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Tagesanbruch: Handelskonflikt – Trump lenkt ein & Wasser auf dem Mars

MEINUNGTagesanbruch  

Was heute Morgen wichtig ist

Von Rüdiger Schmitz-Normann

26.07.2018, 11:02 Uhr

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

hier ist der kommentierte Überblick über die Themen des Tages:

WAS WAR?

Donald Trump und Jean-Claude Juncker  (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)Donald Trump und Jean-Claude Juncker (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

Große Überraschung: In der Nacht haben sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf einen gemeinsamen Kurs zur Beendigung des Handelskonflikts verständigt. Trump stellte sogar die Rücknahme der US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium in Aussicht.

"Wir haben heute einen Deal geschlossen", sagte Juncker bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump im Rosengarten des Weißen Hauses. Trump sprach von einem "sehr großen Tag für den freien und fairen Handel" und einer "neuen Phase" in den Beziehungen zur EU.

Autos sind von dieser Zielvereinbarung zwar explizit ausgenommen, für sie soll es also auch künftig Zölle geben. Aber die von Trump bislang angedrohten zusätzlichen Zölle auf europäische Autos sind nach EU-Angaben zumindest vorerst vom Tisch.

Trump überrascht immer wieder. Zur Abwechslung diesmal mit einem Anflug von Vernunft. Sind das die Auswirkungen des Putin-Desasters?

Oder hat er Angst bekommen, ein Loch nur stopfen zu können, indem er ein neues aufreißt? Kurz vorher hatte er seinen Stammwählern, den beunruhigten Landwirten, 12 Milliarden Dollar an Subventionen bereitgestellt, um mögliche Schäden durch Vergeltungszölle aus China und Europa auszugleichen.

Wie dem auch sei: Für die europäische Autoindustrie können die neuen Gespräche nur gut sein. Zur Verdeutlichung: Die bereits erhobenen Strafzölle auf Stahl und Aluminium entsprechen einem Wert von 6,4 Milliarden Euro. Die vor dem Treffen angekündigten Zölle auf Autos und Fahrzeugteile entsprächen einem Wert von 50 Milliarden Euro. Auf diese neuen Zölle soll nun verzichtet werden.

Auch das geplante Treffen im Herbst mit Putin hat Trump verschoben.

Ist der Handelskrieg damit vom Tisch? Wir werden sehen.

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 Mesut Özil (Quelle: dpa/Ina Fassbender)Mesut Özil (Quelle: Ina Fassbender/dpa)

Im Fall Özil hat sich jetzt auch der Alt-Bundeskanzler eingeschaltet. Gerhard Schröder wirft seinem Parteikollegen Heiko Maas dessen "dumpfe Kommentare" vor, die mit dem SPD-Verständnis von Integration "absolut nichts zu tun" hätten. Auch Grünen-Chef Robert Habeck und CSU-Generalsekretär Markus Blume schalteten sich in die Debatte ein. 

Nur im Zentrum des Sturms bleibt es ruhig. Boateng, Draxler, Rüdiger und Ginter haben sich bei Özil für die gemeinsame Zeit bedankt. Ansonsten: das große Schweigen. Seit Tagen kein Wort von Grindel, von Löw, von Bierhoff, von Mannschaftskapitän Manuel Neuer, von seinen Mitspielern, denen er mehr Vorlagen lieferte als jeder andere.

"Wovor fürchtet sich die deutsche Nationalmannschaft?", fragt mein Kollege Luis Reiß. Der Trend der Abschottung geht weiter – und ist besorgniserregend.

Dürfte man nicht ein wenig Solidarität erwarten von einer Truppe, die sich seit zwölf Jahren selber als "The Mannschaft" feiert, fragt meine Kollegin Nathalie Helene Rippich in ihrem Kommentar. Vielleicht hat Özil mit seinen Postings aber auch gerade gegen diesen Korpsgeist verstoßen und steht deshalb jetzt alleine da, meinen die Leser in den Kommentarspalten.

Ich glaube: "The Mannschaft" is more PR-Konstrukt than Wirklichkeit.

