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Kryptowährungen: So funktioniert die Digitalisierung der Finanzwelt

Bitcoin, Litecoin und Co:  

Was sind Kryptowährungen – und was bringen sie mir?

27.01.2021, 16:33 Uhr
Kryptowährungen: So funktioniert die Digitalisierung der Finanzwelt. Eine Ether-Münze (Symbldbild): Kryptowährungen könnten die Finanzwelt revolutionieren (Quelle: imago images/imagebroker)

Eine Ether-Münze (Symbldbild): Kryptowährungen könnten die Finanzwelt revolutionieren (Quelle: imagebroker/imago images)

Kryptowährungen sind als digitales Zahlungsmittel durch den Bitcoin bekannt. Doch mit ihrer Technologie könnten sie auch Verträge, Anlageklassen und sogar die Kunstwelt verändern. Wir erklären wie.

Mittlerweile kennen nicht nur junge Anleger oder Technikbegeisterte den Bitcoin. Durch viele Höhenflüge hat sich die hoch volatile Kryptowährung in die Mitte der Gesellschaft gedrängt. Manche sehen den Bitcoin dabei als Innovation, die die zukünftige Finanzwelt stark prägen wird, andere bezeichnen es als hochspekulatives Investitionsobjekt.

Doch hinter dem Bitcoin hat sich eine Vielzahl von neuen Kryptowährungen entwickelt, die neben dem digitalen Austausch von Coins auch Verträge, Anlageklassen und selbst Kunst revolutionieren will. Wir stellen die größten Kryptowährungen vor – und warum diese die Finanzwelt für immer verändern könnten.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen können unterschiedliche Funktionen und Bedeutungen haben. Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin, die eine digitale Währung darstellt.

Alle Kryptowährungen, die als Zahlungsmittel eingesetzt werden können, nennen sich Coins. Die einzelnen Coins haben dabei keinen fassbaren Gegenwert, wie etwa Goldmünzen, sondern existieren nur als Bytes auf Computern, Festplatten oder Smartphones. Der Kurs der Währung gibt an, wie viel ein einzelner dieser Coins in einer herkömmlichen Währung wie Dollar oder Euro wert ist.

Doch nicht alle Kryptowährungen sind automatisch auch ein Zahlungsmittel. Neben den Coins gibt es auch die Krypto-Tokens, die zum Beispiel im Wertpapierhandel, bei Versicherungen oder auch zur Nachverfolgung von Kunstwerken verwendet werden können.

Wie funktionieren Kryptowährungen als Währung?

Die ursprüngliche Idee der Krypto-Coins geht so: Wer die Währung nutzt, soll Transaktionen, also Geschäfte, ohne den Einfluss von Banken, Regierungen oder Finanzinstituten durchführen können.

Möglich macht dies die sogenannte Blockchain-Technologie. Sie ist vergleichbar mit der Buchführung von Banken. Vereinfacht gesagt wird jede Transaktion mit Bitcoins auf der Blockchain, einem langen digitalen Code aus Ziffern und Buchstaben, gesichert. Diese Blockchain wird anschließend auf allen Rechnern, die direkt mit Bitcoin handeln, hinterlegt.

So hat nicht eine Institution die Kontrolle über die Währung, sondern jeder, der mit Bitcoins handelt. Durch die komplexen Rechenaufgaben, mit denen die einzelnen Blöcke – und damit die Transaktionsdaten – der Blockchain verschlüsselt werden, gilt es als ein sehr sicheres Konzept. Betrug wird so deutlich erschwert.

Was sind Krypto-Tokens?

Neben Coins gibt es bei den Kryptowährungen auch noch sogenannte Tokens. Sie haben keine eigene Blockchain-Technologie, sondern nutzen vorhandene Blockchains anderer Kryptowährungen. Das ermöglicht das Erstellen von dezentralen Anwendungen

"Ein Token ist eine Art Hülle, in der Sie unterschiedliche Sachen reinpacken können. Diesen können Sie dann auf der Infrastruktur der Blockchain von A nach B schieben und zwar in Echtzeit und rechtssicher", erklärt Kryptoexpertin Katharina Gehra im Podcast des Handelsblattes.

Bei der Unterkategorie der Secruity Token handelt es sich um digitale Assets, also Vermögenswerte, die die Aufsichtsbehörden wie normale Wertpapiere regulieren. Einige "tokenisierte" Anleihen und Aktien gebe es laut Gehra schon am Markt; bald würden immer mehr folgen, sagt die Kryptoexpertin.

