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WOCHENAUSBLICK: Dax vor schwierigen Tagen - Tech-Konzerne und Fed im Fokus

Von dpa-afx
24.01.2022Lesedauer: 3 Min.
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger fiebern in der neuen B├Ârsenwoche auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) und Quartalsberichte gro├čer US-Technologiekonzerne hin. Die Stimmung hierzulande ist hochnerv├Âs, denn f├╝r den deutschen Leitindex Dax ist der bislang trotz allem noch positive l├Ąngerfristige Trend gef├Ąhrdet. Das Chartbild hat sich stark eingetr├╝bt.

Die meisten Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Fed aufgrund der hohen Inflation den Leitzins im M├Ąrz anheben wird. Am Aktienmarkt wird dieser Schritt sowie die Erwartung weiterer Zinserh├Âhungen in diesem Jahr zunehmend eingepreist, weshalb in letzter Zeit gerade der in der Pandemie stark gelaufene und auf Wachstum getrimmte Technologiesektor deutlich st├Ąrker unter Druck steht als Substanzwerte aus der "Old Economy".

Inzwischen k├Ânnen sich einige Experten sogar vorstellen, dass die Fed im M├Ąrz den Leitzins st├Ąrker erh├Âht als zun├Ąchst angenommen. Entsprechend achten B├Ârsianer am Mittwoch auf Hinweise der W├Ąhrungsh├╝ter, die diese Vermutung st├╝tzen k├Ânnten. Der US-Volkswirt der Fondsgesellschaft DWS, Christian Scherrmann, glaubt im Moment zwar noch nicht an eine Erh├Âhung um 0,50 statt 0,25 Prozentpunkte. Wenn aber die Inflation im Januar und Februar weiter anziehen sollte, k├Ânnte die Fed unter enormen Druck geraten und darauf letztlich doch mit einer Zinserh├Âhung von mehr als 0,25 Punkten reagieren, erg├Ąnzte er.

├ťberrascht die Fed den Markt mit Signalen f├╝r eine noch straffere Geldpolitik als bisher am Markt angenommen, k├Ânnte das die Kurse der immer noch hoch bewerteten Technologiekonzerne weiter belasten. F├╝r die Finanzierung ihrer Verbindlichkeiten und Investitionen sind h├Âhere Zinsen Gift. Starke Quartalsbilanzen und Ausblicke k├Ânnten daher helfen, den Abw├Ąrtsdruck zu mildern. Schwache Wachstumsprognosen wie zuletzt vom Streaming-Marktf├╝hrer Netflix d├╝rften zugleich das Gegenteil bewirken.

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Putins Plan geht auf
Olaf Scholz besichtigt das ehemalige Gef├Ąngnis "Number Four", in dem w├Ąhrend der Apartheid in S├╝dafrika auch zahlreiche politische Gefangene einsitzen mussten: W├Ąhrend der Afrika-Reise des Kanzlers wird in Deutschland hitzig ├╝ber Waffenlieferungen f├╝r die Ukraine gestritten.


Achten werden B├Ârsianer auf die Flaggschiffe im US-Technologiesektor: Der Softwarekonzern Microsoft ├Âffnet die B├╝cher am Dienstag, der iPhone-Hersteller Apple am Donnerstag. Spannung versprechen auch die Quartalszahlen des E-Autobauers Tesla und des Chipherstellers Intel zur Wochenmitte. IBM legt bereits am Montag Gesch├Ąftszahlen vor.

Ob der Ausverkauf bei Technologiewerten bereits vorbei ist oder nicht, h├Ąnge gleichwohl nicht nur von den anstehenden Gewinnmeldungen der Konzerne ab, erl├Ąuterte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. "Entscheidend wird sein, ob die Zinserwartungen des Marktes eine Pause einlegen, nachdem wochenlang aggressiv weitere Zinserh├Âhungen und eine Reduzierung der Bilanzsumme der Fed eingepreist wurden."

Auch die Autoren der Fuchs-B├Ârsenbriefe glauben, dass die Fed am Mittwoch keine zus├Ątzliche Straffung signalisieren wird. Andernfalls w├╝rden die Aktienm├Ąrkte heftig unter Druck kommen. "Steigende Leitzinsen w├Ąren zwar ein Signal der Inflationsbek├Ąmpfung, sie sind aber auch ein zweischneidiges Schwert. Denn in den USA hat dieser Zinsanstieg f├╝r Aktien schon ein kritisches Niveau erreicht", hei├čt es in der aktuellen Fuchs-Ausgabe mit Blick auf die steigende Rendite auf zehnj├Ąhrige US-Staatsanleihen. Anleihen w├╝rden wieder zu einer Anlagealternative.

Neben wichtigen Quartalszahlen aus den USA r├╝ckt auch in Deutschland die Berichtssaison st├Ąrker in den Vordergrund. Der Laborausr├╝ster und Pharmazulieferer Sartorius, dessen Aktien 2021 mit plus 73 Prozent im Dax die st├Ąrksten waren, steht mit seiner Bilanz am Donnerstag auf der Agenda. Wie andere Pandemiegewinner musste auch Sartorius im noch jungen Jahr 2022 bislang kr├Ąftige Kursverluste hinnehmen. Am Markt wird derzeit umgeschichtet von den Papieren der Corona-Profiteure in Industrie- und Dividendenwerte.

Zweiter Dax-Konzern mit Quartalszahlen am Donnerstag ist die Deutsche Bank , deren Aktienkurs zuletzt im nachgebenden Gesamtmarkt aber von anstehenden Zinserh├Âhungen auch nicht mehr profitieren konnten. Aus dem MDax berichten die Software AG und aus dem SDax die Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Tiefschl├Ąge in Form schwacher Quartalszahlen aus den USA und Europa w├╝rden die Anleger wohl nur schwer verdauen, sagte ein H├Ąndler. F├╝r den Dax k├Ânnte es in der neuen Woche also ungem├╝tlich bleiben. Auch wenn der deutsche Leitindex im Vergleich mit den US-Technologiebarometern der Nasdaq derzeit noch etwas besser dasteht, verhei├čt das Chartbild wenig Gutes. Die 200-Tage-Durchschnittslinie als Indikator f├╝r den l├Ąngerfristigen Trend ist als Unterst├╝tzung schwer ins Wanken geraten.

Immerhin d├╝rfte nach Einsch├Ątzung der Helaba das am Dienstag anstehende Ifo-Gesch├Ąftsklima f├╝r Januar einen Vorgeschmack geben auf ein besseres Fr├╝hjahr. Es ist der wichtigste deutsche Fr├╝hindikator. Zus├Ątzlich zum Ifo-Index ist das Wirtschaftswachstum Deutschlands und der USA im vierten Quartal von besonderem Interesse. Die Daten werden am Freitag beziehungsweise Donnerstag ver├Âffentlicht. Gleich zum Wochenstart schauen die Anleger auf Stimmungsdaten aus der Industrie sowie dem Dienstleistungssektor in der Eurozone und den Vereinigten Staaten./ajx/ck/jha/edh
--- Von Achim J├╝ngling, dpa-AFX ---

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