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Shrinkflation: Wie Mogelpackungen Verbraucher in der Inflation ausbeuten


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Im Supermarkt greift die Schrumpflation um sich

Von t-online, jpd

29.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Calgon Wasserenthärter: Die Mogelpackung des Monats ist das Power Pulver der Marke Calgon.
Wasserenthärter von Calgon (Symbolbild): Der Preis ist laut Verbraucherzentrale um 42 Prozent gestiegen. (Quelle: Manfred Segerer/imago-images-bilder)
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Nicht nur die Energiepreise steigen. Auch in den Supermärkten wird vieles teurer. Immer öfter ermogeln sich Hersteller dabei das Geld ihrer Kunden durch versteckte Preiserhöhungen.

Alles wird teurer. Die Deutschen müssen nicht nur bei der Stromrechnung tiefer in die Tasche greifen – auch für den Wocheneinkauf müssen wir alle mehr bezahlen.

Doch das liegt nicht nur daran, dass die Zahlen auf den Preisschildern vieler Waren und Produkte wachsen. Mehr noch als früher tricksen viele Hersteller inzwischen mit versteckten Preiserhöhungen.

Dabei reduzieren sie den Inhalt der Packung, während der Verkaufspreis gleich bleibt. Die Folge: Auf den ersten Blick ist der Preisanstieg nicht zu erkennen – ein Phänomen, das sich auch "Shrinkflation" ("Schrumpflation") nennt.

Verbraucherschützern zufolge kommt es immer öfter dazu. Allein im August gingen bei der Verbraucherzentrale Hamburg dreimal so viele Beschwerden zu solchen Mogelpackungen ein wie im Monat davor. Insgesamt 250 Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern erreichten die Zentrale.

"Die Verbraucher bemerken das nicht im Supermarkt, sondern erst zu Hause beim Umfüllen vom Müsliglas. Auf einmal ist das Glas weniger voll", sagt Armin Valet von der Ernährungsabteilung der Verbraucherzentrale Hamburg. "Andere merken es beim Backen. Zum Beispiel, wenn seit Jahren eine Margarinepackung für den Kuchen reicht – und jetzt auf einmal nicht mehr."

Zu den Mogelpackungen zählt die Verbraucherzentale nicht nur versteckte Preiserhöhungen, sondern auch Luftpackungen mit großer Packung, aber wenig Inhalt. Das ist auch schlecht für die Umwelt, denn die Hersteller produzieren mehr Verpackungsmüll.

Gummibärchentüten der Marke Haribo: Haribo hat bei vielen Sorten Füllmengenreduzierungen durchgeführt.
Gummibärchentüten der Marke Haribo: Haribo hat bei vielen Sorten Füllmengenreduzierungen durchgeführt. (Quelle: IMAGO/mix1 Photos/imago-images-bilder)

"Wahnsinniger Anstieg der Mogelpackungen"

Die Verbraucherzentrale Hamburg bemerkte einen "wahnsinnigen Anstieg" an neuen Mogelpackungen. In den vergangenen zwei Monaten gab es deutlich mehr Beschwerden als im Halbjahr zuvor. Doch das hängt noch nicht mit der hohen Inflation der letzten Wochen zusammen, denn die Vorbereitung einer Preiserhöhung brauche Zeit und Arbeit.

Oftmals planen die großen Marken eine Verteuerung schon ein Jahr im Voraus. Der Grund: Es müssen neue Etiketten mit den neuen Inhaltsangaben gedruckt, die Verpackungen neu produziert und in den Handel gebracht werden. Laut Verbraucherzentrale ist für all das mindestens ein halbes Jahr Vorlauf nötig.

"Sieben Monate nach Kriegsbeginn in der Ukraine manifestieren sich die Veränderungen", sagt Valet. Seitdem könnten die jetzigen Mogelpackungen geplant gewesen sein, denn versteckte Preiserhöhungen sind eine Methode, um auf die Kriegsfolgen zu reagieren.

