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++Corona-News++ – EU will Mitte März nächsten Corona-Impfstoff zulassen

Newsblog zu Covid-19  

EU will Mitte März nächsten Corona-Impfstoff zulassen

26.02.2021, 13:04 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

++Corona-News++ – EU will Mitte März nächsten Corona-Impfstoff zulassen. Bei den Angeboten könnte es sich auch um "Salzwasser in kleinen Fläschchen" handeln. (Quelle: imago images)

Bei den Angeboten könnte es sich auch um "Salzwasser in kleinen Fläschchen" handeln. (Quelle: imago images)

Drei Impfstoffe sind in der EU schon zugelassen, nun soll bald der nächste Folgen. Bekommt das Vakzin grünes Licht, könnten bis Sommer 100 Millionen Dosen ausgeliefert werden. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 112,9 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 2,5 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland sind mehr als 2,42 Millionen Menschen positiv getestet worden, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei mehr als 69.500 (Stand: 26. Februar). 

 


EMA entscheidet am 11. März über J&J-Impfstoff

Der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson dürfte am 11. März grünes Licht von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA erhalten, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet. Die EMA hatte Mitte Februar erklärt, bis Mitte März die Bewertung für eine mögliche Genehmigung des Vakzins abschließen zu wollen. Die Behörde habe von dem US-Pharmakonzern einen Antrag auf bedingte Marktzulassung erhalten, dieser werde nun beschleunigt geprüft, hieß es zu dem Zeitpunkt. Es wäre die vierte Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs in der EU.

Die EU hat 200 Millionen Dosen des Wirkstoffes von Johnson & Johnson bestellt – mit einer Option für 200 Millionen weitere. Bei einer Zulassung könnten bis zu 100 Millionen Dosen bis Juni geliefert werden.

Söder warnt vor "Öffnungshektik" und "Blindflug" bei Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mahnt vor den Bund-Länder-Beratungen zur Vorsicht bei möglichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen. "Wir wollen schrittweise öffnen, aber mit Vernunft und Vorsicht. Wir dürfen angesichts der Mutation keinen Blindflug starten", sagte Söder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Politik darf jetzt nicht die Nerven verlieren. Öffnen ja, aber klug und umsichtig", betonte der CSU-Chef.

Mit Blick auf Stufenpläne aus mehreren Bundesländern mahnte Söder ebenfalls zur Vorsicht. "Bei einem Stufenplan muss man aufpassen, dass am Ende nicht ein Datum alle nächsten Schritte bestimmt", sagte der Ministerpräsident. Am Ende müsse auch möglich sein, Öffnungsschritte zurückzunehmen. 

Zentrales Steuerungsinstrument sollten aus Sicht Söders die Inzidenzzahlen sein. "Eine intelligente Öffnungsmatrix sollte sich an den Zahlen von 35 und 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen orientieren." Diese Werte stünden aus gutem Grund fest. Öffnungen müssten dann nach Daten und nicht nach einem Datum erfolgen und für alle nachvollziehbar sein. "Eine generelle Öffnungshektik hilft niemandem", warnte der Regierungschef.

Brasilien: Regierung warnt vor "neuer Etappe" der Corona-Pandemie 

Angesichts der rasanten Verbreitung der im Amazonas-Gebiet entdeckten Variante des Coronavirus hat die brasilianische Regierung vor einer "neuen Etappe" der Corona-Pandemie gewarnt. Die neue Variante sei schon "Teil des Alltags", sagte Gesundheitsminister Eduardo Pazuello nach einem Treffen mit den Gesundheitssekretären der Bundesstaaten und Gemeinden in Brasília. "Heute haben wir durch das mutierte Virus eine dreifach höhere Ansteckung. Und die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, kann überraschen. Wir müssen wachsam und vorbereitet sein."

Eine der Strategien Pazuellos, um überfüllte Intensivstationen zu entlasten, ist die Verlegung von Patienten. Details nannte er nicht. Die Gesundheitssekretäre erwiderten jedoch, alle (Bundesstaaten) seien bereits am Limit. Währenddessen sprach sich Präsident Jair Bolsonaro in seiner Live-Übertragung in sozialen Netzwerken gegen den Gebrauch von Schutzmasken aus. "Eine deutsche Universität sagt, dass sie schädlich für Kinder sind", sagte Bolsonaro ohne Nennung der Quelle.

Bislang haben sich im größten Land Lateinamerikas fast 10,4 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher. Zudem sind mehr als 251.000 Patienten in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, wobei 1.541 Tote in 24 Stunden eine der höchsten für diesem Zeitraum registrierte Zahl seit Beginn der Pandemie ist. 

Biontech-Vakzin darf auch bei höheren Temperaturen gelagert werden

Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigt den Transport und die Lagerung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für bis zu zwei Wochen bei normalen Gefrierfach-Temperaturen statt unter ultrakalten Bedingungen. Im Dezember hatte die FDA dem Vakzin eine Notfallgenehmigung erteilt, dabei aber angeordnet, dass es bei Temperaturen zwischen minus 80 und minus 60 Grad gelagert werden müsse.

Astrazeneca-Chef: Werden Vakzin-Produktion im zweiten Quartal steigern

Der wegen Lieferverzögerungen in der EU scharf kritisierte Corona-Impfstoff-Hersteller AstraZeneca hofft nach Angaben seines Chefs Pascal Soriot, die "Erwartungen" für das zweite Quartal erfüllen zu können. Der britisch-schwedische Konzern arbeite rund um die Uhr daran, mehr liefern zu können, sagt Soriot bei einer Anhörung vor Europa-Abgeordneten in Brüssel. Er sei zuversichtlich, dass die Produktion im zweiten Quartal gesteigert werden könne. 

Vertraglich zugesagt sind der EU für den Zeitraum 180 Millionen Dosen. Mit Blick auf das bis Ende März laufende erste Quartal sagt Soriot, AstraZeneca tue "alles, was wir können, um 40 Millionen Dosen zu liefern". Im Vertrag war mehr als die doppelte Menge versprochen word

Paris will drei Wochen Lockdown – und dann vollständige Öffnung

Die Stadtverwaltung von Paris will der Regierung vorschlagen, in der französischen Hauptstadt einen dreiwöchigen Lockdown zu verhängen mit der Perspektive, anschließend alle Veranstaltungsorte, wie Theater, aber auch Bars und Restaurants zu öffnen. Die Idee sei es, "eine Aussicht darauf zu haben, alles zu öffnen", sagt der stellvertretende Bürgermeister Emmanuel Gregoire dem Radiosender France Info. In Paris gilt wie im Rest des Landes seit Mitte Dezember eine nächtliche Ausgangssperre. Bars, Restaurants und Kultureinrichtungen sind sogar seit noch längerem geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zuletzt stiegen die Infektionszahlen aber wieder.

Intensivmediziner fordern Lockdown bis April

Deutschlands Intensiv- und Notfallmediziner haben eine Verlängerung des Lockdowns bis Anfang April gefordert. Drei Wochen mehr Disziplin über den 7. März hinaus seien entscheidend, um durch Impfungen eine schwer bis nicht mehr kontrollierbare dritte Welle zu vermeiden, sagte Gernot Marx, Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am Donnerstag. Nach einem neuen Prognosemodell der Divi könnte ein Öffnen am 7. März die Zahlen schwer kranker Corona-Patienten in Kliniken exorbitant in die Höhe treiben, hieß es.

Der bisherige Höchststand lag im Januar bei etwa 6.000 Corona-Patienten auf Intensivstationen. Im Moment seien es rund 2.900, was in etwa dem Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr 2020 entspreche und beherrschbar sei, hieß es.

Mallorcas Bars und Kneipen öffnen wieder

Auf Mallorca dürfen Restaurants, Cafés und Kneipen in Folge einer deutlichen Verbesserung der Corona-Lage nach rund sieben Wochen erstmals wieder öffnen. Ab Dienstag können die Gastronomiebetriebe in ihren Außenbereichen wieder Gäste empfangen, wie die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol am Donnerstag in Palma mitteilte. Spätestens um 17 Uhr müssen sie in einer ersten zweiwöchigen Etappe zur Lockerung des Lockdowns aber schließen. Zudem dürfen nur höchstens 50 Prozent der Tische bei einer Besetzung von maximal je vier Personen aufgestellt werden.

Bereits ab Samstag wird neben anderen Vorschriften auch das Verbot aufgehoben, sich privat mit Personen aus anderen Haushalten zu treffen. Zusammenkommen dürfen dann höchstens sechs Personen aus maximal zwei Haushalten, wie Armengol nach einem Treffen mit Vertretern von Unternehmerverbänden und Gewerkschaften erklärte.

Die Corona-Lage auf des Deutschen liebster Urlaubs-Insel Mallorca und auf den anderen Balearen verbessert sich seit Wochen rapide. Mit knapp 38 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gehört sie inzwischen zu den Regionen des Landes mit den besten Werten. Die Lockerungen werden für alle Balearen-Inseln bis auf Ibiza gelten, wo die Lage derzeit weniger gut ist als auf den Nachbarinseln.

Biontech-Studie mit dritter Impfstoff-Dosis

In einer neuen Studie werden das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Partner Pfizer die Wirkung einer möglichen dritten Auffrischung mit ihrem Corona-Impfstoff testen. Dafür sollen 144 Teilnehmer in den USA sechs bis zwölf Monate nach ihren ersten beiden Spritzen eine dritte bekommen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Untersucht wird unter anderem, wie sich diese Auffrischungsimpfung auf die Immunität gegen derzeit kursierende und potenziell neu aufkommenden Varianten von Sars-CoV-2 auswirkt. Konkret wird den Angaben zufolge auf die Immunantwort des Körpers zum Zeitpunkt der dritten Impfung, nach einer Woche und nach einem Monat geschaut. Mitmachen werden Menschen aus zwei Altersgruppen – von 18 bis 55 Jahren und von 65 bis 85 Jahren. Sie sollen im Rahmen der Studie bis zu zwei Jahre lang weiter beobachtet werden.

Es gebe zwar keine Hinweise, dass zirkulierende Virusvarianten zu einem Verlust des Schutzes durch den Impfstoff führten, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla. Dennoch würden Maßnahmen ergriffen, um entschieden handeln zu können, falls ein Stamm aufkomme, gegen den der Impfstoff keinen ausreichenden Schutz biete. Ähnlich klang das bei Biontech-Chef und -mitbegründer Ugur Sahin: "Wir wollen auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein", sagte er. Es liefen auch Vorbereitungen, den Impfstoff bei Bedarf schnell an neue Varianten anpassen zu können.

400 Millionen Impfdosen angeboten: Europäische Behörden ermitteln

Regierungen in aller Welt haben nach Erkenntnissen von EU-Ermittlern insgesamt 400 Millionen Dosen Impfstoffe angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern kommen. "Wir nennen das Geisterimpfstoffe, also irgendwelche mehr oder weniger obskuren Angebote, die auch schon an viele Staats- und Regierungschefs wohl gegangen sind", hieß es am Donnerstag aus Kreisen der EU-Kommission. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf und die Strafverfolgungsbehörde Europol hätten Ermittlungen aufgenommen.

Den Angaben zufolge wird das Thema auch bei dem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstag zur Sprache kommen. Nach Schätzungen von Olaf seien 400 Millionen Dosen im Wert von bis zu drei Milliarden Euro angeboten worden, von denen man aber nicht genau wisse, ob es sich um echten Impfstoff handele, hieß es weiter. Es könne auch "Salzwasser in kleinen Fläschchen" sein.

"Bild" berichtete am Donnerstag, ein privater Vermittler habe vor wenigen Tagen zahlreichen Regierungen per E-Mail allein 100 Millionen Dosen des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca angeboten. Als Vermittler habe ein Mann fungiert, der zuvor auch schon Corona-Schutzausrüstung angeboten habe und in etlichen deutschen Behörden bekannt sei.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte dem "Bild"-Bericht zufolge allgemein, dass auch die Bundesregierung in den vergangenen Wochen etliche Angebote "unterschiedlicher Seriosität" von privaten Impfstoffvermittlern erhalten habe. Deutschland, das an den EU-Beschaffungsmechanismus gebunden sei, habe aber keines dieser Angebote angenommen.

Städtetag mahnt zur Vorsicht: Neuer Lockdown muss verhindert werden

In der Debatte über Lockerungen der Corona-Beschränkungen sieht der Deutsche Städtetag noch keinen Spielraum für umfassende Öffnungen. "Ein dritter Lockdown muss unbedingt verhindert werden", mahnte Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) am Donnerstag. Der unterbrochene Abwärtstrend der Infektionszahlen müsse sich wieder fortsetzen, fügte der Leipziger Oberbürgermeister hinzu. Die Zahl der Neuinfektionen müsse auf ein stabil niedriges Niveau heruntergedrückt werden, um einen exponentiellen Anstieg zu verhindern.

Jung sprach sich für "abgesicherte und verlässliche Öffnungsschritte" aus. "Wir alle wollen eine Perspektive, wie es in den kommenden Wochen weitergeht", erklärte er. "Die Menschen sehnen sich nach Normalität." Strategien für Wege aus dem Lockdown würden deshalb wichtiger. Zugleich verwies der Städtetag darauf, dass die Infektionslage sich gerade wegen der Mutationen sehr schnell wieder zuspitzen könne – und die Impfung der Bevölkerung langsamer verlaufe als geplant.

Jeder weitere Öffnungsschritt müsse zwingend mit einer passenden Teststrategie verbunden werden, forderte Jung. "Nur wenn ausreichend Menschen getestet werden, können wir besser einschätzen, wo und wie sich das Virus ausbreitet. Dann haben wir eine Grundlage für mögliche Öffnungsschritte."

Russischer Impfstoff Sputnik V kostet nur noch die Hälfte

Russland hat den Verkaufspreis für seinen Corona-Impfstoff Sputnik V um die Hälfte auf 866 Rubel gesenkt, das entspricht einem Preis von 9,60 Euro. Der aus zwei Komponenten bestehende Wirkstoff stehe auf der Liste lebenswichtiger Medikamente, der Preis müsse deshalb staatlich kontrolliert werden, teilte die Regierung am Donnerstag in der Hauptstadt Moskau mit.

Handelsminister Denis Manturow sagte: "Die Preissenkung wurde möglich durch die Entwicklung und Optimierung der industriellen Herstellung des Impfstoffs." Zudem seien mit Beginn der Massenimpfung in Russland die Produktionsmengen deutlich erhöht worden. Auch deshalb sei Sputnik V in der Herstellung günstiger geworden. Dieser Preis gelte aber nur für das Impfprogramm in Russland, sagte Manturow.

Das Vakzin war das weltweit erste, das für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben wurde – obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht erfolgt waren. Russland verkauft sein Vakzin auch ins Ausland. Dem staatlichen russischen Investmentfonds zufolge wurde der Impfstoff in mittlerweile 36 Ländern registriert.

Impftermin erschwindelt – Ärzte in NRW aufgeflogen

Dutzende Ärzte haben versucht, sich unberechtigterweise im Impfzentrum des Rhein-Kreises Neuss gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Es handele sich um etwa 40 Personen, die zwar grundsätzlich impfberechtigt seien – jedoch nicht im Rhein-Kreis Neuss. "Weder wohnen noch arbeiten sie hier", sagte ein Kreissprecher am Donnerstag. Wahrscheinlich hätten sie in den für sie zuständigen Impfzentren noch keinen Termin bekommen. Zuvor hatte die "Westdeutsche Zeitung" berichtet.

Nach Angaben des Sprechers hatten die Ärzte von einer noch unbekannten Person einen Zugangscode erhalten und sich über das Internet für einen Impftermin am Dienstag angemeldet. Derselbe Code habe mehrmals genutzt werden können, weil er für das gesamte Team einer Praxis gelte, die in Pflegeeinrichtungen tätig sei. Am Einlass zum Impfzentrum sei der Schwindel jedoch aufgeflogen. Konsequenzen drohten den Ärzten, die unter anderem aus Köln und Viersen kamen, jedoch nicht, sagte der Sprecher.

Um Ähnliches in Zukunft zu verhindern, sei die Terminplattform nun überarbeitet worden. So müssten jetzt zum Beispiel konkrete Daten zum Arbeitgeber eingegeben werden.

Kurz: Darum hat ein Lockdown in Österreich keinen Sinn mehr

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will am Öffnungskurs festhalten – und das, obwohl die Inzidenz hier mit einem Wert von 139 mehr als doppelt so hoch ist wie in Deutschland. Das sagte der Politiker am Mittwochabend im Interview bei "Bild live". Laut Kurz hätte der Lockdown in Österreich seine Wirkung nach sechs Wochen verloren: "Die Menschen haben sich immer weniger daran gehalten, es hat immer mehr Verlagerungen in den privaten Bereich gegeben und ein Lockdown, wo keiner mitmacht, der hat natürlich auch wenig Sinn."

Seit knapp drei Wochen sind in Österreich Schulen, Geschäfte und körpernahe Dienstleistungen wie Friseur geöffnet. Gleichzeitig setzt das Land auf Massentests: "Das bedeutet, dass wir in unserem kleinen Österreich, mit nicht mal zehn Millionen Einwohnern, jede Woche über 2,5 Millionen Tests durchführen, das heißt rund ein Viertel unserer Bevölkerung wird wöchentlich getestet", so Kurz.

Zudem plädiert der österreichische Kanzler vor dem virtuellen EU-Gipfel am Donnerstag für einen europäischen Impfpass nach dem Vorbild Israels. "Wer geimpft ist, der soll volle Freiheit haben. Aber genauso auch jene, die gerade Corona hatten und von daher immun sind. Und auch all jene, die einen Test machen und durch den Test nachweisen können, dass sie negativ sind", sagte Kurz. Durch einen EU-Impfpass sei auch eine Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa möglich. In Israel können seit Sonntag von einer Corona-Infektion genesene und gegen das Virus geimpfte Menschen mit dem "Grünen Pass" unter anderem wieder Fitnessstudios, Theater und Sportereignisse besuchen sowie in Hotels übernachten. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Mecklenburg-Vorpommern öffnet Gartencenter, Zoos und Nagelstudios

Neben Friseursalons dürfen in Mecklenburg-Vorpommern vom 1. März an auch Gartenbaucenter wieder öffnen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Moderna will Produktionskapazitäten für Impfstoff ausbauen

Das US-Unternehmen Moderna will die Produktionskapazitäten für seinen Corona-Impfstoff ausbauen. Im kommenden Jahr solle so die Produktion von 1,4 Milliarden Impfdosen à 100 Mikrogramm möglich sein, teilte das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts am Mittwoch mit. In diesem Jahr könne die geplante Produktion von 600 Millionen Dosen um 100 Millionen Dosen aufgestockt und möglicherweise noch weiter ausgebaut werden.

Zudem teilte das Unternehmen mit, dass es einen speziell auf die südafrikanische Coronavirus-Variante angepassten Impfstoff-Kandidat für klinische Studien an die US-Gesundheitsbehörde NIH geliefert habe. Ersten Erkenntnissen zufolge, wirke der bisher unter anderem in den USA und der EU zugelassene Impfstoff aber auch gegen die Varianten.

Scholz: Öffnungsschritte mit Selbsttests

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mahnt vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen Öffnungsschritte in Verbindung mit Schnelltests an. "Das Virus und seine Mutationen werden uns noch eine Weile begleiten, fürchte ich. Wir müssen also Wege finden, wie wir es hinbekommen, nicht immer weiter im Lockdown leben zu müssen. Deshalb könnten wir die nächsten Öffnungsschritte mit Schnelltests verbinden", sagt Scholz der Zeitung "Rheinische Post". Darüber werde man am 3. März mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beraten.

Ärztepräsident Reinhardt fordert Massenimpfungen in Arztpraxen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt dringt auf schnelle Massenimpfungen in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. "Das Ziel eines Impfangebots für alle Bürgerinnen und Bürger bis Ende September lässt sich nur dann erreichen, wenn wir möglichst bald mit Massenimpfungen in den Arztpraxen beginnen", sagt Reinhardt der Zeitung "Rheinische Post".

Die Impfzentren der Kommunen könnten diese enorme Herausforderung allein nicht stemmen. Neben logistischen Aspekten böten Impfungen in den Praxen auch ganz praktische Vorteile: Besonders für hochbetagte Menschen seien Impfmöglichkeiten durch ihnen vertraute Ärzte eine große Erleichterung.

Breite Studie in Israel bestätigt hohe Wirksamkeit von Biontech/Pfizer-Vakzin

Eine umfassende Studie in Israel zum Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat die sehr hohe Wirksamkeit des Mittels bestätigt. Für die am Mittwoch vom US-Fachmagazin "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Untersuchung waren die Daten von 1,2 Millionen Menschen ausgewertet worden. Das Ergebnis war, dass das Vakzin zu 94 Prozent gegen Krankheitssymptome schützt.

Zwar hatten bereits vorherige Studien einen Wirksamkeitsgrad von 95 Prozent des Mittels der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer gezeigt. Doch hatten diese Untersuchungen lediglich unter klinischen Bedingungen und Beteiligung von nur mehreren tausend Testpersonen stattgefunden.

Die jetzige israelische Studie untersuchte die Wirksamkeit des Impfstoffs unter den Bedingungen der tatsächlichen massenhaften Anwendung. Die Studie fand zwischen dem 20. Dezember und 1. Februar statt – also in einem Zeitraum, in dem sich die besonders ansteckende britische Variante des Virus bereits in Israel ausbreitete, was die Untersuchung umso aussagekräftiger macht.

Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt unter 3.000

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist unter die Marke von 3000 gesunken. Am Mittwochmittag wurden 2.955 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen behandelt, wie aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht. Mehr als die Hälfte davon (59 Prozent) wurden beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten vor mehr als drei Monaten, Anfang November, unter 3.000. Bis Anfang Januar stieg sie dann auf mehr als 5.700. Seither sinkt sie kontinuierlich.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8.007 Corona-Neuinfektionen. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 422 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.556 Neuinfektionen und 560 neue Todesfälle verzeichnet.

Bouffier legt Plan für Corona-Lockerungen vor

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will heute in Wiesbaden einen Perspektivplan für die schrittweise Lockerung der Corona-Maßnahmen im Land vorlegen. Bei dem Vier-Stufen-Plan geht es unter anderem um mehr Kontakte für eine größere Zahl von Menschen und die Öffnung von Läden im Einzelhandel. Der allgemeine Corona-Lockdown in Hessen mit der Schließung des Einzelhandels, von Restaurants und Kultureinrichtungen gilt bislang bis 7. März. Am 3. März soll es das nächste Bund-Länder-Treffen zu möglichen Öffnungsschritten geben.

Spahn weist Kritik wegen schleppender Zulassung von Tests zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurückgewiesen. Die Zuverlässigkeit solcher Tests müsse genau geprüft werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". Man dürfe sich dabei nicht allein auf die Angaben der Hersteller verlassen und Menschen "in falscher Sicherheit wiegen". "Zu viele falsche Ergebnisse können fatale Folgen haben", sagte Spahn. "Wenn man zum Beispiel nur 90 Prozent richtiges Ergebnis hätte, dann wären das bei einer Million Tests ziemlich viele falsch-negative."

Österreichs Kanzler für europäischen Impfpass nach Vorbild Israels

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich für einen europäischen Impfpass nach dem Vorbild Israels ausgesprochen. "Ich setze mich dafür ein, dass wir in Europa einen grünen Pass zusammenbringen, wie es ihn in Israel gibt, am besten digital am Handy, wo jeder wieder alle Freiheit zurückbekommt, die wir so sehr schätzen", sagte Kurz am Mittwochabend auf "Bild live".

In Israel können seit Sonntag von einer Corona-Infektion genesene und gegen das Virus geimpfte Menschen mit dem "Grünen Pass" unter anderem wieder Fitnessstudios, Theater und Sportereignisse besuchen sowie in Hotels übernachten.

"Wer geimpft ist, der soll volle Freiheit haben. Aber genauso auch jene, die gerade Corona hatten und von daher immun sind. Und auch all jene, die einen Test machen und durch den Test nachweisen können, dass sie negativ sind", sagte Kurz. Durch einen EU-Impfpass sei auch eine Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa möglich.

60 Prozent höheres Krankenhausrisiko bei britischer Variante

Eine Infektion mit der britischen Variante des Virus geht einer dänischen Studie zufolge mit einem um 60 Prozent höheren Risiko einer Einlieferung ins Krankenhaus einher. Das gibt Gesundheitsminister Magnus Heunicke bekannt.

Frankreich meldet höchste Zahl von Neuinfektionen seit November

Frankreich meldet mit 31.518 Neuinfektion den stärksten Anstieg seit Mitte November. Vergangenen Mittwoch lag die Zahl bei 25.018. Die Zahl der neuen Todesfälle lag bei 277 nach 431 am Dienstag.

Israel will Wirtschaft ab Anfang April komplett hochfahren

Israels Regierung will die Wirtschaft des Landes ab Anfang April wieder komplett hochfahren. Bis Ende März dürften alle berechtigten Bürger im Alter von 16 Jahren oder älter geimpft sein, sagt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. In Israel hat inzwischen fast die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine Dosis des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes erhalten.

Koalition will Impf-Vordrängler mit bis zu 25.000 Euro bestrafen

Die Regierungsfraktionen wollen gegen Impf-Vordrängler vorgehen und Bußgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro vorschlagen. Das sieht ein Änderungsantrag der Fraktionen von Union und SPD für das "Gesetz zur Fortgeltung der die epidemische Lage von nationaler Tragweite" vor, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

In den vergangenen Wochen hatte es zahlreiche Berichte über Impf-Vordrängler gegeben. So hatte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) vor mehr als zwei Wochen eingeräumt, geimpft worden zu sein, obwohl er noch nicht an der Reihe gewesen wäre. Außerdem seien mehrere Stadträte und Mitglieder des Katastrophenstabs geimpft worden. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall. 

Schweiz öffnet Geschäfte ab 1. März

In der Schweiz machen nach dem Rückgang der Corona-Infektionszahlen nächste Woche die Geschäfte wieder auf. Auch Museen und Lesesäle von Bibliotheken dürfen öffnen, ebenso Zoos, Tennis- und Fußballplätze und Erlebnisparks. Das kündigte die Regierung am Mittwoch an. Restaurants bleiben aber vorerst geschlossen, auch solche mit Terrassen oder Außenbereichen.

Überall gilt Maskenpflicht, Besucher müssen Abstand halten und Geschäfte dürfen nur eine bestimmte Anzahl Besucher reinlassen. Bislang waren nur einige Geschäfte auf, etwa Lebensmittelläden, Reparaturshops und Friseure. Über die Skigebiete entscheiden weiter die Kantone. Sie sind fast überall geöffnet. Im Freien dürfen künftig wieder bis zu 15 Personen zusammenkommen. Privatveranstaltungen in Räumen bleiben auf fünf Personen beschränkt. Weiter gilt auch die Pflicht zur Arbeit von zu Hause aus, wenn irgendmöglich. 

Am Mittwoch wurden bei 8,6 Millionen Einwohnern 1.343 Neuinfektionen gemeldet. Über einen Zeitraum von 14 Tagen lag die Inzidenz bei 162,1. Laut der Webseite "Corona in Zahlen" liegt die 7-Tage-Inzidenz in der Schweiz derzeit bei 81,7. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei 59. Weitere Öffnungen seien nur möglich, wenn die Inzidenz nicht steige und die durchschnittliche Reproduktionszahl über die letzten sieben Tage unter 1 liege, hieß es von der Schweizer Regierung.

Dänemark lockert Corona-Maßnahmen

Wie die Regierung in Kopenhagen am Mittwoch mitteilte, treten am Montag Lockerungen für Geschäfte, Schulen und Versammlungen in Dänemark in Kraft. Die meisten Beschränkungen wurden aber bis zum 5. April verlängert. Die meisten weiterführenden Schulen sowie Bars und Restaurants bleiben also weiter geschlossen.

Öffnen dürfen zunächst Geschäfte, deren Ladenfläche kleiner als 5.000 Quadratmeter ist und die sich nicht in Einkaufszentren befinden. Auch einige größere Geschäfte dürfen wieder öffnen, aber nur mit einer behördlichen Genehmigung und einer Kunden-Obergrenze. An Sport- und Vereinsaktivitäten im Freien dürfen statt fünf künftig 25 Menschen teilnehmen.

Dänemark befindet sich seit Dezember in einem Teil-Lockdown. Nach einem Rückgang der Infektionszahlen durften Anfang Februar bereits die Grundschulen wieder öffnen. Nun dürfen auch einige weiterführende Schulen im Westen Dänemarks wieder öffnen.

Spahn: Inzidenz von Null ist unerreichbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bei der Befragung der Abgeordneten im Bundestag erklärt, er glaube nicht daran, dass das Coronavirus jemals komplett verschwinden wird. Eine Inzidenz von null werde es auf Dauer nicht geben können, außer man ziehe eine Mauer um das Land. "Wenn wir uns alle einschließen, dann sind wir vielleicht irgendwann bei einer Inzidenz null". Das sei allerdings auch kein Leben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Tiroler Ort Mayrhofen im Zillertal wird isoliert

Die österreichische Ortschaft Mayrhofen im Zillertal wird unter Quarantäne gestellt. Das berichten der ORF und die Tiroler Tageszeitung. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Behörde: Vakzin von Johnson & Johnson sicher und wirksam

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat sich nach Ansicht von Mitarbeitern der US-Arzneimittelbehörde FDA in Studien als wirksam und sicher erwiesen. Das Vakzin habe mindestens 14 Tage nach der Impfung eine Immunisierung bewirkt und das Risiko einer Covid-19 Erkrankung verringert, geht aus FDA-Dokumenten hervor, die den Weg für eine Notfallzulassung in den USA ebnen. Es hätten sich keine spezifischen Sicherheitsbedenken ergeben.

Das unabhängige Expertengremium der FDA will am Freitag über eine Empfehlung entscheiden. Der Impfstoff, bei dem anders als bei bereits zugelassenen Mitteln eine Injektion ausreicht, zeigte nach Angaben des US-Unternehmens in einer globalen Studie eine Wirksamkeit gegen mehrere Corona-Varianten von 66 Prozent, und einen Schutz von 85 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf.

Merkel will keine neuen Freiheiten für Geimpfte

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen Sonderrechte von Geimpften zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. "Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln", sagt die Bundeskanzlerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Außerdem müsse erst eindeutig geklärt sein, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien. Merkel fügt hinzu, dass es aber sehr wohl von Firmen Sonderregelungen für Geimpfte geben könne. Man müsse zudem überlegen, ob der Staat nicht irgendwann Lockerungen beschließen solle, ohne auf Impf-Verweigerer Rücksicht zu nehmen.

Nur 15 Prozent der Astrazeneca-Dosen bisher verimpft

Laut Bundesgesundheitsministerium sind erst 15 Prozent der in Deutschland verfügbaren AstraZeneca-Impfstoffdosen verabreicht worden. "Es muss nichts liegenbleiben", sagt ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Der Stoff könne dann anderen Impfwilligen in nachfolgenden Prioritätengruppen angeboten werden, auch wenn die eigentlich noch nicht vorgesehen seien. Regierungssprecher Steffen Seibert weist daraufhin, man beachte bei der Impfverordnung ein "Maß an Flexibilität". Er appelliert an alle, dem Impfstoff von AstraZeneca Vertrauen zu schenken. "Er ist wirksam, er ist sicher."

NRW-Polizei tauscht Masken wegen Produktionsfehler aus

Wegen möglicher Produktionsfehler beim Filtermaterial tauscht die NRW-Polizei landesweit 400.000 Corona-Schutzmasken aus. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte am Mittwoch eine Sprecherin des Innenministeriums. Seit Januar seien in Einzelfällen Fehler an den Masken aufgefallen, die die Schutzwirkung beeinträchtigen könnten. Die Polizeibehörden seien angewiesen, die Schutzmasken gegen fehlerfreie auszutauschen. Das Ministerium prüfe Schadenersatzansprüche gegen Hersteller. Einen Maskenengpass bei der Polizei gebe es aber nicht, sagte die Sprecherin.

Seit Anfang 2020 seien insgesamt rund vier Millionen Masken verschiedener Hersteller an die Behörden geliefert worden. Bei 10.000 Masken davon sei bei einer Laborüberprüfung eine verminderte Filterleistung festgestellt worden. Diese Masken seien erst gar nicht ausgegeben worden, sie würden derzeit eingelagert. Die 400.000 Masken, bei denen sich jetzt mögliche Mängel gezeigt hätten, seien landesweit an alle Polizeibehörden ausgegeben worden. Der Umtausch laufe derzeit noch.

Corona-Umfrage: Ein Drittel der Deutschen gegen Einschnitte – und gegen Impfungen

Gegenüber einer Corona-Impfung gibt es einer Umfrage zufolge deutliche Vorbehalte – auch gegen die Einschränkung von Freiheitsrechten lehnen sich viele Deutsche auf. So wollen sich 34 Prozent der Bundesbürger nicht impfen lassen, ein Drittel (33 Prozent) lehnt Eingriffe in die Freiheitsrechte zur Pandemie-Bekämpfung "eher" oder "voll und ganz" ab. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. 

