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Einkommensteuer-Vergleich im Vergleich: Zahlen Sie viel oder wenig?


Einkommensteuer-Vergleich  

So viel Steuern zahlen Sie im Vergleich zu anderen

10.05.2021, 09:02 Uhr | cho, t-online

Einkommensteuer-Vergleich im Vergleich: Zahlen Sie viel oder wenig?. Passanten auf der Düsseldorfer Königsallee: Die Deutschen tragen je nach Einkommen unterschiedlich viel zu den Steuereinkünften des Fiskus bei. (Quelle: imago images)

Passanten auf der Düsseldorfer Königsallee: Die Deutschen tragen je nach Einkommen unterschiedlich viel zu den Steuereinkünften des Fiskus bei. (Quelle: imago images)

Wer mehr verdient, zahlt auch mehr Steuern. Doch wissen Sie, wie groß Ihr eigener Anteil an den Einnahmen des Staates ist? Und wie Sie im Vergleich zu anderen dastehen? Unsere Grafik zeigt es Ihnen.

Spitzenverdiener sollen mehr zahlen, die Mittelschicht weniger – wie viel Einkommensteuer für wen gerecht ist, ist immer wieder Gegenstand politischer Debatten. Doch wie stark werden eigentlich die verschiedenen Gruppen steuerlich belastet? 

Forscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben das in einer Studie im Auftrag der Lobbyorganisation "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" berechnet.

Datenbasis sind die Lohn- und Einkommensteuerstatistik und das sogenannte "Sozio-oekonomische Panel", eine regelmäßige Umfrage unter den Privathaushalten in Deutschland. Demnach zahlte beispielsweise das oberste Zehntel der Einkommensbezieher 2019 etwa die Hälfte der Einkommensteuereinnahmen, die untere Hälfte etwa 7 Prozent.

Interaktive Grafik vergleicht Ihre Steuerlast

Ob Ihre eigene Steuerlast verhältnismäßig groß, Durchschnitt oder eher klein ist, können Sie selbst testen – mithilfe einer interaktiven IW-Grafik.




Das sehen Sie in der Grafik:

  • Die Grafik zeigt, wie viel Einkommensteuer die verschiedenen Einkommensgruppen in Deutschland durchschnittlich zahlen.
  • Sie können sich selbst mit Ihrem Haushalt einreihen und sehen, wie viel Sie selbst sowie die ärmeren und die reicheren Haushalte zu den gesamten Einkommensteuereinnahmen beitragen.
  • Wegen des progressiven Tarifverlaufs der Einkommensteuer steigt die prozentuale Belastung von niedrigen zu hohen Einkommen stetig und relativ gleichmäßig an.

So benutzen Sie die Grafik:

  • Tragen Sie oben Ihr jährliches Haushaltsbruttoeinkommen in Euro ein sowie die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen ab sowie unter 14 Jahren. Klicken Sie anschließend auf "Position berechnen", um sich Ihre Steuerlast anzeigen zu lassen.
  • Statt in Prozent können Sie sich die Steuerlast auch in absoluten Euro-Beträgen anzeigen lassen. Wählen Sie dazu oberhalb der Grafik den Punkt "Einkommensteuer in Euro pro Jahr" aus.  
  • Die Grafik erlaubt außerdem einen Blick in die Vergangenheit. Wählen Sie dazu auf dem Zeitstrahl das Jahr aus, das Sie interessiert. Zur Auswahl stehen 1998, 2004, 2007, 2010, 2014 und 2019.

Steuereinnahmen seit 1998 um 84 Prozent gestiegen

In den vergangenen 20 Jahren ist die Belastung in allen Einkommensgruppen prozentual und erst recht in absoluten Euro-Beträgen deutlich gestiegen. Die gesamten Einkommensteuereinnahmen betrugen 1998 etwa 188 Milliarden Euro, im Jahr 2019 waren es 346 Milliarden Euro.

Eine Ausnahme bildet der Sprung von 1998 auf 2004, weil in dieser Zeit die Schröder-Regierung die Steuersätze reformiert hat. Damals wurde der Spitzensteuersatz von 53 Prozent auf 42 Prozent gesenkt und der Reichensteuersatz von 45 Prozent eingeführt. Niedrige Einkommen haben davon stärker profitiert als hohe: Der Anteil der unteren Hälfte der Einkommensverteilung sank von 7 auf 5 Prozent.

Kalte Progression ließ Steuerlast wieder wachsen

In den Jahren darauf ist die Belastung kontinuierlich gestiegen. Das liegt an der kalten Progression. Davon spricht man, wenn sich Ihr Einkommen nur so weit erhöht, dass es die Inflation ausgleicht und Sie sich deshalb zwar nicht mehr kaufen können als vorher, trotzdem aber höhere Steuern zahlen müssen, weil Ihr Einkommen gestiegen ist.

Wegen dieses Phänomens zahlte der mittlere Haushalt 2004 je Erwachsenem durchschnittlich 5,4 Prozent der Steuereinnahmen, 2019 aber bereits 8,5 Prozent. Die unteren Einkommen traf die schleichende Steuererhöhung dabei stärker als die oberen: Der Anteil der unteren Hälfte am Steueraufkommen lag zuletzt wieder beim ursprünglichen Wert von 7 Prozent. 

So könnte sich die Corona-Krise auswirken

Die IW-Forscher simulieren in ihrer Studie auch das Jahr 2021. Demnach könnte das gesamte Bruttoeinkommen wegen der Corona-Krise um etwa 3,4 Prozent einbrechen. Lohnersatzleistungen wie etwa das Kurzarbeitergeld dämpfen den Rückgang dabei ab.

Am stärksten sinken dürften die mittleren Bruttoeinkommen. Dadurch könnte der Anteil des oberen Zehntels am Einkommen – und damit auch an der Einkommensteuer – steigen. Die Forscher gehen von einem Zuwachs von 50,9 auf 52,7 Prozent aus. Über alle Einkommensgruppen hinweg fällt die Steuerlast den Berechnungen zufolge allerdings von 14,3 Prozent im Jahr 2019 auf 12,8 Prozent im Jahr 2021.

Haben Sie Lust auf noch mehr Vergleiche? Testen Sie hier, ob Ihre Wohnung verhältnismäßig groß oder klein ist. Auch wie lukrativ Ihr Job ist, können Sie sich mit einer interaktiven Grafik des IW zeigen lassen.

Verwendete Quellen:

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