Sie sind hier: Home > Politik > Corona-Krise >

Corona in Deutschland: Großstadt liegt wieder unter Inzidenzwert von 50

Newsblog zu Covid-19  

Erste Großstadt liegt wieder unter Corona-Inzidenzwert von 50

04.02.2021, 16:40 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online

Corona in Deutschland: Großstadt liegt wieder unter Inzidenzwert von 50. Die Bayerische Staatskanzlei in München: Insgesamt können mittlerweile 70 Städte und Landkreise den Wert von 50 unterbieten. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Die Bayerische Staatskanzlei in München: Insgesamt können mittlerweile 70 Städte und Landkreise den Wert von 50 unterbieten. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Ein Inzidenzwert von 50 gilt als wichtige Marke im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Stadt München hat ihn nun erreicht. Und auch in anderen Großstädten ist die Entwicklung positiv. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 104 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 2,2 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut mehr als 2,2 Millionen Menschen positiv getestet worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei etwa 60.000 (Stand: 5. Februar).


Die nachfolgenden Newsblog-Einträge sind der zeitlichen Abfolge nach geordnet. Die erste Meldung ist die aktuellste. Einträge ab Freitag, 5. Februar 2021, lesen Sie im aktuellen Newsblog hier.


Erste Großstadt wieder unter wichtiger Corona-Inzidenz

München hat als erste der fünf größten Städte Deutschlands den Corona-Inzidenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner geknackt. Der Wert lag am Donnerstag laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 48,0. Am Mittwoch hatte die Stadt noch eine Inzidenz von 51,0 erreicht. Am Donnerstag lag sie dort jedoch noch deutlich über der 50. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch in anderen Großstädten war die Inzidenz zuletzt gesunken. Berlin kam insgesamt auf 72,0, wobei der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 49,4 bereits als einziger der insgesamt zwölf Bezirke unter der kritischen Marke von 50 lag. Köln erreichte einen Wert von 75,9. Ähnlich hoch war der Wert in Frankfurt am Main. Dort lag er am Donnerstag bei 71,5 und stieg somit im Vergleich zur vergangenen Woche wieder an. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 63,5 gelegen. Für Hamburg registrierte das RKI eine Inzidenz von 65,0.

Insgesamt können mittlerweile 70 Städte und Landkreise den Wert von 50 unterbieten. Dazu gehören Städte wie Freiburg (48,9), Rostock (47,3), Mainz (46,2) oder Kiel (42,1). Spitzenreiter ist die rheinland-pfälzische Stadt Zweibrücken mit einer Inzidenz von 11,7. Eine Inzidenz von unter 50 gilt als die Schwelle, bei der Öffnungen der im Lockdown geschlossenen Bereiche möglich sind - ab diesem Wert sollen die Gesundheitsämter in der Lage sein, Infektionen nachzuverfolgen.

Polizei löst illegale Kindergeburtstagsparty auf

Knapp zehn Erwachsene haben mit mehreren Kindern in Mittelbiberach (Kreis Biberach) trotz Corona-Lockdowns einen Kindergeburtstag gefeiert. Die Erwachsenen, die nicht zum Hausstand gehörten, wurden aufgefordert, das Fest zu verlassen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nur unter Protesten seien die Gäste gegangen, hieß es. Wegen der Party am Mittwoch müssen nun vier Erwachsene mit Anzeigen rechnen.

Saudi-Arabien fährt öffentliches Leben wieder runter

Wegen eines erneuten Anstiegs der Corona-Neuinfektionen hat Saudi-Arabien das öffentliche Leben wieder stark eingeschränkt. Restaurants, Kinos, Sport- und Vergnügungszentren würden zunächst für zehn Tage geschlossen, teilte das Innenministerium der Staatsagentur SPA zufolge am Donnerstag mit. Hochzeiten und Konferenzen in Hotels und anderen privaten Räumen würden für 30 Tage ausgesetzt. Restaurants dürften Essen nur noch zum Mitnehmen anbieten. Die neuen Maßnahmen sollten am Donnerstagabend in Kraft treten.

Das Königreich hatte zuvor bereits seine Grenzen für Menschen aus 20 Ländern, darunter aus Deutschland, Italien und den USA, geschlossen. Diplomaten und Personal des Gesundheitswesens dürfen allerdings weiterhin einreisen.

Spahn: Wohl keine Lockerungen – aber Schulen und Kitas zuerst dran

Weitere Spitzenpolitiker machen deutlich, dass es auch im Februar nicht zu großen Lockerungen in Deutschland kommen wird. Gesundheitsminister Spahn pocht auf einen "verantwortungsvollen Übergang" aus dem Lockdown. Mehr dazu lesen Sie hier.

Britische Regierung: Weltweit mehr als 4.000 Corona-Varianten

Derzeit gibt es nach Angaben der britischen Regierung weltweit rund 4.000 Varianten des Coronavirus. Dies teilt der für den Einsatz von Impfstoffen zuständige Minister Nadhim Zahawi mit und verweist dabei auf Großbritanniens führende Rolle bei der Genomsequenzierung.

Die Hersteller untersuchten bereits eine Verbesserung ihrer Impfstoffe, um auch gegen die Mutanten gewappnet zu sein, sagt der Minister zu Sky News. Es sei aber sehr unwahrscheinlich, dass die gegenwärtigen Impfstoffe bei den Varianten unwirksam seien, vor allem wenn es um schwere Erkrankungen gehe.

Spahn: "Ältere können jetzt schneller geimpft werden"

Gesundheitsminister Jens Spahn stellt älteren Menschen in Deutschland wegen der Altersbegrenzung des Vakzins von Astrazeneca schnellere Corona-Impfungen in Aussicht. "Denn wenn wir den vielen Jüngeren in der ersten Impf-Gruppe ein Impfangebot mit dem Impfstoff von AstraZeneca machen können, stehen für die über 80-Jährigen mehr Impfstoffe von Biontech und Moderna zur Verfügung", sagt er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" (Donnerstagsausgabe) laut einem Vorab-Bericht.

Zu möglichen Lockerungen der Corona-Infektionsschutzregeln ab Mitte Februar äußerte sich Spahn zurückhaltend. "Die Zahlen sind ermutigend, es gibt bei den Neuinfektionen einen spürbaren Trend nach unten. Aber man kann noch nicht abschließend sagen, wo wir am 14. Februar stehen", sagte Spahn.

"Wir brauchen einen verantwortungsvollen Übergang vom Lockdown in einen neuen Normalzustand." Aus seiner Sicht seien zuerst Kitas und Schulen dran. "Und danach wird nach und nach auch in anderen Bereichen gelockert." Ob das schon ab dem 15. Februar oder erst später gehe, werde nächste Woche entschieden. Die Stufenpläne, die manche Bundesländer erarbeiteten, halte er für klug. "Man muss regional unterschiedlich agieren und reagieren können", meinte der Gesundheitsminister. "Wir können nicht den ganzen Winter in diesem harten Lockdown bleiben. Das würden wir nicht gut aushalten als Gesellschaft."

Schwesig: Bestimmt nicht alles richtig gelaufen bei Impfstrategie

Mecklenburgs-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) hat der Einschätzung der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) widersprochen, wonach bei der Impfstoff-Bestellung durch die EU "im Großen und Ganzen nichts schief gelaufen" sei. "Wenn andere Länder schneller impfen können als wir, ist bestimmt nicht alles richtig gelaufen", sagte Schwesig dem "Spiegel". "Es ist schon ein großes Problem, dass wir die Älteren nicht schneller impfen können."

Hoffnungen auf baldige Lockerungen des Lockdowns in der Corona-Pandemie erteilte Schwesig eine Absage. Erst bei einer Inzidenz von deutlich unter 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen könne es "größere Öffnungen" geben. Sie sei aber skeptisch, dass dies bis Mitte Februar in ganz Deutschland erreicht werden könne. Sie schlug deshalb vor, regional vorzugehen: "Wo die Zahlen niedrig sind, kann man früher lockern."

Bereits mehr als 450.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA bereits mehr als 450.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins Universität in Baltimore hervor. Allein seit Beginn dieses Jahres waren bereits mehr als 100.000 Todesfälle zu beklagen. Der Universität zufolge gibt es in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, inzwischen mehr als 26,5 Millionen bestätigte Infektionen.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Nach CDC-Angaben waren bis Dienstag 445.000 Todesfälle gemeldet worden.

Die USA sind in absoluten Zahlen das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA gab es zudem zuletzt Hoffnung auf eine Besserung der Lage. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war zuletzt stark rückläufig, lag im Schnitt aber immer noch knapp unter 140.000. Auch die Impfkampagne schreitet voran: Bislang erhielten bereits 27 Millionen Menschen in den USA die erste Impfung, rund 6,5 Millionen Menschen schon beide Impfdosen, wie aus Daten des CDC hervorgeht. Viele Experten warnen jedoch, dass die Ausbreitung neuer und ansteckenderer Corona-Mutationen den jüngsten Fortschritt bei der Eindämmung der Pandemie wieder ausbremsen könnte.

Europäische Arzneimittelbehörde prüft weiteren Impfstoff 

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat ein Prüfverfahren für einen weiteren Corona-Impfstoff eingeleitet. Auf der Grundlage erster Ergebnisse von Laborversuchen und klinischen Studien des US-Herstellers Novavax habe man das sogenannte Rolling-Review-Verfahren eingeleitet, wie die EMA am Mittwoch in Amsterdam mitteilte. Nach dem Verfahren werden Daten und Ergebnisse von Studien bereits bewertet, noch bevor ein formeller Antrag auf Zulassung gestellt wurde. Damit wird das Verfahren deutlich verkürzt.

Nach der Prüfung aller Daten und nachdem ein formeller Zulassungsantrag gestellt wurde, geben die Experten eine Empfehlung ab. Bei einer positiven Bewertung muss die EU-Kommission den Impfstoff zulassen. Das gilt als Formsache. Bisher wurden drei Impfstoffe gegen Covid-19 in der EU nach Empfehlung der EMA zugelassen. Neben dem Wirkstoff von Novavax befindet sich auch der von Janssen Pharmaceuticals, einem Tochterunternehmen des US-Pharmariesen Johnson & Johnson, in der Prüfphase.

Großbritannien: Mehr als zehn Millionen Erstimpfungen verabreicht

In Großbritannien haben inzwischen mehr als zehn Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Das Vereinigte Königreich liegt damit weit vor allen anderen Ländern in Europa.

Anders als die EU musste Großbritannien jüngst keine Reduzierung seiner Liefermengen beim heimischen Astrazeneca-Impfstoff hinnehmen. Großbritannien verfolgt zudem eine andere Impfstrategie als viele andere Länder. Dort wird die zweite Impfdosis erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht. Das hat laut neuen Untersuchungen von Astrazeneca aber keine negative Auswirkung auf die Wirksamkeit des Impfstoffs. Demnach lasse die Schutzwirkung zwischen dem 22. und dem 90. Tag der nach der ersten Impfdosis nicht nach. Sie wird für diesen Zeitraum vom Hersteller mit 76 Prozent abgegeben.

Die Erstimpfung soll ersten Erkenntnissen zufolge auch gegen die Übertragung des Coronavirus wirken. PCR-Tests bei einer zufälligen Stichprobe aus entsprechend Geimpften in Großbritannien hätten gezeigt, dass der Impfstoff die Übertragung um rund 67 Prozent verringere, sagte Astrazeneca-Forschungschef Mene Pangalos am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zuvor war nur die Wirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

Dänemark arbeitet an digitalem Corona-Pass mit Impfnachweis

Dänemark will einen digitalen Ausweis mit Corona-Impfdaten entwickeln und damit zunächst vor allem Dienstreisenden das Leben erleichtern. Mit dem sogenannten Corona-Pass sollen die Däninnen und Dänen auf Dienst- und weiteren Reisen im Ausland künftig dokumentieren können, dass sie gegen Covid-19 geimpft worden sind. Das teilte das dänische Finanzministerium am Mittwoch mit.

Ein erster Schritt soll sein, dass man ab Ende Februar erstmals seinen Impfstatus auf der dänischen Online-Gesundheitsplattform einsehen kann. Die Entwicklung und vollständige Umsetzung des Corona-Passes inklusive App wird allerdings noch drei bis vier Monate dauern. Die Hoffnung ist, dass der Pass später auch bei der Öffnung des Kultur- und Geschäftslebens in Dänemark helfen kann. Derzeit gelten im nördlichsten deutschen Nachbarland ähnlich strikte Corona-Maßnahmen wie in Deutschland, Geschäfte und viele weitere Einrichtungen sind geschlossen. Die Grenzen sind für Ausländer weitgehend dicht.

Bereits seit einigen Monaten kann man sich in Dänemark über die Online-Plattform einen Nachweis anzeigen lassen und ausdrucken, auf dem zu sehen ist, ob man kürzlich negativ auf das Coronavirus getestet worden ist. Der Impfnachweis soll diesem Pass gleichen. In Dänemark haben bis zum 29. Januar rund 184 000 Menschen ihre erste Impfdosis erhalten, knapp 45 000 bereits ihre zweite. Dänisches Ziel ist es, bis Ende Juni 2021 alle Bürger geimpft zu haben, die dies wünschen.

Virologin: Teile Tirols möglicher Hotspot für Südafrika-Mutation

In Österreich mehren sich nach Ansicht einer Virologin die Anzeichen, dass Teile des Bundeslands Tirol ein Schwerpunkt bei der Ausbreitung der südafrikanischen Corona-Variante sind. Laut den jüngsten Zahlen von Ende vergangener Woche dürften dort derzeit in etwa die Hälfte der durch eine Mutation verursachten Infektionen auf diese Variante zurückgehen, sagte die Virologin Dorothee von Laer von der Medizinischen Universität Innsbruck der Zeitung "Der Standard".

80 Prozent der Neuinfektionen würden vom ursprüngliche Virus verursacht, jeweils zehn Prozent von der britischen oder der südafrikanischen Variante. "Wir haben mittlerweile 80 Fälle und sicher eine große Dunkelziffer. Das ist nicht mehr ein kleines Cluster", sagte die Expertin der Deutschen Presse-Agentur über die Verbreitung der Südafrika-Variante. Sie habe zwar keinen Überblick über das gesamte Bundesland, allerdings sei nach ihren Untersuchungen die Region zwischen Innsbruck und der deutschen Grenze bei Kufstein betroffen. 

Spahn: Gespräche über "Sputnik"-Produktion in Europa

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es Überlegungen zur Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik V in Europa. Bei Gesprächen mit der russischen Seite habe es die Bitte gegeben, zu schauen, ob es in Deutschland oder Europa Produktionskapazitäten geben könne, sagte Spahn am Mittwoch bei einer Online-Konferenz von "Tagesspiegel", "Zeit", "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche". "Wir können ja auch Unterstützung geben für die Produktion eines Impfstoffes, der in Europa noch gar nicht oder gar nicht zugelassen ist." Da sei man vermittelnd tätig.

Der Gesundheitsminister sagte, er freue sich über jeden Impfstoff, der Wirksamkeit zeige, sicher sei und einen Unterschied machen könne. "In welchem Umfang das bei Sputnik V der Fall ist, muss jetzt einfach auch die Zulassungsbehörde sich anschauen." Es gebe Kontakt, und das Verfahren zur Zulassung beginne formal bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Nach Angaben aus Moskau war dort ein entsprechender Antrag im Januar eingereicht worden.

Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht Impfung beim Hausarzt

Mecklenburg-Vorpommern geht bei den Corona-Schutzimpfungen neue Wege und lässt Senioren auch in Hausarztpraxen impfen. Zunächst einmal pro Woche sollen in insgesamt zehn Arztpraxen des Landkreises Nordwestmecklenburg je nach bereitstehender Impfstoffmenge jeweils bis zu 24 Menschen geimpft werden.

Ziel sei es, insbesondere älteren Bewohnern ländlicher Regionen kurze Wege zum Impfen zu gewährleisten, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) beim Besuch einer Landarztpraxis in Neuburg bei Wismar. Initiator dieses Vorstoßes war der Allgemeinmediziner Fabian Holbe, der zusammen mit weiteren Landärzten zuvor in Impfteams Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen geimpft hatte. Mecklenburg-Vorpommern hat mit knapp 3,6 Prozent die bundesweit höchste Impfquote.

China verspricht globaler Impf-Initiative zehn Millionen Dosen

China plant die Lieferung von zehn Millionen Impfdosen für die globale Verteilungsplattform Covax. Wie das chinesische Außenministerium in Peking berichtete, soll damit zur Deckung des dringenden Bedarfs in Entwicklungsländern beigetragen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die dabei unter anderen die Federführung hat, prüfe noch die Genehmigung des chinesischen Impfstoffes für den Noteinsatz.

"Wir hoffen, dass die WHO den Prüfungsprozess so schnell wie möglich abschließt", sagte ein Außenamtssprecher. China hoffe, dass auch andere Länder die globale Impfstoff-Initiative unterstützen, um den Entwicklungsländern zu helfen, zeitnah Impfstoffe zu bekommen.

Neue Kooperation im Kampf gegen Corona-Mutationen

Das Biotechunternehmen Curevac will zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) Covid-19-Impfstoffe der nächsten Generation entwickeln. Diese sollen sich gegen die neuen aufkommenden Virus-Varianten richten, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Verfügbar könnte das Vakzin bei erfolgreicher Entwicklung und Zulassung durch die Behörden im kommenden Jahr sein.

Die Zusammenarbeit baut auf dem bestehenden Covid-19-Impfstoff von Curevac auf, der sich gegenwärtig in der entscheidenden Phase der Entwicklung befindet und auf der so genannten Boten-RNA (mRNA) basiert. GSK will Curevac bei der Herstellung von bis zu 100 Millionen Dosen dieses Impfstoffkandidaten im Jahr 2021 unterstützen. 

WHO-Team besucht Labor in Wuhan

Internationale Experten haben in der chinesischen Stadt Wuhan ein Forschungszentrum besucht, das im Mittelpunkt von Spekulationen über den Ursprung des Coronavirus steht. Die Visite im Wuhan Institut für Virologie (WIV) gilt als ein Höhepunkt der Ermittlungen der Fachleute im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gemeinsam mit chinesischen Kollegen wollen die Experten herausfinden, wo das neuartige Sars-CoV-2-Virus ursprünglich herkam.

Das Labor ist eine führende Einrichtung unter Chinas Akademie der Wissenschaften. Es forscht mit Coronaviren von Fledermäusen, die als Ursprung für die Pandemie verdächtigt werden. So war spekuliert worden, dass das Virus vielleicht auch aus dem Labor entwichen sein könnte, was die chinesische Seite aber energisch bestritten hat.

Drosten: Bis Ostern nicht viel Bevölkerungsschutz durch Impfungen

Der Virologe Christian Drosten hat erneut eindringlich vor zu frühen Lockerungen in der Corona-Pandemie gewarnt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Niederlande verlängern Lockdown – Schulen dürfen öffnen

In den Niederlanden wird der Corona-Lockdown bis zum 2. März verlängert. Dies beschloss am Dienstag das Regierungskabinett, wie Ministerpräsident Mark Rutte mitteilte. Er begründete dies mit der Ausbreitung der zuerst in Großbritannien festgestellten Virus-Variante, die ansteckender ist als frühere Formen des Erregers.

Der Lockdown in den Niederlanden war bislang bis zum 9. Februar befristet. Die jetzt beschlossene Verlängerung ist allerdings mit Lockerungen in einzelnen Bereichen verknüpft. So dürfen nach Angaben Ruttes die Grundschulen am kommenden Montag wieder öffnen. Auch manche Geschäfte dürfen wieder aufmachen – aber nur, um Bestellungen entgegenzunehmen.

Hinsichtlich der bislang bis zum 10. Februar geltenden nächtlichen Ausgangssperre wartet die Regierung noch auf die Empfehlung eines Wissenschaftlergremiums. Gegen die seit dem 23. Januar geltende nächtliche Ausgangssperre hatte es zeitweise gewalttätige Proteste in mehreren Städten gegeben.

Auch Behörde in Frankreich empfiehlt Altersvorgabe bei Astrazeneca

Auch die oberste Gesundheitsbehörde in Frankreich empfiehlt eine Altersvorgabe für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. Der Einsatz des Impfstoffs werde vorzugsweise bei Erwachsenen unter 65 Jahren empfohlen, teilte die Hohe Gesundheitsbehörde am Dienstag mit.

Das liege daran, dass es zunächst nicht genügend Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs in der Altersgruppe über 65 gebe. "Die Empfehlung wird im Lichte zusätzlicher Daten, die in naher Zukunft zur Verfügung stehen werden, insbesondere für Personen im Alter von 65 Jahren und älter, erneut überprüft werden", hieß es.

Thüringen verlängert Lockdown bis 19. Februar 

Thüringen verlängert den strengen Lockdown bis zum 19. Februar. Das beschloss das Kabinett am Dienstag, wie ein Regierungssprecher in Erfurt mitteilte. Die aktuelle Corona-Verordnung unter anderem mit strengen Kontaktbeschränkungen und einer weitgehenden Schließung des Einzelhandels galt bislang bis zum 14. Februar und wird nun um fünf Tage verlängert.

Begründet wurde dies mit der Corona-Lage im Freistaat sowie mit den für die kommende Woche geplanten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder. Die Beschlüsse der für den 10. Februar vorgesehenen Ministerpräsidentenkonferenz sollten dann in die neue Landesverordnung einfließen, sagte der Regierungssprecher. Zudem solle der Landtag miteinbezogen werden. Thüringen ist das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Die Zahl der Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt aktuell bei 156,6. 

Sorge wegen Mutation der britischen Coronavirus-Variante

Mit Sorge haben britische Wissenschaftler auf eine Mutation der zunächst in England entdeckten Variante des Coronavirus reagiert. Ein Bericht der Gesundheitsbehörde Public Health England habe ergeben, dass die E484K genannte Mutation spontan in einer Handvoll Fälle aufgetaucht sei, meldete die Nachrichtenagentur PA am Dienstag. "Dies deutet darauf hin, dass die britische Variante nun selbstständig die E484K-Änderung entwickelt", sagte Jonathan Stoye vom Francis Crick Institute. Nach Informationen des Senders Sky News waren 11 von 200.000 Proben betroffen.

Die Mutante war zuvor bereits in der Variante aus Südafrika festgestellt worden. In einer Untersuchung hatten die Impfstoffproduzenten Pfizer und Biontech festgestellt, dass Geimpfte gegen die Variante aus Südafrika offenbar eine etwas schwächere Immunantwort aufbauen. Dies führe aber "vermutlich nicht zu einer signifikant verringerten Wirksamkeit des Impfstoffs".

Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass Antikörper weniger in der Lage seien, an Spike-Proteine mit E484K-Mutation zu binden, meldete PA. Wissenschaftler Stoye sagte, es sei nicht überraschend, dass neue Varianten auftreten. "Es bleibt abzuwarten, ob diese Mutation dem neuen Virus einen Wachstumsvorteil verschaffen wird." Der Virologe Julian Tang von der Universität von Leicester sprach von einer "besorgniserregenden Entwicklung", die allerdings "nicht völlig unerwartet" komme. Tang sagte, es sei umso wichtiger, sich an die Corona-Regeln zu halten und die Ausbreitung des Virus zu stoppen, damit es kein "Schmelztiegel" für neue Varianten werde.

Mehr Details zu russischem Corona-Impfstoff: Hohe Wirksamkeit

Auch Russland hat einen Corona-Impfstoff entwickelt. Bisher war seine Wirksamkeit umstritten. Nun veröffentlichten Forscher neue Untersuchungen zu "Sputnik V" – und die sind vielversprechend. Mehr dazu lesen Sie hier. 

In Berlin gilt Maskenpflicht bald auch im Auto

Der Berliner Senat hat heute über schärfere Corona-Maßnahmen beraten. Unter anderem wurde beschlossen, dass in Pkw medizinische Masken getragen werden müssen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Johnson verspricht Impfung für alle Erwachsenen bis Mai

Sinkende Fallzahlen und ein offenbar gut anlaufendes Impfprogramm beflügeln den britischen Premierminister: Am 8. März will Boris Johnson die Schulen wieder öffnen und bis Anfang Mai allen Erwachsenen die Möglichkeit zu einer Corona-Impfung geben. Das berichtet die "Daily Mail" unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen schon kommende Woche Impfeinladungen an Menschen zwischen 65 und 69 Jahren verschickt werden – eine Woche vor dem Zeitplan. 

Die Corona-Fallzahlen in Großbritannien nehmen seit einer Woche ab, am Montag registrierten die britischen Behörden 18.607 Neuinfektionen und 406 Todesfälle – das sind die niedrigsten Zahlen seit sieben Wochen. Der Chefmediziner des Landes, Chris Whitty, geht davon aus, dass der Höhepunkt der jüngsten Welle überschritten sei.

Kritik kommt jedoch an der Entscheidung, die Schulen im März wieder zu öffnen: "Wenn wir die Schulen zu früh öffnen, wird das Infektionsgeschehen wieder angeheizt", sagte der Virologe und wissenschaftliche Beirat Calum Semple BBC Radio4. "Es wäre großartig, die Schulen in ein paar Wochen wieder öffnen zu können, aber ich denke, da sind wir noch nicht." 

Moderna will mehr Impfstoff pro Ampulle liefern

Der US-Pharmahersteller Moderna will mit zusätzlichen Einheiten seines Corona-Impfstoffes pro Fläschchen einen Engpass im Herstellungsprozess beheben. Statt mit bislang 10 könnten die Durchstechflaschen mit bis zu 15 Impfeinheiten befüllt werden, um die Produktion zu steigern, teilt das Unternehmen mit. Pro Tag könne nur eine bestimmte Anzahl Ampullen befüllt werden. Vor der Implementierung müsse die Aufsichtsbehörde FDA grünes Licht geben.

Das US-Unternehmen hat in den vergangenen Tagen von Lieferengpässen seines Impfstoffs in Europa berichtet. In Deutschland sollen die Engpässe nach Angaben des Gesundheitsministeriums durch Mehrlieferungen anderer Hersteller mehr als ausgeglichen werden. Während Moderna 43.200 Dosen weniger liefere als geplant, lieferten Biontech und Astrazeneca den Bundesländern bis zum 22. Februar 1.747.000 Impfdosen mehr als bisher geplant, erklärte das Ministerium.

Österreich verschärft Einreisebestimmungen

Österreich verschärft aus Sorge vor der Verbreitung der Coronavirus-Mutationen die Einreiseregeln. Künftig müssten alle Einreisenden, für die keine Ausnahme gelte, beim Grenzübertritt einen negativen Corona-Test vorlegen. Obendrein sei eine zehntägige Quarantäne einzuhalten, ein Freitesten nach fünf Tagen sei nicht mehr möglich, sagte Innenminister Karl Nehammer am Dienstag in Wien. Pendler müssten sich wie andere Einreisende auch nun online registrieren und einmal in der Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Seit Beginn der Grenzkontrollen im Dezember seien drei Millionen Menschen überprüft worden, 200.000 seien in Quarantäne geschickt worden.

Um möglichst jeden Grenzübertritt von Touristen zu verhindern, würden die Kontrollen in Skigebieten verstärkt, so der Innenminister. Zuletzt waren Fälle bekannt geworden, dass sich Ausländer als Arbeitssuchende ausgegeben hatten, letztlich aber zum Skifahren gekommen waren. Die Strafen für die Verstöße gegen die Hygieneregeln würden deutlich erhöht. Das Nichttragen von FFP2-Masken oder ein Ignorieren des Mindestabstands koste nun jeweils 90 Euro, hieß es.

Tirschenreuth hat höchste Corona-Inzidenz in Deutschland

Die bayerische Grenzregion zu Tschechien bleibt ein Brennpunkt der Corona-Pandemie in Deutschland. Nach den am Dienstag veröffentlichten neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 322 Infektionen pro 100.000 Einwohnern deutschlandweit an der Spitze. Unter den zehn Kommunen mit den höchsten Inzidenzwerten sind vier bayerische Kreise: Auf Platz drei liegt der Kreis Hof mit 283,8, auf Platz sechs der Landkreis Regen mit 249,3 und an neunter Stelle der Kreis Wunsiedel mit 235,4.

Alle vier Landkreise grenzen an Tschechien, das mit fast einer Million Corona-Infektionen bei knapp elf Millionen Einwohnern von der Pandemie sehr stark getroffen ist. Bayern war am Dienstag als einziges westdeutsches Bundesland unter den ersten zehn Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzen, die übrigen sechs Landkreise liegen alle in den neuen Bundesländern.

RKI-Zahlen vom Dienstag

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist rückläufig, liegt aber immer noch bei mehr als 6.000. In Deutschland sind jetzt fast 58.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bayer hofft Anfang 2022 auf erste Curevac-Impfdosen

Der Pharmariese Bayer rechnet damit, den von Kooperationspartner Curevac entwickelten Impfstoff ungefähr Anfang 2022 auf den Markt bringen zu können. Wenn alles gut laufe, könne es gelingen, "in etwa einem Jahr oder sogar schneller" das Vakzin zur Verfügung zu stellen, sagt Bayer-Vorstandsmitglied Stefan Oelrich im ARD Morgenmagazin. Der Curevac-Impfstoff ist noch nicht zugelassen ebenso wenig wie das Bayer-Werk in Wuppertal, in dem das Vakzin produziert werden soll.

Österreich: Handel, Schulen und Friseure dürfen öffnen

Die österreichische Regierung hat eine teilweise Lockerung des harten Lockdowns ab dem 8. Februar beschlossen. Der Handel, Schulen und körpernahe Dienstleister wie Friseure dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen, teilt die Regierung mit. Der Unterricht in den Schulen wird teilweise im Schichtbetrieb erfolgen. Teilnehmen dürfen nur jene Schüler, die sich testen lassen.

Auch Friseure und andere Dienstleistungen dürfen nur mit einem Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, in Anspruch genommen werden. Die Ausgangsbeschränkungen werden auf die Zeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr eingegrenzt. Unter Tags dürfen sich zwei Haushalte treffen. In anderen Bereichen, etwa bei der Einreise, wurden hingegen Verschärfungen beschlossen.

Bundeswehr startet am Mittwoch Corona-Hilfsprogramm in Portugal

Die Bundeswehr wird am Mittwoch ihren Hilfseinsatz für das derzeit besonders stark von der Corona-Pandemie betroffene Portugal starten. Ein 26-köpfiges Hilfsteam werde nach Lissabon verlegt, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Montag mit. Neben einem achtköpfigen Ärzteteam würden insbesondere Pflegefachkräfte und ein Hygieneteam entsandt.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte: "Wir unterstützen unsere europäischen Freunde – auch im Kampf gegen Corona." Mit ihrem Amtskollegen João Cravinho sei vereinbart, dass die Bundeswehr medizinisches Personal und Material nach Portugal entsende. "Solidarität stärkt Europa", betonte Kramp-Karrenbauer.

Polen will Senioren nicht mit Astrazeneca-Impfstoff impfen

Polen wird ältere Menschen voraussichtlich nicht mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca gegen Corona impfen. Die endgültige Entscheidung darüber liege bei dem Medizinischen Rat, der Regierungschef Mateusz Morawiecki berate, sagte Chef der Regierungskanzlei, Michal Dworczyk, am Montag in Warschau.

Polen erwartet seine erste Lieferung Astrazeneca-Impfstoffs zum 9. Februar. Rund 200.000 Menschen haben bereits ihre zweite Impfung erhalten. Laut Dworczyk seien mittlerweile 94 Prozent der Ärzte und 80 Prozent der Pflegeheimbewohner geimpft. Die EU hatte am Freitag dem Impfstoff von Astrazeneca eine Zulassung erteilt, ohne Altersbegrenzung. Die am deutschen Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission hingegen empfahl den Astrazeneca-Impfstoff hingegen nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren.

Polen: Erstmals Covid-19 bei Nerzen festgestellt

In Polen ist Covid-19 erstmals bei Nerzen festgestellt worden. Sämtliche Tiere in der betroffenen Nerzfarm im Norden des Landes würden gekeult, teilt das Gesundheitsministerium mit. Es müsse alles getan werden, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. In Dänemark, dem bisher führenden Exporteur von Nerzfellen, war die gesamte Population von 17 Millionen Nerzen gekeult worden. In den Tieren waren Virus-Mutationen festgestellt worden, eine Rückübertragung auf den Menschen wurde befürchtet.

Italien: Restaurants und Museen dürfen wieder öffnen

Während viele EU-Staaten ihre Corona-Maßnahmen aus Angst vor den neuen Mutanten zuletzt noch verschärft haben, sind in Italien weitreichende Lockerungen des Lockdowns in Kraft getreten. Die meisten Regionen des Landes wurden am Montag zu gelben Zonen herabgestuft, in denen das Ansteckungsrisiko als gering gilt. Restaurants dürfen tagsüber wieder öffnen, auch Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum in Rom sind Besuchern wieder zugänglich.

Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr bleibt auch nach den Lockerungen landesweit in Kraft. Restaurants, die bisher nur Außer-Haus-Service anbieten durften, dürfen nun aber wieder bis 18.00 Uhr Gäste vor Ort bedienen. Auch Sehenswürdigkeiten wie die Vatikanischen Museen oder das Forum in Rom dürfen wieder öffnen – allerdings nur von montags und bis freitags. Mit der Schließung am Wochenende sollen große Menschenansammlungen verhindert werden.

Bereits nach der Ankündigung der Lockerungen am Wochenende waren die Menschen in vielen italienischen Städten zu Tausenden auf die Straßen und in die Parks geströmt. Gesundheitsminister Roberto Speranza warnte vor fahrlässigem Verhalten. Die Einstufung von Regionen als gelbe Zonen bedeute nicht, "dass wir der Gefahr entkommen sind", sagte er. Die Menschen müssten weiterhin "größte Vorsicht walten lassen, wenn wir die Fortschritte der vergangenen Wochen nicht rückgängig machen wollen".

Niederlande: Tausende Geldbußen wegen Verstößen gegen Ausgangssperre

Wegen Verstößen gegen die nächtliche Corona-Ausgangsperre hat die Polizei in den Niederlanden bislang fast 16.000 Geldbußen verhängt. Allein seit Sonntag seien es 980 gewesen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Montag.

Massenproteste gegen das Ausgangsverbot zwischen 21 und 4.30 Uhr, das seit dem 23. Januar gilt, waren in mehreren Städten in Krawalle, Plünderungen und Angriffe auf die Polizei ausgeartet. Laut Behördenangaben werden bei Verstößen gegen Corona-Schutzvorschriften zunächst Verwarnungen ausgesprochen. Wer sie nicht befolgt, kann mit einem Bußgeld in Höhe von 95 Euro bestraft werden.

Die niederländische Regierung hat für Dienstag Beratungen über Möglichkeiten zur Lockerung ihrer Corona-Maßnahmen angesetzt. Wie ANP und der Sender NOS unter Berufung auf informierte Kreise berichteten, werde neben der Wiedereröffnung von Grundschulen und Kitas auch mit der Aufhebung der Ausgangssperre in der kommenden Woche gerechnet.  

Söder nennt Termin für nächsten Corona-Gipfel

Die nächste Bund-Länder-Chefrunde zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie werde wohl am 10. Februar stattfinden, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Man sehe, dass die Zahlen der Neuinfektionen jetzt langsamer sinken würden. Problem gebe es vor allem im Grenzgebiet zu Tschechien. "Es ist nicht die Zeit, über große Lockerungen zu reden", sagt Söder.

Markus Söder neben Kanzlerin Angela Merkel beim letzten Corona-Gipfel am 19. Januar: wird der Lockdown fortgesetzt? (Quelle: imago images/Metodi Popow)Markus Söder neben Kanzlerin Angela Merkel beim letzten Corona-Gipfel am 19. Januar: wird der Lockdown fortgesetzt? (Quelle: Metodi Popow/imago images)

Die aktuellen Corona-Regeln gelten noch bis zum 14. Februar. Einzelne Bundesländer wie beispielsweise Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben bereits Stufenpläne für eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen ab diesem Datum vorgelegt beziehungsweise angekündigt.

Weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Italien in Kraft getreten

Während viele EU-Staaten ihre Corona-Maßnahmen aus Angst vor den neuen Mutanten zuletzt noch verschärft haben, sind in Italien weitreichende Lockerungen des Lockdowns in Kraft getreten. Die meisten Regionen des Landes wurden am Montag zu gelben Zonen herabgestuft, in denen das Ansteckungsrisiko als gering gilt. Restaurants dürfen tagsüber wieder öffnen, auch Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum in Rom sind Besuchern wieder zugänglich.

