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Corona-Krise: Continental-Reifenwerk in Aachen muss schließen

Aufsichtsrat stimmt zu  

Conti-Reifenwerk in Aachen muss schließen

01.10.2020, 07:57 Uhr | dpa

Corona-Krise: Continental-Reifenwerk in Aachen muss schließen. Logo von Continental (Symbolbild): Der Reifenhersteller macht ein traditionsreiches Werk dicht. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte/Archivbild)

Logo von Continental (Symbolbild): Der Reifenhersteller macht ein traditionsreiches Werk dicht. (Quelle: Julian Stratenschulte/Archivbild/dpa)

Schlechte Nachrichten für tausende Mitarbeiter des Autozulieferers Continental: Das Unternehmen macht das Reifenwerk in Aachen dicht. Auch andere Standorte sind betroffen. Politik und Gewerkschaften sind empört.

Das traditionsreiche Reifenwerk von Continental in Aachen steht vor dem Aus. Der Aufsichtsrat des Autozulieferers hat am Mittwoch die Schließungspläne des Konzerns bestätigt. Das Werk soll Ende 2021 aufgegeben werden. Betroffen von den Plänen sind nach Unternehmensangaben 1.800 der dortigen 2.000 Arbeitsplätze.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung reagierte empört. "Management und Aufsichtsrat von Continental brüskieren ohne Not eine ganze Region", sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Continental gefährde "seine Reputation als sozial verantwortlich handelnder Premiumhersteller".

Conti argumentiert dagegen mit dem wirtschaftlichen Umfeld. Das Reifenwerk in Aachen sei mit einem Produktionsvolumen von acht Millionen Pkw-Reifen pro Jahr "das kleinste und zudem der kostenintensivste Standort im gesamten europäischen Produktionsnetzwerk des Unternehmens", heißt es in einer Mitteilung.

Insgesamt 30.000 Arbeitsplätze betroffen

Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern würden nun "möglichst sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter in Aachen" erarbeitet. Sondierungsgespräche mit der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Stadt Aachen aufgenommen worden. Ziel sei die Entwicklung tragfähiger Konzepte für die Nachnutzung des Standorts.

Conti steht wegen des Strukturwandels und der Corona-Krise unter Druck. Die Werksschließungen sind zudem Teil eines schon im vergangenen Jahr angekündigten und nun verschärften Sparkurses beim zweitgrößten Autozulieferer der Welt. Insgesamt will man weltweit 30.000 Stellen "verändern", davon 13.000 in Deutschland. Von 2023 an soll der Umbau jährlich mehr als eine Milliarde Euro einsparen.

Conti-Chef: Entlassungen seien "allerletztes Mittel"

Arbeitnehmervertreter kritisierten den Beschluss des Aufsichtsrats am Mittwoch dennoch umgehend. Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall und Vize-Aufsichtsratschefin bei Continental, kritisierte, Conti werde seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht. Es gehe nun weiter darum, "Alternativen zu Schließungen und dem Abbau von 13.000 Industriearbeitsplätzen" zu prüfen. Zuvor hatte sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) irritiert gezeigt über das Ausmaß der Sparmaßnahmen.

Conti-Chef Elmar Degenhart betonte, dass die 30.000 vom Sparprogramm betroffenen Stellen nicht automatisch 30.000 Kündigungen bedeuteten. Entlassungen seien "für uns immer das allerletzte Mittel", sagte er.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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