ck. Mittlerweile ist er Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen f├╝r industrielle Entwicklung (UNIDO).

Merkel reiste mit Ehemann in den Urlaub: "Immer im Dienst"

Regelm├Ą├čige Nutzerin der Flugbereitschaft war auch Angela Merkel. Das B├╝ro der Bundeskanzlerin a. D. teilt auf t-online-Anfrage mit, dass zu Terminen der damaligen Kanzlerin keine Familienmitglieder mitgereist seien. In den Urlaub nahm Merkel jedoch ihren Ehemann Joachim Sauer mit.

Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer: 2014 machten beide ├╝ber Ostern Urlaub in S├╝ditalien (Archivbild).
Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer: 2014 machten beide ├╝ber Ostern Urlaub in S├╝ditalien (Archivbild). (Quelle: Ciro De Luca/Reuters-bilder)

F├╝r diese Urlaubsreisen nutzten beide auch gemeinsam die Flugbereitschaft, denn: "Die Bundeskanzlerin a. D. war immer im Dienst, Urlaub eingeschlossen", so eine Sprecherin. Sauer seien die Kosten daf├╝r gem├Ą├č den Richtlinien in H├Âhe des Normaltarifs der Lufthansa in Rechnung gestellt worden, und er habe die Betr├Ąge beglichen.

Auch das Ausw├Ąrtige Amt best├Ątigt Familienmitfl├╝ge

Auch aus dem Ausw├Ąrtigen Amt hei├čt es auf t-online-Anfrage, es habe in den letzten beiden Legislaturperioden "eine einstellige Zahl an Fl├╝gen der Flugbereitschaft gegeben, auf denen jeweils ein Familienmitglied der damaligen Amtsleitung mitgeflogen ist". Es l├Ągen keine Erkenntnisse dar├╝ber vor, dass die entstandenen Kosten nicht rechtzeitig beglichen worden seien, allerdings sei die Abrechnung ohne Beteiligung des Ausw├Ąrtigen Amts erfolgt. Die Flugbereitschaft wird vom Verteidigungsministerium zur Verf├╝gung gestellt und verwaltet, welches auch die Kostenabrechnung ├╝bernimmt.

Nach diesen Angaben k├Ąmen die Ex-Au├čenminister Frank-Walter Steinmeier, heute Bundespr├Ąsident, Sigmar Gabriel und Heiko Maas infrage. Das Ausw├Ąrtige Amt verweist jedoch darauf, dass keine Statistik ├╝ber mitfliegende Familienmitglieder gef├╝hrt werde und lehnte die Herausgabe von Details ab.

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