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Stiftung Warentest: smarte Heizkörperthermostate im Test

Stiftung Warentest  

Smarte Heizkörperthermostate im Test

03.08.2019, 16:17 Uhr | t-online.de, JPH

Stiftung Warentest: smarte Heizkörperthermostate im Test. Die Heizung mit dem Handy steuern: Stiftung Warentest hat zehn smarte Heizkörperthermostate getestet. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/AndreyPopov)

Die Heizung mit dem Handy steuern: Stiftung Warentest hat zehn smarte Heizkörperthermostate getestet. (Quelle: AndreyPopov/Thinkstock by Getty-Images)

Über das Handy die Heizung steuern – von unterwegs und bei Bedarf auch völlig automatisch. Das können smarte Heizkörperthermostate. Die Stiftung Warentest hat im aktuellen Heft von August 2019 zehn Modelle getestet. Wir zeigen, welche Regler gut abschneiden und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Smarte Heizkörperthermostate versprechen immer die perfekte Raumtemperatur, ohne sich um die Steuerung der Heizung Gedanken machen zu müssen. Über eine App und eine Basisstation am heimischen Router sind sie miteinander vernetzt. Bei Bedarf können Sie die Heizung damit auch von unterwegs steuern und Heizkosten sparen. Die Stiftung Warentest hat zehn Modelle untersucht.

Heizkörperthermostate: die Testergebnisse im Überblick

Das Fazit der Tester fällt positiv aus. Die eingestellte Temperatur wird von allen Geräten exakt eingehalten, bei der Steuerung und der Einrichtung gibt es jedoch starke Unterschiede.

Auch die Kosten sollten nicht unterschätzt werden: Mit 40 bis 70 Euro fallen die Preise für ein Thermostat auf den ersten Blick gering aus. Wer allerdings seine ganze Wohnung ausrüsten möchte, landet schnell bei mehreren Hundert Euro. Zudem ist bei einigen Modellen eine Smart-Home-Zentrale notwendig, die separat gekauft werden muss.

Die Testkriterien waren neben der Wärmeregulierung und der Handhabung auch der Batterieverbrauch und die Lautstärke.

Die Testsieger auf einen Blick

Die Systeme FritzDect 301 und Homematic IP Kompakt sind Testsieger und schneiden beide mit der Note "gut" (1,9) ab. Im Mittelfeld liegen die Modelle von Bosch und der Telekom, die ebenfalls das Urteil "gut" erhalten. Die Thermostate der Hersteller Eve und Tado bekommen die Note "befriedigend".

Der Testsieger: FritzDect 301

Der Hersteller AVM ist für seinen Internet-Router, die Fritzbox, bekannt. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl an Smart-Home-Geräten. Der FritzDect 301 steuert die Heizung und zeigt die aktuelle Temperatur auf einem großen Display an. Zusammen mit dem System von Homematic ist das Modell der Testsieger bei Stiftung Warentest.

Die Tester loben die einfache Bedienung, die Montage und die zuverlässige Regelung der Temperatur. Auch die automatische Abschaltung der Heizung, sobald ein Fenster in der Nähe geöffnet wird, überzeugt.

Weiterer Pluspunkt: Wenn Sie schon einen Fritzbox-Router haben, brauchen Sie keine weitere Smart-Home-Zentrale, wie bei vielen Konkurrenten. Wer allerdings keine Fritzbox besitzt, kann das Gerät nicht in vollem Umfang nutzen.

  • Smarthome-Basis notwendig: Ja (FritzBox)
  • Automatische Fenstererkennung: Ja
  • Display: Ja
  • App für iOS und Android
  • Montage an allen gängigen Heizkörperventilen mit Anschlussgewinde, zusätzlicher Adapter vorhanden
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Zweiter Testsieger: Homematic IP Kompakt

Das Homematic-System überzeugt die Tester bei der Wärmeregulierung und der einfachen Handhabung. Es ist das einzige Modell im Test mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung. Bei den anderen Modellen helfen die Apps auf dem Smartphone zwar bei der Einrichtung, die Steuerung müssen Sie allerdings durch Ausprobieren und Herumspielen lernen.

Bei offenem Fenster drosselt das Homematic-System zuverlässig die Temperatur. Zusätzlich gibt es einen Fenstersensor, mit dem die Steuerung noch genauer funktioniert.

Wer möchte, kann die Heizung auch über die Sprachassistenten Google Assistant und Alexa steuern. Für den Betrieb des Thermostats ist allerdings eine Basisstation des Herstellers notwendig. In ein bereits bestehendes Smart-Home-System lässt es sich nicht einbinden.

  • Smarthome-Basis notwendig: Ja
  • Automatische Fenstererkennung: Ja
  • Display: nein
  • App für iOS und Android
  • Über Alexa und Google Assistant steuerbar
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Datenschutzsieger: Bosch Smart Home Thermostat

Bosch legt bei seinem System besonderen Fokus auf die Datensicherheit. Alle private Daten werden nur lokal auf dem Bosch Smart Home Controller zu Hause gespeichert.

Im Test punktet das Bosch-System zudem bei der Wärmeregulierung. Bei der Bedienung und Handhabung erreicht es die Note "befriedigend". Die Einstellung der Heizzeiten ist laut den Testern allerdings etwas fummelig.

