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Steuererklärung: Diese Fristen gelten für die Abgabe


Rechtzeitig abgeben  

Diese Fristen gelten für Ihre Steuererklärung

26.04.2021, 12:36 Uhr
Steuererklärung: Diese Fristen gelten für die Abgabe. Ordner mit Quittungen (Symbolbild): Die Steuererklärung macht sich umso leichter, wenn die Belege sortiert sind. (Quelle: Getty Images/Westend61)

Ordner mit Quittungen (Symbolbild): Die Steuererklärung macht sich umso leichter, wenn die Belege sortiert sind. (Quelle: Westend61/Getty Images)

Bis wann Sie Ihre Steuererklärung beim Finanzamt einreichen müssen, hängt davon ab, ob Sie das freiwillig tun oder zur Abgabe verpflichtet sind. Wir erklären, wie viel Zeit Sie in beiden Fällen haben.

Zugegeben, es gibt sicher spannendere Dinge auf dieser Welt, als seine Steuererklärung zu machen. Trotzdem gibt es viele, die nicht drumherum kommen – und viele weitere, die gut daran täten, ihre Steuern freiwillig zu erklären. Denn das kann sich lohnen.

Ob Pflicht oder Kür – in beiden Fällen müssen Sie bestimmte Fristen einhalten. Welche das sind, was passiert, wenn Sie die Steuererklärung zu spät abgeben, und welche Ausnahme für das Steuerjahr 2020 gilt, zeigt Ihnen unser Überblick.

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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Einige Steuerzahler sind dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Das nennt man Pflichtveranlagung. Das ist der Fall, wenn

  • Sie als Arbeitnehmer weitere Einkünfte von mehr als 410 Euro neben Ihrem Arbeitslohn haben, etwa aus einer Vermietung,
  • Sie Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro bekommen,
  • Sie steuerpflichtige Einkünfte haben, die noch nicht versteuert wurden, etwa aus selbstständiger Arbeit,
  • wenn Sie verheiratet und mit Ihrem Partner zusammenveranlagt sind und Sie die Steuerklassen 3 und 5 oder 4 mit Faktor kombinieren,
  • wenn Sie in Steuerklasse 6 besteuert werden,
  • wenn Sie eine Lohnsteuerermäßigung bewilligt bekommen haben, Ihr Arbeitgeber also jeden Monat etwas weniger Lohnsteuer für Sie ans Finanzamt abführt. Weitere spezielle Fälle, in denen Sie eine Steuererklärung abgeben müssen, finden Sie hier.

In den meisten anderen Fällen sind Sie nicht pflichtveranlagt. Das heißt, Sie können Ihre Steuererklärung freiwillig abgeben und brauchen keine Sanktionen zu fürchten. Außerdem haben Sie für die Abgabe mehr Zeit (siehe unten). 

Welche Fristen gelten für die Steuererklärung?

Wer zur Steuererklärung verpflichtet ist, musste sich mit der Steuererklärung 2018 ein neues Abgabedatum merken. Bis dahin galt noch der 31. Mai des Folgejahres als Abgabefrist, inzwischen haben Sie zwei Monate länger Zeit: bis zum 31. Juli.

Für das Steuerjahr 2020 gilt aber ausnahmsweise ein anderes Datum. Wegen der Corona-Pandemie will die Bundesregierung die Abgabefrist um drei Monate verlängern. Die Steuererklärung müsste dann bis zum 31. Oktober beim Finanzamt eintreffen.

Machen Sie Ihre Erklärung nicht selbst, sondern ziehen einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein zurate, verlängert sich die Abgabefrist automatisch um sieben Monate. Mit Berater endet die Frist also in der Regel am letzten Februartag des übernächsten Jahres. Für die Steuererklärung 2020 wäre das eigentlich der 28. Februar 2022. Doch auch hier sollen Steuerzahler mehr Zeit bekommen: bis zum 31. Mai 2022.

Eine Ausnahme gilt zudem bei der Steuererklärung 2019. Sie darf weitere sechs Monate später eingereicht werden, weil die Steuerberater wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Arbeit haben. Die Frist endet damit erst am 31. August 2021. Lesen Sie hier, wie Sie das Homeoffice richtig absetzen.

