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Welche Ziele könnte der Westen angreifen – und womit?

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SCHNELL ERKLÄRTSyrien-Krise  

Diese Ziele könnte der Westen angreifen

Von David Ruch und Sara Orlos

12.04.2018, 16:59 Uhr
Welche Ziele könnte der Westen angreifen – und womit?. US-Tarnkappenkampfjets F-22: Schlagen die USA in Syrien jetzt hart zu? (Quelle: Reuters/Toby Melville)

US-Tarnkappenkampfjets F-22: Schlagen die USA in Syrien jetzt hart zu? (Quelle: Toby Melville/Reuters)

Die USA, Frankreich und Großbritannien drohen mit Luftschlägen in Syrien, Moskau reagiert erbost. Welche Ziele für einen Angriff kämen in Frage, welche Kapazitäten hat der Westen? Ein Überblick.

Ein einziger Tweet genügte, um weltweit Sorgen vor einer dramatischen Zuspitzung des Syrien-Konflikts auszulösen. Die Frage nach dem Ob schien nach Donald Trumps Drohung an die Adresse Moskaus bereits beantwortet, nur das Wann und Wo eines US-Militärschlags in dem Bürgerkriegsland blieb noch offen.

Auch wenn der US-Präsident inzwischen beschwichtigt: Welche Ziele kämen für einen Angriff in Betracht? Wo unterhält das Assad-Regime Luftwaffenbasen und Chemiewaffenfabriken? Wo hat Russland seine Kräfte im Land konzentriert? Wo die USA? Und über welche Kapazitäten verfügen die westlichen Verbündeten in der Region? Ein Überblick.

Luftwaffenbasen der Regierungstruppen

Die stark dezimierte syrische Luftwaffe betreibt noch knapp zwei Dutzend Luftwaffenbasen im Land. Die meisten befinden sich in der Region um die Hauptstadt Damaskus, im Norden in der Umgebung von Aleppo, sowie im Zentrum in der Provinz Hama. Einer dieser Stützpunkte, die Basis T4 nahe Homs war erst jüngst Ziel eines mutmaßlich israelischen Luftangriffs. Auf der Basis soll der Iran Drohnen stationiert haben.

Syrisches Giftgasprogramm

Nach dem verheerenden Giftgasangriff auf Ost-Ghuta im August 2013 mit über 1.000 Toten vereinbarten die USA und Russland die Vernichtung sämtlicher syrischer Chemiewaffen. Das hielt das Regime in Damaskus jedoch nicht davon ab, weiter an C-Kampfstoffen zu forschen und Bomben zu bauen. Ein BBC-Bericht aus dem letzten Mai identifizierte drei Produktionsstätten für Chemiewaffen in Syrien: Masyaf in der Provinz Hama, sowie Dummar und Barzeh am Stadtrand von Damaskus. Alle drei sind Einrichtungen des staatlichen Forschungszentrums für wissenschaftliche Studien. Die Anlage in Masyaf war im September Ziel eines israelischen Luftangriffs.

Russische Stützpunkte in Syrien

Im Südosten der Küstenstadt Latakia liegt die wichtigste russische Luftwaffenbasis in Syrien, Hmeimim. Die Basis ist komplett unter russischer Kontrolle, nur Russen dürfen sie betreten. Syrische Sicherheitskräfte kontrollieren lediglich die Außenanlagen.

Auf der Basis sind Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Anti-Schiff-Raketen, Panzer und andere Fahrzeuge stationiert. Seit 2015 ist ein S-400 "Triumf" Raketenabwehrsystem im Einsatz, dass Moskau die Kontrolle des Luftraums von der Südtürkei bis ins nördliche Israel erlaubt.

Etwa 100 Kilometer südlich von Latakia, in der Hafenstadt Tartus, betreibt Russland eine Marinebasis. Der Hafen mag nicht groß sein, hat aber hohe strategische und symbolische Bedeutung. Er ist Russlands einziger Stützpunkt am Mittelmeer, wichtig für die Bereitstellung von Nachschub und die Wartung von Kriegsschiffen.