Keine der italienischen Regionen galt am Montag noch als rote Zone, der Kategorie mit dem größten Infektionsrisiko. Als orange – der Kategorie für das mittlere Infektionsrisiko – eingestuft wurden Südtirol, Umbrien, Apulien sowie die Inseln Sardinien und Sizilien.

Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 05.00 Uhr bleibt auch nach den Lockerungen landesweit in Kraft. Restaurants, die bisher nur Außer-Haus-Service anbieten durften, dürfen nun aber wieder bis 18.00 Uhr Gäste vor Ort bedienen. Sehenswürdigkeiten wie die Vatikanischen Museen oder das Forum in Rom dürfen wieder öffnen – allerdings nur von montags und bis freitags. Mit der Schließung am Wochenende sollen große Menschenansammlungen verhindert werden.

Bayer produziert künftig Curevac-Impfstoff

Pharmariese Bayer beteiligt sich an der Produktion des Corona-Impfstoffs von Curevac und will im kommenden Jahr 160 Millionen Dosen produzieren. Im Werk in Wuppertal soll das Vakzin hergestellt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Isle of Man beendet Lockdown: offene Pubs und keine Maskenpflicht

Schulen, Restaurants, Geschäfte und Pubs dürfen öffnen, es besteht keine Maskenpflicht mehr: Wegen äußerst geringer Neuinfektionen hat die britische Insel Isle of Man ihre Corona-Maßnahmen beendet. "Das Ende des Lockdowns bedeutet, dass das Leben auf der Insel zur Normalität zurückkehren kann", teilte die Regierung des Kronbesitzes in der Irischen See am Montag mit. Es muss kein Abstand zu anderen Menschen mehr gehalten werden. Die ersten Pubs öffneten um eine Minute nach Mitternacht ihre Türen. Zuvor hatte es 17 Tage lang keinen "unerklärten" Corona-Fall gegeben.

Allerdings sind weiter scharfe Grenzkontrollen in Kraft. Es gibt nur wenige Ausnahmefälle, die einreisen dürfen und dann zwingend für mehrere Tage in Quarantäne müssen. "Wir haben das Virus schon einmal besiegt und haben es jetzt erneut geschafft", sagte Regierungschef Howard Quayle. Er warnte aber vor Nachlässigkeit: "Obwohl dies ein Moment der Erleichterung und des Feierns ist, müssen wir wachsam bleiben."

Die Isle of Man mit etwa 85.000 Einwohnern ist etwa so anderthalb Mal so groß wie das Bundesland Bremen und liegt zwischen Großbritannien und Nordirland. Sie gehört nicht zum Vereinigten Königreich, sondern ist direkt der britischen Krone unterstellt. Allerdings ist Großbritannien für die Außen- und Sicherheitspolitik verantwortlich. Bekannt ist die Insel vor allem für das Motorradrennen Isle of Man TT sowie als Steueroase.

Biontech will bis zu 75 Millionen Impfdosen mehr an EU liefern

Der Impfstoffhersteller Biontech kann nach eigenen Angaben im zweiten Quartal möglicherweise bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen seines Vakzins an die Europäische Union ausliefern. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Montagmorgen mit – wenige Stunden vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern. "Wir arbeiten weiterhin an der Erhöhung der Lieferungen ab der Woche vom 15. Februar, um die vertraglich festgelegte Lieferung der vollen Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal sicherzustellen", wird Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting in der Mitteilung zitiert. "Außerdem könnten wir im zweiten Quartal bis zu 75 Millionen Dosen mehr an die Europäische Union ausliefern."

Weil die Kritik am schleppenden Impfstart, den Lieferschwierigkeiten einzelner Hersteller und den Problemen bei der Terminvergabe nicht abreißt, will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag mit den Ministerpräsidenten, Bundesministern und Vertretern der Pharmabranche über die Lage beraten. Zahlreiche Politiker und Verbandsvertreter haben mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe gefordert. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) plädierte in einem Brief an Merkel für einen nationalen Impfplan.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte vor übertriebenen Erwartungen: "Wir können durch einen Gipfel alleine noch nicht mehr Impfstoffe produzieren", sagte er am Sonntagabend in der Talkshow "Die richtigen Fragen" auf Bild live. Wichtig sei, dass man zunächst ein einheitliches Bild bekomme, wo die Schwierigkeiten lägen. Die Bundesregierung könne den Ländern auch nur die Lieferdaten und -mengen nennen, die sie von den Herstellern bekomme.

England erreicht Etappenziel bei Corona-Impfungen in Pflegeheimen

In England haben dem Gesundheitsdienst zufolge fast alle Bewohner von Pflegeheimen mittlerweile eine erste Corona-Impfdosis angeboten bekommen. Premierminister Boris Johnson feierte das für den Monatswechsel gesetzte Etappenziel am Montag als "wichtigen Meilenstein" bei der Bekämpfung der Pandemie.

Unklar war jedoch zunächst, wie viele der Bewohner der mehr als 10.000 Pflegeheime in England das Impfangebot auch angenommen haben. Einzelne Heime waren zunächst ausgespart worden, weil es dort Corona-Ausbrüche gegeben hatte. Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag wollte die Regierung genauere Zahlen bekanntgeben.

Insgesamt haben in Großbritannien mittlerweile rund neun Millionen Menschen ihre erste Corona-Impfdosis erhalten, allein am Samstag waren es knapp 600.000 – ein Tagesrekord.

RKI-Zahlen am Montag

Wie valide ist die positive Entwicklung bei den Corona-Zahlen? Nach dem Wochenende sind sie wie gewöhnlich geringer, doch Meldungen aus einem Bundesland fehlen. Die aktuellen Zahlen lesen Sie hier.

Blick am Donnerstag 28.01.2021 in der Hansestadt Rostock auf das örtliche Universitätsklinikum. Der Vorsitzende der Innenminister denkt über geschlossene Einrichtungen für Quarantänebrecher nach.  (Quelle: imago images/BildFunkMV)Blick am Donnerstag 28.01.2021 in der Hansestadt Rostock auf das örtliche Universitätsklinikum. Der Vorsitzende der Innenminister denkt über geschlossene Einrichtungen für Quarantänebrecher nach. (Quelle: BildFunkMV/imago images)

Hartnäckige Quarantänebrecher sollen abgesondert werden

Der neue Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl, spricht sich für eine Zwangsisolierung von Personen aus, die wiederholt gegen Corona-Quarantäneauflagen verstoßen. "Hartnäckige Quarantänebrecher, bei denen alle anderen Mittel nicht zur Einsicht führen, müssen in einem geschlossenen Krankenhaus abgesondert werden", sagt Strobl den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut einem Vorab-Bericht (Montagausgabe). "Es geht ja nur um wenige Einzelfälle und um wenige Tage, in denen die Leute infektiös sind."

Natürlich brauche es dafür einen richterlichen Beschluss. Die Maßnahme sei gerechtfertigt, da die Personen bewusst in Kauf nehmen, andere mit einer potenziell tödlichen Krankheit zu infizieren, so Strobl. Baden-Württemberg hat nach Angaben der Mediengruppe bereits zwei Krankenhäuser für diesen Zweck bestimmt.

Israel verlängert erneut seinen Corona-Lockdown

Israel hat seinen Corona-Lockdown erneut verlängert. Die Maßnahmen gelten nun vorerst bis kommenden Freitagabend, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das Gesundheitsministerium am Sonntag nach einer Kabinettssitzung mitteilten. Die Restriktionen wären ohne die Verlängerung am Sonntag um Mitternacht abgelaufen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne sind die Infektionszahlen in Israel weiterhin hoch. Der Januar war in Israel mit insgesamt mehr als tausend Corona-Toten der Monat mit den meisten Todesfällen seit Beginn der Pandemie.

Am Mittwoch will das Kabinett erneut über eine mögliche abermalige Verlängerung des Lockdowns beraten, wie es in der Mitteilung hieß. Der Lockdown ist seit dem 27. Dezember in Kraft.

Corona-Demo mit rechtsextremen Teilnehmern in Wien

Bei einem nicht genehmigten Protest gegen Corona-Maßnahmen sind am Sonntag in Wien mehrere Menschen angezeigt worden. Rund 5.000 Personen hatten sich nach Polizeiangaben trotz eines Verbots solcher Kundgebungen in der österreichischen Hauptstadt zu einem "Corona-Spaziergang" getroffen. Die Stimmung sei zunehmend aggressiver geworden, berichteten Beobachter vor Ort. Unter den Teilnehmern waren bekannte Vertreter der rechten Szene, darunter Identitäre rund um Martin Sellner sowie der verurteilte Neonazi Gottfried Küssel, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

Weil viele Teilnehmer keine Masken trugen oder den vorgeschriebenen Abstand zur Vermeidung von Corona-Infektionen nicht einhielten, kündigte die Polizei die Auflösung der Versammlung auf Twitter an. Als Teilnehmer sich in Richtung Parlament bewegten und Aufrufen, sich zu zerstreuen, nicht nachkamen, schritt die Polizei ein. Sie nahm Personalien auf und zeigte Menschen an, wie sie auf Twitter schrieb.

Jedoch machten in dem Sozialen Netzwerk auch Videos die Runde, in denen die Polizei augenscheinlich mit den Demonstranten mitläuft. Dies wird von den Usern scharf kritisiert. 

Flüchtlingsheim in Köln abgeriegelt

In Köln wurde ein Flüchtlingsheim unter Quarantäne gestellt, nachdem bekannt wurde, dass dort mehrere Mitarbeiter und Bewohner mit einer Corona-Mutation infiziert sind. Hier lesen Sie mehr.

"Querdenken"-Demo in Berlin 

An der Berliner Siegessäule demonstrierten am Abend rund 600 Anhänger der "Querdenker"-Szene, berichtet der Tagesspiegel. Die meisten Teilnehmer sollen keine Masken getragen haben und auch Abständnis nicht eingehalten haben. Die Polizei verhaftete den Angaben zufolge Einzelne, die gegen die Hygiene-Auflagen verstoßen hatten.

Astrazeneca will nun doch mehr Impfstoff liefern

Der Impfstoffhersteller Astrazeneca hat zusätzliche Impfdosen für die Europäische Union zugesagt. Ursprünglich waren 80 Millionen Dosen im ersten Quartal geplant gewesen. Nach Produktionsschwierigkeiten war dann von nur 31 Millionen Dosen die Rede. Nun sollen es doch mehr werden. Hier lesen Sie mehr.

Erneut Corona-Proteste in den Niederlanden 

Eine Woche nach schweren Ausschreitungen haben in den Niederlanden erneut hunderte Menschen gegen Corona-Schutzvorschriften der Regierung protestiert, allerdings insgesamt deutlich weniger aggressiv. In Amsterdam löste die Polizei am Sonntag eine verbotene Kundgebung mit rund 600 Teilnehmern – zumeist junge Männer – auf dem zentralen Platz vor dem Reichsmuseum auf, berichtete der Sender NOS. Zuvor seien Sicherheitskräfte mit Gegenständen beworfen worden.

Die Polizei rückte in einer geschlossenen Linie aus zahlreichen Beamten sowie Pferden, Hunden und Einsatzwagen gegen die Versammelten vor und verdrängte die Protestierenden von dem offenen Gelände. Der Aufenthalt auf dem Museumsplatz war von der Stadtverwaltung unter Hinweis auf die Gefahr erneuter Gewaltausbrüche untersagt worden. Mehr als 30 Menschen wurden zeitweilig in Gewahrsam genommen. Zudem nahm die Polizei nach eigenen Angaben in mehreren Orten Menschen fest, die in sozialen Netzwerken zu Krawallen aufgerufen haben sollen. Ihnen werde Unruhestiftung vorgeworfen.

Insgesamt verliefen die Protestaktionen jedoch weit friedlicher als am vergangenen Wochenende. In Apeldoorn, wo sich etwa 400 Menschen versammelten, verlief die Kundgebung friedlich, ähnlich in Eindhoven. Eine Woche zuvor waren in mehr als zehn niederländischen Städten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen, vor allem gegen die abendliche Ausgangssperre, in Angriffe auf Polizisten, Zerstörungen und Plünderungen ausgeartet. Die Behörden sprachen von den schlimmsten Krawallen in 40 Jahren.

Mehr als 200 Festnahmen in Brüssel bei Demo gegen Corona-Maßnahmen

Bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen die belgischen Anti-Corona-Maßnahmen sind am Sonntag in Brüssel mindestens 200 Menschen festgenommen worden. "Wir beenden die Demonstration außerhalb des Hauptbahnhofes", schrieb die Brüsseler Polizei auf Twitter. Alle Teilnehmer könnten gehen, wenn sie identifiziert seien und kein Grund für eine Festnahme vorliege.

Unter den Festgenommenen sind laut Polizei viele Fußballfans. Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort, nachdem es in den benachbarten Niederlanden zu Ausschreitungen bei Protesten gegen Ausgehverbote gekommen war. In Belgien herrscht seit Wochen ein nächtliches Ausgehverbot.

Schweiz muss Impfplan halbieren 

Auch die Schweiz ist massiv von Lieferengpässen mit Corona-Impfstoffen betroffen. Sie kann deshalb im Februar nur halb so viele Impfungen vornehmen wie vorgesehen, wie das Bundesamt für Gesundheit am Sonntag berichtete. Zuerst hatte die "NZZ am Sonntag" darüber berichtet.

Ursprünglich vorgesehen waren 1,3 Millionen Impfungen. Tatsächlich stehen nun aber nur 650.000 Impfdosen der Unternehmen Pfizer/Biontech und Moderna zur Verfügung. Das Bundesamt erklärte, man sehe keine gravierenden Konsequenzen. Die nicht gelieferten Dosen dürften spätestens im März eintreffen. Die Regierung hatte versprochen, dass bis Juni in der Schweiz alle Menschen, die das wünschen, geimpft werden können.

Kaputter Kühlschrank sorgt für Massenimpfung in Seattle

Eigentlich das Schreckenszenario: Ein Kühlschrank mit 1.600 Dosen des Moderna-Impfstoffes hat in einem Krankenhaus der US-Stadt Seattle den Geist aufgegeben. Doch das Klinik-Personal handelte schnell. Die Mitarbeiter kontaktierten zwei andere Krankenhäuser in der Stadt und gaben um 11 Uhr abends einen Aufruf an die Stadtbewohner raus: Wer der rechtzeitig zum Krankenhaus kommen kann, bekommt eine Impfung. 

Wie US-Medien berichten, kamen die Menschen teilweise in Pyjamas und Bademänteln. Innerhalb weniger Minuten hatten sich lange Schlangen vor den Krankenhäusern gebildet. Um 3.30 Uhr, etwa sieben Stunden bevor die Impfstoffe weggeschmissen hätten werden mussten, waren bereits alle Dosen verimpft.

"Es war berührend zu sehen, wie Großmütter in Rollstühlen um zwei Uhr morgens geimpft wurden", sagte Kevin Brooks, eine Geschäftsführer der Klinik, laut der New York Times. Berichten zufolge ist der Kühlschrank mittlerweile wieder voll einsetzbar. Die Stadt Seattle liegt im Staat Washington im Westen der USA, unweit von der kanadischen Grenze. 

Polen: Polizei geht mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Feiernde vor

Mit Schlagstöcken und Tränengas ist die Polizei in Polen gegen Feiernde in einer Diskothek vorgegangen, die trotz der Corona-Einschränkungen geöffnet hatte. Nach Polizeiangaben vom Sonntag nahmen fast 150 Beamte an der Razzia in der südlichen Stadt Rybnik teil.

In dem Lokal waren demnach mehrere hundert Partygäste versammelt. Die Mehrheit der Feiernden sei betrunken gewesen und habe sich "aggressiv" verhalten, erklärte die Polizei. "Sie griffen die Beamten mit gefährlichen Gegenständen an". Diese hätten daraufhin "Tränengasbomben, Schlagstöcke und Schallgranaten" gegen die Clubbesucher eingesetzt. Zwei Polizisten wurden demnach verletzt und drei Clubbesucher festgenommen.

Auch in Breslau kam es zu mehreren Razzien in Diskotheken. Die von den Behörden verhängten Corona-Maßnahmen einschließlich der Schließung von Diskotheken sorgen in Polen zunehmend für Unmut. Zuletzt hatten mehrere Betreiber angekündigt, ihre Lokale trotz drohender Geldbußen zu öffnen. Seit Beginn der Pandemie hat Polen 37.180 Todesopfer in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

Corona-Verstöße: Tausende Ultraorthodoxer bei Begräbnis in Jerusalem

Tausende strengreligiöser Juden haben am Sonntag an einem Begräbnis in Jerusalem teilgenommen und damit gegen die Corona-Vorschriften verstoßen. Beigesetzt wurde ein einflussreicher Rabbiner, der laut israelischen Medienberichten im Alter von 99 Jahren gestorben war. Er habe sich im vergangenen Jahr mit dem Coronavirus infiziert, hieß es. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie tausende Ultraorthodoxer ungehindert und dicht gedrängt auf den Friedhof strömten. Viele von ihnen trugen keine Masken.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Polizei zuletzt dazu aufgerufen, gegen alle Gesetzesbrecher mit "eiserner Faust" vorzugehen. Es kam jedoch zu immer neuen Verstößen. Die Regierungen Netanjahus hatten sich in den vergangenen Jahren auch auf ultraorthodoxe Parteien gestützt. Viele Kritiker warfen dem 71-Jährigen in der Corona-Krise wiederholt vor, zu viel Rücksicht auf die Interessen der Strengreligiösen zu nehmen.

Am 23. März wird in Israel zum vierten Mal binnen rund zwei Jahren gewählt. Netanjahu will erneut Ministerpräsident werden. Der Lockdown endet in der Nacht zum Montag automatisch. Das Gesundheitsministerium dringt angesichts der hohen Infektionszahlen auf eine Verlängerung der Maßnahmen.

Corona-Mutante bricht in Altenheim aus – 15 Bewohner sterben

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenzentrum in Leverkusen sind dort 15 Bewohner gestorben. Insgesamt hätten sich 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter angesteckt, sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen am Sonntag. In dem Seniorenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7 des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Diese Variante war zunächst in Großbritannien entdeckt worden.

Der erste Fall sei am 28. Dezember diagnostiziert worden, sagte die Sprecherin. Danach habe sich die Infektion sukzessive ausgebreitet. Im Nachhinein sei nachvollzogen worden, dass das Virus durch das Personal in das Seniorenheim eingetragen worden sei. Die Infektion sei bereits vor der ersten Impfung von Heimbewohnern und Mitarbeitern am 30. Dezember erfolgt.

Am Tag vor Silvester waren in der Senioreneinrichtung den Angaben zufolge 150 Personen geimpft worden. Die zweite Impfdosis hatten am 20. Januar 110 Menschen erhalten, 40 konnten nicht geimpft werden, weil sie sich angesteckt hatten. Nach einer Impfung ist noch kein Schutz gegen das Coronavirus vorhanden. Dieser wird erst rund zwei Wochen nach der zweiten Schutzimpfung aufgebaut.

Der Leiter des Leverkusener Gesundheitsamts, Martin Oehler, sagte der "Bild"-Zeitung: "Das Personal brachte das Virus ins Heim." Es müsse aber nicht unbedingt etwas falsch gemacht haben. "Denn nach allem, was wir bisher wissen, ist die Corona-Mutation B.1.1.7 so ansteckend, dass man schon nach wenigen Minuten Kontakt mit einem Infizierten selbst infiziert ist." Die Mitarbeiter würden seit dem Sommer wöchentlich mit einem PCR-Test überprüft und seit Dezember zusätzlich mit einem Schnelltest.

Australische Stadt verhängt Lockdown – wegen eines Corona-Falls

Nach einem einzigen Infektionsfall mit dem Coronavirus hat die australische Perth einen fünftägigen Lockdown für ihre knapp zwei Millionen Einwohner angekündigt. Die Schulen dürfen am Montag nicht wie geplant öffnen, alle Einwohner müssen ab Sonntagabend zu Hause zu bleiben. Sie dürfen nur noch das Haus verlassen, um zum Arzt, zum Einkaufen oder zur Arbeit zu gehen oder Sport zu treiben.

Betroffen sind alle Einwohner der Stadt Perth sowie der naheliegenden Regionen Peel und South West. Nach Angaben der Behörden war ein Wachmann in einem Quarantäne-Hotel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er steckte sich vermutlich bei einem Reiserückkehrer an, der in dem Hotel untergebracht war, und offenbar mit der ansteckenderen Virus-Variante infiziert war, die zuerst in Großbritannien aufgetreten war.

Es handele sich um die erste Ansteckung innerhalb des Bundesstaats Western Australia seit zehn Monaten, erklärten die Behörden. "Unser Modell ist, sehr, sehr schnell und scharf damit umzugehen", sagte der Regierungschef von Western Australia, Mark McGowan. Der Ausbruch solle unter Kontrolle gebracht und eine Ausbreitung in der Bevölkerung verhindert werden.

Karl Lauterbach: "Es stellt sich immer stärker heraus, dass Covid-19 eine Erkrankung des gesamten Gefäß- und Immunsystems ist." (Quelle: imago images/Florian Gaertner/photothek.de)Karl Lauterbach: "Es stellt sich immer stärker heraus, dass Covid-19 eine Erkrankung des gesamten Gefäß- und Immunsystems ist." (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago images)

Lauterbach warnt vor Spätfolgen von Corona-Infektion

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf die drohende Gefahr für das Gesundheitswesen durch die sogenannten Long-Covid-Erkrankungen aufmerksam gemacht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Giffey will Ampelsystem für Kita-Öffnungen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat eine Corona-Ampel für eine zügige Öffnung der Kitas vorgeschlagen. Nach dem 14. Februar müsse es "echte Öffnungsperspektiven bei Kitas und Schulen" geben, sagte Giffey der "Bild am Sonntag". "Unser Vorschlag ist eine Kita-Ampel, bei der erst mal die Situation in den einzelnen Kitas den Ausschlag gibt."

In Giffeys Modell sollen drei Kriterien über den Kita-Betrieb entscheiden: die Anzahl der infizierten Personen, die Anzahl der Kinder in Quarantäne und die Anzahl der Erzieher in Quarantäne. "Ist niemand infiziert und weniger als zehn Prozent der Kinder und des Personals in Quarantäne, steht die Ampel auf Grün", sagte Giffey. In diesem Fall könne eine Kita den Regelbetrieb wieder aufnehmen.

"Auf Gelb schaltet die Ampel, wenn eine Person infiziert und eine Kindergartengruppe oder maximal ein Viertel des Personals in Quarantäne sind", sagte Giffey weiter. In diesem Fall sei ein eingeschränkter Regelbetrieb mit begrenzten Öffnungszeiten vorgesehen. Die rote Stufe werde erreicht, wenn zwei Menschen an Corona erkrankt und mehr als 25 Prozent des Personals oder mehr als eine Kindergruppe in Quarantäne seien. "Dann wird die Einrichtung geschlossen und nur noch Notbetreuung gewährt", sagte Giffey.

Nicht gelten soll die Ampel nach Angaben der Ministerin in Gebieten mit zu hohen Fallzahlen Ihren Plan möchte Giffey dem Bericht zufolge in der kommenden Woche mit ihren Ministerkollegen aus den Länder beraten.

Umfrage: Geringe Akzeptanz für neuen Impfstoff

Nach Diskussionen um den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca reagieren die Bürger einer Umfrage zufolge sehr skeptisch auf dieses Mittel. Lediglich 36 Prozent würden sich mit diesem Präparat gegen Corona impfen lassen, wie aus einer Kantar-Umfrage für "Bild am Sonntag" hervorgeht. 45 Prozent hingegen lehnen den Impfstoff ab. 19 Prozent sind demnach unsicher. Obwohl das Mittel in der Europäischen Union ohne Altersbeschränkung zugelassen wurde, soll dieser Impfstoff in Deutschland nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn nicht an Menschen ab 65 Jahren verimpft werden.

Portugal: nur noch sieben freie Corona-Intensivbetten

In Portugal, wo die britische Corona-Variante grassiert, gibt es nach Daten des Gesundheitsministeriums nur noch sieben freie Betten für die Intensivpflege. Von 850 solcher Betten auf dem Festland, die für Covid-19-Patienten bereitstehen, sind 843 belegt. Für die zehn Millionen Einwohner gibt es zudem 420 Intensivpflege-Betten, die aber für andere Krankheitsfälle reserviert sind.

Nach Angaben des Ministeriums wurden binnen 24 Stunden 12.435 Neuinfektionen und 293 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Bislang wurden über 711.000 Infektions- und 12.179 Todesfälle registriert.

Infektionen in Frankreich und China steigen weiter

In Frankreich verzeichnen die Behörden einen Anstieg der Neuinfektionen binnen 24 Stunden auf 24.392 Fälle von 22.858 am Freitag. In Krankenhäusern starben binnen 24 Stunden 242 Menschen mit oder an dem Coronavirus. 27.242 Erkrankte werden stationär behandelt. 

Die chinesische Gesundheitsbehörde meldet 92 neue Coronavirus-Fälle. Das ist der höchste Anstieg bei den Neuinfektionen seit dem 24. Januar. Die Behörde teilt mit, 73 Fälle seien lokalen Ursprungs. In China, wo die weltweite Seuche zuerst registriert wurde, steigt damit die Zahl der bekannten Infizierten auf 89.522.

Großbritannien erwartet Impfstofflieferungen nach Plan

Nachdem die EU Nordirland von ihren Exportkontrollen für Corona-Impfstoffe ausgenommen hat, erwartet die britische Regierung eine Belieferung Großbritanniens nach Plan. Die Regierung gehe "zuversichtlich" davon aus, das sämtliche Lieferverträge mit den Unternehmen Astrazeneca und Biontech/Pfizer eingehalten würden, sagte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Samstag.

Die EU habe eingeräumt, "dass sie einen Fehler gemacht haben", als mit der Aktivierung des Nordirland-Protokolls aus dem Brexit-Vertrag gedroht worden sei, um die Exporte zwischen Irland und Nordirland strenger zu überwachen, sagte Gove.


Italien empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 55-Jährige

Die italienische Arzneimittelbehörde empfiehlt den seit Freitag in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nur für Erwachsene bis zum Alter von 55 Jahren. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der EU-Arzneimittelbehörde EMA sei das Vakzin in Italien zwar zugelassen, erklärte die Behörde am Samstag. Menschen über 55 Jahre und besonders anfällige Menschen sollten jedoch bevorzugt mit den auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna geimpft werden.

Zur Begründung erklärte die Behörde, es bestünden "gewisse Unsicherheiten" über die Wirksamkeit des Mittels bei älteren Menschen, da diese Altersgruppe bei den klinischen Test nur "schlecht vertreten" gewesen sei.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfieht den Astrazeneca-Impfstoff für Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

Gesundheitsministerium: Moderna-Engpass wird durch andere Anbieter wettgemacht 

Verringerte Impfstofflieferungen des Biotechkonzerns Moderna werden in Deutschland nach Angaben des Gesundheitsministeriums durch Mehrlieferungen anderer Hersteller mehr als ausgeglichen. Während Moderna 43.200 Dosen weniger liefere als geplant, lieferten BioNTech und AstraZeneca den Bundesländern bis zum 22. Februar 1.747.000 Impfdosen mehr als bisher geplant, erklärt das Ministerium auf Twitter.

Peter Tschentscher: Moderna liefert weniger Impfstoff

Nach Biontech und Astrazeneca wird Deutschland offenbar auch von dem US-Hersteller Moderna vorerst weniger Impfstoff geliefert bekommen. Der Erste Bürgermeister von Hamburg, Peter Tschentscher, berichtet auf Twitter von einer entsprechenden Mitteilung des Bundeskanzleramtes. "Wie soll man da die Impfungen planen?", beschwert sich Tschentscher. 

Bereits am Freitag hatte die italienische Regierung mitgeteilt, dass das Unternehmen eine Reduktion von 20 Prozent angekündigt hatte. Er fügte hinzu: "Unser Erstaunen, unsere Sorge und unsere Entmutigung wachsen."

Moderna hatte daraufhin vorübergehende Lieferengpässe bei seinem Corona-Impfstoff eingeräumt. Man habe "kurzfristig angepasste Lieferschätzungen" herausgegeben, bestätigte das Unternehmen am Freitagabend. Dennoch würden alle Lieferverpflichtungen im ersten Quartal eingehalten. 

Razzia im Ski-Ort St. Anton: 96 Anzeigen gegen ausländische Touristen

Nach Berichten über ausländische Skitouristen, die sich regelwidrig auf österreichischen Pisten tummeln, hat die Polizei bei einer Razzia in Tirol 96 Anzeigen erstattet. 15 Beamte kontrollierten am Freitagabend 133 Personen in 44 Unterkünften in St. Anton am Arlberg und im Stanzertal, wie die Tiroler Polizei berichtete.

"Es wurden unter anderem Briten, Dänen, Schweden, Rumänen, Deutsche, Australier, Iren und Polen kontrolliert und angezeigt", teilte die Polizei mit. "Das Strafmaß nach dem Epidemiegesetz bei Übertretungen der Einreise- bzw. Notmaßnahmenverordnung beträgt bis zu 2.180 Euro."

Der Bürgermeister von St. Anton, Helmut Mall, hatte diese Woche Alarm geschlagen, weil seiner Ansicht nach zu viele Ausländer im Ort waren, die wegen der Corona-Regeln nicht hätten da sein dürfen. Sie nutzten offenbar Schlupflöcher in den Verordnungen: "Viele Leute haben Zweitwohnsitze angemeldet und geben an, Aussicht auf Arbeit zu haben. Aber im Tourismus gibt es derzeit keine Jobs", zitierte die Zeitung "Kurier" den Bürgermeister.

Iran entwickelt nach eigenen Angaben wirksamen Corona-Impfstoff

Der Iran bescheinigt dem im eigenen Land hergestellten Impfstoff "Coviran Barekat" eine hohe Wirksamkeit gegen das Corona-Virus. "Die bis jetzt erfolgten Tests zeigen, dass unser Impfstoff sogar die neuartige und weitaus gefährlichere englische Variante des Virus voll und ganz neutralisiert hat", sagte Minu Mohraz, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, am Samstag. Der Krisenstab sowie die Wissenschaftler seien sehr glücklich über die Testergebnisse und sähen nun optimistischer in die Zukunft, sagte die Spezialistin für Infektionskrankheiten laut Nachrichtenagentur Isna.

"Coviran Barekat" wurde nach iranischen Angaben seit Ende 2020 mehrmals erfolgreich getestet. Der zweite lokale Impfstoff "Pasteur" sei derzeit in der Testphase. Gleichzeitig arbeitet der Iran mit kubanischen Experten an dem Corona-Impfstoff "Soberana 02". Aber auch ausländische Impfstoffe, hauptsächlich aus Russland, China und Indien, sollen im Laufe der nächsten Monate importiert werden. Eine Einfuhr westlicher Impfstoffe stehe derzeit nicht auf der Agenda – auch wegen der politischen Differenzen.

Wegen eines strengen Lockdowns sind die Fallzahlen im Iran in den vergangenen Wochen zwar gesunken, aber Präsident Hassan Ruhani warnte vor zu viel Optimismus. "Wir haben diesbezüglich zwar einige Erfolge erzielt, dürfen aber jetzt nicht auf einmal auf den Normalstatus umschalten", sagte Ruhani im Staatsfernsehen. "Das wäre extrem gefährlich."

Laut Gesundheitsministerium werden auch nach den Lockdowns weiterhin am Tag zwischen 80 bis 90 Tote und fast 6.500 Neuinfektionen registriert. Seit dem Beginn der Pandemie vor fast einem Jahr gab es im Land fast 58.000 Tote und mehr als 1,4 Millionen Corona-Infektionen. Die ersten Massenimpfungen für die 83 Millionen Iraner sollen schon vor März beginnen und bis Sommer andauern.

Astrazeneca will Lieferungen an die EU möglichst schnell erhöhen

Im Impfstoffstreit mit der EU bemüht sich der Hersteller Astrazeneca um versöhnliche Töne. "Wir arbeiten 24/7 daran, die Kapazitäten zu erhöhen", sagte Astrazeneca-Chef Pascal Soriot am Freitagabend in einer Videoschalte zu Journalisten. Man tue alles, um die Produktion des Vakzins zu beschleunigen und möglichst schnell viele Impfdosen nach Europa zu liefern. In den nächsten Tagen werde die erste Charge mit den ersten Millionen Dosen geliefert. Außerdem sollten Lieferketten weiter aufgerüstet werden und "Material" nach Europa verlagert werden – Details wollte Soriot dazu jedoch nicht nennen. Anfängliche Probleme bezeichnete Soriot als "Kinderkrankheiten", die man bald gelöst haben werde.

Zwischen der EU-Kommission und Astrazeneca hatte sich in den vergangenen Tagen ein offener Streit zugespitzt. Wegen angeblicher Produktionsprobleme sollen große Mengen des Impfstoffes für Deutschland und andere EU-Länder erst Wochen oder Monate später geliefert werden, wie der Konzern angekündigt hatte. Die EU hatte insgesamt 400 Millionen Impfdosen geordert.

US-Seuchenbehörde ordnet Masken-Pflicht im öffentlichen Verkehr an

Die US-Seuchenbehörde CDC hat das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmittel angeordnet. Das gelte ab Montag für Flugzeuge, Schiffe, U-Bahnen, Busse, Züge, Taxis und Mitfahrdienste, teilte die CDC am Freitagabend mit. Auch an Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen, Haltestellen und Schiffterminals sei ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Für kurze Zeit, etwa zum Trinken oder Essen, könne der dieser abgenommen werden. Die Verordnung gelte nicht für Kinder unter zwei Jahren oder bei bestimmten medizinischen Indikationen.

Der neue US-Präsident Joe Biden hatte in der vergangenen Woche die Bundesbehörden angewiesen, Maßnahmen zur Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zu ergreifen. Unter seinem Vorgänger Donald Trump war ein solcher Vorstoß der CDC abgewiesen worden und die Behörde hatte lediglich eine dringende Empfehlung zum Tragen einer Maske abgegeben. Fluggesellschaften und andere Transportmittelbetreiber hatten von ihren Kunden allerdings bereits den Schutz verlangt. Weigert sich ein Passagier, verstößt er nach der Verordnung der Seuchenbehörde nun aber gegen Bundesgesetze, so dass etwa Flugbegleiter oder Schaffner die Pflicht besser durchsetzen können.

Frankreich verschärft die Corona-Maßnahmen

Angesichts der schnellen Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten verschärft Frankreich nochmals die wegen der Pandemie erlassenen Schutzmaßnahmen. Für Nicht-EU-Länder gelte ab Sonntag außer in dringenden Fällen ein Ein- und Ausreiseverbot, kündigte Regierungschef Jean Castex am Freitagabend in Paris an. Zudem müssten Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind, ab einer bestimmten Größe schließen.

Kultur- und Sporteinrichtungen, Restaurants und Cafés sind in Frankreich derzeit bereits geschlossen. Schulen und Geschäfte können dagegen bis 18.00 Uhr öffnen. Nun sollen Geschäfte ab einer Größe von 20.000 Quadratmetern ab Sonntag ganz schließen, sagte Castex. Zudem solle die Einhaltung der ab 18.00 Uhr geltenden Ausgangssperre verstärkt überwacht werden und die "illegale" Öffnung von Restaurants verhindert werden.

Regierungssprecher Gabriel Attal hatte am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron gesagt, die Regierung prüfe eine Reihe von Szenarien, zu denen auch "ein sehr strenger Lockdown" gehöre. Die geltende landesweite Sperrstunde um 18.00 Uhr reiche nach Einschätzung von Experten nicht aus, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Italien will trotz Bedenken von Experten Maßnahmen lockern 

Italien will trotz Bedenken von Experten ab Montag die Beschränkungen in zahlreichen Regionen lockern. Elf von ihnen würden von orangen Zonen in gelbe umgestuft, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit dürfen dort etwa Gaststätten tagsüber öffnen. Ein Berater des Ministeriums, Walter Ricciardi, hat vor einigen Tagen im Gegenteil einen "echten Lockdown" gefordert, um nicht Zustände wie in Spanien oder Portugal hinaufzubeschwören. Hintergrund ist die Sorge über neue, ansteckendere Virus-Varianten.