Für die Erhebung hat das Norstat Institut Ende 2020 mehr als 1.000 Erwachsene befragt. Nach Einschätzung der Stiftung in Gütersloh fällt die ablehnende Haltung gegenüber Impfung und Freiheits-Einschränkungen unter besonders leistungs- und erfolgsorientierten Menschen überdurchschnittlich hoch aus. Die Corona-Krise verschärfe Wertekonflikte, die zuvor schon schwelten, meint Yasemin El-Menouar, Mitautorin der Studie "Zwischen individueller Freiheit und Gemeinwohl".

Rund 45 Prozent der Befragten zeigten sich aber auch überzeugt, dass die Krise auch positive Auswirkungen haben könne – zum Beispiel mit Blick auf Klimaschutz und soziales Miteinander. Und 82 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Pandemie die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels der Gesellschaft vor Augen führe.

Die Politik solle klarer herausstellen, dass individuelle Freiheiten und Leistungsbereitschaft für die Gesellschaft weiter von entscheidender Bedeutung sei, bilanzierte El-Menouar. Und dass einschränkende Maßnahmen zeitlich begrenzt seien und das Ziel verfolgten, möglichst schnell wieder "ein freies und eigenbestimmtes Leben führen zu können."

Stiko-Chef: Pragmatische Lösung für zurückgewiesene Impf-Dosen

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) spricht sich für zweckmäßige Lösungen für übrig gebliebene Impfstoffe aus. Die Reihenfolge sollte dabei nicht allzu starr beachtet werden. Beim Impfstoff von Astrazeneca blieben jeden Tag viele Einheiten liegen, aber in der Praxis sei es oft schwierig, den nächsten in der Impf-Reihenfolge zu identifizieren und zu erreichen. "Hier sollte es unbedingt in allen Impfzentren Listen geben, die festlegen, wer an die Reihe kommt", sagt Mertens den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Damit kein Impfstoff verworfen werde, könne man auch geeignete Kandidaten aus nachfolgenden Prioritätsgruppen vorziehen. Das müsse pragmatisch vor Ort geregelt werden.

Lindner: "Flächendeckender Lockdown muss enden"

FDP-Chef Christian Lindner fordert ein Ende der landesweiten scharfen Beschränkungen. "Der flächendeckende Lockdown muss enden. Er ist ein zu scharfer Eingriff in die Grundrechte", schreibt Lindner in einem Gastbeitrag für "Bild" laut Vorab-Bericht. Je mehr Tests, Impfungen und regionale Unterschiede es gebe, desto weniger sage der Sieben-Tage-Wert von 35 oder 50 etwas aus. Künftig müsse man auf jede Region einzeln schauen und sich etwa an der Zahl der Neuinfektionen und der Lage in den Krankenhäusern orientieren. Lindner forderte zudem eine Verbesserung der Corona-Warnapp. Diese müsse um einen 24-stündigen Freipass nach negativem Schnelltest ergänzt werden. "Dann sind Restaurantbesuche möglich."

Bericht: Gesundheitsministerium schreibt Entwicklung von Corona-Impfnachweis aus

Das Bundesgesundheitsministerium treibt einem Medienbericht zufolge Pläne für einen fälschungssicheren Corona-Impfnachweis voran. Das Ministerium wolle am Mittwoch eine sogenannte beschränkte Ausschreibung für die Entwicklung eines digitalen Impfnachweises verschicken, berichtete die Tageszeitung "Welt" am Dienstag. Das Ministerium wolle über das Vergabeverfahren möglichst schnell eine technische Lösung für einen fälschungssicheren Corona-Impfnachweis entwickeln lassen.

Mittels des beschleunigten Vergabeverfahrens schränkt das Ministerium von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Bericht zufolge den Kreis der beteiligten Firmen ein. Zum Zuge sollen demnach nur Unternehmen kommen, die nach Einschätzung der Beamten möglichst zügig eine bundesweit einsetzbare digitale Lösung liefern können. 

RKI legt Plan für Lockerungen vor

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat einen Vier-Stufen-Plan entworfen, der als Leitfaden in der Lockerungs-Debatte dienen soll. Die Strategie, die den Namen "ControlCOVID" trägt, soll die Zahl der schweren Erkrankungen, Langzeitfolgen und Todesfälle durch Covid-19 minimieren und eine Überlastung des Gesundheitssystems nachhaltig vermeiden, wie es in dem zwölfseitigen Papier heißt. Hier lesen Sie mehr.

Brandenburg legt Stufenplan vor – Läden möglichst vor Ostern öffnen

Möglichst noch vor Ostern würde Brandenburg die Corona-Beschränkungen für Geschäfte, Museen und Sport im Freien gern wieder lockern. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam an und legte einen Stufenplan vor, den er bei der Bund-Länder-Runde am 3. März einbringen will.

"Aus Brandenburger Sicht sollte in diesem Sinne dem Einzelhandel, den Museen, den Ausstellungen, dem Sport im Außenbereich, den Veranstaltungen unter freiem Himmel eine Perspektive möglichst noch vor Ostern gegeben werden", sagte Woidke. Das sei aber abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen und dem weiteren Impfen. Auch solle weiter Abstand gehalten werden, Masken sollten wo nötig getragen werden.

Mützenich kritisiert "Ankündigungsminister" Spahn wegen Schnelltests

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür kritisiert, dass die kostenlosen Corona-Schnelltests später kommen als zunächst angekündigt. "Dass der 'Ankündigungsminister' Spahn hier offensichtlich zurückrudern musste, hat uns doch sehr irritiert", sagte Mützenich in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei offensichtlich gezwungen gewesen, ihren Gesundheitsminister "zurückzupfeifen".

Spahn hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen – etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken. Darüber soll nun aber erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden, wie Merkels Sprecher Steffen Seibert nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag erklärt hatte.

Das Testen sei Voraussetzung für verlässliche Öffnungsschritte, betonte Mützenich. Nachdem Spahn vor zwei Wochen angekündigt habe, dass kostenlose Schnelltests für alle möglich sein, habe er nun eingestehen müssen, dass das nicht funktioniere. "Ich finde er sollte doch endlich gelernt haben, nicht immer nur Ankündigungen zu machen, sondern endlich auch die Dinge zu präsentieren, von denen er so überzeugt ist." Mützenich fügte hinzu, über die Kosten der Schnelltests zu reden sei eine Ablenkung. Spahn war zuvor schon wegen der schleppend verlaufenden Impfkampagne und Versäumnissen bei der Erkennung von Corona-Mutation in die Kritik geraten.

Mobilitätsforscher warnt vor Öffnungen

Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Werts "bis auf weiteres unrealistisch", erklärte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

Die in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 breitet sich laut Robert Koch-Institut auch hierzulande aus: Binnen zwei Wochen wuchs der Anteil in Stichproben von knapp 6 auf 22 Prozent. Berücksichtige man die deutlich erhöhte Ansteckungswahrscheinlichkeit, sei die Situation laut Modell "deutlich kritischer als bisher von uns vorhergesagt", erläuterte Nagel. "Bei reiner Beibehaltung der jetzigen Maßnahmen bekommen wir dann laut Modell eine dritte Welle; jede Art von Öffnungen vergrößert diese Welle."

Nagel betonte: "Wir können dagegenhalten, indem Kontakte in Innenräumen ohne Schutzmaßnahmen generell vermieden werden." Zu solchen zu vermeidenden Kontakten gehörten neben Schulen auch Mehrpersonenbüros und gegenseitige Besuche. Mögliche Schutzmaßnahmen seien Masken, Schnelltests, Impfungen und eine Verlagerung von Veranstaltungen nach draußen.

Laschet: Auch Zahnärzte sollen impfen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, auch Zahnärzte zu Corona-Schutzimpfungen der Bürger heranzuziehen. "Das wird noch kritisch betrachtet", sagte er in Düsseldorf.

Wenn irgendwann viel Impfstoff da sei, werde aber die gesamte Breite des ärztlichen Sachverstands im Land gebraucht, unterstrich Laschet. Wegen der begrenzten Verfügbarkeit der Vakzine sei es derzeit allerdings noch nötig, bei den Impfzentren zu bleiben.

Virus-Mutationen – Biontech-Chef Şahin "nicht allzu besorgt" 

Der Chef des Mainzer Impfstoffentwicklers Biontech, Uğur Şahin, hat sich zuversichtlich gezeigt angesichts immer neuer Mutationen des Coronavirus. Die Antikörper-Antwort des Biontech-Wirkstoffes sei "noch stabil", sagte Şahin am Montag auf einer Onlinekonferenz, wie das Wissenschaftsmagazin heise.de berichtet. Die einzige Ausnahme sei die in Brasilien zuerst aufgetretene Variante P1, räumte Şahin demnach ein. Doch auch dort sehe er noch keine massive Gefahr.

Die Herausforderung sieht Şahin jetzt darin, die Impfstoffe weltweit verfügbar zu machen. Deutschland stehe hier gar nicht so schlecht da, trotz der Lieferschwierigkeiten. Die Zahl der Geimpften sei mit knapp 3,2 Millionen schon größer als die der 2,4 Millionen, die sich in Deutschland bislang infiziert haben – und das knapp zwei Monate nach dem Start der Impfkampagne. Täglich stünden derzeit 7.300 Neuinfizierten rund 89.000 Geimpfte gegenüber.

Şahin zeigte sich so zuversichtlich, dass "die Herdenimmunität bis zum Ende des Sommers hinzubekommen" sei. Er plane für diesen Zeitpunkt jedenfalls schon eine große Party.

Keine Schnelltests ab 1. März? Spahn in der Kritik 

An Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es Kritik, weil die für den 1. März angekündigten allgemeinen Schnelltests nun doch nicht so rasch kommen. FDP-Chef Christian Lindner bedauerte auf Twitter die Verschiebung. "Die Enttäuschung beim Impfstart darf sich nicht wiederholen."

SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Gerade dort, wo Maßnahmen zurückgenommen werden, müssen Schnelltests zur Verfügung stehen." Spahn müsse jetzt dafür sorgen, dass dies zügig geschehe.

Spahns Termin für kostenlose Schnelltests wackelt

Die Pläne des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), zum 1. März allen Bürgern kostenlose Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen, scheitern offenbar. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen – etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken. Darüber solle nun aber erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts.

Einem Bericht der "Bild" zufolge seien noch viele Fragen unbeantwortet, wie etwa die Kapazitäten und was ein negativer Schnelltest für einen Bürger bedeute. Spahn habe darauf keine Antworten geben können. Der Startschuss für die kostenlosen Tests solle demnach frühestens am 8. März fallen, also eine Woche später als geplant. Somit könnte auch eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen wackeln – denn die Öffnungsschritte müssten gekoppelt mit vermehrten Tests klug eingeführt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in Onlineberatungen des CDU-Präsidiums.

Zuvor waren die Zweifel immer lauter geworden, ob Spahns Termin für die Einführung der kostenlosen Schnelltests für alle realistisch sei. 

Schulöffnungen nur mit Selbsttests

"Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, die Schulen nur aufzumachen, wenn die Testung der Kinder mit Antigen-Selbsttests gewährleistet ist – und die sind noch gar nicht zugelassen", sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" (Dienstagausgaben).

Es müsse möglich sein, die Kinder im Wechselunterricht zweimal die Woche zu testen. Das sei die Voraussetzung für eine verantwortbare Rückkehr zum Präsenzunterricht.

Dreyer fordert konkreten Stufenplan für Weg aus Lockdown

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat vor Beratungen von Bund und Ländern einen konkreten Stufenplan für den Weg aus den Corona-Beschränkungen gefordert. Ein solcher Plan müsse an "klare Inzidenzwerte, Testmöglichkeiten und die Impfquote" gekoppelt werden, sagte Dreyer der "Rheinischen Post" (Dienstag). An diesem Dienstag beginnt eine Arbeitsgruppe mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien dazu mit Beratungen. Das nächste Treffen der Regierungschefs von Bund und Ländern ist für den 3. März geplant.

Dreyer sagte, ein "Perspektivplan" sei nicht gleichbedeutend mit einer raschen Rückkehr zur Normalität. "Aber wir brauchen konkrete und verbindliche Zielmarken, an denen die Menschen sich orientieren können. Das steigert auch die Akzeptanz, wenn wir die Maßnahmen noch verlängern müssen." Zudem müssten die Unternehmen dringend "Planungsmöglichkeiten" bekommen. Das Wirtschaftsministerium unter Ressortchef Peter Altmaier (CDU) machte sie dafür verantwortlich, dass Finanzhilfen nicht schnell genug verteilt worden seien.

Brinkhaus mahnt zu Vorsicht bei Öffnungsschritten

CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus hat zu Vorsicht bei weiteren Öffnungsschritten in der Corona-Pandemie gemahnt. Es gehe darum, dass man "Schritt für Schritt sehr bewusst setzt", sagte der CDU-Politiker am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". "Weil eins wäre sehr, sehr schlecht: Wenn wir jetzt lockern und dann in drei oder vier Wochen wieder den Schritt zurück machen müssen. Und dann wieder in den Lockdown hinein gehen müssen."

Brinkhaus fügte hinzu: "Ich glaube, alle Leute sind mittlerweile – auch ich – ziemlich durch." Ein "Rein und Raus" bei den Corona-Beschränkungen wäre nicht gut. "Und deswegen darf es nur in eine Richtung gehen. Und deswegen ist jeder Schritt wirklich mit Vorsicht zu setzen."

Mehr als eine halbe Million Corona-Tote in den USA

US-Präsident Joe Biden hat das Herabsetzen der amerikanischen Flaggen auf halbmast angeordnet, um der rund 500.000 Corona-Toten im Land zu gedenken. Dies gelte für öffentliche Gebäude, Militärstützpunkte und alle diplomatischen Vertretungen der US-Regierung im Ausland, erklärte das Weiße Haus. Hier lesen Sie mehr.

Seibert dämpft Öffnungs-Hoffnungen: "Die Zahlen steigen wieder"

Die Bundesregierung hat Hoffnungen auf weitere rasche Öffnungen gedämpft. Der Anteil der zuerst in Großbritannien aufgetretenen Variante betrage 20 bis 25 Prozent, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Man muss sicher davon ausgehen, dass dieser Anteil noch weiter zunimmt". Dies sei bei vorsichtigen Öffnungsschritten zu berücksichtigen. Seibert betonte: "Die gute Entwicklung, die uns über längere Zeit täglich sinkende Infektionszahlen beschert hat, ist im Moment vorbei. Die Zahlen steigen wieder. Der Anteil der gefährlicheren, weil deutlich ansteckenderen Virusmutationen wächst."

Seibert mahnte zu Geduld. Bereits durch die Teilöffnungen der Schulen in den meisten Bundesländern an diesem Montag gebe es "ein erhebliches Mehr an Kontakten und damit auch an Übertragungsrisiken". Niemand wolle Öffnungen wieder zurücknehmen. "Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchhalten." Wichtig sei es nun aber, zunächst ganz genau zu schauen, in welchem Umfang die Schulöffnungen Veränderungen im Infektionsgeschehen mit sich bringen. Am 3. März wollen Bund und Länder erneut über die Lage beraten. Ab dem 7. März sollen Geschäfte dort wieder öffnen können, wo es regional drei Tage lang nicht über 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen gibt.

Lauterbach: "Wir öffnen das Land für B117 und B135"

Während immer mehr Ministerpräsidenten und zuletzt sogar die Kanzlerin von Öffnung sprechen, sind die gefährlichen Corona-Varianten aus Großbritannien (B 117) und Südafrika (B 135) in Deutschland auf dem Vormarsch. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt jetzt vor einer zu schnellen Rückkehr zu Normalität: "Eine Öffnungsperspektive muss kommen. Aber das folgende Fiasko muss man vermeiden", schreibt Lauterbach auf Twitter. "Wir lockern in die beginnende 3. Welle hinein und öffnen das Land für eine schnelle flächendeckende Verbreitung von B117 und B135."

Das wäre aus zwei Gründen sehr schlecht, so Lauterbach weiter: "Die B117/UK Variante ist circa 50 Prozent tödlicher und circa 50 Prozent mehr Krankenhausfälle. Es würde stark die 55- bis 80-Jährigen treffen, sie sind noch nicht geimpft. Viele würden überleben, aber dauerhaft krank." Das Zweite große Problem sei die mangelnde Wirksamkeit des Anstrazenecas-Wirkstoffs gegen die B135-Variante aus Südafrika, so Lauterbach.  

In weiteren Tweets warnt Lauterbach vor einem naiven Glauben an massenhafte Selbsttestungen. Das könne dazu führen, dass Kontakte nicht gewarnt und die Gesundheitsämter umgangen würden. "Tests für Partygänger wären jetzt gefährlicher Luxus", so Lauterbach.

Indien kann weniger Impfstoff liefern als erwartet

Der weltgrößte Impfstoffhersteller Serum Institute of India (SII) stellt ausländische Abnehmer bei Lieferungen hintan. Die indische Regierung habe das Unternehmen angewiesen, vorrangig für den heimischen Bedarf zu produzieren, twitterte Firmen-Chef Adar Poonawalla und bat internationale Kunden um Geduld. Das Unternehmen produziert den Impfstoff von Astrazeneca in Lizenz. 

Vor allem ärmere Länder sind auf die Lieferungen aus Indien angewiesen, aber auch größere Staaten wie Brasilien, Bangladesch und Kanada. Auch Großbritannien hält sich eine Bestellung beim SII offen. Indien selbst liegt in seinem Impfprogramm weit zurück. Bis Juni sollen 300 Millionen der knapp 1,35 Milliarden Einwohner geimpft sein – bislang wurden aber erst 11 Millionen Impfungen verabreicht. 

Schulen in England sollen am 8. März öffnen

In England sollen die Schulen am 8. März wieder öffnen, wie der für die Impfkampagne zuständige Minister Nadhim Zahawi ankündigt. Ab dann sollen sich auch zwei Personen im Freien treffen können. Vom 29. März an dürften dann zwei Familien zusammenkommen, auch Outdoor-Sport werde wieder erlaubt sein, sagt Zahawi dem Radiosender LBC.

Premierminister Boris Johnson will im Tagesverlauf seinen Fahrplan für einen Ausstieg aus dem Corona-Lockdown vorlegen.

Deutsche hoffen auf Lockerungen durch Schnelltests

Eine Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, dass kostenfreie Corona-Schnelltest für alle zu einer Lockerung der aktuellen Beschränkungen führen können. Das geht aus einer Umfrage der Meinungsforscher von YouGov Deutschland hervor. 26 Prozent der Befragten stimmten demnach der Aussage "voll und ganz zu", dass Schnelltests eine schnellere Öffnung von etwa Schulen, Hotels oder Einzelhandel begünstigen würden, 33 Prozent stimmten "eher zu". Insgesamt 28 Prozent der Teilnehmer sahen die Schnelltests hingegen "überhaupt nicht" beziehungsweise "eher nicht" als mögliches Mittel für Lockerungen. 13 Prozent machten keine Angabe.

Corona-Schnelltests können derzeit in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen zum Beispiel in Schulen genutzt werden. Für einen flächendeckenden Einsatz sind die Voraussetzungen mittlerweile aber auch gegeben, wie das Gesundheitsministerium in einem Entwurf für das Corona-Kabinett deutlich gemacht hatte. Das Corona-Kabinett will an diesem Montag darüber beraten.

Intensivmediziner: "Könnte sein, dass wir Corona im Herbst im Griff haben"

Der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Gernot Marx, ist zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle bekommen kann. "Wenn sich jetzt alle Menschen bald gut durchimpfen lassen, dann könnte es sein, dass wir Corona Ende des dritten Quartals 2021, also im Herbst, im Griff haben", sagte Marx der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Aber das setzt wirklich voraus, dass sich so gut wie alle impfen lassen. Sonst entstehen in der Zwischenzeit wieder neue Mutanten."

Sorge bereitet die britische Mutante des Coronavirus, die deutlich ansteckender ist. Marx rechnet wie viele andere damit, dass die Corona-Zahlen deshalb wieder nach oben gehen werden: "Wir gehen von einer dritten Welle aus", sagte er. "Unsere Bitte lautet darum: Lassen Sie sich impfen – auch mit Astrazeneca."

Biden und Harris gedenken der Hunderttausenden Corona-Toten

US-Präsident Joe Biden und seine Stellvertreterin Kamala Harris wollen an diesem Montag der Hunderttausenden Toten in der Corona-Pandemie in den USA gedenken. Zum Sonnenuntergang würden Biden und Harris mit ihren Ehepartnern im Südportal des Weißen Hauses eine Schweigeminute halten, zudem sollen Kerzen entzündet werden, teilte die Regierungszentrale am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Vorher ist eine Ansprache von Biden im Weißen Haus geplant.

Die USA könnten am Montag einen weiteren düsteren Meilenstein in der Pandemie erreichen und die Schwelle von 500.000 Corona-Toten überschreiten. In keinem anderen Land der Welt sind in absoluten Zahlen so viele Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 bekannt.

Wechselunterricht beginnt in Brandenburg

Die Grundschulen in Brandenburg öffnen am heutigen Montag wieder für den Wechselunterricht zwischen Zuhause und Schule. Beim Unterricht in der Schule ist die Anwesenheit Pflicht. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hält die Öffnung für verantwortbar. "Die Kinder sitzen in großen Abständen voneinander, wir haben zum Schutz auch die Maske eingeführt", hatte sie der "Märkischen Allgemeinen" gesagt. Es sei eine "ganz harte Zeit" über viele Wochen gewesen, die Schulen geschlossen zu halten.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte dafür geworben, dass Lehrer und Erzieher schon vorzeitig eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Derzeit sind sie in der dritten Prioritätsgruppe einsortiert und erhalten voraussichtlich erst in einigen Monaten eine Impfung. Woidke bat in einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) um eine Prüfung, inwieweit die Impfreihenfolge vor allem mit Blick auf das Präparat von Astrazeneca angepasst werden könnte.

Friseur versteigert ersten Termin nach dem Lockdown für 422 Euro

Friseur Andreas Nuissl in Bayreuth hat den ersten Termin nach dem Lockdown für 422 Euro versteigert. Obwohl sein Geschäft wochenlang geschlossen war, die Ausfälle hoch, will er das Geld nicht behalten, sondern lässt es einem guten Zweck zukommen. Das Geld soll der Tafel Bayreuth und dem Kinderprojekt Round Table 98 Bayreuth am 15. März übergeben werden, teilte Nuissl am Sonntag mit. 

Ersteigert hat den Termin ein 43 Jahre alter Handwerker, der Mitglied einer der Hilfsorganisationen ist, an die das Geld gehen soll. Zusätzlich zu den 422 Euro seien von Kunden und Freunden bisher 1.310 Euro als Spenden zusammen gekommen. "Ich denke, dass in den nächsten drei Wochen, besonders wenn wir ab dem 1. März wieder geöffnet haben, noch zusätzliche Spenden kommen", sagte Nuissl.

Friseurgeschäfte sind seit dem Lockdown vom 16. Dezember geschlossen. Das Verbot wurde nach einem Bund-Länder-Gipfel zum 1. März aufgehoben.

Polizei schickt Tagesausflügler nach Hause – verstärkte Kontrollen geplant

Angesichts des warmen und sonnigen Wetters am Wochenende hat die Polizei verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. So standen am Samstag im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern insbesondere tagestouristische Ausflüge im Fokus. So habe man im Ostseebad Boltenhagen einen "lebhaften Personenzulauf" verzeichnet, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Da auch viele Autos aus benachbarten Bundesländern registriert wurden, richtete die Polizei mehrere Kontrollstellen ein. Insgesamt seien 352 Fahrzeuge kontrolliert und dabei 59 Ordnungswidrigkeiten geahndet worden. 28 Mal seien Fahrer zur Rückreise in ihre jeweiligen Bundesländer aufgefordert worden.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald richtete das Polizeipräsidium Neubrandenburg an den Zufahrtsstraßen zur Insel Usedom, in Wolgast und Ueckermünde sowie in Pasewalk Kontrollstellen ein. Die Polizei kündigte an, die Einhaltung der Corona-Regeln auch am Sonntag zu kontrollieren. Auch in Berlin wird wegen des frühlingshaften Wetters am Sonntag verstärkt in städtischen Parkanlagen kontrolliert. 

Ausflugsziel überfüllt – Polizei sperrt Walhalla

Weil der Andrang bei sonnigem Wetter so groß war, ist die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf bei Regensburg gesperrt worden. Viele Menschen hätten keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Das Wahrzeichen sei am Samstagnachmittag dicht gemacht worden. Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert, die teils Privatwiesen zugeparkt hatten. Die Polizei sprach von einem "wahren Verkehrschaos", bis zu 250 Besucher tummelten sich im sonnigen Außenbereich der Walhalla.

Die Walhalla gehört zu einem der bekanntesten Wahrzeichen in Bayern. König Ludwig II. hatte sie zwischen 1830 und 1842 erbauen lassen. In dem Nachbau eines griechischen Tempels sind zahlreiche Büsten deutscher und europäischer Geistesgrößen ausgestellt.

Wegen der vielen Menschen sei es unmöglich gewesen, Abstände einzuhalten, auch Masken seien nicht getragen worden, so die Polizei. Daher habe man sich zusammen mit der Bayerischen Schlösserverwaltung entschieden, das Gelände bis Montag zu sperren. Die Polizei kontrollierte am Sonntag

Corona-Kabinett berät über höhere Warnstufe für französische Region

Das Corona-Kabinett der Bundesregierung will einem Bericht zufolge am Montag über eine höhere Warnstufe für das französische Département Moselle beraten, das an das Saarland grenzt. Bisher gilt Frankreich als "Risikogebiet", nun könnte die Region als "Hochinzidenzgebiet" oder sogar als "Virusvariantengebiet" eingestuft werden, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe in ihren Montagsausgaben berichten.

Demnach will Innenminister Horst Seehofer (CSU) zudem eine Verlängerung der Kontrollen an den Grenzen nach Tschechien und Tirol bis zum 3. März erreichen. Sie laufen in der Nacht zu Mittwoch aus. Am 3. März findet zudem die nächste Bund-Länder-Schalte zur Lage der Pandemie statt.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) machte deutlich, dass er neue Grenzkontrollen nach Möglichkeit vermeiden will. "Wenn Inzidenzen krass auseinanderlaufen und es keine gemeinsamen Bekämpfungsstrategien gibt, dann kommen auch Grenzkontrollen als Ultima Ratio in Betracht", sagte er den Funke Zeitungen. Es gehe allerdings um "Zusammenhalt" statt "Abgrenzung", fügte er mit Blick auf die Nachbarländer Frankreich und Luxemburg hinzu.

Polizei weist über 16.000 Menschen wegen Corona an Grenzen ab

Bei den verstärkten Einreisekontrollen an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol sind in dieser Woche nach einem Zeitungsbericht mehr als 4.500 Menschen abgewiesen worden, weil sie ohne negativen Corona-Test nach Deutschland einreisen wollten. 4.522 Menschen sei aus diesem Grund die Einreise verwehrt worden, berichtete die "Bild am Sonntag." Insgesamt habe die Bundespolizei binnen einer Woche 104.178 Menschen kontrolliert und 15.877 von ihnen abgewiesen.

Neben fehlender Corona-Tests hatten die abgewiesenen Reisenden dem Bericht zufolge entweder keine digitale Reiseanmeldung oder gehörten nicht zu den Ausnahmefällen für eine Einreise nach Deutschland. Ausnahmen bestehen etwa für Ärzte und Pflegepersonal.

Nach einer Woche Grenzkontrollen stellt die Bundespolizei bei den Abweisungen allerdings rückläufige Zahlen fest. "Die Abweisungszahlen sind seit Beginn der Kontrollen proportional zurückgegangen, weil sich die Reisenden aufgrund der Kontrollen zunehmend regelkonformer verhalten", sagte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann der "Bild am Sonntag".

Corona-Ausbruch in Psychiatrie: 25 Menschen infiziert

In einer psychiatrischen Station der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Derzeit seien 14 Patientinnen und Patienten sowie elf Beschäftigte betroffen, sagte ein Sprecher der Klinik am Samstag. Er bestätigte einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der Ursprung der Infektionen sei unklar, sagte der Sprecher. Keiner der Betroffenen sei so schwer erkrankt, dass er oder sie beatmet werden müsste.

Alle in dem Bereich tätigen und behandelten Personen seien getestet worden und würden weiterhin getestet. Die nicht infizierten Patienten seien in Quarantäne. Die Station befinde sich in einem separaten Gebäude und sei isoliert worden. Es würden dort keine neue Patientinnen und Patienten aufgenommen.

In der MHH werden seit Ausbruch der Corona-Pandemie schwerste Erkrankungen mit Covid-19 behandelt. Die Klinik hat es dabei geschafft, weitgehend frei von Infektionen zu bleiben.

Brinkhaus schlägt vor, dass auch Zahnärzte impfen dürfen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat sich für pragmatische Lösungen ausgesprochen, um die Impfkampagne gegen Covid-19 in Deutschland zu beschleunigen. "Wir sollten prüfen, ob wir bei einer flächendeckenden Impfung auch Zahnärzte und später auch Betriebsärzte miteinbeziehen können", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Daher sollten wir alle Ressourcen nutzen, die wir haben, um die Menschen schnell zu impfen."

Für nicht nötig hält Brinkhaus die Erstellung eines Stufenplans, um Schritt für Schritt aus dem Lockdown zu kommen. "Der Paragraph 28a des Infektionsschutzgesetzes mit den Inzidenzen von 35 und 50 ist ja quasi ein Stufenplan", sagte er. Brinkhaus warnte vor voreiligen Öffnungsschritten. Die Todesfälle in Deutschland seien immer noch zu hoch, hinzu kämen die Virus-Mutanten, die wesentlichen ansteckender seien. "So tun wir gut daran, die 35 erst mal zu erreichen, bevor wir flächendeckend über Öffnungen nachdenken."

Mexikos oberster Corona-Experte hat Covid-19

Der Corona-Experte der mexikanischen Regierung ist an Covid-19 erkrankt. "Ich teile öffentlich mit, dass ich Covid-19 habe. Ich hatte in der Nacht erste Symptome, zum Glück sind sie leicht", schrieb der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Hugo López-Gatell, am Samstag auf Twitter. "Der Antigen-Test war positiv, jetzt warte ich auf den PCR-Test. Ich arbeite von zu Hause aus und kümmere mich um die Impfstrategie."

Der Epidemiologe ist das öffentliche Gesicht der mexikanischen Corona-Politik. An seiner Strategie wird aber auch immer wieder Kritik laut, beispielsweise wird in Mexiko sehr wenig getestet. Zuletzt sorgten Bilder von López-Gatell beim Strandurlaub für Empörung.

Mexiko ist eines der von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Länder der Welt. Bislang haben sich über zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Rund 179.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben – damit liegt Mexiko nach Brasilien und den USA an dritter Stelle. Weil in Mexiko äußerst wenig auf das Virus getestet wird und die sogenannte Übersterblichkeit sehr hoch ist, dürfte die wahre Zahl allerdings noch weit höher liegen.

Lauterbach: Stehen am Beginn der dritten Wellen 

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht anhand der aktuellen Corona-Zahlen davon aus, dass sich in Deutschland der Trend zum Negativen wendet: "Ich halte es für gesichert, dass diese Zahlen darauf hinweisen, dass wir am Beginn der dritten Welle sind", sagte er im SWR. Deutschland stünde quasi vor einer neuen Pandemie. Hier lesen Sie mehr.

Spahn: Nach Astrazeneca-Impfung weitere Immunisierung möglich 

Nach einer Immunisierung mit dem Astrazeneca-Impfstoff ist laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu einem späteren Zeitpunkt eine Nachimpfung mit einem anderen Wirkstoff denkbar. Das sei "problemlos möglich", falls etwa am Ende des Jahres alle Impfwilligen geimpft seien und noch Impfstoff verfügbar sei, sagte der CDU-Politiker am Samstag bei einer Fragerunde mit Bürgern.

Die Frage nach einer Nachimpfung mit einem anderen Mittel steht im Raum, weil der Wirkstoff von Astrazeneca eine geringere Wirksamkeit hat als die anderen beiden in der EU zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

Vor einigen Tagen hatte bereits Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, eine spätere Nachimpfung vorgeschlagen. "Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken."

Frauen verkleiden sich als Seniorinnen, um geimpft zu werden

Als Seniorinnen verkleidet, haben zwei junge Frauen in Florida versucht, eine Corona-Impfung zu erhalten. Von dem Vorfall berichtete der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes Raul Pino laut US-Medien am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Im Impfzentrum sei die Tarnung mit Hauben, Handschuhen und Brillen dann aufgeflogen. Wie sich später herausstellte, waren die Betrügerinnen mit dieser Masche schon einmal erfolgreich: Die erste Corona-Impfung haben die beiden nämlich erhalten. "Ich weiß nicht, wie sie das erste Mal entwischt sind", sagte Pino.

Videoaufnahmen zeigen, wie zwei Polizeibeamte beiden Frauen später konfrontierten: "Sie haben jemanden um seine Impfung gebracht, der sie dringender braucht als Sie", hört man einen der Beamten sagen. Wie die "New York Times" berichtete, müssen die beiden keine Strafrechtliche Konsequenzen befürchten, die zweite Impfung erhielten die beiden jedoch nicht.

Russland lässt dritten Corona-Impfstoff zu

Russland lässt einen dritten heimischen Impfstoff gegen das Coronavirus zu. Die ersten 120.000 Dosen des Vakzins mit dem Namen CoviVac sollen im März bereitgestellt werden, wie Ministerpräsident Michail Mischustin im Fernsehen sagt. Groß angelegte klinische Studien gibt es allerdings bisher nicht. Ähnlich war Russland mit seinem ersten Corona-Impfstoff Sputnik V im vergangenen Jahr vorgegangen und damit international auf Kritik gestoßen.

