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Deutsche Bank: AktionÀre wollen Chef-Riege grillen

Von dpa
Aktualisiert am 19.05.2019Lesedauer: 2 Min.
Große Probleme: In diesen Tagen hat es erneut eine Razzia bei der Deutschen Bank gegeben – mit neuen VorwĂŒrfen. (Quelle: Reuters)
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Der Unternehmenswert schmilzt, die Gewinne sind mickrig, Ermittler fĂŒhren Razzien durch: Die Deutsche Bank steht vor großen Problemen. Das bringt ihre AktionĂ€re auf die Palme.

Die Hauptversammlung der Deutschen Bank könnte zum Scherbengericht werden. Vor allem Aufsichtsratschef Paul Achleitner droht bei dem AktionĂ€rstreffen an diesem Donnerstag (23.5.) in Frankfurt harsche Kritik der Anteilseigner – bis hin zu einer Klatsche bei der Abstimmung ĂŒber die Entlastung des Kontrollgremiums fĂŒr die Arbeit im GeschĂ€ftsjahr 2018.

Von der einst stolzen Deutschen Bank ist wenig geblieben. 2018 brachte zwar den ersten Jahresgewinn seit 2014. Doch der Jahresauftakt 2019 zeigte einmal mehr, wie angespannt die Lage bleibt: Im ersten Quartal verdiente Deutschlands grĂ¶ĂŸtes Geldhaus gerade einmal 201 Millionen Euro, wĂ€hrend die US-Konkurrenz in den drei Monaten Milliardengewinne einfuhr.

Der Börsenwert des Dax-Konzerns schrumpfte auf etwas ĂŒber 14 Milliarden Euro zusammen. Seit Achleitner im Juni 2012 antrat, hatte die Deutsche Bank inklusive des seit gut einem Jahr amtierenden Christian Sewing vier Vorstandsvorsitzende.

Berater: Aufsichtsrat und Vorstand zur Rechenschaft ziehen

Bei der Deutschen Bank ist die Geduld vieler AktionĂ€re ĂŒberstrapaziert. Es sei an der Zeit, dass die Anteilseigner Aufsichtsrat und Vorstand fĂŒr die vielen Jahre mit Strafzahlungen und Imageverlust zur Rechenschaft zögen, meint der Stimmrechtsberater ISS.

Die Negativserie setzte sich 2018 fort: Die Finanzaufsicht Bafin verpasste der Bank einen Sonderaufpasser, um die Umsetzung von Vorgaben gegen GeldwĂ€sche zu ĂŒberwachen. Im November verschreckte eine öffentlichkeitswirksame GeldwĂ€sche-Razzia in den Frankfurter ZwillingstĂŒrmen Kunden und Investoren.

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"Ab einem bestimmten Zeitpunkt sollten die AktionÀre ihren Bedenken Gehör verschaffen", folgert ISS und rÀt erstmals dazu, Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bank die Entlastung zu verweigern. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis schlÀgt in die gleiche Kerbe und verweist unter anderem auf den drastischen Einbruch des Aktienkurses.

Nach den Empfehlungen der Stimmrechtsberater richten sich viele Fonds und Großanleger, insbesondere aus den USA und Großbritannien. Eine Nicht-Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand hat zwar keine rechtlichen Konsequenzen, gilt aber als schallende Ohrfeige. Als erster amtierender Chef eines Dax-Konzerns wurde auf diese Weise jĂŒngst Bayer-Chef Werner Baumann wegen der Monsanto-Übernahme abgestraft. Bei der Schweizer Großbank UBS wurde das FĂŒhrungsteam mit Ex-Bundesbank-PrĂ€sident Axel Weber ebenfalls nicht entlastet.

GroßaktionĂ€re könnten Gegengewicht bilden

FĂŒr ein Gegengewicht zu den Gegnern einer Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand könnten bei der Deutschen Bank GroßaktionĂ€re wie das Emirat Katar, der Finanzinvestor Cerberus und der US-Vermögensverwalter Blackrock sorgen.

Keine Chance auf Mehrheit wird einem Antrag der Riebeck-Brauerei auf Abberufung Achleitners eingerĂ€umt. Der "Niedergang der Deutschen Bank" sei "untrennbar" mit der Person des 62-jĂ€hrigen Österreichers verbunden, argumentiert der AktionĂ€r. Falsche Personal- und Strategieentscheidungen hĂ€tten "zum desaströsen Zustand der Bank gefĂŒhrt".


Die Deutsche Bank erklĂ€rt dazu nĂŒchtern: "Bereits fĂŒr die ordentliche Hauptversammlung 2018 hatte die Riebeck-Brauerei von 1862 Aktiengesellschaft die Abberufung von Herrn Dr. Achleitner als Mitglied des Aufsichtsrats vorgeschlagen. Dieser Beschlussvorschlag wurde durch die Hauptversammlung 2018 mit einer Mehrheit von 90,95 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt."

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