Auch Moderna liefert vorübergehend weniger Corona-Impfstoff

Nun hat auch der US-Hersteller Moderna vorübergehende Lieferengpässe bei seinem Corona-Impfstoff eingeräumt. Man habe "kurzfristig angepasste Lieferschätzungen" herausgegeben, bestätigte das Unternehmen am Freitagabend. Dennoch würden alle Lieferverpflichtungen im ersten Quartal eingehalten. Zuvor hatte Italien bekannt gegeben, im Februar zunächst weniger Dosen von Moderna zu bekommen als erwartet.

Regierungskommissar Domenico Arcuri sagte in Rom, das US-Unternehmen habe mitgeteilt, dass es eine Reduktion um 20 Prozent geben solle. Er fügte hinzu: "Unser Erstaunen, unsere Sorge und unsere Entmutigung wachsen." Eine Moderna-Sprecherin wollte auf Nachfrage keine Details nennen.

Das Unternehmen teilte aber mit, man bleibe in engem Kontakt mit allen Regierungen und erkenne die Bedeutung der Lieferplanung für die Impfkampagne an. Die Produktion werde gerade hochgefahren. So sei man im Plan, um die Lieferziele für das erste Quartal und auch danach zu erfüllen.

Tschechien schließt Grenzen weitgehend

Tschechien ermöglicht Ausländern die Einreise von Samstag an nur noch in notwendigen Fällen. Darauf wies das Außenministerium in Prag am Freitagabend hin. Ausnahmen gelten unter anderem für Dienstreisen, unerlässliche Familienbesuche, die Teilnahme an Beerdigungen sowie unaufschiebbare Behördenbesuche, wie aus einem Regierungsbeschluss hervorgeht. Wer in Tschechien ein Ferienhaus besitzt, kann dieses vorerst nicht mehr zur Erholung nutzen. Die Ausreise bleibt möglich.

Für Deutsche ändert sich damit praktisch nicht viel: Bereits seit dem 18. Dezember gilt infolge der Ausgangsbeschränkungen, dass Aufenthalte in Tschechien nur noch mit einem triftigen Reisegrund möglich sind. Zudem sind Hotels seit Längerem für Touristen geschlossen. Weil die Bundesrepublik als Corona-Risikogebiet eingestuft wird, muss zudem ein Einreiseformular ausgefüllt und dem zuständigen Gesundheitsamt ein negativer PCR-Test vorgelegt werden.

Werk in Halle soll Produktion von Biontech-Impfstoff unterstützen

Im westfälischen Halle-Künsebeck startet nach "Spiegel"-Informationen bereits kommende Woche die Abfüllung des mRNA-Impfstoffs von Biontech und Pfizer gegen Covid-19. Das Werk gehört zum US-Pharmakonzern Baxter, der dort etwa Krebsmedikamente herstellt. Bereits im Sommer 2020 zeichnete sich ab, dass die Anlage auch bei der Impfstoffproduk­tion helfen soll.

Binnen anderthalb Tagen sollen laut Produktionsplan, den der "Spiegel" einsehen konnte, 166.600 Vials genannte Fläschchen die Fabrik verlassen – vorausgesetzt, es wird genügend Wirkstoff angeliefert. In Halle geschieht ein wichtiger Schritt der Herstellung: die sterile Abfüllung. Eine Anlage des Maschinenbauers Seidenader musste angeschafft werden, die Verschmutzungen in den Stechampullen erkennt. Kühlanlagen wurden installiert, seit Dezember werden Probeläufe gefahren.

Starten soll die Produktion laut internem Plan am 5. Februar. Baxter wollte zur Produktion und deren Verbleib keine Stellung nehmen. Biontech spricht von einem Testlauf zur Prozessvalidierung.

Novartis wird Biontech-Impfstoff abfüllen

Der Schweizer Pharmariese Novartis wird Biontech und Pfizer bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs unterstützen. Eine Vereinbarung sehe vor, dass Biontech die Produktionskapazitäten von Novartis in dem Ort Stein nutzen könne, teilte der Konzern am Freitag mit. Novartis werde den Impfstoff unter aseptischen Bedingungen abfüllen und dann an Biontech liefern.

Bundesregierung beschränkt Einreise 

Wer aus Ländern, in denen die Corona-Mutationen stark verbreitet sind, nach Deutschland einreisen will, wird es ab morgen schwer haben. Die Bundesregierung geht damit über die EU-Regeln hinaus. Hier lesen Sie mehr.

EU-Behörde empfiehlt Zulassung von Astrazeneca-Impfstoff

Als dritten Corona-Impfstoff für die EU empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des Mittels von Astrazeneca. Entgegen der Erwartungen hält die EMA den Wirkstoff auch für über 65-Jährige für sicher. Hier lesen Sie mehr.

Höchste Dezember-Todeszahl seit 1969

Im Dezember sind in Deutschland fast ein Drittel mehr Menschen gestorben als sonst für diesen Monat üblich. Nach vorläufigen Ergebnissen seien 106.607 Menschen gestorben, teilt das Statistische Bundesamt mit. Das seien 29 Prozent mehr als im Dezember-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Im November hätten die Sterbefallzahlen den Durchschnitt der vier Vorjahre noch um zwölf Prozent übertroffen. Mehr als 100.000 Sterbefälle in einem Dezember habe es zuletzt mit 109.134 im Jahr 1969 gegeben: Damals seien die Zahlen durch die Hongkong-Grippe erhöht gewesen. Beim Robert Koch-Institut seien für Dezember 2020 insgesamt 20.043 Todesfälle von Personen gemeldet worden, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt gewesen seien.

EMA: Keine Todesfälle durch Biontech-Impfstoff in der EU

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat laut einer Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) in der EU bislang keine Todesfälle ausgelöst. Zwischen den nach der Impfstoffgabe aufgetretenen Todesfällen und dem Vakzin gebe es keinen Zusammenhang, teilte die in Amsterdam ansässige EU-Behörde am Freitag mit. Auch seien keine weiteren Nebenwirkungen festgestellt worden. Nach der ersten Datenanalyse bleibe es dabei, dass der Nutzen des Impfstoffs bei der Prävention von Covid-19 im Vergleich zu den Risiken überwiege. Es gebe "keine Sicherheitsbedenken" und auch "keine empfohlenen Änderungen bei der Anwendung des Vakzins", betonte die EMA.

Berichte über seltene schwere allergische Reaktionen auf den Impfstoff während der vergangenen Wochen gingen nicht über das hinaus, was über diese "bekannte Nebenwirkung" bereits herausgefunden worden sei, hieß es weiter. Mehrere EU-Staaten hatten in den vergangenen Wochen über Todesfälle bei Empfängern des Biontech/Pfizer-Impfstoffs berichtet.

In Norwegen hatte es insgesamt 33 solcher Todesfälle unter älteren Menschen gegeben, nachdem diese die erste Dosis des Impfstoffs erhalten hatten. Laut den Gesundheitsbehörden in Oslo wurde in keinem der Fälle ein Zusammenhang zwischen der Impfstoffgabe und dem Tod festgestellt. Norwegischen Ärzten wurde jedoch empfohlen, den Gesundheitszustand ihrer Patienten mit einer möglichen Verabreichung des Corona-Impfstoffs abzuwägen. Die EMA betonte, dass ein Großteil der Todesfälle bei Menschen über 65 Jahren mit fortgeschrittenen und teils multiplen Vorerkrankungen aufgetreten sei. Einige der Menschen seien bereits in palliativmedizinischer Behandlung gewesen, als sie die erste Impfstoffdosis erhalten hätten.

Söder wirft EU Fehler vor und fordert "maximale Transparenz"

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Europäischen Union Fehler im Kampf gegen die Corona-Pandemie vorgeworfen. Es sei zu spät Impfstoff bestellt und zudem nur auf wenige Hersteller gesetzt worden, sagte Söder am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Das Ergebnis sei bislang ungenügend. "Die operative Verantwortung lag in Europa", hielt Söder fest. Man habe die grundlegende Bedeutung unterschätzt.

Nun sei man auch hierzulande einige Wochen nach Beginn des Impfstarts an einem Punkt, an dem die bestellten Mengen nicht ankommen und Impfungen deswegen verschoben werden. "Das ist schon eine sehr, sehr unsichere Situation für so ein wichtiges Thema. Und ich glaube, man hat es auch in Deutschland an einigen Stellen am Anfang unterschätzt", sagte Söder. Nun brauche es "maximale Transparenz" bei der Aufarbeitung der Probleme. Beim dem geplanten Impfgipfel von Bund und Ländern gehe es nun darum, schneller an mehr Impfstoff zu kommen. "Das kann doch nicht sein, dass ein so großer Kontinent, der wirtschaftlich so stark ist und so viele große Pharmaunternehmen hat, nicht mehr an Produktion möglich machen kann, als nur ein Werk, dass jetzt gerade in Marburg ans Band gehen soll", sagte Söder. 

Der Ministerpräsident zeigte sich zudem skeptisch bezüglich einer Lockerung der Corona-Beschränkungen, die bis Mitte Februar befristet sind. "Ich bin nicht überzeugt, dass am 14. alles aufgehoben wird. Ich finde nicht, dass es die Zeit für große Lockerungen ist." Mutation und vorschnelle Lockerungen seien "eine toxische Kombination".

Hunderte Briten liefern sich Schneeballschlacht – 10.000 Pfund Bußgeld

In Leeds, einer Stadt im Norden Großbritanniens, hatten sich Mitte Januar Hunderte Menschen bei einer illegalen Schneeballschlacht vergnügt. Über zwei Stunden hatten sich die Teilnehmer mit Schnee beworfen, wie die Polizei in West Yorkshire berichtete. 

Die Polizei habe nun zwei junge Männer ausfindig machen können, die zu der Schneeballschlacht aufgerufen hatten. Damit hätten sich die beiden Männer strafbar gemacht. Gegen sie werde nun ein Bußgeld von 10.000 Pfund (11.200 Euro) verhängt. Der örtliche Polizeichef Damien Miller sagte: "Wir haben absolut kein Vergnügen daran, diesen beiden jungen Männern so hohe Geldstrafen aufzuerlegen, aber ihre Handlungen ermutigten Hunderte von Menschen dazu, sich in unmittelbarer Nähe zueinander aufzuhalten, was ein erhebliches und völlig unnötiges Risiko für die Ausbreitung des Virus darstellte."

In England gilt derzeit ein Lockdown. Dieser sieht Treffen von lediglich einer Person eines anderen Haushalts vor, und das auch nur zur sportlichen Aktivität.

Erstmals Infizierte mit zwei verschiedenen Coronavirus-Typen

Brasilianische Forscher haben im Süden des Landes bei Infizierten zwei verschiedene Coronavirus-Typen – P.2 und B.1.1.28 – nachgewiesen. Ihren Angaben nach haben sie die ersten Menschen entdeckt, die sich gleichzeitig mit zwei verschiedenen Coronaviren angesteckt haben. Die Infizierten zeigten bislang milde Krankheitsverläufe. 

Brasilien ist nach den USA das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Es verzeichnet mehr als 220.000 Tote und knapp neun Millionen Infektionen. Die indigene Bevölkerung ist aufgrund geringerer Abwehrkräfte besonders gefährdet: Rund 40.000 Indigene wurden nach Schätzungen der Dachorganisation der indigenen Völker Brasiliens bisher mit dem neuartigen Virus infiziert, fast 800 starben.

SPD-Chefin Esken fordert Änderung der Impfreihenfolge in Deutschland

Angesichts möglicher Alterseinschränkungen für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat SPD-Chefin Saskia Esken ein verändertes Vorgehen bei den Impfungen in Deutschland gefordert. Es müssten nun umgehend alternative Impfstoffe für über 65-Jährige beschafft werden, sagte Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem müsse die Reihenfolge der Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel neu organisiert werden.

"Vor allem Klinik- und Pflegepersonal sollten als erste von den nun freien Ressourcen profitieren", forderte die SPD-Vorsitzende.

Deutsche geben EU schlechte Noten für Impfstoffbeschaffung

In einer INSA-Befragung für "Bild" erteilen die Deutschen der Europäischen Union (EU) eine Durchschnitts-Schulnote 3,9, die Bundesregierung kommt auf 3,8. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet demnach beide Institutionen mit Noten schlechter als drei.

Zufrieden mit dem Handeln von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) bei der Corona-Impfstoffbeschaffung sind lediglich 40 Prozent. Mit Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) sind 30 Prozent zufrieden. Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen (62) kommt auf 21 Prozent. 36 Prozent der Befragten hätten sich bereits impfen lassen, wenn es den Impfstoff schon gäbe. Das wären mehr als 24 Millionen Menschen. Tatsächlich konnten bisher nur rund zwei Millionen Deutsche geimpft werden. 

Welt-Ärztepräsident Montgomery fordert Exportverbot für Astrazeneca

Welt-Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat den Impfstoffhersteller Astrazeneca wegen seiner Lieferpolitik scharf kritisiert und ein Exportverbot des Impfstoffes gefordert. "Das Verhalten von Astrazeneca ist unterirdisch", sagte Montgomery dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). "

Es kann nicht sein, dass das Unternehmen seine Lieferzusagen für Großbritannien genau einhält, für die EU aber nur einen Bruchteil der zugesagten Impfdosen liefert", kritisierte Montgomery und forderte eine "harte" Reaktion der EU. "Wenn der Impfstoff auf kontinentaleuropäischem Boden produziert wird, muss man dem Unternehmen verbieten, ihn außerhalb der EU auszuliefern."

Novavax zieht positive Zwischenbilanz bei Impfstofftest

Der US-Konzern Novavax erklärt, sein Impfstoff habe in einer Erprobung in Großbritannien eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent gezeigt. Nach ersten Analysen habe die Arznei fast dieselbe Wirksamkeit bei den neu entdeckten Virusmutationen. Die Studie, an der 15.000 Menschen zwischen 18 und 84 Jahren teilnahmen, solle Grundlage für das Zulassungsverfahren in Großbritannien, der EU und anderen Staaten werden. Hier lesen Sie mehr.

Arzneimittelrechtliche Erlaubnis für Biontech-Werk erteilt

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat auch die arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung von Corona-Impfstoff in seinem Werk im hessischen Marburg erhalten. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt am Donnerstag mit. Vor zwei Wochen hatte Biontech bereits die Genehmigung zum Betrieb seiner Anlage für die Produktion des Mittels bekommen – in dem Fall war das RP Gießen zuständig.

Nach Angaben eines Sprechers der Darmstädter Behörde steht noch ein weiterer formaler Schritt an: Um den in Marburg hergestellten Impfstoff in der Europäischen Union vermarkten zu können, sei noch eine Genehmigung der EU-Arzneimittelagentur EMA nötig.

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion streben die Mainzer nach eigenen Angaben hier 750 Millionen Dosen an. In Marburg sollen drei der vier nötigen Produktionsschritte erfolgen. Biontech hatte das Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen.

Biontech plant – so die letzte Ankündigung – im Februar mit dem Produktionsstart in Marburg. Dem Unternehmen zufolge vergehen zwischen der Herstellung und Freigabe des kontrollierten Vakzins dann üblicherweise etwa vier Wochen.

Dänemark verlängert Lockdown bis Ende Februar

Die dänische Regierung hat den Lockdown wegen der Corona-Pandemie bis Ende Februar verlängert. Damit bleiben die Schulen und die meisten Geschäfte noch bis zum 28. Februar geschlossen, wie Regierungschefin Mette Frederiksen am Donnerstag ankündigte. In den Grundschulen soll möglicherweise eher wieder Unterricht möglich sein, ein Datum nannte Frederiksen aber noch nicht.

Bereits seit Mitte Dezember sind in Dänemark die Schulen sowie Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte geschlossen. Die Infektionszahlen gingen daraufhin zurück. Am Donnerstag wurden in dem 5,8-Millionen-Einwohner-Land nur noch 668 Neuinfektionen verzeichnet - das waren sechs Mal weniger als Mitte Dezember.

Die Regierung mahnt aber weiter zur Vorsicht, weil sich die hoch ansteckende Coronavirus-Variante aus Großbritannien zuletzt stark ausgebreitet hat. Die Virus-Variante B.1.1.7 wurde in der Woche vom 18. bis 26. Januar bei 13,5 Prozent aller positiven Tests festgestellt. Frederiksen sprach von einer "besorgniserregenden Entwicklung".

Bund und Länder planen Impfgipfel am Montag

Die Bundesregierung will mit einem Impfgipfel von Bund und Ländern auf die wachsende Kritik an der Impfkampagne zur Eindämmung der Corona-Pandemie reagieren. Auch Vertreter der Impfstoff-Hersteller sollen dabei sein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Hochrisikogebiet Portugal schließt Grenze zu Spanien

Die portugiesische Regierung hat wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen die Schließung der Grenze zum Nachbarland Spanien ab Freitag angeordnet. Für zunächst zwei Wochen darf die Grenze demnach nur noch in Notfallsituationen überschritten werden, wie Innenminister Eduardo Cabrita laut Medien am Donnerstag in Lissabon mitteilte. Schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr vergangenen Jahres war die gemeinsame Grenze monatelang geschlossen. Erst am 1. Juli wurde sie wegen damals stark rückläufiger Corona-Zahlen wieder geöffnet.

Die Corona-Lage ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa "sehr schlimm". Am Donnerstag wurden in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern 16.423 Neuinfektionen und 303 weitere Corona-Tote registriert. Das war ein Höchststand seit Beginn der Pandemie. Auf Deutschland hochgerechnet entspräche das etwa 130.000 Neuinfektionen und rund 2.400 Toten binnen 24 Stunden.

Johnson: Keine Bedenken bei Astrazeneca-Impfstoff für über 65-Jährige

Der britische Premier Boris Johnson hat die deutsche Empfehlung zurückgewiesen, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur bei unter 65-Jährigen einzusetzen. "Unsere eigene Zulassungsbehörde hat sehr klar gemacht, dass der Oxford/Astrazeneca-Impfstoff sehr gut und wirksam ist, und bereits nach einer Dosis eine sehr hohe Schutzwirkung bietet und sogar noch mehr nach zwei Dosen", sagte Johnson bei einem Besuch in Schottland am Donnerstag zu Journalisten. Die Belege zeigten, dass die Behörde der Meinung sei, das Vakzin erziele in allen Altersgruppen eine gute Immunantwort.

Die Immunologin Mary Ramsay der Gesundheitsbehörde Public Health England räumte ein, dass die Gruppe der Älteren in den Phase-III-Studien des Impfstoffs klein gewesen sei - andere Daten zur Immunantwort seien jedoch "beruhigend" ausgefallen.

Virus-Mutation aus Südafrika erstmals in den USA nachgewiesen

Die zunächst in Südafrika identifizierte Mutation des Coronavirus ist erstmals in den USA nachgewiesen worden. Die Variante wurde in South Carolina unabhängig voneinander bei zwei Erwachsenen nachgewiesen, erklärte die zuständige Gesundheitsbehörde des Bundesstaats am Donnerstag. Die beiden Personen seien zuvor nicht verreist gewesen, hieß es. Damit schien bestätigt, dass sich die Variante zumindest in begrenztem Ausmaß bereits vor Ort im Umlauf befindet. "Es sind die ersten beiden Fälle mit dieser Variante in den Vereinigten Staaten", erklärte die Behörde.

US-Experten vermuten, dass die bereits zugelassenen Corona-Impfungen gegenüber der Mutation aus Südafrika, bekannt als B.1.351, etwas weniger wirksam sind. Sie sollen ausreichenden Schutz bieten, allerdings womöglich weniger langfristig. Zudem sollen Antikörper-Behandlungen gegenüber der Variante weniger effektiv sein. Die Erkenntnisse stützen sich bislang aber nur auf vorläufige Daten. Auch in Deutschland wurde die Variante bereits nachgewiesen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte erst am Mittwoch erklärt, dass die zunächst in Großbritannien nachgewiesene und ansteckendere Variante des Virus bereits in 26 der 50 US-Bundesstaaten festgestellt worden sei. In dieser Woche war im Bundesstaat Minnesota außerdem erstmals die Variante aus Brasilien entdeckt worden.

Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger

Rund fünf Millionen Bezieher von Grundsicherung sollen jeweils zehn FFP2-Masken bekommen. Sie sollen zügig Post von den Krankenkassen oder den Krankenversicherungen bekommen und die Masken in den nächsten zwei Wochen abholen können. Das teilten Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin mit. Weitere Pakete mit FFP2-Masken sollen an soziale Einrichtungen gehen – so sollen an Obdachlosenheime laut Spahn "2.000 Pakete mit zwei Millionen Masken" verteilt werden. 

Außerdem kündigte Heil an, die Jobcenter zügig anweisen zu wollen, bei Beziehern von Sozialleistungen die Kosten von digitalen Endgeräten für Schulkinder zu übernehmen. Als Beispiel nannte er Laptops, Tablets, oder "auch mal einen Drucker".

Sozialverbände hatten vor dem Hintergrund der neuen Maskenvorgaben mehrfach gefordert, dass der Staat Bedürftige dann auch entsprechend unterstützen müsse.

Eine Festnahme nach verdächtigem Paketfund bei Astrazeneca-Zulieferer

Nach dem Fund eines verdächtigen Paketes bei einem Zulieferer des Impfstoffherstellers Astrazeneca in Wales hat die Polizei einen Mann festgenommen, der damit in Verbindung stehen soll. Der 53-Jährige aus Chatham im Südosten von England werde verdächtigt, das Paket verschickt zu haben, teilte die Polizei der Grafschaft Kent am Donnerstag mit. Der Mann sei nun in Untersuchungshaft, während man weiter ermittle.

Das Paket war am Mittwoch bei einem Zulieferer des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers Astrazeneca entdeckt und von Sprengstoffexperten gesichert und zu Untersuchungen abtransportiert worden. Ob sich darin Sprengstoff befand, blieb zunächst unklar.

Das Unternehmen Wockhardt hatte sein Werk im walisischen Wrexham zeitweise geräumt. Dort finden wichtige Schritte zur Herstellung des Coronavirus-Impfstoffs von Astrazeneca statt. Die Polizei hatte mehrere Straßen gesperrt und die Bevölkerung aufgefordert, die Umgebung zu meiden. Später wurde die Produktion wieder aufgenommen. Astrazeneca betonte, die Produktion des Impfstoffs sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt worden.

Impfkommission: Astrazeneca-Vakzin nur für unter 65-Jährige

Der Astrazeneca-Impfstoff soll nach einer Empfehlung der deutschen Ständigen Impfkommission (Stiko) im Gegensatz zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden. In der am Donnerstag veröffentlichten Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts heißt es, das Astrazeneca-Präparat solle in den einzelnen Stufen, die die Priorisierung festlegen, "jeweils nur den Personen angeboten werden, die 18-64 Jahre alt" sind.

Die Stiko begründet ihre Empfehlung mit der Datenlage zum Astrazeneca-Wirkstoff. "Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor", schreibt sie. Das Bundesgesundheitsministerium teilt mit, dass sich von den 341 Geimpften dieser Gruppe in einer Teilnehmerstudie nur einer mit dem Coronavirus infiziert habe. Da die Zahl der Probanden aber nicht ausreiche, lasse sich daraus keine statistisch signifikante Aussage ableiten, so das Ministerium. Die Stiko betont zugleich: "Abgesehen von dieser Einschränkung wird dieser Impfstoff ebenfalls als gleichermaßen geeignet angesehen."

Wissenschaftsakademie ehrt Biontech-Gründer

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin erhalten den diesjährigen Preis der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Die Auszeichnung für innovative und zukunftsweisende Forschung würdige die Verdienste des Paars bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs, teilte die Akademie am Donnerstag mit. Der Preis wird im Herbst verliehen.

Der von Türeci und Şahin entwickelte mRNA-Impfstoff ermögliche die Antikörperbildung über die Codierung ausgewählter Proteine, erklärte die Akademie. "Mit diesem Verfahren, das sich die Programmierung der genetischen Struktur zu eigen macht, sind auch Mutanten des Virus schneller zu bekämpfen." Die beiden Gründer des Mainzer Biopharma-Unternehmens "haben im Rahmen ihrer langfristig angelegten onkologischen Forschung den Nutzen von synthetischer mRNA für Zwecke der Immunisierung erkannt und diese Methoden systematisch ausgebaut", fügte Akademiemitglied Bernhard Fleckenstein hinzu.

Berlin will selbst Impfstoff produzieren

Berlin könnte seine eigene Corona-Impfstoff-Produktion bekommen. Laut Gesundheitssenatorin Kalayci laufen Gespräche mit dem Unternehmen "Berlin-Chemie". Mehr dazu lesen Sie hier. 

Über ein Viertel aller Corona-Toten in Israel in vergangenen Wochen

Gemessen an den Totenzahlen sind die vergangenen vier Wochen in Israel die bislang schlimmsten seit Beginn der Corona-Pandemie gewesen. Wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorging, wurden in dem Zeitraum mehr als ein Viertel aller Todesfälle in Verbindung mit einer Infektion verzeichnet. Das Ministerium wies am Donnerstag 4.609 Tote aus, am 27. Dezember 2020 stand die Zahl bei 3.222. Insgesamt haben sich bisher knapp 625.000 Menschen in dem Land infiziert. Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, in Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen.

In Israel gilt seit drei Wochen ein Lockdown mit strikten Regeln, parallel dazu läuft eine massive Impfkampagne. Die täglichen Infektionszahlen sind dennoch weiterhin sehr hoch, insbesondere in den ultraorthodoxen jüdischen und den arabischen Bevölkerungsteilen. Für einen großen Teil der Neuinfektionen wird die britische Coronavirus-Mutation verantwortlich gemacht. Israel hat bis Monatsende den Flugverkehr weitgehend eingestellt. 

Mehrheit begrüßt Flugstopp nach Deutschland

Eine Mehrheit der Deutschen hat sich für einen überwiegenden Stopp von Flügen nach Deutschland ausgesprochen. Nach Auswertung einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov würden es 68 Prozent der Deutschen begrüßen, den Flugverkehr nach Deutschland im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf nahezu null zu reduzieren. Jeder fünfte Befragte lehnte dies ab. Die Bundesregierung will sich nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bis Freitag auf ein weitgehendes Einreiseverbot aus Ländern mit hoher Verbreitung neuer Corona-Varianten verständigen. 

Biontech: Impfstoff gegen wichtigste Mutationen wirksam

Der Biontech-Impfstoff ist offenbar auch gegen die Corona-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika wirksam. Das meldete das Unternehmen am Donnerstagmorgen. Das Vakzin der Mainzer Firma, die das Mittel gemeinsam mit dem US-Pharma-Riesen Pfizer produziert, hatte bereits eine hohe Wirksamkeit gegen das ursprüngliche Coronavirus gezeigt. Unklar war bislang, ob es auch gegen die veränderten Varianten von Covid-19 eingesetzt werden kann.

EU-Abgeordnete Barley: "Wir wollen Impfdosen"

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley, setzt im Streit der EU mit dem Pharmakonzern Astrazeneca über die Lieferung von Impfstoff auf eine Einigung. "Ich hoffe, auch unter dem Druck möglicher Strafzahlungen, dass sich Astrazeneca bemühen wird, andere Produktionskapazitäten zu finden", sagte sie im Deutschlandfunk. Dazu solle der Konzern etwa Konkurrenten einspannen. Eine mögliche Entschädigung helfe nicht, "sondern wir wollen Impfdosen". Sie kritisierte zudem, dass der Vertrag zwischen der EU und Astrazeneca für die EU-Parlamentarier nicht einsehbar sei. "Das ist wirklich ein Problem." 

Zustimmung zu Corona-Kurs sinkt deutlich

Die Zustimmung der Deutschen zu dem Kurs der Bundesregierung in der Corona-Krise sinkt deutlich. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sind nur noch 49 Prozent damit zufrieden – 42 Prozent sind dagegen unzufrieden. Bisher konnte die Regierung nach den Allensbach-Umfragen immer auf eine weit überwiegende Zustimmung bauen.

Bund plant Einreiseverbote wegen Mutationen

Angesichts etwas sinkender Corona-Infektionszahlen sprechen manche schon über mögliche Lockerungen des Lockdowns. Die Bundesregierung aber denkt über Einreiseverbote aus Ländern mit dem mutierten Virus nach. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dreyer fordert einheitliche Regeln für Lockerung des Lockdowns

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat einheitliche Regeln für eine Lockerung des Corona-Lockdowns gefordert: "Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir uns in Deutschland auf die gleichen "Wenn-dann-Regeln" einigen", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). "Wir brauchen ein Einvernehmen darüber, in welchen Inzidenz-Korridoren bestimmte Bereiche gelockert werden können oder wieder verschärft werden müssen." Ein Zukunftsplan, der den Familien, der Wirtschaft und der Kultur Perspektiven vermittelt, sei "absolut notwendig".

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich zurückhaltender. Er forderte, sich bei den Szenarien für Lockerungen nicht allein an der Zahl der Neuinfektionen zu orientieren. "Der Inzidenzwert ist eine wichtige Maßzahl – aber nicht der einzige. Wir müssen auch andere Aspekte, wie die Ausbreitung der Mutationen und die Auslastung in den Intensivstationen, im Blick haben", sagte der SPD-Politiker. Schulen und Kitas müssten bei der Lockerung ganz vorn stehen. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Fast drei Millionen Menschen bei slowakischen Corona-Massentests

Die Slowakei hat erneut einen großen Teil der über zehn Jahre alten Bevölkerung einem Corona-Massentest unterzogen. Wie der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovič am Mittwoch bilanzierte, nahmen 2,95 Millionen der insgesamt 5,5 Millionen Einwohner an den Antigen-Schnelltests teil. Von den Testergebnissen seien 1,24 Prozent positiv gewesen.

Die innerhalb von neun Tagen vom 18. bis 26. Januar im ganzen Land durchgeführten Testungen waren zwar formell freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, darf bis 7. Februar nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Sogar für Spaziergänge in der Natur ist ein negativer Test nachzuweisen. Die Polizei hatte schon im Voraus strenge Kontrollen ab Mittwoch angekündigt.

Matovič rechtfertigte die Massentests vor Journalisten als einzige objektive Möglichkeit, die reale Verbreitung der Pandemie festzustellen. Der Städte- und Gemeindeverband kritisierte hingegen, den Kommunen sei ohne angemessene Entschädigung die Hauptlast der Organisation aufgebürdet worden. Vor weiteren Massentests sollten erst Experten befragt werden, ob der enorme Aufwand an personellen und materiellen Ressourcen nicht zu groß sei im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen.

Tschentscher: Verlängerung des Lockdowns wahrscheinlich

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hält eine weitere Verlängerung des Lockdowns für wahrscheinlich. "Es ist jetzt nicht die Zeit für Lockerungen", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. "Ich gehe davon aus, dass der Lockdown über den 14. Februar hinaus fortgeführt werden muss." Die Infektionszahlen seien bisher nicht ausreichend zurückgegangen. "Einen Automatismus für die Aufhebung von Einschränkungen sollte es nicht geben", sagte er.

Zunächst müssten die Risiken der neuen Virusmutationen und ihre Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen eingeschätzt werden können. "Erst auf dieser Grundlage kann ein Öffnungskonzept beschlossen werden."

Bei der Entscheidung über den Zeitpunkt und die Schrittfolge der Lockerungen müssten dann neben der 7-Tage-Inzidenz weitere Indikatoren einbezogen werden. Als Beispiele nannte Tschentscher den R-Wert, der angibt, wie viele Menschen von einer infektiösen Person durchschnittlich angesteckt werden, die Zahl der stationären Covid-19-Patienten, die Auslastung der Intensivstationen und den Fortschritt der Impfungen.

WHO: Britische Corona-Variante inzwischen in 70 Ländern verbreitet

Die neuen Varianten des Coronavirus breiten sich in immer mehr Ländern aus: Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mitteilte, wurde die zunächst in Großbritannien registrierte Mutante inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen. Das waren zehn Länder mehr als eine Woche zuvor.

Auch für die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante verzeichnete die WHO ein größeres Verbreitungsgebiet. Die Zahl der betroffenen Länder stieg innerhalb von einer Woche um acht auf 31. Für die zuerst in Brasilien aufgetauchte Mutante gab die WHO nun an, dass acht statt zuvor sechs Länder betroffen seien.

Die zunächst in Großbritannien festgestellte Mutante ist Wissenschaftlern zufolge ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hatte vergangene Woche gesagt, dass es zudem "Hinweise" darauf gebe, dass die Variante "mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden" könne. Die WHO betonte am Mittwoch jedoch, dass diese Angaben auf "vorläufigen" Studienergebnissen basierten und für eine Verifizierung weitere Analysen nötig seien.

Norwegen schließt seine Grenzen

Der Norden macht dicht: Aus Bedenken vor mutierten Coronavirus-Varianten verschärft nach Dänemark und Finnland auch Norwegen seine Einreisebeschränkungen. Ab Mitternacht in der Nacht zum Freitag werden die norwegischen Grenzen für praktisch alle Menschen geschlossen, die nicht im Land wohnen, wie Regierungschefin Erna Solberg am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Dabei handele es sich um die strengsten Einreisebeschränkungen seit März des vergangenen Jahres. Es gebe jedoch Ausnahmen, etwa für Arbeitnehmer mit kritischen Funktionen, den Warentransport und Gesundheitspersonal aus den Nachbarländern Schweden und Finnland.

Seit Mittwoch gelten auch in Finnland verschärfte Einreiseregeln. Dänemark lässt seit dem 9. Januar bis auf wenige Ausnahmen nur noch Menschen ins Land, die einen triftigen Einreisegrund sowie einen negativen und maximal 24 Stunden alten Corona-Test vorweisen können. Schweden hat zudem seine Grenzen nach Norwegen geschlossen.

Norwegen ist bislang relativ gut durch die Corona-Krise gekommen, hat aber auch seine Probleme mit der Pandemie. Zuletzt hat ein Ausbruch der britischen Coronavirus-Variante in einem Pflegeheim nahe Oslo zu Bedenken und strikten Maßnahmen in der Hauptstadtregion geführt. Im europäischen Vergleich zählen die norwegischen Neuinfektionszahlen jedoch seit Längerem zu den niedrigsten des gesamten Kontinents.

Verdächtiges Paket: Polizei räumt Impfstoff-Fabrik

Ein verdächtiges Paket, das am Mittwoch bei einem Zulieferer des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers Astrazeneca entdeckt wurde, ist von Sprengstoffexperten gesichert und zu Untersuchungen abtransportiert worden. Das teilt die Polizei in Wales am Abend mit. Ob sich darin Sprengstoff befand, blieb zunächst unklar.

Das Unternehmen Wockhardt hatte am Morgen wegen des Vorfalls sein Werk im walisischen Wrexham geräumt. Dort finden wichtige Schritte zur Herstellung des Coronavirus-Impfstoffs von Astrazeneca statt. Die Polizei hatte mehrere Straßen gesperrt und die Bevölkerung aufgefordert, die Umgebung zu meiden. Später wurde die Produktion wieder aufgenommen.

Israel schließt Flughafen und Landesgrenzen

Nach dem internationalen Flughafen Ben Gurion schließt Israel im Kampf gegen das Coronavirus vorübergehend auch seine Landgrenzen. Dies kündigte das Innenministerium am Mittwoch an. Die Maßnahme soll von Donnerstagmorgen bis Ende Januar gelten. Davon betroffen sind insgesamt drei Grenzübergänge nach Ägypten und Jordanien. Der Übergang Allenby-Brücke nach Jordanien bleibt für Bewohner des Westjordanlands geöffnet.

Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen Israels, das Einschleppen weiterer Coronavirus-Mutationen zu verhindern. In der Nacht auf Dienstag war bereits der Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv - das mit Abstand wichtigste Luftverkehrsdrehkreuz des Landes - bis Monatsende nahezu komplett geschlossen worden.

Virologen fordern EU-weite Regeln für Einreisende 

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und andere fordern in der Fachzeitschrift "The Lancet" einheitliche Regeln für Einreisende. "Wir müssen versuchen, die Ausbreitung der Varianten in Deutschland zu verzögern", sagte Ciesek am Dienstag im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". "Das kann nur europaweit funktionieren – weil wir nicht isoliert auf einer Insel leben."

In Deutschland wurden bisher Mutationen des Coronavirus aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen. Wegen größerer Nähe, vieler Kontakte und verschiedener Verkehrswege sei es kaum möglich, die britische Variante aufzuhalten, so Ciesek. Man müsse aber die Ausbreitung verlangsamen, bis alle geimpft seien

Die Varianten aus Brasilien und Südafrika seien in Deutschland bislang kaum verbreitet. Alle Fälle seien "importiert", es seien keine Folgeansteckungen bekannt. Da diese Mutationen nur über Flughäfen eingeschleppt werden könnten, habe man hier bessere Chancen: "Wenn man konsequent testet, nachverfolgt und in Quarantäne steckt, hat man, glaube ich schon eine Chance, dass man das eine Weile eindämmen kann."