Einen zweiten Impfstoff hat das Land unter der Bezeichnung EpiVacCorona zugelassen. Im ersten Halbjahr will Russland nach Regierungsangaben 88 Millionen Dosen Corona-Vakzine produzieren, davon 30,5 Millionen Dosen bis Ende März.

Wegen Lage in Flensburg: Dänemark schließt Grenzübergänge

Dänemark hat wegen der Corona-Lage in Flensburg mehrere kleinere Grenzübergänge nach Deutschland geschlossen. In der Grenzstadt im Norden von Schleswig-Holstein werden nach Angaben von Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) inzwischen fast nur noch Corona-Infektionen mit der zunächst in England aufgetretenen Variante B.1.1.7 festgestellt, die als besonders ansteckend gilt.

Die dänische Regierung habe sich deshalb dazu entschlossen, den Einsatz an der deutsch-dänischen Grenze zu verschärfen, teilte das Justizministerium am Freitag in Kopenhagen mit. Konkret wollte die dänische Polizei in der Nacht zum Samstag insgesamt 13 Grenzübergänge schließen. Wichtige Übergänge wie Frøslev, Kruså und Padborg sollten dagegen offen bleiben. Dort werde aber "wesentlich intensiver" kontrolliert, erklärte das Ministerium.

In Flensburg selbst gelten seit Mitternacht nochmals verschärfte Corona-Auflagen. So treten an diesem Samstag nächtliche Ausgangsbeschränkungen in der Zeit von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr in Kraft. Zudem sind dort vorerst private Treffen untersagt. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt.

Trotz des Lockdowns sind die Infektionszahlen in Flensburg seit Mitte Januar erheblich gestiegen. Mittlerweile zählt die Stadt an der dänischen Grenze bundesweit zu den Corona-Hotspots. Als Ursache wird die rasche Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 vermutet. Diese Mutante wurde erstmals am 15. Januar in Flensburg nachgewiesen. Inzwischen werden in der Stadt nach Angaben der Oberbürgermeisterin fast nur noch Neuinfektionen mit mutierten Viren festgestellt.

Katzen positiv auf Corona getestet

Zwei Katzen einer an Corona verstorbenen Hamburgerin sind ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe die Infektion der Katzen bestätigt, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Bislang seien in Deutschland insgesamt fünf Corona-Fälle bei Katzen und zwei bei Hunden gemeldet worden. Es lägen aber keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden und Katzen mit Sars-CoV-2 infiziert hätten. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere wie Schweine und Hühner seien nicht infizierbar.

"Es geht den beiden Katzen gut", sagte die Leitende Tierärztin des Hamburger Tierheims, Urte Inkmann. Sie hätten einen leichten Schnupfen und niesten ein bisschen. Die beiden kastrierten Kater seien getrennt in der Isolationsstation untergebracht worden und hätten jeder einen größeren Käfig mit zwei Boxen zur Verfügung. "Wir sind guter Hoffnung, dass sie nächste Woche aus der Quarantäne entlassen werden", sagte Inkmann. Darüber werde das Bezirksamt Harburg nach einem weiteren Test entscheiden.

Biontech: Impfstoff-Angebot lag zwischen 15 und 30 Euro

Die Hersteller Biontech und Pfizer haben ihren Impfstoff nach Angaben des Biontech-Gründers Ugur Sahin im Sommer 2020 allen Industriestaaten für 30 bis 15 Euro angeboten – und damit nicht bei einem extrem hohen Preis von 54 Euro, wie zuvor berichtet wurde. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hoffnung für Urlauber: Spanien kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

Wegen sinkender Corona-Neuinfektionszahlen wird Spanien ab Sonntag von der Bundesregierung nicht mehr als Hochrisikogebiet angesehen. Das Robert Koch-Institut gab am Freitag im Internet bekannt, dass das beliebteste Urlaubsland der Deutschen dann nur noch "normales" Risikogebiet ist. Das bedeutet, dass bei der Einreise aus Spanien kein negativer Test mehr nachgewiesen werden muss. Man muss sich allerdings 48 Stunden nach der Einreise in Deutschland testen lassen.

Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, von der man sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren Test befreien kann, bleibt. Die praktischen Auswirkungen für Spanien-Urlauber halten sich also noch in Grenzen. Allerdings dürfte die Entscheidung der Bundesregierung mit Blick auf den Osterurlaub Hoffnungen bei Fans der Ferieninsel Mallorca oder der Kanaren wecken.

Die Corona-Lage in Spanien hat sich seit Ende Januar nach strengen Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit stark verbessert. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 111. Damit ist diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zwar noch fast doppelt so hoch wie in Deutschland (aktuell rund 57), liegt aber unter dem Grenzwert von 200 für die Einstufung als "Hochinzidenzgebiet". Es gelten noch 28 Länder als Hochrisikogebiete und weitere 15 als Virusvariantengebiete mit besonders gefährlichen Mutationen des Coronavirus. 

Zweifel an Spahns Schnelltest-Plan

Mehrere Bundesländer zweifeln laut "Bild" an einer flächendeckenden Umsetzung der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplanten kostenlosen Antigen-Schnelltests bereits zum 1. März. Zuständige Ministerien und Behörden in Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bremen werden zitiert mit dem Vorbehalt, dass man die Planung zwar kenne, die Umsetzung aber noch konkretisiert werden müsse. Nur das Gesundheitsministerium in Bayern erklärt der Zeitung zufolge, dass es im Freistaat bereits ein umfangreiches kostenloses Testangebot gebe. Spahn will ab 1. März allen Bürgern kostenlose Schnelltests anbieten.

Besuche in englischen Altersheimen erlaubt

Nach dann zwei Monaten im Lockdown dürfen Bewohnerinnen und Bewohner von englischen Pflegeheimen einen ausgewählten Freund oder Verwandten wieder berühren. Vom 8. März an sei Händchenhalten mit einem Kontakt erlaubt, der vorher benannt werden muss und dann regelmäßig zu Besuch kommen darf. Das teilte das Gesundheitsministerium in London am Samstag mit. Umarmungen und Küsse sollen aber vermieden werden. Besucher müssen vor dem Eintritt einen Corona-Schnelltest machen und Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine Impfung sei aber keine Voraussetzung, hieß es.

Seit 5. Januar gilt in England ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. Besucher dürfen Heimbewohner seither nur unter freiem Himmel oder hinter einer Scheibe sehen und mussten dabei den Mindestabstand einhalten. Es gab aber Ausnahmen.

Heil kündigt Schutzschirm für Azubis an

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen und Unternehmen dabei eine erneute, deutlich erhöhte Ausbildungsprämie anbieten. "Viele Betriebe zögern, ob sie angesichts der wirtschaftlichen Lage Ausbildungsplätze anbieten sollen", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). "Aber ein Einbruch bei den Ausbildungsstellen wäre für alle fatal. Deshalb werde ich im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen", so Heil.

"Es wird eine erneute, noch mal deutlich großzügiger als bisher bemessene Ausbildungsprämie geben", sagte der Bundesarbeitsminister. "Ich will, dass deutlich mehr Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, diese Prämie in Zukunft nutzen und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen können."

Israel will 100.000 palästinensische Arbeiter impfen

Die israelische Regierung hat nach Angaben der Palästinensischen Autonomiebehörde zugesagt, rund 100.000 in Israel beschäftigte palästinensische Arbeiter gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Eine entsprechende Vereinbarung sei während eines Treffens zur Corona-Pandemie getroffen worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Auch hätten sich beide Seiten auf eine "technische Zusammenarbeit" zur Bekämpfung der weiteren Virus-Ausbreitung geeinigt.

Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung für die Vereinbarung. Das israelische Gesundheitsministerium teilte jedoch ebenfalls mit, dass ein Treffen zur Corona-Pandemie in Ramallah stattgefunden habe. Dort hat die Palästinensische Autonomiebehörde ihren Sitz.

Söder: Osterurlaub entscheidet sich bis Mitte März

Trotz der aktuell unklaren Perspektiven in der Corona-Krise wegen Virusmutationen sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch Chancen für einen Osterurlaub in diesem Jahr. "Ostern ist noch völlig offen. Der Osterurlaub entscheidet sich in den nächsten drei Wochen", sagte der CSU-Chef am Freitag nach einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und 96 bayerischen Kommunalpolitikern. Wer es jetzt sehr überstürze, "der gefährdet den Osterurlaub mehr als jemand, der es jetzt etwas langsamer angehen lässt". Bei der Konferenz von Bund und Ländern am 3. März könne dies besser eingeschätzt werden.

Derzeit sei Deutschland in einer "hochsensiblen Phase" der Pandemie, sagte Söder. Es sei eine Gratwanderung zwischen Sorgen und Wünschen. Es zeige sich, dass die Infektionszahlen aktuell nur noch leicht sinken würden, zugleich aber der Anteil der nachgewiesenen Infektionen mit Virusmutationen steil steige. Die Politik dürfe deshalb nicht "irgendwelchen kurzfristigen Stimmungen" nachgeben, sondern müsse weiter sorgfältig vorgehen, betonte Söder. "Wir brauchen eine intelligente Öffnungsmatrix, keinen starren Stufenplan, aber eine Öffnungsmatrix, die ein breites Instrumentarium bietet, um entsprechend zu reagieren." Hierzu zähle ausdrücklich auch die Option, auch bei Verschlechterungen schnell reagieren zu können.

Dies beinhalte auch die Möglichkeit für regionale Differenzierungen, wenn die jeweiligen Infektionszahlen deutlich auseinander lägen. In jedem Fall müsse durch eine kluge Steuerung verhindert werden, dass es zu einem Shopping-Tourismus komme, bei dem auch Menschen aus Hotspots in andere Kommunen fahren. Im Handel seien hierfür etwa Öffnungskonzepte mit kleinen Quadratmeterzahlen pro Kunde oder Terminvergaben an Kunden denkbar.

Tschechien verschärft Corona-Maßnahmen

Tschechien verschärft die bestehende Maskenpflicht in allen Innen- und Außenbereichen. Von Montag an muss in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und Krankenhäusern mindestens eine partikelfiltrierende Atemschutzmaske oder eine Nano-Schutzmaske getragen werden. Das kündigte Gesundheitsminister Jan Blatny am Freitag an. Er empfahl das Tragen einer FFP2- oder FFP3-Maske. Erlaubt seien aber auch zwei OP-Masken übereinander.

Auch die geplante Öffnung der Läden soll angesichts steigender Infektionszahlen verschoben werden. Eigentlich war sie für Montag angepeilt. Die Regierung habe sich aber dagegen entschieden und wolle nächste Woche erneut darüber beraten, twittert Industrieminister Karel Havlicek. "Die Pandemielage ist nicht gut, die britische Variante breitet sich weiter aus."

Das Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern verzeichnet die höchste Infektionsrate in Europa. Am Freitag verzeichneten die Behörden 11.553 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Die Regierung macht dafür die Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante verantwortlich.

Bundesregierung beruft Impfstoff-Beauftragten

Die Bundesregierung beruft einen Sonderbeauftragten für die Produktion von Corona-Impfstoff – ein Vertrauter von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) soll den Posten übernehmen. Das stößt in der Union auf gespaltene Reaktionen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn: Entscheidung über Lehrer-Impfungen am Montag

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Montag darüber, ob Grundschullehrer und Erzieher in der Impfpriorisierung weiter vorrücken. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigt dazu einen Vorschlag der Bundesregierung an. Diesen gelte es dann "zügig" umzusetzen, sagt Spahn in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten sich mit Blick auf anstehende Öffnungen von Kitas und Schulen entsprechend positioniert. Am Montag öffnen in mehreren Bundesländern wieder teilweise Grundschulen und Kindergärten. 

RKI warnt vor gefälschten Info-Flyern

Das Robert Koch-Institut warnt vor falschen Informationsblättern zu Corona-Tests. Diese würden vorgeben, aus dem RKI zu stammen, so die Behörde auf Twitter. Das RKI selbst habe aber keinen gedruckten Flyer verteilt.

Niederlande: Parlament stimmt Notgesetz zur Ausgangssperre zu

Im Streit um die coronabedingte Ausgangssperre in den Niederlanden hat die Zweite Kammer des Parlaments im Eilverfahren einem Notgesetz zur Legalisierung der Maßnahme zugestimmt. Eine breite Mehrheit unterstützte am Donnerstagabend in Den Haag einen Gesetzesvorschlag der Regierung.

Die abendliche Ausgangssperre gilt bereits seit Mitte Januar, war aber von einem Verwaltungsgericht am Dienstag für unrechtmäßig erklärt worden. Die Regierung hatte die Ausgangssperre auf Grundlage eines Notgesetzes verhängt, nach Auffassung des Gerichts handelte es sich aber nicht um eine akute Notsituation. Das Gericht hatte mit dem Urteil einer Corona-Protestgruppe recht gegeben.

Die Regierung hatte daraufhin Berufung eingelegt, über die am Freitag verhandelt werden soll. Zugleich hatte sie auch ein neues Gesetz vorgelegt, nach dem die Ausgangssperre in die bereits bestehenden Corona-Regeln integriert werden soll. Das Gesetz muss nun noch von der Ersten Kammer (vergleichbar dem Bundesrat) verabschiedet werden. Das soll ebenfalls am Freitag geschehen. Dort aber hat die Mitte-Rechts-Koalition von Premier Mark Rutte keine Mehrheit.

Biontech/Pfizer-Impfstoff nach erster Dosis zu 85 Prozent effektiv

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer zeigt eine 85-prozentige Wirksamkeit gegen das Coronavirus nach Verabreichung der ersten Dosis, wie die medizinische Fachzeitschrift "The Lancet" unter Berufung auf eine Studie aus Israel berichtet. Die Untersuchung wurde demnach an mehr als 7.000 Beschäftigten im israelischen Gesundheitswesen durchgeführt.

Reiche Länder haben eine Milliarde Impfstoffdosen mehr als benötigt

Menschrechtsaktivisten fordern eine gerechtere Verteilung der Impfstoffe in der Welt. Die reichen Länder hätten künftig über eine Milliarde Dosen mehr als benötigt, ergibt eine Analyse der Organisation ONE Campaign, die sich gegen Armut und verhinderbare Krankheiten einsetzt. Sie hat die aktuellen Lieferverträge für Corona-Impfstoffe untersucht.

"Reiche Länder haben zu Beginn der Pandemie hohe Investitionen in Bezug auf die Sicherung von Impfstoffen getätigt, aber nun ist eine massive Kurskorrektur erforderlich, wenn wir Menschen auf der ganzen Welt schützen wollen", sagt ONE-Campaign-Expertin Jenny Ottenhoff. Nur so könne man die Pandemie auch erfolgreich bekämpfen.

Bundesjustizministerin fordert Verhältnismäßigkeit bei Maßnahmen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht fordert die Länder zur Überprüfung der Verhältnismäßigkeit von Corona-Maßnahmen auf und verweist auf sonst drohende Gerichtsverfahren. "Die Bundesländer müssen prüfen, ob die jetzt geltenden Maßnahmen bei ihnen noch erforderlich sind oder nicht mildere Maßnahmen wie die Durchführung von Tests oder die Anwendung von Hygienekonzepten ausreichen", sagt die SPD-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen". "Begründungspflichtig ist die Anordnung von Einschränkungen und nicht deren Lockerung", ergänzt sie. "Die Gerichte beobachten das sehr genau."

Corona-Schnelltests in Halle: 90 Prozent sind positiv

Seit Donnerstag können sich Einwohner in Halle per Schnelltest kostenfrei auf das Coronavirus testen lassen. Laut dem Radionetzwerk "MDR Sachsen-Anhalt" haben sich so bereits in der ersten Stunde nach Öffnung der Testzentren 40 Menschen einem Schnelltest unterzogen. Das Ergebnis: 90 Prozent der Tests waren positiv. "Viele sind hier, die tatsächlich mit Symptomen herkommen und da ist es auch so, dass die Ergebnisse dann positiv sind", sagte Einsatzleiter Daniel Schöppe dem "MDR Sachsen-Anhalt".

Die kostenlosen Tests sollen zunächst für vier Wochen angeboten werden. Das Land beteiligt sich an den Kosten. Sollte ein Schnelltest positiv sein, so wird mit der gleichen Probe ein PCR-Test durchgeführt. Die Ergebnisse für die positiven Schnelltests am Donnerstag werden demnach am Freitag erwartet.

Biontech/Pfizer wollten 54 Euro pro Impfdosis

Biontech/Pfizer haben der EU ihren Impfstoff im Juni zu weit höheren Preisen angeboten als ihre Mitbewerber. Das zeigen Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Demnach verlangten Biontech/Pfizer 54,08 Euro pro Dosis – bei einer Abnahme von 500 Millionen Dosen. Insgesamt macht das 27 Milliarden Euro. Der Impfstoff, der in Deutschland entwickelt wurde, wäre damit mehr als 20-mal so teuer gewesen wie Impfdosen von Astrazeneca.

Als "unseriös" kritisiert der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, den Preis im Gespräch mit der "Tagesschau". "Ich sehe darin ein Profitstreben, das in der jetzigen Situation der Pandemie in keiner Weise gerechtfertigt ist."

Experte: Britische Variante ab März in den USA vorherrschend

In den USA dürfte ab März die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Virusvariante einem Experten zufolge vorherrschen. Der Leiter des US-Coronaprogramms, Anthony Fauci, spricht zudem von mehreren Monaten Arbeit, bis ein neuer Impfstoff gegen die südafrikanische Variante bereitstehe. Auch diese ist hochansteckend.

Thüringen verlängert Lockdown bis Mitte März

Die Menschen in Thüringen müssen sich auf noch wochenlang anhaltende Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie einstellen. Eine neue Verordnung, die am Freitag in Kraft tritt, sieht eine Verlängerung des Lockdowns mit Kontaktbeschränkungen und Ladenschließungen bis 15. März vor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sei es aber jederzeit möglich, die Geltungsdauer bei Bedarf auch zu verkürzen. Die Verordnung enthält auch Lockerungen.

In Thüringen ist das Infektionsgeschehen weiterhin stärker als in allen anderen Bundesländern. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen stieg am Donnerstag im Freistaat nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Staatskanzlei binnen 24 Stunden von 111,6 auf 119,5. Der Bundeswert lag dagegen bei 57,1. Thüringen ist derzeit das einzige Bundesland mit einem Inzidenzwert über 100.

Fahrschulen sollen der Verordnung nach wieder öffnen dürfen und auch Prüfungen durchführen können. Friseure können ab 1. März ihre Dienste wieder anbieten und Baumschulen, Gartenmärkte, Gärtnereien- und Floristikbetriebe können öffnen. Bei den Kontaktbeschränkungen gibt es Lockerungen für Familien. Mitglieder des eigenen Haushaltes und Menschen, für die ein Sorge- oder Umgangsrecht besteht, dürfen sich etwa treffen. Auch Lockerungen im Bildungssektor sind geplant. Ab Montag sollen Grundschulen und Kindergärten im eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen. Die Klassen fünf und sechs sollen ab 1. März folgen.

Corona-Ausbruch in Leipziger Heim: Fast jeder vierte Bewohner gestorben

Nach einem größeren Corona-Ausbruch in einem Leipziger Pflegeheim ist fast ein Viertel der Bewohner gestorben. Der Ausbruch begann wenige Tage, nachdem es erste Impfungen der Bewohner gegeben hatte, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, ob sich die Menschen vor oder nach dem Impftermin angesteckt haben. Für Corona-Impfungen sind zwei Termine nötig, damit sie ihren vollständigen Schutz entfalten. Zuvor hatte die "Leipziger Volkszeitung" darüber berichtet.

Der Ausbruch habe am 18. Januar begonnen, am 14. begannen die Erstimpfungen. 70 Menschen lebten laut Stadt in dem Pflegeheim. 46 Bewohner und 21 Beschäftigte steckten sich an. 16 Bewohner starben. Das Heim sei unter Quarantäne gestellt worden, die am 10. Februar wieder aufgehoben wurde. Aktuell seien alle Bewohner negativ getestet.

Ursprung der Corona-Pandemie: War es doch ein Laborunfall?

Labor in China: Weltweit gehen Forscher der Frage nach, wo der Ursprung des Coronavirus liegt. (Quelle: imago images/ZUMA Wire)Labor in China: Weltweit gehen Forscher der Frage nach, wo der Ursprung des Coronavirus liegt. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)
Seit mehr als einem Jahr verbreitet sich das Coronavirus überall auf der Welt. Der Ursprung wurde bisher vor allem auf einem Markt im chinesischen Wuhan vermutet. Jetzt zeigt eine neue Studie eine andere Theorie auf. Hier geht es zum Artikel.

Anteil britischer Mutante in Düsseldorf steigt auf über 40 Prozent 

Die Stadt Düsseldorf verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Infektionen mit der sogenannten britischen Corona-Variante. Der Anteil der offenbar hochansteckenden Mutation an den festgestellten Corona-Infektionen wuchs bis zum Donnerstag auf mehr als 40 Prozent, wie die Stadt mitteilte. Am Dienstag hatte er noch 27 Prozent und am Mittwoch 30 Prozent betragen. Parallel stieg auch die Sieben-Tage-Inzidenz von 33,8 auf zuletzt 44,9.

Erst am Mittwoch waren in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Corona-Ausbrüche in einer Kita und in einem Pflegeheim gemeldet worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch den Anteil der zuerst in Großbritannien entdeckten Virusvariante an den Corona-Infektionen in Deutschland auf mehr als 22 Prozent beziffert.

Karl Lauterbach und Hansi Flick haben sich wieder vertragen

Hier geht es zum Artikel.

Hausärzte kritisieren: Stehen seit Wochen zum Impfen bereit

Angesichts des schleppenden Verlaufs der Corona-Impfungen drängen die Hausärzte darauf, bald in die Verabreichung der Vakzine einbezogen zu werden. Alle drei derzeit in Deutschland verfügbaren Impfstoffe seien entgegen ursprünglicher Annahmen für Hausärzte verwendbar und könnten in den Praxen verimpft werden, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der "Augsburger Allgemeinen". Bisher wird vor allem in extra eingerichteten Impfzentren und mit mobilen Teams in Alten- und Pflegeheimen geimpft. 

Weigeldt reagierte damit auch auf Berichte, wonach die Regierung die Corona-Impfungen stärker auf die Hausärzte verlagern will. "In entsprechende Überlegungen des Bundesgesundheitsministeriums, über die die Presse berichtet, wurde der Deutsche Hausärzteverband bislang nicht eingebunden", kritisierte er.

"Seit Wochen stehen Hausärztinnen und Hausärzte in den Startlöchern, seit Wochen signalisieren wir der Politik: Wir sind zum Impfen in unseren Praxen bereit", sagte Weigeldt. Impfen sei seit jeher eine hausärztliche Basisaufgabe. Die Erfahrung mit Modellprojekten etwa in Mecklenburg-Vorpommern zeige, dass die Impfergebnisse dort besser seien, wo Hausärzte aktiv eingebunden würden.

Als Mitarbeiter getarnt: Erneut Impfschwindel in Pflegeheim

In der Oberpfalz haben nach Angaben des Landratsamtes Schwandorf in einem Pflegeheim mindestens 20 nicht berechtigte Personen eine Corona-Impfung erhalten. Wie der Sprecher der Kreisbehörde, Hans Prechtl, am Donnerstag berichtete, habe das Heim die Impfkandidaten als Mitarbeiter ausgegeben, damit die Betroffenen eine Dosis erhielten. Tatsächlich habe es sich nur um Angehörige von Mitarbeitern des Heims gehandelt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Dem Schwandorfer Impfteam war der Schwindel wegen Namensdoubletten aufgefallen, als die Geimpften nachträglich ins Computersystem aufgenommen wurden. "In erstaunlich vielen Fällen sind dabei Familiennamen mehrfach aufgefallen", sagte Prechtl. Durch Recherchen kam dann der Schwindel ans Licht. Das Landratsamt hat den Vorfall den Aufsichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft gemeldet. Diese Stellen müssten nun entscheiden, ob es Konsequenzen gibt, erklärte der Behördensprecher.

Seit einiger Zeit gibt es aus ganz Deutschland Berichte über Vordrängler bei den Impfungen. Insbesondere Kommunalpolitiker hatten sich bereits impfen lassen, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren. In zwei Augsburger Pflegeheimen ließen die Heimleiter ihre Lebenspartner impfen. Auch dort sollen diese fälschlich als Mitarbeiter ausgegeben worden sein. Augsburgs Bischof Bertram Meier hatte sich erst am Mittwoch öffentlich dafür entschuldigt, dass auch er sich eine frühe Impfung gesichert hatte.

Bericht: Britischer Vertrag mit Astrazeneca ähnelt dem der EU

Der Vertrag Großbritanniens mit dem Impfstoff-Hersteller Astrazeneca ähnelt einer Recherche des Senders CNN zufolge dem der Europäischen Union mit dem Unternehmen. In beiden ist dem Bericht vom Donnerstag zufolge eine "Best-Effort"-Klausel enthalten, also die Verpflichtung, sich im besten Sinne um die Einhaltung der vereinbarten Liefermengen zu bemühen. Zuvor war spekuliert worden, dass diese Klausel für die Kürzungen der Lieferungen von Astrazeneca an die EU-Länder verantwortlich sein könnte. In Großbritannien hingegen gab es bislang keine Engpässe.

Brisant an der CNN-Recherche ist zudem die Information, dass eine in Teilen geschwärzte Version des britischen Vertrags bereits seit Ende November online verfügbar sein soll – allerdings unter einem schwer auffindbaren Link. Die britische Regierung hatte dem Sender diesen Link als Antwort auf eine Informationsfreiheitsanfrage zugeschickt, nachdem sie zuvor die Veröffentlichung des Vertrags wiederholt abgelehnt und sogar als nationales Sicherheitsrisiko bezeichnet hatte. Wie und weshalb die bearbeitete Version des Vertrags trotzdem über Monate unbemerkt im Internet stehen konnte, blieb zunächst offen.

Die ungleiche Versorgung Großbritanniens und der EU hatte in den vergangenen Wochen erheblich zu Spannungen zwischen beiden Seiten beigetragen. Astrazeneca-Chef Pascal Soriot hatte die schnelleren Lieferungen an Großbritannien mit dem deutlich früheren Abschluss des Vertrages verteidigt. 

Kommt der Corona-Impfstoff bald durch die Nase?

Alternative zur Spritze: Forscher arbeiten an einer neuen Methode, um die Corona-Impfung zu verabreichen. So soll sie funktionieren. (Quelle: KameraOne)

Lauterbach bekommt Astrazeneca

Karl Lauterbach: Der SPD-Politiker will sich in der kommenden Woche impfen lassen.  (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)
Da Karl Lauterbach in der kommenden Woche als Arzt in einem Impfzentrum arbeitet, wird der SPD-Gesundheitsexperte geimpft – mit einem Impfstoff, über den gerade viel diskutiert wird. Hier geht es zum Artikel. 

Insider: EU fehlen zehn Millionen Impfstoff-Dosen von Biontech/Pfizer

Eine Impfung in der EU: Bislang habe Pfizer etwa 28 Millionen Dosen des Impfstoffs geliefert. (Quelle: imago images/Pixsell)Eine Impfung in der EU: Bislang habe Pfizer etwa 28 Millionen Dosen des Impfstoffs geliefert. (Quelle: Pixsell/imago images)
Die Europäische Union wartet Insidern zufolge auf zehn Millionen Dosen des Covid-Impfstoffs von Pfizer/BioNTech, die eigentlich im Dezember fällig gewesen wären. Damit stehen etwa ein Drittel der bis jetzt erwarteten Lieferungen noch aus, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von EU-Vertretern. Bislang habe Pfizer etwa 28 Millionen Dosen des Impfstoffs an die EU geliefert, wie einer der Vertreter und eine mit dem Vorgang vertraute Person sagten. Das seien etwa zehn Millionen Dosen weniger, als Pfizer versprochen habe, sagte der EU-Vertreter. Pfizer wollte sich mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Lieferpläne nicht äußern. Bei der EU-Kommission war keine Stellungnahme erhältlich.

Animation zeigt überraschenden weltweiten Corona-Trend

Animation zeigt: Weltweit ist ein überraschender Corona-Trend zu beobachten – das steckt dahinter. (Quelle: t-online)

RKI-Zahlen am Donnerstag  

Eine Schutzmaske liegt in einer Schulklasse: Das Robert-Koch-Institut hat am Donnerstag wieder mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet.  (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 10.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Zahlen sind auf dem Niveau der Vorwoche, der Inzidenzwert steigt wieder leicht. Hier geht es zum Artikel.

Die Grafik zeigt, in welchen europäischen Ländern die kumulierten Corona-Fallzahlen seit einem Jahr am höchsten sind. Die Grafik zeigt, in welchen europäischen Ländern die kumulierten Corona-Fallzahlen seit einem Jahr am höchsten sind.

Städte warnen vor überzogenen Erwartungen bei Schnelltests

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor zu hohen Erwartungen an die von der Bundesregierung ab März angekündigten kostenlosen Corona-Schnelltests gewarnt. Die Bürger sollten nicht glauben, dass ab 1. März "überall für alle" die Schnelltests in großer Zahl zur Verfügung stünden, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Aus dem Start der Impfkampagne sei gelernt worden, dass die Beschaffung von Einsatzmitteln gegen das Coronavirus sowie deren Verteilung an viele Millionen Menschen eine "Mammutaufgabe" darstelle. Landsberg plädierte deshalb für einen Stufenplan bei den Schnelltests: "Wenn die Tests noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind, ist es sinnvoll, sich zunächst auf Kitas und Schulen zu konzentrieren", sagte er.

FDP-Fraktionsvize: Merkel und Steinmeier sollten bald geimpft werden

Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel (Quelle: Getty Images/Andreas Gora) (Quelle: Andreas Gora/Getty Images)
FDP-Fraktionsvize Michael Theurer hat eine baldige Impfung von Bundespräsident und Kanzlerin vorgeschlagen, um das Vertrauen der Bürger in die Corona-Schutzimpfungen zu stärken. "Es wäre sicherlich ein sehr positives Signal, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeitnah öffentlich impfen lassen würden. Das wirkt vertrauensbildend", sagte Theurer der "Bild"-Zeitung.

In der Diskussion um die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca sind Ärzte und Immunologen bemüht, Zweifel an dem Vakzin zu zerstreuen. Der Impfstoff sei gut und wirksam, betonten der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch für den Impfstoff geworben, der in der Europäischen Union als bislang einziges Vakzin neben denen von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen ist.

Debatte um Astrazeneca-Impfstoff: Immunologe für dritte Nachimpfung

In der Diskussion um die Wirksamkeit des Astrazeneca-Corona-Impfstoffs schlägt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, eine Nachimpfung mit einem anderen Mittel vor. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Fälle in Physiopraxis – mehr als 400 Menschen in Quarantäne

Nach mehreren Corona-Fällen in einer Physiopraxis in Wedel (Schleswig-Holstein) sind mehr als 400 Menschen als Kontaktpersonen in Quarantäne. Der Weg der Infektionen sei noch unklar, teilte der Kreis am Mittwochabend mit. Bislang seien fünf Mitarbeiter und sechs Patienten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Praxis bleibe zunächst für zwei Wochen geschlossen. 

Kretschmer bleibt dabei: Kein Osterurlaub in diesem Jahr

CDU-Politiker Michael Kretschmer (Quelle: Getty Images/TF-Images) (Quelle: TF-Images/Getty Images)
"Das Virus hat sich nicht verändert. Im Gegenteil: Wir sehen diese Mutation, die wesentlich ansteckender ist. Wir müssen aufpassen, dass wir das, was wir bitter und teuer, auch psychisch schwierig erreicht haben, nicht leichtfertig aufs Spiel setzen", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in der ARD-Sendung "Maischberger. Die Woche". Mit Blick auf Ostern stelle sich die Frage, ob das ganze Land in Bewegung sei und sich alles durchmische oder nicht. "Das wird eine große Auswirkung für den Rest des Jahres haben", warnte Kretschmer.

"Wir haben jetzt die Chance, es auszutreten oder wir werden die nächsten Monate verharren. Das ist auch die Frage, die wir uns Ostern stellen müssen", so der Ministerpräsident. Es tue ihm leid, wenn er Menschen Hoffnungen genommen habe. Er wolle das Gegenteil, sagte Kretschmer. "Dieser Weg wird länger sein. Aber wir werden ihn erfolgreich gestalten können", machte er deutlich.

Kretschmer fügte hinzu: "Dann haben wir die Chance, den Juni, den Juli, den August und dann den September mit großer Freude zu erleben und danach sind wir alle hoffentlich geimpft. Dann ist diese Pandemie sowieso viel kleiner, viel ungefährlicher als jetzt.

Mediziner werben für unbeliebten Astrazeneca-Impfstoff
Der Impfstoff von Astrazeneca: Viele Grippeimpfstoffe haben auch keine höhere Wirksamkeit. (Quelle: Reuters/Clodagh Kilcoyne) (Quelle: Clodagh Kilcoyne/Reuters)

Erst wurden die Lieferengpässe bei Astrazeneca zum Politikum – nun ist der Impfstoff da, aber kaum jemand will ihn. Nur jede elfte Dosis ist bislang gespritzt worden. Woran liegt das? Hier geht es zum Artikel.