Insgesamt werde man feststellen, dass die Tokenisierung überall Einzug einhalte und neue Formen des Investieren ermögliche, die mehr Möglichkeiten böten, ähnlich wie damals das Internet. Selbst Kunstwerke würden bereits tokenisiert.

Die größten Unterschiede zum herkömmlichen Wertpapierhandel sind das Medium und die Abwicklungsstruktur, wie Sie ein Wertpapier erwerben. Statt einer Urkunde erhält der Anleger bei tokenisierten Assets einen Token und die Daten werden nicht online in einem Wertpapierregister hinterlegt, sondern auf der Blockchain.

Laut Gera schaffen die Token eine Art Zwischenmedium, mit dem man Werte von A nach B austauschen kann. Auf der Blockchain geht das 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr, Banken oder Börsen bräuchte man dafür nicht mehr.

Zudem könnte auf eine anonyme Art verifiziert werden, wer welche Transaktionen getätigt hat und welche Wertpapiere besitzt. Laut Gehra könnte das viele Unsicherheiten aus dem Finanzalltag herausnehmen.

Was gibt es für Kryptowährungen?

Die größten Coin-Kryptowährungen sind Bitcoin, Ether und Ripple. Da Ripple durch einen Skandal und eine anschließende Klage der amerikanischen Börsenaufsicht SEC mittlerweile so gut wie wertlos geworden ist, betrachten wir stattdessen zusätzlich die kleinere Kryptowährung Litecoin in unserer Übersicht. 

Bitcoin

Bitcoin ist die größte Kryptowährung und der bekannteste Coin. Er kann durch seine dezentrale Struktur der Blockchain von keiner Zentralbank oder Institution kontrolliert oder manipuliert werden. Entstanden ist der Bitcoin als Antwort auf die Finanzkrise 2008/2009. 

Ether

Ether ist der kleine Bruder des Bitcoins, der durch den Erfolg des Bitcoins ebenfalls immer wieder neue Höhenflüge erlebt und auch bei Anlegern beliebt ist. Ether nutzt die dezentrale, quelloffene Software Plattform Etherium. Diese funktioniert ebenfalls auf einer eigenen Blockchain-Basis.  

Ether basiert damit also auf derselben Technologie wie Bitcoin – auch wenn es eine andere Blockchain-Kodierung nutzt. Im Gegensatz zu Bitcoin kann Etherium aber vielseitiger genutzt werden, da es neben dem Coin Ether auch ein gesamtes Ökonetz anbietet.

So lassen sich durch die Blockchain von Etherium unter anderem auch Smart Contracts abschließen. Gemeint sind damit Verträge, bei denen die Vertragsdaten auf einer Blockchain gespeichert werden – und so Schutz bieten vor Manipulationen und nachträglichen Veränderungen.

Viele Tokens nutzen etwa die Blockchain von Etherium. Fachleute bezeichnen Ether deshalb auch als "Kryptowährung 2.0", da es deutlich vielseitiger ist als die Bitcoin-Blockchain.

Litecoin

Litecoin hat es sich zum Ziel gemacht, die Strukturen des Bitcoins zu verschlanken. So verarbeitet Litecoin Transaktionen etwa deutlich schneller als Bitcoin. Ein entscheidender Vorteil, denn das Bitcoin-Netzwerk ist berüchtigt für seine langen Wartezeiten bei Zahlungsvorgängen.

Gerade diesen Punkt bemängeln Kritiker immer wieder – denn wer möchte bei einem alltäglichen Zahlungsmittel schon gern fünf Minuten an der Theke warten, bis sein Kaffee bezahlt ist?

Um schneller zu sein als Bitcoin, nutzt Litecoin etwa eine zügigere Produktion in der Blockchain. Ein Litecoin lässt sich viermal so schnell berechnen. Auch ist der Algorithmus in der Blockchain weniger kompliziert als beim Bitcoin. Nach Einschätzungen aus Fachkreisen soll er aber trotzdem ausreichen, um die Sicherheit der Blockchain zu garantieren.

Auch erfreulich für Sie als Nutzer: Die Gebühren sind bei Litecoin geringer als beim Bitcoin. Dieser schaut der kleinen, schlanken Kryptowährung aber nicht nur zu. Veränderungen, die sich in Litecoin bewiesen haben, finden häufig auch später in der Bitcoin-Blockchain Anwendung. 

Wie investiere ich in Kryptowährungen?