Weltweit bereits mehr als 100 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Das ging am Dienstag aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei mehr als 2,1 Millionen. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die Webseite der US-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit gut 25 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es auch mehr bestätigte Todesfälle als in jedem anderen Land: mehr als 423.000. In Indien sind inzwischen rund 10,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien 8,8 Millionen. In Europa wurden die meisten Infektionen bislang in Großbritannien gemeldet (3,7 Millionen), gefolgt von Frankreich (3,1 Millionen) sowie Spanien (2,6 Millionen) und Italien (rund 2,5 Millionen). In Deutschland wurden laut Johns Hopkins 2,16 Millionen Infektionen registriert.

Ärztekammer drängt Regierung zur Aufklärung der Impfschwierigkeiten

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert die Bundesregierung und die EU-Kommission dazu auf, darauf zu drängen, dass die vertraglich zugesicherten Impfstoff-Liefermengen und Liefertermine eingehalten werden. "Für den breiten Einsatz in den Praxen brauchen wir Impfstoffe, die unkompliziert zu transportieren und ohne spezielle Kühltechnik gelagert werden können", zitiert die "Rheinische Post" den Mediziner in einem Vorabbericht. "Diese Voraussetzungen scheint das Vakzin von Astrazeneca zu erfüllen. Solche Impfstoffe sind unerlässlich, um das Ziel der Herdenimmunität bis zum Sommer zu erreichen." 

Die Ursachen der jetzt bekannt gewordenen Lieferschwierigkeiten müssten deshalb umfassend geklärt und so schnell wie möglich behoben werden. Vor allem die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und die Beschäftigten in Kliniken und Pflegeinrichtungen müssten geimpft sein, bevor sich die erstmals in Großbritannien aufgetauchte Virusvariante weiter in Deutschland ausbreite. "Da zählt buchstäblich jeder Tag."

Chef von Astra Zeneca: EU-Kommission bestellte Impfstoff zu spät

Im Streit mit der EU-Kommission sieht der Pharmakonzern AstraZeneca den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Lieferengpässe. "Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan. Wir hatten auch Anfangsprobleme in Großbritannien. Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben", sagte Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot der "Welt". Hier lesen Sie mehr.

Irland verlängert Corona-Lockdown bis Anfang März

Irland verlängert seinen derzeitigen Corona-Lockdown bis zum 5. März. Damit bleiben die Schulen, die für die Versorgung der Bürger nicht wesentlichen Geschäfte sowie die Restaurants und Pubs bis zu diesem Datum geschlossen, wie Regierungschef Micheal Martin am Dienstag mitteilte. Die Botschaft an die Bürger sei sehr einfach, sagte er: "Bleiben Sie zu Hause, verreisen Sie nicht!"

Erstmals verhängt Irland auch eine generelle Quarantäne-Pflicht für Reisende, die aus dem Ausland eintreffen, wie Vize-Regierungschef Leo Varadkar ergänzte. Die meisten Einreisenden können die Zeit der Isolation zu Hause oder anderen Orten ihrer Wahl verbringen. Einreisende aus Südafrika und Brasilien sollen hingegen in von der Regierung festgelegten Unterkünften isoliert werden. In diesen beiden Staaten sind Mutanten des Virus aufgetreten, von denen angenommen wird, dass sie besonders ansteckend sind.

Irland hat zuletzt einen starken Anstieg der Corona-Infektionszahlen erlebt. In dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land wurden bislang insgesamt rund 3.000 Todesopfer im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen verzeichnet.

Pfizer tüftelt bereits an verbessertem Impfstoff gegen Mutanten

Der US-Pharmakonzern Pfizer und der Mainzer Biotechkonzern Biontech tüfteln an einer verbesserten Version ihres Impfstoffs gegen Corona-Varianten. Man leiste bereits die Vorarbeiten, um schnell auf Corona-Mutanten reagieren zu können, falls es Hinweise darauf gebe, dass das Vakzin an Wirksamkeit einbüße, heißt es in einer Pfizer-Email an die Nachrichtenagentur Reuters.

Biden-Regierung will 200 Millionen Corona-Impfdosen zusätzlich kaufen

Durch die deutliche Aufstockung der nationalen Impfstoff-Bestände will die US-Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden die Corona-Impfungen im Land deutlich beschleunigen. Biden kündigte am Dienstag (Ortszeit) in Washington an, die Vereinigten Staaten wollten zusätzliche 200 Millionen Impfdosen kaufen – jeweils 100 Millionen von den Unternehmen Moderna und Pfizer. Die Lieferung der zusätzlichen Impfdosen werde bis zum Sommer erwartet. Damit solle der Bestellumfang von 400 auf 600 Millionen Impfdosen erhöht werden, sagte Biden. Dies sei genug, um bis zum Ende des Sommers 300 Millionen Amerikaner zu impfen, hieß es aus dem Weißen Haus. Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner. Pro Kopf sind zwei Impfdosen nötig.

Biden versprach auch, die US-Bundesstaaten sollten wöchentlich mehr Impfdosen bekommen - und einen längeren Planungsvorlauf. Zuletzt waren die Impfungen gegen das Coronavirus in den USA nicht im erhofften Tempo vorangekommen. Die Eindämmung der Pandemie ist eines der Hauptanliegen des neuen US-Präsidenten.Ω

Bayreuth: 3.000 Klinikmitarbeiter in "Pendlerquarantäne"

Wegen des Verdachts des Ausbruchs einer hochansteckenden Corona-Mutation hat das Klinikum Bayreuth seine Häuser vorerst geschlossen. Mehr als 3.000 Mitarbeitende des Klinikums dürfen nur noch ohne öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit kommen und befinden sich ansonsten in Quarantäne. Patienten werden nur noch in absoluten Notfällen aufgenommen und erst nach zwei negativen Testergebnissen entlassen, wie das Klinikum in der oberfränkischen Stadt am Dienstag mitteilte. "Aktuell ist die Lage in dem Bayreuther Großkrankenhaus angespannt, aber unter Kontrolle", hieß es.

Aktuell besteht in Bayreuth in mindestens elf Fällen der Verdacht auf eine Infektion mit einer hochansteckenden mutierten Virusvariante. Die Mutation B.1.1.7 aus England wurde in Bayreuth erstmals bei einer Person nachgewiesen, die von einer Reise zurückgekehrt war. Das Klinikum ließ nach eigenen Angaben daraufhin 30 Proben untersuchen. Mit dem abschließenden Ergebnis rechnet das Klinikum aber erst in knapp zwei Wochen.

In Großbritannien nun über 100.000 Corona-Tote

In Großbritannien steigt die Zahl der Coronavirus-Toten erstmals in einem europäischen Land über 100.000. Premierminister Boris Johnson erklärte am Dienstag, seine Regierung habe alles Machbare getan, um den Verlust an Leben durch die Pandemie so klein wie möglich zu halten. Es werde auch weiterhin alles Menschenmögliche getan. Der Leiter des englischen Gesundheitssystems Chris Whitty sieht trotz der Impfkampagne keine rasche Besserung der Lage: "Unglücklicherweise werden wir in den kommenden Wochen etliche weitere Todesfälle haben bevor die Impfungen wirken."

Die Regierung gibt bekannt, dass knapp 6,9 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten haben, mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. Die zweite und letzte Dosis wurde demnach bislang 472.446 Bürgern verabreicht. Johnson erklärte, er habe vollsten Vertrauen in die Versorgung mit Impfstoffen

Seehofer will Flugverkehr massiv einschränken

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will zur Bekämpfung der Corona-Pandemie den Flugverkehr nach Deutschland massiv einschränken und außerdem schärfere Grenzkontrollen einleiten. "Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren", sagte Seehofer am Dienstag der "Bild".

"Dazu gehören deutlich schärfere Grenzkontrollen, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null, so wie Israel das derzeit auch macht, um die Einschleppung der Virus-Mutation zu verhindern", sagte der Minister. Die Menschen in Deutschland erwarteten, "dass wir sie bestmöglich vor einer Explosion der Infektionszahlen schützen".

Corona-Lockdown in Kalifornien mit sofortiger Wirkung aufgehoben

Im US-Bundesstaat Kalifornien ist der strikte Lockdown mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Gouverneur Gavin Newsom sagte am Montag, der Bundesstaat habe seinen Kampf gegen "die herausforderndste Welle" der Corona-Pandemie hinter sich. Daher würden die bislang geltenden Ausgangssperren aufgehoben. Damit wird es den Bürgern etwa wieder möglich sein, zum Friseur oder abends zum Essen auszugehen.

Kalifornien war in den vergangenen Monaten besonders stark von der Pandemie betroffen. Daher wurden am 3. Dezember Versammlungsverbote erlassen. Alle nicht unerlässlichen Aktivitäten mussten unterbleiben. Insgesamt wurden drei Millionen Erkrankungen registriert. In den beiden vergangenen Wochen sank die Zahl der Einlieferungen in Intensivstationen um etwa zehn Prozent. Zugleich verdreifachte sich die Zahl der Anti-Corona-Impfungen im Verlauf des Monats Januar.

Die Aufhebung der Ausgangssperre bezieht sich nicht auf alle gesellschaftlichen Aktivitäten. So sollen Bars geschlossen bleiben und keine Live-Sportveranstaltungen stattfinden. Die Genehmigung, zum Essen auszugehen, bezieht sich lediglich auf die Terrassenbewirtschaftung. Ein Restaurant-Betrieb in geschlossenen Räumen bleibt unzulässig. Die jeweiligen lokalen Behörden können weitere Maßnahmen festlegen.

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Großbritannien

In Großbritannien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bis Mitte Januar war bei fast 99.000 Menschen in England und Wales Covid-19 auf dem Totenschein verzeichnet, wie die britische Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Seitdem kamen nach offiziellen Zahlen der Regierung mehrere Tausend weitere Todesfälle in ganz Großbritannien hinzu. Nach einem massiven Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit der neuen Variante B.1.1.7 im Dezember verzeichnete das Land die weltweit höchste tägliche Covid-Todesrate.

Der britischen Regierung wird vorgeworfen, wiederholt zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Krankenhäuser stehen massiv unter Druck, derzeit werden mehr Covid-19-Patienten künstlich beatmet als zu jedem anderen Zeitpunkt der Pandemie.

Britische Regierung will Hotel-Quarantäne für Einreisende

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus plant die britische Regierung eine verpflichtende Quarantäne für Einreisende. Allerdings ist noch nicht klar, ob die Vorschrift für alle internationalen Ankünfte gelten soll, also auch für Menschen aus Deutschland, oder nur für Einreisen aus Hochrisikogebieten. Wegen neuer Corona-Varianten in Südafrika und Brasilien stehen vor allem das südliche Afrika und Südamerika im Fokus. Premierminister Boris Johnson wollte am Dienstag mit seinem Corona-Kabinett über die Frage beraten. Der für die Impfkampagne zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi kündigte noch für denselben Tag eine Mitteilung an.

Vertreter der Luftfahrtbranche warnten, noch strengere Maßnahmen seien "katastrophal". Die Hotel- und Reisebranche zeigten sich hingegen offen und boten ihre Unterstützung an. Die Kosten für die verpflichtende Quarantäne sollen die Reisenden selbst übernehmen. Nach Berechnungen britischer Medien müssten sie für zehn Tage mit rund 1.000 Pfund (1.125 Euro) rechnen.

Bereits jetzt müssen sich Passagiere nach ihrer Einreise für zehn Tage selbst isolieren. Allerdings sollen sich zahlreiche Menschen nicht an die Vorschriften halten.

SPD-Chef: Impfen für alle bis zum Sommer kann "niemand garantieren"

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans ist skeptisch, ob tatsächlich bis zum Sommer jedem Bürger ein Impftermin angeboten werden kann. "Dass es Ende des Sommers wird oder auch darüber hinaus, kann bei solchen Hiobsbotschaften dieser Unternehmen sicher niemand garantieren", sagte Walter-Borjans den Sendern RTL und n-tv. Der britische Konzern Astrazeneca hatte mitgeteilt zunächst weniger Impfstoff als geplant an die EU liefern zu können. In der vergangenen Woche war es bereits zu einem Lieferengpass des Herstellers Biontech/Pfizer gekommen.

Infektiologe: Auch vierte und fünfte Welle möglich

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner hält in der Corona-Pandemie nicht nur eine dritte, sondern auch eine vierte und fünfte Welle für möglich. Womöglich würden diese aber flacher als die erste und zweite Welle verlaufen. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir eine riesige dritte Welle bekommen, weil wir relativ früh mit dem Lockdown eingegriffen haben", sagt der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, der mit seinem Team vor einem Jahr die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

"Solange es keine Durchimpfung in der Bevölkerung gibt und solange wir nicht sommerliche Temperaturen draußen haben, sollten wir uns aber an den Gedanken gewöhnen, dass es vielleicht auch eine vierte und fünfte Welle geben kann", sagte Wendtner der Deutschen Presse-Agentur weiter. "Das ist noch mal ein Appell an die Vernunft und an die Solidarität. Nur gemeinsam können wir es schaffen." 

Wegen Corona-Schließungen: Friseure senden finanziellen 'Notruf'

Deutschlands angeschlagene Friseurbranche fordert von der Politik stärkere und schnellere Finanzhilfen. "Es sind alle Rücklagen aufgebraucht, teilweise auch die Altersvorsorge - es geht um Existenzen", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, am Dienstag in Köln über die Situation in vielen Betrieben. Die Branche sende einen "Notruf".

Es dauere zu lang, bis Coronahilfen ankommen, und dann kompensierten sie nur einen viel zu kleinen Teil der Umsatzeinbußen. Die Branche brauche eine Perspektive, wann sie wieder aufmachen könne, forderte Wollseifer. In Deutschland gibt es 80.000 Friseurbetriebe mit 240.000 Mitarbeitern. Seit Mitte Dezember sind die Salons wegen der Pandemie geschlossen.

Krankenhäuser melden enorme Verluste

Die deutschen Krankenhäuser machen in der Pandemie Erlösverluste von fast zehn Milliarden Euro aus. Wegen verschobener Operationen und abgesagter Behandlungen jenseits der Covid-Fälle habe es 9,5 Milliarden weniger Einnahmen gegeben, sagt der künftige Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Allerdings hätten die Kliniken aus der Staatskasse Entschädigungen von 9,7 Milliarden Euro erhalten. Da es aber erhebliche Mehrausgaben für den Infektionsschutz gegeben habe, rechne man unterm Strich im Schnitt für alle Häuser bestenfalls mit einer Bilanz von Plus-Minus-Null.

Über eine Million Corona-Fälle in Indonesien

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien hat am Dienstag die Marke von einer Million Corona-Infektionsfälle überschritten. Damit ist das südostasiatische Land mit seinen 270 Millionen Einwohnern das am schlimmsten von der Pandemie betroffene in der gesamten Region. Am Dienstag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 13.000 Neuinfektionen verzeichnet. Mehr als 28.000 Menschen sind in Indonesien in Verbindung mit dem Virus gestorben.

Mitte Januar hatte Indonesien mit Massenimpfungen begonnen. Anders als andere Länder sollen nach den Mitarbeitern des Gesundheitswesens und des Öffentlichen Dienstes zunächst jüngere Menschen zwischen 18 und 59 Jahren geimpft werden. Ziel ist es, schnell eine Herdenimmunität zu erreichen

Mehr als 145.000 Neuinfektionen an einem Tag in den USA

In den USA sind an einem Tag 147.254 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen (MEZ) hervor. Der bislang höchste Wert wurde am 2. Januar mit 300.372 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Die Zahl der erfassten infizierten Toten binnen 24 Stunden lag am Montag bei 1.758. Der Höchstwert war am 12. Januar mit 4.462 Toten registriert worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 25 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 420.900 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Zahl der Corona-Todesfälle in NRW überschreitet 10.000

Die Zahl der Corona-Todesfälle in Nordrhein-Westfalen hat die 10.000er-Grenze überschritten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen liegt sie nunmehr bei 10.161, eine Zunahme von 189 gegenüber dem Vortag. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in NRW 1.403 weitere Neuinfektionen.

Der Sieben-Tages-Wert für Corona-Neuinfektionen sank weiter leicht. Die sogenannte Inzidenz als wichtige Kennziffer der Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner lag bei 102,4. Am Vortag betrug der Wert 104,1. Angestrebt ist die Zahl 50 – ab dann können die Gesundheitsämter nach eigenem Bekunden die Infektionsketten wieder nachvollziehen.

Bad Kissingen versorgt alle Haushalte mit FFP2-Masken

Die unterfränkische Kreisstadt Bad Kissingen hat an alle 14.000 Haushalte FFP2-Masken verteilen lassen. Wie die Kommune am Montag berichtete, seien am vergangenen Wochenende bei jeder Wohnung zwei Masken eingeworfen worden. Der Stadtrat hatte das Geld für die 28.000 Masken zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter der Stadt hatten die Masken dann in Umschläge verpackt.

"Wenn man flächendeckend das Tragen beim Einkaufen anordnet, muss man aus meiner Sicht auch flächendeckend zum Start Hilfe anbieten, damit jeder die Chance hat, die Vorgabe einzuhalten", sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD). Zwar seien zwei Masken pro Haushalt keine dauerhafte Versorgung, aber die Erfüllung der Auflagen werde den Bürgern so einfacher gemacht.

Seit 18. Januar müssen in Bayern in Geschäften und im Nahverkehr FFP2-Masken getragen werden, eine einfache Mund-Nase-Bedeckung reicht nicht mehr aus. Außerhalb des Freistaats will Bremen Anfang Februar an alle Einwohner im Alter von 15 bis 59 fünf FFP2-Masken per Post zusenden.

Bürger ab 60 Jahren erhalten bundesweit die Spezialmasken gegen eine geringe Zuzahlung in Apotheken. Die Krankenkassen verschicken derzeit an die Betroffenen entsprechende Gutscheine des Bundes.

Israel schließt Hauptstadt-Flughafen

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus schottet sich Israel ab. Seit Mitternacht (Ortszeit) ist der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv weitgehend geschlossen. Mit der drastischen Einschränkung des Luftverkehrs will die Regierung das Einschleppen weiterer Coronavirus-Mutationen verhindern. Die Maßnahme soll vorerst bis Ende des Monats gelten, ausgenommen sind unter anderem Frachtflüge und Flüge aus medizinischen Gründen. Eine ranghohe Repräsentantin des Gesundheitsministeriums sprach sich aber bereits für eine Verlängerung um mehrere Wochen aus. Der Flughafen müsse mindestens einen Monat lang geschlossen bleiben. Der internationale Luftverkehr läuft in Israel fast ausschließlich über den Ben-Gurion-Flughafen.

Bis zu 40 Prozent der Corona-Neuinfektionen in Israel gehen nach offiziellen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war zuvor wegen laxer Kontrollen am Flughafen scharf kritisiert worden. Die Bundesregierung in Berlin stuft Israel wegen hoher Infektionszahlen als Hochrisikogebiet ein.

England will Plattform für Mutationsforschung

Zur frühen Erkennung und effektiven Bekämpfung von Virus-Mutationen will Großbritannien eine internationale Plattform schaffen. Die sogenannte New Variant Assessment Platform unter der Federführung der Gesundheitsbehörde Public Health England solle Länder mit geringerer Expertise bei der genetischen Untersuchung positiver Corona-Proben unterstützen, wie der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag mitteilte.

"Unsere neue Varianten-Bewertungs-Plattform wird uns helfen, das Virus besser zu verstehen und wie es sich verbreitet und wird auch die globale Fähigkeit stärken, das Coronavirus zu verstehen, so dass wir alle besser auf das vorbereitet sind, was auch immer vor uns liegt", sagte Hancock nach einer Mitteilung. Britische Experten könnten sowohl aus der Ferne beraten und unterstützen als auch Material bereitstellen - außerdem sollen auch Proben zur Sequenzierung eingeschickt werden können.

Moderna-Impfstoff wirkt auch gegen Mutationen 

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna ist nach Unternehmensangaben auch bei den zuerst in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten neuen Virusvarianten wirksam. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass die zweimalige Impfung zu neutralisierenden Antikörpern gegen die bisher entdeckten Virusvarianten führe, erklärte Moderna am Montag. Das gelte für die zunächst in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7 und die in Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351.

Bei der britischen Variante gebe es im Vergleich zu früheren Virusvarianten "keine signifikante Auswirkung" auf das Antikörper-Niveau, erklärte Moderna. Bei der südafrikanischen Variante sei die Menge der Antikörper zwar um das Sechsfache geringer; dies sei aber nach wie vor ausreichend, um Schutz vor dem Virus zu bieten.

Moderna will aber als Vorsichtsmaßnahme eine zusätzliche Auffrischungsimpfung – also eine dritte Dosis – testen. Das Biotech-Unternehmen entwickelt außerdem einen Auffrischungsimpfstoff eigens für die südafrikanische Variante.

Merck und Pasteur stoppen Impfstoff-Entwicklung

Der Pharmakonzern Merck und das französische Institut Pasteur stellen ihr Coronaimpfstoff-Projekt ein. Sie sind nicht die ersten, die im Impfgeschäft Probleme melden und aufgeben mussten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zustimmung zu Kontaktbeschränkungen sinkt deutlich

Die Zustimmung der Deutschen zu einigen zentralen staatlichen Maßnahmen der Corona-Eindämmung ist zuletzt spürbar zurückgegangen. Wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung ergab, sank unter anderem die Akzeptanz der Kontaktbeschränkungen. Beurteilten kurz vor Weihnachten noch 84 Prozent diese als angemessen, waren es aktuell nur 74 Prozent.

Auch die Zustimmung zu Geschäftsschließungen sank im gleichen Zeitraum um zehn Prozentpunkte auf 56 Prozent. Größtenteils für angemessen hielten die Deutschen die nationale Impfstrategie, der zufolge zunächst Pflegeheimbewohner, andere Risikogruppen sowie Mitarbeiter des Gesundheitssystems geimpft werden. 74 Prozent der Befragten akzeptierten die hierzulande praktizierte Reihenfolge. Insgesamt wurden rund tausend Menschen gefragt, die Umfrage fand am 19. und 20. Januar statt. 

Hausärzte-Chef mahnt Vorbereitungen auf Impfung an

Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt dringt darauf, die Corona-Impfkampagne bei den niedergelassenen Ärzten besser vorzubereiten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gesundheitsministerium präzisiert Heimtest-Pläne

Bei den geplanten Corona-Heimtests geht es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums um neue, einfache Verfahren, die so bisher noch nicht verfügbar sind. "Wir sprechen ausdrücklich von Selbsttests, die einfacher zu handhaben sind", sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Die Produkte müssten zertifiziert werden und sowohl aussagekräftig genug als auch so von Laien praktizierbar sein, dass die Gefahr falscher Ergebnisse relativ gering sei. Das sei eine perspektivische Sache. "Noch gibt es keine Schnelltests, die so zertifiziert sind und in der Menge verfügbar wären, dass sie für so eine Verordnung in Frage kommen."

Das Gesundheitsministerium plant eine Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung", wonach Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung künftig privat erworben werden können. Im Moment dürfen Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden, auch Bildungseinrichtungen gehören seit Dezember zu den möglichen Empfängern. Bei bisherigen Antigen-Schnelltests muss allerdings wie bei PCR-Tests mit einem Wattestäbchen ein Abstrich tief in der Nase oder im Rachen genommen werden. Für Selbsttests ist das eher ungeeignet.

Israel hat mehr als eine Million Menschen zweifach geimpft

Mehr als eine Million Menschen in Israel hat die beiden nötigen Impfungen gegen das Coronavirus erhalten. Dies teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Montag bei Twitter mit. Die erste Dosis bekamen demnach bislang rund 2,6 Millionen Menschen verabreicht.

In Israel leben etwas mehr als neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neun Mal so viele Einwohner. Doppelt gegen das Coronavirus geimpft wurden dort bislang knapp 230.000 Menschen. Dem Unternehmen Pfizer zufolge beträgt der Impfschutz eine Woche nach der zweiten Impfung 95 Prozent.

Gesundheitsministerium erwartet Zulassung von Astrazeneca-Impfstoff am Freitag

Die europäische Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca wird laut Gesundheitsministerium in dieser Woche erwartet. Man rechne für Freitag damit, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Dann würden mehrere Millionen Dosen zusätzlich zur Verfügung stehen. Alledings stehen wegen Produktionsproblemen zunächst weniger als erwartet zur Verfügung. Wieviel fehle, sei derzeit unklar, sagt der Sprecher.

Mediziner: Masken schützen auch vor schweren Verläufen

Das Tragen von Gesichtsmasken in öffentlichen Räumen trägt nach Meinung des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger nicht nur entscheidend zur geringeren Ausbreitung des Coronavirus bei. Auch dort, wo Infektionen nicht vermieden würden, würden durch die Verminderung der Infektionsdosis mit hoher Wahrscheinlichkeit symptomatische Erkrankungen verhindert oder deren Schwere reduziert, schrieb Reisinger in einer jüngst im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Studie.

Er bezog sich unter anderem auf Erkenntnisse aus der schweizerischen Armee. Bei zwei Kompanien seien erst neun Tage nach dem ersten Infektionsfall Masken und Mindestabstände angeordnet worden. Danach erkrankten 30 Prozent der Soldaten an Covid-19, bei 62 Prozent ohne Symptome wurden SARS-CoV-2-Antikörper nachgewiesen. In einer anderen, räumlich getrennten Kompanie seien vor dem ersten Infektionsfall Masken und Mindestabstände angeordnet worden. Keiner dieser Soldaten sei erkrankt, bei nur 15 Prozent wurden Antikörper nachgewiesen.

Reisinger und sein Team kommen nach Auswertung mehrerer Studien zu dem Schluss, dass die Komplikations- und Todesraten in Ländern niedrig blieben, in denen die Mund-Nasen-Bedeckung weit verbreitet ist. Dies gelte etwa für Japan, Hongkong oder Südkorea, wo Masken während der Erkältungssaison bereits vor der Covid-19-Pandemie üblich waren. Dagegen hätten in anderen Ländern widersprüchliche Botschaften die Menschen verwirrt und die Einhaltung der Maskenpflicht vermindert. "Neben klarer Kommunikation hat die Vorbildwirkung der Verantwortungsträger eine entscheidende Bedeutung", sagte Reisinger.

Erste Infektion seit November in Neuseeland

Im für seinen erfolgreichen Kampf gegen die Corona-Pandemie bekannten Neuseeland ist erstmals seit November wieder ein lokal übertragener Infektionsfall bestätigt worden. Es handele sich um eine 56-jährige Frau, die sich nach ihrer Rückkehr aus Europa zwei Wochen lang in einem Quarantänehotel in Auckland aufgehalten habe, teilten die Gesundheitsbehörden in dem Inselstaat im Südpazifik mit.

Dort sei sie zwei Mal negativ auf das Virus getestet worden. Erst nachdem sie in ihre Heimatregion Northland auf der Nordinsel zurückgekehrt sei, habe sie Symptome gezeigt und sei positiv getestet worden, hieß es. Bei dem Virus handele es sich um die neue, ansteckendere Virusmutation aus Südafrika, bestätigte der Minister für Covid-19-Bekämpfung, Chris Hipkins. Die Frau habe sich allem Anschein nach bei einer anderen Person im Quarantänehotel angesteckt.

Schwimmlehrer: "Kompletter Jahrgang schwimmunfähig"

Macht Corona ganze Kinderjahrgänge zu Nichtschwimmern? Schwimmlehrer im Norden sind in Sorge, dass die wegen geschlossener Bäder versäumte Schwimmausbildung auch nach Ende der Corona-Einschränkungen kaum aufgeholt werden kann. Es gehe allein in Schleswig-Holstein um rund 20.000 Kinder, teilte der Schwimmverband des Landes mit Sitz in Heikendorf mit. "Die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis sind katastrophal. Nahezu ein kompletter Jahrgang wird für sehr lange Zeit schwimmunfähig bleiben müssen", schrieb Verbandspräsident Steffen Weber an das Bildungs- und das Innenministerium in Kiel.

Der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands, Alexander Gallitz, sprach von einem drohenden Chaos. Die Kinder des Jahres 2020 hätten ihre Schwimmausbildung abbrechen müssen. Der Rückstau könne kaum aufgeholt werden. Dadurch werde das bestehende Problem noch verschärft. Denn: "Die Schwimmfähigkeit in Deutschland ist katastrophal", sagte Gallitz. In den 90er-Jahren hätten noch etwa 90 Prozent der Kinder das Bronzeabzeichen erworben, für das ein Kind 15 Minuten schwimmen können muss. Heute könnten noch 30 bis 40 Prozent der Kinder sicher schwimmen. Auch bei Erwachsenen könne es schwierig werden, wenn sie ein Jahr keine Übung haben. "Ich befürchte mehr Badeunfälle."

Mexikos Präsident an Corona erkrankt 

Der mexikanische Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador ist an Covid-19 erkrankt. Er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, habe leichte Symptome und werde medizinisch behandelt, teilte der 67-jährige Staats- und Regierungschef am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter mit. "Ich bin, wie immer, Optimist", schrieb er.

Mexiko ist nach offiziellen Zahlen das Land mit den viertmeisten Todesfällen infolge der Corona-Pandemie – knapp 150.000 Todesopfer wurden bislang registriert. Allerdings wird in dem nordamerikanischen Land mit fast 130 Millionen Einwohnern – Platz zehn der bevölkerungsreichsten Länder – äußerst wenig auf das Virus getestet. Außerdem ist die sogenannte Übersterblichkeit dort sehr hoch.

Australien lässt Biontech/Pfizer-Impfstoff zu

Mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat Australien erstmals ein Vakzin gegen den Erreger SARS-CoV-2 zugelassen. Mit den Impfungen solle gegen Ende Februar begonnen werden, teilte das Büro von Premierminister Scott Morrison am Montag mit. Morrison sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen das Coronavirus. Wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete, sollen die Impfungen in 30 bis 50 Krankenhäusern beginnen, wo zunächst ältere und behinderte Patienten sowie Gesundheitsarbeiter geimpft werden sollen.

Australien ist bisher vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden laut Johns-Hopkins-Universität bisher erst 28.777 Ansteckungen und 909 Todesfälle registriert. Vor Weihnachten hatte es während rund sieben Wochen überhaupt keine nachgewiesenen Neuinfektionen gegeben.

Corona-Lockdown in Wohnviertel in Hongkong wieder aufgehoben

In Hongkong ist die Absperrung eines Wohnviertels wegen dortiger Coronavirus-Ausbrüche nach weniger als zwei Tagen wieder aufgehoben worden. Nachdem rund 7.000 Menschen in dem Viertel auf das Virus getestet worden waren, wurde der Lockdown am Montagmorgen beendet, wie die Behörden mitteilten. Bei den Tests waren 13 weitere Ansteckungsfälle entdeckt worden. Das entsprach einem Anteil von 0,17 Prozent der Getesteten.

Die Polizei der chinesischen Sonderverwaltungszone hatte am Samstagabend die 150 Wohnblocks im Stadtteil Jordan abgeriegelt, in denen in den vergangenen Wochen mehrere Coronavirus-Herde festgestellt worden waren. In dem Stadtteil auf der Halbinsel Kowloon wohnen viele einkommensschwache Menschen. Behördenmitarbeiter gingen nach der Abriegelung von Tür zu Tür und nahmen obligatorische Corona-Tests vor.

Politiker sprechen von neuen Bedrohungen durch Virusvarianten

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach spricht von einem "ganz anderen Bedrohungspotenzial" durch die neuen Virus-Varianten. "Wir werden einen sehr harten und sehr gut funktionierenden Lockdown brauchen, weil die neuen Varianten von einem ganz anderen Kaliber sind", sagt er "Bild Live" laut redaktioneller Fassung.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht davon aus, dass die vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland die dominante Form werden wird. "Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen", sagte Braun in der ARD-Talkshow "Anne Will". Mehr zur Sendung hier

30 Verdachtsfälle in Flensburg

Die hochansteckende Mutation des Corona-Virus ist in Flensburg nachgewiesen worden. Um wie viele Fälle es sich genau handelt, konnte ein Stadtsprecher am Sonntag nicht sagen. Anfang dieser Woche war von rund 30 Verdachtsfällen mit der Variante aus Großbritannien berichtet worden. Die Stadt werde entsprechend reagieren, eine neue Allgemeinverfügung werde erarbeitet. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" (online) darüber berichtet.

Israel stoppt Flugverkehr fast komplett

Israel will den internationalen Flugverkehr wegen hoher Corona-Infektionszahlen drastisch einschränken. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, man wolle den Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv "hermetisch abriegeln". Nach israelischen Medienberichten soll die Maßnahme am Montagabend um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten und mindestens bis Ende des Monats gelten. Netanjahu sagte, es sollte nur wenige Ausnahmen von der Sperre geben. Ziel sei es, das Einschleppen weiterer Corona-Mutationen nach Israel zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. Die israelische Regierung war wegen laxer Kontrollen am Flughafen scharf kritisiert worden.

Virus-Mutante aus Südafrika verbreitet sich in Sachsen

Die Gesundheitsämter in Sachsen haben dem Robert Koch-Institut bis Sonntag mehr als 900 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Zugleich stieg die Zahl der Todesfälle um 52 auf 5722, wie aus der Online-Übersicht des Instituts hervorgeht. Insgesamt wurden damit seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 mehr als 174.000 Corona-Infektionen in Sachsen nachgewiesen. Die Wocheninzidenz veränderte sich zum Sonntag kaum und wurde mit 167 angegeben - weiterhin deutlich über dem Bundesschnitt von 111 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Die geringste Infektionsrate im Freistaat weist den Zahlen nach die Stadt Chemnitz mit 81 auf, die höchste der Landkreis Bautzen mit 242.

Derweil zieht die bei einem Routine-Screening in Leipzig entdeckte südafrikanische Variante des Coronavirus weitere Kreise. Die Stadt selbst hatte zum Wochenende acht weitere Infektionen mit der besonders ansteckenden Mutation gemeldet. Die Spur zieht sich auch ins benachbarte Halle in Sachsen-Anhalt. Laut Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) haben sich zwei Verdachtsfälle bestätigt. In beiden Fällen habe es eine direkte Kontaktkette zu Personen in Leipzig gegeben, bei denen die Virusmutation zuvor nachgewiesen worden war.

Israel startet Impfungen von Jugendlichen

Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Erforderlich ist eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden.

Am Freitag und Samstag – dem Wochenende in Israel – wurden insgesamt 195.000 Menschen geimpft, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Sonntag auf Twitter mit. Von den etwa neun Millionen Einwohnern erhielten inzwischen 2,5 Millionen die erste Dosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis. Ungeachtet eines mehrwöchigen Lockdowns seien die Infektionszahlen bislang aber nicht stark genug gesunken, so der Minister.

Israels Regierung berät deshalb am Sonntag über eine zweiwöchige Schließung des internationalen Flughafens Ben Gurion für die meisten Flüge. Ziel ist, die Einschleppung weiterer Virus-Varianten zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. In jüngster Zeit gab es auch mehrere Fälle schwerer Erkrankungen von Schwangeren und Kindern.

Tschechische Wirte öffnen aus Protest gegen Corona-Schließung

Mehrere Dutzend Kneipen und Restaurants haben sich in Tschechien den harten Lockdown-Regeln widersetzt. Sie öffneten am Samstag ihre Türen für Gäste, obwohl Speisen eigentlich nur zum Mitnehmen angeboten werden dürfen. Die Polizei führte landesweit verstärkt Kontrollen durch und leitete mehrere Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein.

An der Protestaktion beteiligten sich unter anderem die Wirte zweier beliebter Ausflugslokale in Prag und Olomouc (Olmütz). Sie folgten einem Aufruf der Bürgerinitiative "Chcipl pes" (Der Hund ist verreckt) - der Name ist eine Anspielung auf das Corona-Warnstufensystem Pes (Hund) der Regierung. Derzeit gilt die höchste der fünf Risikostufen.

"Das Virus ist schlauer als die Regierung und macht sowieso, was es will", kritisierten die Organisatoren. "Wir müssen zur Normalität zurückkehren." Im Internet hatten Hunderte Gaststätten ihre Teilnahme angekündigt, die meisten machten indes einen Rückzieher, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK bei Stichproben vor Ort feststellte. Es drohen empfindliche Bußgelder.