Amtsärzte: Schnelltests alleine bringen nichts

Die von der Bundesregierung angekündigte Einführung kostenloser, flächendeckender Corona-Schnelltests stößt bei den Medizinern im öffentlichen Gesundheitsdienst auf Vorbehalte. "Es bringt bei der Pandemie-Bekämpfung nichts, einfach nur viele kostenlose Tests anzubieten", sagt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Es müsse geklärt werden, wie sich bei einem positiven Testergebnis zu verhalten sei. Auch sei offen, bei wem sich diese Personen melden müssten. Bislang gebe es zudem keine Antwort auf die Frage, ob Kinder von infizierten Eltern in die Schule gehen dürften oder ob in diesen Fällen für die ganze Familie Quarantänepflicht gelte.

Corona-Impfungen beim Hausarzt wohl spätestens ab April 

Deutschland soll bald schon rascher impfen können – und das nicht mehr nur in Impfzentren. Das Bundesgesundheitsministerium plant offenbar, Hausärzte und ihre rund 100.000 Praxen ab April mit Impfstoffen zu versorgen. Das berichtet der "Business Insider" unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen pro Arztpraxis im Schnitt 100 Dosen wöchentlich zur Verfügung gestellt werden, geliefert werden soll jeweils am Montag.

Die Dosen sollen von Praxen bis zu vier Wochen im Voraus bestellt werden können. Die Hausärzte sollen auch Hausbesuche durchführen. Steht weniger Impfstoff als bestellt zur Verfügung, sollen die bestellten Mengen in allen Praxen gleichmäßig anteilig reduziert werden, damit es nicht zu einem Wettlauf um Bestellungen komme, schreibt der "Business Insider" weiter.

In manchen Ländern gibt es offenbar aber noch schnellere Pläne: So will die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung 100 bis 120 Arztpraxen so rasch wie möglich zum Impfen bringen. Wenn möglich solle das noch im März geschehen, berichtet die "Berliner Zeitung". Die Kassenärztliche Vereinigung fordert die Impfung in Arztpraxen schon seit langem und mit Nachdruck.

IW-Chef Hüther: Müssen Corona-Tote hinnehmen

Der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat dazu aufgerufen, Todesfälle durch Corona-Infektionen in gewissem Maße hinzunehmen. "Das ist alles nicht schön, aber in der Realität ist es nun einmal so", sagte Hüther am Mittwoch dem Sender n-tv. Hüther wandte sich für die Zukunft gegen an Inzidenzwerten festgemachte Schließungen von Unternehmen, von denen viele im Lockdown keine Perspektive hätten.

"Wir müssen uns gesellschaftlich darauf einrichten, dass mit Impfung und allen anderen Maßnahmen es auch künftig eine Virus-Bedrohung gibt und auch Virus-Sterblichkeit gibt", sagte der Wirtschaftswissenschaftler. Schließlich würden auch andere Gefährdungen von der Gesellschaft hingenommen, "das muss auch hier möglich sein". Andernfalls werde es im Herbst oder Winter immer wieder Debatten über Schließungen geben.

Hüther verwies auf das hohe Alter der meisten Corona-Toten, von denen knapp 90 Prozent 70 Jahre oder älter seien. Diese Todesfälle seien auch durch die bisherige Lockdown-Politik nicht verhindert worden, denn es sei versäumt worden, eine Schutzstrategie für Alten- und Pflegeheime zu entwickeln. Die bisherigen Einschränkungen in der Pandemie hätten lediglich "eine weitere Ausbreitung verhindert".

Die Grafik zeigt die Zahl der kumulierten Corona-Infektionen von Februar 2020 bis Februar 2021 beispielhaft an den Ländern Österreich, Tschechien und Portugal. Die Grafik zeigt die Zahl der kumulierten Corona-Infektionen von Februar 2020 bis Februar 2021 beispielhaft an den Ländern Österreich, Tschechien und Portugal.

EU bestellt bei Moderna und Biontech 600 Millionen Dosen Impfstoff

Corona-Impfung: Die EU hat 300 Millionen Impfstoffdosen bei Biontech/Pfizer nachbestellt.  (Quelle: imago images/Jochen Eckel) (Quelle: Jochen Eckel/imago images)

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Impfstoffdosen des US-Herstellers Moderna ausgehandelt. Dies teilte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel mit. Nach Angaben aus Kommissionskreisen sollen 150 Millionen Dosen dieses Jahr geliefert werden. Zudem besteht eine Option auf weitere 150 Millionen Dosen für 2022.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr zunächst 160 Millionen Impfdosen bei Moderna geordert. Die jetzt nachbestellte Menge kommt hinzu. Der Vertrag wurde am Mittwoch vom Kollegium der Kommissare gebilligt. Nun haben die EU-Staaten einige Tage Zeit, mögliche Einwände zu erheben.

Zudem ist der Vertrag der Hersteller Biontech und Pfizer mit der Europäischen Union über eine Nachbestellung von bis zu 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff endgültig unter Dach und Fach. Die EU-Kommission hatte die Vereinbarung bereits im Januar bekannt gemacht, nun bestätigte das Unternehmen die Bestellung.

Demnach sollen voraussichtlich in diesem Jahr weitere 200 Millionen Dosen Impfstoff an die EU gehen, davon wiederum 75 Millionen im zweiten Quartal. Darüber hinaus besteht eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Die Nachbestellung ergänzt den im vergangenen Jahr geschlossenen Vertrag über die Lieferung von 300 Millionen Dosen. Die mögliche Gesamtmenge steigt damit auf 600 Millionen Dosen. 

Schwedische Regierung bereitet mögliche Lockdown-Maßnahmen vor

 (Quelle: Getty Images/Jessica GOW) (Quelle: Jessica GOW/Getty Images)
Die schwedische Regierung will mit einer neuen Verordnung die Möglichkeit schaffen, größere Teile des öffentlichen Lebens zu beschränken. "Es gibt weiterhin Bedarf, mehrere Maßnahmen zu ergreifen, und es kann aktuell werden, Teile der schwedischen Gesellschaft zu schließen", sagte Sozialministerin Lena Hallengren am Mittwochmorgen auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Insgesamt fünf Vorschläge zu verschärften Corona-Maßnahmen werden nun zur Prüfung an die Behörden geschickt. Darunter sind die Möglichkeiten, unter anderem Geschäfte, Einkaufspassagen, Restaurants und Fitnessstudios schließen zu können. Es sei beunruhigend, dass der Rückgang der Neuinfektionszahlen abgenommen habe, sagte Hallengren. Es bestehe damit ein konkretes Risiko für eine dritte Infektionswelle.

Schweden hatte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus von Beginn an eine ganz andere Strategie gewählt als die meisten anderen europäischen Staaten: Statt strikter Corona-Maßnahmen entschloss sich das skandinavische EU-Land zu einem Sonderweg mit verhältnismäßig moderaten Beschränkungen und Appellen an die Vernunft des einzelnen Bürgers. Mittlerweile sind aber auch in Schweden stärkere Einschränkungen eingeführt worden, sie sind aber nicht so weitgehend wie in Deutschland oder vielen anderen Ländern.

Animation zeigt: Diese Regionen haben die neue Zielmarke schon erreicht

Inzidenzen in Deutschlands Landkreisen: Diese Animation zeigt, wo die neue Grenze von 35 schon erreicht ist – und wo das Ziel noch weit weg ist. (Quelle: t-online)

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisiert Corona-Strategie  

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel: Es sei es erbärmlich, "wie wenig eines der reichsten Länder der Erde – Deutschland – in der Lage ist, seine Schulen und Bildungseinrichtungen digital zu führen." (Quelle: imago images/Reiner Zensen) (Quelle: Reiner Zensen/imago images)
Ämter mit Faxgeräten, Schule ohne Digital-Unterricht: Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisiert den Zustand Deutschlands in der Pandemie scharf. Lobende Worte hat er hingegen für die Geduld seiner Landsleute. Hier geht es zum Artikel. 

Gesundheitsminister Spahn informiert über Mutationen und Schnelltests

Gesundheitsminister Jens Spahn: Er informiert am Mittwoch über die Coronavirus-Mutationen und Schnelltests. (Quelle: imago images/IPON) (Quelle: IPON/imago images)
Die Virusmutationen breiten sich auch in Deutschland aus: Gesundheitsminister Jens Spahn informiert über die aktuelle Lage. In dem kurzfristig angesetzten Statement soll es auch um kostenlose Schnelltests gehen. Hier geht es zum Livestream und Liveticker.

Biontech und Pfizer bestätigen Nachbestellung der EU

Der Vertrag der Hersteller Biontech und Pfizer mit der Europäischen Union über eine Nachbestellung von bis zu 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff ist endgültig unter Dach und Fach. Die beiden Unternehmen meldeten den Abschluss am Mittwoch. Die EU-Kommission hatte die Vereinbarung bereits im Januar bekannt gemacht.

Demnach sollen voraussichtlich in diesem Jahr weitere 200 Millionen Dosen Impfstoff an die EU gehen, davon wiederum 75 Millionen im zweiten Quartal. Darüber hinaus besteht eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Die Nachbestellung ergänzt den im vergangenen Jahr geschlossenen Vertrag über die Lieferung von 300 Millionen Dosen. Die mögliche Gesamtmenge steigt damit auf 600 Millionen Dosen.

WHO: Weltweit immer weniger gemeldete Corona-Infektionen

Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Infektionen geht weltweit weiter zurück. In der vergangenen Woche (bis 14. Februar) waren es noch 2,7 Millionen Neuinfektionen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf berichtete. Das war ein Rückgang um 16 Prozent zur Vorwoche. Anfang Januar wurden der WHO noch mehr als fünf Millionen neue Infektionen pro Woche gemeldet.

Die WHO geht davon aus, dass die Entwicklung auf die strikten Maßnahmen in vielen Ländern zurückzuführen ist, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vergangene Woche sagte. Er verband dies mit einer Warnung: "Jetzt ist für kein Land der richtige Zeitpunkt, um Maßnahmen zu lockern, ebenso nicht für einzelne Menschen, in ihrer Wachsamkeit nachzulassen", sagte er vergangenen Freitag.

Auch die Zahl der gemeldeten Todesfälle geht weiter zurück: Vergangene Woche waren es weltweit noch 81 000, zehn Prozent weniger als in der Woche davor. Mitte Januar waren der WHO noch fast 100.000 neue Todesfälle pro Woche gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 wurden der WHO bis zum 16. Februar dieses Jahres 108,8 Millionen Sars-CoV-2-Infektionen und 2,4 Millionen Todesfälle gemeldet. Vielfach wird eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster Fälle angenommen.

WHO: Britische Corona-Variante schon in 94 Ländern nachgewiesen

Die zuerst in Großbritannien aufgetretene und besonders ansteckende Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mittlerweile 94 Ländern nachgewiesen worden. Die aus Südafrika stammende Virus-Variante hat sich demnach bereits auf 46 Länder ausgebreitet, bei der zunächst in Brasilien und Japan entdeckten Mutante seien es 21 Länder. Anzunehmen ist jedoch, dass Varianten wie die britische Mutante B.1.1.7 sich unbemerkt noch weiter ausgebreitet haben, da nicht jede Ansteckung auch entdeckt und entsprechend registriert wird.

Sorgen bereitet vor allem die britische Mutante, die nach vorsichtigen Schätzungen gut ein Drittel ansteckender ist als das ursprüngliche Virus. Auch für andere Varianten wie die südafrikanische wird eine höhere Übertragbarkeit angenommen, genaue Daten dazu gibt es aber noch nicht.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung dieser Virusvarianten bietet die gleichzeitig zurückgehende Gesamtzahl der Neuinfektionen wenig Anlass zur Entwarnung. In der vergangenen Woche wurden nach WHO-Angaben weltweit 2,7 Millionen zusätzliche Infektionen nachgewiesen. Das seien rund 500.000 Fälle oder 16 Prozent weniger als in der Vorwoche, hieß es.  Bei den Sterbefällen gab es laut WHO einen Rückgang von zehn Prozent auf 81.000 zusätzliche Tote im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Chef-Pathologe: Menschen sterben an, nicht mit Corona

Im Infektionszimmer hält die Mitarbeiterin einer Intensivstation die Hand eines Covid-19-Patienten: Laut dem Chef-Pathologen der Uniklinik Augsburg sind die meisten Corona-Toten an und nicht mit dem Virus gestorben. (Quelle: dpa/Bernd Wüstneck)Im Infektionszimmer hält die Mitarbeiterin einer Intensivstation die Hand eines Covid-19-Patienten: Laut dem Chef-Pathologen der Uniklinik Augsburg sind die meisten Corona-Toten an und nicht mit dem Virus gestorben.

Die meisten Corona-Toten könnten noch leben, hätten sie sich nicht infiziert, sagt der Chef-Pathologe der Uniklinik Augsburg. Tödliche Verläufe betreffen laut Bruno Märkl nicht nur alte oder kranke Menschen. Lesen Sie mehr dazu. 

13 Tote nach Corona-Ausbruch in Kölner Pflegeheim

Eine Seniorin unterzieht sich einem Corona-Test (Symbolbild): In einem Kölner Pflegeheim ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. (Quelle: dpa/Pressedienst Nord)Eine Seniorin unterzieht sich einem Corona-Test (Symbolbild): In einem Kölner Pflegeheim ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. (Quelle: Pressedienst Nord/dpa)

In einem Pflegeheim in Köln ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Fast alle Bewohner sind infiziert – 13 sind bereits gestorben. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Impfstoff von Astrazeneca bleibt in vielen Bundesländern liegen

Nachdem die ersten Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Hersteller hart umkämpft gewesen sind, liegt das Präparat in den Bundesländern nun offensichtlich auf Halde. Bundesweit wurden von 736.800 bislang gelieferten Impfdosen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Dienstag lediglich 64.869 Dosen verimpft. Grund zur Sparsamkeit gibt es jedoch nicht, Nachschub ist bereits am Donnerstag zu erwarten. Insgesamt werden demnach bis einschließlich 1. April rund 5,6 Millionen der Dosen erwartet.

Der Impfstoff von Astrazeneca soll in Deutschland wegen fehlender Daten zur Wirksamkeit bislang nur an unter 65-Jährige verimpft werden. Verunsicherung gibt es offensichtlich aber auch darüberhinaus hinsichtlich der Wirksamkeit des Mittels. Diese liegt mit etwa 70 Prozent um gut 20 Prozentpunkte unter der Wirksamkeit der Impfstoffe von Biontech und Moderna. 

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, äußerte Verständnis etwa für medizinisches Personal, das sich nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen wolle. Zwar sei dieser Impfstoff "genauso sicher wie die anderen", hob er in der "Rheinischen Post" hervor, doch "die geringere Wirksamkeit lässt sich nicht wegdiskutieren". 

Unions-Politiker stellen Lockdown-Beschlüsse infrage

In der Unionsfraktion wächst nach dem Wirtschaftsgipfel bei Minister Peter Altmaier die Kritik an mangelnden Lockerungs-Perspektiven. "Eine Öffnungsstrategie ist überfällig - sowohl in der Sache und auch psychologisch gesehen", sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion Joachim Pfeiffer der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" (Mittwochausgabe). Der CDU-Politiker kritisiert den jüngsten Beschluss der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, einen Inzidenzwert von 35 anzustreben. Mit Hygienekonzepten seien Handel und Gastronomie nicht die Treiber der Pandemie und könnten heute schon wieder öffnen.

Bayerns Innenminister Herrmann verteidigt Grenzschließungen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verteidigt die Schließung der Grenzen zu Tirol und Tschechien. "Wir müssen die Grenzkontrollen solange durchführen, wie es die aktuelle Pandemielage erfordert, um die hochgefährlichen Corona-Mutationen aus Tschechien und Tirol einzudämmen", sagt der CSU-Politiker den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" laut einem Vorab-Bericht. Für systemrelevante Betriebe und Einrichtungen gebe es Ausnahmen von den Einreisebeschränkungen, damit die Maßnahmen für die Wirtschaft "so verträglich wie nur möglich" seien. 

Johnson & Johnson beantragt Impfstoff-Zulassung in der EU 

Mitte März könnte ein vierter Corona-Impfstoff in Europa auf den Markt kommen und den Mangel an Impfstoffen lindern. Wie die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Dienstag mitteilte, hat der US-Hersteller Johnson & Johnson die Zulassung für sein Vakzin beantragt. Die EMA sagte eine schnelle Prüfung zu. Sollte das Gutachten positiv ausfallen, will die EU-Kommission die Zulassung rasch erteilen. "Mehr sichere und wirksame Impfstoffe sind auf dem Weg", schrieb Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter.

Derzeit sind in der EU die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca auf dem Markt. Doch sie sind noch überall in der EU knapp, weil die Produktion erst langsam hochgefahren wird. Von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Zudem hat sie eine Option auf ausreichende Mengen für noch einmal 200 Millionen Personen. Die Besonderheit: Voraussichtlich reicht eine Dosis zur Immunisierung. Alle übrigen derzeit genutzten Vakzine müssen zweimal gespritzt werden.

Sehr hoher Anteil britischer Mutante in Dänemark

In Dänemark weisen 45 Prozent der auf ihre Gensequenz hin untersuchten positiven Coronatests die britische Variante B.1.1.7. des Virus auf. Dieser Wert ergebe sich für die zweite Februar-Woche, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die britische Variante gilt als deutlich ansteckender als das bislang grassierende Coronavirus.

Mexiko will Beschwerde wegen ungleicher Impfstoff-Verteilung einlegen

Mexiko will beim UN-Sicherheitsrat Beschwerde einlegen, weil die Länder weltweit einen ungleichen Zugang zu Corona-Impfstoffen hätten. Ein entsprechendes Schreiben seiner Regierung kündigt der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard für Mittwoch an. 

Grüne drängen auf Verlängerung der Homeoffice-Regelung

Die Grünen drängen auf eine Verlängerung der bis zum 15. März befristeten Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Arbeitgeber verpflichtet, Homeoffice anzubieten. Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte am Dienstag: "Dass inmitten der Pandemie jetzt wieder mehr Menschen von zuhause arbeiten und mehr Arbeitgeber das auch ermöglichen, zeigt, wie überfällig eine rechtliche Regelung war."

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte zuvor eine repräsentative Umfrage veröffentlichte, wonach im Januar wieder fast ein Viertel der Erwerbstätigen (24 Prozent) vorwiegend oder ausschließlich im Homeoffice arbeiteten. Damit wurde fast wieder das Niveau vom April 2020 erreicht, als 27 Prozent aller Beschäftigten von Zuhause aus arbeiteten. Zum Vergleich: Noch im November arbeiteten lediglich 14 Prozent der Erwerbstätigen im Homeoffice.

Ein wichtiger Grund für die zunehmende Nutzung des Homeoffice war der Umfrage zufolge neben den dringenden Empfehlungen von medizinischen Experten die neue Homeoffice-Verordnung der Bundesregierung. Rund ein Drittel der Befragten, die aktuell vorwiegend oder ausschließlich zu Hause arbeiten, gaben an, dass die Regierungsbeschlüsse ein Grund für ihren Wechsel ins Homeoffice gewesen seien – oft, weil ihr Arbeitgeber danach erstmals Heimarbeit ermöglichte.

"Dem Virus ist es egal, ob es im Privaten oder am Arbeitsplatz von einem Infizierten auf den nächsten springt. Deswegen dürfen wir die Arbeitswelt nicht ausklammern, wenn wir den Kampf gegen ein hochansteckendes Virus gewinnen wollen", betonte Göring-Eckardt. Arbeitsminister Heil müsse die Verordnung jetzt verlängern, damit nicht schon im März aller Fortschritt aufs Spiel gesetzt werde.

Island-Reisende müssen künftig negativen Corona-Test vorlegen

Island verzeichnet so gut wie keine neuen Corona-Infektionen mehr – damit das auch so bleibt, verschärft das kleine Land im Nordatlantik noch einmal seine Einreisebestimmungen. Wer per Flugzeug oder Schiff auf die Insel reist, muss ab Freitag einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Das teilte die isländische Regierung am Dienstag mit.

Diese neue Anforderung ändert nichts an den weiteren Regelungen bei der Einreise: Bereits seit Mitte Januar muss sich jeder Passagier bei Ankunft auf Island verbindlich auf das Coronavirus testen lassen. Nach fünf bis sechs Tagen Quarantäne muss dann ein weiterer Corona-Test vorgenommen werden. Wer dabei auf eine der drei als ansteckender betrachteten Virus-Varianten getestet wird, muss sich von Freitag an in einem speziellen Quarantänehotel in Isolation begeben.

Dank seiner abgeschiedenen Lage fernab des Kontinents hat Island auf die Bevölkerung heruntergerechnet die mit Abstand niedrigsten Neuinfektionszahlen in Europa. In den vergangenen vier Tagen wurde niemand auf der Insel mehr positiv auf das Coronavirus getestet. Die Einreisebestimmungen werden von den Isländern als wichtig betrachtet, weil sie als Vorläufer davon angesehen werden, die im Inland geltenden Corona-Beschränkungen umfassend zu lockern.

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister will die strengen Einreiseregeln verlängern. (Quelle: dpa/Tobias Schwarz)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister will die strengen Einreiseregeln verlängern. (Quelle: Tobias Schwarz/dpa)

Spahn will strengere Einreiseregeln verlängern 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die strengeren Regeln für die Einreise aus den sogenannten Virusmutations-Gebieten bis in den März verlängern. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine entsprechende Kabinettsvorlage. Diese soll am Montagabend an die anderen Mitglieder der Bundesregierung verschickt worden sein. 

Demnach will Spahn die Einreise nach Deutschland für weitere 14 Tage beschränken. Dies sei "erforderlich", heißt es den Angaben zufolge in dem Papier. Man dürfe "die hart errungenen Fortschritte der letzten Wochen" nicht durch "eine ungebremste Ausbreitung der Virusvarianten in Deutschland" gefährden. Die ursprüngliche Verordnung von Anfang Februar wäre am Mittwoch ausgelaufen. 

Dies betrifft vor allem Großbritannien, Südafrika und Brasilien, wo neue Mutationen des Coronavirus entdeckt wurden. Aufgrund der hohen Verbreitung dieser Varianten wurden aber auch Portugal, Irland und zuletzt Tschechien und das österreichische Bundesland Tirol entsprechend eingestuft. 

PCR-Test bestätigt Reuls Corona-Testergebnis

Ein sogenannter PCR-Test hat die Corona-Infektion von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bestätigt. Am Montag hatte bereits ein Schnelltest angeschlagen, danach wurde noch ein Test ins Labor geschickt. Wie ein Ministeriumssprecher am Dienstag sagte, hat Reul nur "leichte Erkältungssymptome". Er befinde sich weiter in Quarantäne und führe seine Amtsgeschäfte von zu Hause aus.

Reul ist der erste Minister der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Weil er zuletzt Kontakt mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte, begab auch der sich am Montag in häusliche Quarantäne. Laumann war am Montag nicht positiv getestet worden und arbeitet nach Angaben seines Ministeriums von zu Hause aus.

Betroffen von Reuls Infektion ist auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Sie hatte gemeinsam mit Reul am Donnerstag an einem Pressetermin bei der Kölner Feuerwehr teilgenommen. Reker, die sowieso gerade im Urlaub und zu Hause sei, habe sich in Isolation begeben, sagte eine Stadtsprecherin am Montag. Am Dienstag solle sie getestet werden. Die Feuerwehr hat ebenfalls alle Beteiligten ins Homeoffice geschickt. Auch sie sollen getestet werden.

Gericht hebt Ausgangssperre in Niederlanden auf

Die Ausgangssperre in den Niederlanden ist einem Gericht zufolge unrechtmäßig. Die Richter gaben damit der Klage einer Protestgruppe recht. Die Regel ist ab sofort aufgehoben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Elf Todesfälle in Pflegeheim in Köln

Nahezu alle Bewohner sowie zwei Dutzend Pfleger eines Kölner Pflegeheims haben sich mit Corona angesteckt. Die Einrichtung muss Todesfälle beklagen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Südafrika will eine Million Impfstoff-Dosen zurückgeben

Südafrika fordert laut einem Medienbericht das Serum Institute of India (SII) auf, eine Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs zurückzunehmen. Dies berichtet die Zeitung "Economic Times". Das SII, der weltgrößte Impfstoffhersteller, produziert das Vakzin von Astrazeneca.

Der südafrikanische Gesundheitsminister hatte vergangene Woche erklärt, dass das Land die Einführung des Impfstoffs nach einer klinischen Studie aussetze. Die Studie hatte ergeben, dass das Vakzin bei der im Land vorherrschenden Coronavirus-Variante nur minimalen Schutz gegen leichte bis mittelschwere Erkrankungen bietet.

Arzt verweigert Maske: Staatsanwaltschaft ermittelt

Nach Berichten über einen Hausarzt, der gegen Corona-Hygienregeln verstoßen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ermittlungen aufgenommen. Es bestehe der Anfangsverdacht der versuchten beziehungsweise vollendeten Körperverletzung, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.

Der Mediziner soll weiter Patienten behandelt haben, obwohl er Corona-Symptome hatte – und soll zumindest teilweise keine Maske getragen haben. Der Landkreis hatte die Praxis bereits Ende Januar wegen Hygienemängeln vorübergehend geschlossen.

Das Verhalten des Arztes aus Goldenstedt soll mit dazu beigetragen haben, dass in der vergangenen Woche der Sieben-Tage-Wert im Landkreis Vechta auf mehr als 200 Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern angestiegen war.

Nachweis von britischer Corona-Mutation – Großeinsatz in Hamm

Bei einem Bauarbeiter auf Montage ist die britische Virus-Mutation nachgewiesen worden. Die Polizei riegelte vier Wohnhäuser ab, mehr als 100 Menschen stehen unter Quarantäne. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Corona-Ausbruch in Eisfabrik in Osnabrück

In einer Eisfabrik in Osnabrück sind Berichten zufolge 196 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das meldete zunächst die "Neue Osnabrücker Zeitung". Bei NDR wurde von 170 Fällen berichtet. Vor wenigen Tagen seien bei dem Speiseeis-Hersteller erst ein Dutzend Infektionen gemeldet worden. Die Eisfabrik Froneri selbst bezeichnete den Vorfall im NDR als "pfeilschnelle Ansteckungswirkung, die den Standort voll erwischt" habe. 

Die Produktion stehe für die kommenden zwei Wochen still. Das Gesundheitsamt bemüht sich derzeit um die Nachverfolgung der Kontakte mit den positiv Getesteten. Der NDR berichtete, dass auch die britische Virusmutation B.1.1.7 mehrfach nachgewiesen worden sei. Mehr als 300 Testergebnisse stünden noch aus, alle 850 Mitarbeiter befänden sich in Quarantäne.

Studie: Corona-Infektion schützt erheblich vor erneuter Ansteckung

Eine Corona-Infektion schützt einer Studie aus Österreich zufolge zumeist vor einer erneuten Ansteckung. Nach einem Abstand von ungefähr sieben Monaten zur Erstinfektion hätten Menschen mit einer bereits durchgemachten Sars-CoV-2-Infektion ein um 91 Prozent niedrigeres Risiko für eine Ansteckung aufgewiesen, berichten Forscher um Stefan Pilz von der Med Uni Graz im "European Journal of Clinical Investigation". Die Ergebnisse seien aber noch vorsichtig zu interpretieren, hieß es am Montag von der Universität.

Über 400.000 Menschen in Österreich wurden bisher positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Für die Studie wurden in der zweiten Infektionswelle von September bis November vergangenen Jahres Menschen, die sich in der ersten Infektionswelle (Februar bis April 2020) mit dem Virus infiziert hatten, mit der übrigen österreichischen Allgemeinbevölkerung verglichen.

"Diese Daten zeigen eine sich aufbauende Immunität gegen Sars-CoV-2 in der österreichischen Bevölkerung, wobei wir aktuell noch nicht wissen, inwieweit diese Immunität auch auf diverse Sars-CoV-2-Virusmutationen umzulegen ist, beziehungsweise wie lange und in welcher Stärke dieser Re-Infektionsschutz über größere Zeiträume anhält", betonte Franz Allerberger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages). Weitere Auswertungen über längere Zeiträume sowie von Daten aus anderen Ländern seien erforderlich.

Viele Krankmeldungen nach Corona-Impfung an Kliniken

Im Krankenhaus Emden haben sich 29 Mitarbeiter nach der ersten Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca krank gemeldet, wie NDR 1 berichtet. Demnach soll dort nun der Impfplan geändert werden.

Dem Bericht zu Folge wurden am Wochenende 190 Angestellte geimpft, viele hätten später über Übelkeit, Kopfschmerzen und teilweise sogar hohes Fieber geklagt. Für eine Station habe man das Impfen sogar gestoppt, um handlungsfähig zu bleiben, sagte ein Oberarzt NDR 1. Die Impfreaktionen seien schlimmer ausgefallen als gedacht. Laut NDR 1 traten Nebenwirkungen wie Schüttelfrost und Übelkeit auch beim geimpften Pflegepersonal in einer Oldenburger Klinik auf. Dem Land Niedersachsen seien alle Fälle bekannt. Es gebe derzeit aber keinen Grund, die Impfstrategie grundlegend zu ändern, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums dem Sender.

Die Impfreaktion etwa bei den in Emden berichteten Fällen sei "überhaupt nicht unerwartet", sagte der Erlanger Infektionsimmunologe Christian Bogdan der Deutschen Presse-Agentur. "Die Symptome sind Ausdruck der Immunantwort, die zeigt, dass im Körper tatsächlich etwas nach der Impfung passiert. Die hier genannten Symptome wie Kopfschmerzen oder Fieber entsprechen auch ganz dem, was bereits in Studien publiziert wurde", so Bogdan. Wegen der zu erwartenden Reaktionen auf die Impfung raten Fachleute, künftig nur noch 50 Prozent der Belegschaft am gleichen Tag zu impfen, um den Betriebsablauf zu gewährleisten. Am Klinikum Oldenburg wird deshalb nicht mehr am Wochenende geimpft. Unter der Woche könne bei Bedarf schneller für Ersatz gesorgt werden, hieß es.

Dänemark führt strengere Einreisebeschränkungen für Grenzgebiete ein

Aus Sorge vor mutierten Varianten des Coronavirus verschärft Dänemark seine Einreisevorschriften für Menschen aus den Grenzgebieten. Wer aus Schleswig-Holstein oder den südschwedischen Grenzregionen nach Dänemark einreisen möchte, muss ab Mittwoch neben einem triftigen Einreisegrund auch einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Das gilt auch für Grenzgänger, die ihren Arbeitsplatz oder Wohnsitz in den Gebieten haben, teilte die dänische Regierung mit. Bislang hatte für die Einwohner der Grenzgebiete ein maximal sieben Tage alter negativer Corona-Test gereicht.

Die dänischen Ministerien für Justiz und Gesundheit begründeten den Schritt mit einem in den Grenzgebieten erhöhten Risiko der Ausbreitung der zunächst in Südafrika aufgetauchten Variante. "Es ist wichtig, dass Leute, die im Grenzland wohnen und arbeiten, die Grenze überqueren können", erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. "Es ist aber auch wichtig, Dänemark gegen Virus-Varianten zu beschützen, die eine größere Unsicherheit in der Epidemie schaffen können."

In Dänemark sind die Corona-Zahlen nach den Höchstwerten des Dezembers mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen. Die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen im Land zählt derzeit zu den niedrigsten in ganz Europa. Dennoch befinden sich die Däninnen und Dänen weiter weitgehend im Lockdown. Die dänischen Grenzen sind für die meisten Ausländer seit längerem weitgehend dicht.

Boris Johnson will kein Zurück mehr nach Weg aus dem Lockdown

Der britische Premier Boris Johnson will beim Lockern des aktuell geltenden Corona-Lockdowns Kehrtwenden unbedingt vermeiden. Die Lockerungen sollten "vorsichtig, aber irreversibel" erfolgen, sagte Johnson. Nach etlichen Kehrtwenden und einem mehrfachen Hin und Her zwischen härteren und weicheren Maßnahmen ist die britische Regierung überzeugt, dass der aktuelle Lockdown der letzte sein soll.

Aus Furcht vor der schnellen Ausbreitung gefährlicher Corona-Varianten wollen der Premier und seine Minister daher auf schrittweise Lockerungen in größeren Abständen setzen. Johnson macht allerdings nur für England die Regeln – in Schottland, Wales und Nordirland sind die Regionalregierungen verantwortlich.

Medienberichten zufolge sollen am 8. März die ersten Schülerinnen und Schüler in England wieder vor Ort unterrichtet werden. Die folgenden Schritte könnten etwa erlaubte Outdoor-Aktivitäten sein, bevor danach der Einzelhandel und noch später die Gastronomie geöffnet werden könnten. Abhängig ist dies jedoch auch von wissenschaftlichen Auswertungen dazu, inwieweit sich der Impffortschritt bereits auf die Infektionslage auswirkt. In Großbritannien haben bereits mehr als 15 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung erhalten.

