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Aufrufe zum Gassparen: Keiner braucht Moralapostel


Keiner braucht Moralapostel

  • Florian Schmidt
  • Peter Schink
Von Florian Schmidt, Peter Schink

Aktualisiert am 30.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Die Flamme eines Gasherdes (Symbolbild): Deutschland verbraucht derzeit zu viel Gas, sagt die Bundesnetzagentur. (Quelle: gopixa/Getty Images)
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Weil es kalt ist, lag der Gasverbrauch diese Woche höher als vor genau einem Jahr. Das wird zum Problem, mahnt die Netzagentur. Zu Recht?

Die Bundesnetzagentur unter ihrem Präsidenten Klaus Müller veröffentlicht ab sofort wöchentlich eine Statistik zum Gasverbrauch in Deutschland – zuletzt verbunden mit dem Aufruf, dass Haushalte und Betriebe ihren Verbrauch noch stärker einschränken sollen. Richtig so, sagen die einen, das führt allen vor Augen, wie hart der Winter wird. Falsch, finden die anderen, ein solch erhobener Zeigefinger ist völlig unangebracht.

Auch t-online diskutiert die Frage: Ist es gut, dass die Netzagentur nun regelmäßig den Gasverbrauch in Deutschland mitteilt?

Ja, denn wir befinden uns im Energiekrieg

Das Pro von Florian Schmidt

An großen Worten und Zahlen mangelt es nicht dieser Tage. Das "You'll never walk alone" des Kanzlers hallt noch nach, da präsentiert die Ampel einen "Abwehrschirm" von fast unvorstellbarer Größe: Bis zu 200 Milliarden Euro sollen zur Verfügung stehen, um Deutschland durch die Energiekrise zu bringen – eine Summe, für die sich der Berliner Pannen-Airport BER 33-mal nachbauen ließe.

Alles wird gut, so lautet die Botschaft der Regierung, macht euch keine Sorgen. Doch das stimmt nicht. Längst ist klar, was zuletzt auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) betonte: Wir befinden uns in einem Energiekrieg mit Russland. Wollen wir ihn gewinnen, muss jeder mitziehen.

Umso wichtiger ist deshalb, dass wenigstens die Bundesnetzagentur Klartext spricht. Erhobener Zeigefinger hin oder her – die nun regelmäßig veröffentlichten Informationen zum Gasverbrauch in Deutschland machen transparent, wo wir in der Schlacht ums Gas stehen, sie markieren quasi den Frontverlauf, Gebietsgewinne und -verluste.

Sicher, jene, die angesichts der Inflation jeden Euro einzeln umdrehen, werden sich kaum von derlei Zahlen beeindrucken lassen, weil sie sowieso die Heizung herabdrehen, um Geld zu sparen. Doch es gibt auch eine ganze Reihe von Menschen und Firmen, die nach wie vor zu unbedarft Gas nutzen. Weil sie entweder über genug Geld verfügen, oder noch gar keine Vorstellung haben von dem, was ihnen im kommenden Jahr bei der Nebenkostenabrechnung blüht.

Ihnen dürfte der Hinweis der Netzagentur – der übrigens kein Zwang ist – helfen: Wenn sie schon nicht für den eigenen Geldbeutel sparen wollen, dann doch bitte fürs gesamte Land. Dafür, dass es nicht zu Gas-Rationierungen kommen muss. Und wir Putin im Kampf um die Energie schlagen.

Nein, wir sparen auch so genug

Das Kontra von Peter Schink

Einmal pro Woche will nun also die Bundesnetzagentur aufmalen, wie viel Gas wir Bürgerinnen und Bürger gerade verbrauchen. Ich ahne schon, was dann jede Woche folgt. Eine allwöchentliche Kakofonie, angeheizt durch rechte Populisten.

Die einen sagen dann, sie bräuchten keinen erhobenen Zeigefinger. Andere Menschen werden finden, bei den hohen Gaspreisen sei jede Ermahnung sowieso etwas, das sich nur an Reiche richte. Und andere schreien, ihre Vermieter sollten erst einmal die alte Heizungsanlage im Keller tauschen.

Die Bundesnetzagentur mag es gut meinen, das Ergebnis ist sicherlich nicht gut. Natürlich ergibt es Sinn, die Menschen zum Sparen aufzufordern. Das kann man auch mit Statistiken unterfüttern. Aber turnusgemäß einmal pro Woche den Moralapostel zu spielen, führt zu Unmut.

Auch ich habe Mitte September die Heizung angeschaltet. Warum? Weil es kalt ist draußen! Nicht mehr und nicht weniger sagen die aktuellen Zahlen von Klaus Müller.

Ich habe im Gegensatz zum vergangenen Jahr das Thermostat auf 19 Grad eingestellt, nicht auf 21 Grad. Warum? Weil ich mich verantwortungsvoll verhalten will. Dazu müssen wir mehr Menschen motivieren. Motivation ist der Schlüssel zur Verhaltensänderung. Das geht. Mit einer ganz konkreten Vision, persönlichen Mehrwerten und Unterstützung. Dafür haben wir ja jetzt 200 Milliarden Euro, die wir sinnstiftend und lenkend einsetzen können.

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