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Eine Frechheit

  • Mauritius Kloft
Ein Kommentar von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 24.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Christian Lindner: Der Bundesfinanzminister will, dass die Deutschen mehr Überstunden ableisten.
Christian Lindner: Der Bundesfinanzminister will, dass die Deutschen mehr Überstunden ableisten. (Quelle: Bernd Elmenthaler/imago-images-bilder)
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Die Deutschen sollen mehr arbeiten, um die Krise abzuwenden, fordert Finanzminister Lindner. Das Gegenteil ist der Fall: Die Menschen brauchen jetzt Hilfen.

Mittlerweile sollte bei der Mehrheit der Deutschen angekommen sein, dass die kommenden Monate hart werden könnten: Sollten die Gasspeicher bis zum Winter nicht voll genug sein, falls Putin den Gashahn sogar ganz zudreht – dann könnte es bitter werden. Eine handfeste Wirtschaftskrise droht, da im Extremfall ganze Industriezweige abgeschaltet werden müssten. Daneben steigen die Preise auf breiter Front. Die Inflation könnte sich in der zweiten Jahreshälfte verfestigen.

Auch Finanzminister Christian Lindner hat das verstanden. Doch der FDP-Chef zieht die falschen Schlüsse aus seiner Erkenntnis.

Am Freitag twitterte er nonchalant, wir bräuchten nun "mehr Wachstumsimpulse, mehr Gründungen, mehr Überstunden, um unseren Wohlstand zu sichern". Immerhin seien wir in einer fragilen Lage. "Steuererhöhungen würden die Stärkung der Wirtschaftslage sabotieren."

Besonders ein Punkt dürfte den Arbeitnehmern äußerst bitter aufstoßen: Lindners Forderung nach mehr Überstunden. Für viele, die jetzt bereits Überstunden schieben, klingt das wie blanker Hohn.

Überstunden helfen nicht weiter

Die erste Frage, die sich dabei stellt, ist: Was genau soll Zusatzarbeit in der aktuellen Krise eigentlich bringen? Bekommen wir dank der Überstunden jetzt mehr Gas, das wir einspeichern könnten?

Überspitzt gefragt: Sollen die Deutschen im Winter lieber auf der Arbeit sein, als zu Hause zu frieren? Oder wie führen Überstunden die Deutschen aus der derzeitigen Notlage? Auch Twitternutzer rätseln, wie Zusatzarbeit zur Bewältigung der Krise beitragen soll.

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DIW-Präsident Marcel Fratzscher entgegnete Lindner, der Arbeitskräftemangel werde nicht durch mehr Überstunden gelöst. Das aber ist aktuell sowieso nicht das drängendste Problem. Deutlich realistischer ist, dass Zehntausende Beschäftigte im Winter oder Frühjahr in die Kurzarbeit müssen, weil ihr Betrieb wegen fehlendem Erdgas nicht mehr produzieren kann. Überstunden helfen hier folglich nicht weiter.

Drastische Preiserhöhungen drohen

Ganz abgesehen davon: Die Deutschen ächzen schon jetzt unter den hohen Preisen. Sollte die Preisanpassungsklausel im Energiesicherungsgesetz greifen, können Versorger wegen der ausgerufenen Alarmstufe ihre höheren Gaskosten auf die Kunden kurzfristig umwälzen. Verbraucherschützer mahnen schon jetzt, dass den Menschen drastische Preisanstiege drohen – und fordern weitere Entlastungspakete.

Sicher: Lindners Grundgedanke ist richtig. Mehr Wachstumsimpulse sind in einer Wirtschaftskrise deutlich sinnvoller als höhere Steuern. Doch so einfach ist das auch wieder nicht.

Für Konjunkturstimuli wäre nämlich zuallererst die Bundesregierung verantwortlich. Und nicht Millionen Arbeitnehmer, die im Falle einer Rezession um ihren Job fürchten müssten.

Der dringende Appell daher: Herr Lindner, nehmen Sie sich Ihren Tweet zu Herzen! Gehen Sie mit leuchtendem Beispiel voran und arbeiten ein weiteres Hilfspaket aus. Wenn dafür die Energiesparlampen abends länger brennen würden, wäre das in Ordnung. Die Deutschen werden es Ihnen danken.

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  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt
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