Müsli: Rewe begründet die Füllmengenänderung damit, dass die Konkurrenz das vergleichbare Produkt in ihrem Sortiment nur in einer 750-Gramm-Packung anbietet.
Müsli: Rewe begründet die Füllmengenänderung damit, dass die Konkurrenz das vergleichbare Produkt in ihrem Sortiment nur in einer 750-Gramm-Packung anbietet. (Quelle: Jiri Hera/imago-images-bilder)

Diese Produkte sind im September teurer

Im September kürte die Verbrauchzentrale Hamburg Wasserenthärter der Marke Calgon zur Mogelpackung des Monats. Statt 71 verspricht eine Packung nunmehr nur noch 50 Waschladungen. Für den gleichen Härtegrad sind aber laut neuer Packung 42 Prozent mehr Pulver notwendig. Dadurch wird das Produkt 42 Prozent teurer – obwohl der Preis gleich bleibt.

Daneben sind folgende Produkte im September im Zuge der Schrumpflation teurer geworden:

  • Calgon: Statt 71 Waschladungen jetzt 50 Waschladungen für 8,99 Euro. Preissteigerung: 42 Prozent.
  • Haribo Roulette: Statt 175 Gramm jetzt 150 Gramm für 99 Cent. Preissteigerung: 17 Prozent.
  • Rewe Bio 5-Korn-Müsli: Statt 1.000 Gramm für 2,49 Euro nun 750 Gramm für 2,19 Euro. Preissteigerung: 17 Prozent.
  • Pall Mall: Statt Tabak für 130 Zigaretten für 14,95 Euro nun 120 Zigaretten für 15,95 Euro. Preissteigerung: 16 Prozent.
  • Zetti Cocos Flocken: Statt 250 Gramm für 99 Cent nun 200 Gramm für 1,29 Euro. Preissteigerung: 63 Prozent.
Zigarettenmarke Pall Mall: Raucherinnen und Raucher werden sich ärgern. 16 Prozent teurer ist der Tabak von Pall Mall.
Zigarettenmarke Pall Mall: Raucherinnen und Raucher werden sich ärgern. 16 Prozent teurer ist der Tabak von Pall Mall. (Quelle: IMAGO/Manfred Segerer/imago-images-bilder)

Doch nicht nur die Anzahl der Mogelpackungen steigt, auch die doppelten Preiserhöhungen sind deutlich gestiegen. Damit sind Produkte gemeint, bei denen nicht nur die Füllmenge reduziert, sondern zusätzlich auch noch der Preis erhöht wurde. In den vergangenen zwei Jahren betraf das durchschnittlich 18 Prozent der aufgenommenen Artikel. Im ersten Halbjahr 2022 waren es bereits rund 35 Prozent. Tendenz steigend.

Absurde Ausreden der Hersteller

Auf Nachfrage der Verbraucherzentrale bei den Unternehmen werden hohe Rohstoff- und Energiekosten als Gründe für die Preiserhöhungen genannt. "Wir bekommen aber auch viele absurde Ausreden zu hören", sagt Experte Valet. So sollen angebliche Verbraucherumfragen ergeben haben, dass die Kundinnen und Kunden sich kleinere Packungen wünschen.

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Eine andere Begründung ist, dass es in Deutschland immer mehr Single-Haushälte gibt, die keine großen Verpackungen alleine verbrauchen. Eine zusätzliche kleinere Packung für Singles zu der herkömmlichen für Familien ist keine Option, denn es gebe keinen Platz für ein doppeltes Angebot in den Regalen.

Bisher waren die Mogelpackungen vor allem ein Markenphänomen. Sie machen 85 Prozent der Mogelpackungen aus. Wenn das Budget knapp wird, steigen Kundinnen und Kunden meist auf Eigenmarken von Discountern um. Doch auch da wird an der Preisschraube gedreht. Immer mehr Eigenmarken werden auch teurer.

"Wir befürchten, dass wir erst am Anfang stehen", sagt Valet. "Bis Ende des Jahres geht es auf hohem Niveau weiter. Wenn sich 2023 nicht politisch grundlegend etwas ändert, geht es auch da weiter."

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Armin Valet der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
  • vzhh.de: "Weniger drin – Preis gleich: die neuesten Mogelpackungen"
  • vzhh.de: "Mogelpackungsliste"
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Von Christine Holthoff
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