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Finanzinvestor Windhorst übernimmt Mehrheit bei Flensburger Werft

Helmut Kohls "Wunderkind"  

Investor Lars Windhorst wird jetzt Schiffsbauer

12.02.2019, 14:05 Uhr | dpa

Finanzinvestor Windhorst übernimmt Mehrheit bei Flensburger Werft. Lars Windhorst: Er investiert Kapital in verschiedene Projekte in Europa, Afrika und Asien. (Quelle: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)

Lars Windhorst: Er investiert Kapital in verschiedene Projekte in Europa, Afrika und Asien. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Die Zukunft der Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) ist geklärt. Ein Unternehmer hat die Mehrheit an der Werft übernommen. Die IG Metall hat sich bereits zur Übernahme geäußert.

Lars Windhorst hat die Mehrheit bei der angeschlagenen Flensburger Schiffbaugesellschaft übernommen. Windhorsts Holding Sapinda habe 76 Prozent der Anteile an der Werft übernommen, teilt der bisherige Eigentümer, das norwegische Unternehmen Siem, mit.

Finanzinvestor rettet Flensburger Schiffbaugesellschaft

Zudem will er den Angaben zufolge 33 Millionen Euro frisches Eigenkapital in die Werft stecken. Darüber hinaus hat Siem der FSG zehn Millionen Euro Außenstände erlassen, die in neue Anteile umgewandelt wurden. Siem will eigenen Angaben zufolge aktiver Anteilseigner bleiben, der eine Mehrheit im Beirat der FSG habe. Zuvor hatte das "Manager Magazin" über den Deal berichtet.

Durch die Eigenkapitaleinlagen erhalte die Werft zusätzliche Liquidität und eine solide Basis, teilt Siem mit. Bei der FSG mit 650 fest angestellten Mitarbeitern sowie zahlreichen Leiharbeitern und über Werkverträge Beschäftigten hatten Verzögerungen bei einem Neubau zu erheblichen Verlusten geführt. Die Auftragsbücher sind bis 2021 gefüllt. Insgesamt gibt es Aufträge für sieben Schiffe mit einem Auftragsvolumen von einer Milliarde Euro.

"Wunderkind" Windhorst

Lars Windhorst hatte schon als 16-Jähriger ein Unternehmen für Computerzubehör gegründet. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl lobte ihn als "Wunderkind" und nahm ihn ins Ausland mit. Später legte Windhorst mehrere Insolvenzen hin, kam aber immer wieder auf die Beine.

Seine Sapinda Holding wurde nach Firmenangaben 2009 mit dem Ziel gegründet, Kapital in speziell ausgesuchte Projekte in Europa, Afrika und Asien erfolgreich zu investieren. Ende Februar hatte Sapinda die Luxusmodemarke La Perla übernommen.

IG Metall fordert Betriebsversammlung

Nach dem Werfteinstieg von Windhorst bei der Flensburger Schiffbaugesellschaft pocht die IG Metall auf mehr Informationen. "Für uns ist das industrielle Konzept entscheidend. Das kennen wir bisher nicht und können den Investor deshalb nicht näher beurteilen", teilt der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, mit. "Wir erwarten, dass Geschäftsführung und Investor sich möglichst schnell auf einer Betriebsversammlung erklären."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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