Gut zu wissen: Während ein Steuerberater jeden beraten darf, können Sie sich an einen Lohnsteuerhilfeverein nur wenden, wenn Sie Arbeitnehmer oder Rentner sind.

Wer seine Steuererklärung nicht machen muss, aber freiwillig abgeben möchte (Antragsveranlagung), hat dafür zwar deutlich länger Zeit – aber auch nicht ewig. Vier Jahre bleiben Ihnen dafür. Dann läuft die sogenannte Festsetzungsverjährungsfrist ab.

Für diese Jahre können Sie Steuererklärungen noch freiwillig abgeben:

  • Steuererklärung 2017: 31. Dezember 2021
  • Steuererklärung 2018: 31. Dezember 2022
  • Steuererklärung 2019: 31. Dezember 2023
  • Steuererklärung 2020: 31. Dezember 2024

Tipp: Es kann sich lohnen, Ihre Steuererklärung möglichst spät abzugeben. Nämlich dann, wenn Sie damit rechnen, Geld erstattet zu bekommen. Denn das Finanzamt zahlt 0,5 Prozent Zinsen für jeden vollen Monat, den Sie gewartet haben – allerdings erst nach Ablauf einer Karenzzeit von 15 Monaten nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Für das Jahr 2020 würden die Zinsen also ab April 2022 beginnen. Sind Sie dem Finanzamt hingegen Geld schuldig, müssen Sie Zinsen auf die Nachzahlung zahlen.

Wann gibt es eine Fristverlängerung?

Können Sie Ihre Steuererklärung aus einem triftigen Grund nicht rechtzeitig abgeben, sollten Sie beim Finanzamt eine Fristverlängerung beantragen. Ein solcher Grund kann zum Beispiel eine längere Krankheit, ein Auslandsaufenthalt oder ein Umzug sein.

Der Antrag muss schriftlich erfolgen. Außerdem sollten Sie ihn begründen und einen neuen Termin nennen. Bitten Sie das Finanzamt darum, Ihnen eine Bestätigung zu schicken. Einen Anspruch auf die Fristverlängerungen haben Sie allerdings nicht.

Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?

Seit Sie länger Zeit haben, Ihre verpflichtende Steuererklärung einzureichen, sind auch die Sanktionen härter, wenn Sie die Frist versäumen. Passiert das, kommt es darauf an, wie sehr Sie in Verzug sind.

Geben Sie Ihre Steuererklärung höchstens 14 Monate nach Ablauf des Steuerjahres ab, haben Finanzbeamte noch einen Ermessensspielraum, ob sie einen Verspätungszuschlag festsetzen und wie hoch der ausfällt. Danach müssen sie den Zuschlag verlangen – zuzüglich zu einer möglichen Steuernachzahlung.

Laut § 152 Abgabenordnung beträgt der Verspätungszuschlag 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro angefangenem Monat.

  • Beispiel: Nehmen wir an, Sie müssen eigentlich bis zum 31. Juli 2020 Ihre Einkommensteuererklärung 2019 abgeben, tun dies aber erst im Mai 2021. Dann ist der Ermessensspielraum bereits vorbei, das Finanzamt muss einen Zuschlag verlangen. Und zwar mindestens 250 Euro, weil Sie zehn Monate zu spät dran sind.

Das Finanzamt kann auf den Verspätungszuschlag allerdings verzichten, wenn Ihnen dem Steuerbescheid zufolge eine Erstattung zusteht. Gleiches gilt, wenn die Steuer mit 0 Euro festgesetzt wird. Neben dem Zuschlag gibt es noch Zwangsgeld, Steuerschätzung und Verspätungszinsen als mögliche weitere Sanktionen.

Wann fordert das Finanzamt Sie zur Abgabe auf?

Manchmal fordert Sie das Finanzamt auch per Post dazu auf, eine Steuererklärung abzugeben. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn es eine sogenannte Kontrollmitteilung über Einkünfte erhalten hat, die sich auf die Steuer auswirken können. Dazu zählen etwa ein Erbe, eine Schenkung oder Kapitalerträge.

Kommen Sie diesem Schreiben in jedem Fall nach. Verpassen Sie die darin festgesetzte Frist, droht auch hier der Verspätungszuschlag.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • steuertipps.de
  • Finanztip
  • Verbraucherzentrale
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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