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Bafin: Versicherungen in Deutschland durch Niedrigzins gefährdet


"5 bis 10" Unternehmen gefährdet  

Aufsicht BaFin sieht deutsche Versicherer wackeln

27.11.2013, 17:14 Uhr | t-online.de, rtr

Bafin: Versicherungen in Deutschland durch Niedrigzins gefährdet. Die deutschen Finanzaufseher sehen einige Unternehmen der Versicherungsbranche in ihrer Existenz bedroht (Quelle: dpa)

Die deutschen Finanzaufseher sehen einige Unternehmen der Versicherungsbranche in ihrer Existenz bedroht (Quelle: dpa)

Durch die anhaltende Niedrigzinsphase geraten die deutschen Versicherer immer mehr unter Druck. Wenn sie jetzt noch nach den neuen Eigenkapitalregeln für die europäischen Unternehmen der Branche ihr Finanzpolster verstärken müssen, könnte das nach Ansicht der Finanzaufsicht BaFin für einige Assekuranzen das Aus bedeuten.

"Ich bin nicht sicher, ob es alle Versicherer schaffen werden", sagte der oberste Versicherungsaufseher der Behörde, Felix Hufeld, auf einer Veranstaltung an der Universität Frankfurt/Main.

Fünf bis zehn Unternehmen gefährdet

Sie litten unter den niedrigen Zinsen und könnten daran scheitern, das nötige Eigenkapital für die Solvency-II-Regeln aufzubauen. "Es könnten fünf oder zehn sein - ich weiß es nicht", sagte der Experte.

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Für solche Fälle habe die BaFin ihren Werkzeugkasten parat - bis hin zu einer Übertragung der Policen auf die Auffanggesellschaft der Branche, Protektor. "Wir müssen vorbereitet sein", erklärte Hufeld.

Neuregelung "nicht branchenfreundlich"

Die BaFin beaufsichtigt in Deutschland mehr als 90 Versicherer. Nach Berechnungen der Bonner Behörde muss die Branche pro Jahr drei bis fünf Milliarden Euro zusätzliches Kapital aufbauen, um das am Risiko orientierte Regelwerk einzuhalten. Den Vorwurf von EU-Politikern, Solvency II sei zu zahm, ließ Hufeld nicht gelten: "Es ist sicher nicht branchenfreundlich."

Die Europäische Union hatte sich kürzlich auf eine Einführung von Solvency II Anfang 2016 geeinigt, den Versicherern aber eine Übergangsfrist von 16 Jahren für die Umstellung ihrer Altbestände gewährt. Die Regeln seien nicht perfekt, aber es gebe keine Alternative, und die Versicherer müssten sich damit abfinden, betonte Hufeld. "Wir müssen jetzt springen - und Solvency II in der Realität etwas besser machen."

Zugleich arbeitet der internationale Regelsetzer für die Versicherer, IAIS, an einem weltweiten Eigenkapitalstandard. "Die Amerikaner haben auf Solvency II gepfiffen - aber das hat sich geändert", sagte der Experte. Der weltweite Standard müsse unbedingt mit Solvency II kompatibel sein.

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Eigenkapitalauflagen verschärft

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der 20 größten Industrie- und Schwellenländer hatte neun "global systemrelevante Versicherer" benannt - darunter die Allianz, die mit schärferen Eigenkapitalauflagen belegt werden sollen. Die Branche hatte sich lange gegen die Auffassung gewehrt, dass ein Versicherer überhaupt so bedeutend sein könne, dass sein Aus das Finanzsystem ins Wanken bringen könnte.

Hufeld widersprach: "Meine persönliche Ansicht ist: Ich glaube das schon. Aber das Konzept, wie der FSB sie ermittelt hat, ist nicht richtig." Die globalen Aufseher hätten sich an den Kriterien für Banken - wie Größe und globale Vernetzung - orientiert. Doch die Gefahr, die von den Versicherern ausgehe, komme vielmehr von ihrer Rolle als große Schuldner, deren Ausfall sich über Zweitrundeneffekte auf die Banken niederschlüge. Aber einen besseren Ansatz sehe auch er nicht.

Noch mehr Anbieter im Visier des FSB

Dass Rückversicherer wie Münchener Rück und Swiss Re bisher nicht als weltweit systemrelevant klassifiziert würden, liege an einem Streit über die Einstufung des US-Konzerns Berkshire Hathaway mit seinem Rückversicherer General Re. "Aber ich garantiere Ihnen, da wird noch etwas passieren", meinte Hufeld.

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