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Rente mit 63 vor dem Aus? Immer mehr Rentner haben Nebenjob


Rente mit 63 auf dem Prüfstand
Darum haben immer mehr ältere Menschen einen Job

Von dpa, llb

Aktualisiert am 20.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Rentner arbeitet als Mechaniker in einem WerkVergrößern des BildesRentner arbeitet als Mechaniker in einem Werk: Viele hoch qualifizierte Mitarbeiter werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, obwohl überall dringend Fachkräfte gesucht werden. (Quelle: industryview)
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In den nächsten Jahren geht die Generation der Boomer in den Ruhestand. Viele profitieren von der Rente mit 63 – aber wie lange noch?

Immer mehr Menschen in Deutschland gehen auch im Alter zwischen 63 und 67 einer Beschäftigung nach. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten in diesem Alter stieg von 1,31 Millionen im Jahr 2020 auf 1,67 Millionen im vergangenen Jahr – ein Anstieg von rund 27 Prozent. Das geht laut Deutsche Presse-Agentur aus einer Regierungsantwort der Linken im Bundestag hervor.

Streit über Rente mit 63

Laut Ifo-Institut sei Deutschland aufgrund der demografischen Entwicklung immer stärker mit einem sich verschärfenden Arbeitskräftemangel konfrontiert. Gleichzeitig müsse die Politik das Alterssicherungssystem bei einem angemessen hohen Leistungsniveau für alle stabilisieren. Bei diesen Überlegungen müsse auch die Rente mit 63 erneut auf den Prüfstand gestellt werden.

Diese gewährt Menschen, die mindestens 45 Beitragsjahre beisammen haben und ein bestimmtes Alter erreicht haben, eine abschlagsfreie Frührente. Allerdings ist der Begriff "Rente mit 63" inzwischen irreführend, da nur die Jahrgänge vor 1953 tatsächlich mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen konnten. Für später Geborene wird die Altersgrenze schrittweise bis 65 Jahre angehoben (mehr dazu hier).

Der Rentenexperte Matthias W. Birkwald (Die Linke) wendete sich unter Verweis auf die gestiegene Beschäftigungsquote der 63- bis 67-Jährigen gegen eine Abschaffung der Rente mit 63. Ältere Menschen dürften nicht gezwungen sein, aufgrund einer niedrigen Rente weiter arbeiten zu müssen, so Birkwald.

Deutschlands Arbeitgeber, die Union und auch Politiker von Grünen und FDP sehen das anders. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte im September vergangenen Jahres: "Wir können es uns nicht leisten, dass hauptsächlich eigentlich gesunde und gut verdienende Menschen mit 63 in Rente gehen."

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte in einem Interview gesagt: "Warum setzen wir nicht Anreize, damit Menschen länger arbeiten wollen – statt die Rente mit 63 zu finanzieren? Die ist eine Stilllegungsprämie für qualifizierte Beschäftigte." Doch Statistiken zeigen: Die Beschäftigung älterer Menschen ist in den vergangenen drei Jahren stark gestiegen.

Gründe für immer mehr arbeitende Rentner

Ein Grund für den Anstieg ist nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes auf Anfrage der Linken der hohe Anteil von besonders Qualifizierten unter den Älteren. Zum anderen könne Arbeiten im Rentenalter auch bedeuten, länger aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und einer drohenden Altersarmut entgegenzuwirken, so das Bundesamt weiter.

Ein weiterer, aber entscheidender Grund für die Aufnahme einer Nebentätigkeit könnte sein, dass fast jeder zweite Rentner über 65 Jahre ein Nettoeinkommen von unter 1.250 Euro zur Verfügung habe. Mehr als 5,2 Millionen der knapp 7,5 Millionen Betroffenen seien Frauen. Rund 40 Prozent der über 65-Jährigen finanzierten ihren Lebensunterhalt überwiegend aus den Nebeneinkünften. Für die Mehrheit war das Zusatzeinkommen ein Zuverdienst zur Rente.

Anreize für mehr ältere Mitarbeiter in Unternehmen

Auch bei der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen nahm der Anteil der Erwerbstätigen im Zeitraum von 2012 bis 2020 von 47 auf 63 Prozent zu – so stark wie in keiner anderen Altersgruppe, ermittelte das Statistische Bundesamt.

Ziel von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ist es, mehr Anreize zu entwickeln, damit Menschen, die das könnten, freiwillig länger arbeiteten. Damit stellte er sich auch gegen eine Abschaffung der Rente mit 63. Eine Rente mit 70, wie es viele Konservative wollten, werde es mit ihm nicht geben, so Heil in einem Interview.

Mehr als zwei Millionen Antragsteller

Bei der Einführung der Rente mit 63 durch die damalige Koalition von Union und SPD hatte die Regierung mit jährlich rund 200.000 Antragstellern gerechnet. Doch die Prognosen wurden Jahr für Jahr deutlich übertroffen. Insgesamt haben zuletzt deutlich mehr als zwei Millionen Erwerbstätige die Rente mit 63 beantragt. In den kommenden Wochen will Heil seine lang angekündigte Rentenreform zur langfristigen Stabilisierung der Renten vorlegen.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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