EU ruft Mitgliedstaaten zu Vorsicht vor gefälschten Impfstoffen auf

Die Europäische Union ruft ihre Mitgliedstaaten zu Vorsicht vor gefälschten Impfstoffen auf. Es gebe Berichte, dass Betrüger versuchten, Impfstoffe zu verkaufen, darunter auch falsche Mittel, teilt das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) mit. Ziel sei es, nationale Behörden zu betrügen, die rasch Vakzine zum Schutz ihrer Bevölkerung kaufen wollten.

Die Kontrollen würden nun ausgeweitet, um illegalen Handel mit Impfstoffen zu bekämpfen, teilt die Behörde mit. Die Kontrollen seit März 2020 hätten dazu beigetragen, mehr als 1000 Verdachtsfälle aufzudecken und über 14 Millionen Gegenstände zu beschlagnahmen, darunter fehlerhafte Gesichtsmasken und gefälscht Test-Sets.

Brinkhaus zu Lockerungen: Dürfen keine falschen Hoffnungen machen

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen gewarnt. "Die Öffnungsperspektive kommt dann, wenn wir stabil bei sehr, sehr niedrigen Zahlen sind (...). Und da sind wir noch nicht", sagte Brinkhaus am Montag im rbb-Inforadio.

Man sei immer noch signifikant über 50, geschweige denn bei den 35, die der Deutsche Bundestag im Infektionsschutzgesetz definiert habe. Deshalb dürfe man keine falschen Hoffnungen machen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 58,9. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen.

Kritik für seine Aussagen erhielt Brinkhaus prompt von der FDP. "Herr Brinkhaus sprach im Bundestag noch davon, wie sehr der Lockdown uns alle zermürbt. Jetzt beteiligt auch er sich an den Durchhalteparolen", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus. Man müsse den Menschen endlich eine Perspektive bieten.

Etwa 100 Faschingsnarren ohne Hygiene-Regeln bei Faschingsfeier

In einem Ortsteil der Stadt Marienberg im sächsischen Erzgebirgskreis haben sich mehrere Personen ohne Beachtung von Hygienemaßnahmen zum Ski-Fasching versammelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es Hinweise, dass es sich dabei um etwa 100 Menschen gehandelt habe. Die Feier am Sonntagnachmittag sei ohne Mund-Nasen-Bedeckungen und ohne Einhalten der Abstandsregeln abgehalten worden.

Mit dem Eintreffen der Polizei konnte ein Großteil der Feiernden die Veranstaltung zügig auf ihren Skiern verlassen. Die genaue Personenanzahl könne deshalb nicht bestätigt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Nichteinhaltung der sächsischen Corona-Schutzverordnung.

Osnabrück bietet kostenlose Corona-Schnelltests an

Die Stadt Osnabrück bietet von Montag an kostenlose Corona-Schnelltests an. Erreicht werden sollen mit dem Angebot vor allem diejenigen Menschen, die beruflich einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind – etwa Kassierer, Lehrkräfte, Erzieher oder Schüler in Abschlussklassen.

Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Bürger, die in Osnabrück wohnen oder dort arbeiten. Nach Angaben des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes gibt es keine anderen Städte oder Landkreise in Niedersachsen, die kostenlose Tests in dem Umfang wie Osnabrück anbieten. Getestet werden soll mit Antigen-Schnelltests. Pro Woche könnten so laut Stadtverwaltung zwischen 1.000 und 1.500 Menschen getestet werden. Termine für Abstriche werden online angeboten.

USA: Zahlen gehen leicht zurück

In den USA geht die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Die Behörden meldeten am Sonntag 64.194 neue Fälle, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Montagmorgen (MEZ) hervorging. Am Sonntag der Vorwoche waren noch 89.581 neue Infektionen gemeldet worden. Der bisherige Tagesrekord war am 2. Januar mit 300.282 neuen Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.

Auch die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Ansteckung ging im Wochenvergleich zurück. Sie lag laut JHU am Sonntag bei 1.084. Am gleichen Tag der Vorwoche waren 1.305 Todesfälle gemeldet worden. Der bisherige Höchstwert wurde am 13. Februar mit 5.443 Toten verzeichnet.

Britische Virusmutation in Neuseeland nachgewiesen

In Neuseeland ist erstmals die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante festgestellt worden. Zwei von drei in der Metropole Auckland registrierten Infektionen gingen auf die Mutante zurück, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Montag mit. Das Ergebnis einer Sequenzierung des Erregers bei dem dritten Infektionsfall stehe noch aus. Wegen der Entdeckung der Fälle am Sonntag hatte Premierministerin Jacinda Ardern einen dreitägigen Lockdown für die größte Stadt des Landes angeordnet.

Bisher sei kein Zusammenhang zwischen den auf der Mutante basierenden Infektionsfällen und anderen Corona-Fällen in Neuseeland festgestellt worden, erklärte das Gesundheitsministerium. Alle drei Infizierten gehören demnach derselben Familie an. Wie die Variante nach Neuseeland kam, ist den Behörden zufolge noch unklar.

Immer mehr Menschen wenden sich an die Telefonseelsorge

Mehr Menschen wenden sich im Lockdown an die Telefonseelsorge. Im ersten Monat dieses Jahres seien mehr als 6.200 Seelsorge- und Beratungsgespräche mehr geführt worden als im Vorjahreszeitraum, berichtete die "Bild". Demnach haben sich im Januar 87.144 Menschen an die Krisenhelfer gewandt. Besonders groß war die Zunahme dem Bericht zufolge im November des vergangenen Jahres mit einem Plus von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie in der Osterwoche mit einem Plus von 25 Prozent. Der Anteil der Menschen, die wegen Einsamkeit anriefen, habe sich um 20 Prozent erhöht.

"Die gesamte Gesellschaft steht zunehmend unter Druck", sagte der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Alfred Bauer, der Zeitung. Der Lockdown isoliere auch Gruppen, die unter normalen Umständen kaum Probleme mit Einsamkeit hätten: Schüler, Studenten, Azubis, Gastronomen und Alleinerziehende. Er warnte: "Wenn diese Lockdownphase noch länger andauert, wird die Gesamtsituation für viele unerträglich."

Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Marcus Weinberg (CDU), forderte einen Krisengipfel der Bundesregierung zum Thema Einsamkeit. "Es braucht eine Strategie mit einem kurzfristigen Aktionsplan zur Bekämpfung der Einsamkeit", sagte Weinberg der Zeitung. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Katja Mast, warnte, Einsamkeit sei "keine individuelle, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung". Dauerhafte Einsamkeit mache krank. "Deshalb müssen wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass niemand übersehen wird", sagte sie der "Bild".

Günther: Neues Inzidenzziel von 35 irritiert die Menschen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat deutliche Kritik an den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern geübt. So habe es seitens des Bundes zu wenig Vorschläge für eine Öffnungsstrategie gegeben. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Scholz: Impfungen sollten auch bei Haus- und Betriebsärzten möglich sein

"Ich möchte nicht erleben, dass wir plötzlich Millionen Impfdosen haben, die nicht verimpft werden", sagt Vize-Kanzler Olaf Scholz in der ARD. "Das müssen wir auf jeden Fall verhindern." Deswegen sollten auch Haus- und Betriebsärzte bei der Impfung von Menschen einbezogen werden.

Söder: Ohne Mutationsausbreitung werden Einschränkungen schnell fallen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagt in der ARD, es werde "sehr schnell Öffnungsschritte" geben, sollten sich die Corona-Mutationen nicht stark in Deutschland ausbreiten. Die neue Koppelung für Öffnungen von Unternehmen an eine niedrigere Inzidenz von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche sei als Puffer gegen Mutationen gedacht gewesen. Sollten sich die Mutationen allerdings in der Fläche ausbreiten, würden sich viele Pläne nach hinten verschieben.

England führt "Rote Liste" ein

Wer aus 33 Ländern einer "Roten Liste" nach England einreist, muss sofort für zehn Tage in ein Hotel in Quarantäne. Die Maßnahme soll das Land vor einer Verbreitung von Corona-Varianten schützen und tritt an diesem Montag in Kraft. Aus Europa ist nur Portugal betroffen, dazu kommen alle südamerikanischen Länder sowie Staaten des südlichen Afrikas und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Alle anderen Einreisenden, also auch die aus Deutschland, müssen sich weiterhin zehn Tage nach Ankunft selbst isolieren. Neu ist für alle, dass sie zusätzlich zu einem Corona-Test vor der Abreise nach Großbritannien nun auch zwei Tests im Land machen müssen - spätestens am 2. und frühestens am 8. Tag nach Einreise. Dafür werden 210 Pfund (240 Euro) für jeden fällig, der Nachweis über die Terminbuchung muss bei Ankunft vorgezeigt werden.

Studie aus Israel: Biontech-Impfstoff "extrem effektiv"

Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer ist einer israelischen Studie zufolge "extrem effektiv". Die Gesundheitsorganisation Clalit erklärte, die Corona-Infektionen, bei denen Symptome auftreten, seien nach der Verabreichung von zwei Impfstoff-Einheiten um 92 Prozent gesunken. Dies habe eine Auswertung unter 600.000 Personen ergeben. Zwar hätten schon klinische Studien eine hohe Wirksamkeit des Vakzins gezeigt. Jetzt sehe man aber, dass dies auch "in der realen Welt" so sei.

Tschechien verhängt für 14 Tage neuen Corona-Notstand

Tschechien verhängt wegen der dramatisch hohen Corona-Infektionszahlen nun doch erneut einen Notstand. Er gelte von Montag an für 14 Tage, teilte die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis am Sonntag mit. Man entspreche damit einer Bitte der Vertreter aller 14 Verwaltungsregionen einschließlich der Hauptstadt Prag.

Seit Beginn der Pandemie gab es in dem Land mit gut zehn Millionen Einwohnern mehr als eine Million bestätigte Corona-Infektionen und 18.143 Todesfälle. Nach den jüngsten Zahlen der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es in Tschechien innerhalb von 14 Tagen rund 915 Infektionen je 100.000 Einwohner; das entspricht gut dem Fünffachen des deutschen Werts (177).

Der Corona-bedingte Ausnahmezustand sollte eigentlich in der Nacht zum Montag auslaufen. Mit ihrer Entscheidung stellt sich die Regierung gegen den Willen des Parlaments, das eine Verlängerung des seit Oktober geltenden Notstands am Donnerstag abgelehnt hatte. Die Entscheidung könnte vor dem Verfassungsgericht landen.

Erneuter Impfstoff-Rückschlag für Sanofi

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff muss der französische Pharmakonzern Sanofi einen erneuten Rückschlag einstecken. Das mit dem US-Partner Translate Bio entwickelte Vakzin werde in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen, sagte der Chef des Arzneimittelherstellers, Paul Hudson, der Zeitung "Le Journal du Dimanche". Bislang war Sanofi davon ausgegangen, dass eine Zulassung schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 möglich sei.

Klinische Studien sollten noch in diesem Quartal beginnen. "Dieser Impfstoff wird nicht in diesem Jahr fertig sein, aber er könnte zu einem späteren Zeitpunkt von Nutzen sein – umso mehr, wenn der Kampf gegen Mutationen weitergeht", sagte Hudson. Die Nachricht ist ein weiterer Rückschlag für Sanofi. Das Unternehmen kämpft bereits mit einer Verzögerung bei seinem anderen Covid-19-Impfstoffkandidaten, für das es sich mit der britischen GlaxoSmithKline zusammengetan hat.

Schon mehr als 50 Millionen US-Amerikaner sind geimpft 

Die Corona-Impfungen in den USA haben die Marke von 50 Millionen überschritten. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Die Angaben beziehen sich sowohl auf den Impfstoff von Moderna als auch auf den von Pfizer/Biontech. Knapp 70 Millionen Dosen seien landesweit ausgeliefert worden. Nach CDC-Angaben haben rund 37 Millionen Menschen mindestens eine Dosis erhalten, über 13 Millionen bereits die zweite. Rund 5,7 Millionen Impfungen wurden demnach in Pflegeeinrichtungen verabreicht.

Die USA sind das am stärksten von der Pandemie betroffene Land. Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen erhöhte sich zuletzt um fast 100.000 auf 27,56 Millionen. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöhte sich um mindestens 5444 auf 481.258.

Japan lässt fünf Monate vor Olympischen Spielen ersten Corona-Impfstoff zu

Rund fünf Monate vor dem geplanten Termin für die Olympischen Sommerspiele in Japan haben die Behörden in dem Land den ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Der Gesundheitsminister habe dem Vakzin von Biontech/Pfizer am Sonntag eine Sonderzulassung erteilt, teilte das Büro von Ministerpräsident Yoshihide Suga im Online-Dienst Twitter mit. Bereits am Mittwoch soll mit der Verimpfung des Präparats begonnen werden.

Zunächst sollen 10.000 bis 20.000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens die Impfung erhalten. Weitere Ärzte und Pflegekräfte sowie ältere Menschen sollen ab April Zugang zu den Impfungen bekommen.

Die für 2020 geplanten Olympischen Sommerspiele waren wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Trotz der weltweiten Infektionslage hält die Regierung in Tokio daran fest, die Spiele im Juli und August dieses Jahres abzuhalten. Die Olympia-Organisatoren wollen die Athleten und anderen Teilnehmer dazu anhalten, sich vor den Wettbewerben gegen das Coronavirus impfen zu lassen - eine Pflicht soll es aber nicht geben.

Kretschmer dämpft Hoffnung auf Osterurlaub

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht keine Chance, dass die Deutschen an Ostern in den Urlaub fahren können. Zu groß sei das Risiko, dass die Pandemie wieder an Fahrt gewinnt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Neuseeland verhängt Lockdown über Millionenstadt Auckland

Neuseeland verhängt nach den ersten lokal übertragenen Corona-Neuinfektionen seit Ende Januar einen neuen Lockdown über Auckland. Die Menschen in der größten Stadt des Landes müssten für drei Tage zu Hause bleiben, erklärte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Nur für Ausnahmen wie Einkäufe und den Weg zur Arbeit dürften sie raus. Neuseeland hatte zuvor mit drei lokal übertragenen Fällen die ersten Corona-Neuinfektionen seit Ende Januar gemeldet.

Laut Chris Hipkins, dem Minister für Corona-Maßnahmen, handelt es sich bei den Betroffenen um ein Paar samt Tochter in der Millionenstadt Auckland. Es wird nun getestet, ob die Infektionen von einer der neuen und besonders ansteckenden Corona-Varianten ausgelöst wurden. Vor den Fällen im Januar hatte Neuseeland über Monate keine lokal übertragenen Corona-Infektionen verzeichnet.

Schnellverfahren in der EU für Impfstoffe angekündigt

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat ein Schnellverfahren für die Anpassung bereits zugelassener Corona-Impfstoffe an Virus-Mutationen angekündigt. "Wir haben nun entschieden, dass ein Impfstoff, der vom Hersteller auf der Basis des bisherigen Vakzins zur Bekämpfung neuer Mutationen nachgebessert wurde, nicht mehr den ganzen Zulassungsprozess durchlaufen muss", sagte Kyriakides der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). "Es wird also schneller gehen, geeignete Impfstoffe verfügbar zu haben, ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen."

Der Kommissarin zufolge sollen bis Ende September mindestens 700 Millionen Dosen für die doppelte Impfung zur Verfügung stehen. Das sei mehr als genug für 70 Prozent der EU-Bevölkerung. Bis Ende Juni stünden 300 Millionen Dosen der bislang drei zugelassenen Impfstoffe für mehr als ein Drittel der EU-Bürger bereit. "Diese Zahl könnte sich sogar noch erhöhen, wenn der Impfstoff von Johnson&Johnson hinzukommt", sagte Kyriakides. Die europäische Impfstrategie sei ein Erfolg. Diese war in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten, da Länder wie die USA, Großbritannien und Israel deutlich schneller bei der Immunisierung ihrer Bevölkerung vorankommen.

Sanofi scheitert auch mit zweiten Impfstoff

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff muss der französische Pharmakonzern Sanofi einen erneuten Rückschlag einstecken. Das mit dem US-Partner Translate Bio entwickelte Vakzin werde in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen, sagte der Chef des Arzneimittelherstellers, Paul Hudson, der Zeitung "Le Journal du Dimanche". Bislang war Sanofi davon ausgegangen, dass eine Zulassung schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 möglich sei.

Der Kandidat basiert auf der neuartigen mRNA-Technologie, die auch Pfizer und BioNTech sowie Moderna für ihre bereits zugelassenen Impfstoffe nutzen. Klinische Studien sollten noch in diesem Quartal beginnen.

Die Nachricht ist ein weiterer Rückschlag für Sanofi. Das Unternehmen kämpft bereits mit einer Verzögerung bei seinem anderen Covid-19-Impfstoffkandidaten, für das es sich mit der britischen GlaxoSmithKline zusammengetan hat. 

Hoffnung auf schnelle Zulassung von Corona-Selbsttests

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hofft darauf, noch im März Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch zuzulassen. "Aktuell gehen wir auf Basis der bislang vorliegenden Antragsunterlagen davon aus, dass wir die ersten Sonderzulassungen Anfang März erteilen können", sagte ein Sprecher der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Demnach gibt es Anträge für bis zu 30 verschiedene Produkte, mit denen sich jeder binnen einer Viertelstunde selbst testen kann.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich am Freitag vorsichtig zu solchen Tests geäußert. Die Politik ermögliche den Einsatz dieser Tests, aber für eine Zulassung komme es auf die Qualität an, sagte er. Denn wenn sie viele falsch negativen Ergebnisse liefern sollten, "dann steckt darin auch ein Risiko". Infizierte Menschen könnten in der Annahme, nicht infiziert zu sein, andere anstecken. 

Corona-Demos in Wien

Trotz eines Demonstrationsverbots sind nach Polizeiangaben bis zu 2000 Menschen in Wien gegen die Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich am Samstag unter anderem vor der Karlskirche zu einem "Spaziergang" und forderten den Rücktritt von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Die Polizei erstattete nach eigenen Angaben mehrere hundert Anzeigen, weil Teilnehmer die vorgeschriebenen Mindestabstände nicht einhielten oder sich weigerten, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die Behörden hatten sechs für das Wochenende angemeldete Corona-Kundgebungen verboten, nachdem es in der Vergangenheit bei Protesten immer wieder zu massiven Verstößen gegen die Corona-Regeln gekommen war.

Italien verschärft Tests für Reisende aus Österreich

Im Kampf gegen neue Varianten des Coronavirus erlässt Italien für Einreisende aus Österreich verschärfte Regeln mit Mehrfach-Tests und Quarantäne. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag in Rom mit. Damit wolle Italien sich besonders gegen südafrikanische Virusmutanten schützen, die in Österreich zirkulierten, schrieb der Politiker auf Facebook. Die Verschärfung trete ab Sonntag in Kraft. Lesen Sie mehr hier

Britische Corona-Variante in mehr als jeder vierten Probe in Dänemark

Die zunächst in England aufgetretene Variante des Coronavirus findet sich in Dänemark mittlerweile in mehr als jeder vierten analysierten Corona-Probe. Das geht aus vorläufigen Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervor. Demnach wurde die Variante B.1.1.7 in 28,5 Prozent der bis Freitag sequenzierten Stichproben aus der ersten Februar-Woche nachgewiesen. Zum Vergleich: In der Woche davor lag der Anteil noch bei vorläufig 20,3 Prozent, zum Jahreswechsel lediglich bei 2,1 Prozent. Die Zahlen werden laufend aktualisiert und können sich somit noch ändern.

Erstmals war die britische Virusvariante in Dänemark in Stichproben vom 14. November nachgewiesen worden. Laut SSI herrscht Einigkeit darüber, dass die Mutante ansteckender ist als andere Typen des Coronavirus Sars-CoV-2. Die Sorge vor Varianten wie dieser ist auch der Hauptgrund dafür, warum beim nördlichsten deutschen Nachbarn trotz rückläufiger Corona-Zahlen weiter strikte Lockdown-Maßnahmen gelten.

Bisher wurde B.1.1.7 bei 1.859 Menschen in Dänemark nachgewiesen. Sie wurde in 5,4 Prozent der bisher sequenzierten Stichproben entdeckt. Das SSI schätzt, dass B.1.1.7 vermutlich noch im Laufe des Februars die dominierende Virus-Variante sein wird.

Nach Lockerungen: Großer Andrang in polnischen Skigebieten

Während andere Länder ihre Corona-Regeln verschärfen, hat Polen probeweise eine Lockerung für den Wintertourismus erlaubt. Prompt meldeten die Skigebiete zu Beginn des Wochenendes einen regelrechten Ansturm auf Lifte und Hotels, vor allem in der Hohen Tatra im Süden des Landes. In Zakopane zum Beispiel seien praktisch alle Unterkünfte ausgebucht, berichtete der Fernsehsender TVP Info am Samstag unter Berufung auf örtliche Hoteliers.

Schon unmittelbar nach der Lockerungs-Ankündigung hätten Hotels eine große Zahl von Reservierungen gemeldet, erklärte Agata Wojtowicz, die Regionalchefin der Handelskammer für die Hohe Tatra, dem TV-Sender. Auch aus anderen Wintersportorten wurden hohe Buchungszahlen gemeldet.

Das schöne Wetter und die Freude über vorsichtige Lockerungen nach langen pandemiebedingten Einschränkungen ließen die Polen in so großer Zahl in die Skigebiete strömen, dass sich lange Staus auf den Straßen in Richtung der Skigebiete bildeten. Der bevorstehende Valentinstag und ein angekündigter Skisprungwettbewerb in der Region hätten das Touristen-Interesse noch zusätzlich verstärkt, sagte Wojtowicz. Die Hotels und Pensionen dürfen zwar seit Freitag wieder Touristen beherbergen, aber gemäß Corona-Beschränkungen nur bis zu einer maximalen Auslastung von 50 Prozent.

Impfung im längsten Plattenbau Deutschlands

Im Wohnkomplex "Lange Lene" in Leipzig werden rund 200 Senioren gegen Corona geimpft. Das Projekt könnte als Vorbild für andere mobile Impfmöglichkeiten werden. Hier lesen Sie Details.

Erste Strafanzeigen wegen Vorfällen an NRW-Impfzentren

Die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen werden besonders geschützt. Dennoch ist es offenbar mehrmals zu Verstößen rund um die Hallen gekommen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Schwerstbehindertes Kind bei Impfung mit hoher Priorität

Ein schwerstbehindertes Mädchen aus Frankfurt muss in der Impfreihenfolge bevorzugt werden. Das hat das Verwaltungsgericht entschieden. Lesen Sie hier mehr.

Deutsche leiden unter Pandemie mehr als zuvor

Das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit der Menschen in Deutschland leiden einer Befragung zufolge zusehends unter den Lockdown-Auswirkungen – mehr als im Zuge der Maßnahmen im Frühjahr. Zu diesem Zwischenergebnis kommen Forscher der Universität des Saarlandes, die seit einem Jahr die psychischen und sozialen Folgen der Pandemie untersuchen. 1.500 Frauen und Männer beteiligen sich regelmäßig an den Befragungen für die Analyse "Alles anders?".

Die Einschätzung der Gesellschaft habe sich "drastisch verändert", sagte Forschungsgruppenleiterin Dorota Reis der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Während die Teilnehmer und Teilnehmerinnen anfangs berichteten, dass die Gesellschaft zusammenrücke, schätzten sie das Verhalten nun als "eher egoistisch und auseinanderdriftend" ein.

"Die Lebenszufriedenheit ist deutlich zurückgegangen, Sorgen, Stress und Depressivität sind gestiegen", sagte Reis. Im Frühjahr sei nach den Lockerungen recht schnell eine Besserung eingetreten. "Ob das dieses Mal auch so sein wird, wissen wir noch nicht."

In der Studie geht es darum, was die Menschen in der Corona-Krise beschäftigt, wie sie ihren Alltag bewältigen und wie sich die Beziehungen zu Mitmenschen verändern. In den nächsten Monaten soll auch untersucht werden, ob die Pandemie unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Personengruppen hat und wie sich Stimmung und Persönlichkeit langfristig entwickeln.

Hunderte Bundeswehrsoldaten wohl bei Impfung vorgezogen

Seit Anfang des Jahres sind offenbar Hunderte Bundeswehrsoldaten bereits gegen das Coronavirus geimpft worden, obwohl sie laut der festgelegten Impfreihenfolge noch nicht dafür vorgesehen waren. Das berichtet der "Spiegel". Die Soldaten erhielten übrig gebliebene Dosen in den Impfzentren, in denen die Truppe aushalf. Der Impfstoff hätte sonst vernichtet werden müssen.

Genaue Zahlen über die außerhalb der Reihenfolge geimpften Soldaten gibt es nicht. Das Sanitätskommando bestätigte dem Magazin allerdings, dass von den rund 3.800 bereits geimpften Soldaten insgesamt nur etwa 2.100 wegen ihrer Tätigkeit in kritischen Bereichen wie den Bundeswehr-Krankenhäusern oder als Sanitäter mit Impfdosen versorgt wurden.

Die Bundeswehr-Führung hatte alle Soldaten, die bei der Corona-Hilfe eingesetzt sind, mündlich zur Annahme von Impfresten ermutigt. Anfang Februar stellte ein Generalarzt der Truppe dann in einer formellen Weisung klar, dass eine solche Impfung "außerhalb der Bundeswehr" dienstrechtlich völlig in Ordnung sei.

Ein prominentes Beispiel für eine der vielen Reste-Impfungen bei der Bundeswehr ist der Chef der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz. Bei einem Truppenbesuch eines Impfzentrums in Berlin-Schönefeld an einem Nachmittag Ende Januar boten die Ärzte dem Dreisterne-General spontan eine Impfung an, da sie noch Dosen übrig hatten, aber nicht mehr genug Impfkandidaten vor Ort waren.  

Drastischer Rückgang in China

China meldet einen Rückgang der Corona-Infektionen. Die Zahl sei von zwölf auf acht gesunken, wie die Nationale Gesundheitskommission am Samstag mitteilte. Dabei handele es sich ausschließlich um importierte Fälle. Im Januar gab es in der Volksrepublik den größten Ausbruch seit März 2020, der sich zunächst auf die nordöstliche Provinz Hebei konzentrierte, die die Hauptstadt Peking umgibt.

Danach breiteten sich die Infektionen auf die nordöstlichen Provinzen Heilongjiang und Jilin aus. Die Daten der vergangen Tage deuten jedoch darauf hin, dass China die Lage in den Griff bekommen hat - rechtzeitig zum Chinesischen Neujahrsfest.

Britische Mutation breitet sich in Dänemark aus

Die zunächst in England aufgetretene Variante des Coronavirus findet sich in Dänemark mittlerweile in mehr als jeder vierten analysierten Corona-Probe. Das geht aus vorläufigen Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervor. Demnach wurde die Variante B.1.1.7 in 28,5 Prozent der bis Freitag sequenzierten Stichproben aus der ersten Februar-Woche nachgewiesen. Zum Vergleich: In der Woche davor lag der Anteil noch bei vorläufig 20,3 Prozent, zum Jahreswechsel lediglich bei 2,1 Prozent. Die Zahlen werden laufend aktualisiert und können sich somit noch ändern.

Erstmals war die britische Virus-Variante in Dänemark in Stichproben vom 14. November nachgewiesen worden. Laut SSI herrscht Einigkeit darüber, dass die Mutante ansteckender ist als andere Typen des Coronavirus Sars-CoV-2. Die Sorge vor Varianten wie dieser ist auch der Hauptgrund dafür, warum beim nördlichsten deutschen Nachbarn trotz rückläufiger Corona-Zahlen weiter strikte Lockdown-Maßnahmen gelten.



Viele wollen bei Corona-Tests helfen

Knapp 4500 freiwillige Helfer hat die Bundesagentur für Arbeit bisher für Corona-Schnelltests in Altenheimen an die Kommunen vermittelt. Das teilte eine Sprecherin der Behörde der "Rheinischen Post" (Samstag) mit. Der Bedarf der Kommunen sei aber noch deutlich größer, hieß es. Die Corona-Schnelltests, die die 4519 freiwilligen Helferinnen und Helfer unter anderem durchführen sollen, sollen in den Heimen deutlich intensiviert werden.

Die Freiwilligen erhalten den Angaben zufolge 20 Euro pro Stunde und können bei der Vermittlung drei bevorzugte Einsatzorte nennen. Die Arbeitsagentur hat eine Hotline und eine Internetseite eingerichtet, um freiwillige Helfer für die Corona-Schnelltests in den Heimen zu gewinnen.

Probleme bei Impfungen in Brasilien

Die Impfkampagne gegen das neuartige Coronavirus in Brasilien ist aufgrund von Lieferengpässen ins Stocken geraten. In mehreren Städten und Regionen kam es zu Verzögerungen, zum Teil mussten die Impfungen sogar ganz eingestellt werden. In Rio de Janeiro reicht der Impfstoff-Vorrat noch bis Samstag, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. Sollte nächste Woche kein Nachschub eintreffen, müssten die Impfungen ausgesetzt werden.

Rio de Janeiro ist Brasiliens zweitgrößte Stadt und weist mit fast 20.000 Corona-Toten landesweit die höchste Opferzahl auf. Zwei Städte im gleichnamigen Bundesstaat, Niteroi und São Goncalo, mussten die Impfungen in dieser Woche wegen fehlender Vakzine schon für mehrere Tage aussetzen.

EMA startet Schnell-Prüfverfahren für Impfstoff von Curevac

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers Curevac gestartet. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Die Entscheidung beruhe auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird nach Angaben der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Die Behörde bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden Daten und Ergebnisse laufend geprüft, auch wenn die Testreihen noch nicht abgeschlossen sind und auch kein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen, aber ebenso sorgfältig, wie die EMA mitteilte. Wie lange die Prüfung dauern werde, ist unklar.

Sobald genug Beweise für die Wirksamkeit des Impfstoffes vorliegen, kann der Hersteller die Marktzulassung in der EU beantragen. Die Experten der EMA geben dazu eine Empfehlung ab. Formal entscheidet dann die EU-Kommission. Zurzeit laufen zwei weitere Prüfverfahren von Impfstoffen. Bisher sind in der EU drei Impfstoffe zugelassen.

Vivantes-Klinikum in Berlin-Spandau nimmt kaum noch Patienten auf

55 Fälle von Corona-Mutationen: Vivantes hat reagiert und verhängt einen Aufnahmestopp für die Klinik Spandau. Ausnahmen gibt es für psychiatrische und Schlaganfallpatienten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wegen Virusvarianten: Schärfere Einreiseregeln auch für Slowakei

Neben Tschechien und Tirol in Österreich gelten auch für die Slowakei wegen der Corona-Pandemie ab Sonntag verschärfte Einreiseregeln. Die Bundesregierung stufte das EU-Land am Freitag als Gebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen ein, wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte. Damit gilt dann auch für die Slowakei ab Sonntag, dass Fluggesellschaften sowie Bus und Bahnunternehmen keine Passagiere mehr von dort nach Deutschland befördern dürfen. Ausgenommen davon sind deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer.

Die genauen Regeln für den Individualverkehr, beispielsweise mit dem eigenen Auto, werden derzeit noch erarbeitet. Nach Angaben des Bundesinnenministers werden diese sich voraussichtlich an den Ausnahmen für das Beförderungsverbot orientieren.

Bereits am Donnerstag war bekannt geworden, dass das Nachbarland Tschechien und das an Deutschland grenzende österreichische Bundesland Tirol (mit Ausnahme des Bezirks Lienz, der Gemeinde Jungholz, sowie des Rißtals) als Virusvariantengebiete eingestuft wurden. Das Beförderungsverbot gilt zunächst bis zum 17. Februar.

Weitere Öffnungen vor 7. März grundsätzlich möglich

Geschäfte oder Museen könnten unter bestimmten Umständen auch schon vor dem 7. März wieder öffnen. Die Bundesregierung bestätigte am Freitag entsprechende Aussagen einer Regierungssprecherin in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Bund und Länder hatten am Mittwoch den laufenden Lockdown bis zum 7. März verlängert. Gleichzeitig wurde aber eine Öffnung von Handel, Museen oder Galerien an die Entwicklung der Corona-Zahlen gekoppelt.

Im gemeinsamen Beschluss ist die Rede davon, dass "der nächste Öffnungsschritt" bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner durch die Länder erfolgen könne. Konkret erwähnt werden dabei der Einzelhandel, Museen, Galerien und die noch "geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe". Sobald die genannten Bedingungen erfüllt seien, könnten die beschriebenen Öffnungen durch die Länder erfolgen, sagte eine Regierungssprecherin den Funke-Zeitungen. Auf Nachfrage bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag die Aussagen.

Gleichzeitig bekräftigte er, dass es eine "stabile" Senkung der Infektionszahlen brauche. "Also einmal die 35 erreicht zu haben, ist keine stabile oder nachhaltige Inzidenz." Da brauche es mehr Beständigkeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem Bund-Länder-Gespräch von mindestens drei Tagen gesprochen, an denen dieser Wert erreicht sein müsste.

Hersteller: Corona-Schnelltests für zu Hause bald verfügbar

Corona-Schnelltests könnten nach Angaben von Herstellern bald auch für Privathaushalte verfügbar werden. "Die ersten in unserem Verband vertretenen Hersteller haben bereits das Prüfverfahren für ein europaweites CE-Kennzeichen erfolgreich durchlaufen und sind in Kürze lieferfähig", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie, Martin Walger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) forderte er ein "schnelleres und unbürokratisches Prüfverfahren".

