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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Coronavirus: Was Reisende jetzt wissen mĂŒssen

Hans-Werner Rodrian/SRT

Aktualisiert am 05.02.2020Lesedauer: 4 Min.
Reisende mit Mundschutz: Gegen die Verbreitung des Virus raten Experten auch, Abstand zu anderen Menschen zu halten.
Reisende mit Mundschutz: Gegen die Verbreitung des Virus raten Experten auch, Abstand zu anderen Menschen zu halten. (Quelle: Nathan Denette/The Canadian Press/AP/dpa-bilder)
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Sehr schnell hat sich die Erkrankung verbreitet. FĂŒr einige Urlauber bedeutet das: Die Reise fĂ€llt aus. In einigen FĂ€llen gilt das aber nicht – und es gibt kein Geld zurĂŒck.

Das Wichtigste im Überblick


Das Coronavirus hat sich rasend schnell auf der Welt verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Notstand erklĂ€rt. Doch hat die Krankheit deshalb Folgen fĂŒr alle Urlauber? Und was kann der Einzelne jetzt tun?

Worum handelt es sich bei der neuen Viruskrankheit ĂŒberhaupt?

Der Coronavirus 2019-nCoV wird dringend als Urheber von Lungenerkrankungen verdĂ€chtigt, die seit Dezember zunĂ€chst in der chinesischen Stadt Wuhan auftraten und laut AuswĂ€rtigem Amt “wahrscheinlich mit dem Besuch eines lokalen GeflĂŒgel- und Fischmarkts in Verbindung” stehen. Die Seuche verbreitet sich seither rasend schnell weltweit aus. Zu den Symptomen gehören Fieber, Husten und Atembeschwerden. Vor allem bei kranken und alten Menschen kann die Infektion zu Nierenversagen und zum Tod fĂŒhren

Wie kann man sich schĂŒtzen?

Generell gilt: hĂ€ufig und mindestens 30 Sekunden lang grĂŒndlich die HĂ€nde waschen. Das verhindert die Übertragung von Viren. Hilfreich ist laut Robert-Koch-Institut außer HĂ€nde- und Nieshygiene auch Abstand zu anderen Menschen: am besten zwei Meter und mehr. Das sei in Anbetracht der aktuellen Grippewelle aber sowieso angeraten. Die jetzt ĂŒberall ausverkauften Atemschutzmasken brauchen dagegen nur Menschen, die sich bereits mit dem Virus angesteckt haben.

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Kann man noch nach China reisen?

Das AuswĂ€rtige Amt rĂ€t seit 3. Februar 2020 von Reisen nach Festlandschina ab und schĂ€tzt das Risiko fĂŒr deutsche Reisende in der Provinz Wuhan mittlerweile als "hoch" ein.

ZusĂ€tzlich muss der Besucher mit erheblichen EinschrĂ€nkungen rechnen: “Eine Ausreise mit Zug, Flug, Bus oder FĂ€hre ist derzeit nicht möglich”. Mehrere Provinzen Chinas haben ReisebeschrĂ€nkungen verhĂ€ngt. Selbst wer in die Regionen reist, kommt deshalb möglicherweise nicht mehr raus.

In China sind viele wichtige SehenswĂŒrdigkeiten nicht mehr zugĂ€nglich: Dazu gehören das Palastmuseum “Verbotene Stadt” in Peking, ein beliebter Teil der Chinesischen Mauer und Macaus Spielcasinos. Wer in China war, muss sich zunehmend darauf einstellen, hinterher in QuarantĂ€ne genommen zu werden.

In die USA, nach Singapur, nach Israel und Taiwan darf gerade etwa niemand reisen, der in den vergangenen 14 Tagen in China war.

Wie sieht es mit anderen LĂ€ndern aus?

Bislang sind außerhalb Chinas nur wenige FĂ€lle von angesteckten Personen bekannt. Wie schnell sich das Ă€ndern kann, zeigen aber die ersten zehn FĂ€lle in Deutschland, die alle von einer chinesischen Kollegin angesteckt wurden.

So sieht die Weltgesundheitsorganisation WHO momentan die grĂ¶ĂŸte Gefahr außerhalb Chinas an Orten, in die viele Chinesen reisen. Dazu gehören neben Thailand, Bali und den Malediven auch die Schweiz mit dem Hotspot Interlaken. Aber durchaus auch Deutschland: Hier sind Berlin, Trier und Schloss Neuschwanstein Lieblingsziele chinesischer Touristen.

Inwieweit sind Seereisen betroffen?

