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VW-Dieselskandal: Prozess gegen Ex-Chef Martin Winterkorn geplatzt

Dieselskandal  

Marktmanipulations-Prozess gegen Ex-VW-Chef Winterkorn geplatzt

15.01.2021, 11:58 Uhr | dpa

VW-Dieselskandal: Prozess gegen Ex-Chef Martin Winterkorn geplatzt. Martin Winterkorn: Der frühere Vorstandsvorsitzende von Volkswagen muss sich nicht wegen Marktmanipulation verantworten. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)

Martin Winterkorn: Der frühere Vorstandsvorsitzende von Volkswagen muss sich nicht wegen Marktmanipulation verantworten. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Das Landgericht Braunschweig hat das Verfahren im Dieselskandal gegen den früheren Konzernchef eingestellt. Winterkorn ist aber noch wegen eines anderen Vergehens angeklagt.

Nach der Einstellung des Strafverfahrens gegen die aktuelle VW-Spitze wegen Marktmanipulation im Dieselskandal ist auch der entsprechende Prozess gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn geplatzt. Dies teilte das Landgericht Braunschweig am Freitag mit.

Das Verfahren werde eingestellt. An dem ab Ende Februar geplanten Betrugsprozess wegen erhöhter Diesel-Abgaswerte halte man aber fest.

Winterkorn droht härtere Strafe in anderem Prozess

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die mögliche Strafe, die auf Winterkorn schon in dem Betrugsverfahren zukommen könnte, deutlich höher sein dürfte als beim Vorwurf einer zu späten Information der Finanzwelt über die Folgen der gefälschten Emissionsdaten der Fahrzeuge.

Eine Einstellung komme "in Betracht, wenn die zu erwartende Strafe im Hinblick auf die Straferwartung wegen einer anderen Tat nicht beträchtlich ins Gewicht fällt". Die Wirtschaftsstrafkammer nehme dies an – im sogenannten NOx-Verfahren könne die Teilstrafe erheblich schwerer ins Gewicht fallen.

VW-Chefs sollen Anleger zu spät informiert haben

Winterkorn war – ebenso wie der heutige VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und der aktuelle Vorstandschef Herbert Diessim September 2019 von der Braunschweiger Staatsanwaltschaft wegen Marktmanipulation angeklagt worden. Die Ermittler warfen ihnen vor, Anleger zu spät über die finanziellen Risiken der Abgasaffäre ins Bild gesetzt zu haben.

Nachdem die Manipulationen an Millionen Dieselmotoren im September 2015 öffentlich bekannt geworden waren, stürzte der VW-Aktienkurs zeitweise ab – Investoren sehen sich getäuscht und fordern in einem Zivilprozess Milliarden-Schadenersatz.

Im Fall von Diess und Pötsch zahlte Volkswagen jeweils 4,5 Millionen Euro an die niedersächsische Justiz. Das Landgericht hatte sich mit den Beteiligten im Rahmen des nichtöffentlichen Zwischenverfahrens auf die Einstellung unter Auflagen verständigt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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