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Ukraine-Krieg – Nacht im Überblick: Treibstoff-Depot im Donbass in Flammen


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Treibstoffdepot im Donbass in Brand

Von dpa
Aktualisiert am 27.10.2022Lesedauer: 4 Min.
Flammen schlagen aus einem Treibstoffdepot in Donetsk. (Quelle: t-online)
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Im Donbass sind russische Waggons mit Treibstoff explodiert. Die Angriffe auf den Energiesektor in der Ukraine hören nicht auf. Ein Überblick.

Im Donbass hat es in der Nacht Explosionen und Brände in der Stadt Schachtarsk gegeben. Offenbar brannten mehrere Tankwaggons in einem Depot an einem Bahnhof. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die russischen Luftangriffe als beispiellose Attacke auf die Energieversorgung seines Landes bezeichnet. Er warnte vor bevorstehenden breit gefächerten Stromabschaltungen im ganzen Land und rief die Bevölkerung zum Energiesparen auf. In Kiew empfing er den ersten afrikanischen Staatschef seit Kriegsbeginn und erhielt dabei gleichzeitig ein angebliches Verhandlungsangebot aus Moskau. Derweil hält der Kreml an seinen Vorwürfen gegen die Ukraine fest, die nach Russlands Darstellung plane, eine radioaktiv verseuchte Bombe zu zünden, um Moskau zu diskreditieren. Zur Stützung der These verwendet Moskau dabei offenbar auch falsches Bildmaterial.

Mehrere Brände nahe Bahnhof in Schachtarsk

In der von Russland besetzten Stadt Schachtarsk im Donbass sind nach russischen Angaben zwölf Treibstofftanks in einem Depot angegriffen worden und in Brand geraten. Die russische Nachrichtenagentur Tass macht ukrainische Truppen dafür verantwortlich und beruft sich auf die Führung der selbst ernannten Volksrepublik Donezk (DPR). Früheren Medienberichten zufolge brach aufgrund von Beschuss ein Feuer aus und es kam zu einer Explosion in der Nähe des Bahnhofs in der Stadt. Auf Twitter wurden bislang nicht verifizierte Videos veröffentlicht, die mehrere Brandherde zeigten. Auf Fotos der staatlichen Nachrichtenagentur Tass sind brennende Güterwaggons zu sehen.

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass wurde in der Nacht im Donbass ein Treibstofflager beschossen.
Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass wurde in der Nacht im Donbass ein Treibstofflager beschossen. (Quelle: IMAGO/ChP Donetsk Z)

Selenskyj klagt über beispiellosen Terror gegen Energiesektor

"Russische Terroristen haben so schwierige Bedingungen für unsere Energiearbeiter geschaffen, dass niemand in Europa jemals zuvor so etwas gesehen oder erlebt hat", sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner täglichen Videoansprache mit Blick auf die russischen Luftangriffe. Darüber hinaus kritisierte er die seinen Angaben nach ungenügende Umsetzung des Getreideabkommens. Russland behindere weiterhin die Ausfuhr ukrainischer Lebensmittel über den Seeweg. 175 Schiffe ständen daher im Stau und warteten auf ihre Abfertigung. "Es ist offensichtlich, dass Russland beabsichtigt, die globale Nahrungsmittelkrise erneut zu verschärfen, um die Gefahr einer großen Hungersnot zurückzubringen."

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Die Worte des 44-Jährigen richteten sich dabei wohl in erster Linie an die Regierungen in Afrika, um die die Ukraine verstärkt wirbt. "Es ist sehr wichtig, dass sie auf diesem Kontinent, auf dem der Einfluss des Kreml traditionell stark ist, die ukrainische Position hören und die volle Wahrheit darüber wissen, was wirklich passiert", betonte er. Zuvor hatte Selenskyj mit dem Präsidenten von Guinea-Bissau, Umaro Sissoco Embaló, den ersten Staatschef aus Afrika seit Ausbruch des Kriegs empfangen. Embaló erklärte, er habe ein Gesprächsangebot des russischen Präsidenten Wladimir Putin mitgebracht, den er tags zuvor im Kreml getroffen hatte. Moskau hat dieses Angebot allerdings bisher nicht bestätigt.