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Die Außendarstellung der gemeinnützigen Behindertenwerkstatt ist tadellos. Doch das mögliche Gehalt der Chefin ist hoch umstritten. (Quelle: Screenshot/t-online.de)Die Außendarstellung der gemeinnützigen Behindertenwerkstatt ist tadellos. Doch das mögliche Gehalt der Chefin ist hoch umstritten. (Quelle: Screenshot/t-online.de)

Wie viel darf der Chef verdienen? In Unternehmen der freien Marktwirtschaft ist das eine rein moralische Frage, die häufig in Neiddebatten auswächst. In gemeinnützigen, also steuerbefreiten Betrieben, ist das etwas anders: Hier berührt die Frage den Kern des Unternehmens.

So steht in Duisburg derzeit möglicherweise eine gesamte Behindertenwerkstatt mit über 1.000 Mitarbeitern vor dem Aus. Das Problem: Die Chefin verdient mutmaßlich rund 350.000 Euro im Jahr – fast das Dreifache der üblichen Entlohnung für einen derartigen Posten.

Wird dem Unternehmen aufgrund des Gehalts die Gemeinnützigkeit aberkannt, müsste es sich am freien Markt behaupten und Steuern zahlen – und stünde damit vermutlich vor erheblichen Schwierigkeiten.

Die Stadt, die 50 Prozent der Anteile am Unternehmen hält, schwieg bislang zu den Vorwürfen – doch nun äußert sich der SPD-Oberbürgermeister. t-online.de-Autor Dietmar Seher hat bereits vor Monaten den Skandal in Duisburg für Correctiv.Ruhr aufgedeckt. Erst jetzt beginnt die Affäre ihre Kreise zu ziehen.

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Der Rote Planet (Quelle: McPGAN)Der Rote Planet (Quelle: McPGAN)

Auf dem Mars gibt es flüssiges Wasser: Unter einer Eisschicht haben Forscher einen riesigen unterirdischen See entdeckt. Gibt es damit auch Leben auf unserem Nachbarplaneten?

Hier sind die Forscher noch pessimistisch, denn auf dem Mars gibt es riesige Temperaturschwankungen und Temperaturen von unter minus 50 Grad sind keine Seltenheit. Auch der neu entdeckte See liegt unter einer dicken Eisschicht.

Dennoch gehört das Rätsel über flüssiges Wasser auf dem Mars nun der Vergangenheit an – ein großer Tag für die Wissenschaft. Außerirdisches Leben ist ein Stück weit wahrscheinlicher geworden.

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 Christian Lindner und Franca Lehfeldt (Quelle: dpa/Matthias Balk)Christian Lindner und Franca Lehfeldt (Quelle: Matthias Balk/dpa)

Angela Merkel mit großem Dekolleté, Claudia Roth mit wechselnden Haarfarben, Christoph Schlingensief im Smoking: Was in der langen Historie der Bayreuth-Festspiele auf dem roten Teppich passiert ist, erregte oft ebenso viel Aufsehen wie die Musik im Festspielhaus.

Die große Zeit von Bayreuth als kultureller Höhepunkt des Jahres ist dahin, doch die Anziehungskraft des Hügels ist immer noch beträchtlich – sie zehrt von der Zeit, als künstlerische Auseinandersetzungen zwischen Intendanten und Künstlern und die Petitessen des Wagner-Clans wochenlang das Feuilleton bestimmten.

In diesem Jahr, bevor es zur "Lohengrin"-Aufführung geht, präsentiert Christian Lindner seine neue Freundin, eine Journalistenschülerin, Angela Merkel erscheint ganz in Grün, Markus Söder wird in seinem ersten Jahr als Gastgeber ausgepfiffen. Meine Kollegen aus dem Unterhaltungsressort haben die schönsten Looks am roten Teppich für Sie eingefangen – und kommentiert.

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WAS STEHT AN?

Mick Jagger (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)Mick Jagger (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

 

Manchmal entschied die Antwort auf eine kleine Frage darüber, ob man cool war oder nicht. Apple oder PC? Prince oder Michael Jackson? Geha oder Pelikan? Puma oder Adidas? Beatles oder Stones?

Im Rückblick relativiert sich vieles. Die Stones leben noch, und die Herren, die zu ihren Konzerten pilgern, waren schon lange nicht mehr in Klubs.

Ober-Stone Mick Jagger ist mittlerweile Sir und feiert heute seinen 75. Geburtstag.

