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Neues Gesetz: Krankenversicherte werden dauerhaft entlastet


Krankenkassen-Zusatzbeitrag
Bundestag beschließt Milliarden-Entlastung für Arbeitnehmer

Von rtr, afp, dpa
Aktualisiert am 18.10.2018Lesedauer: 2 Min.
Krankenversicherungskarten: Mehr als 56 Millionen Menschen in Deutschland sind gesetzlich versichert.Vergrößern des BildesKrankenversicherungskarten: Mehr als 56 Millionen Menschen in Deutschland sind gesetzlich versichert. (Quelle: Jens Kalaene/dpa-bilder)
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Gesetzlich Versicherte zahlen künftig weniger für ihre Krankenkasse: Ab dem 1. Januar 2019 müssen die Arbeitgeber den Zusatzbeitrag wieder zur Hälfte übernehmen. Einem entsprechenden Gesetz stimmte der Bundestag zu. Arbeitnehmer und Rentner werden dadurch jährlich um rund 6,9 Milliarden Euro entlastet.

Die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung werden künftig wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufgebracht. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag ein Gesetz der großen Koalition, wonach ab dem 1. Januar die Zusatzbeiträge der Kassen paritätisch finanziert werden sollen. Bisher wird der Zusatzbeitrag, der im Schnitt 1,0 Prozent des Bruttolohns ausmacht, allein von den Beschäftigten gezahlt. Arbeitnehmer und Rentner werden durch diese Änderung um fast sieben Milliarden Euro entlastet. Neben Union und SPD stimmten auch die Grünen für das Gesetz.

Für Selbstständige werden die Beiträge gesenkt

Ab 2020 sollen vermögende Krankenkassen zudem gezwungen werden, über einen Zeitraum von drei Jahren ihre Rücklagen so weit abzubauen, dass sie die Ausgaben eines Monats nicht mehr überschreiten. Mit dem Geld sollen die Beiträge gesenkt oder stabilisiert werden. Freiwillig versicherte Selbstständige müssen durch eine neue Mindestbemessungsgrundlage ab 2019 deutlich geringere Beiträge zahlen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, die 56 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen profitierten jeden Monat auf ihrer Lohnabrechnung von dem Gesetz, hinzu kämen die Selbstständigen. Insgesamt sehe das Gesetz Entlastungen im Volumen von acht Milliarden Euro vor. Weiteren finanziellen Spielraum gebe es bei den Zusatzbeiträgen, die 2019 im Schnitt um mindestens 0,1 Punkte sinken könnten. "Selbst wenn die Pflegebeiträge steigen, bleibt im nächsten Jahr mehr Netto vom Brutto", sagte der CDU-Politiker.

Der Gesundheitsexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Kai Helge Vogel, sagte: "Das ist eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft." Zwar seien kurzfristige Einsparungen nicht so groß. Bei einem Zusatzbeitrag von 1 Prozent und einem Bruttoeinkommen von 2.000 Euro seien es 10 Euro im Monat. Doch da die Gesundheitskosten absehbar immer weiter steigen, weil die Bevölkerung älter wird und der medizinisch-technische Fortschritt teuer ist, falle der Schritt langfristig immer stärker ins Gewicht.

Arbeitgeber äußern Kritik an der neuen Regelung

Die Arbeitgeber haben die auf sie zukommenden milliardenschweren Mehrkosten durch die Parität scharf kritisiert. Gewerkschaften und Sozialverbände begrüßen den Schritt hingegen. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach sagte, ohne diese Neuerung würden künftige Kostensteigerungen etwa durch die steigende Lebenserwartung oder den technologischen Fortschritt allein den Arbeitnehmern aufgebürdet. Der Beschluss sei daher von historischer Bedeutung.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Reuters, AFP, dpa
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