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Russland zeigt falsche Belege für Atomvorwürfe gegen Kiew

Mit offenbar falschen Fotos versuchte das russische Außenministerium den Eindruck zu erwecken, dass es Beweise für den Bau einer "schmutzigen" – also atomar verseuchten – Bombe in der Ukraine habe. Eines der Bilder, das auf dem englischsprachigen Twitter-Account des Ministeriums auftauchte, gehöre der slowenischen Agentur für radioaktive Abfälle und stamme aus dem Jahr 2010, berichtete die Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" am Mittwoch. Der russische Vorwurf eines geplanten Einsatzes einer radioaktiven Bombe durch Kiew wird im Westen als möglicher Vorwand für eine weitere Eskalation des Kriegs gedeutet. Kiew weist die Vorwürfe zurück. Lesen Sie hier mehr dazu.

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Indien zu Russland: Keine Seite sollte Atombombe einsetzen

Ungeachtet dessen hat Russland am Mittwoch seine Anschuldigungen über den geplanten Einsatz einer "schmutzigen Bombe" durch die Ukraine erneuert. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu telefonierte am Mittwoch diesbezüglich mit seinen Kollegen in Peking und Delhi. Indiens Verteidigungsminister Rajnath Singh ermahnte Schoigu derweil, dass keine Seite im Konflikt in der Ukraine eine Atombombe einsetzen dürfe, wie das Verteidigungsministerium in Neu Delhi mitteilte.

Russland testet seine Nuklearstreitkräfte

Mit dem Abschuss von Interkontinentalraketen testete Russland die Einsatzbereitschaft seiner strategischen Atomstreitkräfte. Das mehrtägige Manöver war erwartet worden und löste deshalb trotz der internationalen Spannungen wegen des russischen Angriffskriegs keine Besorgnis bei westlichen Militärs aus. Es war bereits das zweite große Manöver dieser Art in diesem Jahr. Im Zuge seines Krieges gegen die Ukraine hatte Putin die Atomwaffen als Warnung an die Nato, sich nicht einzumischen, in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Die Nato übt derzeit ebenfalls in dem Manöver "Steadfast Noon" die Verteidigung des europäischen Bündnisgebiets mit Atomwaffen.

UN haben Hoffnung auf Verlängerung des Getreideabkommens

Nach Gesprächen in Moskau und Washington haben die Vereinten Nationen Hoffnung auf eine Verlängerung des Abkommens für den Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer. "Wir sind sehr daran interessiert, dass dies jetzt umgehend erneuert wird. Es ist wichtig für den Markt. Es ist wichtig für die Kontinuität. Und ich bin immer noch relativ optimistisch, dass wir das schaffen werden", sagte der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Mittwoch in New York. Ohne eine Erneuerung würde das Abkommen am 18. November auslaufen. Zuvor hatte Russland mehrfach damit gedroht, die wichtige Vereinbarung – unter der seit Ende Juli etwa neun Millionen Tonnen Getreide aus dem Kriegsland verschifft wurden – platzen zu lassen.

Israels Präsident: Gibt Geheimnisse, die wir nicht weitergeben können

Israels Staatsoberhaupt Jitzchak Herzog verteidigte sein Land gegen Kritik, die Ukraine nicht ausreichend zu unterstützen. "Wir verstehen die enorme Not und den Schmerz des ukrainischen Volkes", sagte er am Mittwoch (Ortszeit) dem US-Sender CNN. Es gebe Waffen, die man gar nicht exportieren könne. "Es gibt Dinge, von denen wir nicht wollen, dass sie in die Hände unserer Feinde fallen. Es gibt Geheimnisse, die wir nicht weitergeben können." Selenskyj hatte Israel mehrfach um die Lieferung von Waffen gebeten, um die Gefahr durch russische Luftangriffe mit iranischen Kampfdrohnen auszuschließen.

Weiterer Gefangenenaustausch absolviert

Die Ukraine erwirkte die Heimkehr weiterer zehn ihrer Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft. Ein Offizier und neun Soldaten im Mannschaftsrang seien freigelassen worden, teilte der Chef des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, auf Telegram mit.

Was am Donnerstag wichtig wird

Kremlchef Putin tritt bei der Plenarsitzung des Internationalen Diskussionsklubs "Waldai" auf. Es wird eine ausführliche Rede Putins erwartet, in der er vermutlich auch auf die aktuelle Lage in der Ukraine und die russischen Ziele eingehen wird.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • tass.ru: Военная операция на Украине (russisch)
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Von Patrick Diekmann
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