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Drei Fragen an...: Was Kleinanleger bei Negativzinsen tun können

Drei Fragen an...  

Was Kleinanleger bei Negativzinsen tun können

12.08.2020, 04:27 Uhr | dpa

Drei Fragen an...: Was Kleinanleger bei Negativzinsen tun können. Manche Banken verlangen für Guthaben auf dem Konto ab dem ersten Euro Strafzinsen.

Manche Banken verlangen für Guthaben auf dem Konto ab dem ersten Euro Strafzinsen. Für Kunden kann sich ein Wechsel lohnen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Frankfurt (dpa/tmn) – Immer mehr Banken führen Negativzinsen für Tagesgeld- und Girokonten ein. Auch für Kunden, die keine Millionenbeträge auf der hohen Kante haben.

Lange gaben Banken und Sparkassen Negativzinsen nur an Firmenkunden und besonders reiche Privatkunden weiter. Denn für überschüssige Gelder, die sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, müssen die Banken und Sparkassen 0,5 Prozent Zinsen zahlen.

Betroffene Kunden sollten sich mit alternativen Anlagemöglichkeiten oder sogar mit einem Kontowechsel auseinandersetzen, rät Max Herbst von derFMH-Finanzberatungim Interview mit dem dpa-Themendienst.

Warum führen immer mehr Banken auch auf kleinere Beträge Minuszinsen ein?

Max Herbst: Minuszinsen sind ein Instrument, mit dem die Banken ganz bewusst die Kunden abhalten wollen, dass sie zu viel Geld in kurzfristigen Anlagen parken, für das die Bänker früher oder später Strafzinsen an die EZB bezahlen müssen.

Bei den Banken, die damit angefangen haben, hieß es am Anfang, dass nur Kunden mit sehr hohen Anlagesummen Strafzinsen bezahlen müssten. Dann hat man gemerkt: Die Kunden schlucken das, die Kunden bleiben trotzdem bei der Bank. Und schon wurden die Beträge, ab denen Strafzinsen verlangt werden, immer geringer.

Der Normalbürger, der sein Konto schon immer bei seiner Bank oder Sparkasse hatte und 25 000 Euro auf einem Tagesgeldkonto liegen hat, der wechselt die Bank nicht unbedingt – auch wenn seine Hausbank ihm jetzt ein halbes Prozent Strafzinsen abknöpft.

Dabei wird auch immer wieder vergessen, dass die EZB den Banken extrem große Freibeträge eingeräumt hat. Die Banken könnten diese Freigrenze verwenden, um den Kleinanleger ungeschoren zu lassen. Aber die Masse der kleinen Kunden bringt mehr als der Großkunde, den man auch noch dazu verlieren könnte.

Welche Konten sind denn überhaupt betroffen?

Herbst: Wir sprechen vom Tagesgeldkonto und wir sprechen vom Girokonto. Es gibt etliche Banken, die schon ab dem ersten Euro auf dem Tagesgeld Strafzinsen verlangen. Auf dem Girokonto liegt die Untergrenze bei einigen wenigen Banken schon oder erst bei 5000 Euro, was zeigt, dass man den Girokunden nicht so schnell vergraulen will. Wenn die Bank Negativzinsen verlangt, muss sie das allerdings rechtzeitig mitteilen.

Welche Tipps haben Sie für Privatanleger?

Herbst: Die erste Frage ist: Muss ich so viel Geld auf dem Tagesgeld- oder Girokonto rumliegen haben? Nehmen wir mal einen Betrag von 50.000 Euro. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das ganze Geld jetzt sofort brauche? Könnte man vielleicht 40.000 Euro bei der gleichen oder fremden Bank auf ein Festgeldkonto mit 0,2 Prozent und mehr für ein Jahr anlegen? Dann habe ich dieses Geld von Konto A nach Konto B transferiert und statt Minuszinsen kriege ich Guthabenzinsen.

Dann hat man am Jahresende Zinsen verdient und nach einem Jahr entscheidet man erneut, wie man das Ersparte verteilt. Die Möglichkeiten, sich zu informieren sind genügend vorhanden. Und ein neues Konto zu eröffnen, dauert eine halbe Stunde.

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