In Japan ist ein Kreuzfahrtschiff gĂ€nzlich unter QuarantĂ€ne gestellt worden, weil ein Passagier positiv auf das Virus getestet worden war. Die beiden grĂ¶ĂŸten deutschen Reedereien, Aida und Tui Cruises, kĂŒndigten RoutenĂ€nderungen an. Aida hat bereits einen Stopp in Hongkong abgesagt. Alle großen Reedereien sperren mittlerweile auch Besatzungsmitglieder aus, die in den vergangenen 14 Tagen in China waren. Deshalb kann es an Bord zu EinschrĂ€nkungen in der ServicequalitĂ€t kommen.

Was muss ich als Flugreisender wissen?

Zahlreiche Airlines wie Lufthansa, Air France, KLM und British Airways haben sĂ€mtliche FlĂŒge von und nach China gestrichen – Lufthansa vorerst bis Ende Februar. Betroffene Passagiere können kostenlos stornieren oder auf einen spĂ€teren Flug umbuchen. Das gilt auch fĂŒr die Lufthansa-Töchter Austrian und Swiss. Nicht betroffen davon sind aber Reisen nach Hongkong und Taiwan.

Reisen im Großraum China wird aber immer schwieriger, weil auch andere Fluggesellschaften FlĂŒge einstellen und weil ReiselĂ€nder Lande- und Startrechte einschrĂ€nken. So haben etwa Israel, Tschechien und Österreich amtlicherseits die Flugverbindungen nach China gestrichen.

Generell sollten FluggĂ€ste momentan etwas mehr Zeit einplanen, also frĂŒher am Flughafen erscheinen.

Wie kann ich mich im Flugzeug schĂŒtzen?

Sie können sich an einen Fensterplatz setzen. US-Forscher von der UniversitĂ€t Atlanta haben festgestellt, dass Sie dort mit den wenigsten anderen Passagieren in BerĂŒhrung kommen.

MĂŒssen Sie eine Reise nach China antreten?

Nach der Teilreisewarnung des AuswĂ€rtige Amts haben die Reiseveranstalter ihre Pauschalreisen nach China abgesagt. Weil momentan zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten ausfallen, könnten die Urlauber wohl sowieso kostenlos stornieren.

So sah es jedenfalls der Bundesgerichtshof in einem Urteil von 2018. Danach können Pauschalurlauber kostenfrei von einer Reise zurĂŒcktreten, wenn das wesentliche Highlight wegfĂ€llt (Az.: X ZR 44/17). Urlauber bekommen den gezahlten Reisepreis erstattet, aber keinen Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden. Denn: "Es liegen außergewöhnliche UmstĂ€nde vor", erklĂ€rt die Berliner FachanwĂ€ltin und langjĂ€hrige VerbraucherschĂŒtzerin Sabine Fischer-Volk.

Können Sie auch von anderen Asienreisen zurĂŒcktreten?

Wer jetzt zum Beispiel wegen Furcht vor dem Virus eine gebuchte Hongkong-Reise nicht mehr antreten will, der muss die Stornokosten selbst tragen. Denn fĂŒr die ehemalige britische Sonderverwaltungszone hat das AuswĂ€rtige Amt bislang keine Reisewarnung ausgesprochen – und nur die berechtigt zum kostenfreien RĂŒcktritt.

Auch von Chinas NachbarlĂ€ndern wie Vietnam und von SĂŒdostasien rĂ€t das AuswĂ€rtige Amt bislang nicht ab. "Pauschalreisen in andere LĂ€nder Asiens oder dortige Kreuzfahrten können derzeit nicht kostenfrei storniert werden", erklĂ€rte der Reiserechtler Ernst FĂŒhrich gegenĂŒber dem Branchendienst “vor 9”. Dasselbe gilt fĂŒr Flugbuchungen: Auch da können Sie nur auf die Kulanz der Airline hoffen, wer jetzt doch lieber nicht fliegen will.

Wie viele Urlauber sind betroffen?

China ist fĂŒr deutsche Reiseunternehmen eher ein Nischenziel, das noch dazu aktuell keine Saison hat. Der Deutsche Reiseverband (DRV) teilte mit, dass jĂ€hrlich etwa 600.000 BundesbĂŒrger in das Land reisen. Davon seien aber mehr als zwei Drittel GeschĂ€ftsreisende. Und fĂŒr Privatreisen geht die Saison erst im April los. Momentan ist das Wetter in China Ă€hnlich wie bei uns: nasskalt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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