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Handel und Hotels: Freiheiten für Geimpfte kämen zu früh


Nach Spahn-Aussage  

Handel und Hotels halten Freiheiten für Geimpfte für zu früh

06.04.2021, 14:12 Uhr
Handel und Hotels: Freiheiten für Geimpfte kämen zu früh. Eine Fußgängerzone in Köln: Viele Geschäfte haben unter Auflagen inzwischen wieder geöffnet. (Quelle: dpa)

Eine Fußgängerzone in Köln: Viele Geschäfte haben unter Auflagen inzwischen wieder geöffnet. (Quelle: dpa)

Geht es nach Gesundheitsminister Spahn, sollen Geimpfte bald mehr dürfen als Ungeimpfte – etwa beim Reisen und beim Shoppen. Die Wirtschaft reagiert reserviert auf die Idee. Sie komme zu früh.

Der Einzelhandel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe haben zurückhaltend auf den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn reagiert, Geimpften schon bald mehr Freiheiten beim Reisen und Einkaufen einzuräumen. Stattdessen dringen sowohl der Handelsverband HDE als auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf mehr Tempo beim Impfen.

"Wir müssen jetzt impfen, impfen, impfen", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges t-online. Das müsse jetzt absolute Priorität haben.

"Die Hotels und Gaststätten brauchen eine dauerhafte Öffnungsperspektive für alle Gäste", so Hartges. "Und die gibt es erst, wenn eine relevante Impfquote erreicht ist und die Testungen umfassender als derzeit zum Einsatz kommen."

Spahn will Geimpften mehr Freiheiten einräumen

Ähnlich äußerte sich auch ein Sprecher des Handelsverbandes. "Angesichts der aktuell noch sehr niedrigen Zahl von Geimpften ist es jetzt nicht die Zeit, über Vorteile für Geimpfte zu diskutieren", teilte der HDE auf t-online-Anfrage mit. Zunächst müsse es darum gehen, die Akzeptanz für das Impfen zu stärken und ausreichend Impfstoff für alle zur Verfügung zu stellen.

Bundesgesundheitsminister Spahn hatte am Wochenende mehrere Freiheiten für jene Menschen in Aussicht gestellt, die bereits vollständig geimpft sind oder einen Negativtest vorweisen können. Wörtlich sagte Spahn der "Bild am Sonntag": "Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde."

Digitaler Impfpass kommt im Sommer

Dehoga-Chefin Hartges hält diese Aussage für "eine Selbstverständlichkeit", betont zugleich aber: "Derzeit gilt das gerade einmal für 13 Prozent der Menschen. Bekämen diese nun einen Vorteil, würde das zu Kontroversen führen – und den Betrieben nur wenig helfen."

Hinzu komme: Noch gebe es gar keine Möglichkeiten, den Impfstatus problemlos festzustellen, wie auch der HDE erklärt. "Die Händler wollen so bald wie möglich wieder flächendeckend für alle Kunden da sein", heißt es seitens des Verbandes. "Wenn die Einzelhändler dann kontrollieren sollen, ob die Kunden geimpft sind, so muss das möglichst unkompliziert erfolgen können."

Dafür brauche es digitale Lösungen, etwa in Form des digitalen Impfpasses der EU. "Eine händische Kontrolle von Zetteln und Papier-Ausdrucken jedenfalls wäre für viele Händler zu aufwendig und in der Praxis kaum zu leisten", so der HDE. Auch Dehoga-Chefin Hartges dringt auf den digitalen Impfpass.

Die EU hatte zuletzt die Einführung eines digitalen Corona-Impfausweises angekündigt. Ab dem 1. Juni soll er zur Verfügung stehen und europaweit gültig sein. Bis zu diesem Zeitpunkt werden auch deutlich mehr Deutsche ihre Impfung erhalten haben.

Verwendete Quellen:
  • Gespräche mit Dehoga-Chefin Ingrid Hartges
  • Statement des HDE

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