Wer an die Zukunft von Kryptowährungen glaubt, hat verschiedene Möglichkeiten, in Coins als auch in Tokens zu investieren:

  • Zentralisierte Börsen, an denen Sie Kryptowährungen direkt kaufen oder verkaufen können
  • Dezentrale Börsen, an denen Sie Kryptowährungen anonym handeln können

Die gängigste sind die sogenannten zentralisierten Börsen. An ihnen lassen sich Kryptowährungen leicht kaufen oder verkaufen. In diese Kategorie fallen die bekanntesten Anbieter wie Coinbase, Binance, Kraken und Geminini. Hinter den Handelsplätzen stehen private Firmen, die von ihren Kunden eine Identifizierung mit Ausweispapieren verlangen – sie sind also nicht anonym.

Die großen Börsen verfügen über ein hohes Handelsvolumen, eine hohe Liquidität und manche geben auf das Geld in den Wallets eine Versicherung aus. Diese gilt aber nur, wenn ein Anleger aufgrund eines Fehlers des Unternehmens Coins verliert.

Je nachdem, in welchen Coin oder Taken Sie anlegen wollen, müssen Sie ihre Börse auswählen. Denn nicht alle bieten dieselben Kryptowährungen an. Die größten Coin-Kryptowährungen, Bitcoin, Ether und Litecoin, werden aber von allen marktführenden Börsen angeboten.

Die Coins beziehungsweise Token lagern bei zentralen Börsen nicht auf dem eigenen Rechnern, sondern auf den Servern der Anbieter. Auch Sicherheitsmerkale, wie der Wiederherstellungsschlüssel und der Sicherheitsschlüssel ruhen nicht in der Hand des Nutzers.

Dafür können Sie diese Anbieter als Neueinsteiger leichter nutzen. Zudem ist der Zugriff auf die Bitcoins von überall aus mit einer Internetverbindung möglich.

Wollen Sie die gekauften Coins beziehungsweise Token dagegen selbst verwalten, können Sie die meisten Kryptowährungen über dezentrale Börsen kaufen und Ihre Wallet auf der eigenen Festplatte speichern.

Bei dezentralen Börsen ist jeder Computer Teil des Systems. Diese Struktur sorgt dafür, dass die Handelsplätze deutlich sicherer vor Hackergangriffen sind, aber auch Regulierungen sind in diesem System nicht durchzusetzen.

Bei diesen Börsen wird meist auf die Identifizierung verzichtet. Jeder Anleger kann die Plattform nutzen, wie er möchte – für legale, aber auch illegale Zwecke.

Kann ich mit Kryptowährungen handeln?

Ja, auf den Krypto-Börsen können Sie mit Ihren neu erworbenen Token und Coins mit anderen Anlegern handeln. Dabei gibt es Börsen wie Coinbase oder Kraken, die Fiat-Geld, also herkömmliche Währungen wie Dollar oder Euro, annehmen, und Börsen, auf denen nur mit Kryptowährungen gehandelt werden kann.

Hier müssen Sie also zuerst mit Fiat-Geld (etwa Euro) auf einer Börse wie zum Beispiel Coinbase Kryptowährungen kaufen und diese dann auf ein Wallet – eine digitale Geldbörse – auf einer geschlossenen Börse übertragen. Diese sind meist dezentral und anonymer.

Wichtig ist beim Handeln auch, die Gebühren des Handelsplatz zu bedenken. Hier steht etwa Coinbase in der Kritik und sein amerikanischer Counterpart Kraken in der Gunst der Anleger. 

Auf der Suche nach niedrigen Gebühren, sollte Sie aber nicht das Handelsvolumen aus den Augen verlieren. Denn eine Börse mit geringen Volumen hat auch nur eine geringe Handelsaktivität. Hier dürfte es für Sie deutlich länger dauern, einen Käufer für Ihre Kryptowährungen zu finden als an den großen Börsen. 

Muss ich meine Kryptowährungen versteuern?

Ja, auch Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen müssen Sie versteuern. Anders als bei Gewinnen aus Aktienverkäufen, bei denen die Bank die Steuerbeiträge automatisch abzieht, müssen Käufer bei Kryptowährungen selbst die Steuern abführen.

Dies gilt allerdings nur, wenn der Gewinn innerhalb eines Jahres vom Kauf entstanden ist. Dann gelten die Einnahmen als Spekulationsgewinn, die dem regulären Einkommensteuersatz unterliegen.

Es ist also wichtig, dass Anleger den Kauf dokumentieren. Denn um zu wissen, wie viel versteuert wird, muss der Staat das Anfangsinvestment kennen. Wer zudem in mehr als eine (Krypto-)Anlage investiert, kann Gewinne und Verluste gegeneinander aufrechnen.

Auch Gebühren werden hier berücksichtigt. Sollte am Ende der Rechnung immer noch der Gewinn dominieren, gilt ein Freibetrag von 600 Euro – danach werden die Steuern fällig.

Verwendete Quellen:

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