"Es ist schon lustig zu sehen, wie sie hinter der Bühne in dunklen Vans vorfahren", schreibt unser Kolumnist Gerhard Spörl über eines ihrer Konzerte im letzten Jahr, "wie sie etwas eckig aussteigen und dann auf die Bühne schlendern, umtobt und umschrien wie vor 50 Jahren: Keith Richards mit seinem Gesicht wie brüchiger Wüstenboden; der Stoiker Charlie Watts am Schlagzeug; Keiths kleiner Drogenbruder Ronnie Wood ("Ein Song, eine Nase"), an den ich mich nie gewöhnen werde; und Mick, der große Mick, der auf der langen Rampe zum Publikum auf und ab stakst, die Arme knicken lässig im Rhythmus ab, und dann singt er dieses wunderbar tückische "Sympathy for the Devil".

Spörls komplette Würdigung lesen Sie hier.

Dazu hat meine Kollegin Sara Orlos eine Bildergalerie produziert, in der wir Jaggers pralles Leben mit 56 Jahren Bühnenpräsenz nacherzählen. Lassen Sie sich hineinziehen in die wilden Jahre.

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Hitze in Hamburg: Wasserwerfer wässern Bäume im Stadtpark. (Quelle: dpa/Bodo Marks)Hitze in Hamburg: Wasserwerfer wässern Bäume im Stadtpark. (Quelle: Bodo Marks/dpa)

Auch die Hitzewelle ist für uns natürlich ein Thema. "Hundstage" nennt man die Wochen ab dem 22. Juli gemeinhin. Dazu hatten wir einen Artikel geplant. Den sollte unser Kolumnist Jörg Kachelmann in Angriff nehmen, dachten wir. Niemand philosophiert so unterhaltsam und kenntnisreich übers Wetter wie er.

Über Hundstage wollte Kachelmann allerdings nicht schreiben. "Das ist nichts, was irgendwas bedeutet und wäre allenfalls was für die Aberglaubenkiste", sagt er.

Stattdessen vergleicht Kachelmann die derzeitigen Hitzetage mit früheren Jahren, sucht nach dem heißesten Ort Deutschlands und schreibt über "das vergessene Lungengift Ozon". Solides, journalistisch anspruchsvolles Handwerk halt. Den Text finden Sie ab heute Mittag auf unserer Seite.

Was kann man bei der Hitze tun, damit die eigenen vier Wände nicht zur Sauna werden?  (Quelle: imago)Was kann man bei der Hitze tun, damit die eigenen vier Wände nicht zur Sauna werden? (Quelle: imago)

Haben Sie in der letzten Nacht auch schlecht geschlafen? Vielerorts fallen die Temperaturen auch nachts nicht mehr unter 20 Grad.

Doch es gibt ein paar einfache Tricks, wie Sie auch ohne Klimaanlage Ihre Wohnräume kühl halten können. Zum Beispiel mit dem Laken-Trick. Oder dem Nachthemd-Kniff. 

Wir haben die zehn wichtigsten Anti-Hitze-Tipps für Sie aufgelistet, damit Sie die Tage und Nächte mit angenehmen Temperaturen verbringen können.

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WAS ANSCHAUEN?

"Satisfaction", klar, und "Paint It Black", oder "Sympathy For The Devil". Aber einer der schönsten und weniger bekannten Songs der Stones ist "Wild Horses", mit herzzerreißendem Text, hier in einem Studio in Tokio, unplugged.

Eine bemerkenswerte Version aus "Britainʾs Got Talent" gibt es übrigens auch, hier zu sehen.

Mit 73 Jahren schwärmt Michael Douglas vom ersten Mal. Natürlich nur in schauspielerischer Hinsicht. Douglas feiert in Marvels neuestem Comic-Epos "Ant Man and the Wasp" ein Debüt.

Wovon die Hollywood-Legende da im Interview mit unserem Reporter Helge Denker voller Euphorie spricht und warum ihm Filmregisseur Peyton Reed bei unserem Interview in Paris eine Liebeserklärung macht, sehen Sie im Video meiner Kollegen Jerome Baldowski und Nicolas Lindken.

Und wovon der Film handelt, verrät ihnen mein Kollege Helge Denker in seinem Text. Der Science-Fiction-Film rund um die Marvel-Figur Ant-Man und die Fortsetzung von "Ant-Man" aus dem Jahr 2015 startet heute in den deutschen Kinos.

 

Ich wünsche Ihnen einen kühlen Donnerstag 

Ihr Rüdiger Schmitz-Normann
Stellvertretender Chefredakteur t-online.de
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

Mit Material von dpa.

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