Die Restaurants sind in Tschechien mit einer kurzen Unterbrechung in der Adventszeit seit Mitte Oktober geschlossen. Lockerungen sind derzeit nicht in Sicht. Der Corona-Notstand wurde zuletzt bis Mitte Februar verlängert. Am Samstag meldeten die Behörden 8423 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Seit Pandemiebeginn gab es 933 361 bestätigte Fälle und 15.270 Todesfälle. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Schärfere Kontrollen in Frankfurt und München

Die Bundespolizei verschärft ab Sonntag die Kontrollen am Frankfurter Flughafen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Vor allem Flüge aus 32 sogenannten Hochrisikogebieten würden "konsequent kontrolliert", teilte die Bundespolizei am Samstagabend mit. Direkt am Flugzeug und noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle werde geprüft, ob die Passagiere einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen könnten und die Einreiseanmeldungen ausgefüllt hätten.

Mit den zusätzlichen Maßnahmen sollen demnach Reisende identifiziert werden, die umgehend in Quarantäne geschickt werden müssen.  Laut einem Bericht des "Spiegel" mobilisiert die Bundespolizei auch am Flughafen München deutlich mehr Beamte, um alle landenden Passagiere überprüfen zu können.

Die Bundesregierung hat zum Schutz vor der Einschleppung von neuen Corona-Fällen nach Deutschland deutlich mehr Länder als bisher als Hochrisikogebiete eingestuft. Neu ist vor allem die Listung von Ländern, in denen die sogenannte 7-Tages-Inzidenz über 200 liegt.

Regierung kauft Antikörper-Medikament für Kliniken

Die Bundesregierung hat für Deutschland ein neues Corona-Medikament auf Antikörper-Basis gekauft. "Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der "Bild am Sonntag". "Der Bund hat 200.000 Dosen für 400 Millionen Euro eingekauft."

Mit dieser Form der Antikörper wurde laut dem Medienbericht der frühere US-Präsident Donald Trump nach seiner Corona-Infektion behandelt. "Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauft verhindert wird", sagte Spahn.

Spanien und USA sind Hochrisikogebiete

Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten in Deutschland seit Mitternacht am Sonntag strengere Einreiseregeln. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test (PCR-Test) vorweisen können. Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch kontrolliert. An den Landgrenzen zu anderen EU-Staaten, an denen es keine Grenzkontrollen gibt, sollen Einreisende stichprobenartig und verdachtsunabhängig überprüft werden. Das nennt man Schleierfahndung.

Lombardei keine Rote Zone mehr

Nach etwas sinkenden Corona-Zahlen treten in einigen Teilen Italiens Erleichterungen bei den Covid-Beschränkungen in Kraft. Die wirtschaftsstarke Lombardei mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern ist seit Sonntag keine Rote Zone mit strengen Ausgangsverboten mehr, sondern wurde eine Risiko-Stufe herabgesetzt - auf orange. Viele Läden dürfen dort wieder öffnen. Den Erlass dazu hatte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag in Rom unterschrieben. Sizilien im Süden und die Autonome Provinz Bozen im Norden bleiben rote Hochrisiko-Gebiete.

Virusvariante aus Südafrika: Forscher besorgt

Die südafrikanische Coronavirus-Variante 501Y.V2 könnte sich womöglich stärker ausbreiten als die in Deutschland bisher hauptsächlich verbreitete Sars-CoV-2-Variante. Zudem könnten Antikörper-Therapien und Impfstoffe deutlich an Wirksamkeit gegen diesen Erregertyp einbüßen. Von diesen Ergebnissen berichten Wissenschaftler in zwei Fachartikeln, die vor der Veröffentlichung noch nicht durch unabhängige Fachkollegen begutachtet wurden. Die Forscher schreiben weiter, dass die Mutationen auch dazu führen könnten, dass sich Covid-19-Genesene mit der neuen Variante ein zweites Mal anstecken.

Auch England benennt Risikogebiete

Die britische Regierung plant laut einem Bericht der "Daily Mail" eine zehntägige Quarantänepflicht für Reisende aus Ländern, in denen ein hohes Risiko einer Corona-Ansteckung herrscht. Reisende etwa aus Brasilien oder Südafrika sollen demnach nach ihrer Ankunft in Hotels eskortiert werden, um sich dort in Quarantäne zu begeben. Beschlossen werden soll die Quarantänepflicht dem Bericht nach am Montag.

Ausgangssperre in den Niederlanden

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ist in den Niederlanden am Samstag wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Wer gegen das zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr geltende Ausgangsverbot verstößt, muss mit einer Geldbuße in Höhe von 95 Euro rechnen. Nur für Hundebesitzer wird eine Ausnahme gemacht.

Nach Regierungsangaben bleibt das Verbot zunächst bis 9. Februar in Kraft. Es soll helfen, die Ausbreitung der ansteckenderen Variante des Virus einzudämmen.

Tschechische Kneipen aus Protest gegen Corona-Beschränkungen geöffnet

In Tschechien haben am Samstag landesweit hunderte Kneipen und Restaurants aus Protest gegen die Lockdown-Bestimmungen der Regierung geöffnet. Die Besitzer folgten einem Aufruf der Bewegung "Hund ist tot" (Chcipl pes), deren Name eine Verballhornung der amtlichen Anweisungen zum Schutz gegen das Coronavirus ist.

"Wir sind seit langer Zeit enttäuscht von der Regierung", sagte Jiri Janecek von der Maly-Janek-Brauerei in Jince südwestlich von Prag der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung habe "den falschen Weg" eingeschlagen. Seiner Ansicht nach sollten "die Minister darüber nachdenken, ob sie ihre Posten aufgeben". Janecek ist Mitbegründer der Bewegung "Hund ist tot", die in den vergangenen Wochen an Zulauf gewannt.

Das Restaurant der Brauerei war am Samstag zur Hälfte mit Gästen gefüllt, die dort Bier tranken und Schweinerippchen oder Schnitzel verspeisten. Das Personal hatte gut zu tun. Der Sprecher der Stadt Prag, Vit Hofman, sagte, bei Zuwiderhandlung gegen die Corona-Bestimmungen könnten Strafen von umgerechnet bis zu 766 Euro verhängt werden.

In Tschechien sind seit Oktober Kneipen, Kinos, Theater, Zoos, Sporthallen und die meisten Geschäfte geschlossen. Nur um die Weihnachtstage gab es leichte Lockerungen. Mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern lag Tschechien bereits zwei Mal europaweit an der Spitze bei der Anzahl der Covid-19-Erkrankungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Bislang wurden mehr als 15.000 Corona-Todesfälle verzeichnet.

Michael Kretschmer: Der Ministerpräsident Sachsens spricht sich gegen eine Lockerung der Maßnahmen aus. (Quelle: imago images/Christian Spicker)Michael Kretschmer: Der Ministerpräsident Sachsens spricht sich gegen eine Lockerung der Maßnahmen aus. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Mehrere Ministerpräsidenten gegen Lockerungen

Die Regierungschefs von Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen sprechen sich der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge gegen Lockerungen der Corona-Beschränkungen aus. "Da wir aber die wahren Ausmaße der hiesigen Mutationen nicht kennen, können wir jetzt nicht das Risiko eingehen und vorzeitig auch nur punktuelle Lockerungen ausprobieren", sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der Zeitung.

Ähnlich äußerten sich Michael Kretschmer (CDU) aus Sachsen, Malu Dreyer (SPD) aus Rheinland-Pfalz und Bodo Ramelow (Linkspartei) aus Thüringen.

Israel beginnt mit Corona-Impfung von Jugendlichen

Israel hat mit der Corona-Impfung von Jugendlichen begonnen. Die größte Gesundheitspflegeorganisation des Landes, Clalit, ließ den ersten Teenagern am Samstagmorgen eine Spritze verabreichen, wie es auf der Website der Organisation hieß. Das Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag angekündigt, bei Zustimmung der Eltern die Impfung von Oberschülern zwischen 16 und 18 Jahren zu genehmigen. Die drei weiteren Gesundheitsorganisationen wollten zu einem späteren Zeitpunkt mit der Impfung von Jugendlichen beginnen.

Seit Beginn der Impfkampagne vor einem Monat erhielten mehr als 2,5 Millionen der insgesamt rund neun Millionen Einwohner die erste Impfdosis, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 900.000 Menschen erhielten bereits die zweite Spritze.

Israel hatte am 20. Dezember mit den Corona-Impfungen begonnen und zunächst Mitarbeiter des Gesundheitssystems, ältere und kranke Menschen sowie Angehörige von Risikogruppen versorgt. Seitdem wurde die Altersgrenze für die zu Impfenden kontinuierlich gesenkt. Seit Samstag können Menschen ab 40 gegen das Coronavirus geimpft werden.

Berliner Klinik unter Quarantäne – 14 Fälle mit Virus-Variante

Das Berliner Humboldt-Klinikum ist wegen der Coronavirus-Mutation B.1.1.7. unter Quarantäne gestellt worden, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Bis Samstagmittag seien 14 Fälle bei Klinikpersonal und Patienten festgestellt worden. Dem Bericht zufolge gehen Experten davon aus, dass eine "mittlere zweistellige Zahl" von Menschen im Klinikum bereits mit der neuartigen Variante infiziert sein könnten. 

Patienten werden nun nicht mehr aufgenommen, das Klinikum ist vom Rettungsdienst abgemeldet. Der "Bild"-Zeitung zufolge stehen die Mitarbeiter nun unter "Pendel-Quarantäne": Sie dürfen nur zwischen Arbeit und Wohnung pendeln und müssen sich ansonsten an Quarantäne-Regeln halten. 

Das Humboldt-Klinikum hat mehr als 600 Betten und liegt im Berliner Bezirk Reinickendorf. Der dortige Amtsarzt hatte die Quarantäne laut "Tagesspiegel" bereits am Freitag angeordnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn erwartet im Februar drei Millionen Impfdosen von AstraZeneca

Nachdem der Pharmakonzern AstraZeneca der EU eine drastische Kürzung seiner Corona-Impfstoff-Lieferungen angekündigt hat, erwartet die Bundesregierung im Februar drei Millionen Dosen des Präparats. "Wenn der Impfstoff von AstraZeneca Ende Januar zugelassen wird, rechnen wir für Deutschland bereits im Februar mit mindestens drei Millionen Impfdosen", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn der "Bild am Sonntag". Das sei weniger als erwartet.

Aufgrund von Produktionsproblemen liefert AstraZeneca den EU-Ländern im ersten Quartal mit 31 Millionen Impfdosen rund 60 Prozent weniger als geplant, wie Reuters am Freitag aus EU-Kreisen berichtet hatte.

Hongkong riegelt Stadtteil für Massentests ab

Aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus ist ein besonders dicht besiedelter Stadtteil der Millionenmetropole Hongkong im Morgengrauen abgeriegelt worden. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden sind seit Samstagfrüh (Ortszeit) damit beschäftigt, die rund 10.000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Das betroffene Gebiet mit 150 Wohnblöcken werde zu diesem Zweck für zwei Tage bis voraussichtlich Montagmorgen hermetisch abgeschottet, teilte die Regierung mit. Bis dahin, so die Hoffnung der Behörden, sollen alle Testergebnisse vorliegen.

Es handelt sich um den ersten derartigen Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwa einem Jahr. Bewohner des betroffenen Viertels, das zu den ärmsten in Hongkong gehört, dürfen die Sperrzone seit Samstagmorgen 4:45 Uhr (Ortszeit; 21:45 Uhr MEZ) nicht mehr verlassen und müssen nach dem Test in häuslicher Quarantäne bleiben, bis ein gesichertes Ergebnis vorliegt. Lokale Medien zeigten Bilder von Einsatzkräften in weißen Schutzanzügen, die das Viertel in Gruppen durchkämmten und auf der Suche nach Infizierten von Tür zu Tür ziehen sollten.

Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus.

Mehrere Kliniken in Niedersachsen von Ausbrüchen betroffen

Derzeit sind mehrere Krankenhäuser in Niedersachsen von Corona-Ausbrüchen betroffen. So wurden im Helios Klinikum Nienburg inzwischen über 40 Beschäftigte und Patienten positiv auf das Coronavirus getestet. Die Klinik sieht darin einen Spiegel der Entwicklung im Landkreis Nienburg und hat nach eigenen Angaben ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft. "50 bis 60 Prozent des Infektionsgeschehens spielen sich im Moment bei Helios und in den Pflegeheimen ab", sagte Landkreissprecher Cord Steinbrecher. Ende der Woche waren 10 der 28 Pflegeeinrichtungen im Landkreis betroffen.

In der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) herrscht seit Donnerstag ein vorübergehender Aufnahmestopp. 21 der insgesamt rund 140 Mitarbeiter sowie 13 Patienten waren bis dahin positiv getestet worden. Die gestiegenen Infektionszahlen im Landkreis seien unter anderem auf den Ausbruch in der Klinik zurückzuführen, sagte eine Behördensprecherin in Hameln. Allerdings gebe es auch Ausbrüche bei ambulanten Pflegediensten sowie in Großfamilien.

Anders als bei den Pflegeheimen hat das Gesundheitsministerium in Hannover keine gesonderte Statistik über Corona-Ausbrüche in Krankenhäusern. Auch der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft liegt keine solche Übersicht vor. Helios betreibt landesweit 13 Kliniken. "An sieben unserer niedersächsischen Kliniken mussten wir Corona-Ausbrüche verzeichnen, die sich aber immer auf eine bis maximal drei Stationen beschränkt haben", sagte eine Unternehmenssprecherin.

Wegen Virusmutation: Norwegen verschärft Lockdown in Oslo

Norwegen hat die Corona-Beschränkungen in der Hauptstadt Oslo und neun angrenzenden Gemeinden verschärft. Grund sei der Ausbruch der in Großbritannien entdeckten, möglicherweise besonders ansteckenden Covid-Variante, erklärte die Regierung. Einkaufszentren und andere nicht dringend notwendige Läden müssten ab Samstagmittag bis mindestens 1. Februar schließen. Auch Restaurants dürfen nicht öffnen, organisierte Sportveranstaltungen fallen aus, private Haushalte sollen keine Besucher empfangen.

Jetzt über 413.000 Corona-Tote in den USA

US-Präsident Joe Biden rechnet damit, dass die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus bis weit über 600.000 steigen wird. Das Virus verbreite sich weiter stark, die Zahl der Todesopfer werde von derzeit mehr als 400.000 weiter zunehmen, sagte Biden am Freitag.

In den USA führe die Pandemie dazu, dass "Familien Hunger haben" und ihr Dach über dem Kopf verlieren, sagte Biden. Die Zahl der Arbeitslosen nehme zu. Der neue Präsident unterzeichnete am Freitag mehrere Anordnungen, mit denen die staatlichen Hilfen für bedürftige Familien in der Corona-Krise ausgebaut werden.

Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist nach einer Reuters-Erhebung um mindestens 3.788 auf 413.775 gestiegen. Die Zahl der Ansteckungen wuchs um mehr als 190.000 auf 24,7 Millionen Menschen.

Ibiza: Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen liegt bei mehr als 1.800.  (Quelle: imago images)Ibiza: Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen liegt bei mehr als 1.800. (Quelle: imago images)

Wegen stark steigender Corona-Zahlen: Ibiza wird abgeriegelt

Die bei Deutschen beliebte spanische Urlauberinsel Ibiza wird ab Samstag wegen steil ansteigender Coronazahlen vorerst bis zum Monatsende weitgehend abgeriegelt. Die wie Mallorca, Menorca und Formentera zu den Balearen-Inseln im Mittelmeer gehörende Insel darf dann nur noch aus triftigem Grund besucht werden, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen, wie die deutschsprachige "Mallorca Zeitung" am Freitag berichtete.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen sei auf Ibiza auf mehr als 1.800 gestiegen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press. Auch auf den anderen Balearen-Inseln ist die Lage kritisch. Insgesamt liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen bei 309. In Deutschland wurde dieser Wert mit 115 angegeben.

Die Balearen hatten die Pandemie lange Zeit relativ gut im Griff. Erste "Test-Urlauber" aus Deutschland wurden hier Ende Juni sogar schon vor der offiziellen Wiederöffnung der Grenzen in Spanien begrüßt. Seit Mitte Dezember wird die Lage aber immer schlimmer.

Spahn zuversichtlich hinsichtlich Astrazeneca-Impfungen im Februar

Trotz der Lieferschwierigkeiten des Impfstoffherstellers Astrazeneca ist Gesundheitsminister Jens Spahn zuversichtlich, dass im Februar viele Menschen mit diesem Vakzin geimpft werden können. Er erwarte die Zulassung des Impfstoffs in einer Woche, und es werde "dann auch im Februar Lieferungen geben von Astrazeneca, und zwar in einer Größenordnung, da bin ich weiterhin zuversichtlich, die schon im Februar einen Unterschied machen wird im Vergleich zu, wenn wir Astrazeneca nicht hätten", sagte der CDU-Politiker in den ARD-"Tagesthemen" (Freitag).

Neue Erkenntnisse aus Großbritannien, wonach die Virus-Mutation nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher sein könnte, werde man "auswerten und schauen, welche Schlüsse wir daraus ziehen".

Belgien verbietet nicht notwendige Reisen bis März

Im Kampf gegen die Mutationen des Coronavirus verbietet Belgien nicht zwingend notwendige Reisen. Dies gelte von kommendem Mittwoch bis zum 1. März, sagte Premierminister Alexander De Croo am Freitag nach Regierungsberatungen. In diesem Zeitraum sind Urlaubsreisen und Ausflüge verboten. Warenverkehr und Grenzpendler sollen nicht eingeschränkt werden, zudem soll es weitere Ausnahmen geben. "Wir bauen keine Mauer um unser Land", sagte De Croo. Nach monatelanger Zwangspause gibt es für Friseure zumindest wieder eine Perspektive.

Wegen der Gefahr durch die neuen Corona-Varianten hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag darauf verständigt, vermeidbare Reisen weitgehend auszubremsen. Belgien geht mit dem Verbot darüber hinaus. Damit soll vor allem verhindert werden, dass die Infektionszahlen nach den Karnevalsferien dramatisch steigen.

"Wenn die Menschen reisen, reist das Virus mit ihnen", sagte de Croo. Er warnte ausdrücklich vor den neuen Varianten des Coronavirus. Für Reisende aus Großbritannien, Südafrika und Südamerika gelten ab Montag strengere Test- und Quarantäneregeln.

Lieferengpässe bei AstraZeneca

Der Hersteller Astrazeneca wird zunächst weniger Corona-Impfstoff an die EU liefern als geplant. Sollte der britisch-schwedische Konzern die Zulassung von der EU erhalten, werde die Menge zu Beginn niedriger sein, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag auf Anfrage. Grund seien geringere Erträge an einem Produktionsstandort "innerhalb unserer europäischen Lieferkette". Eine Verzögerung der Lieferungen sei aber nicht geplant.

Nach Angaben aus EU-Kreisen warnte das Unternehmen gegenüber EU-Staaten vor möglichen Lieferproblemen bei seinem Impfstoff. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Der Hersteller hat zusammen mit der britischen Universität Oxford einen Impfstoff entwickelt, der in Großbritannien bereits genutzt wird. Für kommende Woche wird auch eine Zulassung in der Europäischen Union erwartet.

Wie "Bild" berichtete, muss der Impfstoff nach den Mutationen in einigen Ländern angepasst werden. Bereits auf Halde produzierte Impfstoffmengen könnten deshalb womöglich nicht ausgeliefert werden. Zudem seien die Auswirkungen auf die Produktion nach einem Brand in einem Werk in Indien noch nicht klar. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte dazu auf Anfrage: "Wir gehen weiter davon aus, dass der Impfstoff von Astrazeneca Ende kommende Woche für die EU zugelassen wird. Die EU hat viel in die Vorproduktion dieses Impfstoffes investiert. Nach der Zulassung wird klar, wie viel Impfstoff wann zusätzlich für Deutschland zur Verfügung steht."

Nächtliche Ausgangssperre in den Niederlanden tritt in Kraft

Wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen gilt in den Niederlanden ab Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Wer gegen das zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr geltende Ausgangsverbot verstößt, muss mit einer Geldbuße in Höhe von 95 Euro rechnen. Nach Regierungsangaben bleibt das Verbot zunächst bis 9. Februar in Kraft. Es soll helfen, die Ausbreitung der ansteckenderen Variante des Virus einzudämmen.

Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem darf sich nicht mehr als ein Gast in einem Haushalt aufhalten.

Mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.

Lieferengpässe halbieren Impf-Geschwindigkeit in Deutschland

Die Lieferschwierigkeiten der Impfstoff-Hersteller Biontech und Pfizer stellt die Impf-Kampagne in Deutschland vor Probleme: In Nordrhein-Westfalen wurde bereits am Mittwoch verkündet, dass in den Krankenhäusern und Altenheimen bis zum 1. Februar keine Erstimpfungen  mehr stattfinden werden und die Impfzentren erst eine Woche später als geplant, am 8. Februar, in Betrieb gehen werden. 

Wie der "Business Insider" berichtet, drohen ähnliche Probleme nun auch in anderen Bundesländern: Es gibt zu wenig Impfstoff, um die bisherige Geschwindigkeit beizubehalten. Von 2,7 Millionen Impfdosen von den Herstellern Biontech/Pfizer und Moderna, die seit Dezember geliefert wurden, wurden bereits 1,34 Millionen verbraucht. Da für Zweitimpfungen ein Großteil der vorhandenen Dosen zurückgehalten werden muss, können laut "Business Insider" in den nächsten zehn Tagen nur noch 452.000 Menschen neu geimpft werden. In der Rechnung sind die 759.000 neuen Dosen, die Ende Januar geliefert werden sollen, bereits enthalten. Daher muss das Tempo deutlich gedrosselt werden: bisher wurden etwa 80.000 Menschen am Tag geimpft, in nächster Zeit ist wohl nur noch etwa die Hälfte möglich. 

Langfristig wird höchstwahrscheinlich wieder mehr Impfstoff zur Verfügung stehen: Moderna hat zugesagt, bis Ende Februar die Liefermenge erhöhen zu können. Auch der Engpass bei Biontech und Pfizer soll nach Angaben der EU-Kommission bereits in der nächsten Woche überwunden sein. Außerdem soll am 29. Januar die europäische Arzneimittelbehörde über die Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca entscheiden.

Polizei beendet Hochzeit mit 400 Gästen in London

Bei einem der wohl schwersten Verstöße gegen die Corona-Regeln in Großbritannien hat die Polizei in London eine Hochzeit mit etwa 400 Gästen aufgelöst. Viele Menschen seien aus der Schule, in der die Feier stattfand, beim Eintreffen der Beamten geflüchtet, teilte die Polizei am Freitag mit. Dem Veranstalter droht eine Geldstrafe von 10.000 Pfund (ca. 11.220 Euro). Fünf Gästen wurden am Donnerstagabend noch an Ort und Stelle je 200 Pfund Strafe aufgebrummt. Um neugierige Blicke abzuhalten, waren die Fenster des Gebäudes abgeklebt worden. In England sind derzeit wegen der Pandemie keine Treffen mit Menschen anderer Haushalte erlaubt.

"Es handelt sich um einen völlig inakzeptablen Gesetzesbruch", sagte der örtliche Polizeichef Marcus Barnett. Die Maßnahmen seien in Kraft, um den Gesundheitsdienst NHS zu entlasten. Etwa 100.000 Menschen sind in Großbritannien bereits an oder mit Covid-19 gestorben.

Coronavirus-Variante aus Brasilien nachgewiesen

Erstmals ist in Deutschland ein Nachweis der in Brasilien kursierenden Corona-Variante bekannt geworden. Die Mutante sei bei einem Reiserückkehrer in Hessen entdeckt worden, sagte Hessens Sozialministerium Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Klose zufolge handelt es sich um den ersten Nachweis in Deutschland. Auch dem Robert Koch-Institut (RKI) war am Freitag kein anderer Nachweis bekannt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Karneval in Rio fällt aus 

Der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro fällt wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ganz aus. Eine zunächst ins Auge gefasste Verschiebung der Sambaschulen-Umzüge auf Juli sei nicht machbar, teilte der Bürgermeister der brasilianischen Metropole, Eduardo Paes, am Donnerstag (Ortszeit) mit. "Es macht gegenwärtig keinen Sinn zu glauben, dass wir die Voraussetzungen haben werden, um den Karneval im Juli stattfinden zu lassen", schrieb er auf Twitter.

Er sei sich auch der wirtschaftlichen Bedeutung des Karnevals für die Stadt am Zuckerhut bewusst. Dieser zieht jedes Jahr Millionen Touristen an. Es sei derzeit aber unmöglich, die enormen Vorbereitungen zu stemmen, die für die Veranstaltung nötig seien. "Sicher werden wir 2022 (alle ordnungsgemäß geimpft) das Leben und unsere Kultur mit der ganzen Intensität feiern können, die wir verdienen", ergänzte Paes.

EU will Impfzertifikat – aber keine Vorteile für Geimpfte

Die 27 EU-Staaten wollen an einem gemeinsamen Corona-Impfpass arbeiten – die Diskussion über mögliche Vorteile für Geimpfte jedoch erst später führen. "Wir denken, dass wir in der Lage sein sollten, uns auf gemeinsame Elemente zu verständigen, die in das Zertifikat für medizinische Zwecke aufgenommen werden", sagte EU-Ratschef Charles Michel am Donnerstag nach Videoberatungen mit den EU-Staats- und Regierungschefs. Zu einem späteren Zeitpunkt könne man schauen, ob und wie das Zertifikat noch anderweitig genutzt werden könne. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es jedoch unrealistisch, die Konsequenzen vollständig abzuschätzen.

Vor dem EU-Videogipfel hatten besonders Urlaubsländer wie Malta, Griechenland und Spanien für einen einheitlichen Impfpass und damit verbundene Vorteile wie freies Reisen für Geimpfte geworben. Kanzlerin Angela Merkel lehnte diese Diskussion als verfrüht ab.

Ungarn kauft als erstes EU-Land russischen Impfstoff ein

Als erstes EU-Land kauft Ungarn den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V, obwohl dieser in der Europäischen Union bislang keine Zulassung hat. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden, teilte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Freitag am Rande von Gesprächen in Moskau mit. Der Impfstoff solle in drei Tranchen geliefert werden, erklärt er in einem Video auf seiner Facebook-Seite. Details über das Volumen der Lieferungen würden später bekanntgegeben. Mit dem Einsatz von Sputnik V erhöhten sich die Chancen, dass die Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus in Ungarn gelockert werden können, sagte Szijjarto.

Erst vor wenigen Tagen hatte die ungarische Arzneiaufsicht dem russischen Mittel sowie dem Impfstoff des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca eine vorläufige Zulassung erteilt. Die europäische Arzneibehörde EMA hat bislang beide Vakzine nicht zugelassen, eine Entscheidung über das von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Mittel wird für den 29. Januar erwartet.

Israel meldet Rekord-Impftag

In Israel ist ein Rekord an Impfungen gegen das Coronavirus verzeichnet worden. Wie Gesundheitsminister Juli Edelstein am Freitag bei Twitter schrieb, wurden am Vortag 224.000 Dosen verabreicht. Insgesamt erhielten in dem Land mit seinen neun Millionen Einwohnern seit dem 19. Dezember rund 2,4 Millionen Menschen eine erste und etwa 850.000 Menschen auch schon die zweite Impfung.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen wie in Israel. Hier erhielten bislang 1,3 Millionen Menschen eine Erst- und 78.000 Menschen eine Zweitimpfung (Stand 21. Januar).

Frankreich macht PCR-Tests für alle Einreisenden obligatorisch

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigt verpflichtende PCR-Tests für alle Reisenden nach Frankreich ab Sonntag an. Grenz-Pendler und Fahrer sowie Begleitpersonal von Transporten seien von der Verpflichtung ausgenommen. Der PCR-Test müsse in einer 72-Stunden-Frist vor der Einreise vorgenommen werden.

Justizministerin will Grundrechts-Einschränkungen für Geimpfte aufheben

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will Corona-bedingte Einschränkungen von Grundrechten für Geimpfte aufheben. "Es geht hier nicht um Privilegien, sondern um die Rücknahme von Grundrechtsbeschränkungen", sagt die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wenn sicher feststeht, dass von Geimpften keine Gefahr für andere ausgeht, fällt ein wichtiges Begründungselement für den Grundrechtseingriff weg." 

Mittelstand protestiert gegen geplante Homeoffice-Verordnung

Der Mittelstand kritisiert die geplante Homeoffice-Verordnung der Bundesregierung. Damit könne die Pandemie nicht eingedämmt werden, heißt in einer Stellungnahme des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), über die die Funke Mediengruppe berichtet. "Zuerst sollte der Staat selbst demonstrieren, wie er seine Verwaltung im Homeoffice effizient organisiert und die nötigen Digitalisierungsvoraussetzungen schaffen, bevor er der deutschen Wirtschaft ein Bürokratiemonstrum aufzwingt", erklärt der BVMW.

EU arbeitet an Impf-Zertifikat: Vorerst keine Vorteile für Geimpfte

Die 27 EU-Staaten wollen an einem gemeinsamen Corona-Impfpass arbeiten - die Diskussion über mögliche Vorteile für Geimpfte jedoch erst später führen. "Wir denken, dass wir in der Lage sein sollten, uns auf gemeinsame Elemente zu verständigen, die in das Zertifikat für medizinische Zwecke aufgenommen werden", sagte EU-Ratschef Charles Michel am Donnerstag nach Videoberatungen mit den EU-Staats- und Regierungschefs. Zu einem späteren Zeitpunkt könne man schauen, ob und wie das Zertifikat noch anderweitig genutzt werden könne. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es jedoch unrealistisch, die Konsequenzen vollständig abzuschätzen. Hier lesen Sie mehr zum Gipfel.


Innenministerium fürchtet Radikalisierung der "Querdenker"-Szene

Die Bundesregierung befürchtet eine weitere Radikalisierung der "Querdenker"-Szene. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. "Seit Beginn der Corona-Krise versuchen rechtsextreme Akteure aktiv, den bei Demonstrationsteilnehmenden aus dem esoterischen oder verschwörungsideologischen Milieu bestehenden Unmut über die Maßnahmen zum Infektionsschutz und über Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens zu nutzen", heißt es darin. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Esoteriker und Verschwörungsideologen sich radikales Gedankengut aneignen.

RKI-Chef über Merkel: Andere Länder beneiden uns 

Ruhig, zurückhaltend, ernst – so kennt man Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, aus den Pressekonferenzen zur Lage in der Corona-Pandemie. In einer Videokonferenz vor kleinerem Publikum zeigte der 59-Jährige sich lockerer: Dort erzählt er von einer Veranstaltung mit Präsidenten anderer Forschungseinrichtungen aus dem Ausland, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahm.

Merkel habe einen Vortrag gehalten und danach spontan eine Diskussion zugelassen „über alle möglichen Fragen“. Das verblüffte Publikum sei danach auf Wieler zugekommen und habe Wieler gesagt: „Mein Gott, Leute, seid froh, dass ihr eine Wissenschaftlerin als Bundeskanzlerin habt.“ Wieler lacht und zieht dann sein eigenes Fazit: „Sie hat sicher verstanden, was ein exponentielles Wachstum ist, und das ist ganz wichtig zu verstehen.“ Und: „Also, ich bin froh, eine Wissenschaftlerin an dieser Stelle zu haben.“ 

Niederlande verhängen ab Samstag nächtliche Ausgangssperre

Die Niederlande verhängen wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre. Das Parlament stimmte dem umstrittenen Vorhaben von Ministerpräsident Mark Rutte am Donnerstagabend zu. Das Ausgangsverbot zwischen 21.00 und 04.30 Uhr tritt nach Regierungsangaben am Samstag in Kraft und soll bis mindestens 9. Februar gelten. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe in Höhe von 95 Euro.

Damit verhängt das Land erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine Ausgangssperre. Mitte Januar hatte die Regierung bereits den Lockdown, der eigentlich am 19. Januar enden sollte, bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem ist es untersagt, mehr als einen Menschen in seiner Wohnung zu empfangen.

Sachsen: So viele Tote wie seit 40 Jahren nicht

In der Corona-Pandemie sind in Sachsen im Dezember so viele Menschen gestorben wie in keinem anderen Monat seit 40 Jahren. Im letzten Monat des Jahres 2020 starben im Freistaat nach vorläufigen Angaben fast 9.700 Menschen, wie das Statistische Landesamt in Kamenz am Donnerstag mitteilte. Das waren fast doppelt so viele Sterbefälle wie im Dezember 2019.

Seit 1980 sind die Angaben im Statistischen Landesamt demnach elektronisch verfügbar. In diesem Zeitraum wurde noch nie eine höhere Zahl an Sterbefällen in einem Monat verzeichnet. Die genauen Todesursachen wurden für Dezember noch nicht aufgeschlüsselt.

Sachsen ist bundesweit mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Seit Mitte Dezember, bereits einige Tage früher als in ganz Deutschland, gilt im Freistaat ein harter Lockdown. 

Spahn fordert Corona-Testpflicht für bestimmte Gruppe

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat verbindliche Corona-Tests für Pendler in deutschen Grenzregionen mit hohen Infektionszahlen gefordert. Man sehe in vielen Grenzregionen, dass das Infektionsgeschehen oft auf beiden Seiten hoch sei und es sich immer wieder gegenseitig wie in Tschechien "hochschaukeln" würde, sagte Spahn am Donnerstag im SWR. "Darüber sind wir auch in Gesprächen mit der tschechischen Regierung, dass entweder in Tschechien oder in Deutschland oder abgestimmt im Wechsel mehrfach die Woche Tests bei den Grenzpendlern stattfinden." Die Tests müssten nicht "per se an der Grenze" direkt sein.

Südafrikanische Corona-Mutation in Leipzig nachgewiesen

In Leipzig ist erstmals die südafrikanische Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Forscher des Universitätsklinikums hatten die Variante bereits am Mittwoch in einer Probe entdeckt, teilte das städtische Gesundheitsamt am Donnerstag mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spitzenpolitiker warnen vor erneuten Grenzschließungen

Vor dem Corona-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag haben sich mehrere Politiker gegen neue Grenzschließungen und Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Die EU-Staaten drohen im Kampf gegen Covid wieder in nationales Kleinklein zu verfallen", sagte die europapolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Franziska Brantner, der Nachrichtenagentur AFP. Auch EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) warnten vor nationaler Abschottung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse sich beim Gipfeltreffen mit ihren EU-Kollegen für europäische Lösungen einsetzen, sagte Brantner. Wichtig seien etwa gemeinsame Regeln fürs Reisen basierend auf Teststrategien. "Grenzkontrollen sind keine Lösung, sondern erschweren nur die Situation in den Grenzgebieten", betonte die Grünen-Politikerin. 

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich gegen Grenzkontrollen im Falle zu hoher Infektionszahlen ausgesprochen. "Ich glaube, dass wir alles daran setzen müssen, um das zu verhindern, dass es wieder zu Grenzkontrollen kommt und zu 50 Kilometer langen Staus an den Grenzen", sagt der SPD-Politiker in der ARD. Beim Gipfel gehe es um "ganz praktische Fragen" wie etwa die, wie Zehntausende Pendler auf das Virus getestet werden können und wie verhindert werden könne, dass Infektionen über die Grenze eingeschleppt würden. Er meine, dass es gut möglich sein werde, dafür vernünftige Lösungen zu finden, ohne dass wieder Grenzkontrollen eingeführt würden.

Experte: Viele Covid-Patienten sterben an unerkannter Blutvergiftung

Viele Menschen, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus erkranken, sterben nach Darstellung von Experten an einer unerkannten Blutvergiftung (Sepsis). "Ein großes Problem ist, dass viele Patienten, die sich mit einer unkomplizierten Covid-19-Erkrankungen zu Hause kurieren wollen, nicht rechtzeitig bemerken, wenn diese in eine Sepsis übergeht", sagt der Chef der Sepsis-Stiftung, Konrad Reinhart, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe eine weit verbreitete Unkenntnis über Blutvergiftungen in der Bevölkerung, aber zum Teil auch beim medizinischen oder pflegerischen Personal. 

Dritter Lockdown in England stoppt Coronavirus kaum

Der dritte Lockdown in England bremst nach Angaben von Wissenschaftlern kaum die Ausbreitung des Virus. Zehn Tage nach Verschärfung der Kontaktbeschränkungen gibt es demnach keinen Hinweis auf eine Abnahme der Fälle.