Offene Fenster erkennt das Bosch-Thermostat nur mit einem zusätzlichen Fensterkontakt, nach der Einrichtung funktioniert die Steuerung zuverlässig. Auch bei Bosch brauchen Sie zusätzlich zum Thermostat eine Basisstation, um die Heizung steuern zu können.

  • Smarthome-Basis notwendig: Ja 
  • Automatische Fenstererkennung: Nur mit zusätzlichem Fensterkontakt
  • Display: Ja
  • App für iOS und Android
  • 3 Adapter für Montage inklusive
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Für iPhone-Nutzer: Eve Thermo

Gute Regulierung der Temperatur, befriedigende Handhabung und zuverlässige Erkennung von offenen Fenstern: Das System des deutschen Herstellers Eve erreicht das Qualitätsurteil "befriedigend" (2,6).

Bei der Einrichtung und Installation hilft die übersichtliche App auf dem Handy. Wer möchte, kann über sein Smartphone auch eine Geofence-Funktion einstellen. Damit erkennt die Heizung den Standort des Nutzers und heizt die Wohnung schon auf dem Weg nach Hause auf die gewünschte Temperatur.

Abzüge in der Bewertung gibt es für die Kompatibilität: Das System braucht zwar keine Basisstation – sehr gut, aber kann nur mit einem iPhone, iPad oder Apple TV gesteuert und eingerichtet werden. Für Android-Nutzer ist das System daher nicht geeignet.

  • Smarthome-Basis notwendig: Nein
  • Automatische Fenstererkennung: Ja
  • Display: Ja
  • Nur mit iOS kompatibel
  • Steuerung über iPhone, Apple Watch oder direkt an der Heizung
  • HomeKit-Unterstützung und Siri-Integration
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Der Designsieger: tado Starter-Kit V3+

Für Android- und iPhone-Nutzer gibt es das schicke System von tado. Der deutsche Hersteller punktet mit einer einfachen Einrichtung. Die mitgelieferte kleine Basisstation wird an den Router angeschlossen und das Thermostat gewechselt. Die App führt Schritt für Schritt durch die Installation.

Das System erreicht im Test die Gesamtnote "befriedigend" (2,7). Die Wärmeregulierung funktioniert zuverlässig und auch die automatische Fenstererkennung braucht keinen Sensor und regelt die Heizung beim Lüften herunter.

Für die Handhabung vergeben die Tester die Note "befriedigend". Abzüge gibt es für die Batterielaufzeit: In der Simulation hielten sie zwei Jahre, bei der Konkurrenz waren es bis zu acht Jahre. Wichtig: Um alle Funktionen nutzen zu können, brauchen Sie ein kostenpflichtiges Abo für 2,99 Euro pro Monat.

  • Smarthome-Basis notwendig: Ja (im Lieferumfang enthalten)
  • Automatische Fenstererkennung: Ja
  • Display: Ja
  • iOS- und Android-App
  • HomeKit-Unterstützung
  • Steuerbar über Sprachassistenten Alexa, Google Assistant und Siri
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Fazit der Stiftung Warentest: Smarte Heizkörperthermostate bringen viel Komfort. Sie eignen sich jedoch vor allem für Leute mit unregelmäßigem Tagesablauf. Sie können von unterwegs die Heizung ansteuern oder per Handy-Standort immer in eine vorgeheizte Wohnung kommen.

Unser Tipp: Das System von tado ist auch bei uns im Einsatz. Es funktioniert zuverlässig, die Einrichtung verläuft schnell. Schon unterwegs auf dem Weg nach Hause meldet sich die Heizung und beginnt, die Wohnung bei Bedarf auf die gewünschte Temperatur aufzuheizen.

Wie funktioniert ein Heizkörperthermostat?

Das Thermostat regelt die Warmwasserzufuhr innerhalb des Heizkörpers. Bei manuellen Thermostaten steckt im Kopf ein Temperaturfühler, der das Öffnen und Schließen des Ventils steuert. Meist ist es eine Flüssigkeit, die sich bei Wärme ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht. Durch das Ausdehnen wird ein Übertragungsstift bewegt, der das Ventil an der Heizung öffnet oder schließt. Ist das Ventil offen, fließt mehr Wasser durch den Heizkörper und er wird warm.

Was bedeuten die Zahlen am Heizkörperthermostat?

Bei handelsüblichen Thermostaten reicht die Skala von 1 bis 5. In der Regel bedeutet Stufe 1 eine Raumtemperatur von etwa zwölf Grad. Jede weitere Stufe bringt drei bis vier Grad mehr.

Wie viel Geld sparen smarte Thermostate?

Smarte Thermostate senken die Temperatur nachts, oder wenn niemand zu Hause ist, automatisch ab. Bei älteren Wohnung lohnt sich dieses Vorgehen und kann bis zu 8 Prozent Heizenergie sparen. Die Stiftung Warentest berechnet im Test dadurch eine Ersparnis von 60 Euro im Jahr.

Bei modernen Wohnungen mit guter Dämmung bringt das Drosseln der Temperatur allerdings wenig, weil sie viel langsamer auskühlen. Den Komfort einer Wohnung, die immer perfekt geheizt ist, haben Sie mit einem smarten Thermostat allerdings immer, egal wie alt Ihr Zuhause ist.

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