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Corona-Impfung für Schwangere? Haftungsfrage geklärt

Gesundheit von Mutter und Kind  

Corona-Impfung für Schwangere: Haftungsfrage geklärt

23.06.2021, 11:08 Uhr | dpa

Corona-Impfung für Schwangere? Haftungsfrage geklärt. Impfung: Die gesundheitlichen Auswirkungen einer Corona-Impfung bei Schwangeren und stillenden Müttern ist noch nicht ausreichend erforscht. (Quelle: imago images/Panthermedia)

Impfung: Die gesundheitlichen Auswirkungen einer Corona-Impfung bei Schwangeren und stillenden Müttern ist noch nicht ausreichend erforscht. (Quelle: Panthermedia/imago images)

Sollten sich Schwangere oder Mütter mit Babys gegen das Coronavirus impfen lassen? Das sollte Frauen individuell mit ihrem Arzt abklären. Doch wer haftet eigentlich, wenn es trotz eines "Ok"s zu einem Zwischenfall kommt?

Eine Hürde für den Zugang von gesunden Schwangeren zu Corona-Impfungen in Deutschland ist aus Sicht zweier Fachgesellschaften ausgeräumt. Große Unsicherheit bei Ärzten hinsichtlich haftungsrechtlicher Fragen habe bisher dazu geführt, dass Schwangere "trotz eindeutiger Risikosituation" nur erschwert eine solche Impfung erhielten.

Mittlerweile gebe es aber Klarheit. Das erklärten die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in einer Stellungnahme. Inwiefern Ärzte nun ihre Impfpraxis bei Schwangeren ändern, war zunächst unklar.

Staatliche Entschädigung bei Gesundheitsschäden

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht bisher keine Covid-19-Impfempfehlung für alle Schwangeren aus, da die Datenlage sehr begrenzt sei.

Die Fachgesellschaften verweisen unter anderem auf die Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI). Dort heißt es: Für gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung werde (auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes) auch dann eine staatliche Entschädigung geleistet, "wenn diese nicht öffentlich von einer Landesbehörde empfohlen worden ist – das heißt in der Regel auch, wenn die Impfung nicht von der Stiko empfohlen ist". Dies umfasse zum Beispiel die Einzelfallentscheidung bei der Impfung von Schwangeren. Das Bundesgesundheitsministerium habe bestätigt, dass der Anspruch unabhängig von den öffentlichen Empfehlungen der Landesbehörden besteht, teilten die Organisationen weiter mit.

Erhöhtes Frühgeburtsrisiko bei Corona-Infektion

Der Berufsverband der Frauenärzte hatte Mitte Mai berichtet, dass Schwangere nur in Einzelfällen geimpft würden, da die Haftung im Fall eines Zwischenfalls immer noch ungeklärt sei. In der Stiko-Empfehlung heißt es: Die Impfung könne Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem sich daraus ergebenden hohen Risiko für einen schweren Verlauf oder mit einem erhöhten Risiko, dem Virus aufgrund der Lebensumstände ausgesetzt zu sein, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel angeboten werden – "nach Risiko-Nutzen-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung" und mit einem mRNA-Impfstoff.

Fachgesellschaften hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen. Das Frühgeburtsrisiko sei bei Frauen, die positiv auf eine Corona-Infektion getestet wurden, um bis zu 80 Prozent höher als bei gesunden Schwangeren. Die Impfung biete nachweislich Vorteile für Mutter und Kind – vor und nach der Geburt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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