"Die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern ist derzeit extrem hoch und wir können keine Verringerung erwarten, bis wir niedrigere Verbreitungswerte erreichen", warnt Steven Riley, einer Beteiligten an der Studie des Imperial College zur Verbreitung des Corona-Virus.

Australien den vierten Tag in Folge ohne neuen Corona-Fall

Australien meldet den vierten Tag in Folge keine neuen Corona-Fälle. Die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklien, signalisiert im "Sydney Morning Herald" eine Lockerung der Einschränkungen.

Söder offen für EU-Corona-Impfpass

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist offen für einen EU-Impfpass für Personen, die gegen Corona geimpft sind. "Wenn er funktioniert, ist das eine Idee. Gut wäre, wenn er dann fälschungssicher ist", sagte der CSU-Chef Söder in der ARD-Talksendung "Maischberger. Die Woche", die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde.

An diesem Donnerstag beraten die 27 EU-Staaten bei einem Videogipfel, ob und wie sie ein gemeinsames Dokument zum Nachweis von Corona-Impfungen einführen. Dass sie jetzt schon Privilegien wie einfacheres Reisen an einen solchen EU-Impfpass knüpfen, ist aber unwahrscheinlich. Bislang ist unter anderem unklar, ob Geimpfte andere weiterhin anstecken können.

EU berät über Verbot von Einreisen aus Ländern mit Corona-Mutationen

Den EU-Staaten soll nach einem Medien-Bericht erlaubt werden, Briten die Einreise zu verweigern und alle Passagier-Verbindungen zu kappen. Das sehe ein deutscher Vorschlag für die Europäische Union vor, berichtete die "Times" in der Nacht auf Donnerstag. Nach dem deutschen Vorschlag soll es möglich sein, befristet Einreisen und Verbindungen zu Nicht-EU-Mitgliedern zu blockieren, wenn dort die hochansteckenden Mutationen des Coronavirus verbreitet seien. Am Donnerstagabend beraten die Staats- und Regierungschefs der EU das weitere Vorgehen in der Pandemie.

Italien erwägt wegen Lieferproblemen juristische Schritte gegen Pfizer

Italien könnte wegen der Lieferprobleme gegen den Impfstoffhersteller und Biontech-Partner Pfizer vor Gericht ziehen. Pfizer habe weitere Reduzierungen angekündigt und könne auch die bereits bekannte Lücke von 29 Prozent nicht wie zunächst geplant in der kommenden Woche ausgleichen, sagt der Covid-Beauftragte der Regierung in Rom, Domenico Arcuri. Deshalb sei darüber debattiert worden, welche Möglichkeiten es in allen "zivil- und strafrechtlichen Gerichtsständen" gebe.

Entsprechende Schritte würden in den kommenden Tagen eingeleitet. Näher äußert sich Arcuri nicht. Pfizer hatte vergangene Woche überraschend erklärt, dass es im belgischen Werk die Produktion für eine Kapazitätsausweitung zunächst drosseln müsse.

Merkel mahnt zu größter Vorsicht selbst bei 50er-Corona-Inzidenz

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat größte Vorsicht im Umgang mit der Corona-Pandemie selbst für den Fall angemahnt, dass wie angestrebt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche erreicht werden sollte. Man solle "bitte nicht denken, dass, wenn wir bei 50 sind, das Leben des Sommers sofort wieder da ist. Dann sind wir sofort wieder im exponentiellen Wachstum", warnte Merkel am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in einer Video-Schaltkonferenz der Unionsfraktion im Bundestag. Dort informierte sie die Abgeordneten über die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Vorabend.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwoch bei 123,5 – als Zielwert gelten 50.

Wieler: "Sehr drastisches Instrument"

RKI-Präsident Lothar Wieler sieht Ausgangssperren als "sehr drastisches Instrument" im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. "Keine Frage, es führt dazu, dass sich weniger Menschen treffen", sagt der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) in einem Online-Gespräch des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP). Es sei damit zwar eine Maßnahme, die das Infektionsgeschehen reduzieren könne. Doch stelle sich die Frage nach der Effektivität und ob sich die Menschen auch daran hielten.

Es sei ein zusätzliches Werkzeug, das in der Diskussion stehe: "Ob es gezogen wird, vermag ich nicht zu sagen." Der amtierende niederländische Regierungschef Mark Rutte hat für sein Land eine Ausgangssperre vorgeschlagen.

Kommt in den Niederlanden die Ausgangssperre?

Der amtierende niederländische Regierungschef Mark Rutte schlägt eine Ausgangssperre vor. Die endgültige Entscheidung dazu könne aber nur mit Zustimmung des Parlaments fallen, sagt der Ministerpräsident. Die erlaubte Zahl der Besucher werde auf eine Person pro Haushalt begrenzt. Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtet zudem, die Niederlande wollten ab Samstag Flüge aus Nicht-Schengen-Ländern, darunter Großbritannien und Südafrika verbieten, um die Infektionen mit den ansteckenderen Corona-Varianten einzudämmen.

Bericht: Britische Corona-Mutation in Berlin weiter verbreitet als angenommen

Die britische Virus-Variante B117 ist in mehreren Corona-Proben in der Hauptstadt festgestellt worden, berichtet der Berliner "Tagesspiegel" unter der Berufung auf Klinik-Kreise. Demnach ist es offenbar wahrscheinlich, dass sich die Patienten nicht auf Reisen, sondern im Dezember in Berlin und Umgebung infiziert haben. Betroffen sind laut Tagesspiegel drei Berliner, die seit Monaten nicht mehr verreist sind. Sie werden derzeit in einem Krankenhaus behandelt. Seit vergangener Woche werden positive Proben auf die Mutationen untersucht.

SPD-Generalsekretär: "Wer Homeoffice macht, arbeitet nicht weniger gut"

Die Debatte um die Homeoffice-Pflicht geht auch nach den Beschlüssen von Kanzlerin und Ministerpräsidenten weiter. "Es kann nicht sein, dass wir die Menschen im privaten Bereich seit Monaten hart einschränken, aber es in der Arbeitswelt an vielen Stellen einfach weitergeht wie gehabt", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil t-online.

Deshalb würden mit von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorgelegten Verordnung für Homeoffice jetzt auch die Arbeitgeber mehr in die Pflicht genommen. "Ich hoffe, dass wir dann auch in den deutschen Chefetagen zu einem grundsätzlichen Umdenken kommen: wer Homeoffice macht, arbeitet nicht weniger gut. Dieses Präsenzgehabe ist total veraltet", so Klingbeil weiter.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP, Bettina Stark-Watzinger, kritisierte allerdings, dass es an einer Datengrundlage fehle. "Viel Glauben, wenig Wissen – Minister Heil kann nicht darlegen, dass in vielen Bereichen Homeoffice untersagt wird", sagte sie t-online. Die Arbeitswelt lasse sich nicht so einfach in Maschine und Bürostuhl einteilen: "Wir brauchen mehr Schnelltests statt mehr Bürokratie."

Stark-Watzinger kritisierte zudem die mangelnden Fortschritte bei der Modernisierung der Gesundheitsämter: "Der Sommer ist verstrichen, ohne dass man die digitale Ausstattung aufgerüstet hat. Wertvolle Zeit wurde verschenkt." Sie forderte zudem einen "klaren Stufenplan", wie Deutschland aus dem Lockdown herauskommen kann.

Trotz Impfrekord: Israel verlängert Lockdown

In Israel sind erstmals mehr als 200.000 Corona-Impfungen am Tag verabreicht worden. Gleichzeitig verlängert das Land am Mittelmeer seinen Lockdown angesichts eines Allzeithochs von Neuinfektionen um weitere zehn Tage. Die Beschränkungen sollen nun bis Ende des Monats gelten, wie die Regierung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Dienstagabend beschloss. Am Dienstag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land erstmals 10.000 überstiegen. 

Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien insgesamt 201.000 Menschen geimpft worden. Von ihnen erhielten 129.000 bereits die zweite Impfdosis und 72.000 die erste. Insgesamt haben bereits mehr als 2,2 Millionen Menschen in Israel die erste und 550.000 Menschen die zweite Impfdosis bekommen. "In diesem Tempo besiegen wir die Mutation", schrieb Edelstein bei Twitter.

Seit knapp zwei Wochen gilt in Israel ein Lockdown mit strikten Einschränkungen. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1000 Metern verlassen. Von der Regel gibt es aber zahlreiche Ausnahmen. Die Schulen bleiben weiter geschlossen, es gibt lediglich Fernunterricht. Ab dem 23. Januar müssen Reisende nach Israel vor dem Abflug einen höchstens 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen, oder aber eine Impfung oder überstandene Corona-Infektion nachweisen. 

Lauterbach: Corona-Beschlüsse müssen auch umgesetzt werden

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt nach dem Bund-Länder-Treffen die Bundesländer, die beschlossenen Corona-Maßnahmen nun auch umzusetzen und zu kontrollieren. "Die Beschlüsse sind ohne Wenn und Aber richtig", sagte Lauterbach t-online. "Aber sie wirken nur, wenn sie auch von den Ländern kontrolliert und umgesetzt werden." Worauf sich Bund und Länder geeinigt haben, lesen Sie hier. Unseren Kommentar, warum die Beschlüsse eben nicht ausreichen, lesen Sie hier.

Städtetag: Zusätzliche Maßnahmen nötig – Mehr Homeoffice

Der Deutsche Städtetag hält die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar und die zusätzlichen Maßnahmen in der Corona-Krise für nötig. Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Lockerungs- und Öffnungsdiskussionen würden den Menschen zum jetzigen Zeitpunkt falsche Hoffnung geben." Wir brauchen jetzt noch einmal eine große gemeinsame Kraftanstrengung im Kampf gegen die Pandemie, um die Welle der Infektionen zu brechen."

Der Corona-Winter sei härter geworden als viele im Herbst gedacht hätten. "Und er wird jetzt auch länger dauern. Doch wir haben nur dann eine Chance, das Virus zu besiegen, wenn wir die zu hohen Infektionszahlen weiter nach unten drücken und die Gefahr durch die Mutationen ernst genug nehmen." Deshalb seien die zusätzlichen Maßnahmen nachvollziehbar und nötig. 

Damit sich in den Bussen und Bahnen und am Arbeitsplatz weniger Menschen befinden, bemühe man sich in den Städten, den Nahverkehr so häufig wie möglich fahren zu lassen, so Jung. "Wir appellieren aber auch an die Arbeitgeber, mehr Arbeit im Homeoffice möglich zu machen oder flexible Arbeitszeiten anzubieten. Es ist ein guter Schritt, dass Unternehmen ihren Beschäftigten Homeoffice jetzt ermöglichen müssen, sofern die Tätigkeiten das zulassen. Da muss mehr geschehen als bisher, um stärker Kontakte zu reduzieren." Jung sagte, die Städte als Arbeitgeber wollten mit gutem Beispiel vorangehen und den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Homeoffice ermöglichen.

Wirtschaft fordert erneut schnelle Hilfe und Perspektiven

Schnellere finanzielle Hilfen für Unternehmen, aber auch weitere Vorgaben etwa für den Öffentlichen Nahverkehr oder die Büroarbeit: Die jüngsten Corona-Maßnahmen sind vor allem in der Industrie auf Kritik gestoßen. So nannte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander, unter anderem die beschlossenen Vorgaben für mehr Homeoffice als "inakzeptabel". Noch im November habe Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verkündet, von diesem Vorhaben abzusehen. "Dieses nun unter dem Etikett der Pandemiebekämpung einzubringen, erweckt den Eindruck, als nutze der Minister die Pandemie für parteipolitische Zwecke", teilte Zander mit. "Falls der Weg zur Arbeit als besonderes Risiko ausgemacht wird, muss die öffentliche Hand das Angebot des ÖPNV erhöhen, statt mit einer FFP2-Maskenpflicht von den eigenen Versäumnissen abzulenken."

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen kündigte an, den Beschluss "selbstverständlich" zu unterstützen. Gleichwohl bezeichnete auch VDV-Präsident Ingo Wortmann die verschärfte Maskenpflicht als "nicht notwendig".

Auch der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW), Gabriel Felbermayr, warnte angesichts der erneut verlängerten Schließungen vor einer Insolvenzwelle. "Je länger der Shutdown dauert, umso stärker leiden die Unternehmen, umso mehr werden ihre Reserven angeknabbert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir nach dem Ende der Krise eine große Insolvenzwelle sehen", sagte er bei "Bild Live". "Das Mindeste, was jetzt passieren muss, dass man mit großzügigen Abschlagszahlungen versucht, die Unternehmen, die unschuldig betroffen sind, über Wasser zu halten."

Kommunal-Verband begrüßt Verlängerung von Lockdown

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt die Verlängerung des Lockdowns. "Die beschlossenen Verschärfungen zeigen Augenmaß", sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post". "Es ist richtig, dass ein Mega-Lockdown vermieden wurde. So wird es keine flächendeckenden Ausgangssperren geben, sondern nach regionalen Entscheidungen nur dort, wo die Infektionszahlen noch zu hoch sind. Das halten wir für richtig." Die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften könne einen wirksamen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten.

Ärzteverband: FFP2-Maskenpflicht für Pflegeheim-Besucher

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert weitergehende Corona-Schutzvorkehrungen für Alten- und Pflegeheime. Die Vorsitzende Susanne Johna sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sofern es noch nicht regelhaft gilt, sollten Besucher ab sofort nur noch mit negativem Testergebnis und mit FFP-2-Maske Einlass bekommen." Ideal wäre es, wenn in jedem Heim geschulte ehrenamtliche Helfer Abstriche machen, wie es teils durch Bundeswehrangehörige geschieht. Auf die Schnelle sei das aber nicht in jeder Einrichtung realisierbar. Daher sollte man für Besucher alternative Testmöglichkeiten schaffen.

"So könnte man beispielsweise an jedem Impfzentrum separat auch Schnelltests durchführen", schlug Johna vor. "Gerade an Wochenenden, wenn viele Menschen ihre älteren Angehörigen in den Heimen besuchen möchten, brauchen sie unkomplizierten Zugang zur Schnelltestung auf das Coronavirus. Das Pflegepersonal in den Heimen kann das jedenfalls nicht auch noch leisten." Mit Blick auf die Beschlüsse von Bund und Ländern sagte die Verbandschefin: "Wir erkennen das Bemühen, die Situation zu verbessern. Aber die jetzt verabredeten Maßnahmen zum Schutz der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen reichen nicht aus."

Institut für Wirtschaftsforschung: Lockdown kostet im Januar 60 Milliarden Euro

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet allein im Januar mit deutlichen Spuren des Lockdowns im Bruttoinlandsprodukt. "Wir haben berechnet, dass durch diesen zweiten Lockdown bis Ende Januar die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr 1,8 Prozent weniger beträgt – also knapp 60 Milliarden Euro weniger Wirtschaftsleistung", sagt DIW-Chef Marcel Fratzscher im Online-Portal der "Bild"-Zeitung. Nach seinen Angaben hat das DIW noch nicht berechnet, um welche Summe die Verluste durch die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar steigen.

FDP kritisiert Management der Coronahilfen

Die FDP hat Kritik am Management der Coronahilfen innerhalb der Bundesregierung geäußert. FDP-Fraktionsvize Christian Dürr sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wer im Lockdown staatliche Hilfe braucht, wird wohl kaum in der Lage sein, vorher seine Kredite zurückzuzahlen."

Hintergrund ist eine Antwort aus dem Wirtschaftsministerium auf eine parlamentarische Anfrage. Zu dem Problem, dass Firmen, die auch einen KfW-Kredit bekommen haben, bei den November- und Dezemberhilfen nicht über beihilferechtliche Obergrenzen kommen dürfen, heißt es in der Antwort: Eine Lösung für betroffene Unternehmen wäre es, gegebenenfalls aufgenommene KfW-Kredite vor Beantragung der November- beziehungsweise Dezemberhilfe zurückzuzahlen - damit ihr Beihilfewert wieder für nicht zurückzahlbare Zuschüsse frei werde.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, in wie vielen Fällen ein solches Vorgehen tatsächlich in Betracht komme, könne nicht gesagt werden. Die durchschnittliche Höhe des KfW-Schnellkredits liege aktuell bei rund 270.000 Euro, dies sei deutlich unterhalb der gemäß Kleinbeihilferegelung maximal zulässigen Förderhöhe von 800.000 Euro bei den November- und Dezemberhilfen. Dazu kämen noch zulässige 200.000 Euro, die sich auf eine andere Verordnung beziehen.

Dürr sagte: "Dass solche Vorschläge ausgerechnet aus dem Wirtschaftsministerium kommen, ist kaum zu glauben." Das Management der Coronahilfen werde immer kurioser. Die Leidtragenden seien mittelständische Betriebe. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) müsse das Chaos sofort aufklären und dafür sorgen, dass die Unternehmen an das Geld kommen, das ihnen versprochen wurde.

Israel verlängert Lockdown trotz Fortschritten bei Impfprogramm

Israel hat trotz Erfolgen beim Impfprogramm gegen das Coronavirus seinen Lockdown bis Ende Januar verlängert. "Es braucht eine letzte, gemeinsame Anstrengung von uns allen", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu laut seinem Büro am Dienstag. Obwohl Israel innerhalb kurzer Zeit bereits 2,2 seiner neun Millionen Einwohner geimpft hat, registrierten die Behörden zuletzt mit mehr als 10.000 Fällen neue Höchstwerte bei den täglichen Neuinfektionen.

Israel hatte im Dezember einen dritten Lockdown beschlossen und die Maßnahmen am 8. Januar verschärft. Nun sollen sie bis zum 31. Januar um Mitternacht gelten. Ab dem 23. Januar sollen Reisende ihre Flüge nur unter Nachweis eines negativen Corona-Tests antreten dürfen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Für den Anstieg der Fallzahlen machte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums mutierte Varianten des Virus verantwortlich, die sich schneller verbreiten, sowie die teilweise Missachtung des Versammlungsverbots. Seit dem Beginn der Pandemie registrierten israelische Behörden über 562.000 Corona-Infektionen und mehr als 4.000 Tote.

USA überschreiten Marke von 400.000 Corona-Toten 

Die Zahl der Corona-Toten in den USA hat zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump die Schwelle von 400.000 überstiegen. Die symbolische Marke wurde nach Angaben der renommierten Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Demnach wurden seit Beginn der Pandemie in den USA mehr als 24 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, mehr als jedem anderen Land der Welt. 

Drosten: Ausbreitung der Mutation jetzt im Keim ersticken

Die Corona-Mutation aus Großbritannien verbreitet sich in Deutschland wohl nicht so schnell wie zunächst angenommen. Davon geht der Virologe Christian Drosten aus. Trotzdem sieht er akuten Handlungsbedarf. Hier lesen Sie mehr.

EU setzt ambitioniertes Ziel: 70 Prozent Impfquote bis zum Sommer

Ein Kraftakt beim Impfen soll die Corona-Pandemie in der Europäischen Union binnen weniger Monate wirksam eindämmen. "Unser Ziel ist, bis zum Sommer 70 Prozent unserer erwachsenen Bevölkerung geimpft zu haben", erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel. "Das könnte die Wende in unserem Kampf gegen das Virus sein."

Zugleich warnte die Brüsseler Behörde dringend vor mindestens drei neuen, besonders ansteckenden Virusmutationen. "Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, können wir das Risiko einer möglicherweise noch härteren dritten Infektionswelle womöglich nicht mehr eindämmen", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Bereits bis März soll ein erstes Impfziel erreicht sein: 80 Prozent der Menschen über 80 Jahre und des Medizin- und Pflegepersonals. Die Frist für das zweite Ziel – 70 Prozent der Erwachsenen – ist recht weich: Sommer sei die Zeit von Juni bis Ende August, sagte Schinas auf Nachfragen.

Corona-Ausbruch in JVA Itzehoe: 23 Menschen betroffen

In einem Gefängnis in Itzehoe hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Dort sind 16 Gefangene und 7 Justizmitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Justizministerium am Dienstag mitteilte. Alle Gefangenen seien in Einzelzellen isoliert worden. Bei notwendigen Bewegungen würden sogenannte FFP2-Masken getragen. Die betroffenen Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne.

Der Betrieb der Justizvollzugsanstalt soll vorerst im Zweischichtbetrieb weitergehen. Laut Gesundheitsamt besteht der Verdacht, dass es sich aufgrund des hohen Infektionsgeschehens um ein mutiertes Virus handeln könnte.

Ende vergangener Woche war ein weiterer Gefangener in ein Gefängnis nach Kiel gebracht worden. Dort wurde er positiv getestet und umgehend in die Krankenstation in Neumünster verlegt. Schnelltests bei weiteren Gefangenen seiner Abteilung fielen negativ aus. 31 Gefangene wurden aber vorsorglich auf Quarantänestationen in den Gefängnissen in Lübeck und Neumünster sowie Schleswig verlegt.

Bayernweites Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das von der Landesregierung für ganz Bayern verhängte Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt. Nach dem Infektionsschutzgesetz sei nur an bestimmten öffentlichen Plätzen ein Alkoholverbot vorgesehen, entschied das Gericht am Dienstag in München und gab damit dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg Recht.

Mit dem pauschalen Alkoholverbot in ganz Bayern habe die Landesregierung die Verordnungsermächtigung des Bundesgesetzgebers überschritten.

Touristin infiziert sich mit Virusmutante: 5.000 Menschen in Quarantäne

Nachdem sich eine Belgierin in der Schweiz mit der britischen Coronavirus-Mutante angesteckt hat, müssen in ihrem Heimatort nun 5.000 Menschen in Quarantäne. Das berichten mehrere belgische Medien. Die Frau hatte nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub das Virus an ihre Tochter weitergegeben. Diese steckte Mitschüler an, die wiederum weitere Personen ansteckten, darunter eine Lehrerin einer anderen Schule.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurden die betroffenen Schulen in den flämischen Gemeinden Edegem und Kontich nun geschlossen, alle Schüler und Lehrer ebenfalls in Quarantäne geschickt. Insgesamt rund 5.000 Personen. 

Anteil der positiven Tests geht deutlich zurück

Gute Nachricht aus den Laboren: Der Anteil der positiven Ergebnisse an den in Deutschland durchgeführten PCR-Tests ist deutlich zurückgegangen. Wie der Verband der Akkreditieren Labore (ALM e.V.) am Dienstag mitteilte, fielen in der ersten Januarwoche (4. bis 10. Januar) von insgesamt 1.062.585 durchgeführten Tests 145.358 positiv aus. Die Positivrate sinkt damit auf 10,78 Prozent. In der Vorwoche lag sie noch bei 13,7 Prozent bei etwa gleich hohem Testaufkommen.

Damit bestätigen die Testzahlen einen positiven Trend im Infektionsgeschehen: Die Zahl der Neuinfektionen ging zuletzt leicht zurück. Der Lockdown und andere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung zeigen offenbar Wirkung, wenn auch nicht so stark wie erhofft.

Das sorgt auch für ein geringeres Testaufkommen und eine Entlastung der Labore. Möglicherweise führt auch der verstärkte Einsatz von Antigen-Schnelltests dazu, dass weniger PCR-Tests durchgeführt werden, da diese häufiger nur noch zur Bestätigung eines positiven Schnelltests hinzugezogen werden. Allerdings liegen dazu keine verlässlichen Zahlen vor. "Auch die Point-of-Care-(PoC)-Antigentests, die sogenannten Schnelltests, sollten dringend in die Teststatistik einfließen, damit daraus Rückschlüsse auf das gesamte Testgeschehen gezogen werden können“, erklärt der ALM-Vorsitzende Michael Müller. Der Verband erfasst etwa 90 Prozent des PCR-Testgeschehens in Deutschland. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht seine Teststatistik am Mittwoch.

Bund will bei Corona-Hilfen mindestens zehn Milliarden Euro nachlegen

Die Bundesregierung wird in den nächsten Wochen bei den Corona-Hilfen einen zweistelligen Milliardenbetrag nachlegen. Das twittert das Bundeswirtschaftsministerium.

Die Bundesregierung reagiert mit den Nachbesserungen auch auf zunehmende Kritik von Wirtschaftsverbänden, die dem Bund eine schleppende Umsetzung der Hilfen und zu viel Bürokratie vorgeworfen hatten. Das Fördersystem soll nun einfacher und die Hilfen erweitert werden. Wie viele Milliarden zusätzlich dies kostet, war zunächst unklar. Sowohl Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) als auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatten eine Vereinfachung der Bedingungen sowie eine Ausweitung der Hilfen angekündigt.

Deutsche befürworten längeren Lockdown

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen unterstützt eine Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 31. Januar hinaus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 40 Prozent sogar für eine Verschärfung der bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie aus, weitere 21 Prozent sind für eine Beibehaltung der bisherigen Beschränkungen. Nur 13 Prozent plädierten für ein Ende des Lockdowns, 17 Prozent für eine Lockerung. 8 Prozent machten keine Angaben.

Die Zahl der Lockdown-Gegner hat damit im Vergleich zu Anfang Januar nur leicht zugenommen. Damals waren 11 Prozent für eine Abschaffung aller Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus und 17 Prozent für eine Entschärfung.

FDP fordert Parlamentszustimmung zu Corona-Lockdown

Die FDP will die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge vor Bund-Länder-Beratungen zu landesweiten Corona-Maßnahmen gesetzlich zum Einholen einer Zustimmung des Bundestags verpflichten. Das berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf einen Entwurf der FDP-Bundestagsfraktion. Mit dem Gesetzentwurf will die FDP dem Bericht zufolge eine Stärkung des Parlaments in "epidemischen Lagen von nationaler Tragweite" erreichen. Dazu plane die Partei, eine Passage im Infektionsschutzgesetz zu ergänzen.

Weniger Biontech-Impfstoff lieferbar

Für die Corona-Impfungen in Deutschland liegen nun genauere Angaben zu vorübergehend geringeren Impfstoff-Lieferungen der Hersteller Biontech und Pfizer vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Das geht aus einem Lieferplan von Biontech hervor, der am Montag der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde. Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information darüber kritisiert.

In dieser Woche sollen die Länder demnach 842.400 Dosen bekommen - bezogen auf die nun zugelassene Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle. 

In der Woche vom 25. Januar soll dann aber weniger Impfstoff kommen als bisher vorgesehen, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Übersicht hervorgeht: nämlich 485.550 Dosen bezogen auf sechs entnehmbare je Ampulle. Auch in den nächsten Wochen soll es noch zu einer geringeren Menge deutlich unter der 800.000 Dosen Marke kommen. Ab dem 22. Februar soll die Produktion dann aber wieder voll anlaufen und bis auf 900.000 Dosen ansteigen.

USA heben Einreise-Verbote für Passagiere aus Europa auf

Die USA unter Amtsinhaber Donald Trump heben am 26. Januar die Einreise-Verbote für Ausländer aus europäischen Ländern oder Brasilien auf.  Am selben Tag treten obligatorische Corona-Tests für alle ausländischen Einreisenden in Kraft. Im März waren die Einreise aus den meisten europäischen Ländern verboten worden, im Mai für Reisende aus Brasilien. Der neue US-Präsident Joe Biden will die Entscheidung seines Vorgängers zum Ende der Einreiseverbote jedoch kippen. Hier lesen Sie mehr.

Saar-Ministerpräsident offen für schärfe Einschränkungen

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans ist offen für schärfere Kontaktbeschränkungen. "Länder wie Irland sind ein warnendes Beispiel, wie schnell man Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie wieder zunichtemachen kann", sagt der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". "Eine bundesweite und bundeseinheitliche Verschärfung unserer bisherigen Maßnahmen sollten wir daher nicht ausschließen." Im öffentlichen Bereich könne man noch mehr tun. Dazu gehöre das Tragen von FFP2-Masken, mehr Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen.

Massentest in St. Moritz, zwei Luxushotels unter Quarantäne 

Im Schweizer Nobelskiort St. Moritz haben die Behörden zwei Luxushotels unter Quarantäne gestellt, nachdem eine hochansteckende Coronavirus-Variante festgestellt wurde. Rund 95 Gäste und 300 Angestellte dürfen die Hotels Badrutt's Palace Hotel und Grand Hotel des Bains Kempinski vorerst nicht verlassen, nachdem in den beiden Hotels rund ein Dutzend Infektionen festgestellt wurden. Das Gesundheitsamt ordnete Coronatests für Mitarbeiter und Gäste an. Zudem wurden die Schulen und Skischulen geschlossen sowie das verpflichtende Tragen von Schutzmasken angeordnet.

Festgestellt wurden die Infektionen laut Gesundheitsamt Graubünden am Sonntagabend. Der "Blick" berichtet, es handle sich bei der Mutation um die Variante aus Südafrika, die nicht für schwerere Krankheitsverläufe, aber mehr Ansteckungen sorgt. Am Dienstag wollen die Verantwortlichen laut "Blick" einen Flächentest für die Bevölkerung anbieten. "Das Gesundheitsamt empfiehlt der Bevölkerung und den Gästen von St. Moritz dringend, an diesem Test teilzunehmen", heißt es demnach in einer Mitteilung.

Flensburg: Mehr 20 Verdachtsfälle von Corona-Mutation

In Flensburg sind mehr als 20 Verdachtsfälle von mutierten Coronaviren festgestellt worden. Es handle sich um Laborergebnisse, die jetzt an das nationale Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin gingen zwecks Bestätigung und Feststellung, um welche Mutation es sich genau handele, sagte Flensburgs Stadtsprecher Clemens Teschendorf am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" online berichtet.

Die Ergebnisse aus Berlin werden laut Teschendorf Mitte der Woche erwartet. Erst dann werde es Klarheit geben, ob es sich tatsächlich um die Variante handelt, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war. Sie steht im Verdacht, besonders ansteckend zu sein.

Intensivmediziner: Nicht die dritte Welle riskieren

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert in einer Pressemitteilung, den Lockdown bestehen zu lassen und eventuell noch zu verschärfen. Dies sei "medizinisch eine absolute Notwendigkeit", zu der es keine Alternative gebe. Man erkenne, dass der aktuelle Lockdown wirke, die Patientenzahlen auf den Intensivstationen sinken, hieß es. Man sei jedoch vom Normalbetrieb weit entfernt. 

Besonders mit Blick auf die Corona-Mutationen und die Lage in England und Irland, wo diese bereit grassieren, befürchten die Mediziner im Fall von Lockerungen eine dritte Welle. Dies gelte es dringend zu verhindern. "Es ist ein Wettlauf von Mutante und Impfung", so DIVI-Präsident Gernot Marx. 

Wenige Tage nach Impfaktion mehr als 30 Infektionen in Pflegeheim nachgewiesen 

Wenige Tage nach Corona-Impfungen in einem Alten- und Pflegeheim im schleswig-holsteinischen Itzstedt ist dort inzwischen bei 33 Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. Es hätten sich 25 Bewohner und acht Mitarbeiter des "Hauses Itzstedt" infiziert, teilte eine Sprecherin des Kreises Segeberg nördlich von Hamburg am Montag mit. Wie der Erreger ins Heim kam, sei unklar. Die Impfaktion habe am 9. Januar stattgefunden. Die ersten Corona-Fälle seien am 13./14. Januar festgestellt worden. Ein Impfschutz entstehe in so wenigen Tagen noch nicht, erläuterte auf Nachfrage der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher.

Am vergangenen Freitag waren in dem Heim insgesamt 109 Personen - 59 Bewohner und 50 Mitarbeiter - auf Corona getestet worden. Das komplette Haus stehe nun unter Quarantäne, sagte die Kreissprecherin. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet. 

Möglicherweise neue Virus-Variante in Garmisch entdeckt

Am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist möglicherweise eine weitere neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Derzeit würden Proben an der Berliner Charité untersucht, teilte das Klinikum am Montag mit. Bei einem Ausbruch in dem Krankenhaus habe der Verdacht bestanden, dass bei den Infektionen eine veränderte Variante eine Rolle spielen könnte. "Dies hat sich in einer ersten Zwischenmeldung der Charité bestätigt." In dem Klinikum waren 52 Patienten und 21 Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Noch ist aber unklar, ob die Veränderung wirklich neu ist und ob sie Auswirkungen auf die Ansteckungsrate oder die Schwere der Erkrankung hat. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden weltweit etliche Veränderungen in den Erbgut-Sequenzen des Virus erfasst. Warum Virus-Mutationen an sich nichts ungewöhnliches sind, lesen Sie hier. Als für Europa relevant gelten derzeit vor allem zwei zunächst in Großbritannien und Südafrika nachgewiesene Varianten (B.1.1.7 und B.1.351), die nach derzeitigem Kenntnisstand merklich ansteckender sind als das Ursprungsvirus.

Bei dem am Klinikum Garmisch-Partenkirchen nachgewiesenen Erreger handele es sich nicht um eine dieser beiden Varianten, erläuterte Clemens Stockklausner, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin an dem Klinikum. An der Position 501 gebe es keine Mutation – diese wäre typisch für die britische und die südafrikanische Mutation. Es fehle aber ein Stück im Spikeprotein an den Stellen 69 und 70. Dies sei bei der britischen Variante der Fall, komme aber auch bei mehreren anderen Varianten vor und sei auch in Deutschland schon mehrfach nachgewiesen. "Nun kommt es darauf an, welche weiteren Veränderungen sich in dem Erbgut des Virus finden lassen, um eine fundierte Einordnung treffen zu können", sagte Stockklausner. Das ganze Genom zu sequenzieren dauere rund zehn Tage. "Wir erwarten bis Ende Januar eine Rückmeldung mit weiteren und aussagekräftigen Details."

Bundesregierung finanziert mehr Menschen FFP2-Masken

Zum Schutz vor dem Coronavirus sollen mehr Menschen aus Risikogruppen vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen als zunächst vorgesehen. Nach einem Abgleich mit Versichertendaten der Krankenkassen sollen nun 34,1 Millionen statt 27 Millionen Bürger in diesen Tagen Gutscheine für zwölf FFP2-Masken zugesandt bekommen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag in Berlin sagte.

Der Bund hatte die Ausgabe der Masken für diesen Winter als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe beschlossen – dazu zählen Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Mit den Coupons sollen sie die Masken in Apotheken abholen können.

Vorgesehen ist ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken. Der Bund rechnete schon bezogen auf 27 Millionen Berechtigte mit Kosten von rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten aber auch keinen 100-prozentigen Schutz.

Flughäfen in NRW setzen auf Schnelltests vor dem Abflug

Die Flughäfen in Nordrhein-Westfalen wollen wieder mehr Passagiere transportieren. Damit sich diese auf ihren Reisen sicherer fühlen können, sollen Corona-Schnelltests vor dem Flug zum Regelfall werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

England lädt zweite Gruppe zum Impfen ein

In England sollen nun auch die über 70-Jährigen sowie medizinisch besonders gefährdete Menschen eine Einladung zur Corona-Impfung erhalten. Premierminister Boris Johnson bezeichnete die Einladung der mehr als fünf Millionen zählenden Gruppe am Montag als "signifikanten Meilenstein" im Kampf gegen die Pandemie.

Mehr als die Hälfte der über 80-Jährigen in Großbritannien haben nach Angaben der Regierung bereits ihre erste Impfdosis erhalten. Die übrigen sollen bei Terminen weiterhin Priorität genießen, genauso wie Personal in Pflegeheimen oder medizinischen Berufen. Um die bestehenden Kapazitäten bestmöglich auszunutzen, solle aber bereits die nächste Gruppe für Termine kontaktiert werden. 

Die Regierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen – und damit die am meisten von Covid-19 gefährdeten Gruppen – zu impfen. Bis Sonntagabend waren mehr als 3,8 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich geimpft worden; am Montag sollte die Schwelle von vier Millionen erreicht werden. 

Spahn sieht erste Erfolge – gibt aber keine Entwarnung

Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. "Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung bei den Infektionszahlen", sagte Spahn am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Die Intensivstationen seien um 10, 15 Prozent leerer geworden. "Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hin müssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt."

Entwarnung könne daher noch nicht gegeben werden. Ein Risiko sei die Corona-Mutation, die sehr wahrscheinlich zu einer höheren Ansteckungsrate führe, mahnte Spahn mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. "Zuerst einmal geht es aus meiner Sicht darum, auch noch mal zu schauen, wie wir Kontakte reduzieren können, auch in der Arbeitswelt oder im privaten Bereich." Die Frage sei, ob es neue Regeln brauche oder ob man das Bewusstsein für die bestehenden Verordnungen schärfen müsse.

