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Daimler-Chef tritt ab: BMW verabschiedet Dieter Zetsche mit Seitenhieb

Daimler-Chef Zetsche tritt ab  

BMW verabschiedet Konkurrenten mit letztem Seitenhieb

22.05.2019, 16:35 Uhr | dpa

22 05 2019 Berlin Deutschland GER Ordentliche Hauptversammlung der Daimler AG Messe Berlin Diete (Quelle: KameraOne)

Dieter Zetsche: Nach 13 Jahren tritt der Daimler-Chef ab und übergibt an seinen Nachfolger Ola Källenius. (Quelle: dpa AFX-Wirtschaft)

Dieter Zetsche tritt bei Daimler ab

Generationswechsel an der Daimler-Spitze: Dieter Zetsche tritt nach über 13 Jahren ab. Entwicklungschef Ola Källenius wird Nachfolger - und er bekommt von seinem Lehrer "Dr. Z" ein paar Hausaufgaben mit auf den Weg.

Dieter Zetsche: Nach 13 Jahren tritt der Daimler-Chef ab und übergibt an seinen Nachfolger Ola Källenius. (Quelle: dpa AFX-Wirtschaft)


Eine Ära endet: Dieter Zetsche gibt seinen Chefposten bei Daimler ab. Der Autobauer BMW hat den scheidenden Boss des Konkurrenten mit einem besonderen Video verabschiedet.

In einem Videoabschiedsgruß für Dieter Zetsche hat die Konkurrenz aus München den scheidenden Daimler-Chef augenzwinkernd zum heimlichen BMW-Fan gemacht. In dem auf Twitter verbreiteten Video sieht man einen falschen Zetsche samt Schnurrbart und Jeans, der sich an seinem letzten Tag in der Daimler-Zentrale von seinen Leuten verabschiedet.

Dann lässt er sich im Mercedes-Dienstwagen nach Hause fahren – um dort einen Sportwagen von BMW aus der Garage zu fahren. "Free at last" ("Endlich frei") schreibt BMW dazu und bedankt sich bei Zetsche für den "so viele Jahre inspirierenden Wettbewerb".

Zetsche gibt Daimler noch einmal klaren Sparkurs vor

Nach mehr als 13 Jahren an der Daimler-Spitze übergibt Vorstandschef Zetsche das Ruder an seinen Nachfolger Källenius – und macht noch einmal klar, wohin die Reise gehen muss. "Alles steht auf dem Prüfstand: fixe und variable Kosten, Sach- und Personalkosten, Investitionsvorhaben, die Wertschöpfungstiefe und die Produktpalette", sagt Zetsche bei der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin.

Die neuen Technologien in den Autos kosteten viel Geld. "Das heißt auch, dass Mobilität in Zukunft teurer wird", erklärt er. "Unsere Aufgabe als Unternehmen ist, den Anstieg für die Kunden zu begrenzen." Im gesamten Unternehmen müssten dazu Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden, sagt Zetsche, nannte aber erneut keine Details zu dem Sparprogramm, das er schon bei der Bilanzvorlage im Februar angekündigt hatte.

So geht es mit Daimler weiter

Als Folge von weltweiten Handelskonflikten, Dieselrückrufen und Problemen bei der Umstellung auf den neuen Abgasteststandard WLTP hatte Daimler 2018 mehr als ein Viertel seines Gewinns eingebüßt. Und auch der Start ins Jahr 2019 verlief eher schleppend. "Das hatten wir erwartet, aber das macht es nicht besser", räumt Zetsche ein.

Der 66-Jährige übergibt seinen Posten als Vorstandschef mit dem Ende der Hauptversammlung an seinen Nachfolger Ola Källenius. Der Schwede wird den Konzern, sofern die Aktionäre zustimmen, grundlegend umbauen.

Eine neue Struktur mit drei rechtlich eigenständigen Sparten unter dem Dach der Daimler AG soll den Autobauer flexibler machen: eine für Autos und Vans, eine für Trucks und Busse und eine für Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen. Das soll Freiräume schaffen, zum Beispiel für die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen.

Trotz Erfolgen: Zetsche erntet Kritik

Zetsche stand mehr als 13 Jahre an der Spitze des Autobauers. Er löste in seiner Amtszeit die Ehe mit dem US-Autobauer Chrysler auf, die erst euphorisch gefeiert worden war, sich dann aber schnell zur Belastung entwickelt hatte.

Nach der Finanzkrise führte er den Konzern aus einer schweren Flaute, er modernisierte die Designsprache der Stammmarke Mercedes-Benz und eroberte damit jüngere Käuferschichten. Nach vielen Jahren hinter dem Erzrivalen BMW konnte Mercedes 2016 die Weltspitze bei Premiumautos zurückerobern.

Zetsches Erfolge sind auch unter den Aktionären unbestritten, dennoch musste sich der langjährige Vorstandschef an seinem letzten Tag auch viel Kritik anhören. Ein Vorwurf: Unterm Strich bleibe bei Daimler zu wenig übrig – nicht nur im Moment. Daimler habe ein chronisches Effizienzproblem, das Zetsche nie richtig angepackt habe, kritisiert Janne Werning von Union Investment. Daimler kämpfe an allen Fronten, und die Renditeziele seien in weite Ferne gerückt, stellt auch Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka Investment fest.

Die Rendite gibt an, wie viel vom Umsatz nach Abzug aller Kosten letztlich als Gewinn übrig bleibt. In der Autosparte peilt Daimler hier eigentlich generell acht bis zehn Prozent an – aber das hält Zetsche erst 2021 wieder für realistisch.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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