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Forscher warnen vor "Zombieviren" im tauenden Eis


Forscher warnen vor "Zombieviren" im tauenden Eis

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 01.12.2022Lesedauer: 2 Min.
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Eis in Sibirien: Welche Geheimisse birgt der Boden hier noch? (Quelle: MAGO / imagebroker)
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Weltweit schmelzen die Permafrostböden. Und legen unter anderem auch bislang unbekannte Viren frei. Sie sind offenbar bis heute ansteckend.

Der Klimawandel führt zu dramatischen Entwicklungen. Eine davon: Die Permafrostböden schmelzen. Diese dauerhaft gefrorenen Untergründe reichen bis zu 1,5 Kilometer in die Tiefe. Tauen sie, setzen sie sogenannte Biomasse frei – Kadaver, Pflanzen, Würmer. Und offenbar auch Viren, die nach Zehntausenden Jahren noch vermehrungsfähig sind und uns damit eventuell gefährlich werden können.

Das haben Forscher der Universität Marseille herausgefunden. Ihnen gelang es, 13 bislang unbekannte Virentypen zu ermitteln und wieder zu aktivieren. Sie stammten aus sieben verschiedenen Proben aus dem sibirischen Permafrost, unter anderem aus tierischen Kadavern von Mammuts und Wölfen.

Erreger überdauerte bis zu 50.000 Jahre

Ein Virus war Schätzungen zufolge 50.000 Jahre im Eis eingeschlossen, bevor es im Labor reaktiviert und damit potenziell wieder ansteckend wurde. Es handelt sich um einen Krankheitserreger, der Amöben infiziert.

Ein weiteres Virus haben die Forschenden aus Mammutwolle herausgefiltert. Es soll fast 30.000 Jahre alt sein. Die französischen Wissenschaftler schätzen, dass es noch Tausende unbekannte Krankheitserreger in den Permafrostböden geben könnte. Allerdings ist nicht sicher, wie lange die Viren nach ihrer Reaktivierung infektiös sind. Faktoren wie Licht, Sauerstoff und Wärme könnten dies beeinträchtigen. Dennoch könnte eine Infektion mit ihnen eine Gefahr darstellen.

Dauer der Infektiosität unbekannt

"Das Risiko wird ... im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung steigen, wenn sich das Auftauen des Permafrosts weiter beschleunigt und mehr Menschen die Arktis im Zuge industrieller Unternehmungen besiedeln", heißt es in der Studie.

Klar ist: In den tauenden Permafrostböden liegen gigantische Mengen von Biomasse und niemand kann wissen, welche Viren, Bakterien, Mikroben und Ähnliches durch das Abtauen freigelegt werden.

Lauterbach warnt, Experte bleibt gelassen

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wies bei Twitter auf die Studie hin und schrieb: "Der Permafrost taut auf durch den Klimawandel. In den aufgetauten Kadavern sind Viren, mehr als 10.000 Jahre alt. Auch das ist ein Beispiel, wie wir die Kette erst Klimawandel, dann Zoonose, dann Ausbruch, dann Pandemie an uns heranziehen."

Einen deutlich entspannteren Blick auf die Studie hat der Immunologe Andreas Radbruch: "Als Biologe wundert es einen nicht, dass Viren eingefroren zigtausende Jahre infektiös bleiben, denn sie sind ja insofern sehr einfach aufgebaut", erklärt er im Gespräch mit t-online. "Sie brauchen letztendlich nur ihre Nukleinsäure – die Erbinformation –, um eine Wirtszelle dazu zu bringen, diese Information zu vervielfältigen. Zumindest in der Zellkultur im Labor. Das ist keine Überraschung."

Dennoch sieht er kein großes Risiko auf uns zukommen. "Die Chance, dass Viren aus dem Permafrost uns gefährlich werden können, halte ich für vernachlässigbar gering."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Studie: "An update on eukaryotic viruses revived from ancient permafrost" (10. November 2022, englisch)
  • Karl Lauterbach auf Twitter (27. November 2022)
  • Interview mit Andreas Radbruch
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