Am Montag meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 7.141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Mehr dazu lesen Sie hier. Am Wochenende wird weniger getestet, daher werden auch weniger Corona-Infizierte gemeldet. Die aktuellen Fallzahlen sind aber auch für einen Montag auffallend niedrig. t-online hat bereits beim RKI für eine Stellungnahme angefragt.  

Slowakei verschärft Ausgangsbeschränkungen

Die Slowakei verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie ihre Ausgangsbeschränkungen. Wie der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovič am Sonntagabend nach einer Sondersitzung der Regierung bekannt gab, werden schon ab diesem Montag wieder Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Danach werde auch der Weg zur Arbeit nur mehr mit einem negativen Corona-Test erlaubt sein. Bisher zählte der Weg zur Arbeit zu den wichtigsten Ausnahmen von einem grundsätzlichen Verbot, die eigene Wohnung zu verlassen.

Gesundheitsminister Marek Krajčí konkretisierte, die "freiwillige" Testmöglichkeit werde bis 26. Januar bestehen. Die Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen für Personen ohne negativen Corona-Test trete ab dem 27. Januar in Kraft und gelte vorerst bis 7. Februar. Ein regierungsinterner Streit über die Zweckmäßigkeit landesweiter Massentests war nach Medienberichten der Hauptgrund dafür, dass sich die Vier-Parteien-Koalition eine ganze Woche nicht auf das Maßnahmenpaket einigen konnte, das sie eigentlich schon am vergangenen Montag verkünden wollte.

Die Ärztekammer und andere Gesundheitsorganisationen hatten kritisiert, durch landesweite Tests an größtenteils gesunden Menschen würden Kapazitäten des kurz vor dem Kollaps stehenden Gesundheitssystems ineffizient eingesetzt. Die Slowakei hatte im Herbst mit Massentests fast aller über zehn Jahre alten Einwohner für internationales Aufsehen gesorgt. Während andere Länder dieses Experiment nachahmten, war es in der Slowakei selbst wegen einer chaotischen Abwicklung stets umstritten.

Bericht: Nächtliche Ausgangssperre wird kommen

Beim Bund-Länder-Gipfel am Dienstag stehen weitere Einschnitte in den Alltag der Bürger an. Laut Medienberichten sei bereits klar, dass es eine Ausgangssperre geben wird. Mehr dazu lesen Sie hier.

Vizekanzler Scholz: Es müssen weitere Corona-Maßnahmen folgen

Vizekanzler Olaf Scholz hat sich vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern an diesem Dienstag für einen längeren und schärferen Lockdown ausgesprochen. "Es müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend beim Bild-Talk "Die richtigen Fragen". "Ich gehe davon aus, dass das schon 14 Tage sein können, die noch einmal dazukommen."

Ob dazu auch Ausgangssperren gehören, wollte der Finanzminister nicht ausschließen: "Ich finde, das ist eine mögliche Maßnahme, aber nicht die, die als allererste ansteht".

Feiern trotz Corona-Regeln – Polizei mit vielen Einsätzen

Hochzeit, Spieleabend, Geburtstag: In vielen Teilen Deutschlands rückt die Polizei wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln aus. Es wird weder Abstand gehalten, noch Maske getragen. Teils kommt es auch zu Gewalt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Australien wird Grenzen für Reisende im Jahr 2021 voraussichtlich nicht öffnen

Australien wird seine Grenzen aller Voraussicht nach in diesem Jahr nicht mehr für Reisende öffnen. Wie der medizinische Chefberater der australischen Regierung, Brendan Murphy, am Montag dem TV-Sender ABC sagte, seien freie Reisen im Jahr 2021 trotz eines baldigen Starts der Impfkampagne gegen das Coronavirus nicht zu erwarten.

"Selbst wenn wir einen großen Teil der Bevölkerung geimpft haben, wissen wir nicht, ob das die Übertragung des Virus verhindern wird", gab Murphy zu bedenken. Er halte es für "sehr wahrscheinlich", dass auch die Quarantänevorschriften noch eine Weile in Kraft blieben.

Australiens Grenzen sind seit März 2020 für Reisende geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Land hat sich Dosen der Vakzine von Biontech und Pfizer sowie AstraZeneca gesichert, die Impfkampagne wird voraussichtlich Ende Februar starten.

Söder bringt wieder Grenzkontrollen ins Spiel

Kurz vor der nächsten Konferenz von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie am Dienstag hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ein einheitlicheres Vorgehen in Europa gefordert. "Am besten wäre eine einheitliche europäische Strategie in der Corona-Bekämpfung", sagte Söder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). "Sollte dies weiter nicht gelingen, wären Grenzkontrollen sinnvoll." Das habe schon im Frühjahr effektiv geholfen. "Es dauert ja auch nicht ewig. Wenn mehr Impfstoff da ist, kann sich die Situation rasch verbessern."

Markus Söder hat außerdem die anderen Bundesländer vor den Bund-Länder-Beratungen aufgefordert, gemeinsam gefasste Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie konsequenter umzusetzen. "Die Hälfte der Länder macht ja was ganz anderes" sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in der ARD-Talkshow "Anne Will". Mehr zur Sendung erfahren Sie hier. 

Bayern selbst hatte kurz nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern eigenmächtig Verschärfung der Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften beschlossen. So dürfen in Bayern diese Bereiche nur noch mit professionellen FFP2-Masken betreten werden.

Virologin sieht Hoffnungsschimmer: Entspannung im Sommer

Die Virologin Marylyn Addo erwartet in der Corona-Pandemie "vom Frühjahr an und im Sommer eine deutliche Entspannung". "Schon wegen des wärmeren Wetters und der höheren Impfquote", sagte die Leiterin der Sektion Infektiologie vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir so bald in großen Menschenmassen wie auf dem Oktoberfest darauf anstoßen können. Es dürfte auch in der zweiten Jahreshälfte wieder einen Anstieg geben, es ist halt ein Erkältungsvirus. Aber ich bleibe zuversichtlich."

Zur Diskussion über einen zu langsamen Impfstart in Deutschland sagte sie: "Ich würde mir wünschen, dass man nicht das große Bild aus den Augen verliert. Wenn man mir im letzten Februar gesagt hätte, dass wir uns im Dezember darüber streiten, wer die ersten Impfstoffe bekommt, hätte ich das für verrückt gehalten - so schnell würde es doch nie einen Impfstoff geben. Aber es kam anders, und wir sollten auch mal "feiern", was erreicht wurde."

Ausbrüche mit Corona-Mutation in Belgien und Schweiz

Zwei lokale Ausbrüche mit der in England entdeckten Variante des Coronavirus beschäftigen die Behörden in Belgien und der Schweiz. In einem Altenheim in Merkem im Westen Flanderns wurden 75 Bewohner Bewohner – zwei Drittel aller Bewohnerschaft – positiv auf den neuen Virustyp getestet, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag. In der Gemeinde wurden daraufhin alle gesellschaftlichen Aktivitäten untersagt. Nur Schulen, Kitas und medizinische Dienste blieben geöffnet.

In der Schweiz muss die komplette Schüler- und Lehrerschaft einer Mittelschule in Quarantäne, nachdem unter 17 neu entdeckten Corona-Fällen auch zwei mit der britischen Mutation festgestellt wurden. Alle knapp 500 Schülerinnen und Schüler sowie etwa 70 Lehrkräfte seien sofort in Quarantäne beordert worden, meldete das Portal 20min.ch.

Schweiz erhält 7,5 Millionen Moderna-Impfdosen

Das Vakzin von Moderna hat diese Woche in der Schweiz als zweiter Covid-19-Impfstoff die Zulassung durch Swissmedic erhalten. Das berichtet der "Blick". Die Schutzwirkung liege demnach bei 94 Prozent. Der Bund habe von Moderna 7,5 Millionen Impfdosen bestellt, das reiche für 3,75 Millionen Menschen. "Wenn ­alles wie vorgesehen klappt, könnte knapp die Hälfte der Bevölkerung bis im Sommer mit unserem Impfstoff behandelt werden", sagte der Europachef von Moderna, Dan Staner, in einem Interview mit der Zeitung. 

Staner sei davon überzeugt, dass der Impfstoff auch gegen Mutationen, wie die britische oder südafrikanische, wirksam sei: "Sollten wir in Zukunft aufgrund von beschleunigten Mutationen Anpassungen an unserem mRNA-Stamm vornehmen müssen, so sollte dies mit unserer mRNA-Plattform innerhalb kurzer Zeit möglich sein", sagte er in dem Bericht. 

Der Moderna-Impfstoff könne außerdem bis zu 30 Tage bei zwei bis acht Grad Celsius in normalen Kühlschränken gelagert werden, erklärte Staner. Es sei denkbar, dass er auch an Arztpraxen und Apotheken ausgeliefert werde. Zudem zeigte sich der Moderna-Chef optimistisch: "Die Schweiz sollte im ersten Halbjahr 2021 bei der Versorgung ihrer Bevölkerung mit Impfstoffen in der internationalen Spitzengruppe liegen. Ob dies gelingt, hängt jedoch nicht nur von uns ab. Impfen braucht Zeit und eine effiziente Strategie. Die liegt in der Verantwortung der Behörden."

Lindner fordert Sondersitzung im Bundestag vor Corona-Gipfel

Noch vor den Bund/Länder-Beratungen am Dienstag über weitere Corona-Beschränkungen fordert die FDP eine Sondersitzung des Bundestags dazu. "Die Bundeskanzlerin sollte das Parlament und die Öffentlichkeit vor den Gesprächen mit den Ministerpräsidenten umgehend informieren", sagte FDP-Chef Christian Lindner der "Bild am Sonntag". "Der Deutsche Bundestag muss umgehend zu einer Sondersitzung zusammentreten. Die parlamentarische Beratung der Corona-Maßnahmen muss ein Anliegen aller Fraktionen sein; egal, ob Regierung oder Opposition."

Lindner hält besonders nächtliche Ausgangssperren für unverhältnismäßig: "Auf keinen Fall dürften sie ohne Befassung des Bundestages beschlossen werden", sagte er.

Angesichts der angespannten Lage haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder ihre ursprünglich für den 25. Januar geplanten Beratungen um knapp eine Woche auf den kommenden Dienstag vorgezogen. Diskutiert wird auch über eine weitere Einengung des teils bestehenden 15-Kilometer-Ausgangsradius, eine Pflicht zum Tragen besser schützender FFP2-Masken sowie Möglichkeiten, die Betriebe zu mehr Homeoffice-Angeboten zu bewegen.

Maas will Kinos und Restaurants für Geimpfte öffnen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat sich für eine Lockerung der Corona-Einschränkungen für Menschen mit einer Impfung gegen das Virus ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Eine Million Infektionen in Los Angeles

Die Gesundheitsbehörde in Los Angeles hat bekannt gegeben, dass die Zahl der mit dem Corona-Virus infizierten Personen im Landkreis Los Angeles auf über eine Million gestiegen ist. Gleichzeitig wurde der erste Fall der neuen COVID-19-Variante B.1.1.7 bei einer Person bestätigt, die kürzlich zu Besuch aus Oregon in die US-Stadt gekommen war. Der Mann ist nun in Quarantäne. 

Zuletzt gab es 253 neue Todesfälle und 14.669 neue Fälle pro Tag in Los Angeles. Bis heute hat die Gesundheitsbehörde 1.003.923 positive Fälle  und insgesamt 13.741 Todesfälle registriert.

Zahl der Neuinfektionen in China sinkt weiter

In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge gesunken. Binnen 24 Stunden wurden 109 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde am Sonntag in Peking mitteilte. Tags zuvor waren es 130, nachdem am Freitag noch mit 138 der höchste Wert seit dem 1. März 2020 gemeldet wurde. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt den offiziellen Angaben zufolge nunmehr bei 88.227. Die Zahl der Todesfälle blieb mit 4.635 unverändert.

Die Behörden haben im Januar mehr als 28 Millionen Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Die Regierung fürchtet, dass im Zuge des traditionellen Neujahrsfestes die Corona-Epidemie wiederauflebt. Wenn die Kontrollen und die Vorsorgemaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt würden, sei ein massives Wiederaufleben aber unwahrscheinlich, erklärte die Gesundheitsbehörde CDC zuletzt.

Städtebund warnt vor Mega-Lockdown

Der Städte- und Gemeindebund warnt vor überzogenen Corona-Maßnahmen. Zwar sei eine Verlängerung des Lockdowns angesichts der Infektionslage notwendig, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der geforderte "Mega-Lockdown" sei allerdings "keine Lösung und könnte die unverzichtbare Akzeptanz der Menschen für die zahlreichen Maßnahmen gefährden". "Da der Lockdown nun schon Wochen anhält, sollte man sich nicht für eine generelle Schließung von Schulen und Kitas entscheiden, sondern zumindest eine Notbetreuung sicherstellen", forderte Landsberg.

Lockdown in Österreich bis 7. Februar

Österreich soll seinen harten Lockdown um zwei weitere Wochen bis zum 7. Februar verlängern, wie die Nachrichtenagentur APA Samstagabend aus Verhandlerkreisen erfuhr. Handel und Gastronomie blieben demnach weiter geschlossen, Schulen bieten weiter Distanzunterricht an. Aufgrund der mittlerweile auch in Österreich festgestellten und wohl ansteckenderen Virusmutation aus Großbritannien haben Experten eindringlich vor zu frühen Öffnungsschritten gewarnt. Bundeskanzler Sebastian Kurz kündigte für Sonntagvormittag eine Pressekonferenz an.

Ab 8. Februar sollen nach Informationen der APA der Handel sowie körpernahe Dienstleister und Museen öffnen dürfen. Besucher und Kunden müssen dort künftig die besonders schützenden FFP2-Masken tragen und mit zwei Metern mehr Abstand halten. Mitte Februar sei geplant, die Lage für die Gastronomie, Hotellerie und für Veranstalter neu zu beurteilen.

Biontech-Impfstoff: Transport erheblich erleichtert 

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland kann das Präparat der Hersteller Biontech und Pfizer künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen von Biontech hervorgeht, kann der Impfstoff auch schon als fertige Dosis in der Spritze bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Das hätten neue Daten zur Stabilität des Impfstoffes ergeben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Samstag, dies sei eine gute Nachricht besonders für Pflegebedürftige, die zu Hause auf eine Impfung warten. Die Länder könnten die Impfkampagne nun flexibler organisieren.

Bisher wurde empfohlen, bereits verdünnten Impfstoff nicht zwischen Einrichtungen zu transportieren – also zwischen den Impfzentren der Länder, wo das Präparat bei minus 70 Grad lagert, und Impfeinsätzen in Pflegeheimen oder Einrichtungen des betreuten Wohnens. 

Zahl der Corona-Schutzimpfungen überschreitet Millionengrenze

Die Zahl der Corona-Schutzimpfungen in Deutschland hat die Schwelle von einer Million überschritten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmittag eine Gesamtzahl von 1.048.160 Impfungen, 79.759 mehr als am Vortag. Die Impfquote stieg damit auf 1,26 Prozent.

Bislang wurde fast ausschließlich die erste von zwei Impfdosen gespritzt. Am Freitag hatten erstmals einige Menschen in einem Pflegeheim in Halberstadt in Sachsen-Anhalt auch die zweite Dosis erhalten. Da die Impfkampagne vor rund drei Wochen begonnen hatte, dürfte die Zahl der Komplettimpfungen in den kommenden Tagen deutlich zunehmen. Nach der zweiten Injektion dauert es in der Regel noch eine Woche, bis von einem vollen Impfschutz ausgegangen wird.

Spitzenreiter bei den Impfungen bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 2,34 Prozent vor Schleswig-Holstein mit 1,92 Prozent. Schlusslicht ist Baden-Württemberg mit einer Quote von 0,90 Prozent hinter Thüringen mit 1,03 Prozent.

Indien: Start der Impfungen in 3000 Impfzentren

Indien hat eine der wohl größten Impfkampagnen gegen das Coronavirus weltweit gestartet. Allein am ersten Tag sollen rund 300.600 Menschen geimpft werden, landesweit gibt es mehr als 3.000 Impfzentren. Zunächst sollen die etwa 30 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen und Mitarbeiter in anderen Bereichen wie etwa für Hygiene und Sicherheit geimpft werden. Dann sollen etwa 270 Millionen Menschen folgen, die älter als 50 Jahre sind oder aufgrund von Vorerkrankungen als Risikopatienten gelten. 

In Indien zugelassen und zur Verfügung stehen derzeit zwei Impfstoffe: Das Mittel des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford sowie das Vakzin der heimischen Firma Bharat Biotech. Beide Impfstoffe werden in Indien hergestellt. Das Land weist nach den USA weltweit die meisten Corona-Infektionen auf. Etwa 10,5 Millionen Menschen haben sich nachweislich angesteckt, mehr als 151.000 Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben.

Simulation: Lockdown bis Ende Januar reicht nicht

Der von Politikern verfolgte Zielwert bei Corona-Neuinfektionen für ein Lockdown-Ende wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr Ende Januar wohl nicht erreicht. "Die Chance ist extremst gering bis nicht vorhanden", sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er ging davon aus, dass die angestrebte Rate von 50 bei Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen frühestens Mitte Februar möglich sei. "Und das wäre eine optimistische Vorhersage."

Der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes hat mit seinem Forscherteam einen "Covid-Simulator" entwickelt, der das Infektionsgeschehen in Deutschland berechnet und Prognosen liefert.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bundesweit laut Robert Koch-Institut bei 146. "Momentan ist eigentlich kein Absinken in Sicht", sagte Lehr. "Es stagniert vielmehr." Wegen Nachmeldungen aufgrund der Feiertage gebe es immer noch gewisse Unklarheiten bei den Zahlen. Festzustellen sei aber, dass die derzeitigen Maßnahmen "nicht so greifen". 

Großbritannien verschärft Einreiseregeln drastisch

Großbritannien verschärft ab Montagfrüh seine Einreiseregeln. Alle Reisenden benötigten ein negatives Testergebnis und müssten sich unmittelbar nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben, kündigte Premierminister Boris Johnson an. Diese dauere zehn Tage, könne mit einem weiteren negativen Test aber auf fünf Tage verkürzt werden. Bislang gab es für einige Länder Ausnahmen ohne Quarantäne. Dies wird ab Montag 5 Uhr (MEZ) aufgehoben. Damit solle die Einschleppung von Corona-Varianten vermieden werden, sagte Johnson.

In Großbritannien breitet sich eine hochansteckende Mutation von SARS-CoV-2 weiter schnell aus. Am Freitag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 55.761 nach 48.682 am Vortag. Den vierten Tag in Folge wurden mehr als 1.000 neue Todesfälle verzeichnet. Deren Zahl lag mit 1.280 in etwa so hoch wie am Vortag.

Corona-Mutation könnte im März vorherrschende Variante in USA werden

Die zuerst in Großbritannien entdeckte und wohl deutlich ansteckendere Corona-Mutation könnte in den Vereinigten Staaten schon bald weiter verbreitet sein als die ursprüngliche Variante. "Der vorausgesagte Entwicklungsverlauf dieser Variante in den USA weist Anfang 2021 ein schnelles Wachstum auf und wird im März zur vorherrschenden Variante", teilte die Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Dies könne die medizinische Infrastruktur in den Vereinigten Staaten weiter anspannen und strengere öffentliche Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verlangen. In den USA wurden bislang laut der CDC 76 Fälle der Corona-Variante in zehn Bundesstaaten gemeldet.

US-Forscher: Mehr als zwei Millionen Corona-Tote

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als zwei Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Weltweit gab es demnach bislang mehr als 93 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Der WHO zufolge gab es bis Freitag 1,98 Millionen bestätigte Todesfälle.

Sachsen plant Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer

Sachsen will in der kommenden Woche eine Einrichtung für Quarantäne-Verweigerer in Betrieb nehmen. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Bislang seien allerdings noch keine Verweigerer bekannt, die per Gerichtsbeschluss abgesondert werden sollten, hieß es weiter. Von einer Unterbringung Betroffener in einem Krankenhaus hatte der Freistaat Abstand genommen, weil alle Kapazitäten dort in der Corona-Pandemie dringend gebraucht würden. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag von Plänen, einen "Knast für Quarantäne-Verweigerer" auf dem Gelände der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge einzurichten.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte schon im Frühjahr 2020 klargestellt, dass eine solche Zwangsmaßnahme nur ein letztes Mittel sei und einen richterlichen Beschluss erfordere. Das Innenministerium teilte nun mit: "In der Praxis wird seitens des zuständigen Gesundheitsamtes zunächst die Quarantäne festgestellt. Daran schließt sich die eindringliche Ermahnung und bei weiterem Widersetzen die Einleitung eines Bußgeldverfahrens an." Erst dann folge ein Gerichtsverfahren.

Nach Angaben des Innenministeriums sieht Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes eine zwangsweise Unterbringung von Verweigerern in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einer anderen geeigneten Unterkunft vor. Die zwangsweise Unterbringung erfolgt nach dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen (Paragraph 415). Antragsteller bei Gericht ist dabei das zuständige Gesundheitsamt.

WHO-Notfallkomitee gegen Corona-Impfnachweis für Reisen

Das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich vorerst gegen eine Corona-Impfbescheinigung als Bedingung für internationale Reisen ausgesprochen. Es gebe noch zu viele offene Fragen zur Wirksamkeit der Impfstoffe, die zudem weiter nicht in ausreichender Menge verfügbar seien, erklärte das Gremium am Freitag. Zudem rief das Notfallkomitee dazu auf, angesichts der zuletzt entdeckten Mutationen die Sequenzierung der genetischen Codes des Coronavirus weltweit auszuweiten

Illegale Keller-Party: 18 Leute feiern in Shisha-Bar

Die Shisha-Pfeifen glühten, 18 Menschen feierten trotz der Corona-Pandemie im Keller: Die Polizei ist in der Nacht zum Freitag gegen den illegalen Betrieb einer Bar in Hamburg vorgegangen. Trotz mehrfacher Aufforderung war der Keller, aus dem Rauch drang, nicht geöffnet worden – deshalb taten es die Beamten gewaltsam. Sie trafen in den Räumen und im Treppenhaus auf den Besitzer einer im Haus befindlichen Sisha-Bar, seine beiden 15 und 16 Jahre alten Söhne sowie 15 Gäste, wie die Polizei mitteilte.

Da der Keller nicht über entsprechende Lüftungsanlagen verfügte, stellte die Feuerwehr aufgrund der Wasserpfeifen zudem einen erhöhten Kohlenmonoxid-Wert fest. "Der Wert war knapp an der Grenze zur Gesundheitsgefährdung", sagte eine Polizeisprecherin.

Zivilfahndern waren vor dem Mehrfamilienhaus mehrere Personen aufgefallen, die klingelten und in den Keller gingen, ohne Licht anzumachen. Ein Zeuge berichtete, dass der Betreiber der Sisha-Bar diese Räume unten nutze. Der Betrieb wurde geschlossen, Ordnungswidrigkeits-Verfahren gegen die 18 Anwesenden eingeleitet. Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Hamburg – wie auch bundesweit – Restaurants, Bars und Kneipen aktuell geschlossen sein.

Bericht: Kretschmer will Grenzen für Pendler offenhalten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will die Grenzen für Berufspendler aus Tschechien einem Bericht zufolge offenhalten. Es sei allgemein bekannt, dass ohne die Ärzte sowie die Krankenpflegerinnen und -pfleger aus dem Nachbarland die Gesundheitsversorgung nicht aufrechterhalten werden könne, sagte der CDU-Politiker am Freitag der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Man könne die Grenzen nicht radikal schließen. Das sei auch die Erfahrung aus dem vorigen Frühjahr. Damals hatte die Regierung in Prag monatelang ihrerseits die Grenze zugemacht.

Ministerium: Mutierte Coronavirus-Variante auch im Norden

Die in Großbritannien verbreitete und auch in Dänemark nachgewiesene Mutation des Coronavirus hat nach Angaben des Kieler Sozialministeriums mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Schleswig-Holstein erreicht. Mehrere Proben aus dem nördlichsten Bundesland befänden sich aktuell zur Abklärung im nationalen Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin, teilte das schleswig-holsteinische Sozialministerium am Freitag mit.

Bei den bekannten mutierten Virusvarianten werde eine erhöhte Ansteckungsgefahr vermutet. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist nach Angaben des Ministeriums darauf hin, dass es bisher "bei begrenzter Datenlage jedoch keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe oder eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe im Zusammenhang mit dieser neuen Variante" gebe.

Produktion von Biontech-Impfstoff in Marburg genehmigt

Die hessischen Behörden haben die angestrebte Produktion von zusätzlichem Biontech-Impfstoff in Marburg genehmigt. Wie die Staatskanzlei in Wiesbaden mitteilte, gab das zuständige Regierungspräsidium in Gießen am Freitag grünes Licht. Das Mainzer Unternehmen Biontech hatte Anfang Dezember die Anträge für Umbau und Betrieb eines zuvor gekauften Werks in Marburg gestellt.

Sterbefälle ein Viertel über Durchschnitt – Verdopplung in Sachsen

Ende des vergangenen Jahres sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen in der Woche vor Weihnachten um 24 Prozent über dem Mittel. In Sachsen haben sich die Zahlen sogar verdoppelt. Die vorläufigen Zahlen der Sonderauswertung lagen am Freitag bis zur 51. Kalenderwoche vor, das war vom 14. bis 20. Dezember 2020. In dieser Woche starben mindestens 23.550 Menschen – 4.568 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Bereits in der Woche davor hatten die Sterbefallzahlen 25 Prozent über dem Schnitt gelegen.

"Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, steigt seit Anfang Oktober von Woche zu Woche an" berichteten die Statistiker am Freitag. In der 51. Kalenderwoche gab es insgesamt 4.484 beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Covid-19-Todesfälle.

"Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen", stellten die Wiesbadener Statistiker fest. "Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort seit Oktober von Woche zu Woche deutlich zu." In der 41. Kalenderwoche Anfang Oktober hatte die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt gelegen. In der 51. Kalenderwoche hat sich die Zahl – bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre für diese Woche – mehr als verdoppelt: um 109 Prozent beziehungsweise 1.226 Todesfälle.

Auch in Brandenburg (plus 41 Prozent), Hessen (plus 32 Prozent) und Thüringen (plus 36 Prozent) lag die Zahl der Sterbefälle weit über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Die Impfbereitschaft in Deutschland wächst

Die Impfbereitschaft in Deutschland steigt einer Umfrage zufolge: Mittlerweile wollen sich laut ZDF-Politbarometer zwei Drittel der Bevölkerung (67 Prozent) gegen das Coronavirus impfen lassen. Ende November sei es nur die Hälfte gewesen (51 Prozent). Zehn Prozent hätten angegeben, sie wollten sich nicht impfen lassen, Ende November waren es noch 20 Prozent. Die Kritik am Ablauf der Impfungen sei hingegen gestiegen: 58 Prozent seien mit dem bisherigen Verlauf eher unzufrieden.

Zahl der Corona-Infektionen in Europa steigt auf über 30 Millionen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Europa hat am Freitagmorgen die Schwelle von 30 Millionen überschritten. Dies geht aus einer auf Behördenangaben der einzelnen Länder beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor. Damit ist Europa weltweit die Region mit den meisten Corona-Infektionen.

Europa war weltweit auch die erste Region, in der mehr als eine halbe Million Menschen an Covid-19 starben. Diese Schwelle wurde am 17. Dezember überschritten.

Bei der Zahl der Infektionen folgen nach Europa die USA und Kanada mit insgesamt knapp 24 Millionen Fällen sowie Lateinamerika und die Karibik mit knapp 17 Millionen vermeldeten Ansteckungen.

Lauterbach: Schließung von Betrieben wegen Corona-Krise kann drohen

Bei anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kann dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zufolge die Schließung von Betrieben drohen. "Der Lockdown ist nicht so erfolgreich, wie er sein muss", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Unternehmen müssten stärker in den Lockdown einbezogen werden. "Wir sollten das Homeoffice verpflichtend machen – dort, wo es geht." Die Firmen selbst seien gut beraten, ihren Beitrag zu leisten, um den Lockdown erfolgreich zu Ende zu bringen. "Andernfalls können wir irgendwann gezwungen sein, auch Betriebe zu schließen", sagte Lauterbach. "Möglicherweise müssten wir sogar an die Industrieproduktion heran." Das könne niemand wollen.

Karl Lauterbach (SPD): Der Gesundheitsexperte warnt davor, dass es zu einer Schließung von Betrieben kommen könnte (Quelle: imago images)Karl Lauterbach (SPD): Der Gesundheitsexperte warnt davor, dass es zu einer Schließung von Betrieben kommen könnte. (Quelle: imago images)

Die bisherige Wirkung des Lockdowns nannte Lauterbach enttäuschend. "Wir sind in einer sehr prekären Situation." Würden sich ansteckendere Corona-Varianten stärker in Deutschland verbreiten, "hätten wir ein Riesenproblem".

Auch Kretschmer erwartet Bund-Länder-Treffen kommende Woche

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erwartet eine neue Bund-Länder-Runde über Corona-Maßnahmen bereits kommende Woche und nicht erst am 25. Januar. Man werde sich "kommende Woche" hinsetzen und über "Nachschärfungen" reden, sagt der CDU-Politiker im ZDF. "Wir sind in Deutschland nicht an dem Punkt, wo wir hinwollten und wir haben eine Bedrohung, die auf uns zukommt", fügt er mit Blick auf die Virus-Mutationen hinzu.

WHO fordert mehr Solidarität

Im Rennen um den Zugang zu Corona-Impfstoffen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert, dass bislang 95 Prozent aller Impfungen nur in zehn Ländern verabreicht wurden. Alle Länder, die in der Lage dazu seien, sollten sich für eine gerechte Verteilung der Impfstoffe einsetzen, sagte der WHO-Direktor für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag. Er forderte mehr Solidarität von Europa, ohne die Spitzenreiter bei den Impfungen zu nennen.

Einer Analyse der Website "Our World in Data" zufolge handelt es sich dabei unter anderem um Deutschland, Israel, Italien, Spanien, Großbritannien, die USA, China und Russland. Kluge hob die "enormen Anstrengungen" der WHO und ihrer Partner hervor, um sicherzustellen, dass jedes Land Zugang zu Impfstoff erhalte. Er verwies unter anderem auf die Covax-Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Impfdosen für die 92 ärmsten Staaten der Welt bereitzustellen.

Obwohl die Impfkampagnen mittlerweile in zahlreichen Ländern gestartet sind, hat laut WHO die Geschwindigkeit der Ansteckungen zugenommen. Schuld daran seien unter anderem mutierte Formen des Coronavirus. "Die Situation ist alarmierend", mahnte Kluge. In Europa haben mittlerweile 31 Länder mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die Impfungen in den von der Covax-Initiative unterstützten Ländern starten voraussichtlich im Februar.

Erdogan ist geimpft

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich vor laufenden Fernsehkameras impfen lassen. Nach Angaben seiner AK Partei soll das Zweifel in der Bevölkerung ausräumen. Die Türkei hat am Donnerstag mit den Impfungen begonnen, zunächst bei medizinischem Personal. In dem Land kommt das Vakzin der chinesischen Biotechunternehmens Sinovac zum Einsatz.

Großbritannien verhängt wegen Brasilien-Variante Einreiseverbote

Großbritannien verhängt Einreiseverbote gegen mehrere südamerikanische Länder um die Einschleppung einer ansteckenderen Virus-Variante zu verhindern, die zuerst in Brasilien nachgewiesen wurde. Betroffen seien neben Brasilien selbst unter anderem Argentinien, Peru, Panama und Venezuela, gibt Verkehrsminister Grant Shapps bekannt. Auch Einreisen aus Portugal würden Angesichts der engen Verbindungen des Landes zu Brasilien untersagt.

Schweden passiert Marke von 10.000 Corona-Todesfällen

In Schweden sind mittlerweile mehr als 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Bei der täglichen Aktualisierung der schwedischen Corona-Zahlen kamen am Donnerstag 351 gemeldete Todesfälle in Verbindung mit einer Infektion hinzu – ein Höchstwert. Somit hat es seit Beginn der Pandemie bislang 10.185 solcher Sterbefälle in dem skandinavischen EU-Land gegeben. Bis Donnerstag wurden insgesamt mehr als 518.000 Infektionsfälle nachgewiesen.

Schweden ist in der Corona-Krise einen vielbeachteten Sonderweg mit vergleichsweise gemäßigten Einschränkungen des öffentlichen Lebens sowie Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Im Frühjahr 2020 war das mit vergleichsweise hohen Infektions- und Todeszahlen einhergegangen, im Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen dann deutlich beruhigt. Seit Ende Oktober stiegen die Zahlen bei den Schweden aber wieder stark. Kurz vor Weihnachten erreichten sie vorerst ihren Höhepunkt.

Virologe Streeck: Inzidenz-Werte vermitteln falsches Bild 

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck kritisiert die aktuelle Praxis, sich an den täglichen Neuinfektionen und an der Sieben-Tages-Inzidenz zu orientieren. Beide vermitteln ein falsches Bild, sagte er der "Rheinischen Post". Die häufig herangezogene Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen werde als wissenschaftlicher Grenzwert wahrgenommen. "Tatsächlich aber ist er ein von der Politik definierter Grenzwert", so Streeck. 

Man könne die aktuellen Zahlen aufgrund der geänderten Teststrategie nicht mehr mit denen aus dem Sommer vergleichen, sagte der Virologe. Seit November würden nur noch Menschen mit Corona-Symptomen getestet, davor sei dies auch symptomunabhängig möglich gewesen. Damit dürfte die Dunkelziffer aktuell deutlich höher sein als im Sommer, vermutet Streeck. Um einen belastbaren Eindruck vom Infektionsgeschehen zu erhalten, forderte der Virologe, repräsentative Stichproben zu testen. Nur so könne man einen Richtwert entwickeln, der als Grundlage für politische Entscheidungen dienen kann.

Kretschmann: Corona-Lockdown muss voraussichtlich verlängert werden

Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus verlängert werden. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Stuttgart. Er werde sich für "weitere und schärfere Maßnahmen" einsetzen. Es sei wichtig, die Maßnahmen zu gewichten – wo seien neue Maßnahmen erforderlich, wo Verschärfungen, welche müssten beendet werden. 

Er werde dafür eintreten, dass die Bund-Länder-Konferenz eine Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten für Anfang Februar anstrebe, sofern die Infektionszahlen nicht relevant zulegten.

Zudem plädierte Kretschmann dafür, die für den 25. Januar geplante nächste Beratungsrunde der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder auf die kommende Woche vorziehen. Dafür werde er im Laufe des Tages bei Bundeskanzlerin Angela Merkel werben, sagt der Grünen-Politiker.

Laschet schließt Lockdown-Verlängerung nicht aus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) stimmt die Bevölkerung auf einen längeren Corona-Lockdown ein. "Völlig klar: Die Lage ist sehr ernst. Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen", sagte der Bewerber für den CDU-Bundesvorsitz dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag) auf die Frage, ob die Einschränkungen schlimmstenfalls bis Ostern gelten. Frühestens ab Sonntag (17. Januar) werde es ein "realistisches Bild" von den Corona-Infektionszahlen geben, womit auch das Geschehen der Feiertage abgebildet werde. Derzeit sei auch noch nicht bekannt, wie sich das mutierte Virus aus Großbritannien auf die Infektionslage auswirke.

Laschet appellierte zugleich an das Personal von Kliniken und Pflegeheimen, sich impfen zu lassen. "Die Impfbereitschaft gerade bei Pflegekräften ist noch zu niedrig. Das muss deutlich besser werden."

Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen der Kontakte

Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. "An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen", sagte Brockmann am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten.

Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken. "Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen", sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken. "Eines ist klar, das Impfen hilft uns nicht, auf diesem Niveau rauskommen, wo jeden Tag mindestens 1.000 Menschen sterben", sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

Mehr als 9.000 Corona-Neuinfektionen in Israel

In Israel sind den dritten Tag in Folge mehr als 9.000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9.388 Fälle gemeldet. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner, Deutschland etwa neunmal so viele.

Israel steckt mitten in einer dritten Corona-Welle. Seit Freitag gilt ein zweiwöchiger harter Lockdown mit Maßnahmen wie der Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Man darf das eigene Haus oder die eigene Wohnung nur in einem Umkreis von 1.000 Metern verlassen. Israels Corona-Beauftragter Nachman Asch sagte dem Online-Portal "ynet", der Lockdown könnte angesichts der hohen Infektionszahlen um eine Woche verlängert werden.

