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  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 05.01.2021Lesedauer: 3 Min.
Einkauf in einem Supermarkt (Symbolbild): Seit Januar gelten wieder die alten Sätze bei der Mehrwertsteuer.
Einkauf in einem Supermarkt (Symbolbild): Seit Januar gelten wieder die alten Sätze bei der Mehrwertsteuer. (Quelle: Martin Wagner/imago-images-bilder)
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Ein halbes Jahr lang betrug die Mehrwertsteuer nur 16 statt 19 Prozent. Seit Januar ist damit Schluss. Doch manche Lebensmittelhändler bleiben noch bei den alten Rabatten.

Wer in diesen Tagen einkaufen geht, sollte eines im Kopf haben: Seit Januar gilt wieder der höhere Mehrwertsteuersatz.

Die Bundesregierung hatte im Zuge ihres Corona-Konjunkturpakets im Juni beschlossen, den Mehrwertsteuersatz vom 1. Juli bis zum 31. Dezember von 19 auf 16 Prozent zu senken. Der ermäßigte Satz, der für viele Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gilt, wurde von 7 auf 5 Prozent reduziert.

Doch welche Discounter und Supermärkte bleiben bei dem reduzierten Satz? Und welche ziehen nun wieder ihre Preise an? t-online hat die größten Lebensmittelhändler Deutschlands angefragt – und löst das Preiswirrwarr in den Märkten.

Der Discounter Lidl, der wie die Kette Kaufland zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe gehört, reagiert auf eine t-online-Anfrage ausweichend. "In allen über 3.200 Lidl-Filialen bleiben die Preise bei vielen Produkten weiterhin um bis zu drei Prozent reduziert", heißt es von dem Konzern. Welche Produkte nun allerdings teurer werden, wollte das Unternehmen nicht sagen.

Lidl-Einkaufszettel: Seit Januar gilt wieder der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.
Lidl-Einkaufszettel: Seit Januar gilt wieder der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. (Quelle: Privat/T-Online-bilder)
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Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


Zuvor hatte bereits die zur Edeka-Gruppe gehörende Discount-Kette Netto mit dem Slogan "Mehrwertsteuer-Erhöhung? Nicht bei Netto" geworben.

Die Discounter Aldi Süd und Aldi Nord haben dagegen ihre Preise zum Jahreswechsel entsprechend angepasst, wie sie t-online mitteilten. Im Sommer gaben die Discounter nicht nur die Mehrwertsteuersenkung an ihre Kunden weiter, sondern gewährten zusätzlich noch ein weiteres Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment. Die Lebensmittelhändler verweisen aber auf die "gewohnte Dauerniedrigpreisstrategie".

Wechsel der Preisschilder "Katastrophe"

Auch Kaufland ändert seine Preise nun wieder. "Ab 4. Januar werden wir damit beginnen, sukzessive die Preisetiketten neu zu stecken", heißt es. Auch ein Besuch in einem Kaufland bestätigt dies: Während einige Preisschilder bereits ausgetauscht wurden, finden sich bei anderen noch die alten Preise.

Ein Preisschild bei Kaufland.
Ein Preisschild bei Kaufland. (Quelle: Privat/T-Online-bilder)

Eine Kaufland-Mitarbeiterin sagte, es sei "eine Katastrophe" gewesen, die Preise im Sommer auszutauschen. Bis Ende Januar hätten die einzelnen Märkte nun Zeit, die Schilder erneut zu wechseln. Manche Produkte hätten deshalb schon jetzt die neuen Preismarken, die anderen noch nicht.

Drogeriemarkt dm zieht Preise an

Auch andere Supermärkte ziehen ihre Preise angesichts des neuen Mehrwertsteuersatzes wieder an. Die Supermarktkette Rewe kündigte an, dass die Rückkehr zu den regulären Mehrwertsteuersätzen angesichts von Tausenden von Etiketten pro Markt, die neu gedruckt und angebracht werden müssten, "sukzessive in den ersten Tagen des Januars" umgesetzt werde. Die Discounttochter Penny werde zum Jahresbeginn wieder die normalen Mehrwertsteuersätze in die Kassensysteme einstellen.

Auch die Drogeriemarktkette dm hat ihre Preise entsprechend des höheren Mehrwertsteuersatzes angepasst. Das Unternehmen wies die geänderten Preise im vergangenen Halbjahr nicht am Regal aus, sondern zog an der Kasse einen entsprechenden Rabatt ab.

"Daher mussten wir bei dm die Preise für einzelne Produkte nach dem Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung nicht wieder anpassen", sagte Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, t-online. Er verweist aber auf andere Rabatte, die Kunden mit Nutzung der App haben sollen.

Befristete Steuersenkung hatte kaum einen Effekt

Die befristete Steuersenkung sollte die Konjunktur anschieben und die Bürger motivieren, teure Anschaffungen trotz Krise ein paar Monate vorzuziehen. Im Rückblick scheint vielen diese Strategie aber nicht aufgegangen zu sein. Der Chef des Handelsverbands Deutschland (HDE) Stefan Genth urteilte: "Die Mehrwertsteuersenkung hat nur für eine marginale Konsumbelebung gesorgt."

Das Münchner Ifo-Institut kommt zur gleichen Einschätzung. Erklärtes Ziel der Bundesregierung sei es gewesen, die Bürger "dadurch zu größeren Anschaffungen zu bewegen. Dieses ist nicht erreicht worden, wie zwei Umfragen nahelegen", schrieben die Wirtschaftsforscher Clemens Fuest, Andreas Peichl und Florian Neumeier in einem am Montag veröffentlichten Aufsatz.

Die Senkung der Mehrwertsteuer von Juli bis Dezember 2020 habe 6,3 Milliarden Euro an zusätzlichem Konsum gebracht. Das entspreche einem Anstieg der privaten Konsumausgaben um lediglich 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der geschätzte Steuerausfall betrage hingegen 20 Milliarden Euro.

"Die Entscheidung, die Mehrwertsteuersenkung nicht über den Dezember 2020 hinaus zu verlängern, kann vor diesem Hintergrund trotz der noch immer unsicheren Lage der Konjunktur nur begrüßt werden", betonten die Wirtschaftsforscher.

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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen, Frederike Holewik
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