Grundlage für die Abgabe von Corona-Antigen-Tests an Laien ist dem Bericht zufolge die kürzlich durch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) veränderte Rechtsgrundlage für Medizinprodukte. Entsprechende Produkte seien aber bisher noch nicht auf dem Markt.

Die bisher erhältlichen Schnelltests dürfen nur vom medizinischen Fachpersonal angewendet werden. Nach der neuen Regelung sei eine Sonderzulassung durch das Bfarm möglich, die dann allerdings nur national und zeitlich befristet gelte.

71,5 Prozent unter 60 Jahre: keine altersbedingte Impfung

Fast drei Viertel der Bevölkerung in Deutschland fallen nicht in die altersbedingte Priorisierung bei den Corona-Impfungen. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete, waren zuletzt 59,4 Millionen Menschen jünger als 60 Jahre und damit der Impfverordnung zufolge nicht für eine altersbedingt bevorzugte Schutzimpfung vorgesehen. Das sind 71,5 Prozent der Bevölkerung.

In die Gruppe mit der höchsten Priorität fallen in Deutschland 5,7 Millionen Menschen im Alter von 80 Jahren oder darüber. In der zweiten Gruppe zwischen 70 und 80 Jahren waren Ende 2019 rund 7,6 Millionen Menschen. In die dritte Stufe für die Altersgruppe zwischen 60 und 70 Jahren fallen etwa 10,5 Millionen Menschen.

Wer wann geimpft wird, hängt neben dem Alter aber auch von weiteren Faktoren ab. Dazu zählen der Beruf, Vorerkrankungen oder die Nähe zu besonders gefährdeten Menschen.

Brasilianische Corona-Variante laut Regierung dreimal ansteckender

Die brasilianische Virusmutante breitet sich besonders im Amazonas stark aus. Die Regierung mahnt nun, dass die Mutation viel ansteckender als die ursprüngliche Variante ist. Lesen Sie hier mehr. 

RKI-Zahlen am Freitag

Im Vergleich zur Vorwoche sinken die täglich gemeldeten Corona-Infektionen. Das Robert Koch-Institut hat zudem weniger Todesfälle registriert. Doch Grund zur Entwarnung gibt es noch nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona: Fast die Hälfte der Pflegeheimbewohner zweimal geimpft

Fast die Hälfte der bundesweit rund 800.000 Pflegeheimbewohner hat bis Donnerstag die zweite Impfung gegen das neue Coronavirus erhalten. Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Bundesgesundheitsministeriums waren rund sechs Wochen nach dem Impfstart mehr als 380.000 Senioren in Heimen immunisiert. Damit ging mehr als ein Viertel aller Impfdosen bisher an Pflegeheimbewohner (28,8 Prozent). Fast die Hälfte der verfügbaren Impfstoffe (47 Prozent) bekamen Berufsgruppen wie zum Beispiel Ärzte und Pflegekräfte.

Die Gefahr für Pflegeheime ist damit noch nicht gebannt. Es gebe weiterhin neue Fälle bei bereits bekannten Ausbrüchen und auch neue Ausbrüche in Altenheimen, heißt es beim RKI. Doch die Zahl der aktiven und neuen Ausbrüche gehe zurück. Es seien auch weniger ältere Menschen betroffen als vorher. "Der Rückgang ist auf den allgemeinen Rückgang der Fallzahlen und sehr wahrscheinlich auch auf die Impfungen zurückzuführen", hieß es weiter. "Was welchen Anteil hat, kann nicht quantifiziert werden."

Nach nur einer Impfung sei entsprechend der Zulassung der Impfstoffe noch kein vollständiger Impfschutz zu erwarten. So könne es in einem gewissen Maße zu Covid-19-Erkrankungen kommen, wenn die aus zwei Impfungen bestehende Impfserie nicht vollständig sei.

Flüchtender Corona-Patient setzt Krankenhaus in Brand

Ein Covid-Patient hat in einem Krankenhaus der südspanischen Stadt Cádiz bei einem Fluchtversuch ein Feuer gelegt und Panik ausgelöst. Der 63 Jahre alte Mann habe am Mittwochabend in seinem Zimmer im sechsten Stock der Universitätsklinik Puerta del Mar seine Matratze in Brand gesetzt, berichtete die Zeitung "La Voz de Cádiz" unter Berufung auf die Behörden. Er habe ein Chaos auslösen und dieses ausnutzen wollen, um unbemerkt zu entkommen. Der Plan ging aber schief: Der mutmaßliche Brandstifter sei noch im Krankenhaus festgenommen worden. Er sei nun im Hochsicherheitstrakt eines anderen Krankenhauses in Cádiz untergebracht, hieß es.

Das vom Mann ausgelöste Chaos war beträchtlich: Die Flammen schossen aus einigen Fenstern und beunruhigten auch die Nachbarn des Krankenhauses. Den Medienberichten zufolge mussten neben dem sechsten auch der fünfte und der siebte Stock der Klinik komplett evakuiert werden. Das Feuer konnte aber relativ schnell gelöscht werden.

USA – Biden kritisiert Trumps Impfplan: "Seine Arbeit nicht getan"

US-Präsident Joe Biden hat seinem Vorgänger Donald Trump Versäumnisse beim Aufbau eines Corona-Impfprogramms vorgeworfen. Der von Trump geerbte Plan sei "viel schlechter" als erwartet, sagte der Demokrat am Donnerstag (Ortszeit). Sein Team sei über die Impfstoffversorgung getäuscht worden. Er rief zur Geduld auf und sagte, seine Regierung habe mittlerweile 200 Millionen weitere Dosen gekauft. "Wir werden nicht alles gleich behoben haben, aber wir werden es beheben", versprach Biden. Derzeit übersteigt die Nachfrage nach dem Impfstoff das Angebot bei weitem. Deshalb haben viele Amerikaner Schwierigkeiten, einen Termin für die Immunisierung zu bekommen.

Biden warf Trump vor, nicht genug Impfstoff bestellt zu haben. Während die Wissenschaftler ihre Arbeit bei der Entdeckung von Impfstoffen in Rekordzeit erledigt hätten, habe sein Vorgänger "seine Arbeit nicht getan, als es darum ging, sich auf die massive Herausforderung vorzubereiten, Hunderte von Millionen zu impfen". Das Trump-Team reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Reaktion auf diese Kommentare.

Biden zufolge hat die US-Regierung Verträge über 100 Millionen Dosen des Impfstoffs von Moderna und 100 Millionen weitere von Pfizer unterzeichnet. "Wir haben jetzt genug Impfstoff gekauft, um alle Amerikaner zu impfen", sagte Biden. Die Vereinigten Staaten mit ihren rund 330 Millionen Einwohner seien auf dem besten Weg, bis Ende Juli 300 Millionen Dosen zu haben. 

Biden: US-Regierung hat 200 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen bestellt

Die US-Regierung hat nach Angaben von Präsident Joe Biden 200 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen bestellt. Die Kaufverträge für jeweils einhundert Millionen zusätzliche Impfdosen von Moderna sowie von Biontech und Pfizer seien am Donnerstag unterzeichnet worden, sagte Biden nach einem Besuch der US-Gesundheitsbehörde NIH bei Washington. Damit seien die USA nun auf einem guten Weg, um bis Ende Juli 300 Millionen US-Bürger impfen zu können.

Die neue US-Regierung hatte die Bestellung der zusätzlichen Impfdosen schon wenige Tage nach Bidens Amtsantritt am 20. Januar angekündigt. Mit den neuen Bestellungen wächst die Zahl der insgesamt bestellten Impfdosen nach Angaben der Regierung von bislang 400 Millionen auf 600 Millionen.

Testpflicht bei Ausreise aus Tirol in Kraft getreten

Für das österreichische Bundesland Tirol sind strenge Ausreisebeschränkungen in Kraft getreten. Ein Verlassen des Bundeslands in Richtung Deutschland oder in angrenzende österreichische Bundesländer ist in den nächsten zehn Tagen nur mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.  Hier lesen Sie mehr.

Tschechisches Parlament lehnt Verlängerung des Notstandes ab

Das tschechische Parlament lehnt den Antrag der Minderheitsregierung auf eine Verlängerung des Notstandes über den 14. Februar hinaus ab. Damit müssten zahlreiche Beschränkungen enden, darunter die nächtliche Ausgangssperre, die Schließung von Läden und Versammlungsverbote. Einige weitere Maßnahmen könnten über andere Gesetze aufrecht erhalten werden.

Blumenläden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein dürfen öffnen

Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehen nach den Bund-Länder-Beschlüssen am Mittwoch mit Lockerungen voran. Blumenläden und Gartencenter dürfen in Niedersachsen von Samstag an wieder öffnen. Das hat die Staatskanzlei am Donnerstag vor der Veröffentlichung der neuen Corona-Verordnung bestätigt. Für die Floristen kommt die Lockerung damit gerade noch rechtzeitig vor dem für die Branche wichtigen Valentinstag am 14. Februar. Offiziell vorgestellt werden sollen die neuen Corona-Regeln des Landes am Freitag. Einen Tag später treten sie in Kraft.

Ein Entwurf der überarbeiteten Verordnung sah neben der Öffnung der Blumenläden auch eine Lockerung der Kontaktregel für Kinder vor. Künftig sollen demnach zum Haushalt gehörende Kinder bis sechs Jahre nicht mehr von der Kontaktbeschränkung erfasst werden. Bisher gilt diese Ausnahme nur für Kinder bis drei Jahre. Außerdem sollten auch Autohändler wieder öffnen dürfen, allerdings nur für Probefahrten. 

Zoos, Wildparks, Gartenbaucenter und Blumenläden sollen in Schleswig-Holstein zum 1. März öffnen können. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Landtag an. Gleiches gelte für bestimmte Sportmöglichkeiten auch innen sowie neben Friseursalons auch für Nagelstudios.

Altmaier lädt zu einem "Corona"-Wirtschaftsgipfel ein

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lädt Verbände nach schwerer Kritik aus der Wirtschaft an der schleppenden Umsetzung von Hilfen zu einem "Wirtschaftsgipfel" ein. Wie eine Sprecherin sagte, wird Altmaier am kommenden Dienstag mit mehr als 40 Verbänden über die aktuelle Lage der Wirtschaft, die Beschlüsse von Bund und Ländern, die Wirtschaftshilfen und mögliche Öffnungsperspektiven sprechen.

Wirtschaftsverbände hatten einen solchen "Gipfel" seit längerem gefordert. Die Beschlüsse von Bund und Ländern über eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März waren zum Teil heftig kritisiert worden.

Bericht: Partner von AWO-Heimleitern geimpft

In Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schwaben soll es nach einem Zeitungsbericht zu unzulässigen Impfungen gekommen sein. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, sollen Angaben in Augsburger AWO-Heimen so manipuliert worden sein, dass zwei Lebenspartner von Heimleitern Impfungen erhielten. Die zwei Betroffenen seien als Mitarbeiter ausgegeben worden, obwohl sie nicht in den Einrichtungen arbeiteten.

Von dem schwäbischen AWO-Bezirksverband war am Donnerstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Vorsitzende des AWO-Landesverbandes machte klar, dass das Vorgehen nicht akzeptabel sei. Sollten Impfungen auf die beschriebene Art erschlichen worden sein, missbillige er dies, erklärte AWO-Chef Thomas Beyer. "Ich erwarte, dass bei Impfungen in AWO-Heimen in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Impfärzten die Vorschriften in jeder Weise eingehalten werden." 

Lockdown in Irland soll bis Anfang April verlängert werden

In Irland soll der Corona-Lockdown bis Anfang April verlängert werden. Bis Ostern werde es "Beschränkungen in großem Ausmaß" geben, sagte Regierungschef Micheal Martin am Donnerstag dem staatlichen Rundfunksender RTE. Seit Weihnachten sind in Irland Restaurants und Pubs geschlossen, seit Neujahr auch die Läden für den nicht-alltäglichen Bedarf. Seit Jahresbeginn findet in den Schulen kein Präsenzunterricht mehr statt.

Die Wiedereröffnung der Schulen und Bauprojekte seien Prioritäten, wenn die Regierung neu über die Lockdown-Maßnahmen berate, sagte Martin. Irland hatte die beiden ersten Corona-Wellen vergleichsweise glimpflich überstanden. Als Martin jedoch zu Weihnachten gewisse Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie verkündete, schnellten die Fallzahlen dramatisch in die Höhe. In der vergangenen Woche wies die Statistik 101 Corona-Todesfälle aus. Seit Pandemie-Beginn starben 3.794 Infizierte.

Nächtliche Ausgangssperre in Bayern läuft aus

Die landesweite nächtliche Ausgangssperre in Bayern läuft zum Ende dieser Woche aus. Lediglich in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 soll es weiterhin nächtliche Ausgangssperren geben, künftig ab 22.00 Uhr – also nur regional. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München an.

Mittlerweile mehr als 20 Millionen bestätigte Corona-Fälle in der EU

In der Europäischen Union sind mittlerweile mehr als 20 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Das geht aus den am Donnerstag aktualisierten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervor.

Die in Stockholm ansässige Behörde kommt in ihrer Auflistung für das Ende der Vorwoche auf insgesamt knapp 20,5 Millionen Infektionen, rechnet darin aber auch die drei Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit – Norwegen, Island und Liechtenstein. Zieht man diese ab, kommt man für die 27 EU-Mitgliedstaaten immer noch auf mehr als 20,4 Millionen Fälle. Eine Woche zuvor waren es für die EU, in der etwa 450 Millionen Menschen leben, rund 19,7 Millionen Infektionen gewesen. Deutschland hat dabei als bevölkerungsreichster EU-Staat weiter die viertmeisten Corona-Fälle nach Frankreich, Spanien und Italien verzeichnet.

Mittlerweile sind zudem fast eine halbe Million Menschen in der EU im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben: Das ECDC registrierte bisher rund 495.000 solcher Todesfälle in den 27 EU-Staaten, das sind etwa 23.000 mehr als vor einer Woche.

Lehrer sollen Schnelltests selbst benutzen können

Familienministerin Franziska Giffey kündigt den Einsatz von professionellen Corona-Schnelltests für Lehrer und Erzieher ohne medizinisches Personal an. Voraussetzung sei allerdings, dass die Betroffene vorher ein Schulungsvideo angesehen hätten. Sie hoffe, dass in den nächsten Wochen und Monaten auch Tests zugelassen würden, die Laien anwenden könnten. "Das wäre natürlich ein großer Schritt in Richtung flächendeckender und noch breiterer Tests", sagt die SPD-Politikerin.

Tschechien isoliert drei Grenzbezirke wegen hoher Corona-Zahlen

Wegen massiver Infektionszahlen schottet Tschechien drei Grenzbezirke von der Außenwelt ab. Wer dort wohne, dürfe den jeweiligen Bezirk nicht mehr verlassen, sagte Gesundheitsminister Jan Blatny am Donnerstag in Prag. Leute von außerhalb würden nicht hereingelassen. Betroffen sind die Bezirke Cheb (Eger) und Sokolov (Falkenau) an der Grenze zu Bayern sowie Trutnov (Trautenau) an der Grenze zu Polen. Dort liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner drei- bis viermal so hoch wie in anderen Landesteilen. Die Maßnahmen sollten in der Nacht zu Freitag in Kraft treten.

Die Bezirke in Tschechien entsprechen in etwa den deutschen Landkreisen. Die Polizei werde an den Zufahrtsstraßen kontrollieren, kündigte der Gesundheitsminister an. Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte. Dafür sind schriftliche Nachweise vorzulegen. Der Transit ohne Zwischenstopp bleibt erlaubt. In den betroffenen Bezirken sollen eine Million Atemschutzmasken kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden.

Im Bezirk Trutnov hatte sich zuletzt die ansteckendere britische Variante besonders stark ausgebreitet. Tschechien ist stark von der Corona-Krise betroffen. Landesweit meldeten die Behörden am Donnerstag 9.446 neue Fälle. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million bestätigte Infektionen und 17.772 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Lettland schließt für zwei Wochen seine Grenzen

Lettland macht für zwei Wochen die Grenzen dicht: Aus Bedenken vor mutierten Coronavirus-Varianten dürfen von Donnerstag an nur noch Menschen in das baltische EU-Land einreisen, die einen triftigen Grund sowie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die Regelung gilt zunächst bis zum 25. Februar. Ganz ausgesetzt wird bis auf weiteres der Passagierverkehr mit Großbritannien, Irland und Portugal. Die verschärften Einreiseregeln waren von der Regierung in Riga in der Vorwoche beschlossen worden. Bei Ankunft in Lettland besteht zudem unverändert eine Registrierungs- und Quarantänepflicht.

In Lettland waren zuvor bereits zu Wochenbeginn Änderungen an den Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Die mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen einhergehenden Lockerungen für den Einzelhandel führen Medienberichten zufolge aber besonders zu Stoßzeiten teils zu langen Warteschlangen vor Geschäften.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern kämpft seit dem Herbst mit einer steigenden Zahl an Neuinfektionen. Angesichts der starken Zunahme hatte die Regierung im Dezember die Beschränkungen verschärft und das öffentliche Leben zurückgefahren - die meisten Geschäfte waren seitdem dicht.

Söder schließt Schließung der Grenze zu Tschechien nicht aus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus eine Schließung der Grenze zu Tschechien nicht ausgeschlossen. "Sollte Tschechien nicht in der Lage sein, seine Notmaßnahmen zu verlängern, dann muss auch klar sein, dass Tschechien ein Mutationsgebiet ist und dann muss auch die Grenzschließung ein Thema sein", sagte Söder am Mittwochabend im ZDF-"heute-journal".

Das gelte auch für Österreich. "Wir sind bei Österreich sehr verunsichert", sagte Söder. Die Regierung in Wien habe im von der südafrikanischen Virusvariante stark betroffenen Bundesland Tirol Quarantänemaßnahmen verhängt. "In Tirol, so hört man, interessiert das niemanden", sagte Söder. "Ich bin schon besorgt, dass da ein zweites Ischgl droht."

Wenn die Gebiete als Mutationsgebiete definiert würden, gäbe es kaum noch Reisemöglichkeiten, sagte Söder. Bereits jetzt sei der Grenzübertritt von nach Tschechien nur noch zur Arbeit möglich.

Gastronomen in Polen fordern Lockerung des Lockdowns

In Polen dringt die Gastronomie darauf, die Bestimmungen des Corona-Lockdowns wieder zu lockern. "Wir erwarten von der Regierung, dass sie uns erlaubt, normal zu arbeiten, und dass sie Arbeitsplätze nicht grundlos zerstört. Wir wollen, dass Bars und Restaurants öffnen können" sagte Michal Wojciechowski von der Initiative "Streik der Unternehmer – Polen ohne Spaltung". Die Gruppe ist federführend bei der Aktion "Otwieramy" (Wir öffnen), bei der sich Restaurants und Kneipen den Corona-Beschränkungen widersetzen. Nach Angaben von Wojciechowski sind landesweit mehrere hundert Betriebe aus dem Gastgewerbe daran beteiligt.

In Polen dürfen derzeit Restaurants, Bars und Cafés ihr Angebot nur zum Mitnehmen verkaufen. An diesem Freitag dürfen Hotels sowie Museen, Kinos und Theater für eine Testphase von zwei Wochen wieder öffnen. Für Gaststätten gilt dies aber nicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch verzeichnete Polen 6.930 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Im selben Zeitraum starben 360 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

Mexiko erteilt chinesischen Impfstoffen Notfallzulassung

Berichtigung in Überschrift und erstem Satz: Der Hersteller heißt Sinovac. CoronaVac ist der Name des Impfstoffs. - Die mexikanischen Behörden haben den Corona-Impfstoffen der chinesischen Hersteller CanSino Biologics und Sinovac eine Notfallzulassung erteilt. Damit steigt die Zahl der in Mexiko zugelassenen Impfstoffe auf fünf, wie der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo López-Gatell am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mitteilte. Zuvor hatten die Behörden bereits die Vakzine von Pfizer/Biontech, Astrazeneca und den russischen Impfstoff Sputnik V genehmigt.

Verabreicht wurde bislang nur das Vakzin von Biontech und Pfizer. Die erste Lieferung des Wirkstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca traf im Januar in Mexiko ein und wird voraussichtlich im März für den Einsatz bereit sein.

Mexiko steht mit rund 170.000 Corona-Todesfällen im weltweiten Vergleich auf Platz drei. Fast zwei Millionen Menschen infizierten sich seit Pandemiebeginn mit dem Coronavirus.

Astrazeneca produziert bald in Dessau 

Das britisch-schwedische Pharma-Unternehmen Astrazeneca schließt sich bei der Produktion seines Corona-Impfstoffs mit der Dessauer Firma IDT Biologika zusammen. Ziel sei es, von April an mehr Corona-Impfstoffe für europäische Abnehmer herstellen zu können, teilten beide Unternehmen mit. Laut IDT Biologika soll in "zusätzliche Kapazitäten zur Impfstoffherstellung an seinem Hauptsitz Dessau" investiert werden.

IDT Biologika ist auch im Gespräch als Produzent für den russischen Corona-Wirkstoff "Sputnik V" des Moskauer Gemelaya-Instituts. Die Bundesregierung unterstützt dessen Antrag auf Zulassung von "Sputnik V" in Europa und bei der Suche nach Industriepartnern für die Herstellung. 

Astrazeneca sah sich zuletzt massiver Kritik ausgesetzt, weil das Unternehmen der EU nicht so viele Impfdosen liefert wie geplant. In Deutschland und anderen europäischen Ländern ist das mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden verweisen darauf, dass belastbare Daten für die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen fehlten. Trotz dessen empfehlen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Experten den weiteren Einsatz.

Britische Virus-Variante in Dänemark auf dem Vormarsch

In Dänemark ist die britische Virus-Variante auf dem Vormarsch. In der ersten Februar-Woche gingen 27 Prozent der nachgewiesenen Infektionsfälle auf das deutlich ansteckendere B.1.1.7. zurück, teilen die Behörden mit. In der Woche zuvor seien es noch 20 Prozent gewesen. Insgesamt seien knapp 1.700 Fälle einer Ansteckung mit B.1.1.7. bekannt. Als Ganzes gehen die Infektionszahlen nach dem im Dezember verhängten harten Lockdown aber zurück, in den vergangenen 24 Stunden wurden nur 470 weitere Fälle gemeldet. Ende 2020 waren es jeden Tag Tausende.

WHO empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff auch für Senioren 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca auch für Menschen über 65 Jahren. Unter Berücksichtigung der derzeitigen Datenlage empfehle die WHO den Impfstoff "für den Einsatz bei Personen im Alter von 65 Jahren und älter", erklärte das Expertenkomitee für Immunisierungen am Mittwoch in Genf. Zudem könne das Vakzin auch in Gegenden eingesetzt werden, in denen Corona-Mutanten aufgetreten sind.

In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern ist das mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden verweisen darauf, dass belastbare Daten für die Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen fehlten. Außerdem verschob Südafrika seine Impfkampagne, da einer Studie zufolge das Vakzin von Astrazeneca nicht umfassend gegen die in Südafrika entdeckte Corona-Mutante wirksam ist. Das Land will nun stattdessen den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson einsetzen.

Israel will Impfausweis noch im Februar 

Israel peilt in der Corona-Krise die Ausgabe sogenannter Grüner Ausweise für Geimpfte ab dem 23. Februar an. Dies sagte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Mittwoch dem Nachrichtenportal "ynet". Mit dem Impfnachweis soll es dem Bericht zufolge zunächst möglich sein, bestimmte Hotels, Fitnessstudios und andere Freizeiteinrichtungen zu besuchen. Auch Genesene, bei denen von einer Immunisierung ausgegangen wird, sollten ihn erhalten.

Die Regierung will eine App auf den Markt bringen, in der die Impfung oder die Genesung von einer Corona-Erkrankung dokumentiert werden. In der App sollen dem Bericht zufolge ebenfalls Testergebnisse für 72 Stunden hinterlegt werden, so dass auch über diesen Weg Lockerungen von den Corona-Regeln wahrgenommen werden können.

Kramp-Karrenbauer: Mehr Bundeswehr-Hilfe wäre möglich

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will die Zahl der zum Corona-Hilfseinsatz bereitgestellten Soldatinnen und Soldaten notfalls noch einmal erhöhen. "Wenn Deutschland uns in dieser Pandemie braucht, dann sind wir da - egal, wie viele Männer und Frauen wir dafür brauchen", sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwoch in Berlin. Derzeit habe die Bundeswehr für Corona-Einsätze ein Kontingent von 25.000 Soldaten zur Verfügung – dieses sei aber noch nicht ausgeschöpft.

Die Ministerin sagte, dass momentan allein 4000 Soldatinnen und Soldaten in Altersheimen im Einsatz seien, um Corona-Tests an Besuchern und Personal auszuführen. Auch Hilfseinsätze an Impfzentren hätten begonnen und könnten noch ausgebaut werden, sagte sie. Die Bundeswehr werde die Kosten den Kommunen nicht in Rechnung stellen.

Schweiz weitete Quarantäne-Pflicht für Reisende aus

Reisende aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg müssen nach einer Einreise in die Schweiz demnächst in die Corona-Quarantäne. Das Bundesamt für Gesundheit hat am Mittwoch die Liste mit Risikogebieten aktualisiert. Sie gilt ab 22. Februar. Zuvor waren bereits Thüringen und Sachsen darauf. Sachsen wird von der neuen Liste gestrichen.

Wer sich in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg aufgehalten hat, muss sich bei den Behörden melden, zehn Tage in Quarantäne und darf das Haus oder die Ferienwohnung nicht verlassen. Ab dem 7. Tag kann die Quarantäne mit einem negativen Corona-Test abgekürzt werden.

Einreisende aus allen anderen Bundesländern müssen sich lediglich elektronisch registrieren. Wer mit dem Flugzeug anreist, muss vor dem Einchecken zudem einen negativen PCR-Test vorzeigen.

Seoul bietet kostenlose Corona-Tests bei Hunden und Katzen an

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul bietet kostenlose Corona-Tests bei Katzen und Hunden von coronainfizierten Haustierbesitzern an. Als erstes Tier sei am Mittwoch ein Spaniel getestet worden, der laut seines Besitzers eine laufende Nase und Fieber habe, teilte die Stadtverwaltung mit. Ein Tierarzt der Stadt in der Nähe des betroffenen Haushalts habe das Tier abgeholt und anschließend getestet. Das Testergebnis lag zunächst nicht vor.

Die Stadt betonte, es gebe keinen Beweis über die Übertragung des Coronavirus von Haustieren auf Menschen. Doch müssten Haustiere, bei denen das Virus nachgewiesen werde, 14 Tage in heimischer Quarantäne verbringen. Erst dann könnten sie wieder ins Freie gelassen werden. Von dem Testangebot für Hunde und Katzen könnten nur Haustierbesitzer Gebrauch machen, die selber infiziert seien, sagte eine Sprecherin.

Südkoreas Regierung hatte in der vergangenen Woche Richtlinien für Virustests bei Haustieren veröffentlicht, nachdem in der südöstlichen Stadt Jinju als erstes Tier im Land eine Katze positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Die Katze gehörte zu einem Haushalt, in dem sich zwei Personen infiziert hatten.

Beginn des Bund-Länder-Gipfels verzögert sich

Der Auftakt der mit Spannung erwarteten Beratungen von Bund und Ländern zur weiteren Strategie in der Corona-Pandemie verzögert sich. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll die Videoschalte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten erst gegen 14.45 Uhr beginnen. Ursprünglich sollte die Sitzung schon um 14.00 Uhr starten.

Bereits am Vormittag war die Vorbesprechung der Länder ohne Merkel kurzfristig um etwa eine Stunde nach hinten geschoben worden. Grund war hier dem Vernehmen nach zusätzlicher Redebedarf unter den SPD-geführten Ländern. Diese hatten sich – wie auch einige unionsgeführte Länder – insbesondere an dem im vom Kanzleramt verschickten Entwurf genannten Termin für den verlängerten Lockdown 14. März gestört.

Wie es weiter aus Teilnehmerkreisen heißt, soll die Mehrheit der Länderchefs eine Lockdown-Verlängerung bis zum 7. März präferieren. Endgültig entschieden wird darüber aber erst in der Sitzung mit Merkel.

Sehr hoher Anteil der britischen Mutante in deutscher Grenzregion

Die britische Coronavirus-Variante breitet sich weiter in Tschechien aus. Doch neue Untersuchungen haben extreme regionale Unterschiede aufgezeigt, wie die staatliche Gesundheitsbehörde SZU am Mittwoch bekanntgab. Demnach lag der Anteil der ansteckenderen Variante im Bezirk Trutnov (Trautenau) im Dreiländereck zu Polen und Sachsen bereits bei rund 60 Prozent der sequenzierten Proben. Im benachbarten Bezirk Nachod waren es 45 Prozent. In Prag habe der Anteil der britischen Mutante bei weniger als zehn Prozent gelegen.

Die Behörde kommt zu dem Schluss, dass die Überwachung der Mutationen, die sich bisher auf die Hauptstadt konzentrierte, landesweit ausgebaut werden muss. Vor den Gefahren durch neue Virusvarianten warnte auch der tschechische Regierungschef Andrej Babis. "Das Virus greift an, es mutiert", sagte der 66-Jährige. "Es ist ein Killer." Man habe nicht genügend Impfstoff zur Verfügung. 

In Tschechien gilt ein harter Lockdown mit einer nächtlichen Ausgangssperre. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Dennoch gehen die Zahlen nicht weiter zurück. Am Mittwoch meldeten die Behörden 10.165 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – so viele an einem Tag wie seit Mitte Januar nicht mehr. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Harter Lockdown für vier Millionen Menschen in Athen

Der Großraum Athen wird von Donnerstagmorgen 6 Uhr bis zum Monatsende in einen harten Lockdown gehen. "Ziel ist es, dem Virus immer einen Schritt voraus zu sein", sagte der Chef des griechischen Zivilschutzes, Nikos Chardalias, am Mittwoch bei der Ankündigung der Maßnahmen im griechischen Fernsehen. Vor allem Geschäfte und Schulen sind betroffen – sie hatten erst vor wenigen Wochen wieder öffnen dürfen und müssen nun erneut schließen.

Laut Chardalias muss unter der Woche ein Ausgangsverbot von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr eingehalten werden; am Wochenende gilt das Ausgangsverbot sogar schon ab 18.00 Uhr. Außer Supermärkten, Apotheken und Tankstellen müssen alle Geschäfte mit Kundenverkehr schließen – auch Dienstleister wie etwa Friseure, die zuvor noch offen hatten. Wer das Haus verlässt, muss die seit Beginn der Pandemie in Griechenland übliche SMS an den Zivilschutz senden und so darüber informieren, ob er einkaufen oder zum Arzt geht, sich körperlich betätigt oder mit dem Haustier Gassi geht.

Lockdown könnte bis 14. März verlängert werden

Der Lockdown in Deutschland könnte bis zum 14. März verlängert werden. Das geht aus einem Entwurf für die Bund-Länder-Schalte am Mittag hervor, der t-online vorliegt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Biontech startet Impfstoffproduktion in Marburg

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk im hessischen Marburg mit der Produktion seines Corona-Impfstoffs begonnen. Als erster Schritt werde das Botenmolekül mRNA hergestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Biontech hatte vor wenigen Tagen die arzneimittelrechtliche Erlaubnis dafür erhalten. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Die ersten am Standort Marburg hergestellten Impfstoffe werden nach Unternehmensangaben voraussichtlich Anfang April ausgeliefert.

Schwesig will Öffnungsperspektiven für Schulen – Lehrerverbände mahnen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) verlangt eine klare Perspektive für die Wiedereröffnung von Schulen, doch Lehrerverbände mahnen zur Vorsicht. "Wir machen das bei uns im Land so: Wo geringe Inzidenzen sind, haben wir Grundschulen und Kitas offen gelassen. Und in Hotspots haben wir nur Notbetrieb. Ich rate dazu, dass wir das in ganz Deutschland machen", sagt Schwesig im Politik-Talk der Zeitung Bild (Mittwoch). Die Politikerin schlägt außerdem vor, man könne regional vorgehen und müsse nicht warten, bis auch der letzte Landkreis mit den Infektionen runtergehe.

Lehrerverbände und Gewerkschaften sprechen sich gegen eine vorschnelle Öffnung aus. "Ich empfehle: Lieber noch ein, zwei Wochen warten als zu früh zu viel zu riskieren", erklärt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Laut Meidinger brauche man für Schulöffnungen einen klaren Plan und feste Kriterien, was bei welcher Inzidenz passieren solle. Er appelliert an die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU), einen solchen Plan zu liefern.

Auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Dienstag unter Hinweis auf den Rückgang der Infektionszahlen erklärt, er halte vorsichtige Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen noch im Februar für möglich und wünschenswert. Er bekräftigte, dass sich die ersten, kurzfristigen Öffnungsschritte auf Schulen und Kitas beziehen sollen. Dies sei keine Frage des Ob, sondern des genauen Zeitpunkts. Dies solle auch mit Tests von Lehrern und Erziehern verbunden werden.

