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Spionage an deutschen Häfen? Chinesische Kräne könnten Gefahr darstellen


Containerbrücken als "trojanische Pferde"
Chinas Kräne: Spionagegefahr für deutsche Häfen?

Von t-online, wan

Aktualisiert am 08.03.2023Lesedauer: 3 Min.
Containerbrücken am Hamburger HafenVergrößern des BildesContainerbrücken am Hamburger Hafen. (Quelle: Christian Charisius/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Containerbrücken aus China könnten Daten aus westlichen Häfen sammeln. In den USA werden bereits Bedenken laut.

Schwimmende Hafenkräne aus China könnten eine neue Spionagegefahr für den Westen darstellen. US-Sicherheitsbehörden sollen besorgt sein, dass die Geräte nicht nur Container umladen, sondern auch Daten sammeln und weitergeben. Das "Wall Street Journal" berichtet, dass in Militärkreisen die Kräne bereits als "Trojanischen Pferde" bezeichnet werden. Es geht vor allem um Produkte der Firma ZPMC. Sie besitzen Sensoren, die Daten der Container auslesen können.

Diese Daten werden bei der Verladung verwendet, um die Container an den richtigen Platz zu bringen. Sie könnten neben der Nummer des Containers auch Herkunft und Zielort enthalten. Die Angst der US-Behörden: Auch Daten über den Inhalt könnten erfasst und weitergeben werden – zum Beispiel bei Militärgütern. Außerdem könnten die Verladebrücken nach Angaben von Boill Evanina, einem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter, ferngesteuert werden – und im schlimmsten Fall Häfen lahmlegen. Denn dort sind die Kräne lange schon im Einsatz, auch wenn man das nicht immer deutlich machen will, wie bei einer Eröffnung einer Brücke vor zwei Jahren offenbar wurde.

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Mehrere ZPMC-Kräne auch in Deutschland im Einsatz

"Es ist die perfekte Kombination aus legitimen Geschäften, die sich auch als heimliche Sammlung von Geheimdienstinformationen tarnen können", sagte Evanina der US-Zeitung. Laut Wall Street Journal habe ein Vertreter der chinesischen Botschaft die Vermutung "paranoia-gesteuert" genannt und darauf verwiesen, dass Gerüchte über eine Gefahr aus China unverantwortlich seien, und den Eigeninteressen der USA schaden würden.

Auch in Deutschland werden Containerbrücken der chinesischen Firma ZPMC eingesetzt. Wie die Fachwebseite "Heavyliftnews" berichtete, sind im Jahr 2019 am Hamburger Hafen drei Kräne aus China installiert worden, ein Jahr später kamen zwei weitere an. Am Buchardkai, einem der vier Containerterminals des Hamburger Hafens, stehen heute insgesamt 30 Containerbrücken von unterschiedlichen Herstellern. Seit 1994 setzt der Burchardkai als erstes Containerterminal der Welt Satelliten-Daten zur genauen Positionierung der Container im Lager ein. Die Zuordnung von Fahrern und Boxen erfolgt automatisch über ein Datensystem.

Besorgnis bei FDP-Politiker

Gegenüber der Bild-Zeitung zeigte sich der FDP-Abgeordnete Frank Müller-Rosentritt besorgt. "Wenn US-Behörden vor Spionagegefahren durch Anlagen von ZPMC warnen, sollten wir dies sehr ernst nehmen." Nico Lange, ehemaliger Leiter des Leitungsstabs im Bundesverteidigungsministerium, warnte: "China ist in der Spionage und Wirtschaftsspionage auch in Deutschland sehr aktiv", sagte er der "Bild".

Medienberichten vom Montag zufolge plant die Bundesregierung, den Einbau bestimmter Steuerelemente der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE in der Infrastruktur der 5G-Mobilfunknetze zu verbieten. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dazu am Dienstag, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) prüfe derzeit eine "Vielfalt von Komponenten" in der 5G-Infrastruktur auf verschiedene Sicherheitsaspekte.

Widerstand gegen Chinas Technologie

Dafür gab es auch der Politik bereits Zustimmung. Es sei "leichtsinnig oder naiv, wenn man fröhlich und unbesehen Technik chinesischer Herkunft in der kritischen Infrastruktur verbaut", sagte Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz am Dienstag im Radiosender Bayern 2. "Deswegen ist es gut, wenn jetzt sehr viel schärfer hingeguckt wird." Auch der CSU-Digitalpolitiker Reinhard Brandl unterstützte das Vorgehen, es komme aber "sehr spät".

Zuletzt hatte eine Beiteilung der chinesischen Firma Cosco am Hamburger Hafen eine bundesweite Debatte ausgelöst. Über den Einstieg des Unternehmens in die HHLA-Betreibergesellschaft Tollerort hatte es heftigen Streit gegeben. Ursprünglich wollte Cosco dort einen Anteil von 35 Prozent erwerben. Dies untersagte die Bundesregierung und gestattete eine Beteiligung unterhalb von 25 Prozent. Detail am Rande: Die HHLA betreibt unter anderem den Burchardkai. Europaweit setzte der Konzern 2020 6.934.000 Einheiten um.

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Huawei und Bytedance im Visier der Behörden

In den USA gibt es schon länger massive Bedenken gegen chinesische Technologie im Land. Prominentes Beispiel ist die Firma Huawei, die neben Smartphones auch Antennenmasten und Mobiltechnologie produziert. Sie hatte große Marktanteile und gilt als Marktführer bei der 5G-Technik. Nach Befürchtungen, dass damit amerikanische Bürger und Institutionen ausspioniert werden könnten, wurden Produkte des Unternehmens im November 2022 in den USA verboten. Sie seien ein "inakzeptables Risiko", wurde die Maßnahme begründet.

Huawei hat Vorwürfe, Daten an die chinesische Regierung weiterzugeben, immer wieder dementiert. Auch das chinesische Unternehmen Bytedance, das hinter der Videoplattform Tiktok steckt, ist in die Kritik gekommen. Die entsprechende App darf in vielen US-Regierungseinrichtungen nicht auf offiziellen Telefonen benutzt werden, jetzt wird sogar über ein Verbot der App in den USA diskutiert.

Die US-Regierung hat einen parteiübergreifenden Gesetzesvorschlag zum Verbot der umstrittenen Video-App Tiktok begrüßt. Das Weiße Haus begrüße den am Dienstag "von dem demokratischen Senator Mark Warner und seinem republikanischen Kollegen John Thune eingebrachten Gesetzentwurf", sagte der nationale Sicherheitsberater, Jake Sullivan.

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