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Das Risiko der deutschen Spar-Milliarden

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 15.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Menschen auf einer Einkaufsstraße: Werden die Deutschen Teile ihrer Ersparnisse aufbrauchen?
Menschen auf einer Einkaufsstraße: Werden die Deutschen Teile ihrer Ersparnisse aufbrauchen? (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago-images-bilder)
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Angesichts von Ukraine-Krieg, steigenden Preisen und den Folgen der Corona-Pandemie fragen sich Experten, wie sich die deutsche Wirtschaft entwickelt. Ökonomen des Ifo-Instituts stellen vor allem auf die Konsumlust der Deutschen ab.

Die Zahl, von der das Schicksal der deutschen Wirtschaft abhängt, ist nur schwer vorstellbar: 200 Milliarden Euro. Eine Zwei mit elf Nullen. So viel, wie knapp 30 Mal der Berliner Pannen-Flughafen BER bis zur Eröffnung gekostet hat.

200 Milliarden Euro beträgt die sogenannte Überschussersparnis der Deutschen. Vereinfacht ausgedrückt: So viel haben die Deutschen in den beiden vergangenen Corona-Jahren nicht für Reisen, Kneipenbesuche oder einen neuen Fernseher ausgegeben, sondern beiseitegelegt.

Neu ist diese Erkenntnis nicht. Neu ist laut Fachleuten aber, dass es jetzt vor allem darauf ankommt, wie sich dieser Milliardenbetrag verändert. Genauer: Ob die Deutschen angesichts der steigenden Preise auf ihre Ersparnisse zurückgreifen, um ihren Lebensstandard zu halten. Oder eben nicht.

Chance für die deutsche Wirtschaft?

Auch die Experten vom Münchner Ifo-Institut, Timo Wollmershäuser und Robert Lehmann, wissen um die Bedeutung der Überschussersparnis. Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Konjunkturprognose sagte Ifo-Konjunkturchef Wollmershäuser: "Das ist eine Situation, die wir so noch nicht hatten." Die jedoch eine Chance bieten könnte oder, wie er es im Ökonomen-Deutsch sagte, "ein Aufwärtsrisiko".

"Wenn wir die Überschussersparnis nicht hätten, würden die Deutschen jetzt mehr sparen", so Wollmershäuser. Dann würde die Konjunktur "massiv gedämpft". Die Inflation würde also auf das Wirtschaftswachstum durchschlagen. Doch weil die Menschen so viel Geld in der Pandemie zurückgelegt hätten, könnten sie es jetzt ausgeben – und ihren Kaufkraftverlust auffangen, meint der Ökonom.

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Timo Wollmershäuser: Der Konjunkturchef des Ifo-Instituts gibt sich am Mittwoch optimistisch.
Timo Wollmershäuser: Der Konjunkturchef des Ifo-Instituts gibt sich am Mittwoch optimistisch. (Quelle: Carsten Koall/dpa-bilder)

Zur kräftigen Zunahme des Bruttoinlandsprodukts sollen also maßgeblich die privaten Haushalte beitragen, die nun wieder mehr ausgeben könnten. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Einschätzung der Münchner Ökonomen in diesem Jahr um 2,5 Prozent zulegen, schwächer als um die noch im März erwarteten 3,1 Prozent.

Vorausgesetzt, die Deutschen geben rund zehn Prozent der 200 Milliarden Euro aus, wie Ifo-Ökonom Lehmann erklärt. Also 20 Milliarden Euro. Mit diesem Anteil haben die Forscher für ihre Prognose gerechnet.

Risiken für Konsum

Allein: In Stein gemeißelt ist die Annahme der Experten nicht. Zwar hätten die Deutschen schon im ersten Quartal konsumiert und einen Teil ihrer Ersparnisse wegen der hohen Preise eingesetzt. Allerdings gibt es einige Risiken, die den Konsum noch dämpfen könnten. Etwa ein weiteres Aufflammen der Corona-Pandemie oder ein Gasstopp. Und nicht zuletzt die Frage, ob sich die Inflation verfestigt.

Immerhin rechnet das Institut mit einer stark steigenden Teuerung. Waren und Dienstleistungen dürften sich in diesem Jahr um durchschnittlich 6,8 Prozent verteuern, 2023 dann etwa halb so stark mit 3,3 Prozent. Im März hatten die Experten hier nur einen Anstieg von 5,1 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent vorhergesagt.

Es komme deshalb auf die Europäische Zentralbank (EZB) an, so Wollmershäuser, und ihre Glaubwürdigkeit. So hatte die Notenbank jüngst angekündigt, ab dem 1. Juli keine frischen Milliarden mehr in den Kauf von Staatsanleihen und Wertpapieren von Unternehmen zu stecken. Damit endet die Praxis, die gemeinhin auch als "Geld drucken" bekannt ist. Zudem will die EZB im Juli den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anheben.

Besonders bei einer drohenden Lohn-Preis-Spirale, also einem Szenario, in dem sich Preise und Löhne immer weiter hochschaukeln, müsste die EZB die Zinsen deutlich drastischer anheben – und könnte die Konjunktur abwürgen. Ob sich der Konsum dann ebenfalls entfalten würde, wäre fraglich.

Ersparnisse sind ungleich verteilt

Ohnehin gilt jedoch, dass die Ersparnisse – wenig überraschend – sehr ungleich verteilt sind. Haushalte mit hohem Einkommen hätten in der Corona-Krise auch mehr gespart, so Wollmershäuser. Gerade junge Menschen und Rentner würden tendenziell weniger zur Seite legen, sagte Ifo-Ökonom Lehmann.

Entsprechend würde die Überschussersparnis ebenfalls zeigen, wen es zu entlasten gelte: Menschen mit geringen Einkommen, die wenig oder nichts sparen und ausgeben können. So könnte man auch die Konjunktur stabilisieren, sagte Wollmershäuser.

Kaum eine Maßnahme aus dem Entlastungspaket sei jedoch zielgerichtet, sondern eben die "Gießkanne", erreiche also auch Menschen, die ohnehin viel sparen. Das aber wäre nicht nötig gewesen. Man hätte auch die Ersparnisse wirken lassen können.

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