Experten rechnen aber mit baldigen Effekten der vor knapp einem Monat angelaufenen Impfkampagne. Bislang wurden in Israel mehr als 1,9 Millionen Menschen geimpft. Die Regierung will bis Ende März allen Bewohnern, die älter als 16 Jahre sind, eine Impfung anbieten. Für den 23. März ist eine Neuwahl geplant.

Wieder neuer Höchststand an Todesfällen in Deutschland

Wieder meldet das Robert Koch-Institut hohe Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Die Zahl der neuen Todesfälle steigt auf einen neuen Höchststand. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn: Zu wenige Laboruntersuchungen auf neue Corona-Varianten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eingeräumt, dass in Deutschland zu wenige Laboruntersuchungen auf neue Coronavirus-Varianten überprüft werden. Es sei tatsächlich so, dass in zu vielen Ländern in Europa nicht ausreichend sequenziert werde, sagte Spahn am Mittwochabend in der ARD-Sendung "Maischberger". "Auch Deutschland gehört dazu." In anderen Ländern, etwa in Großbritannien oder Dänemark, werde traditionell mehr sequenziert.

Nach aktuellem Kenntnisstand scheine die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Mutation B.1.1.7 in Deutschland noch nicht allzu stark verbreitet zu sein, sagte Spahn. Um das zu überprüfen, würden die Genomsequenzen nun nachträglich ausgewertet. "Wir werden auch rückwirkend – die Proben sind ja noch da – sequenzieren", sagte Spahn. Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass die Mutation deutlich ansteckungsfähiger sei, "dann würde das natürlich einen Riesenunterschied machen für uns im Umgang mit diesem Virus".

Neue England-Mutation in Österreich vermutet

In Österreich werden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) aktuell 70 Verdachtsfälle auf die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation geprüft. Angesichts der besonders ansteckenden neuen Variante des Virus erwarte er nun die "schwierigste Phase der Pandemie", sagte Anschober am Mittwoch als Antwort einer Dringlichen Anfrage der sozialdemokratischen SPÖ im Nationalrat. Verdachtsfälle gibt es in einem Wiener Pflegeheim, bei Skilehrer-Anwärtern in Tirol und im Burgenland.

Im Fall der 17 Betroffenen in Tirol wurden nach Angaben des Landes bisher bei insgesamt 600 PCR-Tests in der Region keine weiteren Verdachtsfälle entdeckt. Laut Behörden hatten die Skilehrer-Anwärter bei ihrer zwischen Oktober und Dezember erfolgten Einreise auf dem Luft- und Landweg einen negativen Virustest dabei.

WHO zieht Sitzung des Notfallkomitees vor

Angesichts der raschen Ausbreitung von deutlich ansteckenderen Varianten des Coronavirus zieht das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine nächste Sitzung um zwei Wochen vor. Das Gremium werde bereits am Donnerstag zusammenkommen, um über die aktuelle Entwicklung zu beraten, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit.

Zudem soll das Notfallkomitee über den Umgang mit Impfzertifikaten und Corona-Tests auf Reisen sprechen. Im Anschluss will das Expertengremium Empfehlungen für die WHO und deren Mitgliedsstaaten veröffentlichen.

Weiter starker Anstieg der Neuinfektionen in China

In China ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen so stark gestiegen wie seit über zehn Monaten nicht mehr. Binnen 24 Stunden wurden 138 neue Covid-19-Fälle bekannt, wie die Gesundheitsbehörde am Donnerstag in Peking mitteilte. Tags zuvor waren es noch 115. Der Nationale Gesundheitskommission zufolge handelt es sich bei 124 der neuen Fälle um lokale Infektionen, von denen 81 in der Provinz Hebei rund um die Hauptstadt Peking und 43 in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang gemeldet wurden.

Johnson in großer Sorge vor brasilianischer Mutation

Der britische Premierminister Boris Johnson zeigt sich besorgt über eine neue Virus-Variante aus Brasilien. Seine Regierung unternehme Schritte, um sie aus Großbritannien herauszuhalten, sagt er vor einem Parlamentsausschuss. Japans Gesundheitsministerium berichtete am Wochenende von einem Nachweis des Virus bei vier Reisenden aus Brasilien. Unter den Mutationen soll eine sein, die auch bei den ansteckenderen Varianten aus Großbritannien und Südafrika gefunden wird.

Mehr als zehn Millionen Menschen in USA geimpft

In den USA sind seit dem Start der Impfkampagne mehr als zehn Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie die Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mitteilte, wurden rund 10,3 Millionen Dosen der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht. Damit erhielten rund 3,1 Prozent aller 330 Millionen Menschen in den USA bislang ihre erste Impfdosis. Insgesamt wurden den Angaben zufolge rund 29,4 Millionen Dosen der beiden Impfstoffe an die Bundesstaaten verteilt.

Dennoch forderte etwa New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio dringend weitere Impfstofflieferungen von den Bundesbehörden. Andernfalls könne in der Metropole bereits Ende nächster Woche der Impfstoff knapp werden, schrieb de Blasio bei Twitter. Die USA sind weltweit das am schwersten von der Pandemie getroffene Land. Die Zahl der Corona-Toten lag zuletzt bei 382.000.

Schweiz verlängert und verschärft Corona-Maßnahmen

Die Schweiz hat die Anti-Corona-Maßnahmen verlängert und nochmals verschärft. Wie die Regierung in Bern am Mittwoch mitteilte, sollen Restaurants, Kultur- und Freizeitstätten bis Ende Februar geschlossen bleiben, um die Kontakte zwischen Menschen "drastisch" zu reduzieren. Ab kommenden Montag wird zudem das Arbeiten im Homeoffice verpflichtend. Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen schließen, für öffentliche Versammlungen gelten zusätzliche Beschränkungen.

Begründet wurden die neuen Bestimmungen mit einer "extrem angespannten" epidemiologischen Lage und mit der Verbreitung von Varianten des Corona-Erregers, durch die das Risiko einer weiteren Zunahme der Fälle bestehe. Diese neuen Varianten, die erstmals in Großbritannien und Südafrika registriert wurden, seien nach den vorliegenden Erkenntnissen 50 bis 70 Prozent ansteckender als die ursprünglichen.

Die Schweiz begann schon am 23. Dezember mit den Anti-Corona-Impfungen und setzt dabei den Biontech-Pfizer-Impfstoff ein. Am Dienstag wurde auch die Verwendung des Moderna-Impfstoffs mit sofortiger Wirkung genehmigt.

Portugal geht erneut in Lockdown – und verpflichtet zum Homeoffice

Portugal verhängt ab Freitag einen neuen Lockdown. Dabei sei die Arbeit von zu Hause aus wo immer möglich Pflicht, sagt Ministerpräsident Antonio Costa. Schulen sollen geöffnet bleiben. "Die Regel ist ganz einfach: Wir sollten alle zu Hause bleiben." Die Pandemie habe ihre gefährlichste Phase erreicht.

Dänemark verlängert Lockdown bis 7. Februar

Die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Dänemark werden um drei Wochen verlängert. Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Bei der Verlängerung der Maßnahmen bis zum 7. Februar gehe es vor allem darum, eine zunächst in England aufgetretene und sich auch in Dänemark verbreitende Mutation des Coronavirus an der weiteren Ausbreitung zu hindern, sagte er. Es sei ein Wettlauf mit der Zeit.

Die Verlängerung der Corona-Maßnahmen bedeutet, dass Geschäfte, Einkaufszentren, Restaurants und andere Lokale sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos und Museen nach wie vor geschlossen bleiben müssen. Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Apotheken bleiben offen. Zugleich werden Schüler der in Dänemark bis zur neunten Klasse gehenden Folkeskole weiter aus der Distanz unterrichtet.

Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl für Zusammenkünfte ist auf fünf Personen herabgesetzt worden, auch der Reiseverkehr in und aus dem Ausland wurde von der dänischen Regierung stark eingeschränkt. All diese Maßnahmen wären ohne Verlängerung am Sonntag ausgelaufen. 

In Österreich insgesamt rund 70 Verdachtsfälle auf Corona-Mutation

In Österreich werden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) aktuell 70 Verdachtsfälle auf die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation geprüft. Angesichts der besonders ansteckenden neuen Variante des Virus erwarte er nun die "schwierigste Phase der Pandemie", sagte Anschober am Mittwoch als Antwort einer Dringlichen Anfrage der sozialdemokratischen SPÖ im Nationalrat. Verdachtsfälle gibt es in einem Wiener Pflegeheim, bei Skilehrer-Anwärtern in Tirol und im Burgenland.

Im Fall der 17 Betroffenen in Tirol wurden nach Angaben des Landes bisher bei insgesamt 600 PCR-Tests in der Region keine weiteren Verdachtsfälle entdeckt. Laut Behörden hatten die Skilehrer-Anwärter bei ihrer zwischen Oktober und Dezember erfolgten Einreise auf dem Luft- und Landweg einen negativen Virustest dabei. "Noch in Abklärung ist, wo die Ansteckung stattgefunden hat. Es ist beides möglich: Eine Ansteckung in Tirol sowie ein Hereintragen", so der Leiter des Corona-Einsatzstabs des Landes, Elmar Rizzoli.

Italien verlängert Notstand

Italiens Regierung will den Corona-Notstand bis zum 30. April verlängern. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch vor dem Parlament in Rom an. "Die Epidemie ist erneut in einer expansiven Phase", sagte er. Bislang war der Ausnahmezustand bis Ende Januar befristet. Rom hatte den Corona-Notstand erstmals Ende Januar 2020 ausgerufen. Seither wurde er mehrmals verlängert.

Die Maßnahme gibt der Regierung besondere Rechte. Der Staat kann Einsatzkräfte besser koordinieren und bürokratische Hürden vermeiden. Die rechte Opposition kritisiert das Vorgehen seit langem. Aus ihrer Sicht wird durch die Machtfülle der Regierung das Parlament geschwächt.

Bericht: Papst Franziskus gegen Coronavirus geimpft

Papst Franziskus hat sich laut Medienberichten wie angekündigt gegen das neuartige Coronavirus impfen lassen. Das Vakzin wurde dem 84-Jährigen am Mittwoch gespritzt, wie das vom Jesuitenorden verantwortete US-Portal "America" und die argentinische Zeitung "La Nación" berichteten. Der Vatikan bestätigte die Berichte zunächst nicht. Ein Sprecher des Heiligen Stuhls erklärte lediglich, dass die Impfkampagne des Vatikan begonnen habe.

Franziskus, der dem Jesuitenorden angehört, hatte bereits angekündigt, er werde sich diese Woche impfen lassen. Zudem hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche mit eindringlichen Worten zur Teilnahme an den weltweiten Impfkampagnen aufgerufen. "Man muss sich impfen lassen", sagte Franziskus am Sonntag dem italienischen Fernsehsender Canale 5. Alles andere wäre eine "suizidale Verweigerung", die er sich nicht erklären könne.

Corona-Mutation aus England erstmals in Ungarn nachgewiesen

In Ungarn sind erstmals Infektionen mit der womöglich ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Die aus England stammende Mutante sei bei drei Patienten festgestellt worden, sagte Cecilia Müller, die Oberste Amtsäztin des Landes, am Mittwoch in Budapest. Angaben dazu, wie die Variante ins Land gelangt sein könnte, machte sie keine. Es sei aber unvermeidlich gewesen, dass sie früher oder später auch in Ungarn auftauchen würde. 

Bayern reagiert: Kostenlose FFP2-Masken für Bedürftige

Bedürftige sollen in Bayern kostenlos FFP2-Schutzmasken zur Verfügung gestellt bekommen. Insgesamt sollen voraussichtlich 2,5 Millionen Masken bereitgestellt werden. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München an. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Damit will die Staatsregierung Härten abfedern, wenn vom kommenden Montag (18. Januar) an eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen gilt. Sie reagiert damit auf vielfältige Forderungen von Sozialverbänden und der Opposition.

Die FFP2-Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften wird erst für Jugendliche ab 15 Jahren gelten. Kinder bis einschließlich 14 Jahre bleiben ausgenommen.

Coronavirus-Mutation erstmals in Hessen nachgewiesen

In Hessen ist erstmals bei einem Patienten die womöglich ansteckendere Coronavirus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Wie das Sozialministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, wird der Mann in einer hessischen Klinik intensivmedizinisch behandelt. Angesteckt habe er sich durch direkten Kontakt zu einer Person, die aus Großbritannien nach Deutschland eingereist war. Die Viruslinie B.1.1.7 war in Großbritannien bei einer Routine-Überwachung des Virus entdeckt worden und hat sich dann sehr stark ausgebreitet.

Johnson will jetzt rund um die Uhr impfen lassen

Angesichts hoher Corona-Zahlen soll in Großbritannien demnächst rund um die Uhr geimpft werden. Premierminister Boris Johnson kündigte am Mittwoch im Parlament an, der Betrieb von 24-Stunden-Impfzentren solle "so bald wie möglich" aufgenommen werden. Derzeit halte ein Mangel an Impfstoff jedoch eine noch raschere Impfkampagne zurück. Großbritannien ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen.

Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser ist höher als zum Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr. In Teilen des Landes stehen die Kliniken kurz vor dem Kollaps. Verantwortlich wird dafür auch eine neue Virus-Mutation gemacht, die sich nach Ansicht von Experten erheblich schneller ausbreitet als die bisher vorherrschende Variante. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – liegt landesweit bei knapp 600. In der Hauptstadt London beträgt der Wert sogar mehr als 1000.

Thüringen überholt Sachsen als Corona-Spitzenreiter

Thüringen hat Sachsen als Bundesland mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche abgelöst. Das Berliner Robert Koch-Institut meldete am Mittwoch (Stand 0 Uhr) einen Sieben-Tage-Wert von 324,2 neuen Fällen bezogen auf diese Einwohnerzahl. In Sachsen, das wochenlang vor Thüringen rangierte, lag dieser Wert am Mittwoch bei rund 304,4 Infektionen. Thüringen hat an die 2,1 Millionen Einwohner.
 

 
Bundesweit größter Corona-Hotspot ist der thüringische Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Laut RKI gab es dort in den vergangenen sieben Tagen rund 600 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Der Kreis hat 103.000 Einwohner.

Auch die Kreise Altenburger Land (473,2), Hildburghausen (454,1), Saale-Orla (449,5) und Unstrut-Hainich (414,7) gehören zu den zehn bundesweit am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Landkreisen in diesem Zeitraum. 

Weber fordert freies Reisen mit EU-Impfpass

CSU-Vizechef Manfred Weber ist für ein EU-Zertifikat für Corona-Geimpfte, das freies Reisen im Schengen-Raum ermöglicht. "Wenn die Menschen geimpft sind, müssen sie mit einem entsprechenden Papier in der EU reisen können", sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei am Mittwoch. Die EU-Staaten müssten schnell handeln und bereits bei ihrem Videogipfel nächste Woche (21. Januar) eine Orientierung geben.

Weber stellte sich damit hinter einen Vorschlag des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis. Dagegen hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ausdrücklich vor Privilegien für Geimpfte gewarnt, weil dies auf einen Impfzwang durch die Hintertür hinauslaufen könnte.

Weber argumentierte im Gespräch mit Journalisten: "Wir müssen eine Fragmentierung der Reisefreiheit in der EU unbedingt vermeiden, damit nicht jedes Land mit eigenen Regeln kommt." Nötig sei ein gemeinsames Verständnis der EU-Staaten. Der Vorschlag sei auch aus ökonomischen Gründen hilfreich. "So könnte der wirtschaftliche Schaden mitten in der schweren Wirtschaftskrise begrenzt werden", sagte Weber.

Drastische Corona-Maßnahmen auf Mallorca und Ibiza in Kraft

Trotz heftiger Proteste von Gastronomen und anderen Unternehmern sind auf den spanischen Urlaubsinseln Mallorca und Ibiza die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie drastisch verschärft worden. Seit Mittwoch müssen dort unter anderem alle Restaurants, Bars, Cafés und Fitnessstudios zunächst für zwei Wochen schließen. Zudem sind auch private Treffen von Menschen, die nicht im selben Haushalt leben, sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit verboten. Diese und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens hatte die Regierung der Balearen am Montagabend wegen der anziehenden Infektionszahlen beschlossen.

Die Balearen hatten die Pandemie lange Zeit relativ gut im Griff. Seit Dezember wird die Lage aber immer besorgniserregender. Zeitweise hatten die Inseln die höchsten Zahlen ganz Spaniens. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Mittwoch nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid bei gut 304. Das ist fast so hoch wie in dem in Deutschland besonders betroffenen Bundesland Thüringen und wesentlich höher als im Durchschnitt Spaniens, wo dieser Wert bei knapp 254 lag. Die Lage in den Krankenhäusern ist entsprechend prekär.

Nach 640 Neuinfektionen binnen 24 Stunden näherte sich die Region mit knapp 1,2 Millionen Einwohnern am Dienstag der Marke von insgesamt 42.000 Ansteckungen. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 sterben, kletterte um 7 auf insgesamt 498.

Japans Regierungschef Suga weitet Notstand aus

Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga hat wegen wieder deutlich gestiegener Coronavirus-Fälle den Notstand über den Großraum Tokio hinaus auf sieben weitere Präfekturen ausgeweitet. Das entschied Suga am Mittwoch, wenige Monate vor den in Tokio geplanten Olympischen Spielen. Der Notstand gilt damit nun vorläufig bis zum 7. Februar für elf Präfekturen, darunter auch in Kyoto, Osaka und Fukuoka. Diese Präfekturen machen mehr als die Hälfte der Bewohner Japans und rund 60 Prozent der Wirtschaft des Landes aus.

Ein Lockdown ist die Maßnahme jedoch nicht: Restaurants und Bars sollen ab 19 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken und schon um 20 Uhr schließen. Die Bürger sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben und vor allem nicht nach 20 Uhr auszugehen. Anders als in anderen Ländern sieht der Notstand jedoch keine Geldbußen bei Zuwiderhandlungen vor.

Italien will Ausnahmezustand bis Ende April verlängern

Angesichts weiterhin hoher Neuinfektionszahlen will die italienische Regierung den Ausnahmezustand bis zum 30. April verlängern. Sie halte das für angemessen, da der Risikoindex dramatisch gestiegen sei, sagt Gesundheitsminister Roberto Speranza vor dem Parlament. Der Ausnahmezustand läuft nach derzeitigem Stand am 31. Januar aus. Er räumt der Zentralregierung in Rom größere Befugnisse ein und erleichtert den Entscheidungsprozess.

In Italien sind seit Bekanntwerden des ersten Falles am 21. Februar vergangenen Jahres 79.819 Menschen mit oder an dem Coronavirus gestorben. Das ist der zweithöchste Wert in Europa und der sechsthöchste weltweit. Bislang wurden mehr als 2,3 Millionen Infektionsfälle registriert.

Aufklären statt Pflicht: Spahn äußert sich zur Impfdebatte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einer Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut eine Absage erteilt. "Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben. Und das gilt", sagte Spahn am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Die Bundesregierung setze auf Argumente, Informationen und Vertrauen in den Impfstoff.
 

 
Auch das Pflegepersonal in Deutschland wolle er mit Argumenten überzeugen. "Das ist übrigens auch die Wertschätzung, die Pflegekräfte in dieser Pandemie erwarten", sagte Spahn. Seit Monaten sagten alle, dass sie einen der schwersten Jobs in der Pandemie hätten. "Ich finde, dann sollten wir auch mit ihnen über das Impfen reden", so der CDU-Politiker vor einer Regierungserklärung im Bundestag, die für Mittwochmittag geplant war.

Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen gefordert. Der deutsche Ethikrat müsse sich damit beschäftigen, sagte er im ZDF und der "Süddeutschen Zeitung". Auch Justizministerin Christine Lambrecht äußerte sich zu einer Impfpflicht. Sie ist wie Spahn dagegen.

Ausnahmezustand in nordchinesischer Provinz 

Nach dem Nachweis von rund zwei Dutzend neuen Corona-Infektionen haben die Behörden in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang den Ausnahmezustand verhängt. Die 37,5 Millionen Einwohner der Provinz dürften die Region nur noch in Ausnahmefällen verlassen, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Konferenzen und andere Versammlungen müssten abgesagt werden. In mehreren Regionen Chinas gelten derzeit wegen kleiner Corona-Infektionsherde wieder Lockdown-Maßnahmen. Zuletzt waren in der Provinz Hebei mehrere Millionenstädte abgeriegelt worden.

Hintergrund der neuen Maßnahme ist die Entdeckung von 28 Corona-Infektionen in der Regionalhauptstadt Harbin, wo im Winter das traditionelle Eis- und Schneefest mit Millionen Besuchern stattfindet. Zwölf der positiv auf das Coronavirus Getesteten zeigten nach Behördenangaben keine Symptome.

Junge Menschen zuerst: Indonesien startet Massenimpfungen

Der weltgrößte Inselstaat Indonesien hat am Mittwoch mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Präsident Joko Widodo ließ sich im Präsidentenpalast als erster mit dem Mittel CoronaVac des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac Biotech impfen. Damit wollte er der Bevölkerung zeigen, dass das Vakzin sicher ist.

Anders als andere Länder will Indonesien nach den Mitarbeitern des Gesundheitswesens und des öffentlichen Dienstes zunächst jüngeren Menschen zwischen 18 und 59 Jahren den Vorrang geben. Ziel ist es, schnell eine Herdenimmunität zu erreichen.

Das viertbevölkerungsreichste Land der Erde mit seinen fast 270 Millionen Einwohnern ist der am schlimmsten von der Pandemie betroffene Staat in Südostasien. "Mit den Impfungen soll die Kette der Coronavirus-Übertragung unterbrochen, die Gesundheit der Menschen geschützt und die Erholung der Wirtschaft unterstützt werden", sagte Widodo. Die indonesische Arzneimittelagentur hatte am Montag eine Notfallzulassung für den Sinovac-Impfstoff erteilt.

Lambrecht zu Impfpflicht: "Das Wort der Bundesregierung gilt" 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat eine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus erneut ausgeschlossen. "Die Bundesregierung hat klar gesagt, dass es keine Pflicht zur Impfung gegen Corona geben wird. Das Wort der Bundesregierung gilt", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post" (Mittwoch). "Wenn die Menschen von der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung überzeugt sind, werden sich die Allermeisten auch impfen lassen."

Es sei eine Frage der Vernunft und der Verantwortung, sich und andere durch die Impfung zu schützen, sagte Lambrecht. "Das gilt auch dort, wo es ganz besonders auf die Impfung ankommt: in den Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen." 

Erneut mehr als 9.000 Corona-Neuinfektionen in Israel

Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind in Israel an zwei Tagen in Folge mehr als 9.000 Neuinfektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 9.025 Fälle verzeichnet. Der Anteil der positiven Tests betrug 7,2 Prozent. Am Vortag war mit 9.670 der bisherige Höchststand vermeldet worden. Mehr als 9.000 Neuinfektionen an einem Tag wurden in Israel bislang erst drei Mal nachgewiesen. Seit vergangenem Freitag gilt ein sogenannter harter Lockdown mit Maßnahmen wie der Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter meldeten am Mittwoch 19.600 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

Corona-Zahlen aus den USA

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA ist binnen 24 Stunden um mindestens 226.954 auf 22,69 Millionen gestiegen. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor. Mindestens 4.336 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 380.524. Die USA weisen weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Laschet: Impfpflicht würde Vertrauen zerstören

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet ist gegen eine Impfpflicht. "Völlig klar: Die Impfbereitschaft gerade bei Pflegekräften ist noch zu niedrig. Das muss deutlich besser werden", sagt der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Es ist daher richtig, dass (CSU-Chef) Markus Söder darüber nachdenkt, wie wir unter Einbeziehung des Ethikrates die Impfquote erhöhen können. Ich begrüße das ausdrücklich. Eine generelle Impfpflicht in der Bevölkerung lehne ich ab – das würde viel Vertrauen in den Impfstoff zerstören."

Britische Virus-Variante macht ein Prozent positiver Tests in Frankreich aus

Die gefährliche britische Coronavirus-Mutation macht laut einer Studie schon jetzt etwa ein Prozent der positiven Corona-Tests in Frankreich aus. Die Variante sei nicht konzentriert aufgetreten, sondern überall im Land zu finden, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Sozialausschuss des Senats. Die Studie, deren detaillierte Ergebnisse noch nicht veröffentlicht wurden, umfasst alle positiven PCR-Tests vom vergangenen Donnerstag und Freitag.

Ziel der Studie sei es, "eine erste Kartierung" der Verbreitung der britischen Variante in Frankreich zu erstellen, erklärte die französische Gesundheitsbehörde am Freitag.

"Was in England passiert, wird wahrscheinlich auch mit uns passieren", sagte Anne-Claude Crémieux, Professorin für Infektionskrankheiten am Saint-Louis-Krankenhaus in Paris, am Dienstag im Sender RTL. Entweder das Virus sei erst zu ein bis zwei Prozent verbreitet, dann gebe es noch etwas Zeit für Maßnahmen - "oder wir sind bereits bei zehn bis 20 Prozent und müssen uns auf die englische Situation in den nächsten Tagen vorbereiten".

Flugreisen in die USA ab Ende Januar nur noch mit negativem Corona-Test

Flugreisende in die USA müssen ab Ende Januar einen negativen Covid-Test vorweisen. Dieser müsse innerhalb von drei Tagen vor Abflug gemacht worden sein, teilte das Zentrum zur Seuchenbekämpfung (CDC) am Dienstag mit. Betroffen seien alle internationalen Verbindungen – und hier alle Reisenden ab zwei Jahren. Ausnahmen gibt es für Passagiere, die nur in den USA umsteigen, aber nicht ins Land einreisen.

Die neuen Regeln treten am 26. Januar in Kraft. Auch US-Bürger, die aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten reisen, müssen einen negativen Coronavirus-Test vorlegen. Das Nachbarland Kanada und viele weitere Staaten verlangen ebenfalls Tests bei internationalen Flugverbindungen.

So viele Neuinfektionen in China wie seit fünf Monaten nicht mehr

China meldet den stärksten Anstieg von Neuinfektionen seit mehr als fünf Monaten. Laut Gesundheitsbehörde sind es 115 neue Fälle, nachdem es am Tag zuvor nur 55 waren.

Ethikrat: "Bereichsbezogene Impfpflicht" möglich 

Aus Sicht des Deutschen Ethikrates kann unter bestimmten Umständen über eine "bereichsbezogene Impfpflicht" nachgedacht werden. "Wir haben eine allgemeine Impfpflicht aus ethischen Gründen ausgeschlossen", sagte die Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx am Dienstagabend gegenüber den ARD-"Tagesthemen". Der Ethikrat habe aber auch erklärt, dass unter bestimmten Umständen über eine "bereichsbezogene Impfpflicht" nachzudenken sei.

Dabei ginge es etwa um die Versorgung von Patienten, die man nicht anders schützen kann, "als dass die Menschen, die sie versorgen, geimpft sind." Die andere Bedingung für das Nachdenken über eine Impfpflicht sei, dass "wir noch sehr viel mehr Wissen bräuchten, dass die Impfung dafür sorgt, dass die geimpfte Person niemanden mehr anstecken kann".

CSU-Chef Markus Söder hatte eine Impfpflicht für Pflegekräfte zum Thema gemacht. Buyx sagte dazu: "Es wäre sehr sorgsam zu prüfen, ob eine Situation besteht, in der es keine andere Möglichkeit gibt, als über eine solche Impfpflicht nachzudenken." Und weiter: "Wir haben das nicht vollständig ausgeschlossen."

Niederlande verlängern harten Lockdown bis Anfang Februar

Angesichts der hohen Zahl an Corona-Infektionen hat die Regierung in den Niederlanden den Lockdown bis zum 9. Februar verlängert. "Ich denke, Sie werden heute Abend nicht sehr überrascht sein, dass wir den Lockdown um drei Wochen verlängern mussten", sagte Ministerpräsident Mark Rutte vor Journalisten. Eigentlich hätten die strikten Maßnahmen am 19. Januar aufgehoben werden sollen.

"So gut wie jeder wird verstehen, dass es keine andere Wahl gibt", fügte er hinzu. Die Verbreitung einer mutierten Virus-Version in England und Irland bedrohe auch die Niederlanden und sei "alarmierend, um es gelinde auszudrücken", sagte Rutte. Die niederländische Regierung erwägt demnach auch die Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre und lässt diese Maßnahme von den Gesundheitsbehörden prüfen.

Die derzeit geltenden strikten Maßnahmen sehen eine Schließung der Schulen und aller Geschäfte vor, die nicht der Grundversorgung dienen. Es ist untersagt, mehr als zwei Menschen in seiner Wohnung zu empfangen. Am Montag wurden in dem Land rund 5400 Neuansteckungen verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle liegt mittlerweile bei mehr als 12.400.

Merkel lobt Spahn: Insgesamt mehr als genug Impfstoff

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich ausdrücklich hinter den umstrittenen Kurs von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei den Corona-Impfungen gestellt. Es ähnele wissenschaftlich und logistisch einer Großleistung, dass man zehn Monate nach Ausbruch einer Pandemie einen Impfstoff habe, sagte Merkel nach Angaben mehrerer Teilnehmer in der ersten Sitzung der Unionsfraktion nach der Winterpause. Dies gelte auch dafür, dass sogar schon Impfstoff vorproduziert worden sei, so dass es schon kurz nach der Zulassung erste Impfungen in vielen Ländern der Welt gegeben habe.

Dass dies gelungen sei, habe sehr viel mit der Arbeit von Spahn zu tun, sagte Merkel demnach. Dafür wolle sie sich ausdrücklich bedanken. Man solle nicht daran herummäkeln. Vom Koalitionspartner SPD gibt es Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen, auch die Organisation von Impfterminen vor Ort sorgte zuletzt für Ärger.

Merkel sagte demnach mit Blick auf den zur Verfügung stehenden Impfstoff, kritisch seien die ersten beiden Quartale 2021. Vom dritten Quartal an werde Deutschland so viel Impfstoff haben, dass man eher etwas abgeben könne, als dass man noch mehr brauche. "Insgesamt haben wir mehr als genug Impfstoff", wurde die Kanzlerin zitiert. Das lasse sich jetzt schon absehen, selbst wenn nicht alle Hersteller eine Zulassung bekommen würden. Dies mache Hoffnung, dass man aus der sehr schwierigen Lage im Winter herauskommen könne.

Merkel rechnet offenbar mit Lockdown bis Ostern

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet einem "Bild"-Bericht zufolge damit, dass der Corona-Lockdown noch bis Anfang April dauern muss. Die Zeitung beruft sich auf Teilnehmer der Sitzung der AG Innen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

"Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz. Wir brauchen noch acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen", zitierte "Bild" am Dienstag Merkel unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer und den Verweis auf die in Großbritannien aufgetretene infektiösere Virus-Mutation.

Der CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus befürwortete einen härteren Lockdown, sollte sich die Virus-Mutationen in Deutschland ausbreiten. Dann sollten die Maßnahmen noch einmal "angeschärft" werden, sagt er vor der Fraktionssitzung. Wichtig sei aber nun, dass die Länder die bereits getroffenen Beschlüsse auch konsequent umsetzen. Schulen müssten weiter geschlossen bleiben und Bewohner in Pflege- und Altenheimen konsequent geschützt werden. Bislang ist der Lockdown bis zum 31. Januar geplant. 

Ukraine lehnt russischen Impfstoff ab

Die Ukraine will den russischen Corona-Impfstoff "Sputnik V" nicht zulassen und auf andere Impfstoffe warten. Die Regierung in Kiew hält das Mittel gegen das Coronavirus für nicht ausreichend klinisch getestet. "Russland denkt nicht an die Gesundheit der Ukrainer. Es denkt an das Aufzwängen seiner propagandistischen Stempel und Ideologien", sagte Außenminister Dmitri Kuleba am Dienstag dem Fernsehsender 1+1. Es gebe keine abschließenden medizinischen Gutachten zur Wirksamkeit des Vakzins, sagte er. Viele Länder, darunter etwa Ungarn, Serbien und Argentinien, setzen hingegen auf "Sputnik V". Damit ist für die krisengeschüttelte und völlig verarmte Ukraine ein Impfstart nicht in Sicht. 

Verdacht auf Virus-Mutation bei 17 Skilehrern in Österreich

In Österreich gibt es bei 17 Skilehrern den Verdacht, dass sie mit der Coronavirus-Mutation infiziert sind. Das berichtet der "ORF". Die zu einem großen Teil britischen Staatsbürger sind derzeit in der Gemeinde Jochberg (Bezirk Kitzbühel), wegen einer beruflichen Weiterbildung bzw. Ausbildung zum Skilehrer. Einige hätten Symptome. Die angehenden Skilehrer waren kurz vor dem Landeverbot für Flüge aus England in Österreich gelandet. Ein endgültiges Test-Ergebnis zur Virus-Mutation soll in einer Woche vorliegen.

Corona-Ausbruch in China weitet sich aus – weitere Lockdowns

Nach dem größten Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten haben die Behörden die Ausgangssperren für Millionen von Menschen vor den Toren Pekings ausgeweitet. Nach den 18 Millionen Einwohnern der Metropolen Shijiazhuang und Xingtai sollen auch die fünf Millionen Bewohner des Verwaltungsbezirks von Langfang südlich der chinesischen Hauptstadt für sieben Tage nicht vor die Tür, wie die Stadtregierung am Montag verkündete.

Nachdem China das Virus seit dem Sommer nach offiziellen Angaben weitgehend im Griff und das Leben sich längst normalisiert hatte, sind die Behörden höchst alarmiert. Bisher wurden rund 500 Infektionen in der Provinz Hebei nachgewiesen, die Peking umschließt. Die Gesundheitskommission berichtete dort am Dienstag von 40 neuen Fällen. Am Vortag waren es 82 Infektionen in Hebei gewesen und 103 landesweit – die höchste Tageszahl in China seit Juli. 

Astrazeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt. Über den Antrag auf bedingte Marktzulassung könne voraussichtlich bereits Ende Januar entscheiden werden, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam mit. Sie hat hat bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Unternehmen Moderna für den europäischen Markt zugelassen.

Verfassungsrechtler kritisieren Impfreihenfolge in Deutschland

Verfassungsrechtler haben die Corona-Impfverordnung in Deutschland gerügt, weil diese keine ausreichende verfassungsgemäße Rechtsgrundlage in Form eines Parlamentsgesetzes habe. So schreibt Staatsrechtlerin Anna Leisner-Egensperger von der Universität Jena laut "Welt" in einer Stellungnahme für den Bundestag, dass es für die in der Verordnung festgelegte Reihenfolge bei den Impfungen keine verfassungskonforme Ermächtigungsgrundlage gebe.

Auch die Rechtsexpertin Andrea Kießling von der Ruhr-Universität Bochum rügt laut "Bild", dass es derzeit keine Vorschrift gebe, "die das Bundesgesundheitsministerium zur Festlegung der Impfreihenfolge ermächtigt".

Israel: Zahl der Neuinfektionen erreicht Höchststand

Ungeachtet eines dritten Corona-Lockdowns sind die Infektionszahlen in Israel auf einen neuen Höchststand geklettert. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 9.589 neue Fälle registriert worden. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Insgesamt überschritt die Zahl der bisher Infizierten im Land die Marke von einer halben Million. Der Anteil der positiven Tests lag bei 7,6 Prozent.

Zum Vergleich: Die deutschen Gesundheitsämter meldeten am Dienstag 12.802 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

Coronavirus bei Gorillas im Zoo von San Diego festgestellt

Im Zoo von San Diego im US-Staat Kalifornien sind Gorillas positiv auf Coronavirus getestet worden. Mittels Stuhlprobentests sei die Infektion bei zwei Tieren, die gehustet hätten, festgestellt worden, teilte der Zoo am Montag mit. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Tiere in der Gruppe infiziert seien, hieß es.

Die Gorillas befinden sich gemeinsam in Quarantäne. Sie würden essen und trinken und es gehe ihnen abgesehen von Husten und leichten Beschwerden gut, sagte Zoo-Leiterin Lisa Peterson in einer Mitteilung. "Wir hoffen auf eine vollständige Genesung".

Es wird vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt haben. Die Einrichtung ist seit Anfang Dezember für Besucher geschlossen.

Zur besseren Übersicht haben wir den Newsblog am 12. Januar 2021 neu aufgesetzt.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: