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Wie das Coronavirus den deutschen Mittelstand ausbremst


Wie das Coronavirus den deutschen Mittelstand ausbremst

Von Mauritius Kloft

01.03.2020Lesedauer: 3 Min.
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Arbeiten mit Mundschutzmaske: Blick in ein China-Werk des baden-württembergischen Mittelständlers EBM-Papst.
Arbeiten mit Mundschutzmaske: Blick in ein China-Werk des baden-württembergischen Mittelständlers EBM-Papst. (Quelle: EBM-Papst/T-Online-bilder)
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Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen – nicht nur an der Börse, sondern auch bei kleineren Unternehmen. Dem Mittelstandsverband zufolge spürt bereits jede vierte Firma erste Auswirkungen.

Das Coronavirus hat Deutschland erreicht: Der Dax ist wegen der Angst vor einer Pandemie abgestürzt, besonders betroffen sind Firmen aus dem Automobil-, Logistik- sowie dem Tourismussektor.

Doch auch kleine und mittelgroße Unternehmen und Konzerne aus Deutschland trifft die Krise – im Negativen wie im Positiven: In vielen Firmen bleiben Mitarbeiter Zuhause, weil sie Symptome aufweisen, die auf das Coronavirus hindeuten. Gleichzeitig verzeichnen einige Unternehmen unerwartete Auftragszuwächse.


Beispiel EBM-Papst aus Mulfingen in Baden-Württemberg: Der Ventalitorenhersteller beschäftigt weltweit rund 15.000 Mitarbeiter. 6.000 davon in Deutschland, rund 2.000 Angestellte arbeiten in Fabriken in China.

"Wir nehmen die gegenwärtige Situation rund um das Coronavirus sehr ernst", sagte Unternehmenssprecher Hauke Hannig t-online.de. Mehrere Mitarbeiter seien momentan freigestellt, um getestet zu werden, weil sie sich in vom Coronavirus betroffenen Gebieten aufgehalten hatten.

Mitarbeiter werden bezahlt freigestellt

"Sobald die Mitarbeiter ein negatives Ergebnis haben, können sie wieder wie gewohnt zur Arbeit kommen", sagte Hannig. Bis zu diesem Zeitpunkt aber möchte das Unternehmen sichergehen, dass keine weiteren Mitarbeiter angesteckt werden, so der Sprecher. "Wir haben eine Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter."

Mitarbeiter, die während der Faschingsferien etwa in Norditalien waren, mussten in der vergangenen Woche deshalb zunächst nicht zur Arbeit erscheinen. "Sie werden bezahlt freigestellt", so Hannig. Erst wenn klar ist, dass sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert haben, kehren sie an ihre Arbeitsplätze zurück.

Größere Auswirkungen hat das Virus im chinesischen Werk von EBM-Papst. "In China produzieren wir in den drei Werken nur mit einer durchschnittlichen Kapazität von 70 Prozent", sagte Hannig. Ein Grund dafür: Viele Menschen befänden sich noch in einer Quarantäne.

In der ersten Woche nach dem chinesischen Neujahrsfest Anfang Februar sei in einem Werk in Shanghai nur mit 50 Prozent der Kapazität produziert worden. Das hing sowohl mit der Quarantäne zusammen als auch mit Vorschriften der chinesischen Regierung, die die Fertigung zum Teil einschränkt.

Ventilatoren für Atemgeräte bei Krankenhäusern gefragt

Ihr Gutes hat die Ausbreitung des Coronavirus für EBM-Papst jedoch auch. Besonders Krankenhäuser bestellen wegen Virus nun bei dem deutschen Unternehmen – zum Beispiel Ventilatoren für Atemgeräte.

Auch Krankenhäuser in Wuhan, wo das Coronavirus zuerst aufgetreten war, wurden von der deutschen Firma beliefert. "Für diese Lieferung nach Wuhan gab es eine Sondergenehmigung der chinesischen Regierung", sagte Hannig.

Für viele andere Unternehmen jedoch überwiegen die Probleme und wirtschaftlichen Konsequenzen, wie der Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) beobachtet. "Jeder vierte Mittelständler spürt bereits die Auswirkungen des Coronavirus", sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven t-online.de.

Das gehe aus einer Umfrage unter den Mitgliedern des Verbandes hervor. "Die Frage ist: Wie lässt sich die Ausbreitung des Virus verhindern, ohne den Waren- und Personenverkehr nachhaltig zu beeinträchtigen?"

Auch Logistiker und Autozulieferer sind betroffen

Diese Frage beschäftigt auch EBM-Papst aus Baden-Württemberg. "Die Transportkosten für Waren aus China sind exorbitant gestiegen", sagte Hannig. Grund hierfür: Der Seeverkehr sei stark eingeschränkt worden.

Auch andere Unternehmen sind betroffen, wenn auch nicht so stark. Christiane Gut, Geschäftsführerin des Logistikunternehmens F. G. Logistics in Korntal-Münchingen bei Stuttagrt, sagte t-online.de: "Die Angst ist zu spüren". Wie sich die Situation entwickelt, bleibe jedoch abzuwarten, bisher seien die Auswirkungen begrenzt. "Wir können nicht in eine Glaskugel schauen."

Ihre wichtigsten Logistikpartner säßen in Italien, deshalb würden Fahrer in diesen Gebieten Mundschutz tragen und andere Sicherheitsvorkehrungen treffen. "Wir sollten jedoch nicht in Panik geraten", sagte Gut.

Homeoffice wegen Corona-Verdachtsfall

Mancherorts umfassen die Maßnahmen auch ungewöhnliche Empfehlungen an die Mitarbeiter. Der Automobilzulieferer Aptiv Services Deutschland, eine Tochtergesellschaft der britischen Aptiv-Grupppe, hatte seinen Mitarbeitern am Standort Wuppertal geraten, im Homeoffice zu arbeiten.

Der Grund: Es kam der Verdacht auf, dass ein Mitarbeiter sich infiziert hatte. Einen entsprechenden Bericht der "WZ" bestätigte ein Sprecher t-online.de: "Die Aptiv Services Deutschland GmbH kann mit Erleichterung bestätigen, dass ein Test des Gesundheitsamtes das Covid-19 Virus als Grund für die Erkrankung eines Mitarbeiter ausgeschlossen hat", teilte ein Sprecher t-online.de mit.

Die Mitarbeiter können am Montag wie gewohnt zur Arbeit erscheinen. Es habe sich lediglich um eine "Vorsichtsmaßnahme" gehandelt. Am Standort Wuppertal sei ein Entwicklungszentrum und keine Produktionsstätte – deshalb sei Homeoffice möglich gewesen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • WZ
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