Russland nutzt darüber hinaus weitere Militärbasen gemeinsam mit der syrischen Armee, wie die Flughäfen in Hama, in der antiken Stadt Palmyra und in Schairat. Im April 2017 feuerten amerikanische Kriegsschiffe Dutzende Marschflugkörper auf Schairat. Der Angriff war eine Antwort auf den Giftgasangriff syrischer Truppen in Chan Scheichun wenige Tage zuvor, bei dem Dutzende Menschen ums Leben kamen. Die russischen Soldaten in Schairat wurden im Vorfeld des US-Bombardements informiert. Die Schäden hielten sich in Grenzen.

Basen der USA in Syrien

Die USA unterhalten mehrere Stützpunkte in Syrien. Die wichtigsten sind die einstige Luftwaffenbasis Tabqa südwestlich von Rakka, und Al-Tanf. In Tabqa trainieren US-Spezialeinheiten kurdische Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte. In Al-Tanf am Dreiländereck Jordanien-Irak-Syrien kontrollieren US-Einheiten die wichtige Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Damaskus und bilden Syrer für den Kampf gegen den IS aus. Das russische Außenministerium drückte jüngst seine Besorgnis über die Stationierung schwerer Waffen in Al-Tanf aus.

US-Luftstreitkräfte in der Region

Die USA ist mit einem Flottenverband im Mittelmeer präsent. Die Zerstörer "USS Donald Cook", der bereits vor einem Jahr am Angriff auf die Luftwaffenbasis Schairat beteiligt war, ist mit Dutzenden Marschflugkörpern bestückt. In der Türkei, in Katar und anderen Stützpunkten am Golf haben die USA zahlreiche Kampfbomber (u.a. B-1B und B-52 Langstreckenbomber) stationiert, die in jüngerer Vergangenheit vor allem Einsätze gegen die Terrormiliz IS flogen. Aus Norfolk im US-Staat Virginia ist der Flugzeugträger "USS Harry S. Truman" auf dem Weg ins Mittelmeer, wo er im Mai erwartet wird.

Wegen der syrischen und russischen Luftabwehr, die seit dem Eintritt Moskaus in den Konflikt aufgebaut wurde, bergen Angriffe mit Kampfflugzeugen ein hohes Risiko. Wahrscheinlicher erscheinen deshalb Angriffe mit Marschflugkörpern oder Tarnkappenbombern der Typen F-22 und B2.

Frankreich und Großbritannien

Französische Kampfjets der Typen Mirage und Rafale sind in Jordanien und am Golf stationiert. Wie die US-Jäger waren sie in den vergangenen Jahren an den Einsätzen der Anti-IS-Koalition beteiligt. Vor der syrischen und libanesischen Küste kreuzt die Fregatte "Aquitaine", die mit Marschflugkörpern und Luftabwehrraketen bestückt ist. Die britische Royal Air Force hat Kampfjets der Typen Tornado und Typhoon auf Zypern stationiert.

Israelische Luftangriffe in Syrien

Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs gab es rund zwei Dutzend Luftangriffe, die der israelischen Armee zugeschrieben werden. Die Angriffe zielten auf Militäranlagen, Waffendepots und Transporte von Kriegsgerät, die mutmaßlich für die Hisbollah im Libanon bestimmt waren. Jerusalem stellt sich schon seit längerem auf einen möglichen neuen Konflikt mit der Terrormiliz aus dem nördlichen Nachbarstaat ein. Ein Erstarken der Hisbollah will Israel um jeden Preis verhindern.

Der jüngste Angriff traf am vergangenen Wochenende den syrischen Militärflugplatz T4. Zweimal hatte Israel den strategisch wichtigen Stützpunkt in der zentralsyrischen Wüste in der Vergangenheit bombardiert. Dabei wurden ein iranisches Drohnen-Kontrollzentrum und Kommunikationstechnik zerstört. Der Iran ist der wichtigste Verbündete der Hisbollah.

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherchen

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