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Polnische Fluglinie LOT übernimmt Ferienflieger Condor


Ferienflieger gerettet  

Polnische Fluglinie LOT übernimmt Condor

24.01.2020, 16:26 Uhr | rtr, dpa, dpa-AFX

Polnische Fluglinie LOT übernimmt Ferienflieger Condor. LOT übernimmt Condor: Die Airline LOT beförderte 2019 mehr als zehn Millionen Passagiere. (Quelle: dpa/Alik Keplicz)

LOT übernimmt Condor: Die Airline LOT beförderte 2019 mehr als zehn Millionen Passagiere. (Quelle: Alik Keplicz/dpa)

Nach Insolvenzverfahren und Personalabbau: Der angeschlagene Ferienflieger Condor wird von der polnischen Fluggesellschaft LOT übernommen. LOT stach im Bieterrennen mehrere Finanzinvestoren aus.

Der Ferienflieger Condor hat einen neuen Eigentümer: Nach Informationen aus Verhandlungskreisen hat die polnische Gesellschaft LOT den Zuschlag erhalten.

Condor durchläuft seit der Pleite seines britischen Mutterkonzerns Thomas Cook ein spezielles Insolvenzverfahren für Unternehmen mit guten Aussichten auf einen Fortbestand. In der Endrunde des Bieterverfahrens waren neben LOT die Investoren Apollo aus den USA und Greybull aus Großbritannien.

Die polnische Fluglinie LOT

LOT ist in der Star Alliance mit dem Lufthansa LUFTHANSA AG VNA O.N. Aktie-Konzern verbunden. Die Gesellschaft hat 2019 zum vierten Mal in Folge einen starken Anstieg ihrer Passagierzahlen verzeichnet. Die Airline beförderte 2019 mehr als zehn Millionen Passagiere, das waren 1,3 Millionen mehr als im Vorjahr. Der Betrieb ist nach eigenem Bekunden profitabel – genaue Zahlen dazu wurden allerdings nicht genannt. Derzeit betreibt die LOT eine Flotte von 80 Maschinen. Die Condor kommt auf knapp 60 Jets.

Bis zum Jahr 2024 will das polnische Unternehmen die Zahl der beförderten Passagiere auf 20 Millionen pro Jahr verdoppeln, hatte Vorstandschef Rafal Milczarski in dieser Woche erklärt. 2015 hatte die Airline nach eigenen Angaben noch 4,4 Millionen Fluggäste mit lediglich 37 Flugzeugen befördert.

Condor und LOT sollen getrennt voneinander auftreten

Die Fluggesellschaft Condor soll nach dem Verkauf an die polnische Airline weiter unter ihrer Marke fliegen. "Die Marke Condor bleibt, wie sie ist", sagte Condor-Vorstandschef Ralf Teckentrup. Beide Marken seien stark und würden getrennt auftreten, erklärte auch LOT-Vorstandschef Rafal Milczarski. Teckentrup soll bei Condor an der Spitze bleiben. Condor werde "weiter unter ihrem derzeitigen Management geführt werden", hieß es.

Der deutsche Ferienflieger Condor und seine rund 4.900 Beschäftigten konnten nach der Pleite von Thomas Cook Ende September 2019 nur mit Hilfe eines auf sechs Monate befristeten Staatskredits über 380 Millionen Euro weiterarbeiten. Der Bund und das Land Hessen unterstützten Condor, weil das Unternehmen unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sei und gute Aussichten auf einen Fortbestand habe.

Der Bund soll seine Staatshilfen für Condor allerdings zurückerhalten. Die Investition von LOT werde es Condor ermöglichen, das von der staatlichen Förderbank KfW erhaltene Darlehen "vollständig zurückzuzahlen", teilte der Ferienflieger mit. Das Darlehen werde im April zurückbezahlt, sagte Teckentrup. 

Insolvenzverfahren und Personalabbau von Condor

Der Konkurrent von Lufthansa und TUI fly schrieb in den letzten Jahren zwar meistens schwarze Zahlen, hat aber wegen seiner relativ alten Flugzeugflotte einen hohen Investitionsbedarf. Condor-Chef Ralf Teckentrup strebt deshalb eine operative Umsatzrendite von acht Prozent an. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Airline bei 1,7 Milliarden Euro Umsatz einen Vorsteuergewinn von 57 Millionen. Das entspricht einer Rendite von 3,4 Prozent.

Das Unternehmen nutzte das Insolvenzverfahren, um Personal abzubauen und Verträge neu zu verhandeln, um die Kosten zu senken. Nach Vereinbarungen mit den Gewerkschaften UFO und Verdi sollen mehr als 300 Arbeitsplätze wegfallen – 150 in der Kabine und 170 in der Verwaltung. Bei den Piloten werden keine Arbeitsplätze gestrichen, sie müssen aber Zugeständnisse bei der Bezahlung machen. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • weitere Quellen
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