Amtsärzte warnen vor dritter Pandemiewelle

Die deutschen Amtsärzte befürworten eine Lockdown-Verlängerung, weil sonst eine dritte Welle der Corona-Pandemie anrollen könnte. "Wir müssen mit den Corona-Infektionszahlen weiter deutlich nach unten. Andernfalls droht uns eine neue dritte Pandemiewelle, die unser Gesundheitssystem überfordern könnte", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Als Ziel gab Teichert die geringen Corona-Zahlen vom Sommer an. "Wir müssen unter zehn Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in der Woche." Die Politik hatte bislang den Wert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in der Woche vorgegeben. Dazu sagte Teichert, dies sei eine "politische Zahl, die sich nur grob an der Kapazität der Gesundheitsämter zur Nachverfolgung der Kontakte von positiv Getesteten orientiert".

Diese Kapazität hänge nicht nur von der Zahl der Neuinfektionen ab, sondern auch ganz besonders von der Zahl der Kontakte, welche die Infizierten haben. "Und diese Kontaktzahl ist durch den Lockdown deutlich reduziert. Lockern wir den jetzigen Lockdown, wird die Zahl der Kontakte nach oben schnellen und die vollständige Nachverfolgung sehr schnell nicht mehr möglich sein", betonte die oberste Amtsärztin. Für den weiteren Lockdown benötige es  "klare Regeln, die für alle gelten, in allen Bundesländern. Sonst haben wir ein Akzeptanzproblem".

Bericht: Nordrhein-Westfalen erlaubt sieben statt sechs Impfungen pro Biontech-Ampulle

In Nordrhein-Westfalen dürfen laut einem Medienbericht ab sofort sieben statt sechs Impfdosen aus einer Ampulle der Hersteller Biontech und Pfizer gezogen werden. Die Anpassung gelte allerdings unter Einschränkungen, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium. Demnach darf der Impfstoff aus verschiedenen Ampullen nicht vermischt werden.

Zudem sei die siebte Dosis nur einzusetzen, sofern noch mindestens 0,3 Milliliter des Vakzins in der jeweiligen Ampulle übrig sind, heißt es in dem Bericht. Das Gesundheitsministerium begründete den Schritt damit, dass die Ampullen "aus technischen Gründen regelhaft überfüllt" würden. Dadurch sei es bei einem sorgfältigen Umgang möglich, eine siebte Ampulle zu gewinnen.

Anfang des Jahres hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA erlaubt, dass pro Ampulle des Impfstoffs von Biontech und Pfizer sechs und nicht mehr nur fünf Dosen genutzt werden können. Daraufhin hatte der US-Pharmakonzern Pfizer angekündigt, weniger Ampullen an die Bestellerländer auszuliefern, da die Bestellungen "immer auf einer Gesamtzahl von Dosen beruhten und nicht von Ampullen".

Spanien will mit "Impf-Zertifikaten" Tourismus stärken

Spanien will mit "Impf-Zertifikaten" den von der Pandemie gebeutelten Tourismus wiederbeleben. "Spanien will für den Tourismus, dass es eine sichere internationale Mobilität gibt", sagt Arturo Ortiz vom spanischen Fremdenverkehrsamt Berlin der Zeitung "Bild" laut einem Vorab-Bericht. Man vertraue darauf, "dass zu Beginn des Sommers eine normale Reise möglich sein wird."

Die Regierung in Madrid arbeite dabei sowohl in der EU als auch in anderen internationalen Foren wie der OECD und der Welttourismusorganisation an einem abgestimmten Vorgehen, ergänzt ein Sprecher der spanischen Botschaft auf Anfrage der Zeitung.

Älteste Frau Europas übersteht Corona-Infektion 

Sie gilt als die älteste Frau Europas und hat mit fast 117 Jahren eine Corona-Infektion überstanden: Die französische Ordensschwester André, mit bürgerlichem Namen Lucile Randon. "Ich hatte keine Angst", sagte sie am Dienstag dem Fernsehsender BFM-TV. Denn der Tod schrecke sie nicht.

Schwester André feiert am Donnerstag ihren 117. Geburtstag. In ihrem Altenheim im südfranzösischen Toulon war es im Januar zu einem Corona-Ausbruch gekommen, mehr als 80 Hochbetagte wurden positiv auf das Virus getestet – auch die Ordensfrau. Allerdings konnte das Virus ihr wenig anhaben. "Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich es hatte", sagte sie der Lokalzeitung "Var-Matin". Denn die Nonne des französischen Vinzentinerinnen-Ordens blieb ohne Symptome. Andere Altenheimbewohner erkrankten dagegen, sieben von ihnen starben nach Berichten örtlicher Medien.

Die am 11. Februar 1904 in eine protestantische Familie geborene Lucile Randon hatte sich erst als Volljährige katholisch taufen lassen und trat mit gut 40 Jahren dem Orden der Vinzentinerinnen bei. Sie arbeitete mehr als drei Jahrzehnte in einem Krankenhaus in der Stadt Vichy und kümmerte sich dort um Waisen und alte Menschen.

Veränderung der britischen Virus-Mutation bereitet Forschern Sorge 

Eine veränderte Form der britischen Coronavirus-Variante B.1.1.7 ruft bei britischen Wissenschaftlern Besorgnis hervor. Wie das Gesundheitsministerium in London am Dienstagabend mitteilte, wurde die zuerst in Bristol entdeckte Mutante als "Variant of Concern" (etwa: Besorgniserregende Variante) eingestuft. Sie weise eine zusätzliche E484K-Mutation auf, hieß es zur Erklärung. Dahinter dürfte die Sorge stecken, dass die in Bristol entdeckte Variante gefährliche Merkmale der britischen und anderer Varianten in sich vereinen könnte. Eine ähnliche Mutante wurde auch in Liverpool festgestellt. Beide zusammen wurden in Großbritannien bislang in 76 Fällen nachgewiesen.

Susan Hopkins von der Gesundheitsbehörde Public Health England schränkte jedoch ein, dass die E484K-Mutation seit vergangenem April in unterschiedlichen Varianten immer wieder aufgetreten und dann wieder verschwunden sei. Die Veränderung E484K im Erbgut des Virus ist von der südafrikanischen und der brasilianischen Variante bekannt und wird mit einer verminderten Immunreaktion bei Menschen in Verbindung gebracht, die bereits eine Coronavirus-Infektion durchgemacht haben oder geimpft wurden.

Die britische Variante wies bislang die Mutation E484K nicht auf, kann sich aber dank anderer Veränderungen schneller ausbreiten als die weltweit vorherrschende Variante. Gegen sie wirken aber nach ersten Erkenntnissen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Oxford/Astrazeneca. Zweifel gibt es jedoch inzwischen an der Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs bei der südafrikanischen Variante, zumindest bei milden und moderaten Fällen. 

Athen wieder unter hartem Lockdown 

Der Großraum Athen wird von Donnerstag an für zwei Wochen erneut unter einen harten Lockdown gestellt. Geschäfte und Schulen müssen wieder schließen, nachdem sie erst Mitte Januar hatten öffnen dürfen. Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis begründete die Maßnahme am Dienstagabend in einer Fernsehansprache mit den stark steigenden Infektionszahlen. Noch bestehe die Chance, eine dritte Corona-Welle zu vermeiden, sagte er.

Mitsotakis betonte, er wisse, wie schwer die Maßnahmen für die gesamte Gesellschaft seien. Im Großraum Athen, der Region Attika, lebt mit rund vier Millionen Menschen mehr als ein Drittel der gesamten griechischen Bevölkerung. "Ich spüre die Nervosität nach all diesen Monaten, aber es gibt keine Wirtschaft ohne Gesundheit", sagt der Premier. Er versprach, dass es nach Möglichkeit die letzten Opfer sein sollten, die die Gesellschaft aufbringen müsse.

Die griechische Regierung setzt seit Beginn der Pandemie auf harte und vor allem zeitige Maßnahmen. Ein weitgehender Lockdown galt bereits im vergangenen März und dann wieder ab Anfang November. Außerdem müssen die Bürger jeden Gang vor die Haustür mit einer SMS an den Zivilschutz melden, etwa wenn sie einkaufen, zum Arzt oder zur Arbeit gehen.

Großbritannien verschärft Reisevorschriften

Die britische Regierung verschärft in der Coronavirus-Pandemie erneut ihre Reisevorschriften und droht bei Zuwiderhandlung mit hohen Geldbußen bis hin zu Haftstrafen. Menschen, die nach England einreisen, müssen künftig neben einem negativen Corona-Test bei der Ankunft zwei weitere Tests während einer zehntägigen Quarantäne vorlegen. Für die Kosten müssen Reisende selbst aufkommen. In Kraft treten sollen die neuen Regeln vom kommenden Montag an.

Wer sich über die Regelungen hinwegsetze, muss künftig mit schweren Konsequenzen rechnen, führte Hancock zudem aus. Bußgelder von bis zu 2.000 Pfund (rund 2.280 Euro) drohen demnach, wenn Tests nicht in Anspruch genommen werden. Bis zu 10.000 Pfund müssen bezahlt werden, wenn die verordnete Hotelquarantäne nicht eingehalten wird. Wer bei seiner Einreise Aufenthalte in Mutationsgebieten verschweigt, müsse sogar mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen, so der Minister.

Mit den Maßnahmen will London das Risiko einer Einschleppung von Virusmutanten weiter reduzieren. Bereits jetzt muss jeder, der nach Großbritannien einreist, bei seiner Ankunft ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 72 Stunden ist.

Deutlich mehr Sterbefälle bei über 80-Jährigen

Auch im Januar haben die Sterbefallzahlen in Deutschland über dem Durchschnitt der Vorjahresmonate gelegen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes starben in diesem Januar 103.804 Menschen, 18 Prozent mehr als durchschnittlich im Januar der vier Vorjahre. Zurückzuführen sei dies auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe ab 80 Jahren. Bei ihr sei die Zahl um 29 Prozent gestiegen. Bei den Menschen unter 80 Jahren liege das Plus bei 4 Prozent.

Ein Vergleich mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Covid-19-Todesfälle sei derzeit bis einschließlich 10. Januar möglich, erklärte das Bundesamt. In der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres seien 4.881 Menschen mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre gestorben, registriert worden seien zugleich 4.966 Covid-19-Todesfälle, 375 Fälle weniger als noch in der Vorwoche.

Einen Höchststand habe die Zahl der bestätigten Covid-19-Todesfälle kurz vor dem Jahreswechsel in der Woche zwischen dem 21. bis 27. Dezember mit 5.453 erreicht. Auch bei den gesamten Sterbefallzahlen habe das Plus im Vergleich zu den Vorjahren in dieser Woche mit 6.620 einen Höchststand erreicht.

Kanzlerin Angela Merkel will Lockdown bis in den März

In der Beschlussvorlage des Kanzleramts für den Corona-Gipfel am Mittwoch ist von einer Verlängerung des Lockdowns bis zu einem Datum im März die Rede. Hier lesen Sie mehr.

WHO-Experten: Coronavirus stammt wohl von Fledermäusen

Alle Erkenntnisse über den Ursprung des Coronavirus SARS-CoV-2 deuten nach Angaben von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ähnliche Viren in Fledermäusen hin. Nach Abschluss der gemeinsam mit chinesischen Experten erfolgten Untersuchungen in der Metropole Wuhan in Zentralchina sagte der Chef des Teams, Peter Ben Embarek, am Dienstag vor Journalisten, der "wahrscheinlichste Weg" der Übertragung auf den Menschen sei von Fledermäusen ausgehend über ein anderes Tier als Zwischenwirt. Weitere Untersuchungen zum genauen Weg seien nötig. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

CSU bringt mögliche Grenzschließung zu Österreich ins Gespräch

Angesichts der Corona-Lockerungen in Österreich bei gleichzeitig hohen Infektionszahlen wird in Bayern über eine Schließung der Grenze nachgedacht. "Das, was Österreich macht, ist aus unserer Sicht unverantwortlich", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und n-tv. In dem Nachbarland breiten sich Virusmutanten aus Großbritannien und Südafrika stark aus, insbesondere in Tirol.

"Wir werden nicht zulassen, dass sich diese Welle über die Grenze zu uns nach Deutschland breitmacht", sagte dazu Blume. "Deswegen ist es gut und wichtig, dass auch die Grenzkontrollen jetzt wieder intensiviert werden." Darüber hinaus müsse aber "auch Grenzschließung eine Möglichkeit sein", wenn auch nur als "Ultima Ratio".

Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Schließung der Grenze zwischen seinem Bundesland und Tirol ins Gespräch gebracht. Auch er verwies im "Münchner Merkur" vom Dienstag auf bereits erfolgte Verschärfungen bei Grenzkontrollen und Schleierfahndung. "Sollte die Gefahr wachsen, dürfen auch Grenzschließungen zu Tirol kein Tabu sein", sagte aber auch Söder.

Voll-Lockdown in Athen steht unmittelbar bevor

Der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias will für den Großraum Athen kurzfristig einen vollständigen Lockdown verhängen, wenn die Corona-Zahlen am Dienstag weiter steigen. Es könne sich um einen Lockdown wie im vergangenen März handeln, sagte er am Dienstagmorgen dem griechischen Fernsehsender Open TV. Damals war so gut wie alles außer Supermärkten, Apotheken und Tankstellen geschlossen worden.

Das Gesundheitssystem sei stark unter Druck und die Analysen zeigten, dass Griechenland in die dritte Welle der Pandemie eintrete, sagte Kikilias dem Sender. Im Großraum Athen, der Region Attika, seien bereits 70 Prozent der Intensivbetten belegt, jeden Tag gebe es weitere Einweisungen. Dazu, wie lange ein neuerlicher harter Lockdown andauern müsste, äußerte Kikilias sich nicht.

Am Dienstagmittag sollte der Corona-Krisenstab der Regierung zusammentreten, am frühen Abend die Entscheidung bekanntgegeben werden. In griechischen Medien wurde gemutmaßt, dass der komplette Lockdown sogar schon ab Mittwoch und für mindestens zwei Wochen verfügt werden könnte.

Lauterbach warnt vor Virus-Turbo

Trotz sinkender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen sieht der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach baldige Lockerungen der staatlichen Beschränkungen sehr skeptisch. Grund sind die um sich greifenden, wahrscheinlich deutlich ansteckenderen Virusmutanten, wie der Mediziner auf Twitter schrieb. In eigenen Berechnungen komme er zu dem Ergebnis, dass bei derzeitiger Ausbreitung der Mutanten die Fallzahlen nur noch bis Ende Februar sinken dürften, dann komme eine dritte Welle der Pandemie. Auch im Interview mit t-online warnte Lauterbach vor Lockerungen – und nannte lediglich eine Ausnahme. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Ausbruch bei Würth: Britische Mutation festgestellt

In einem der vier Logistikzentren des Werkzeug-Handelsriesen Würth hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montagabend der dpa bestätigte, sind etwa 40 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei der Überprüfung im Labor wurde in drei Fällen festgestellt, dass es sich um die noch ansteckendere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt. Es werde damit gerechnet, dass in weiteren Proben diese Virusvariante nachgewiesen wird. Zuerst hatte die "Heilbronner Stimme" über den Ausbruch berichtet.

Die Würth-Sprecherin sagte der Zeitung, dass weitreichende Maßnahmen eingeleitet und rund 1.000 Mitarbeiter der Logistik Schnelltests unterzogen worden seien. Die Corona-Fälle hätten sich fast ausschließlich auf ein einzelnes Logistikzentrum konzentriert. Der Betrieb könne weiterlaufen.

Tschentscher fordert wegen Virusmutationen Lockdown-Verlängerung

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) spricht sich eindringlich für eine Verlängerung des Lockdowns aus und ruft seine Amtskollegen sowie Kanzlerin Angela Merkel zu einem abgestimmten Vorgehen zur Vermeidung einer dritten Corona-Welle auf. Mehr dazu lesen Sie hier. 

WHO für Einsatz von Astrazeneca-Vakzin bei Erwachsenen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt einem Medienbericht zufolge den Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs bei Erwachsenen in allen Altersgruppen. Das berichtet der "Daily Telegraph".

Außerdem befürworte die WHO die Strategie, wonach die zweite Impfung bis zu zwölf Wochen verschoben werden könne. In Deutschland hat die Ständige Impfkommission die Anwendung der Arznei bei 18- bis 64-Jährigen empfohlen. In Großbritannien werden auch ältere Menschen mit dem Mittel geimpft. Astrazeneca selbst hat Berichte über eine geringere Wirksamkeit seines Impfstoffs bei älteren Menschen zurückgewiesen.

Griechenland und Israel wollen geimpften Touristen gegenseitig Reisen ermöglichen

Gegen das Coronavirus geimpfte Griechen und Israelis sollen schon bald im jeweils anderen Land uneingeschränkt Urlaub machen können. Die Regierungen beider Länder schlossen am Montag ein Tourismusabkommen, durch das eine Art Impfkorridor zwischen beiden Ländern geschaffen werden soll. "Wir müssen jenen das Reisen erleichtern, die einen Impfnachweis vorlegen können", sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis auf einer Pressekonferenz mit seinem israelischen Kollegen Benjamin Netanjahu in Jerusalem.

In Kraft treten soll die Vereinbarung laut Mitsotakis, sobald ein "signifikanter Teil der Bevölkerung geimpft wurde" und Reisebeschränkungen zwischen beiden Ländern aufgehoben sind. Der griechische Regierungschef verwies auch auf die bereits weit fortgeschrittene Impfkampagne in Israel. "Ich hoffe, so bald wie möglich israelische Touristen in Griechenland willkommen heißen zu dürfen", fügte er hinzu.

Netanjahu sagte, die Vereinbarung werde es israelischen Touristen ermöglichen, "ohne Einschränkung oder Quarantäne nach Griechenland zu reisen". Israel hatte die seit Dezember geltenden Corona-Einschränkungen am Sonntag umfassend gelockert. Bis 20. Februar ausgesetzt bleibt allerdings der internationale Flugverkehr.

EU sichert sich Vertrag über 300 Millionen Extra-Impfdosen

Die Europäische Kommission soll sich einen Zusatzvertrag mit Biontech/Pfizer über 300 Millionen Extra-Impfdosen gesichert haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Sprecher der Kommission. Nach der Kritik aufgrund des Impfstoff-Mangels hatte die Kommission im Januar verkündet, dass zusätzliche Dosen gekauft werden sollen. Dieser Vertrag wurde nun den Angaben zufolge finalisiert. 

Ein Sprecher des Pfizer-Konzerns sprach von 200 Millionen Dosen, die dieses Jahr noch ausgeliefert werden sollen. Der Zeitplan für die 100 Millionen verbleibenden sei noch nicht geklärt, hieß es weiter. 

Niederlande: Ausgangssperre verlängert 

Die wegen der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre in den Niederlanden ist bis 2. März verlängert worden. Das teilte die Regierung am Montag in Den Haag mit. Bürger dürfen sich damit auch in den kommenden Wochen von 21 Uhr bis 4:30 Uhr nicht ohne wichtigen Grund draußen aufhalten. Seit 23. Januar gilt die abendliche Ausgangssperre, um die Zunahme von Neuinfektionen vor allem mit Mutationen des Corona-Virus zu stoppen.

Proteste gegen diese bislang schärfste Corona-Maßnahme waren in den ersten Tagen der Ausgangssperre eskaliert. Es hatte Krawalle in mehreren Städten gegeben.

Auch alle übrigen Corona-Maßnahmen waren zuvor bereits bis zum 2. März verlängert worden. Dazu gehören die Schließung von Schulen, Läden und Gaststätten. Nur die Grundschulen dürfen seit diesem Montag wieder Schüler empfangen – allerdings blieben viele Schulen noch wegen des heftigen Winterwetters geschlossen.

Russlands Corona-Totenzahl 2020 mehr als doppelt so hoch wie bekannt

Die Zahl der Corona-Toten in Russland ist nach Angaben des nationalen Statistikamtes Rosstat mehr als doppelt so hoch wie offiziell angegeben. Allein im Jahr 2020 sind mehr als 162.000 Russen mit dem Virus gestorben, wie die Behörde am Montag mitteilte. Auf der offiziellen Corona-Seite der Regierung war am selben Tag hingegen von 77.068 Toten seit Beginn der Pandemie die Rede. Dort werden lediglich Fälle aufgelistet, bei denen Covid-19 als Todesursache bestätigt wurde. An dieser Zählweise hat es immer wieder Kritik gegeben.

Insgesamt starben in Russland im vergangenen Jahr fast 18 Prozent mehr Menschen als im Jahr 2019, wie Vizeregierungschefin Tatjana Golikowa der Agentur Interfax zufolge sagte. Laut Statistikamt schrumpfte die russische Bevölkerung 2020 so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Italien: Provinz aus Angst vor Mutationen abgeriegelt 

Aus Angst vor einer Ausbreitung zweier Corona-Mutationen in der italienischen Provinz Perugia hat die zuständige Regionalregierung einen Lockdown verhängt. Mehrere Fälle sowohl der britischen als auch der brasilianischen Variante des Coronavirus seien festgestellt worden, hieß es in einer Mitteilung der Regierung der mittelitalienischen Region Umbrien. In der Provinz Perugia und einigen Kommunen der angrenzenden Provinz Terni gelten deshalb ab Montag für etwas mehr als zwei Wochen die Regeln der Roten Zone.

Das öffentliche Leben wird damit sehr stark eingeschränkt. Bars, Restaurants und die meisten Geschäfte haben zu. Die Menschen dürfen nicht mehr im öffentlichen Raum essen oder trinken und sollen ihre Häuser nur noch für notwendige Dinge, wie etwa Einkaufen oder Arztbesuche verlassen. Fast alle Schüler müssen wieder über das Internet von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen. Kindergärten bleiben zu. Die gesamte Region Umbrien liegt ohnehin in der Orangen Zone mit strengeren Corona-Regeln.

Österreich spricht Reisewarnung für sein Bundesland Tirol aus

Österreich hat für das eigene Bundesland Tirol aufgrund der als brisant eingeschätzten Corona-Lage ab sofort eine Reisewarnung verhängt. Das erklärte die Bundesregierung am Montag in Wien. Zuletzt war es in Tirol zu einer starken Ausbreitung der ansteckenderen südafrikanischen Coronavirus-Variante gekommen. "Daher ist alles zu tun, um zu verhindern, dass sich diese Mutationen immer weiter ausbreiten", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die politische Riege Tirols hatte sich im Vorfeld vehement gegen Verschärfungen ausgesprochen und kurz vor der Verkündung ein eigenes Maßnahmenpaket verkündet.

Ciesek: Sars-CoV-2 wird wohl nicht verschwinden

Vor rund 18 Jahren brach auf der Welt zum ersten Mal eine Sars-Pandemie aus. Das Virus Sars-CoV-1 gilt heute jedoch als ausgerottet. Die Virologin Sandra Ciesek hat im Gespräch mit "Focus Online" erklärt, warum das bei dem grassierenden Sars-CoV-2-Virus eher nicht gelingen wird.

"Sars-CoV-1 vermehrt sich vor allem in der Tiefe des Atemtrakts, Sars-CoV-2 auch weiter oben", erklärt die Virologin. "Repliziert das Virus vor allem weiter unten in der Lunge, wie etwa bei Sars-Cov-1, ist die Gefahr eine Ansteckung wesentlich geringer." Dies sei bei dem jetzigen Coronavirus nicht der Fall. "Das Virus sitzt viel weiter oben als sein Vorgänger. Und das macht es ansteckender", erklärt Ciesek. Auch bliebe das neuartige Coronavirus, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, häufig unentdeckt, da Infizierte nicht immer Symptome entwickelten, so Ciesek. Eine Isolation der Patienten sei demnach schwieriger. 

Auch eine Herdenimmunität, so Ciesek, könne das Virus nicht ausrotten. Es ist stattdessen anzunehmen, dass es "heimisch" werde. "Das ist ähnlich wie bei der Influenza", erklärt die Virologin. "Hier haben wir auch eine Art Grund-Immunität. Einige sind geimpft, andere hatten im Laufe ihres Lebens bereits eine Grippe und sind somit zumindest teil-immun. Sie haben dann im Falle einer Infektion in der Regel nicht so schwere Verläufe."

Biontech-Impfstoff wirkt in Laborstudien gegen Virus-Varianten

Einer Laborstudie zufolge wirkt der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer auch gegen die in Großbritannien und Südafrika erstmals aufgetauchten Varianten von Sars-CoV-2. Die Daten der Studie seien im Fachblatt "Nature Medicine" veröffentlicht worden, teilten beide Unternehmen am Montag gemeinsam mit. Es habe sich im Labor gezeigt, dass das Blut von 20 mit dem Impfstoff geimpften Menschen die Schlüsselmutationen der Coronavirus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika neutralisiere, in dem Blut also ausreichend neutralisierende Antikörper waren.

Ende Januar waren die Daten der Untersuchung von Pfizer und der University of Texas erstmals bekannt geworden. Damals hatten Biontech und Pfizer betont, die Ergebnisse deuteten nicht auf die Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs gegen die neu auftretenden Varianten hin. Mittlerweile haben auch externe Experten die Ergebnisse begutachtet, so dass es nun zu der Veröffentlichung in dem Fachblatt "Nature Medicine" kam. Dort heißt es unter anderem, nun brauche es klinische Daten, um noch mehr über die Wirkung des Impfstoffs gegen Virusvarianten zu lernen. Die anhaltende Weiterentwicklung von Sars-CoV-2 mache ein kontinuierliches Monitoring der Variationen und möglicher Folgen für die Effektivität von Impfstoffen nötig.

Gericht kippt nächtliche Ausgangssperre in Baden-Württemberg

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen im Südwesten mit Wirkung ab Donnerstag aufgehoben. Mehr dazu lesen Sie hier.

SPD-Politiker sehen kein Lockdown-Ende – und warnen

Führende SPD-Politiker gehen vor dem nächsten Corona-Gipfel zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs nicht von einem Ende des Lockdowns aus. In den Sendern RTL/ntv warnte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zudem vor "Überbietungsdebatten" bei möglichen Verschärfungen. Er fügt aber hinzu: "Es zeichnet sich ab, dass die Maßnahmen verlängert werden." 

Auch Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mahnt zur Vorsicht vor verfrühten Lockerungen, will bei den Bund-Länder-Beratungen aber über "Öffnungskonzepte und eine Öffnungsstrategie" sprechen. "Da wird jetzt weiter konkretisiert werden müssen", sagt er im ZDF. Priorität hätten aus seiner Sicht Schulen und Kitas.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach sich derweil sogar gegen Lockerungen der Corona-Beschränkungen bei einem Inzidenzwert unter 50 aus. "Es darf keinen Automatismus geben", sagte Tschentscher der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Montag. "Wir brauchen eine Einschätzung der Gesamtlage und müssen sehr vorsichtig bleiben." Ansonsten könnte der Inzidenzwert schnell wieder bis weit über 50 steigen. "Wir müssen die Infektionsdynamik beachten und das Risiko durch die Mutationen einbeziehen – und dann geht es natürlich weiterhin auch um die Auslastung von Krankenhäusern und Intensivstationen", sagte der Regierungschef. 

Klinikmitarbeiter bekommen erneut staatliche Corona-Prämie

Als Anerkennung für die besonderen Belastungen in der Corona-Pandemie sollen Klinikmitarbeiter einem Bericht zufolge erneut eine Prämie von jeweils bis zu 1.500 Euro bekommen. Insgesamt stellt die Bundesregierung dafür 450 Millionen Euro bereit, wie nach Angaben der Funke Mediengruppe aus einer Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für das Corona-Kabinett am Montag hervorgeht.

"Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat viele Krankenhäuser und ihre Beschäftigten vor eine noch größere Belastung gestellt als die erste", heißt es den Angaben zufolge in der Vorlage. Für den herausragenden Einsatz bei der Versorgung von Covid-19-Patienten solle deswegen den besonders betroffenen Beschäftigten eine extra Corona-Prämie als finanzielle Anerkennung zuteil werden.

Vakzin nur begrenzt wirksam – Südafrika verschiebt Impfstart

Südafrika verschiebt nach einer Studie zur Wirksamkeit des Corona-Vakzins von Astrazeneca den Beginn der landesweiten Impfkampagne. Zunächst müssten die Fragen, die sich aus der Untersuchung ergäben, geklärt werden, sagte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Sonntag. Der Studie zufolge ist der Impfstoff von Astrazeneca nicht umfassend gegen die südafrikanische Corona-Mutante wirksam.

Die Impfkampagne in dem am schwersten von der Pandemie betroffenen Land Afrikas sollte eigentlich in den kommenden Tagen beginnen. Südafrika hatte am Montag eine erste Lieferung mit einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten. 500.000 weitere werden in diesem Monat erwartet.

Als Reaktion auf die Studie werde der Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens aber so lange unter Verschluss gehalten, bis eine eindeutige Einschätzung von Wissenschaftlern vorliege, kündigte Gesundheitsminister Mkhize am Sonntag an. Zugleich verwies er auf bevorstehende Impfstoff-Lieferungen des Pharmaunternehmens Johnson & Johnson sowie des Mainzer Herstellers Biontech und seines Partners Pfizer, mit denen in den kommenden vier Wochen zu rechnen sei. Zudem führe Südafrika Verhandlungen mit weiteren Herstellern.

Laut der Studie der Witwatersrand-Universität in Johannesburg bietet der Astrazeneca-Impfstoff nur einen "minimalen Schutz" gegen milde und mittelschwere Krankheitsverläufe nach einer Infektion mit der in Südafrika grassierenden Corona-Mutante. Mehr dazu lesen Sie hier.

Deutsche misstrauen Merkels Impfversprechen

Eine große Mehrheit der Deutschen glaubt nicht daran, dass die Bundesregierung wie versprochen jedem Impfwilligen bis zum 21. September eine Corona-Impfung anbieten kann. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur erwartet nur etwa jeder Vierte (26 Prozent), dass das Ziel eingehalten wird. 57 Prozent rechnen dagegen nicht damit. 17 Prozent machten keine Angaben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehrfach angekündigt, bis zum 21. September allen Erwachsenen in Deutschland, die geimpft werden wollen, ein Angebot machen zu wollen. Die Skepsis überwiegt selbst in ihren eigenen Reihen. 47 Prozent der Wähler von CDU und CSU glauben nicht an ein Impfangebot für alle bis zum Ende des Sommer. 

Debatte um Isolation Tirols wegen Südafrika-Mutante geht weiter

Das österreichische Bundesland Tirol hat sich zunächst nicht auf eine Isolierung einzelner Bezirke wegen der dort aufgetretenen Südafrika-Variante des Coronavirus festgelegt. Nach einer beinahe ganztägigen Debatte zwischen Bundesgesundheitsminister Rudolf Anschober und Tirols Regierungschef Günther Platter wurde eine Entscheidung am späten Sonntagabend vertagt. Weitere Details seien am Montag zu erwarten, verlautete nach Angaben der Agentur APA aus Teilnehmerkreisen.

Bericht: Bis zu 1.500 Euro Prämie für Pflegekräfte auf 

Als Anerkennung für die besonderen Belastungen in der Corona-Pandemie sollen Klinikmitarbeiter erneut eine Prämie von bis zu 1.500 Euro pro Person bekommen. Insgesamt stellt die Bundesregierung dafür 450 Millionen Euro bereit, wie aus einer Vorlage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für das Kabinettstreffen an diesem Montag hervorgeht. "Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat viele Krankenhäuser und ihre Beschäftigten vor eine noch größere Belastung gestellt als die erste Welle", heißt in der Vorlage, aus der die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" (Montagausgabe) vorab berichten. Die Prämien sollen von den Krankenhäusern bis Ende Juni 2021 an die Beschäftigten ausgezahlt werden.

Söder will Lockdown verlängern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geht davon aus, dass der Lockdown über den 14. Februar hinaus andauern wird. "Ich glaube, grundsätzlich wird der Lockdown erstmal verlängert werden müssen", sagt der CSU-Chef im ARD-Bericht aus Berlin. "Es hat ja keinen Sinn, jetzt abzubrechen einfach." Bund und Länder hätten im November schon einmal den Fehler gemacht, nicht entschieden genug gehandelt zu haben. Der Stressfaktor für die Menschen sei allerdings hoch. "Die Wirtschaftshilfen des Bundes kommen in der Tat zu schlecht und zu spät", kritisiert Söder.

Hunderte demonstrieren in München gegen Corona-Maßnahmen

Am frühen Abend fuhr ein Autokorso durch mehrere Innenstadtteile, wie die Polizei mitteilte. In den 95 Wagen saßen demnach rund 200 Menschen. Der Verkehr wurde zeitweise behindert. Eine zweite Versammlung mit bis zu 250 Teilnehmern fand den Angaben zufolge später am Geschwister-Scholl-Platz statt. Zwölf Gegendemonstranten waren ebenfalls vor Ort. Die Polizei registrierte in Einzelfällen Verstöße gegen die Maskenpflicht. 500 Polizisten waren bei den Protesten im Einsatz.

Spahn gegen Langfrist-Plan für Lockdown-Lockerungen

Vor dem nächsten Corona-Treffen von Bund und Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Fortsetzung des Corona-Lockdowns und für ein weiter schrittweises Vorgehen der Regierung geworben. "Alle wünschen sich einen Sechs-Monats-Plan, aber den kann es halt in dieser Dynamik, in dieser Pandemie nicht geben", sagte Spahn am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Es gehe nur "Zug um Zug" - und dabei stünden noch einige harte und schwere Wochen bevor.

Es werde weiterhin notwendig sein, die konkreten Maßnahmen, die konkrete Strategie immer wieder anzupassen. "Ich weiß, alle haben eine Sehnsucht nach irgendetwas, das dann hält für sechs oder zwölf Monate. Aber das geht nicht. Das Virus ist zu dynamisch. Die Lage verändert sich zu sehr", sagte Spahn.

