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Wundermittel MMS wird verboten

Von dpa
Aktualisiert am 28.02.2015Lesedauer: 3 Min.
Das angebliche Wundermittel MMS wird in zahlreichen Darreichungsformen im Internet vertrieben.
Das angebliche Wundermittel MMS wird in zahlreichen Darreichungsformen im Internet vertrieben. (Quelle: /dpa-bilder)
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Seit Monaten verspricht ein angebliches Wundermittel Heilung von Krebs, Aids, Alzheimer oder Warzen. "Miracle Mineral Supplement" kurz MMS heißt der Stoff, der massenhaft im Internet vertrieben wird. Doch in Wirklichkeit enthĂ€lt er aggressive Chemikalien. Weltweit warnen Experten und Behörden vor dem Mittel. Nun prescht das Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel (BfArM) vor und stuft MMS als "bedenkliches Arzneimittel" ein. Das kommt einem Verbot gleich.

Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Blutdruckstörungen, Schmerzen, HautschĂ€den, VerĂ€tzungen der SchleimhĂ€ute, Nierenversagen, Atemprobleme. Seit einigen Jahren werden solche Beschwerden aus dem In- und Ausland gemeldet - von Patienten, die das angebliche Wundermittel MMS eingenommen haben. Miracle Mineral Supplement wird ĂŒber das Internet feilgeboten - als Lösung oder als Kapseln. Und immer wieder gehen Verbraucher den GeschĂ€ftemachern und ihren Versprechungen auf den Leim - mit schlimmen Folgen, auch bei Kindern.

Experten warnen: HĂ€nde weg von MMS

In mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern, Australien, Neuseeland, Kanada oder den USA warnen die Gesundheitsbehörden vor dem Mittel. Auch hierzulande mahnen viele Experten und auch das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung und das BfArM eindringlich: HĂ€nde weg von MMS. Denn das vermeintliche Heilmittel enthĂ€lt tatsĂ€chlich gefĂ€hrliche Chemikalien. Jetzt unternahm das BfArM einen wichtigen Schritt, um Verbraucher besser zu schĂŒtzen.

Arzneimittel-Einstufung kommt einem Verbot gleich

Auf den ersten Blick könnte es widersprĂŒchlich wirken, dass das BfArM einerseits von Produkten abrĂ€t, weil sie unvertretbare schĂ€dliche Wirkungen haben, diese aber zugleich als Arzneimittel bewertet. Doch genau diese Einstufung hilft beim Kampf gegen MMS: Hersteller brauchen nun zwingend eine behördliche Zulassung, um ihre Produkte als Heilmittel zu verkaufen. DafĂŒr mĂŒssten sie die vorgegaukelte Wirkung gegen allerlei Krankheiten wie Krebs, Malaria oder Hepatits nachweisen - und auch die Unbedenklichkeit ihrer Produkte. Das halten Experten fĂŒr ausgeschlossen.

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Die Einstufung erleichtert den Landesbehörden die Kontrolle der Substanz. Wer nun im Internet oder auf einer Werbeveranstaltung MMS als gesundheitsförderndes, heilendes PrÀparat anbietet, muss sich vorsehen.

In MMS steckt Chlorbleiche

Und was steckt wirklich in dem Wundermittel? "Bei MMS handelt es sich um Chlordioxid, eine Bleich-Chemikalie", erklÀrt Matthias Heuermann vom Landeszentrum Gesundheit (LZG) NRW und betont: "Jeder, der das Zeug verwendet, ist einer zu viel." Nach der Einnahme von MMS seien Patienten schon mit schweren Problemen in Arztpraxen, Kliniken oder bei Giftnotrufzentralen gelandet.

Darm-VerÀtzungen bei Kindern

Entsetzen hatte im vorigen Sommer die TV-Sendung "Kontraste" ausgelöst. Sie hatte auch von EinlĂ€ufen bei Kindern berichtet. Der absurden MMS-Werbung zufolge sollen damit Darmparasiten abgetötet werden, die angeblich zu Autismus fĂŒhren. Das ist nicht nur falsch, sondern den zitierten Experten zufolge Körperverletzung, weil Kindern Darm-VerĂ€tzungen zugefĂŒgt wurden.

UnĂŒberschaubare Zahl von Anwendern

Wie viele Menschen sich auf MMS einlassen, weiß niemand genau. Es gebe unzĂ€hlige Vertreiber, ein enormes Angebot, sagt Heuermann. Aber da alles ĂŒbers Internet laufe, sei die Zahl der Anwender nicht ĂŒberschaubar. "Viele Leute, die an MMS glauben, nehmen die Nebenwirkungen billigend in Kauf." Wer dann wegen der FolgeschĂ€den Hilfe suche, verschweige dem Arzt oft die ganze Wahrheit. "In der Praxis werden diffuse, unklare Beschwerden genannt, die Patienten verschleiern aber, dass sie vorher MMS genommen haben."

Schlupflöcher bleiben

Gegen die gefÀhrlichen PrÀparate gibt es nun zwar eine scharfe Handhabe. Aber Schlupflöcher bleiben: Solange Produkte im Internet oder auf Werbeveranstaltungen getarnt nur zur Desinfektion oder Wasserreinigung angepriesen werden, können Kontrollbehörden nicht einschreiten. Letztlich geht es nicht ohne den gesunden Menschenverstand des Verbrauchers.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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  • Sandra Simonsen
Von Sandra Simonsen
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