"Wir werden immer wieder anpassen müssen an die Erkenntnisse, an die Entwicklung", so der Minister. "Wir werden immer wieder überprüfen müssen, nach jeder Maßnahme, die wir ergreifen, nach jedem Schritt, den wir gehen auch nach zwei, drei Wochen: Was sind die Folgen, müssen wir nachsteuern?"

Flucht aufs Dach: Polizei löst Corona-Party auf

Eisige Kälte hat nach kurzer Zeit die Flucht von Teilnehmern einer Party vor der Polizei in Potsdam beendet. Die Beamten waren in der Nacht zu Sonntag wegen lauter Musik aus einer Wohnung alarmiert worden, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren wurden laut Polizei angetroffen, die nachweislich nicht einem Haushalt angehörten und damit gegen die Corona-Regeln verstießen.

Einige der Party-Gäste seien dann aus dem Fenster über die Feuerleiter aufs Dach geflüchtet. Zunächst hätten die Jugendlichen nicht auf die Polizei reagiert. Die Temperaturen und der eisige Wind hätten sie dann aber zur Rückkehr in die Wohnung bewegt. Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Eindämmungsverordnung wurden erstattet.

Auch in Köln-Fühlingen haben sich in der Nacht zu Sonntag 41 Menschen zu einer illegalen Technoparty in einem leerstehenden Gebäude getroffen. Eine junge Frau flüchtete vor der Polizei und verletzte sich dabei leicht. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Österreich verschärft Grenzkontrollen zu Nachbarländern

Österreich will aus Sorge vor der Verbreitung des Coronavirus Grenzkontrollen zu Deutschland und den weiteren Nachbarländern ab Montag massiv verschärfen. So sollen alle nicht notwendigen Reisen in der Pandemie verhindert werden, teilte das Innenministerium am Sonntag mit. "Die Grenzkontrollen dienen als Wellenbrecher für Infektionsketten, die gerade durch neue Virusmutationen immer gefährlicher werden", sagte Innenminister Karl Nehammer. Zu dem Thema habe Nehammer auch ein positives Gespräch mit seinem deutschen Amtskollegen Horst Seehofer (CSU) geführt. Das Netz der Kontrollen an den Grenzen solle nun deutlich dichter werden.

Schon bisher hat Österreich die Grenzen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei kontrolliert. Die bisher stichprobenmäßig durchgeführten Kontrollen an den übrigen Grenzen sollen nun deutlich intensiviert werden. Um mögliche Grenzübertritte von Touristen zu verhindern, kündigten die Behörden zudem verstärkte Kontrollen in Skigebieten an. "Es gilt in Zeiten der Pandemie, Reisebewegungen auf das absolute Minimum zu reduzieren", so Nehammer.

Anfang der vergangenen Woche waren bereits striktere Regeln für Einreisende nach Österreich verkündet worden. Jeder Reisende muss künftig beim Grenzübertritt einen negativen Coronatest vorlegen. Ausnahmen gibt es nicht mehr. Auch sei eine zehntägige Quarantäne einzuhalten. Das Freitesten nach fünf Tagen wurde abgeschafft. Pendler müssen sich - wie andere Einreisende auch - nun online registrieren und einmal pro Woche einen negativen Coronatest vorzeigen.

Österreichs Kanzler will Impfstoff aus Russland und China produzieren lassen

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz will im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Impfstoffe aus Russland und China im eigenen Land produzieren lassen. Voraussetzung sei eine Zulassung in Europa, sagte der konservative Politiker der "Welt am Sonntag". Dann "würde Österreich ganz bestimmt versuchen, Produktionskapazitäten bei geeigneten einheimischen Unternehmen für russische oder chinesische Impfstoffe zur Verfügung zu stellen". Es gehe einzig darum, so schnell wie möglich viel sicheren Impfstoff zu erhalten.

Kurz sagte weiter, er würde sich auch selbst mit beiden Präparaten impfen lassen. "Es geht bei den Impfstoffen einzig um Wirksamkeit, Sicherheit und um schnelle Verfügbarkeit, nicht um geopolitische Kämpfe." Die Bürger der Europäischen Union seien aktuell nur "suboptimal" mit Impfstoffen versorgt. Der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) warf er vor, bei der Zulassung "bürokratisch und langsam" zu arbeiten. Zulassungen außerhalb der EU gingen viel schneller.

Im Sommer erwartet Kurz aufgrund der Impfungen eine deutliche Entspannung. In Österreich werde die Bevölkerung dann in weiten Teilen zur Normalität zurückkehren können. "Aber ich bin auch sicher, dass die kommenden Monate noch extrem heftig werden." Österreich lockert den Lockdown von Montag an wieder. Alle Geschäfte, Friseure und auch Museen dürfen öffnen. Es gelten jedoch strenge Hygieneregeln.

Astrazeneca-Impfstoff nur begrenzt bei Mutation wirksam

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca bietet laut dem Pharmakonzern nur begrenzten Schutz bei einer mild verlaufenden Infektion mit der südafrikanischen Variante des Virus. Das hätten erste Ergebnisse einer Studie der südafrikanischen Universität Witwatersrand und der Universität Oxford, mit der Astrazeneca den Impfstoff zusammen entwickelte, ergeben, teilte das britisch-schwedische Unternehmen am Samstag mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

Israel lockert Einschränkungen trotz hoher Zahlen

Israel hat am Sonntag trotz anhaltend hoher Infektionszahlen mit Lockerungen seines dritten Corona-Lockdowns begonnen. Beschäftigte, die keinen Kontakt zu Kunden haben, dürfen an ihre Arbeitsplätze zurück. Besuche im privaten Kreis sind wieder erlaubt, ebenso wie Ausflüge in die Natur und Übernachtungen von Kernfamilien in Ferienwohnungen. Kindergärten und Schulen sollen von Dienstag an in eingeschränktem Umfang wieder geöffnet werden. Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv bleibt jedoch grundsätzlich geschlossen.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land hatte Ende Dezember einen Teil-Lockdown verhängt und vor einem Monat verschärft. Trotz einer massiven Impfkampagne bleiben die Infektionsfälle aber auf hohem Niveau. Auch die Zahl der Schwerkranken ist kaum gesunken. Das Gesundheitssystem liegt nahe der Belastungsgrenze. Mehr als zwei Millionen Menschen haben bereits zwei Dosen gegen das Virus erhalten. Die Regierung macht für die weiterhin hohen Infektionszahlen vor allem eine Mutation verantwortlich. Häufig wurden aber auch Lockdown-Regeln missachtet oder nicht durchgesetzt.

Stiko-Mitglied: Erste Studien für Kinder laufen bereits

Einige Hersteller haben damit begonnen, ihre Covid-19-Impfstoffe an Minderjährigen zu testen. Experten erwarten aber frühestens Ende dieses Jahres ihren Einsatz. Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), Fred Zepp, rechnet "frühestens Ende des Jahres, eher Anfang nächsten Jahres" damit, dass Kinder in Deutschland geimpft werden könnten.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist derzeit ab 16 Jahre zugelassen. Geplant ist jedoch bereits, die Impfstoffe an Kindern zwischen 0 und 15 Jahren zu testen. Astrazeneca will "in den kommenden Monaten" 6- bis 18-Jährige in seine Studien einbeziehen, wie eine Sprecherin der dpa sagte. Moderna hat schon im Dezember eine Studie mit 3000 Minderjährigen in den USA begonnen.

Studien mit Kindern unter 12 Jahren gehören nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller zu den Auflagen der EMA, die an die Bedingte Zulassungen für Erwachsene geknüpft sind. Spätester Abgabetermin der Ergebnisse sei Juli beziehungsweise Dezember 2024.

Bildungsministerin will Lehrer und Erzieher bei Impfung vorziehen

Nach der ersten Lieferung des Impfstoffs von Astrazeneca an Deutschland hat sich Bundesbildungsministern Anja Karliczek (CDU) für eine frühere Impfung von Lehrern und Erziehern ausgesprochen. Sie verwies in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben) darauf, dass der Impfstoff von Astrazeneca von der Ständigen Impfkommission nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen wird. Daher könne er "schon bald für Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erzieher angeboten werden".

Kassenärzte wollen geimpft werden

Deutschlands Kassenärzte fordern, dass sie schneller als geplant bei der Corona-Impfung zum Zug kommen. "Diejenigen, die andere jeden Tag behandeln, medizinisch versorgen und schützen, müssen auch selbst geschützt sein", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Natürlich muss wegen des knappen Impfstoffes priorisiert werden", sagte Gassen. "Aber die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen mit ihren Teams gehören unbedingt zum Kreis der vorrangig zu Impfenden." In der geltenden Impfverordnung zählen Ärzte zur zweiten von drei prioritär zu impfenden Gruppen in Deutschland. Nach einem Entwurf soll auch eine für kommende Woche erwartete Neufassung der Verordnung daran nichts ändern. Noch bis Ende März herum sollen die Impfungen der ersten Gruppe dauern.

Gesundheitsämter können noch immer Kontakte nachverfolgen

Mehrere Bürgermeister deutscher Großstädte versichern, dass ihre Gesundheitsämter sehr wohl in der Lage sind, auch bei Inzidenzwerten von über 50 Kontakte nachzuverfolgen. In Köln etwa seien die Behörden trotz Werten von über 50 seit Monaten in der Lage, sowohl die positiv Getesteten als auch die Kontaktpersonen "innerhalb von 24 Stunden zu kontaktieren und Quarantäneanordnungen zu verhängen", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) der "Welt am Sonntag".

Auch Bremens Stadtoberhaupt Andreas Bovenschulte (SPD) sagte der Zeitung, in seiner Stadt, wo die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zurzeit bei 71,2 liegt, könnten alle Kontakte nachverfolgt werden. Ähnliche Angaben machten laut "Welt am Sonntag" Rathäuser in München, Leipzig und Düsseldorf.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, verwies gegenüber der Zeitung auf die schnelle Einführung von IT-Lösungen in Großstädten: "Die dortigen Lösungen laufen rund und befähigen die Gesundheitsämter dieser Städte schon jetzt, auch bei einer Inzidenz weit über 50 die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Das wird nur in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen." Allerdings können laut Dedy bundesweit nicht alle Ämter bei hohen Inzidenzen so umfassend agieren.

Bildungsminister debattieren über Lockerungen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), plädiert in der Corona-Pandemie für Lockerungen für die Schulen. "Wir wünschen uns Lockerungen für den Schulbetrieb. Ob das der 14. Februar, eine oder zwei Wochen später sein wird, ist im Moment ja noch nicht zu sagen", sagte sie im Deutschlandfunk. Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist bislang bis zum 14. Februar befristet. Nach Berichten der Funke-Mediengruppe soll Bundesbildungsministerin Anja Karliczek gegen eine frühe Öffnung sein. Eine flächendeckende Rückkehr zum Präsenzunterricht dürfte momentan wegen der allgemeinen Infektionslage vermutlich noch verfrüht sein. 

Pathologe: Großteil stirbt an, nicht mit Covid

Der Großteil der von Kieler Pathologen obduzierten Menschen, die sich vor ihrem Tod mit Corona infiziert hatten, ist tatsächlich an Covid-19 gestorben. "Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an Covid-19 verstorben sind", sagte der Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Christoph Röcken. In Kiel wurden bislang mehr als 50 Menschen im Alter von 53 bis über 90 Jahre obduziert, die sich vor ihrem Tod mit Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Nur ein kleiner Teil sei mit statt an Covid-19 gestorben, sagte Röcken.

Bislang liegen bundesweite Daten aus dem Obduktionsregister noch nicht vor. Aber er höre von anderen Pathologen bundesweit, dass diese zu ähnlichen Ergebnissen kämen, sagte Röcken. Das Robert Koch-Institut verzeichnete bislang mehr als 60.000 Corona-Todesfälle. In die Statistik gehen dabei sowohl Menschen ein, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind, als auch solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war.

Chile impft 500.000 Menschen in drei Tagen

In Chile sind innerhalb von drei Tagen mehr als 550.000 Bürger gegen das neuartige Coronavirus geimpft worden. Alleine am Freitag seien gut 112.000 Impfdosen an Senioren im Alter von über 85 Jahren verabreicht worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die Impfzentren in dem südamerikanischen Land waren am Mittwoch eröffnet worden. Die Regierung gab als Ziel aus, bis Ende März fünf Millionen Menschen zu impfen. Bis Juli sollen 15 Millionen der insgesamt 18 Millionen Einwohner eine Impfung erhalten haben. Die ersten Impfdosen waren bereits im Dezember an das Gesundheitspersonal in Chile verabreicht worden. Neben dem Vakzin des Mainzer Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer setzt das Land auch den Impfstoff des chinesischen Unternehmens Sinovac ein. 

Dobrindt: Zuerst Massage-Studios öffnen, dann Schulen

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt plädiert dafür, in der Corona-Krise nicht die Schulen als Erstes zu öffnen – sondern zuerst in anderen Bereichen zu lockern. "Ich könnte mir Lockerungen beispielsweise bei körpernahen Dienstleistungen oder anderen Bereichen zu Beginn eher vorstellen", sagte er dem "Münchner Merkur". Zu "körpernahen Dienstleistungen" zählen Massagepraxen, Sonnen-, Tattoo- und Nagelstudios. Er wisse, dass die Forderungen nach Schulöffnungen besonders stark seien, so Dobrindt. Dafür gebe es auch gute Gründe. "Aber ein mögliches Infektionsgeschehen in den Schulen stellt aus meiner Sicht kein unwesentliches Risiko dar."

Dobrindt steht mit dieser Forderung bisher alleine da. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte am Samstag noch einmal in Bezug auf Lockerungen: "Uns ist allen klar, Schule, Bildung, Kinderbetreuung muss absolute Priorität haben."

Von der Leyen bekräftigt Vorgehen bei Impfstoff-Bestellung

Die wegen der schleppenden Beschaffung von Impfstoffen in der Kritik stehende EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Vorwurf eines zu späten Vertragsabschlusses mit den Pharmafirmen zurückgewiesen. Der Engpass sei damit zu erklären, dass wichtige Inhaltsstoffe "weltweit knapp sind", schrieb von der Leyen laut Vorabbericht in einem Gastbeitrag der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der Vorwurf, ein früherer Vertragsabschluss hätte zu einer schnelleren Lieferung von Impfstoff geführt, führe "in die Irre". Wenn schon damals allen klar gewesen sei, "welche Risiken mit dem Start einer derartigen Massenproduktion verbunden sind, dann hätten wir früher auf allen Ebenen überhöhte Erwartungen an eine schnelle Impfung gedämpft."

Söder warnt vor überstürzten Corona-Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor den Bund-Länder-Beratungen zum Corona-Kurs vor überstürzten Lockerungen mit der Gefahr eines Rückfalls gewarnt. "Wenn die Zahlen sinken, und das tun sie, dann haben wir mehr Perspektiven, dann gibt es auch Veränderungen und natürlich wieder zu mehr Freiheit und Normalität", sagte Söder am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag im niedersächsischen Hildesheim. Lockerungen müssten aber nicht übereilt, sondern in einem moderaten Prozess erfolgen, nötig seien Empathie und Ehrlichkeit gegenüber der Bevölkerung.

Lockerungen zu überstürzen, könne gefährlich werden, wie sich im Nachbarland Tschechien und teils auch in Österreich zeige, sagte Söder, der zu dem weitestgehend online organisierten Parteitag zugeschaltet wurde. "Sicherheit ist – glaube ich – am Ende der beste Ratgeber." Bei der Bewältigung der Corona-Epidemie sei Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Welt den richtigen Weg gegangen, sagte Söder. "Ich wünsche mir einfach, dass wir diesen Weg jetzt klug und besonnen weitergehen."

Impfstoff von Sinovac in China zugelassen

Der Covid-19-Impfstoff der chinesischen Biotechfirma Sinovac Biotech ist von der chinesischen Arzneimittelbehörde für die breite Öffentlichkeit zugelassen worden. Die Zulassung basiere auf zweimonatigen Ergebnissen einer späten klinischen Studien in Übersee, teilte Sinovac mit. Allerdings lägen die endgültigen Analysedaten noch nicht vor. Das Vakzin von Sinovac ist der zweite Impfstoff, der in China für den öffentlichen Gebrauch zugelassen wurde. Im Dezember war bereits ein Corona-Impfstoff des chinesischen Staatskonzerns Sinopharm genehmigt worden. Vor den Zulassungen wurden beide Impfstoffe bereits in Chinas Impfprogramm eingesetzt, welches sich vor allem an besonders gefährdete Personengruppen richtet.

Bundespräsident Steinmeier plant Gedenkfeier für Corona-Tote

Die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigte zentrale Gedenkfeier für die Toten der Corona-Pandemie soll am 18. April stattfinden. Steinmeier sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe), neben Hinterbliebenen der Toten solle die gesamte Staatsspitze an der Gedenkfeier teilnehmen. Das Ziel sei, als Gesellschaft innezuhalten, den Hinterbliebenen eine Stimme zu geben und in Würde Abschied von den Toten zu nehmen.

"Wegen Corona kann leider nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern dabei sein, und viele Planungen bleiben unsicher", sagte Steinmeier, der eine Live-Übertragung der Gedenkfeier ankündigte. Der Bundespräsident hatte im Januar bereits die Aktion "Lichtfenster" initiiert, bei der die Menschen im Gedenken an die Corona-Toten eine Kerze ins Fenster stellen sollen. "Über dieses stille Symbol hinaus brauchen wir eine angemessene Form des öffentlichen Gedenkens", sagte Steinmeier.

NRW erwartet erste Impfstoff-Lieferung von Astrazeneca

Die ersten 74.400 Corona-Impfdosen des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca werden heute in Nordrhein-Westfalen erwartet. Mit diesem dritten Impfstoff nach den Produkten von Biontech und Moderna kann voraussichtlich ab der kommenden Woche im bevölkerungsreichsten Bundesland geimpft werden. Bis einschließlich der ersten Märzwoche sollen nach Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) etwa 600.000 Impfdosen von Astrazeneca eintreffen. Nach den jüngsten Daten des Bundesgesundheitsministeriums könnten es sogar fast 700.000 sein.

Robert Koch-Institut meldet mehr als 10.000 Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 689 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Berichte: Lockdown soll um zwei Wochen verlängert werden

Bund und Länder werden die aktuell bis zum 14. Februar geltenden Corona-Regeln wohl in vielen Bereichen um weitere zwei Wochen verlängern. Das berichten sowohl der "Tagesspiegel" als auch der "Business Insider" unter Berufung auf Landesregierungen.

Dieser Schritt sei vor dem nächsten Corona-Gipfel am kommenden Mittwoch weitgehend Konsens, es werde voraussichtlich nur wenige Lockerungen geben. Denkbar sei aber zum Beispiel, dass Kitas und Schulen in Landkreisen mit besonders niedrigen Inzidenzwerten eingeschränkt wieder öffnen dürfen. Auch einzelne Branchen können auf Entlastung hoffen. Innenminister Horst Seehofer nannte im "Spiegel" die Friseure, zudem sollen auch Blumenläden im Gespräch sein.

Entsprechende Regeln könnten Teil eines Stufenmodells für Lockerungen werden, das mehrere Bundesländer bereits vorgelegt haben oder bis zum Corona-Gipfel noch erarbeiten wollen. Wegen der ansteckenderen Corona-Mutation B1.1.7, die sich auch in Deutschland zunehmend ausbreitet, haben Kanzlerin Merkel, Gesundheitsminister Spahn und zahlreiche Experten zuletzt immer wieder vor Lockerungen gewarnt.

Großbritannien sichert sich 50 Millionen Dosen von deutschem Hersteller

Großbritannien hat seinen Kurs der frühzeitigen Corona-Impfstoffbeschaffung ausgeweitet und sich 50 Millionen Dosen eines zukünftigen Impfstoffs des deutschen Herstellers Curevac gesichert, der auch gegen Virusvarianten wirken soll. Das Tübinger Unternehmen werde mit der britischen Regierung zusammenarbeiten, um solche Impfstoffkandidaten zu entwickeln, teilte Curevac am Freitag mit. Teil der Vereinbarung sind 50 Millionen Dosen, die Großbritannien zustehen sollen, wenn die Vakzine zugelassen werden.

Auch bei anderen Impfdosen hat die britische Regierung frühzeitig große Impfstoffmengen bestellt und hat daher aktuell weniger Nachschubprobleme als etwa die Europäische Union. Antony Blanc von Curevac bezeichnete das Land derzeit als "Vorreiter bei der Kontrolle, Impfstoffentwicklung" und der Verteilung der Vakzine. Das Unternehmen zeigte sich optimistisch, seinen Impfstoff schnell an neue Varianten anpassen zu können.

Die zukünftigen Curevac-Vakzine sollen der Mitteilung zufolge teilweise in Großbritannien hergestellt und vertrieben werden. Curevac kooperiert außerdem mit Bayer zur Herstellung seines aktuellen, noch in klinischen Tests befindlichen, mRNA-Impfstoffs sowie mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline für die Vakzine der nächsten Generation.

Forscher: Impfstoff von Astrazeneca gegen britische Variante wirksam

Der Astrazeneca-Impfstoff ist Wissenschaftlern zufolge auch gegen die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.7 wirksam. Das teilte die Universität Oxford mit, die das Vakzin entwickelt hatte. Der Schutz vor einer symptomatischen Infektion sei laut einer bislang nur im Preprint veröffentlichten Studie ähnlich hoch wie bei der bislang vorherrschenden Virusvariante, hieß es in der Mitteilung am Freitag.

Trotzdem wollen sich die Forscher auf eine durch neue Mutationen womöglich notwendige Anpassung ihres Impfstoffs vorbereiten. Man werde "weiterhin die Entstehung neuer Varianten beobachten", so Impfstoffexpertin Sarah Gilbert. Die Ergebnisse zeigen demnach auch, dass Infizierte, die zuvor mit dem Präparat geimpft wurden, für einen kürzeren Zeitraum weniger ansteckend sind als Nicht-Geimpfte. Das, so die Forscher, könne zu einer Reduzierung der Übertragungsrate führen.

Die Variante B.1.1.7 ist nach Ansicht von Experten leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Sie breitete sich seit vergangenem Herbst vor allem im Süden und Osten Englands rasch aus. In Deutschland liegt der Anteil der Variante laut Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitag ersten Analysen zufolge bislang bei knapp sechs Prozent.

Fünf weitere Länder in Afrika als Corona-Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat fünf weitere afrikanische Länder als Corona-Risikogebiete mit besonders gefährlichen Virusmutationen eingestuft. Für Botswana, Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe gilt damit ab Sonntag ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, von dem allerdings deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer sowie Transitpassagiere ausgenommen sind. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mit. Damit sind ab Sonntag insgesamt 12 Länder als Mutationsgebiete eingestuft, davon acht im südlichen Afrika sowie Großbritannien, Portugal, Irland und Brasilien.

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche ein Beförderungsverbot für diese Gebiete erlassen, um die grenzüberschreitende Verbreitung von besonders ansteckenden Corona-Mutationen einzudämmen.

Britische Lehrer aus Versehen zur Impfung eingeladen

In Großbritannien sind Lehrer zu Impfterminen eingeladen worden, obwohl sie eigentlich noch gar nicht an der Reihe sind. Hunderte Lehrer hätten Links zur Impfterminvergabe weitergeleitet bekommen, die eigentlich für medizinische Beschäftigte reserviert gewesen seien, berichtete der Sender BBC am Freitag. Einige seien daraufhin auch geimpft worden.

Von der Regierung hieß es, es sei "absolut entscheidend", dass Impfstoffe in der festgelegten Reihenfolge vergeben würden. Der Gesundheitsdienst wollte die Sicherheit seines Buchungssystems überprüfen. Derzeit werden vor allem über 70-Jährige sowie Angehörige medizinischer Berufe geimpft. Rund jeder fünfte Erwachsene in Großbritannien hat bereits eine erste Impfdosis erhalten.

Pfizer zieht Bewerbung für Impfstoff-Notzulassung in Indien zurück

Pfizer hat seine Bewerbung für eine Notzulassung seines Corona-Impfstoffs in Indien zurückgezogen. Die Entscheidung sei nach einem Treffen mit der Arzneimittel-Aufsichtsbehörde des Landes gefallen, teilte das Unternehmen mit. "Basierend auf Überlegungen beim Treffen und unserem Verständnis, dass die Behörde möglicherweise zusätzliche Informationen braucht, hat sich die Firma entschieden, ihre Bewerbung zum jetzigen Zeitpunkt zurückzuziehen", hieß es. Später, wenn die Zusatzinformationen zur Verfügung stünden, wolle sich das Unternehmen erneut um eine Zulassung bemühen.

Pfizer hatte seine Bewerbung zum Import und Verkauf des Impfstoffs in Indien Ende 2020 eingereicht, wie die indische Nachrichtenagentur PTI berichtete. Dabei habe sie sich auch für eine Befreiung beworben, um keine kleineren Studien des Impfstoffs an der indischen Bevölkerung machen zu müssen, die die Behörde verlangt habe.

Johnson & Johnson beantragt Impfstoffzulassung in den USA

Johnson & Johnson beantragt die Zulassung für seinen Corona-Impfstoff in den USA. Die Unterlagen seien bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, teilte der US-Pharmakonzern mit.

Der lang erwartete Impfstoff scheint, im Gegensatz zu anderen Herstellern, mit nur einer Spritze gegen das Coronavirus zu schützen. Der Schutz sei zwar weniger stark, aber potenziell hilfreich für eine Welt, die dringend mehr Dosen benötigt. Laut einer zuvor veröffentlichten weltweiten Studie weist das Vakzin eine Wirksamkeit von 66 Prozent auf. 

Auch bei der europäischen Behörde EMA werde bald ein entsprechender Antrag eingereicht, teilte das Unternehmen mit Sitz im Bundesstaat New Jersey mit.

Rumänien lässt aus Deutschland nur noch mit negativem Test einreisen

Rumänien verschärft die Einreisebestimmungen für Menschen aus Ländern, die in dem EU-Mitgliedsland als Corona-Risikogebiete gelten. Auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz darf vom 12. Februar an nur noch einreisen, wer ein negatives PCR-Testergebnis auf das Virus Sars-Cov-2 vorweisen kann. Das beschloss das nationale Katastrophenschutz-Komitee in Bukarest am Donnerstagabend.

Ausgenommen sind Reisende, die nachweisen können, dass sie bereits beide Dosen einer Impfung bekommen haben oder drei Monate vor der Einreise eine Corona-Infektion überstanden haben. Auch für bestimmte Berufsgruppen im Transportgewerbe gibt es Ausnahmen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Rumänien derzeit bei 86,9 Fällen pro 100 000 Einwohner, niedriger als in vielen anderen Staaten Europas.

London: Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen in Hotel-Quarantäne

Um die Verbreitung neuer Coronavirus-Varianten zu verhindern, verpflichtet Großbritannien Einreisende aus mehr als 30 Ländern vom 15. Februar an zu zehn Tagen Quarantäne in Hotels. Es handele sich um Ankünfte aus Staaten, die als Hochrisikogebiete eingestuft werden, teilte das Gesundheitsministerium in London in der Nacht zum Freitag mit. Deutschland ist nicht betroffen, dafür Portugal, alle Staaten Südamerikas und des südlichen Afrika sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Alle anderen Einreisenden müssen sich wie bisher für zehn Tage selbst isolieren.

Die neue Maßnahme zielt vor allem auf britische Reiserückkehrer. Für Menschen ohne Wohnsitz in Großbritannien ist die Einreise aus diesen Ländern bereits verboten. In der kommenden Woche soll bekannt gegeben werden, wie Reisende die Unterkünfte buchen können.

Habeck will EU-Geld für Pharmaunternehmen

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck fordert Risikokapital von der geplanten EU-Koordinationsstelle für Pandemien für Pharmaunternehmen. "Dass die USA bei der Produktion und Beschaffung des Impfstoffs so viel besser sind als Europa, liegt maßgeblich an der Barda", sagt Habeck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland mit Blick auf die US-Behörde für Biomedizinische Forschung. "Der maßgebliche Erfolg der Barda besteht darin, dort einzugreifen, wo der Markt das Risiko scheut." US-Firmen hätten dadurch zu einem Zeitpunkt in Produktionsstätten investiert, als noch nicht klar gewesen sei, ob die Herstellung eines Vakzins gelingen würde.

Macron: Bin nicht über chinesischen Corona-Impfstoff informiert

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat sich kritisch über den chinesischen Corona-Impfstoff geäußert. Er habe "keinerlei Information" darüber, sagte der 43-Jährige am Donnerstagabend in einer Online-Debatte der US-Denkfabrik Atlantic Council. Falls sich auf mittlere und längere Sicht herausstellen sollte, dass der Impfstoff ungeeignet sei, könnte er das Aufkommen von neuen Varianten des Virus begünstigen.

China hatte erst am Mittwoch mitgeteilt, die Lieferung von zehn Millionen Impfdosen für die globale Verteilungsplattform Covax zu planen. Damit will in Peking nach eigenen Angaben zur Deckung des dringenden Bedarfs in Entwicklungsländern beitragen.

Macron und die Regierung in Paris stehen im Land unter Druck, da es zu Verzögerungen bei den Impfungen kommt. Macron machte das Reizthema Impfungen deshalb zur Chefsache. Frankreich mit seinen etwa 67 Millionen Einwohnern ist stark von der Covid-19-Pandemie betroffen. Nach Behördenangaben starben fast 78.000 infizierte Menschen.

Nordkorea erhält internationale Impfstoff-Lieferung

Nordkorea erhält auf eigene Bitte fast zwei Millionen Corona-Impfdosen, obwohl es nach eigenen Angaben Corona-frei ist. Ein Sprecher der internationalen Impfbündnisses Gavi bestätigte am Donnerstag, dass alle Länder, die im Rahmen der Covax-Initiative versorgt würden, "Anträge auf Impfstoffe gestellt" hätten – somit auch Nordkorea. Die unter anderem von der WHO und Gavi gegründete Initiative setzt sich dafür ein, dass auch ärmere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgt werden.

Nordkorea hatte als erstes Land der Welt seine Grenzen Ende Januar 2020 geschlossen, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. Nach Angaben Pjöngjangs gibt es in dem Land keine Corona-Infektionen. Damit ist Nordkorea eines von insgesamt acht Ländern auf der Welt, in denen die Pandemie offiziellen Angaben zufolge nicht angekommen ist. Experten äußern jedoch Zweifel, weil das Virus sich zuerst in China ausbreitete, das seinen strikt abgeschotteten Nachbarn mit Handelsgütern und Hilfslieferungen versorgt.

Laut dem Covax-Programm soll Nordkorea nun insgesamt 1,99 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten, die vom Serum Institute of India produziert werden.

Israel: Impfaktion zeigt Erfolg 

In Israel zeigen die Impfungen nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu positive Auswirkungen. Unter den über 60-Jährigen hat sich demnach die Zahl der Covid-19-Fälle in den vergangenen zwei Wochen fast halbiert. Die Zahl der schwierigen Krankheitsverläufe in dieser Altersgruppe habe sich um ein Viertel verringert. In Israel sind nach Regierungsangaben bislang 35 Prozent der neun Millionen Einwohner geimpft worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben 84 Prozent der über 60-Jährigen eine Impfung erhalten.  

Erste Großstadt wieder unter wichtiger Corona-Inzidenz

München hat als erste der fünf größten Städte Deutschlands den Corona-Inzidenzwert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner geknackt. Der Wert lag am Donnerstag laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 48,0. Am Mittwoch hatte die Stadt noch eine Inzidenz von 51,0 erreicht. Am Donnerstag lag sie dort jedoch noch deutlich über der 50. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch in anderen Großstädten war die Inzidenz zuletzt gesunken. Berlin kam insgesamt auf 72,0, wobei der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 49,4 bereits als einziger der insgesamt zwölf Bezirke unter der kritischen Marke von 50 lag. Köln erreichte einen Wert von 75,9. Ähnlich hoch war der Wert in Frankfurt am Main. Dort lag er am Donnerstag bei 71,5 und stieg somit im Vergleich zur vergangenen Woche wieder an. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 63,5 gelegen. Für Hamburg registrierte das RKI eine Inzidenz von 65,0.

Insgesamt können mittlerweile 70 Städte und Landkreise den Wert von 50 unterbieten. Dazu gehören Städte wie Freiburg (48,9), Rostock (47,3), Mainz (46,2) oder Kiel (42,1). Spitzenreiter ist die rheinland-pfälzische Stadt Zweibrücken mit einer Inzidenz von 11,7. Eine Inzidenz von unter 50 gilt als die Schwelle, bei der Öffnungen der im Lockdown geschlossenen Bereiche möglich sind - ab diesem Wert sollen die Gesundheitsämter in der Lage sein, Infektionen nachzuverfolgen.

Polizei löst illegale Kindergeburtstagsparty auf

Knapp zehn Erwachsene haben mit mehreren Kindern in Mittelbiberach (Kreis Biberach) trotz Corona-Lockdowns einen Kindergeburtstag gefeiert. Die Erwachsenen, die nicht zum Hausstand gehörten, wurden aufgefordert, das Fest zu verlassen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nur unter Protesten seien die Gäste gegangen, hieß es. Wegen der Party am Mittwoch müssen nun vier Erwachsene mit Anzeigen rechnen.

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